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Problem: Überqualifikation

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  1. Problem: Überqualifikation

    Autor: twothe 14.01.20 - 13:15

    Klingt komisch, gibts aber leider sehr häufig. Es gibt einige Bereiche in denen ich sehr gut bin und Leuten die nicht so fit in dem Bereich sind nicht nur vom Wissensstand, sondern auch von der Methodik weit voraus bin. Jetzt sollte man ja meinen das sich so eine Firma denkt: "Mensch, endlich mal einer der so richtig Ahnung von dem Thema hat!" aber leider erlebe ich oft das Gegenteil.

    Da kommen mir Kollegen mit Methoden aus der "Steinzeit," was mir persönlich egal wäre, ich beantworte ja gerne Fragen aber dränge niemandem meine Ideen auf, aber leider drängt man mir dann immer die schlechten Methoden auf. "Das machen wir hier so nicht!" höre ich viel zu oft und denk mir: Ja, ich kann mir auf die Hände auf den Rücken binden und mit der Nase tippen, aber sinnvoll ist das nicht! Ab da gibt es dann eigentlich immer nur 2 Wege: entweder man bittet mich meine Methoden doch mal vorzustellen, was praktisch immer damit endet dass man _nicht_ bereit ist diese auch mal auszuprobieren und man mich als ahnungslosen Stümper hinstellt, oder ich demonstriere durch Ergebnisse wie viel besser diese Methoden eigentlich funktionieren, und daraufhin werden einige Kollegen aus Neid und Angst um ihren Job sauer.

    Es gab bisher nur 2 Firmen in denen ein Arbeitsklima vorherrschte, wo die Leute grundsätzlich davon ausgegangen sind das sie nicht alles können und wissen, wo man sich meine Ideen neutral angeguckt und größtenteils übernommen hat (und mir dann im Gegenzug auch noch einiges zur Verbesserung beigebracht hat). Dieses eigentlich völlig sinnvolle Verhalten ist aber hierzulande die absolute Ausnahme. Die Firmen fahren lieber mit Schwung in den Abgrund als sich auch nur 1cm zu bewegen wenn man Fehler zugeben müsste. Um beim Vergleich Fußball zu bleiben: wenn man einen Nationalspieler in ein Kreisliga-Team holt dann aber statt von ihm zu lernen ihm erzählt er würde alles falsch machen, die Kreisligisten hätten viel mehr Ahnung, dann wird der irgendwann sagen: "Wenn ihr sowieso alles besser wisst, warum bin ich dann hier?" und wird wieder zurück in die Bundesliga gehen, und die wenig guten werden ihm folgen.

  2. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: flow77 14.01.20 - 13:37

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klingt komisch, gibts aber leider sehr häufig. Es gibt einige Bereiche in
    > denen ich sehr gut bin und Leuten die nicht so fit in dem Bereich sind
    > nicht nur vom Wissensstand, sondern auch von der Methodik weit voraus bin.
    > Jetzt sollte man ja meinen das sich so eine Firma denkt: "Mensch, endlich
    > mal einer der so richtig Ahnung von dem Thema hat!" aber leider erlebe ich
    > oft das Gegenteil.
    >
    > Da kommen mir Kollegen mit Methoden aus der "Steinzeit," was mir persönlich
    > egal wäre, ich beantworte ja gerne Fragen aber dränge niemandem meine Ideen
    > auf, aber leider drängt man mir dann immer die schlechten Methoden auf.
    > "Das machen wir hier so nicht!" höre ich viel zu oft und denk mir: Ja, ich
    > kann mir auf die Hände auf den Rücken binden und mit der Nase tippen, aber
    > sinnvoll ist das nicht! Ab da gibt es dann eigentlich immer nur 2 Wege:
    > entweder man bittet mich meine Methoden doch mal vorzustellen, was
    > praktisch immer damit endet dass man _nicht_ bereit ist diese auch mal
    > auszuprobieren und man mich als ahnungslosen Stümper hinstellt, oder ich
    > demonstriere durch Ergebnisse wie viel besser diese Methoden eigentlich
    > funktionieren, und daraufhin werden einige Kollegen aus Neid und Angst um
    > ihren Job sauer.
    >
    > Es gab bisher nur 2 Firmen in denen ein Arbeitsklima vorherrschte, wo die
    > Leute grundsätzlich davon ausgegangen sind das sie nicht alles können und
    > wissen, wo man sich meine Ideen neutral angeguckt und größtenteils
    > übernommen hat (und mir dann im Gegenzug auch noch einiges zur Verbesserung
    > beigebracht hat). Dieses eigentlich völlig sinnvolle Verhalten ist aber
    > hierzulande die absolute Ausnahme. Die Firmen fahren lieber mit Schwung in
    > den Abgrund als sich auch nur 1cm zu bewegen wenn man Fehler zugeben
    > müsste. Um beim Vergleich Fußball zu bleiben: wenn man einen
    > Nationalspieler in ein Kreisliga-Team holt dann aber statt von ihm zu
    > lernen ihm erzählt er würde alles falsch machen, die Kreisligisten hätten
    > viel mehr Ahnung, dann wird der irgendwann sagen: "Wenn ihr sowieso alles
    > besser wisst, warum bin ich dann hier?" und wird wieder zurück in die
    > Bundesliga gehen, und die wenig guten werden ihm folgen.

