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  5. › Amazon: Lagerarbeiter bestreiken…

Unverständnis

Für Konsolen-Talk gibt es natürlich auch einen Raum ohne nerviges Gedöns oder Flamewar im Freiraum!
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  1. Unverständnis

    Autor: Parlan 27.09.18 - 13:23

    Ich verstehe die Streikenden nicht mehr. Denn mittlerweile, nach all den Jahren, ist doch jedem klar, welche Haltung Amazon hat. Und sie stehen ja dazu, dass diese Haltung unverhandelbar ist.

    Wer mit den (nicht allzu schlechten) Arbeitsbedingungen nicht einverstanden ist, soll halt kündigen oder sich halt parallel nach was neuem umschauen und kündigen, sobald was gefunden wurde.
    Zu glauben, mit einem Streik eine für die Arbeiter positive Änderung bewirken zu können, ist in Anbetracht der langen Vorgeschichte abstrus und lächerlich!

  2. Re: Unverständnis

    Autor: aLpenbog 27.09.18 - 13:26

    Wer weiß, ob die da noch dran glauben oder einfach einen "chilligen" Arbeitstag mitnehmen, wo sie ein wenig mit Plakaten winken an der frischen Luft. Abgesehen davon neigen viele Leute dazu über Jahre das selbe zu machen in der Hoffnung, dass sich daran andere Ergebnisse ergeben oder dass man irgendwann ans Ziel kommt, wenn man nur schnell genug in die falsche Richtung läuft (nehme mich da auch nicht heraus).

  3. Re: Unverständnis

    Autor: ElMario 27.09.18 - 13:27

    Wenn es aber sonst "Spass" macht, dort zu arbeiten...die Hoffnung stirbt halt zuletzt...

  4. Re: Unverständnis

    Autor: dermamuschka 27.09.18 - 14:19

    alles ist unverhandelbar, so lange bis es dann eben doch passiert, weil der druck zu groß wird

    oder meinst du der adel hat damals freiwillig seine privilegien aufgegeben, weil die leute so nett waren?

    oder mitbestimmungsrechte in unternehmen, betriebsrat und co.? sind das etwa erfindungen von arbeitgebern?

  5. Re: Unverständnis

    Autor: Tobias_weingand 27.09.18 - 15:42

    dermamuschka das viele so gar kein Verständnis für Gewerkschaften haben verstehe ich auch nicht. Ich mein ich war auch nicht gut in Geschichte aber zu wissen woher Institutionen wie z.B. die Gewerkschaften kommen und welchen Sinn sie haben ist schon echt wichtig. Meine Freundin hat in zwei Kleinbetrieben gearbeitet in denen es natürlich keinen Betriebsrat gab und da wurde auf das Arbeitsrecht geschissen. So sorgen die Arbeitgeber nämlich für ihre Arbeitnehmer wenn es da keine Kontrollinstanz gibt, dass vergessen hier einige bzw. sie sind einfach Selbständige oder halt Arbeitgeber und haben kein Verständnis für die Arbeiter.

    Sie konnte das Risiko eingehen und sich nebenher bewerben, da sie auch bei einer Kündigung noch mich als Stütze gehabt hätte. Das ist bei einem Familienvater der Alleinverdiener ist nicht so und kündigen kann der natürlich auch nicht so einfach, dann kriegt er nämlich kein Hartz 4.

  6. Re: Unverständnis

    Autor: Parlan 27.09.18 - 15:48

    dermamuschka schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > alles ist unverhandelbar, so lange bis es dann eben doch passiert, weil der
    > druck zu groß wird
    > oder meinst du der adel hat damals freiwillig seine privilegien aufgegeben,
    > weil die leute so nett waren?
    > oder mitbestimmungsrechte in unternehmen, betriebsrat und co.? sind das
    > etwa erfindungen von arbeitgebern?
    >
    Da hast Du schon recht. Die genannten Dinge, von denen wir heute alle profitieren, wurden nur aufgrund der Hartnäckigkeit der damaligen "Kämpfer" erreicht.
    Ich finde jedoch zum einen, dass die genannten Dinge in ihrer Bedeutung und Reichweite (und Legitimation) nicht mit der Situation bei Amazon vergleichbar sind und zweitens, dass sehr, sehr früh zu der Streikwaffe, die ja eigentlich das äusserste Mittel sein sollte, gegriffen wurde und daher seit Jahren die Steigerungsmöglichkeiten des Drucks fehlen.

