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Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

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  1. Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: Fotobar 16.04.21 - 08:45

    Wir sprechen umgangssprachlich von Homeoffice, doch die wenigsten sind wirklich im Homeoffice. Die Rechtslage sieht vor, dass Arbeitgeber einem Arbeitnehmer im Homeoffice alles stellen muss, was, was das arbeiten in einem Büro ermöglicht. Den kompletten Arbeitsplatz und alle Infrastruktur und Peripherie, die das arbeiten ermöglicht.

    Aus diesem Grund werden die Arbeitnehmer idR. offiziell unter "mobiles Arbeiten" geführt (wenn die Arbeitgeber klug sind). Hier ist der Arbeitgeber aus der Schuld befreit, ob der arbeitende zu Hause wirklich einen Arbeitsplatz hat oder ob ihm ein Schreibtisch fehlt. Notebook in die Hand drücken, ggf. LTE Stick dazu und los gehts.

  2. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: smonkey 16.04.21 - 08:53

    Ich arbeite offiziell im Home-Office, musste aber unterschreiben dass ich u.A. für die arbeitsrechtlich ergonomische Gestaltung meines Arbeitsplatzes selbst verantwortlich bin.

  3. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: John2k 16.04.21 - 08:56

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich arbeite offiziell im Home-Office, musste aber unterschreiben dass ich
    > u.A. für die arbeitsrechtlich ergonomische Gestaltung meines Arbeitsplatzes
    > selbst verantwortlich bin.

    Ist das überhaupt rechtens?

  4. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: TrollNo1 16.04.21 - 08:59

    Würde ich stark anzweifeln

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

  5. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: smonkey 16.04.21 - 09:00

    John2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist das überhaupt rechtens?

    Das kann ich nicht beurteilen. Im Zweifelsfall ist in jedem Fall nicht zum Nachteil für mich.

  6. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: Oktavian 16.04.21 - 09:07

    > Wir sprechen umgangssprachlich von Homeoffice, doch die wenigsten sind
    > wirklich im Homeoffice. Die Rechtslage sieht vor, dass Arbeitgeber einem
    > Arbeitnehmer im Homeoffice alles stellen muss, was, was das arbeiten in
    > einem Büro ermöglicht. Den kompletten Arbeitsplatz und alle Infrastruktur
    > und Peripherie, die das arbeiten ermöglicht.

    Im Prinzip ja, aber...

    Das Gesetz kennt den Begriff "Homeoffice" nicht. Der relevante Begriff aus der Arbeitsstättenverordnung ist "Telearbeit" und "Telearbeitsplatz". Man merkt, es atmet die Luft der 80er.

    Siehe Arbeitsstättenverordnung §2 Abs. 7

    Zudem ist es nicht so, dass der AG beim Telearbeitsplatz die Ausstattung bezahlen muss, sondern dadurch, dass der AG die Ausstattung bezahlt, wird ein Arbeitsplatz zuhause zum Telearbeitsplatz. Zudem muss der Telearbeitsplatz arbeitsvertraglich geregelt werden oder es muss eine Betriebsvereinbarung dazu geben.

    Reihenfolge ist also:
    1. Arbeitsvertragliche oder betriebliche Regelung
    2. AN fällt unter diese Regelung
    3. AG richtet den Arbeitsplatz ein
    4. Jetzt haben wir einen Telearbeitsplatz iSd AbrStättV

    Und wenn der AG einem MA einen Telearbeitsplatz einrichtet, dann gelten eben auch verschiedene Punkte der ArbStättV.

    > Aus diesem Grund werden die Arbeitnehmer idR. offiziell unter "mobiles
    > Arbeiten" geführt (wenn die Arbeitgeber klug sind).

    Wie man das Kind nennt, ist völlig egal. In der Juristerei wendet man hier regelmäßig den Ententest an.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ententest
    "Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente."

  7. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: Oktavian 16.04.21 - 09:14

    > > Ich arbeite offiziell im Home-Office, musste aber unterschreiben dass
    > ich
    > > u.A. für die arbeitsrechtlich ergonomische Gestaltung meines
    > Arbeitsplatzes
    > > selbst verantwortlich bin.
    >
    > Ist das überhaupt rechtens?

    Da kommt es sehr drauf an, was genau unterschrieben wurde.

    Der AG kann den AN nicht ins Homeoffice zwingen. Er kann nicht einseitig verlangen, dass der AN Platz zuhause zur Verfügung stellt. Deshalb gab es für Unternehmen auch nur die Pflicht, Homeoffice zu ermöglichen, denn mehr können sie gar nicht. Allerdings kann der AG den AN vor die Wahl stellen, Homeoffice oder Kurzarbeit, wenn er beispielsweise das Bürogebäude ganz schließt. Das ist legal.

    Wenn der AN dann freiwillig ins Homeoffice geht, sollte man regeln, wer was zahlt. Also wer zahlt die Ausstattung, den Strom, die Heizung, etc. Und hier können AN und AG es so regeln, wie sie halt wollen (im Rahmen des Erlaubten im Steuerrecht).

    Wichtig ist, für solch spontan eingerichtete Homeoffices gibt die Arbeitststättenverordnung eh nicht. Die Voraussetzungen kann man in §2 Abs. 7 nachlesen. Ich denke, um diesem häufigen Missverständnis aus dem Weg zu gehen, hat es hier der AG des Vorposters nur noch einmal deutlich formuliert, dass es sich nicht um einen Telearbeitsplatz iSd Gesetzes handelt. Das ist keine vertragliche Regelung im engeren Sinne, sondern das offensichtliche wurde aufgeschrieben und der AN hat durch seine Unterschrift die Situation zur Kenntnis genommen. Er bestätigt, dass er eben keine Ansprüche auf Erstattung etc. hat, und für alles selbst verantwortlich ist.