    Schuld haben hier meist die Angestellten aus meiner Erfahrung.

    Ich habe viele Jahre als IT-Berater und CTO gearbeitet und wurde unter anderem in Firmen geholt um Prozesse zu optimieren. Dabei aber nicht mit der Brechstange, sondern einfach nur neutral aufgelistet was man verbessern kann.
    Aber selbst so banale Dinge wie ein Build-Prozess aufzusetzen, damit ein Release nicht Stunden benötigt, wurden vehement von den Angestellten nicht akzeptiert bzw. sogar absichtlich blockiert.
    Oder eine Umstellung von von SVN nach GIT, oder ein banales Rechtesystem damit nur die Leute die dafür verantwortlich sind auf bestimmte Ressourcen Zugriff haben.

  3. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: mastermind187 14.01.20 - 14:24

    Aber wie kann man das durchbrechen?

    So etwas führt ja zu absurden Situationen. Vor ein paar Jahren war ich mal in einer Maßnahme vom Amt. Da erzählte der Trainer, der auch 1 zu 1 Coachings anbot, von der Situation mit einer jungen Krankenschwester. Trotz Bestnoten und vielen Zusatzqualifikationen bekam Sie keine Stelle. Sie machte sich dann sogar die Mühe Ihre Bewerbung immer aufwendiger zu gestalten, mit teuren Papier usw.
    Durch seine Coachings kannte er viele Personaler und Vorgesetzte und hatte dann einfach mal direkt nach gefragt. Der Grund für Ihre Ablehnung waren die anderen Krankenschwestern. Die meisten Chefs hier in der Region geben die Mappen einfach zu Ihren Mitarbeitern durch, damit die selber entscheiden können, wer zu Ihrem Team gehört. Da Sie sehr gute Noten hatte und laut Aussage des Trainers auch sehr attraktiv war, wurde Sie immer abgelehnt. Die anderen Schwestern waren offenbar neidisch und fühlten sich bedroht.

    Anderes Beispiel:
    In dem Rathaus wo vor ein paar Jahren gearbeitet habe sollten die Drucker getauscht werden. Statt in jedem Büro ein Drucker, sollte es nur noch einen zentralen Drucker pro Etage geben. Inklusive Rahmenvertrag usw.
    Die Leute kamen nachher sogar mit ärztlichen Attesten an.


    In beiden Fällen brauchst du einen Chef der das mit der Brechstange notfalls durchdrückt. Sonst wüsste ich ehrlich keine andereren Möglichkeiten.

  4. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: twothe 14.01.20 - 14:52

    mastermind187 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber wie kann man das durchbrechen?

    An der Frage knusper ich auch schon seit Jahren. Ich hab inzwischen wirklich alles probiert, von Harter Hand bis zu zuckersüßer Freundlichkeit und alles dazwischen, nichts davon funktioniert. Es gibt einfach immer ein oder zwei Leute die kein Interesse an der Firma oder am Erfolg anderer haben, die schlicht und ergreifend nur ihren eigenen Erfolg sehen und dafür bereit sind nicht nur über Leichen zu gehen, sondern auf Grund offensichtlicher Übung auch erheblich geschickter sind Intrigen einzufädeln. Wenn man also nicht gerade ein Mastermind für intrigante Hinterrücks-Aktionen ist (oder schlicht keiner sein möchte), dann wird man immer gegen solche verlieren.

    > In beiden Fällen brauchst du einen Chef der das mit der Brechstange
    > notfalls durchdrückt. Sonst wüsste ich ehrlich keine andereren
    > Möglichkeiten.