  7. Re: Unverständnis

    Autor: Muhaha 27.09.18 - 15:50

    Tobias_weingand schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dermamuschka das viele so gar kein Verständnis für Gewerkschaften haben
    > verstehe ich auch nicht.

    Hier im Forum wird gerne getrollt und bewusst mit Übertreibungen provoziert. Solche Provokationen sind nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Als die Lokführer gestreikt haben, ist das sogar bei Zugreisenden, die ja unmittelbar davon betroffen waren, mehrheitlich positiv aufgenommen worden.

  8. Re: Unverständnis

    Autor: Parlan 27.09.18 - 16:00

    Wir Arbeitnehmer haben den Gewerkschaften verflixt viel zu verdanken! Das sehe ich definitiv so.
    Es ist aber auch nicht zu übersehen, dass die Arbeitsbedingungen in Deutschland in der Breite ein zivilisiertes Niveau erreicht haben und sich die Gewerkschaften seit den 80er Jahren ziemlich einfallslos auf (mal gerechtfertigte, mal abstruse) Lohnerhöhungsforderungen versteift haben, anstatt die Branchen und Berufsgruppen, bei denen eben noch kein anständiges Niveau der Arbeitsbedingungen erreicht ist, in Angriff zu nehmen. Vor allem verdi macht sich die Sache sehr einfach.

  9. Re: Unverständnis

    Autor: Johnny Cache 27.09.18 - 17:28

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hier im Forum wird gerne getrollt und bewusst mit Übertreibungen
    > provoziert. Solche Provokationen sind nicht repräsentativ für die
    > Bevölkerung. Als die Lokführer gestreikt haben, ist das sogar bei
    > Zugreisenden, die ja unmittelbar davon betroffen waren, mehrheitlich
    > positiv aufgenommen worden.

    Dann mußt du offensichtlich in anderen Zügen unterwegs gewesen sein als ich. Bei uns hätten die unter Garantie eine geklatscht bekommen... natürlich rein positiv.
    Wer meint mich als Kunde als Geisel nehmen zu wollen, kann sicher vieles von mir erwarten, Sympathie gehört aber garantiert nicht dazu. Aber sollen die Zugführer ruhig noch mal streiken... es ist vermutlich eh das letzte mal bevor sie durch KIs ersetzt werden.

  10. Re: Unverständnis

    Autor: Colorado 28.09.18 - 13:49

    Mit der Aussage machst du dich zur Geisel der Arbeitgeber (Ihr könnt nicht streiken, wie sollen die Leute durch die Gegend kommen (und uns ihr Geld in den Rachen werfen)). Ist das besser?

  11. Re: Unverständnis

    Autor: Johnny Cache 28.09.18 - 15:13

    Ich sehe da gerade nicht wirklich einen Zusammenhang zu meiner Aussage.
    Auf jeden Fall geht es mal gar nicht daß Infrastrukturdienste bestreikt werden. Da könnte man ja auch gleich noch Strom oder Wasser abstellen, was dann auch nicht mehr weit davon entfernt wäre.

    Und warum tun immer alle so als hätten sie sonst keine Möglichkeiten? Man kann versuchen sein Gehalt zu verhandeln, man kann sich was neues suchen oder sich weiterbilden?
    Aber zu streiken, was das "erwachsene" Gegenstück von "ich halt jetzt so lange die Luft an bis ich den Lolli bekomme" ist, zeugt mehr als eindrucksvoll daß man praktisch keine Argument hat.

    Was die Zugführer angeht, stehen sie auf der Abschussliste ohnehin schon ganz weit oben und in diese Position noch einmal einen auf dicke Hose zu machen und zu demonstrieren was die Nachteile von Mitarbeitern gegenüber automatischen Systemen ist, halte ich bestenfalls sehr gewagt, tendenziell eher für saublöd.

