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Typisch Einzelhandel
Autor: Filius 29.05.16 - 13:24
Ich möchte diese Praktiken nicht in Schutz nehmen, ganz im Gegenteil prangere ich diese an. Aber das ist jetzt nichts Apple spezifisches, so geht es mittlerweile leider fast überall im Einzelhandel größerer Ketten zu.
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Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Niaxa 29.05.16 - 13:48
Naja man muss bei Ketten aber auch die Größe sehen. Ab einer gewissen Größe und ausreichend Investoren, Aktionären etc. ist ein Unternehmen eben auch oft gezwungen solche Praktiken zu fahren. Der Druck kommt von den Geldgebern und Anteilshabern und da muss man immer neue Wege des Verkaufes, egal wie wiederwärtig das sein mag, finden. Andernfalls springen Investoren eben ab, Aktionäre verramschen ihre Anteile und die Firma geht den Bach runter. Das kostet am Ende wieder Arbeitsplätze und trifft auch am meisten die Menschen, die eben als z.B. Verkäufer kein Polster haben um schnell mal ein paar Monate finanziell überbrücken zu können.
Übersicht über solch große Unternehmen geht auch schnell verlohren, wodurch man auch schnell Regularien schaffen muss um Umsatz zu garantieren. Oft ist es einfach nicht mehr möglich, den Faktor Mensch zu berücksichtigen. Was jetzt nicht heisen soll, das dies gut ist. Aber so funktionieren Megaunternehmen eben. Der Vorstand diskutiert hier eben nicht über den kleinen Lagerist, sondern über Zahlen und die müssen hier stimmen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.05.16 13:50 durch Niaxa. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Eheran 29.05.16 - 13:54
Wieviele Millarden Barreserven hat Apple noch gleich?
Wie viel Gewinn wirft jedes der Produkte ab?
Da sollte man doch meinen dass solche Praktiken absolut unnötig sind. Soetwas sollte man nicht tollerieren. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Niaxa 29.05.16 - 13:57
Kommt drauf an, wir wissen schließlich nicht, wieviele Wasserköpfe da dazwischen sitzen und versorgt werden müssen. Die können im schlimmsten Fall, ganz schnell solche Reserven auffressen. Wie gesagt, alles keine gute Sache, aber viele Unternehmen, haben genau dieses selbst geschaffene Problem.
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Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Eheran 29.05.16 - 14:06
100 Milliarden Reserven für ihre 110'000 Mitarbeiter macht über zehn(!) Jahre 7500$ pro Person und Monat.
>Die können im schlimmsten Fall, ganz schnell solche Reserven auffressen.
Also GANZ sicher nicht. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: JTR 29.05.16 - 15:26
Da fährst du mit technisch versierten Kunden aber voll an die Wand. Ich bestimme als Kunde wie ein Verkaufsgespräch läuft und ich äussere das absolut direkt wenn mir das nicht passt, denn ich habe das Geld was sie gerne hätten und bin daher König Kunde. Wer das nicht einsieht, sieht mich nicht als Kunde. Für solche Verkaufspraktiken, bin ich der Horror Kunde, weil ich sogar direkt ins Gesicht sage: "sie lügen mich an!". Das ist für das Gegenüber sehr hart, allen voran wenn er weiss dass ich Recht habe.
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Re: Typisch Einzelhandel
Autor: motzerator 29.05.16 - 15:49
JTR schrieb:
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> Da fährst du mit technisch versierten Kunden aber voll an die
> Wand. Ich bestimme als Kunde wie ein Verkaufsgespräch läuft
Du glaubst also, das ein geschulter Verkäufer nicht weis, wie man
mit einem "informierten Kunden" umzugehen hat?
Tip: Ihm einfach kurz und bündig das geben, was er haben will.
Die Überzeugungskraft spart man sich einfach für den nächsten
Kunden auf. Hier gilt es, Fragen zu beantworten und schnell zum
Punkt zu kommen.
Wenn der "informierte Kunde" etwas nicht haben will, wird man
ihn auch mit sehr viel Aufwand nicht dazu überreden können. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: thorsten thorben kai uwe 29.05.16 - 16:48
Bitte ein Video :-)
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Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Bautz 29.05.16 - 16:57
Wobei ich sagen muss, als ich das im Apple-Store mal geteste habe, waren sie 100% ehrlich. "Nein, kann es nicht" "Brauchen Sie das wirklich?" "Davon habe ich noch nichts gehört".