    Hatte ich tatsächlich mal, der ist dann ebenfalls unter massiven Beschuss geraten und musste das in die höchsten Chefetagen eskalieren um nicht zu ertrinken. Die haben dann auf die Zahlen geguckt und festgestellt das mein Team und mein Chef extrem erfolgreich war mit den Methoden und haben erkannt warum der Rest rebelliert.

    Da kam es dann mit Rückenwind von der höchsten Chefetage aber trotzdem zu Situationen die ich nie vergessen werde: da hat der oberste Chef vom Laden dem Gegenüber klare Anweisungen gegeben statt gegen mich mit mir zusammen zu arbeiten, und ich habe mich sogar bereit erklärt dem Gegenüber gerne auch das ganze erfolgreiche Projekt zu übergeben wenn das für Ruhe sorgt, aber der war so besessen davon mich los zu werden, dass er lieber seine Kündigung in Kauf genommen hat als auch nur ein Fitzelchen zuzugeben das ich möglicherweise im entferntesten Recht gehabt haben könnte. Er wurde dann auch daraufhin entlassen. Das jemand sich so sehr in den Wahn rein steigert selbst keine Fehler gemacht zu haben, nur alle anderen, das ist mir bis heute unbegreiflich.

  5. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: MaryAngel 14.01.20 - 15:10

    Unterschreibe ich mit, in eine neue Abteilung und gleich konstruktive Vorschläge machen? DAs Unternehmen hätte ich gerne, in dem das willkommen ist und die Mitarbeiter so reflektiert und gut drauf sind!

  6. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: Fettoni 14.01.20 - 16:49

    Grundsätzlich unterschreibe ich die Aussage schon, allerdings ist das in der Praxis weitaus komplexer, als hier dargestellt.

    Wir haben in unserer Firma eine relativ hohe Fluktuation, deshalb kann ich da durchaus aus Erfahrung berichten.
    Grundsätzlich haben wir eine Entwicklungsmannschaft, die meiner Meinung nach sehr wohl offen für Vorschläge ist. Ein neuer Kollege hatte uns das auch mal attestiert und gemeint, dass er überrascht ist, dass wir nicht gleich gegen alle Vorschläge sind, sondern konstruktiv darüber diskutieren.
    Dazu muss man sagen, dass unsere Leute auch viele gute Vorschläge haben, bei denen einfach oft die Zeit für die Umsetzung nicht gewährt wird.

    Ich will mal ein paar Situationen beschreiben, die ich hier erlebt habe.

    Ein neuer Kollege kam, hatte gute Vorschläge, einige davon haben wir umgesetzt und sind bis heute zufrieden damit. Der Kollege hat aber relativ schnell gemerkt, dass wir auch selbst gute Punkte auf der Agenda hatten, zu deren Umsetzung wir nie gekommen sind. Das Ende vom Lied war, dass der Kollege die Firma verlassen hat, weil er gemerkt hat, dass Dinge nicht so schnell umgesetzt werden, wie er das erwartet hat (was nicht an den Entwicklern lag).

    Ein neuer Kollege kam, hatte keine guten Vorschläge, meinte aber von sich der beste und tollste zu sein. Der Kollege blieb leider mehrere Jahre im Unternehmen und hat immer gestänkert, weil keiner seine altbackenen Methoden umsetzen wollte (zum Teil wäre das auch ein Rückgängigmachen der Vorschläge des ersten Kollegen gewesen).

    Zwei neue Kollegen kamen, beide waren in ihren vorherigen Firmen Architekten. Beide waren nicht direkt an einer Teamarbeit interessiert, hatten aber teils gute Vorschläge, die wir umgesetzt haben und teils schlechte Vorschläge, bei denen sie sich gekränkt fühlten, wenn sie nicht umgesetzt wurden (weil sie, und ich zitiere, "mehr Berufserfahrung haben"). Die beiden hatten eine sehr herablassende Art und es war auffällig, dass sie hier genau so arbeiten wollten, wie sie es in Ihren vorherigen Firmen getan hatten. Das passte halt Teilweise nicht zu unserer Software. Letzten Endes sind zum Glück beide nicht mehr in der Firma (aber aus anderen Gründen). Trotzdem hab ich auch von den beiden einiges gelernt.

    Ein neuer Kollege kam, hatte gute Vorschläge, die Umgesetzt wurden und schlechte Vorschläge, die nicht umgesetzt wurde. Der Kollege ist noch da und ich hoffe er bleibt.