  12. Re: Unverständnis

    Autor: Brainfreeze 28.09.18 - 15:45

    Johnny Cache schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich sehe da gerade nicht wirklich einen Zusammenhang zu meiner Aussage.
    > Auf jeden Fall geht es mal gar nicht daß Infrastrukturdienste bestreikt
    > werden. Da könnte man ja auch gleich noch Strom oder Wasser abstellen, was
    > dann auch nicht mehr weit davon entfernt wäre.
    >
    > Und warum tun immer alle so als hätten sie sonst keine Möglichkeiten? Man
    > kann versuchen sein Gehalt zu verhandeln, man kann sich was neues suchen
    > oder sich weiterbilden?
    > Aber zu streiken, was das "erwachsene" Gegenstück von "ich halt jetzt so
    > lange die Luft an bis ich den Lolli bekomme" ist, zeugt mehr als
    > eindrucksvoll daß man praktisch keine Argument hat.

    Das Problem ist, ein vernünftiges Kräfteverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei Gehaltsverhandlungen hinzubekommen. Wenn die Streikmöglichkeit wegfallen würde, welche Massnahmen bliebe der Arbeitnehmervertretung denn übrig um für ein höheres Gehalt für alle zu kämpfen? Wenn der Arbeitgeber dies kategorisch ablehnt (ist ja auch rechtens) und nicht kompromisbereit ist. Sollen alle den Job wechseln/sich weiterbilden, damit die nächsten dann zu den bestehenden schlechten Bedingungen arbeiten können?

    > Was die Zugführer angeht, stehen sie auf der Abschussliste ohnehin schon
    > ganz weit oben und in diese Position noch einmal einen auf dicke Hose zu
    > machen und zu demonstrieren was die Nachteile von Mitarbeitern gegenüber
    > automatischen Systemen ist, halte ich bestenfalls sehr gewagt, tendenziell
    > eher für saublöd.
    Das die Lokführer in näherer Zukunft durch automatische Systeme ersetzt werden, glaube ich bei der DB irgendwie noch nicht.

  13. Re: Unverständnis

    Autor: Johnny Cache 28.09.18 - 16:20

    Brainfreeze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem ist, ein vernünftiges Kräfteverhältnis zwischen Arbeitgeber und
    > Arbeitnehmer bei Gehaltsverhandlungen hinzubekommen. Wenn die
    > Streikmöglichkeit wegfallen würde, welche Massnahmen bliebe der
    > Arbeitnehmervertretung denn übrig um für ein höheres Gehalt für alle zu
    > kämpfen?

    Ich verstehe sowieso nicht warum "alle" ein höheres Gehalt bekommen sollten, wenn ganz sicher nicht alles für den Erfolg oder auch Misserfolg verantwortlich sind. Es sind solch seltsame Konstrukte die oft den Erfolg von Firmen schmälern, weil sie ihre Mitarbeiter dank der Gewerkschaften und ihrer Tarifverträge gar nicht mehr motivieren können.
    Das Wort kämpfen empfinde ich in diesem Zusammenhang sowieso sehr seltsam, schließlich reden wir hier von Vertragspartnern. Kämpfen würde ich lediglich bei verfeindeten Gruppen als angemessen ansehen, was aber in der Arbeitswelt sicher nichts zu suchen hat.

    > Wenn der Arbeitgeber dies kategorisch ablehnt (ist ja auch
    > rechtens) und nicht kompromisbereit ist. Sollen alle den Job wechseln/sich
    > weiterbilden, damit die nächsten dann zu den bestehenden schlechten
    > Bedingungen arbeiten können?

    Das wäre die logische Konsequenz von der die AN sicher deutlich mehr hätten als von irgendwelchen erzwungenen Zugeständnissen der AG. Davon abgesehen würden selbstverständlich erst einmal die guten und motivierten gehen, während der AG dann sehen darf wie der mit dem Bodensatz dann noch zurecht kommt.

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