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Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

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  1. Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: throgh 02.03.19 - 21:19

    Ja, der Titel ist schon reichlich kurz gegriffen und ich möchte wohlweislich nicht sämtliche Demonstranten pauschal in eine Schublade werfen. Aber die Diskussionen rund um Artikel 13 und Artikel 11 haben nicht erst vor einigen Wochen begonnen. Wo konkret war der Widerstand seitens YouTube-Teilnehmer noch vor zwei Jahren? Wo bei der immer schmaler aufgestellten Netzneutralität? Wo bei den immer weiter zunehmenden Monopolstellungen riesiger Plattformen? Wo bei dem Einbinden von singulären Inhalten von eben diesen zuvor erwähnten Monopolen? JETZT fällt auf einmal auf wie das weltweite Netzwerk bisweilen eingeschränkt wird?

    Keine Frage: Demonstrationen erachte ich für wichtig, aber unter all diesen Fragestellungen erscheint mir das doch sehr schmal aufgestellt und vor allem auch teils nur als Lippenbekenntnisse. Wo konkret sind denn die Demonstrationen wenn es um mehr Dezentralität konkret geht? Das "Internet" ist für dezentralite Kommunikation ausgelegt gewesen und die Menschen scheinen dennoch glücklich zu sein, wenn sie ihre Plattformen nutzen können. Also YouTube, Spotify, Facebook, Twitter und allerlei mehr. Dabei hat sich die Kommunikation und die Art des Miteinanders so überhaupt nicht verbessert durch die sog. "sozialen Netzwerke". Im Gegenteil: Sie ist zusehends harscher geworden, respektloser und ebenso der immer weiter spitz zulaufende Umgang mit den Verfechtern dieser Reform zeigt mir, dass wir schon längst das Augenmaß verloren zu haben scheinen. Argumente zählen, keine kurz gegriffenen Worte und Phrasen. Ebenso überzeugt man auch durch seine Taten und diese sprechen nun einmal eben auch keine so überzeugende Sprache. Also meine Bitte: Demonstrationen und klare Forderungen verbinden mit Handlungen und Veränderungen, danach also auch agieren und nicht einfach nur weiter zentralisierte wie auch proprietäre Plattformen verteidigen, auf denen Menschen als Ware verwertet und zusehends auch übelste Emotionen noch quasi als Gewinnsteigerung betrachtet werden.

  2. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: mannzi 02.03.19 - 22:55

    Zu deinem ersten Absatz. Es ist normal, dass sich der protest Zuspitzt kurz bevor die entgültigen Entscheidungen fallen. So war es ja auch schon letzten Sommer, als die ersten Abstimmungen statt fanden.

    Zum zweiten Teil. Ja an sich sind viele verschiedene Plattformen von Vorteil, da die Abhängigkeit sinkt. Andererseits ist es aber auch zunehmend unbequem, da man sich die gewünschten Inhalte auf diversen Seiten zusammensuchen muss. Aber das spielt hier nur sekundär eine Rolle, da von dem Gesetz geforderte Filter ja auch erstellt und unterhalten werden müssen. Das muss man sich dann aber erstmal leisten können, zumal wirklich jeder nutzergenerierte Beitrag eine Kopie sein könnte und dadurch auch Foren wie hier bei Golem jeden Beitrag prüfen müssten

  3. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: throgh 02.03.19 - 23:01

    Danke für deine Antwort und insofern gebe ich dir da Recht. Nur wurden Kritiker bei den initialen Gesetzesvorhaben ausgelacht was ich nun in Anbetracht der gesamten Entwicklung als sehr traurig empfinde. Ich habe meine Worte nun sehr spitzfindig gewählt. Jedoch würde ich mir gerade von so einigen Teilnehmern in diesem gesamten Diskurs (global gedacht, nicht hier bezogen auf Golem) mehr Diversität wünschen. Denn es gibt ja auch mehr Bereiche als nur eben große Plattformen und genau wie du sagst sind auch kleine Kommentarspalten davon betroffen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.19 23:07 durch throgh.

