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Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: glaba 17.02.12 - 16:21

    ayngush schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Moriati schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > @iu3h45iuh456:
    > >
    > > OMG... wo hast du nur dieses Menschenbild aufgeschnappt? Alles
    > > Drückerberger, Verlierer und Nichtskönner und du willst uns was von
    > > Realität erzählen?
    >
    > Ich glaube du meinst mich, nicht iu3h45iuh456.
    > Ja, Nichtskönner. Idioten Quasi. Oder warum sitzt man freiwillig bei Apple
    > herum und verklappt Technik und jammer herum, dass man scheiße bezahlt wird
    > dafür?
    > Hat denen irgendwer heimlich gesteckt, dass man da das dicke Geld macht und
    > voll zufrieden ist mit seinen Job?
    >
    > > Danke übrigens, dass du damit mal direkt ein paar Leute aus meinem
    > > Freundeskreis beleidigt hast. Einer dieser bösen Drückeberger ist leider
    > > -so doof war er halt- psychisch so stark erkrankt, dass er fast 10 Jahre
    > > gebraucht hat überhaupt wieder normal leben zu können. Der ist nun Ende
    > 30.
    >
    > Und da kann ich oder der Rest der Gesellschaft jetzt genau was für? Soll er
    > deswegen jetzt das Einkommen eines Ingeneurs beziehen? In anderen Ländern
    > wäre er einfach gestorben, da dort eine Rehabilitation nicht möglich wäre
    > und er alleine nicht lebensfähig wäre.
    >
    > > Meinst ich soll dem mal vorschlagen er solle sich doch bitte nur mal
    > > ordentlich fortbilden, dann wird das schon wieder was mit dem Einkommen?
    > Nein, schlag ihn einfach vor Spaß am Leben zu haben und sich mit seiner
    > Situation abzufinden, das hilft glaube ich mehr als mit ihm über Geld zu
    > diskutieren.
    >
    > > Ich glaube die Lachanfälle der Personalabteilungen, wenn er mit Anfang
    > 40
    > > sich bei Firmen bewirbt, muss der sich nicht unbedingt antun...
    >
    > Muss er auch nicht. Wir als Gesellschaft sind durchaus in der Lage Leute
    > aufzufangen, die nicht von alleine können. Wir können auch die Griechen
    > retten ohne, dass uns das tangieren wird.
    >
    > > Von solchen Beispielen kann ich dir übrigens noch einen Haufen weiterer
    > > nennen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man an deinem verkommenen
    > > Menschenbild damit eh nix mehr retten kann.
    >
    > Ich auch aber mein Menschenbild ist nicht verkommen, dein Menschenbild ist
    > nur eine Rosa Erdbeerwelt. Nur damit kommt man nicht weiter.
    >
    > Schönen Freitag noch...

    Sei nicht böse - aber mit Deinem vermeintlich (noch) sicheren Arbeitsplatz und deiner BILD-Zeitung in der Hand (woher Du wohl - neben "Berichterstattungen" auf RTL2 - die polemischen "Fakten" hast) kannst Du Dir, falls Du mal den Job wechseln musst (gerade in der IT-Branche) nichts kaufen.

    Schön, dass es Dir (momentan) gut geht - das muss aber nicht so bleiben (das haben schon Tausende anderer Arbeitnehmer gedacht). Und komm jetzt nicht mit: Dann werde ich mich eben weiterbilden uns so weiter...

    Wenn Du Dich wirklich mal auf dem Arbeitsmarkt umschaust - dann weißt Du, dass es zunehmend Billigjobs gibt, die vor ein paar Jahren noch als sicher und gutbezahlt galten.

    Falls Du dann (Obwohl - sicher Du als einziger nicht) mal in so einem landest - dann geb ich Dir nen Tipp: Hab einfach Spaß am Leben und denke nicht über das Geld nach (oder wie Du Deine Miete bezahlen sollst)!

    Übrigens gibt es viele gut Gebildete und Ausgebildete Fachkräfte, die gern wollen, aber nichts finden. Und bei Arbeitslosigkeit muss man nach einer gewissen Zeit eben doch alles an Arbeit annehmen (auch unterqualifizierte Tätigkeiten).

