1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Lagerlogistik, Versand…

Tarifvertrag: Transport und Logistik

Helft uns, die neuen Foren besser zu machen! Unsere kleine Umfrage dauert nur wenige Sekunden!
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: t_e_e_k 19.04.21 - 17:43

    Man muss an dieser Stelle auch einmal kurz erwähnen, das Amazon sehr wohl an den Tariflohn angelehnte Gehälter zahlt. Und m.E. Verdi hier hinterhältig agiert.
    Statt, das man für mehr Geld in der Transport und Logistik kämpft, lässt man seine Genossen allein und möchte in den Einzelhandels Tarifvertrag "aufsteigen".
    Kämpft für alle, oder ihr seit unsolidarisch!

  2. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Mingfu 19.04.21 - 18:58

    So einfach ist das nicht. Transport und Logistik ist eine Branche, in der großflächig prekäre Arbeitsverhältnisse herrschen, vielfach ausgeübt von ausländischen Arbeitnehmern, die ihre Rechte nicht kennen, die froh sind, der Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat entkommen zu sein und überhaupt etwas gefunden zu haben. Die streiken nicht. Dort haben es Gewerkschaften ganz schwer, Organisationsgrad aufzubauen.

    Tarifforderungen sind deshalb kaum in nennenswerten Größenordnungen durchsetzbar. Zumal umgekehrt auch nur wenige Unternehmen tarifgebunden sind. Denn in der Branche herrscht dermaßen großer Preisdruck, dass Tarifgebundenheit ein Wettbewerbsnachteil ist - die Konkurrenz umgeht teilweise sogar den Mindestlohn durch Betrug. Da haben selbst Unternehmen mit gutem Willen kaum Spielraum. Deshalb kommen Gewerkschaften dort nicht wirklich weiter.

  3. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 19.04.21 - 19:08

    t_e_e_k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man muss an dieser Stelle auch einmal kurz erwähnen, das Amazon sehr wohl
    > an den Tariflohn angelehnte Gehälter zahlt.

    Die Argumentation, dass die Lagerarbeiter eines Versandhändlers nicht unterhalb des Einzel- und Versandhandelstarifs bezahlt werden sollten, nur weil der so groß ist, dass er die Lagerei ausgliedern und "Logistics" nennen konnte, während er sich von Jahr zu Jahr dümmer und dämlicher verdient, kann man vielleicht diskutieren wollen, ist aber ganz sicher nicht völlig absurd.

    > Und m.E. Verdi hier hinterhältig agiert.

    Voll hinterhältig, Menschen höhere Löhne verschaffen zu wollen.

    > Statt, das man für mehr Geld in der Transport und Logistik kämpft, lässt
    > man seine Genossen allein und möchte in den Einzelhandels Tarifvertrag
    > "aufsteigen".
    > Kämpft für alle, oder ihr seit unsolidarisch!

    Mingfu hat das Wesentliche dazu gesagt. Gewerkschaften sind nicht allmächtig. Die machen bei Amazon Arbeitskampf, weil's dort wenigstens eine kleine Chance gibt. Und wenn man's dort schafft, dann gibt das automatisch auch eine bessere Verhandlungsgrundlage auf allen anderen Baustellen. Niemandem ist damit geschadet, es hätte für alle nur Vorteile.

  4. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Thomas 19.04.21 - 19:20

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > t_e_e_k schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Man muss an dieser Stelle auch einmal kurz erwähnen, das Amazon sehr
    > > wohl an den Tariflohn angelehnte Gehälter zahlt.
    >
    > Die Argumentation, dass die Lagerarbeiter eines Versandhändlers nicht
    > unterhalb des Einzel- und Versandhandelstarifs bezahlt werden sollten, nur
    > weil der so groß ist, dass er die Lagerei ausgliedern und "Logistics"
    > nennen konnte, während er sich von Jahr zu Jahr dümmer und dämlicher
    > verdient, kann man vielleicht diskutieren wollen, ist aber ganz sicher
    > nicht völlig absurd.

    Bei Amazon geht es doch gar nicht primär, welcher Tarifvertrag zur Anwendung kommt, sondern dass man überhaupt keinen will um die Gewerkschaften aus dem Unternehmen rauszuhalten. Alles andere ist eine Phantomdiskussion.

    > > Und m.E. Verdi hier hinterhältig agiert.
    >
    > Voll hinterhältig, Menschen höhere Löhne verschaffen zu wollen.

    Darum geht es doch nur vordergründig. Du meinst Ver.di würde Ruhe geben, wenn Amazon exakt das Gehalt zahlt, welches sie fordern OHNE dass sie auch einen Tarifvertrag abschließen?