  4. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: User_x 02.03.19 - 23:17

    Alles halb so wild, es wird dann als Golem auf Google laufen. Ob der Staat vorgibt, was angenehm ist oder Google, Hauptsache man muss nicht selbst die Entscheidung fällen. Dazu werden wir ja eh schon geprägt - wer nicht will, der hat schon oder kann ja auswandern, gell.

    _______________________________________________________________________________________________________________________________
    - Mit Sarkasmus gewürzt -



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.19 23:17 durch User_x.

  5. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: throgh 03.03.19 - 00:15

    Als ob es wirklich andernorts besser wäre. ;-) Insofern sagte ich ja: Demonstrationen sind wichtig und richtig. Aber ich hege Zweifel, dass hier noch irgendetwas gestoppt werden kann. Für etwas einstehen ist umso wichtiger und dahingehend sollte sich der geneigte / die geneigte Nutzerin dann auch hinterfragen und einen Plan B parat haben.

    So wie bereits besagte Artikel sogar in einer Form umworben werden, scheint man noch etwas Rückenwind zu benötigen bzw. das Ganze nun möglichst simpel den Menschen verkaufen zu wollen. In der Gesamtheit ist das Alles aber wirklich nur bedauerlich wie auch traurig, von Anbeginn: Der Anstieg von Nutzerzahlen auf zentralisierten wie auch anti-sozialen Netzwerken, die Uneinsichtigkeit der Politik und der Gesellschaft insgesamt - man kann Hass nicht mit einer anderen Form von Hass bekämpfen - und dann auch weiterhin das Festhalten an bestehenden Strukturen zur Verwertung von Inhalten. Je mehr sich ändert, desto sicherer kann man sein, dass Alles beim Alten bleibt!

    Aber tatsächlich richtet der gesamte Vorgang nun auch immensen Schaden an, ebenso auch nun leitgebende Stimmen aus der sog. YouTube-Gemeinschaft: Kritik wird nicht mehr mit Bedacht gewählt sondern der Rundumschlag erfolgt, womit dann auch die EU selbst mehrfach in Frage gestellt wird und ob dann überhaupt noch Beziehungen außerhalb von nationalen Strukturen bestehen bleiben? Hoffentlich und von daher finde ich es wichtig, dass man überlegt wem man nun folgt oder ob man nicht doch lieber dezidiert das gesamte Geschehen nochmals am Reißbrett betrachten mag. Auf ein Netzpolitik.org mit seinen fadenscheinigen Plattitüden (Folge uns auf Twitter und Facebook!) habe ich ebenso wenig Lust wie auf irgendein YouTube-Sternchen, welches bisweilen sich mit allerlei zweifelhaft pauschalisierten Aussagen gemein macht. Auf Politiker, die sich tatsächlich noch im gleichen Satz widersprechen, ebenso wenig Lust wie auf Schreihals-Mentalitäten, was man nunmehr vermeintlich Alles fordern möchte durch Demonstrationen - schön, dass man nun die Rolle von Konzernen hinterfragt, kommt aber wirklich ebenso reichlich spät.

  6. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: Anonymer Nutzer 03.03.19 - 08:16

    Also ist es zu spät und Aufgeben ist deiner Ansicht nach sowieso besser, sry so überfliegt sich dein WOT.

    Fackt ist, die art 11 und 13 konnten innerhalb der EU-Struktur entstehen und gegen alle guten Ratschläge von außen und innen bestehen und angenommen werden ... auch sie sind ein Ausweis dafür, was die EU taugt.

    Fackt ist auch, ich habe keine der mich auch darüber regierenden jemals auch nur indirekt gewählt, komme mir auch dort verraten, verkauft und missachtet vor ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.03.19 08:17 durch ML82.

  7. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: unbuntu 03.03.19 - 10:30

    Tropfen und Fass und so, ne?