    Als nächste kommt von Dir noch: Wenn man hier so wenig Geld hat, soll man nicht meckern sondern auswandern - oder wie?

    Selten sowas Dämliches gelesen....

    Schönes Leben NOCH.

    P.S. ich habe gutbezahlte Arbeit - aber mache mir nicht solche überheblichen Illusionen...

  2. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: kevla 17.02.12 - 16:41

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Selbstverständlich sind sie in 99% der Fälle das. Gerade in Deutschland
    > gibt H4.
    > Du musst nicht jeden Job annehmen, Du kannst dich fortbilden. München ist
    > gerade ein sehr teures Pflaster (in den Top 10 der teuersten Städte
    > Europas).
    > Da kann man mit einem Umzug sehr viel neue Lebensqualität erreichen.
    > In 100+ anderen Ländern lacht man über diese Luxusdiskussion.
    >
    > Wenn Du mit deiner Lebenssituation nicht zufrieden bist ist dass ein Signal
    >
    > was dagegen zu tun. Ich kenne Leute die haben mit 33 noch ihre mittlere
    > Reife nachgeholt und sind jetzt in der Kaufmann-Umschulung. Traumjob?
    >
    > Mitnichten. Aber das "abhängen" als Zeitarbeiter in toten Jobs fanden sie
    > noch madiger und vor allem *sinnlos*.
    >
    > Die ständige Argumentation dass irgendwer *anders* dir ein besseres Leben
    > auf den
    > Tisch legen muss ist so 1930 Kohlearbeiter-Denke. Wir haben das Jahr 2012.
    > Autos fahren jetzt schon von alleine und werden 2030 rum alle Taxifahrer
    > und Busfahrer ersetzen. Das ist der Weg der Welt.
    >
    > Wir werden uns eher daran gewöhnen, dass einen sehr großen Plebs geben
    > wird,
    > der nie viel haben wird. Das Ziel muss mit BGE oder anderen Mechanismen
    > sein, dass die Sicherheit vergrößert, der Druck verkleinert wird. Die
    > werden sich dann zwar nie einen iPad wirklich leisten können - aber das ist
    > nicht das Ziel noch mehr Konsumtrottel zu produzieren.

    ich gratuliere, sie sind 100% dem kapitalistischen system verfallen..

    selbstverständlich sollten arbeitnehmer am gewinn eines unternehmens beteiligt werden, schliesslich sind sie, dank der hohen lohn- und lohnnebenkosten, die ersten, die am gewinnrückgang beteiligt werden. und das geht nicht.

    und sorry, aber die begründung, "woanders ist es noch schlechter", war noch nie eine gute und wird nie eine gute sein. ganz im gegenteil, sie zeugt von begrenzter weitsichtigkeit.

  3. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ayngush 17.02.12 - 16:42

    @glaba: Und? Meinen jetzigen Job fand ich auch nur indem ich Praxis durch Praktika und Zeitarbeit sammeln musste? *mimimi*
    Was willst du mir erzählen, dass immer alle sofort das beste vom besten bekommen sollen? Miete bezahle ich übrigens ohnehin nicht, daran wird es also nicht scheitern. Bild lese ich nicht, sondern haz, privat TV schaue ich nicht, sondern NatGeo und Discovery aber toll, was du aus einen schließt anhand weniger Worte. Kennst mich nicht und meinst der große Analyst zu sein. Hauptberuflich Psychologe?
    Meine Arbeitskraft ist durch eine SBU abgesichert, deine auch? Sollte es mir also aufgrund von Krankheit nicht mehr möglich sein meinen Beruf auszuüben, dann beziehe ich eine Rente in Höhe von 4/5tel meines derzeitigen Nettoneinkommens. Das wird reichen um meinen Lebensstandard zu halten. Sollte ich arbeitslos werden, weil die Firma pleite geht, was unwahrscheinlich ist aber hypothetisch angenommen, dann sitze ich nicht herum, habe gute Kontakte und werde definitiv etwas finden oder erschaffen.