    > Mingfu hat das Wesentliche dazu gesagt. Gewerkschaften sind nicht
    > allmächtig. Die machen bei Amazon Arbeitskampf, weil's dort wenigstens eine
    > kleine Chance gibt. Und wenn man's dort schafft, dann gibt das automatisch
    > auch eine bessere Verhandlungsgrundlage auf allen anderen Baustellen.
    > Niemandem ist damit geschadet, es hätte für alle nur Vorteile.

    Nein, für die Unternehmen hat es Nachteile, wenn sich die Gewerkschaften in ihnen breit machen. Und das gar nicht mal wegen der Gehälter, sondern dem allgemeinen negativen Einfluss auf das Unternehmen. Gewerkschaften agieren häufig gezielt gegen die Arbeitgeber und schaden damit letztlich allen, den Arbeitnehmern, den Firmen und der Gesellschaft.

    --Thomas

  5. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Oktavian 19.04.21 - 19:28

    > Nein, für die Unternehmen hat es Nachteile, wenn sich die Gewerkschaften in
    > ihnen breit machen. Und das gar nicht mal wegen der Gehälter, sondern dem
    > allgemeinen negativen Einfluss auf das Unternehmen. Gewerkschaften agieren
    > häufig gezielt gegen die Arbeitgeber und schaden damit letztlich allen, den
    > Arbeitnehmern, den Firmen und der Gesellschaft.

    Insbesondere ist das ein Problem, wenn man nun mal das größte und bekannteste Unternehmen in der Branche ist, die ideale Projektionsfläche. Wenn in Zukunft dann wahlweise in der Logistik oder im Versandhandel gestreikt wird, wen legt man dann immer zuerst lahm? Richtig, Amazon.

  6. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 19.04.21 - 19:35

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > t_e_e_k schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Man muss an dieser Stelle auch einmal kurz erwähnen, das Amazon sehr
    > > > wohl an den Tariflohn angelehnte Gehälter zahlt.
    > >
    > > Die Argumentation, dass die Lagerarbeiter eines Versandhändlers nicht
    > > unterhalb des Einzel- und Versandhandelstarifs bezahlt werden sollten, nur
    > > weil der so groß ist, dass er die Lagerei ausgliedern und "Logistics"
    > > nennen konnte, während er sich von Jahr zu Jahr dümmer und dämlicher
    > > verdient, kann man vielleicht diskutieren wollen, ist aber ganz sicher
    > > nicht völlig absurd.
    >
    > Bei Amazon geht es doch gar nicht primär, welcher Tarifvertrag zur
    > Anwendung kommt, sondern dass man überhaupt keinen will um die
    > Gewerkschaften aus dem Unternehmen rauszuhalten. Alles andere ist eine
    > Phantomdiskussion.

    Natürlich. Ver.di würde sich sicherlich auch auf einen Haustarifvertrag einlassen.

    > > > Und m.E. Verdi hier hinterhältig agiert.
    > >
    > > Voll hinterhältig, Menschen höhere Löhne verschaffen zu wollen.
    >
    > Darum geht es doch nur vordergründig. Du meinst Ver.di würde Ruhe geben,
    > wenn Amazon exakt das Gehalt zahlt, welches sie fordern OHNE dass sie auch
    > einen Tarifvertrag abschließen?

    Natürlich nicht, denn das ist immer nur eine Momentaufnahme und man hätte ein, zwei, drei Jahre darauf wieder keine Handhabe mehr, die Löhne und Arbeitsbedingungen and geänderte Verhältnisse anzupassen oder in irgendeiner Weise positiv zu beeinflussen. Tarifverträge machen für die Beschäftigen Sinn. Sie machen sogar selbst dann Sinn, wenn sie bei ihrem Erstabschluss kaum finanzielle Vorteile bedeuten.

    > > Mingfu hat das Wesentliche dazu gesagt. Gewerkschaften sind nicht
    > > allmächtig. Die machen bei Amazon Arbeitskampf, weil's dort wenigstens eine
    > > kleine Chance gibt. Und wenn man's dort schafft, dann gibt das automatisch
    > > auch eine bessere Verhandlungsgrundlage auf allen anderen Baustellen.
    > > Niemandem ist damit geschadet, es hätte für alle nur Vorteile.
    >
    > Nein, für die Unternehmen hat es Nachteile, wenn sich die Gewerkschaften in
    > ihnen breit machen. Und das gar nicht mal wegen der Gehälter, sondern dem
    > allgemeinen negativen Einfluss auf das Unternehmen. Gewerkschaften agieren
    > häufig gezielt gegen die Arbeitgeber und schaden damit letztlich allen, den
    > Arbeitnehmern, den Firmen und der Gesellschaft.

    Das ist pure Unternehmerpropaganda. Zum Glück sehen das immer noch viele Beschäftigte anders.

  7. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Oktavian 19.04.21 - 19:37

    > Das ist pure Unternehmerpropaganda. Zum Glück sehen das immer noch viele
    > Beschäftigte anders.