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  8. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: throgh 03.03.19 - 12:06

    Es gab schon reichlich Tropfen für das besagte Fass. Wenn es nach dieser Metapher ginge müsste das gesamte Grundstück sprichwörtlich unter Wasser gesetzt sein. Wollen wir doch abwarten: Es wird dann wohlweislich noch Absprachen geben und der Protest der sog. "Influencer" wird auf einmal furchtbar still bzw. nicht existent. Mir persönlich würde es schon reichen, wenn mehr Teilnehmer / Teilnehmerinnen nun mit einem kritischen Blick aus diesem Protest hervorgehen und auch dabei bleiben eben "kritisch" zu sein und nicht einfach so weitermachen wie bislang. Allerdings sind Hoffnung und wirkliche Erwartung jeweils unterschiedliche Perspektiven: Hoffnung habe ich, meine Erwartungshaltung ist nur nicht sonderlich hoch!

    Vor allem finde ich dabei interessant: Alles regt sich über und um YouTube respektive andere Plattformen dieser Größenordnung auf. Warum? Geht die Welt unter, wenn diese nicht mehr da sind? Genau das möchte ich doch zum Ausdruck bringen. Statt sich nun von einigen Schreihälsen vor den Karren spannen zu lassen wäre es doch interessanter Taten sprechen zu lassen und genau dafür einzutreten. Das fördert ein Miteinander und ebenso eine dezentrale Form. Beispielsweise wenn dann mehr als genug auch über TOR arbeiten und kontinuierlich das verbessern. Vielleicht muss auch die Bequemlichkeit nun wirklich einmal aufgebrochen und unterbunden werden damit wirklich eine Veränderung beginnen kann?

  9. Re: Verlogene Prinzipien und nicht vorhandenes Einstehen für offenes Internet?

    Autor: throgh 03.03.19 - 12:49

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ist es zu spät und Aufgeben ist deiner Ansicht nach sowieso besser,
    > sry so überfliegt sich dein WOT.

    Hmm, nein. Das war nicht meine Intention. Wenn sich das so liest würde ich das gerne hier nochmals korrigieren bzw. erweitern wollen: Es ist nicht zu spät. Nur sollte man sich auch überlegen wofür man konkret eintreten mag und das "Internet" in seiner jetzigen Form ist wohlweislich kein besonders gutes Ziel, da es weder frei noch Menschen wirklich mehr zusammen bringt - zumindest über die großen Knotenpunkte wie bereits benannt. Und das wiederum ärgert mich, da die Politik dies komplett zur Seite wischt und die Debatte schon längst ins Abseits gelangt ist und sich um ein Lebensgefühl dreht nicht aber um die gesellschaftlichen Aspekte, die vorzugsweise ins Hintertreffen gelangen.

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fackt ist, die art 11 und 13 konnten innerhalb der EU-Struktur entstehen
    > und gegen alle guten Ratschläge von außen und innen bestehen und angenommen
    > werden ... auch sie sind ein Ausweis dafür, was die EU taugt.

    Da möchte ich widersprechen: Die EU selbst als Idee kann da relativ wenig für was die Politiker aus dem Ganzen machen. Es geht um ein Miteinander! Das dieses in den Hintergrund gefallen ist? Unstrittig. Dennoch ist mir das Feindbild "EU" weit zu simpel gestrickt und genau darauf habe ich ja auch verwiesen!

    ML82 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fackt ist auch, ich habe keine der mich auch darüber regierenden jemals
    > auch nur indirekt gewählt, komme mir auch dort verraten, verkauft und
    > missachtet vor ...

    Verrat würde bedeuten, dass initial überhaupt erst eine einvernehmliche Basis bestanden hat. Auch das ist nicht der Fall gewesen und ich wüsste nicht, dass ich mit überhaupt Jemandem aus der Politik jemals direkten Kontakt über dezentrale Belange oder Freiheit von Technologie allgemein im IT-Bereich gehabt hätte. Ich fühle mich nicht verraten sondern nicht einmal im Ansatz gehört und noch dazu ist wie gesagt die Debatte nicht ausgewogen sondern konzentriert auf einige wenige Plattformen und einem solchen Diskurs anschließen bringt nichts. Oder meinst du Jemand würde ein kleines Forum hören? Leider geht es vorzugsweise immer nur noch nach Zahlen und das ist ebenso einer Demokratie unwürdig wie es das Votum für diese Artikel selbst ist.

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