    Auswandern halte ich für schwachsinnig und die "Fachkräfte" die arbeitslos sind und dann im Zoo Käfige Ausmisten gehen müssen... Sorry... Praktika machen? Erfahrung sammeln? Zeitarbeit annehmen, mehr Erfahrung sammeln, bewerben, bewerben, bewerben -> Job. Oder selbstständig werden, hilft halt auch... Wenn man so die "bringer-Fachkraft" ist, dann kann man als Freelancer ohnehin mehr Kohle machen, wenn es einen nur darum geht. Aber offensichtlich sind selbst die einfachen Dinge für manche zu kompliziert...

    dir auch ein schönes Leben, wie jeden übrigens.

    PS: Deine Depression im Anfangsstadium solltest du untersuchen lassen ;-)



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 17.02.12 16:47 durch ayngush.

  4. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Moriati 17.02.12 - 16:59

    @ayngush:

    Lass es mich noch einmal aus einer anderen Perspektive versuchen. Dein Ansatz, dass man etwas für sein Einkommen leisten soll... naja, da kann ich mich bis zu einem bestimmten Punkt sogar drauf einlassen, nur reiche ich dir jetzt mal ganz entspannt die rosa Brille zurück, denn sinnvoll nach Leistung wird hier leider schon fast keiner mehr bezahlt, Wäre dem so, dann hätten wir in den letzten 10 Jahren nicht einen deutlichen Anstieg der Vermögens- und Unternehmensgewinne in diesem Land, sondern zumindest eine halbwegs parallel dazu verlaufende Lohnsteigerung. Oder bist du etwa der Meinung, dass ein Fond-Manager oder Unternehmenseigentümer generell in den letzten 10 Jahren mehr zum Wachstum beigetragen hat als die abhängig Beschäftigten?

    Einen ganz wichtigen Aspekt übersiehst du übrigens dabei auch noch: Das Vermögen, welches sich durch diese Entwicklung in den Händen weniger angehäuft hat, ist nicht nur unsinnig verteilt, sondern auch eine Gefahr für ganze Volkswirtschaften. Die lieben Inhaber sind nämlich leider nicht so freundlich gewesen, damit neue Firmen zu gründen, sondern haben es bei ihrem Rennen nach der besten Rendite in gigantische Blasenmärkte gepummt. Die Auswirkungen davon sollten dir wohl geläufig sein.
    Hätte man stattdessen dafür gesorgt, dass zumindest ein gleicher Teil dieses Wachstums in die Löhne geflossen wäre, dann hätte man das Geld deutlich besser angelegt, denn dort fließt es so gut wie immer zurück in reale Produkte und Dienstleistungen. Nebenbei wäre das auch eine faire Beteiligung der Beschäftigten am geleisteten Wirtschaftswachsum. Das ist -zugegebenermassen- eine moralische Frage, die eine Gesellschaft für sich beantworten muss. Ich bin da absolut für und es bedeutet auch, dass die Jobs im Bereich der Geringqualifizierten ihren Anteil davon bekommen, denn sie sind Teil dieser Wirtschaft. Nebenbei haben sie sogar oft noch den Vorteil nicht in Konkurrenz zum Weltmarkt zu stehen, da sie lokal gebunden sind... siehe Krankenschwester, Verkäufer, Paketdienst, etc.

  5. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Das_kecks 17.02.12 - 17:05

    @ayngush

    In einigen Punkten kann ich dir zustimmen, jeder von uns ist selbst verantwortlich für das was wir machen. Ich selber Arbeite derzeit im Einzelhandel eines Mittelständischen Unternehmen das sich speziel auf die Produktion und Reparaturen CNC Fräsmaschinen spezialisiert hat, mir macht der Job Spaß. Aber mit einem Brutto Lohn von ca 1.600¤ jeden Monat, keine möglichkeit auf Prämien oder sonstigen zuschüssen, da verstehe ich warum die leute Maulern. Bei aller liebe zum Beruf, aber mit solchen Finanziellen aussichten wird das Leben schwierig. Mit einem Einkommensniveau von 40.000 Euro im Jahr Brutto ist den meisten geholfen, weil das für uns echt gutes Geld ist (immerhin über 3.000 ¤ im Monat)

  6. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: 486dx4-160 17.02.12 - 18:29

    Da steht auch dass das Brutto zum großen Teil von undurchsichtigen Bonuszahlungen kommt. Dh. man kann sich nicht drauf verlassen sondern ist der absoluten Willkür des Vorgesetzten ausgesetzt.