    Bei Amazon anscheinend nicht, wenn man den Organisationsgrad und die Streikbereitschaft betrachtet.

  8. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 19.04.21 - 19:42

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das ist pure Unternehmerpropaganda. Zum Glück sehen das immer noch viele
    > > Beschäftigte anders.
    >
    > Bei Amazon anscheinend nicht, wenn man den Organisationsgrad und die
    > Streikbereitschaft betrachtet.

    Es reicht offensichtlich dafür, dass ver.di weiter eine reelle Erfolgschance sieht und geraume Mittel in die Fortsetzung investiert. Außerdem ist klar, dass bei so niedrigen Löhnen sich Beschäftigte fünfmal überlegen, ob sie sich davon auch noch einen Gewerkschaftsbeitrag leisten können. Einer der Gründe, warum die Gewerkschaft in den diversen noch schlechter bezahlenden Logistikunternehmen überhaupt keine Handhabe mehr hat. Nicht, weil's den Leuten da überall gut ginge und sie Angst hätten, dass die bösen Gewerkschaften irgendeinen Schaden am lieben, guten Unternehmen anrichten würden.

  9. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Oktavian 19.04.21 - 19:53

    > Es reicht offensichtlich dafür, dass ver.di weiter eine reelle
    > Erfolgschance sieht und geraume Mittel in die Fortsetzung investiert.

    Tun sie das denn wirklich? Ich sehe das nicht.

    Für mich wirkt das eher wie eine Folklore-Veranstaltung. Zu bestimmten, vorher bekannten Terminen (Weihnachten, Ostern, Black-Friday, etc.) wird für ein paar Stunden gestreikt. Das sind nur wenige Tage im Jahr, wenige Leute. Viel kosten tut es nicht, viel bringen auch nicht.

    Amazon merkt das kaum, deren Logistik-Prozesse sind so elastisch, dass so eine kleine Störung faktisch keine Auswirkungen hat. Das treibt nicht mal dem Lagerleiter des betroffenen Lagern Schweißperlen auf die Stirn. Ist halt Folklore.

    Verdi kostet es auch nicht viel. Das sind nur ein paar Mitarbeiter ein paar Tage im Jahr, das belastet die Streikkasse nicht wirklich. Aber auch Verdi ist klar, so bringt das nichts. Das tut Amazon nicht weh genug, um etwas zu bewirken, selbst wenn man 10 Jahre so weiter macht. Und sei doch mal ganz ehrlich, hast Du das Gefühl, es geht da wirklich weiter.

    Am Ende ist das einfach eine Frage der verlorenen Ehre. Wenn Verdi die Aktion abbricht und öffentlich eingesteht, dass sie bei Amazon nicht voran kommen, muss sich der Vorstand intern fragen lassen, warum er über so viele Jahre da Geld verpulvert hat. Andererseits muss sich Verdi extern fragen lassen, wie sie denn gedenken, gegen multinationale, elastische Konzerne ankommen zu können. Die Antwort wäre halt "gar nicht".

    Am Ende ist es so für Verdi am einfachsten. Schön auf kleiner Flamme weiter machen. Wenn einer fragt, kann man immer sagen "wir sind noch dran". Man will nicht hochdrehen, denn dann wäre man sehr schnell an dem Punkt, zeigen zu müssen, dass es höher nicht geht.

  10. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Thomas 19.04.21 - 21:48

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich nicht, denn das ist immer nur eine Momentaufnahme und man hätte
    > ein, zwei, drei Jahre darauf wieder keine Handhabe mehr, die Löhne und
    > Arbeitsbedingungen and geänderte Verhältnisse anzupassen oder in
    > irgendeiner Weise positiv zu beeinflussen. Tarifverträge machen für die
    > Beschäftigen Sinn. Sie machen sogar selbst dann Sinn, wenn sie bei ihrem
    > Erstabschluss kaum finanzielle Vorteile bedeuten.

    Auch wenn Amazon immer übertariflich zahlen würde, ohne Ausnahme, würde Ver.di weiter probieren einen Fuß in die Tür zu bekommen. Es geht Gewerkschaften nicht primär um ihre Mitglieder, sondern Macht und die entsprechenden Pöstchen.

    > Das ist pure Unternehmerpropaganda. Zum Glück sehen das immer noch viele
    > Beschäftigte anders.

    Warst du mal in einem Unternehmen mit starker Gewerkschaftsvertretung und Betriebsrat beschäftigt? Der pure Horror und sehr schädliche für die Unternehmensentwicklung und den Betriebsfrieden.

    Und wenn man nur die reinen Zahlen betrachtet: Warum geht die Anzahl der Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland seit 30 Jahren kontinuierlich zurück. Von knapp 12 Mio. im Jahr 1991 auf rund 5,9 Mio. im Jahr 2019, bei gleichzeit steigenden absoluten Beschäftigtenzahlen. Von den rund 44 Mio. Werktätigen sind das gerade einmal 13,5%.