    Bei all dem fand ich es immer schade, dass viele der Vorschläge, die letzten Endes umgesetzt wurden, auch vorher schon im Team diskutiert wurden. Es hat aber leider oft mehr Gewicht beim Mangagment, wenn ein externer Berater oder ein neuer und teurer Mitarbeiter das ganze bestätigt. Das kommt beim Team allgemein auch nicht gut an.

    Was ich eigentlich sagen will ist, dass es auch auf die Person ankommt, ob ein Team offene Ohren hat. Kann ja sein, dass die Vorschläge nicht so gut sind, wie mancher denkt, der sich über die geschlossenen Ohren von Entwicklern beschwert ;)
    Oder man ist tatsächlich so gut und muss an seinen sozialen Kompetenzen arbeiten.
    Oder das Team ist tatsächlich nicht gut.
    Oder das Management ist schuld an der Blockade.
    Oder oder oder.

  7. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: twothe 14.01.20 - 17:27

    Die Medaille hat natürlich immer mehrere Seiten.

    Ich persönlich habe keinerlei Leidenschaft für meine Methoden, ich benutze sie ausschließlich nur weil sie sich bewährt haben. Für mich zählt dann auch nur, was am Ende des Tages zu mehr Produktivität geführt hat. Wenn jemand Verbesserungsvorschläge an meinen Methoden hat oder Kritik dann höre ich zu, wenn es nicht offensichtlicher Unsinn ist, dann probier ich das aus, und wenns besser ist, dann passe ich mich an, wenn nicht, dann nicht.

    Es gibt dann aber auch Leute die jammern rum weil man ihre Methoden nicht benutzen will, oder sind traurig weil meine Methoden besser sind und jammern deswegen rum. Oder sie jammern einfach generell weil ich produktiver bin, anstatt einfach zu fragen warum. Oder, oder, oder...

  8. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: Trockenobst 14.01.20 - 18:01

    mastermind187 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber wie kann man das durchbrechen?
    >,,,
    > In beiden Fällen brauchst du einen Chef der das mit der Brechstange
    > notfalls durchdrückt. Sonst wüsste ich ehrlich keine andereren Möglichkeiten.

    Im Arbeitsrecht gibt es Arbeitsanweisungen. Die werden durch gewerkschaftliche oder firmeninterne Vorgaben festgelegt. In einer größeren Firma hat man dafür die Personalabteilung.
    Das hat nichts mit Durchdrücken zu tun, sondern das sind die Regeln an die sich alle halten müssen.

    Zum Beispiel: jeden Abend gibt es einen Build. Das Team hat zwei Monate Zeit, diesen täglichen Build zu liefern. Jetzt kann natürlich jeder im Team diskutieren, wer die Stunde noch bleibt um den Build manuell anzustoßen. Wer muss seine Kinder vom Kindergarten holen? Wer muss Abends zum Kegeln?

    So, jetzt gibt es eine Lösung. Automatisierung. Der Build ist optimiert, braucht nur 15 Minuten, weil er alle 15 Minuten durchläuft. Um 16:30 schaut man nach, nichts eingecheckt. Alle gehen nach Hause. Wer aber unbedingt um 16:30 eine Stunde sitzen will, darf das natürlich im Abstimmung mit dem Team so machen.

    Das ist aber nur die 1 von 100 neuen Vorgaben. Die Zeiten stapeln sich. Die Prozesse werden immer länger. Aus 17:30 wird 18:00. Dann 19:00. Wer Vorgaben ignoriert, bekommt nach dem Arbeitsrecht in Deutschland/EU die Chance, zu erklären warum er diese Vorgaben nicht machen will. Arbeitsverweigerung ist kein Grund. Nach drei Monaten wird eine arbeitsrechtliche Abmahnung angedeutet. Wer Dritte hat und diese gültig ist, wird übrigens gefeuert.

    Das sind keine Kegelvereine oder Spassprojekte. Jemand hat den Hut auf, jemand zahlt das Gehalt und wer das Bier beschafft bestimmt welche Musik gespielt wird. Ich hatte dieses Problem noch nie, denn wenn man deutlich die Regeln und Bedingungen vorgibt, und sehr deutlich macht das der Zug längst den Bahnhof verlassen hat, drehen sich die Ablehnungen schnell um 180 Grad.

    Solange es für jeden Anforderung mindestens eine klare, umsetzbare Lösung gibt, hat man nur zwei Optionen: es umsetzen oder gehen. Und ich habe den einen oder anderen dann gehen sehen.