    Wenn ein es einem Unternehmen gut geht dann ist es seine verdammte Pflicht, seine Angestellten vernünftig zu behandeln und zu bezahlen.

    Zum Spaß geht keiner in die Arbeit. Und auch in München ist es nicht so leicht eine Vollzeit-Arbeitsplatz im Einzelhandel zu finden.

  7. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Trockenobst 18.02.12 - 01:49

    kevla schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > selbstverständlich sollten arbeitnehmer am gewinn eines unternehmens
    > beteiligt werden, schliesslich sind sie, dank der hohen lohn- und
    > lohnnebenkosten, die ersten, die am gewinnrückgang beteiligt werden. und
    > das geht nicht.

    Dann sollen sie alle eine eigene Firma gründen und dann das Geld fair verteilen.
    Es sind immer die, die nichts haben die von anderen die was haben "Fairness"
    verlangen, aber wenn sie selbst erst mal korrumpiert sind - wollen sie davon
    nichts mehr wissen. Da wird mir ein zu hartes schwarz/weiß Bild gemalt.

    Im übrigen halte ich überhaupt nichts von der falschen Wachstumsdenke und
    schon gar nichts davon, dass der Mensch überhaupt arbeiten muss um zu
    überleben. Das System ist nur so hingekartert und die Leute so gehirngewaschen
    dass sie meinen dass es so sein muss. Nimmt man Zinseffekte, überhöhte Mieten,
    Korruption und alles aus dem System, dann würde man mit 12-15h Wochenarbeits-
    stunden seinen Lebensstil auf H4 problemlos erfüllen können. Das hat mal eine Uni berechnet - und es hat niemanden interessiert.

    Das gesagt ist das System nun mal so wie es ist. Sollte es bei 7 Milliarden Menschen und 190+ Ländern schon statistisch nicht sein, dass es ein Utopia gibt? Warum nicht?

    Ist die Antwort vielleicht...beim korrupten, gierigen Menschen zu suchen, der nur dann Sozial ist wenn er keine Wahl hat? Jedes Wochenende gewinnt irgendwo jemand satt im Lotto. Aber in 2000 Jahren schafft niemand ein Utopia? Die Statistik kann nicht
    so schlecht sein. Da muss schon jemand aktiv "dagegen arbeiten". Der Mensch?

    > und sorry, aber die begründung, "woanders ist es noch schlechter", war noch
    > nie eine gute und wird nie eine gute sein. ganz im gegenteil, sie zeugt von
    > begrenzter weitsichtigkeit.

    Genau im Gegenteil. Ich sehe die Probleme der globale Welt und nehme Leute nicht ernst, die in ihrer kleinen Enklave zu den Top 20% was Sicherheit, Stabilität, Ernährung, Wohnsituation, Infrastruktur etc. sitzen - und dann von dieser total gepamperten Weltsicht auf die ganze Welt interpolieren. Ich war unterwegs. Ich weiß wie die Leute in anderen Ländern ticken. So schlimm, dass die Leute in kleinen Todesjollen zu uns in die Festung wollen, weil in ihrem Land rein gar nichts funktioniert. Grüsse an Griechenland!

    Wir mockieren uns hier, das man kein DSL auf dem Land kriegt in der ersten Charge das iPad 3 nicht haben konnte. Die eigene kleine Welt vor der eigenen Haustüre ist schon auf Lügen aufgebaut. Und der Konsum der diese Lügen noch weiter-betreibt...was ist dann da noch "weitsichtig"? Man ist ja schon selbst nicht in der Lage die Korruption abzustreifen, aber maßt sich an über andere zu richten.