    --Thomas



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.21 21:56 durch Thomas.

  11. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: mke2fs 19.04.21 - 22:00

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So einfach ist das nicht. Transport und Logistik ist eine Branche, in der
    > großflächig prekäre Arbeitsverhältnisse herrschen, vielfach ausgeübt von
    > ausländischen Arbeitnehmern, die ihre Rechte nicht kennen, die froh sind,
    > der Arbeitslosigkeit in ihrer Heimat entkommen zu sein und überhaupt etwas
    > gefunden zu haben. Die streiken nicht. Dort haben es Gewerkschaften ganz
    > schwer, Organisationsgrad aufzubauen.

    Und das begründet jetzt inwiefern sie deswegen dort wo sie vertreten sind einen schlechten Tarifvertrag haben?

    >
    > Tarifforderungen sind deshalb kaum in nennenswerten Größenordnungen
    > durchsetzbar. Zumal umgekehrt auch nur wenige Unternehmen tarifgebunden
    > sind. Denn in der Branche herrscht dermaßen großer Preisdruck, dass
    > Tarifgebundenheit ein Wettbewerbsnachteil ist - die Konkurrenz umgeht
    > teilweise sogar den Mindestlohn durch Betrug. Da haben selbst Unternehmen
    > mit gutem Willen kaum Spielraum. Deshalb kommen Gewerkschaften dort nicht
    > wirklich weiter.

    Ah und deswegen soll Amazon dann Gehälter zahlen die das vielfache dessen betragen was die Konkurrenz zahlt und die Gewerkschaften durchsetzen können.
    Weil Amazon ja keiner Konkurrzen unterliegt und auch ansonsten ein bisschen bescheuert ist.

    Die armen Gewerkschaften und das böse Amazon und die armen anderen Betriebe.

  12. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: mke2fs 19.04.21 - 22:06

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > t_e_e_k schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Man muss an dieser Stelle auch einmal kurz erwähnen, das Amazon sehr
    > > > wohl an den Tariflohn angelehnte Gehälter zahlt.
    > >
    > > Die Argumentation, dass die Lagerarbeiter eines Versandhändlers nicht
    > > unterhalb des Einzel- und Versandhandelstarifs bezahlt werden sollten,
    > nur
    > > weil der so groß ist, dass er die Lagerei ausgliedern und "Logistics"
    > > nennen konnte, während er sich von Jahr zu Jahr dümmer und dämlicher
    > > verdient, kann man vielleicht diskutieren wollen, ist aber ganz sicher
    > > nicht völlig absurd.
    >
    > Bei Amazon geht es doch gar nicht primär, welcher Tarifvertrag zur
    > Anwendung kommt, sondern dass man überhaupt keinen will um die
    > Gewerkschaften aus dem Unternehmen rauszuhalten. Alles andere ist eine
    > Phantomdiskussion.

    Warum?
    Weil sie besser zahlen als der Tarifvertrag?
    Wozu sollten die Arbeitnehmer eine Gewerkschaft haben wollen die es nicht mal packt ihren Kollegen in den anderen Betrieben das zu geben was Amazon freiwillig zahlt?
    Wozu soll ich einen zahnlosem Tiger Geld in den Rachen werfen (ja Gewerkschaften verdienen damit ihre Brötchen)?

    >
    > > > Und m.E. Verdi hier hinterhältig agiert.
    > >
    > > Voll hinterhältig, Menschen höhere Löhne verschaffen zu wollen.

    Tun sie ja nicht, das ist ja das Problem.

    >
    > Darum geht es doch nur vordergründig. Du meinst Ver.di würde Ruhe geben,
    > wenn Amazon exakt das Gehalt zahlt, welches sie fordern OHNE dass sie auch
    > einen Tarifvertrag abschließen?
    >
    > > Mingfu hat das Wesentliche dazu gesagt. Gewerkschaften sind nicht
    > > allmächtig. Die machen bei Amazon Arbeitskampf, weil's dort wenigstens
    > eine
    > > kleine Chance gibt.

    Haha… wie selbstlos.
    Nein, die machen da keinen Arbeitskampf weil es da eine Chance gibt.
    Sondern weil sie dort ins Gespräch kommen, woanders würde nämlich niemand drüber berichten.
    Bei Amazon haben sie nämlich keine Chance und zwar überhaupt keine, weil es die Angsetellten dort nicht interessiert, es schließt sich ihnen ja praktisch niemand an.

    >Und wenn man's dort schafft, dann gibt das
    > automatisch
    > > auch eine bessere Verhandlungsgrundlage auf allen anderen Baustellen.

    Prusssst… warum sollten sie? Glaubst du ensthaft das es sagen wir DB-Schenker interessiert was Amazon für nen Tarifvertrag hat?
    Die interessiert es auch nicht das Amazon besser zahlt (ich weiß nicht wie viel sie zahlen, ich habe sie mir nur als illustratives Beispiel rausgepickt).