  9. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: Trockenobst 14.01.20 - 18:29

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt dann aber auch Leute die jammern rum weil man ihre Methoden nicht

    Wir hatten ein Großprojekt und 40% der Entwickler wollte wegen Codequalität eine Schicht in der Logik einführen, die auch immens beim Testing geholfen hätte.

    Der Chefentwickler hat sich dagegen gewehrt. Eigenes tolles Testframework. 40% waren fertig, aber man merkte schon das dies nichts wird. Am Ende kamen zu viele Tests die damit nicht umsetzbar waren. Als die Kacke kurz vom Explodieren war, hatte der Chefentwickler "plötzlich" Burnout.

    In einer Monsteraktion haben wir mit Weekends und so das alles wieder gerade gebogen. Bamm. Der "angeblich" gekündigte Chefentwickler war urplötzlich nicht mehr im Burnout. Über seinen Pfusch wollte keiner reden, aber hat in Meetings angedeutet, dass die Umstellung seine Idee gewesen ist.

    WTF! Wir sind am nächsten Tag zum PL, in zwei Wochen sind 12 Leute weg, warum ist dieser Idiot wieder da. Er natürlich uneinsichtig, hat keinen Fehler gemacht, bla. Der Firmen CIO hat ihn gefragt, ob er hier unterschreibt das er ohne die 12 Leute die Termine halten kann. Er hat sich raus gewunden. Er wurde dann zu einem anderem Team geschickt, bis er Aufgab und ging.

    Das war auch das erste Mal das ich erlebt habe, das eine Firma nicht beliebige 100.000¤ für einen Mitarbeiter raus ballert, der einfach Null Interesse hatte zuzuhören und mehr Energie darauf verschwendet alle zu nerven, sich gegen alles zu stemmen und das Projekt zu schädigen.

  10. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: SoD 14.01.20 - 20:55

    Das sind Kämpfe die ausgefochten werden, das kann man sich nicht vorstellen.
    Als ich die Team- und Projektleitung übernommen habe, dachten die anderen Entwickler ich drehe nur noch Däumchen, dabei hat sich beim Stresspegel verdreifacht und schuld waren hauptsächlich die anderen Entwickler.
    Entwicklungsprozess optimieren, allgemein Prozesse definieren, Umstellung von SVN auf GIT, Aufbau einer CI/CD Pipeline... habe ich auch schon alles hinter mir. Und dann noch immer schön aufpassen, dass man die Leute nicht demotiviert und im Jahresgespräch noch in die richtige Richtung ködert.

  11. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: twothe 14.01.20 - 23:53

    Es ist zumindest schön zu lesen das ich nicht alleine mit dem Problem dar stehe. ;)

    Teamleitung ist auch so ein Punkt: da ich häufiger als Teamleiter gearbeitet habe, habe ich mir in meiner Freizeit die nötige Literatur - Psychologie, Führungsmethoden, usw - rein gezogen und ein bisschen experimentiert, bis ich an einem Punkt war wo ich es geschafft habe, dass die Leute in meinem Team im Regelfall gute Laune haben und gerne in dem Team arbeiten. Was ich persönlich nicht nur wichtig finde, sondern nebenbei auch deutlich die Produktivität erhöht, wenn die Leute Lust auf ihre Arbeit haben.

    Wer Informatiker kennt weiß, dass die manchmal etwas kautzig sind, d.h. bestimmte Ideen habe ich auf genau diese angepasst, und im Regelfall funktioniert es. Aber dann stehe ich vor einem IT-Chef, der zwar was die IT angeht fachlich fit ist und man ihm seine IT-Methoden verständlich erklären kann, was soziale Interaktion angeht aber eher nicht so. Ich bin dann daran verzweifelt solchen Leuten zu erklären welche psychologischen Gründe mein Handeln hat, aber da das keine Mathematische Gleichung war, hätte ich auch gleich Chinesisch reden können, das hätte keinen Unterschied beim Verständnis gemacht. Ende vom Lied nachdem ich die Teamführung abgeben musste: Mitarbeiter wieder unglücklich und deutlich unproduktiver, ich Augen Rollend in woanders.

  12. Re: Problem: Überqualifikation

    Autor: SoD 15.01.20 - 09:16

    twothe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ich Augen Rollend in woanders.

    Ja sowas hatte ich auch vor, wobei bei uns die ganze Entwicklung ins Ausland verlagert wurde.
    Jetzt stelle ich fest, der Markt will solche Leute wie mich nicht haben....

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