    Das kapitalistische System überlebt so lange und so viele Länder wollen es, weil es das einzige System ist in dem *mehr* Investition *mehr* Gewinn verspricht. Im falschen, ewigen Glauben an Wachstum ist es das einzige System dass diesen Deal "gerecht" wird. Man muss es nicht gut finden. Aber es ist eben so. Wer an die "Demokratie" glaubt, muss eben auch daran glauben dass die Masse manchmal sehr dumme Entscheidungen fällt. In 100.000 Jahren ist das alles sowieso alles egal.

    Wer ständig das Utopia an so einem *Kleinmist* wie "Ich will nicht wegziehen, ich will 10, 15 Jahre ein beschissenes Leben in einer viel zu teueren Stadt führen" als eine absurde "Revolution" verkauft hat selbst nichts begriffen. Es interessiert niemanden. Weil es schon die letzten 20 Jahre niemanden interessiert hat. Man ist nur gebrochen,
    desillusioniert und hat nichts erreicht. Man könnte schon fast meinen, dass man den Leuten so einen Käse verkauft, damit man noch Leute hat die einem den Müll in der Stadt wegräumen. "Pass auf! Die Revolution kommt. Und jetzt die beiden Müllsäcke da. DANKE!"

    Ich habe Freunde mit Kindern, einfachere Arbeiter, die sind aus den dt. Großstädten "geflohen". Die haben es begriffen, dass dieses System nicht für sie gemacht ist. Weil ihre Eltern, Großeltern die falschen Weichen gestellt haben und sie es auch nicht mehr ändern wollen (was man daran sieht, dass viele von diesen 'Checkern' immer noch Konservativ/FDP wählen, obwohl sie die Leidtragenden der Politik sind).

    Wer einer Ideologie selbst folgen will soll das tun. Würden viel mehr Leute in den teuren Städten diese Billigjobs nicht mehr machen, *dass* wäre die richtige Revolution. Aber bei der 4,50¤ Latte Macchiato Kaffehaus-Bullshitrevolution diese Leute als "Kämpfer" für ein nirgendwo existentes Utopia "missbrauchen"?

    Und wahrscheinlich schlimmer als notwendige, korrektive Systemanpassung aus Selbsterhaltungsantrieb. Der arabische Frühling hat mit massiven Arbeitsniederlegungen genau vorgemacht wie das geht. Hier hat man eine leicht...zynischere Sicht der Dinge.

    Übrigens eine kleine Aufgabe: in Deutschland gibt es geschätzt 120.000 Häuser am See. Bei 74 Millionen Einwohnern. Wer hat das Recht auf ein Haus am See? Ich habe diese Frage vielen Leuten verschiedener Coleur gestellt. Die Kapitalisten waren die einzigen die eine Antwort hatten. Die anderen wurden Aggressiv, versuchten sich herauszureden oder haben gar nichts gesagt. Das ist nur eine Frage.

    Von denen gibt es 1000. Und die moderne Linke hat keine Antworten. Nur Blabla.

  8. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: Trockenobst 18.02.12 - 02:03

    iu3h45iuh456 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt einfach insgesamt nicht genügend Jobs. Darüber hinaus einen
    > schleichenden Reallohnverlust breiter Schichten und immer mehr
    > Niedriglohnjobs

    Das ist der Effekt der Globalisierung, zu dem der Westen bis heute keine
    Antwort kennt, außer Geldverschiebung von unten nach oben.

    Dazu kommt noch eine technologische Weiterentwicklung, die in den
    nächsten 20-30 Jahren nochmal Millionen von "Mittelstandsjobs" entfernen
    wird. Die jetzigen niedrigen Arbeitsmarktzahlen kommen im Prinzip von
    dem Fakt, dass man praktisch eine ganze Masse von Leuten zu defakto
    "Freiberuflern" gemacht hat, die über ihre Zeitarbeitsfirma bei mehreren
    Firmen arbeiten. Da macht eben einer den Job den vorher drei oder vier
    gemacht haben.

    Aus dieser technologischen-preisoptimierungs Spirale gibt es kein entkommen,
    weil die Technik immer besser wird *und* die Leute mit immer weniger immer
    günstiger einkaufen wollen. Das schaukelt sich ständig "runter".