    > > Niemandem ist damit geschadet, es hätte für alle nur Vorteile.

    Nö, Amazon hat keinen Bock das ihnen jemand reinquatscht.
    Das kann ich verstehen und offensichtlich haben sie auch keinen Erfolg (die Gewerkschaften).

    >
    > Nein, für die Unternehmen hat es Nachteile, wenn sich die Gewerkschaften in
    > ihnen breit machen. Und das gar nicht mal wegen der Gehälter, sondern dem
    > allgemeinen negativen Einfluss auf das Unternehmen. Gewerkschaften agieren
    > häufig gezielt gegen die Arbeitgeber und schaden damit letztlich allen, den
    > Arbeitnehmern, den Firmen und der Gesellschaft.
    >
    > --Thomas

  13. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: mke2fs 19.04.21 - 22:23

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > > Das ist pure Unternehmerpropaganda. Zum Glück sehen das immer noch
    > viele
    > > > Beschäftigte anders.
    > >
    > > Bei Amazon anscheinend nicht, wenn man den Organisationsgrad und die
    > > Streikbereitschaft betrachtet.
    >
    > Es reicht offensichtlich dafür, dass ver.di weiter eine reelle
    > Erfolgschance sieht und geraume Mittel in die Fortsetzung investiert.

    Nein. Verdi rechnet sich hier gar nichts aus an Chancen.
    Da hätten sie bei anderen Betrieben viel bessere Möglichkeiten, da würden sich ggf. mehr Leute anschließen und außerdem könnten sie die (im Gegenastz zu Amazon) wirklich lahm legen.
    Aber das würde kein Medien-Echo geben und das brauchen sie damit man weiterhin die Leute hinter sich hat.

    > Außerdem ist klar, dass bei so niedrigen Löhnen sich Beschäftigte fünfmal
    > überlegen, ob sie sich davon auch noch einen Gewerkschaftsbeitrag leisten
    > können.

    Also wenn eine Gewerkschaft eine Investition wäre die sich lohnen würde, würden die Leute ihr auch beitreten.
    Oder aber die Mitgliedsbeiträge sind derart hoch weil die Gewerkschaft einen so großen Wasserkopf hat das sie sich ein normaler Angestellter nicht leisten kann.

    >Einer der Gründe, warum die Gewerkschaft in den diversen noch
    > schlechter bezahlenden Logistikunternehmen überhaupt keine Handhabe mehr
    > hat. Nicht, weil's den Leuten da überall gut ginge und sie Angst hätten,
    > dass die bösen Gewerkschaften irgendeinen Schaden am lieben, guten
    > Unternehmen anrichten würden.

    Siehe oben, dann sind sie zu teuer… oder der Erfolg von ihnen ist so unwahrscheinlich das sie niemand als lohnende Investition sieht.

    Ich kann dir übrigens eine schöne Geschichte erzählen von 2 Betrieben und der Gewerkschaft.
    Es waren einmal 2 Betriebe, in diesen 2 Betrieben gab es 2 Betriebsräte.
    Der eine Betriebsrat (Firma A) war voller Gewerschaftsleute, der andere (Firma B) war ohne Gewerkschaft.
    Firma A war eine sehr große Firma (sicher 10 mal so groß wie B), ein richtiges Schlachtschiff, während B eine 75-Mann-Bude war, klein und wendig.
    Firma A hat Firma B gekauft.
    Sie existierten dann eine ganze Weile nett nebeneinander, wobei sich ihre Arbeitsgebiete etwas überschnitten.
    Firma B als Tochter von A war recht selbstständig und zahlte fleißig Tribute aka. führte Gewinne an A ab. So weit so gut.
    Nun begab es sich das Firma C Firma A kaufte und sich Firma A verzockte.
    Firma B lieferte währenddessen weiterhin fleißig Gewinne an A.
    Der Vorstand von C forderte daraufhin von A das sie sich sanieren müssten und das schloss Entlassungen ein.
    Da kam Firma B auf die clevere Idee das lukrative Geschäft von B zu übernehmen, denn denen ging es ja gut und B einfach platt zu machen, samt allen Mitarbeitern.
    Der Betriebsrat von A (Gesamtbetriebsrat für A und B und aus Gewerschaftlern bestehend) musste dem natürlich zustimmen.
    Und was haben die guten Gewerkschaftler gemacht? Sie haben dem zugestimmt eine völlig intakte Firma, die Gewinne produziert hat samt Belegschaft über die Klinge springen zu lassen.
    Denn der Gesamtbetriebsrat saß bei A im Haus und dem war Weste näher als der Rock und ihre Mitglieder als ihre Nicht-Mitglieder (die sie aber auch zu vertreten hatten als Gesamtbetriebsrat) und so haben sie einfach mit dem Vorstand von A ausgekungelt B platt zu machen und die eigene Belegschaft zu verschonen.
    Soviel zur guten Gewerkschaft.
    Die Abwicklung sollte einfach mit auf die Straße setzen laufen, erst nach dem man drohte mit dem ganzen Vorgang an die Presse zu gehen und zu klagen bekam Firma A kalte Füße und bot großzügige Abfindungen an, die Arbeitsplätze hat das natürlich trotzdem nicht gerettet - das hat natürlich auch nur geklappt weil sowas in dieser Branche zu diesem Zeitpunkt eine Ungeheuerlichkeit war was zuvor im Prinzip noch nie passiert war. Jahre später war das dann üblich geworden, war also mehr Glück.