Er hat mir dann gesteckt dass er privat ein Windows Phone hat. Fand ich zumindest recht sympathisch.
Im Mediamarkt verstecken sich die Verkäufer ja immer sehr professionell (besser können das nur Baumarkt-Mitarbeiter). Gut, inzwischen laufen da leute von Samsung und LG rum, die versuchen ihren Kram loszuwerden. Die wollen dann meist auch nciht verstehen, dass ich von Samsung maximal Waschmaschinen oder Containerschiffe kaufen würde, und von LG ... hm, vielleicht noch ne 99¤-Mikrowelle, da kann man nicht so viel falsch machen. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: a.ehrenforth 29.05.16 - 17:45
JTR schrieb:
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> Da fährst du mit technisch versierten Kunden aber voll an die Wand. Ich
> bestimme als Kunde wie ein Verkaufsgespräch läuft und ich äussere das
> absolut direkt wenn mir das nicht passt, denn ich habe das Geld was sie
> gerne hätten und bin daher König Kunde. Wer das nicht einsieht, sieht mich
> nicht als Kunde. Für solche Verkaufspraktiken, bin ich der Horror Kunde,
> weil ich sogar direkt ins Gesicht sage: "sie lügen mich an!". Das ist für
> das Gegenüber sehr hart, allen voran wenn er weiss dass ich Recht habe.
Der informierte Kunde geht doch höchstens zum ausprobieren oder aus Spaß an der Freud in den Laden. Ansonsten kauft er, wo es am günstigsten ist.
Zum anderen, ein guter Verkäufer weiß mit verschiedensten Kundentypen umzugehen. Nur, das ist die Krux bei vielen Einzelhändler, es gibt ja fast keine guten Verkäufer mehr, da die Einzelhändler mehr wert auf billige Arbeitskräfte legen, als auf Kompetenz. Was wiederum dazu führt, dass die Kunden sich selber informieren, dann nicht mehr zum Einzelhändler gehen und der Einzelhändler wieder meint, er muß noch mehr am Vertriebspersonal sparen.
Ansonsten hat motzerator Recht.
Gruß
Andi -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: DrWatson 29.05.16 - 21:45
Eheran schrieb:
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> Da sollte man doch meinen dass solche Praktiken absolut unnötig sind.
> Soetwas sollte man nicht tollerieren.
Nein, das hängt einfach mit der Unternehmensgröße zusammen.
Ab einer Bestimmten Mitarbeiterzahl tendieren Angestellte dazu nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen und eigennütziger zu werden.
Deshalb tendieren große Unternehmen dazu bürokratischer zu werden und ihrer Mitarbeiter stärker zu überwachen.
Bei einem kleinen Unternehmen mit 40 Mitarbeitern, wo der Chef ständig alles selbst im Auge behält ist das nicht nötig. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Anonymer Nutzer 29.05.16 - 22:13
In deinen Träumen, oder wenn du jemand frisch von der Einschulung erwischt, ein guter Verkäufer und ein überheblicher Kunde ich kenn' das Geschäft ich weiß wer da als Verlierer vom Acker geht ;-)
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Re: Typisch Einzelhandel
Autor: plutoniumsulfat 29.05.16 - 23:15
Amazon....Containerschiff Samsung....in den Warenkorb...zur Ka...ach ne, lieber mit Nachnahme versenden, nicht, dass man das wieder bei der Post abholen muss...zur Kasse....bezahlen und schon ist man in zwei Tagen fröhlicher Besitzer einer ISO-Transport-Yacht ;)
1 mal bearbeitet, zuletzt am 29.05.16 23:16 durch plutoniumsulfat. -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Poolk 30.05.16 - 21:46
JTR schrieb:
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> Da fährst du mit technisch versierten Kunden aber voll an die Wand. Ich
> bestimme als Kunde wie ein Verkaufsgespräch läuft und ich äussere das
> absolut direkt wenn mir das nicht passt, denn ich habe das Geld was sie
> gerne hätten und bin daher König Kunde. Wer das nicht einsieht, sieht mich
> nicht als Kunde. Für solche Verkaufspraktiken, bin ich der Horror Kunde,
> weil ich sogar direkt ins Gesicht sage: "sie lügen mich an!". Das ist für
> das Gegenüber sehr hart, allen voran wenn er weiss dass ich Recht habe.