    Der Bruch des Systems wird lange auf sich warten lassen. Durch ein kleines, aber endloses "Überlebensminimum" wird niemand Argumentativ einen Bürgerkrieg
    beginnen. Durch Mechanismen wie "Aufstockung" wird man eine Änderung des System noch problemlos 20 Jahre verhindern können. Bezahlt wird das durch die
    Schulden in die Zukunft, da soll die Eu-Politik nichts von Schuldenbremse verkaufen.

    Das ändert aber alles nichts, dass die Leute gelernt haben (und noch mehr lernen müssen), dass Ausbildung, Jobwahl und Lebensort sehr wohl entscheidend sind für eine potentiell bessere Lebensqualität. Das System braucht einfach Leute, die sich
    nicht von solchen Details wie Nagen am Hungertuch und unbezahlte Überstunden stören lassen, um ein eingebildetes "sicheres" Leben am Minimum zu haben.

    Genau daraus zieht das System ja sein Sklavenheer. Aus dieser Illusion. Was würde denn passieren, wenn morgen alle Zeitarbeiter 5¤ mehr die Stunde verlangen und einfach nicht zur Arbeit gehen? Foxconn ist überall. Nur die scheinen sich gelegentlich tatsächlich global wirksam zu wehren.

  9. Re: Bevor sich hier wieder alle künstlich aufregen...

    Autor: ChMu 18.02.12 - 14:03

    SoniX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kenne die genauen Zahlen auch nicht aber "Kein Urlaubs und
    > Weihnachtsgeld" und "Kein Einzelhandelstarif" reicht mir vollkommen. Ich
    > würde umgehend kündigen wenn ich dort angestellt wäre.
    Du haettest dann aber auch nicht in der Schlange gestanden, um den Job ueberhaupt zu bekommen. Komischerweise kann sich Apple vor Bewerbungen nicht retten wenn ein neuer Store aufmacht.
    Dazu kommt, das pro Store Massen von Leuten dort arbeiten, ganz im Gegensatz zu den anderen "Fachmaerkten" dessen paar Mitarbeiter zwar uU Tariflohn bekommen, und Urlaubs und Weihnachtsgeld, am Ende aber weniger nach Hause bringen.
    Warum?
    Wie schon im Artikel geschrieben, funktioniert die Bezahlung bei Apple etwas anders, mehr "Americanisch" also geringes Grundgehalt (Minimum wage) und Provisionen. Arbeitet man also, kann man sehr gutes Geld verdienen, meint man, fuer Anwesenheit bezahlt zu werden (wie ich es in deutschen Geschaeften immer wieder erlebe "Service" ist ein totales Fremdwort) ist halt Ebbe am Zahltag.

    Mir als Kunde ist Apples Methode lieber, ich spreche mit Leuten, welche mir im Zweifel eine Frage sogar beantworten koennen, sie kuemmern sich naemlich um ihr Themengebiet (als abschreckendes Beispiel im Mediamarkt der Kistenschieber der gestern noch Kinderschuhe "verkauft" hat und heute eben Flachbildfernseher) und sie sind ansprechbar (man kann ja Geld verdienen) und nicht wie anderswo mit der Standard Floskel "mein Kollege bedient sie dann, irgendwann" unterwegs.

    Tarifloehne, nicht verdiente Sonderzahlungen fuer Urlaub oder Weihnachten, also Dinge welche alle Motivation oder auch Kreativitaet wegnehmen (und natuerlich etliche Arbeitsplaetze kostet) da man sein Geld ja eh bekommt, egal was man macht, werden langfristig ganz einfach dazu fuehren, das Apple eben weniger Leute beschaeftigt, die sich dann mehr abmuehen muessen in ihrer Probezeit bis sie "leider" nicht uebernommen werden da ja schon die naechsten Praktikannten warten.

    Die Produktion haben die Gewerkschaften ja erfolgreich aus Deutschland verbannt, mal sehen wie lange sie fuer den Retail Sektor brauchen bis es nur noch Mega Store Konglomerate mit Einheitsware gibt und sonst alles online abgeht.

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