  14. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 20.04.21 - 09:17

    mke2fs schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Oktavian schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > > Das ist pure Unternehmerpropaganda. Zum Glück sehen das immer noch viele
    > > > > Beschäftigte anders.
    > > >
    > > > Bei Amazon anscheinend nicht, wenn man den Organisationsgrad und die
    > > > Streikbereitschaft betrachtet.
    > >
    > > Es reicht offensichtlich dafür, dass ver.di weiter eine reelle
    > > Erfolgschance sieht und geraume Mittel in die Fortsetzung investiert.
    >
    > Nein. Verdi rechnet sich hier gar nichts aus an Chancen.
    > Da hätten sie bei anderen Betrieben viel bessere Möglichkeiten, da würden
    > sich ggf. mehr Leute anschließen und außerdem könnten sie die (im Gegenastz
    > zu Amazon) wirklich lahm legen.
    > Aber das würde kein Medien-Echo geben und das brauchen sie damit man
    > weiterhin die Leute hinter sich hat.

    Das ist Unfug. Die Gewerkschaften haben kein Geld zu verschenken. Streiks gehen in den Kosten regelmäßig an die Substanz. Die investieren nichts in aussichtslose Kämpfe, zumal alles "Medien-Echo" ihnen nur dann wirklich was bringt, wenn in den Medien irgendwann auch mal ein Erfolg vermeldet werden kann.

    > > Außerdem ist klar, dass bei so niedrigen Löhnen sich Beschäftigte fünfmal
    > > überlegen, ob sie sich davon auch noch einen Gewerkschaftsbeitrag leisten
    > > können.
    >
    > Also wenn eine Gewerkschaft eine Investition wäre die sich lohnen würde,
    > würden die Leute ihr auch beitreten.

    Du hast das Prinzip Gewerkschaft nicht auch nur im Ansatz verstanden. Die Zahlung des Gewerkschaftsbeitrags ist ein solidarischer Akt, dem nie eine schnöde Kosten-Nutzen-Rechnung zugrundeliegt – wenn jemand nicht auch mal ganz persönlich aus dem gewerkschaftlichen Rechtsschutz oder einer anderen Individualleistung einen entsprechenden Vorteil ziehen kann, geht die geht grundsätzlich nie auf, zumal Nichtmitglieder, jedenfalls bisher, weitestgehend, immer von den Erfolgen der Gewerkschaften mitprofitieren. Gewerkschaften waren noch nie für Leute, denen es immer nur um ihren eigenen kleinen Vorteil geht.

    > Oder aber die Mitgliedsbeiträge sind derart hoch weil die Gewerkschaft
    > einen so großen Wasserkopf hat das sie sich ein normaler Angestellter nicht
    > leisten kann.

    Ja, auch das ein alter, falscher Topos der antigewerkschaftlichen Hetze. Nein. Die Mitgliedsbeiträge sind so hoch, damit Streiks, im Ernstfall auch lange Streiks, finanziert werden können, was nun mal das einzige echte Druckmittel ist, das Beschäftigten zur Durchsetzung von Forderungen zur Verfügung steht.

    > > Einer der Gründe, warum die Gewerkschaft in den diversen noch
    > > schlechter bezahlenden Logistikunternehmen überhaupt keine Handhabe mehr
    > > hat. Nicht, weil's den Leuten da überall gut ginge und sie Angst hätten,
    > > dass die bösen Gewerkschaften irgendeinen Schaden am lieben, guten
    > > Unternehmen anrichten würden.
    >
    > Siehe oben, dann sind sie zu teuer… oder der Erfolg von ihnen ist so
    > unwahrscheinlich das sie niemand als lohnende Investition sieht.

    Siehe oben, du hast leider keine Ahnung.

    > Ich kann dir übrigens eine schöne Geschichte erzählen von 2 Betrieben und
    > der Gewerkschaft [...]