Ein versierter Verkäufer, merkt schon ab deinem ersten Satz wie er mit dir umzugehen hat, damit du das Gefühl hast die Kontrolle über das Gespräch zu haben. Ein guter Verkäufer ist auch nichts negatives für den Kunden und dreht ihm etwas an was er nicht braucht. Er sieht den Kunden mit all seinen Bedürfnissen und versucht möglichst viele davon mit den von ihm verkauften Produkten zu befriedigen.
Aber leider gibt es heute tatsächliche immer mehr von den Deppen welche x mal an ein Päckchen zurücksenden und auf das neue warten und hin und her ihr Zeit verschwenden anstatt schon beim ersten mal eine richtige Beratung in Anspruch zu nehmen und dabei ein wenig mehr zu bezahlen.
Gerade in Deutschland und in gewissen Kundensegmenten ist man ja sogar der Depp wenn man ein Produkt für einen etwas höheren Preis gekauft hat und dafür gute Beratung erhalten hat oder keine 20km fahren oder 3 Tage warten musste.
Noch was zur Preiswarnehmung (jetzt kommt aber keine Preisschwelle):
V1:
Du möchtest ein neues Produkt haben für welches du keine Beratung benötigst.
Das Produkt kostet 650m von dir entfern im Fachhandel 190 Euro. Im Schnäppchenladen welcher 35km weit entfernt ist kostet das gleiche Produkt 99 Euro.
Nimmst du die Fahrt auf dich?
V2:
Du möchtest ein neues Produkt haben für welches du keine Beratung benötigst.
Das Produkt kostet 650m von dir entfern im Fachhandel 5900 Euro. Im Schnäppchenladen welcher 35km weit entfernt ist kostet das gleiche Produkt 5800 Euro.
Nimmst du die Fahrt auf dich?
Du wirst jetzt bei beiden ja sagen, da du den entscheidenden Punkt siehst und bemerkst auf was ich hinaus möchte. Aber was denkst du wie viele Menschen (auch du!) hier ohne eine solche Vergleichsmöglichkeit aufgrund geringen prozentualen Unterschiedes den weiteren Weg ablehnen? -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: .02 Cents 31.05.16 - 12:54
Ich verstehe gar nicht was "diese Praktiken", die so verwerflich sind, wirklich sein sollen ...
Ich habe im Artikel nicht gefunden, wo diese Story angesiedelt ist. In den USA ist es in einfachen Dienstleistungsbereich - das heisst un- oder angelernte Tätigkeiten im Verkauf, Logistik etc - durchaus üblich, dass sehr viel auf Aushilfsbasis gearbeitet wird. Die gesamte Fastfood Industrie und der Einzelhandel sind auf Schüler und Studenten Aushilfen angewiesen. Entsprechend hoch ist dort die Fluktuation - meist nennt sich derjenige, der Schlüssel zum Abschliessen der Filiale bekommt schon Manager o.ä. auch wenn dort pro Schicht weniger als 2 Personen Vollzeit arbeiten. Das beinhaltet aber sicher keinen Gehaltssprung, und im mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal Krankenversicherung o.ä. und das heisst auch noch lange nicht, dass es einen automatischen Schritt gibt in Richtung eines Regional Managers o.ä.
Wenn Apple das in den USA anders macht, dann muss man diese Beobachtungen auch vor dem Hintergrund sehen.
Geht es um Beobachtungen in Deutschland, frage ich mich schon, was der Unterschied zum Discounter sein soll. Aufgabe und Rolle sind sicher eine andere, denn Service im Geiz ist Geil Land in diesem Bereich heisst in erster Linie Regale auffüllen - aber ich kann mir auch kaum vorstellen, dass eine Tätigkeit als Verkäufer im deutschen Einzelhandel der gerade Weg zur Karriere in der jeweiligen Konzernverwaltung sein soll ... -
Re: Typisch Einzelhandel
Autor: Anonymer Nutzer 31.05.16 - 17:39
.02 Cents schrieb:
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> Geht es um Beobachtungen in Deutschland, frage ich mich schon, was der
> Unterschied zum Discounter sein soll. Aufgabe und Rolle sind sicher eine
> andere, denn Service im Geiz ist Geil Land in diesem Bereich heisst in
> erster Linie Regale auffüllen - aber ich kann mir auch kaum vorstellen,
> dass eine Tätigkeit als Verkäufer im deutschen Einzelhandel der gerade Weg
> zur Karriere in der jeweiligen Konzernverwaltung sein soll ...
Ja, aber psst.
Apple will alles nur dieses Image nicht.