  8. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: mke2fs 16.04.21 - 11:52

    Nope, was du schreibst ist falsch.
    Das Recht interessiert es überhaupt nicht wie du was nennst.
    Du kannst einen Banküberfall auch Kindergeburtstag nennen, deswegen wirst du trotzdem wegen Raub angeklagt und verurteilt.

    Von Interesse ist immer nur was es der Art und Weise nach ist.

    Davon ab gilt derzeit die Corona-Arbeitsschuztzverordnung und die sieht vor das dem Arbeitnehmer die Möglichkeit einzuräumen ist seine Tätigkeit von zu Hause auszuüben wenn keine betrieblichen Notwendigkeiten dagegen stehen.
    Dieser Satz sagt nichts von Telearbeit (es steht nicht da das dem Arbeitnehmer die Möglichkeit eingeräumt werden muss seine Arbeit in Form von Telearbeit auszuführen) und deswegen wird das von Juristen so interpretiert (und das war vermutlich auch die Intention -> die Leute möglichst schnell und ohne viel Aufwand aus den Büros zu bekommen) das die Vorschriften der Telearbeit in diesem Fall nicht gelten.
    Sprich die Pandemie-Bedingte-von-zu-Hause-Arbeit ist weder Telearbeit, noch mobiles Arbeiten.
    Von der Art her eher Telearbeit, aber die Regeln dafür werden hier nicht angewendet.

    Sobald diese Verordnung ausläuft musst du entsprechend entweder wieder ins Büro kommen oder die Vorschriften für Telearbeit müssen erfüllt werden wenn du weiterhin wie bisher (also Vollzeit) zu Hause arbeitest.

  9. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: Sybok 16.04.21 - 20:32

    Fotobar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir sprechen umgangssprachlich von Homeoffice, doch die wenigsten sind
    > wirklich im Homeoffice. Die Rechtslage sieht vor, dass Arbeitgeber einem
    > Arbeitnehmer im Homeoffice alles stellen muss, was, was das arbeiten in
    > einem Büro ermöglicht. Den kompletten Arbeitsplatz und alle Infrastruktur
    > und Peripherie, die das arbeiten ermöglicht.
    >
    > Aus diesem Grund werden die Arbeitnehmer idR. offiziell unter "mobiles
    > Arbeiten" geführt (wenn die Arbeitgeber klug sind). Hier ist der
    > Arbeitgeber aus der Schuld befreit, ob der arbeitende zu Hause wirklich
    > einen Arbeitsplatz hat oder ob ihm ein Schreibtisch fehlt. Notebook in die
    > Hand drücken, ggf. LTE Stick dazu und los gehts.

    Ähm... das würde ich anders auch gar nicht wollen! Auf keinen Fall werde ich mir Möbel daheim hinstellen, die meinem Arbeitgeber gehören (bzw. von ihm gekauft wurden). Und meine eigenen Monitore und Peripherie benutze ich auch lieber. Ich bekomme zwar bisher alles was ich angefordert habe, aber manches will ich schlicht nicht. Und ich bin sicher, da bin ich nicht allein.

  10. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: BlueBird12 17.04.21 - 10:30

    smonkey schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich arbeite offiziell im Home-Office, musste aber unterschreiben dass ich
    > u.A. für die arbeitsrechtlich ergonomische Gestaltung meines Arbeitsplatzes
    > selbst verantwortlich bin.

    Hää, aber genau das ist doch gerade der Unterschied von Home Office zu mobilen Arbeiten, dass der Arbeitgeber eben bei Home Office dafür zu sorgen hat das Arbeitsschutz und -recht eingehalten werden. Dafür musst du dann aber von zuhause aus arbeiten (also von einem feste Ort aus).
    Anders bei mobilen Arbeiten: da bist du dafür verantwortlich, dass dein Arbeitsplatz den Arbeittschutzrichtlinien entspricht (genau das hat dein Arbeitgeber ja auch mit dir abgemacht). Der Vorteil von mobilen Arbeiten: du kannst von überall aus arbeiten. Du könntest heute nach Mallorca fliegen und dort am Strand arbeiten, der Arbeitgeber könnte es nicht verbieten. Will er dies nicht muss er das ganze offiziell Homeoffice dekklarieren und auch die Pflichten dafür übernehmen. Ein Mischmasch wo der Arbeitgeber sich die Rosinen aus beiden pickt gibt es nicht.
    Wobei mein Arbeitgeber es versucht, indem er "Rufbereitschaft" bei mobilen Arbeiten vorraussetzt, d.h. wenn er jemanden zur Firma kommandiert, muss dieser innerhalb von x Minuten da sein. Dies ist aber in meinen Augen nicht Rechtens und genau so ein Versuch die Rosinen aus beiden Modellen herauszupicken.

  11. Re: Mobiles arbeiten ≠ Homeoffice

    Autor: smonkey 18.04.21 - 17:05

    Die Begrifflichkeiten und die rechtliche Situation wurde in diesem Thread bereits von anderen detailliert erläutert, weshalb ich mir jetzt einfach mal anmaße dich zu bitten das erstmal zu lesen, wenn noch nicht geschehen.

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