    Nette kleine Anekdote. Und? Gewerkschaften, wie alle anderen, bauen auch schon mal Scheisze. Womöglich auf öfter, als man sich das als Gewerkschafter wünschen würde. Liegt in der Natur des Menschen, und leider ist es auch in Betriebsratshierarchien, obzwar weniger, aber immer noch ein bisschen so wie in anderen Hierarchien in der Gesellschaft, dass die Eigenschaften, die jemanden zum Erklimmen der Hierarchieleiter befähigen, nicht immer die sozialen und menschlichen sind.

  15. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Oktavian 20.04.21 - 09:28

    > Das ist Unfug. Die Gewerkschaften haben kein Geld zu verschenken. Streiks
    > gehen in den Kosten regelmäßig an die Substanz. Die investieren nichts in
    > aussichtslose Kämpfe, zumal alles "Medien-Echo" ihnen nur dann wirklich was
    > bringt, wenn in den Medien irgendwann auch mal ein Erfolg vermeldet werden
    > kann.

    Ja doch, genau das tut man ständig bei Amazon.

    Seien wir doch mal ganz ehrlich, so ohne rot zu werden. Glaubt irgendwer, dass diese Mini-Streiks bei Amazon zum Erfolg führen werden? Wir Amazon in den nächsten zwei oder drei Jahren plötzlich einen Tarifvertrag abschließen mit dieser Taktik?

    Nein, das tut ihnen doch nicht mal weh. Die Streiks sind Folklore. Sie sind zu klein, um wehzutun, sie sind zu kurz, und vor allem sind sie zu vorhersehbar. Man weiß genau, vor Weihnachten, Ostern, Black Friday und Prime-Day wird gestreikt. Man weiß, wieviele Streiken werden, da kann man vorher schon mal das Personal etwas hochfahren. Amazon würde es mehr schaden, wenn der Streik ausfiele.

    Das Problem ist, es wäre für Verdi ein großer Gesichtsverlust, die Aktionen abzubrechen. Wenn man eingestehen müsste, gegen multinationale Konzerne mit elastischen Prozessen und vielen Sparten wenig tun zu können, wäre das ein herber Verlust. Deshalb streikt man immer mal wieder. Wenn jemand blöd fragt, wie es läuft, kann man immer sagen "wir sind dran".

    > Du hast das Prinzip Gewerkschaft nicht auch nur im Ansatz verstanden. Die
    > Zahlung des Gewerkschaftsbeitrags ist ein solidarischer Akt, dem nie eine
    > schnöde Kosten-Nutzen-Rechnung zugrundeliegt &#8211

    "Nie"? Du kennst alle Gewerkschaftsmitglieder?

    Also ich kenne ein paar, die in der IG Metall sind bei einem großen Autokonzern. Da kam schon die Begründung, dass bei ihnen ja immer als erstes gestreikt wird, und da wollen sie schon was aus der Streikkasse haben statt nur den Ärger zu haben. Das hört sich für mich sehr nach Kosten-Nutzen-Rechnung an.

  16. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 20.04.21 - 09:45

    Thomas schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Natürlich nicht, denn das ist immer nur eine Momentaufnahme und man hätte
    > > ein, zwei, drei Jahre darauf wieder keine Handhabe mehr, die Löhne und
    > > Arbeitsbedingungen and geänderte Verhältnisse anzupassen oder in
    > > irgendeiner Weise positiv zu beeinflussen. Tarifverträge machen für die
    > > Beschäftigen Sinn. Sie machen sogar selbst dann Sinn, wenn sie bei ihrem
    > > Erstabschluss kaum finanzielle Vorteile bedeuten.
    >
    > Auch wenn Amazon immer übertariflich zahlen würde, ohne Ausnahme, würde
    > Ver.di weiter probieren einen Fuß in die Tür zu bekommen.

    Natürlich. Weil Beschäftigte ohne gewerkschaftliche Unterstützung in allen Mitbestimmungsfragen viel weniger Handlungs- und Druckmöglichkeiten haben. Auch dafür sind Gewerkschaften da.

    > Es geht
    > Gewerkschaften nicht primär um ihre Mitglieder, sondern Macht und die
    > entsprechenden Pöstchen.

    Auch das ist nur Hetzpropaganda. Die "Macht", diese "Pöstchen" sind ihrem Wesen nach allein dafür da, mehr für die Beschäftigten rausholen zu können. Auch wenn einzelne konkrete Personen sich dort nicht immer so verhalten sollten, dass das so aussieht, bleibt es doch das Grundprinzip.

    > Warst du mal in einem Unternehmen mit starker Gewerkschaftsvertretung und
    > Betriebsrat beschäftigt? Der pure Horror und sehr schädliche für die
    > Unternehmensentwicklung und den Betriebsfrieden.

    Selbst wenn der Eindruck in Einzelfällen berechtigt sein sollte, bleibt es prototypische Hetze, Einzelfälle zur Regel zu erklären und damit Propaganda zu machen, und wie's den Beschäftigten dort ohne (gewerkschaftlich unterstützten) Betriebsrat ginge, die Frage wird von solchermaßen Hetzenden auch nicht wirklich gestellt bzw. würde von anderen, die man fragen würde, womöglich ganz anders bewertet.

    > Und wenn man nur die reinen Zahlen betrachtet: Warum geht die Anzahl der
    > Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland seit 30 Jahren kontinuierlich
    > zurück. Von knapp 12 Mio. im Jahr 1991 auf rund 5,9 Mio. im Jahr 2019, bei
    > gleichzeit steigenden absoluten Beschäftigtenzahlen. Von den rund 44 Mio.
    > Werktätigen sind das gerade einmal 13,5%.

    Ja, ist leider so. Da gibt es auch eine Reihe von Gründen für. Zunehmende unredliche antigewerkschaftliche Propaganda selbst von Arbeitnehmern gegen deren eigenes Interesse könnte einer sein. Ein Image und Strukturen, die Jüngere weniger ansprechen als die Älteren, die naturgemäß irgendwann ausscheiden, spätestens durch Tod. Und nicht zuletzt immer mehr immer prekärere Arbeitsverhältnisse in den letzten 30 Jahren genau an dem unteren Ende der Einkommensskala, wo man Gewerkschaften am meisten brauchen würde, wo aber immer mehr Leute jeden Cent zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben.

  17. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 20.04.21 - 09:50

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Das ist Unfug. Die Gewerkschaften haben kein Geld zu verschenken. Streiks
    > > gehen in den Kosten regelmäßig an die Substanz. Die investieren nichts in
    > > aussichtslose Kämpfe, zumal alles "Medien-Echo" ihnen nur dann wirklich was
    > > bringt, wenn in den Medien irgendwann auch mal ein Erfolg vermeldet werden
    > > kann.
    >
    > Ja doch, genau das tut man ständig bei Amazon.
    >
    > Seien wir doch mal ganz ehrlich, so ohne rot zu werden. Glaubt irgendwer,
    > dass diese Mini-Streiks bei Amazon zum Erfolg führen werden? Wir Amazon in
    > den nächsten zwei oder drei Jahren plötzlich einen Tarifvertrag abschließen
    > mit dieser Taktik?
    >
    > Nein, das tut ihnen doch nicht mal weh. [...]

    Ich sehe das, wie du weißt, anders, und es gibt vereinzelt auch Zeichen dafür, das anders sehen zu können. Es macht aber keinen Sinn, das weiter zu diskutieren, die Argumente sind ja alle zigmal ausgetauscht. Das Ergebnis wird sich erst rausstellen, wenn einer von beiden aufgibt. Vielleicht ist das dann ver.di, und das wäre für alle Beteiligten die schlechteste Variante, aber vielleicht auch nicht. Wir werden es irgendwann wissen.

  18. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: Oktavian 20.04.21 - 09:58

    > Ich sehe das, wie du weißt, anders, und es gibt vereinzelt auch Zeichen
    > dafür, das anders sehen zu können. Es macht aber keinen Sinn, das weiter zu
    > diskutieren, die Argumente sind ja alle zigmal ausgetauscht. Das Ergebnis
    > wird sich erst rausstellen, wenn einer von beiden aufgibt.

    Ich denke eher, wir werden die Folklore-Veranstaltung noch ein paar Jahre sehen, Stagnation eben.

    Sukzessive wird das immer irrelevanter, weil die Lager weitgehend automatisiert werden und dann eine keine Mitarbeiter mehr da sind, für die sich das lohnt.

  19. Re: Tarifvertrag: Transport und Logistik

    Autor: demon driver 20.04.21 - 10:19

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich sehe das, wie du weißt, anders, und es gibt vereinzelt auch Zeichen
    > > dafür, das anders sehen zu können. Es macht aber keinen Sinn, das weiter zu
    > > diskutieren, die Argumente sind ja alle zigmal ausgetauscht. Das Ergebnis
    > > wird sich erst rausstellen, wenn einer von beiden aufgibt.
    >
    > Ich denke eher, wir werden die Folklore-Veranstaltung noch ein paar Jahre
    > sehen, Stagnation eben.
    >
    > Sukzessive wird das immer irrelevanter, weil die Lager weitgehend
    > automatisiert werden und dann eine keine Mitarbeiter mehr da sind, für die
    > sich das lohnt.

    Ein Tarifvertrag lohnt sich langfristig immer, solange es noch irgendwo irgendwelche Mitarbeiter gibt.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Haufe Group, Freiburg
  2. Lidl Digital, Neckarsulm
  3. THD - Technische Hochschule Deggendorf, Deggendorf
  4. Friedrich Lange GmbH Fachgroßhandel für Sanitär und Heizung, Hamburg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Standard Edition PC für 44,99€, Xbox One / Series S/X für 62,99€, Deluxe Edition PC...
  2. 25,99€
  3. für PC, PS4/PS5, Xbox und Switch
  4. 21€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme