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#Hauptstadt

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  1. #Hauptstadt

    Autor: ManMashine 08.11.18 - 21:01

    Seit die Deutsche Bahn den gesamten S-Bahn Verkehr digitalisiert hat, geht absolut GAR NICHTS mehr. Wo man früher noch regulär fahren konnte fallen jetzt reihenweise Züge aus, verspäten sich oder fahren überhaupt nicht mehr.

    Und nur weil man bei so einer kritischen Infrastruktur sämtliches personal durch Automatisierung ersetzt hat weil man extrem viel geld einsparen will. Gleichzeitig steigen die Fahrpreise jedes Jahr auf's neue in's unermessliche.

    Wie es anders gehen kann zeigt die BVG. Dort is zwar auch nicht alles perfekt aber es fahren wenigstens immer Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen.

    Ich war in den 90ern ein riesen S-Bahn fan und hab vor allem bei den alten Zug Baureihen stets meine Fahrfreude gehabt. Seit man ende der 90er auf diese "hypermodernen" neuen Wagen umstellte und die alten Baureihen konsequenz ausgemustert und verschrottet hat, ist der S-Bahn Betrieb in Berlin eine tägliche Katastrophe. Ganz besonder in der Zeit als Mehdorn reihenweise personal einsparte, Werkstätten schließen lies, nur um den Bahn Börsengang zu ermöglichen. Die S-Bahn hat sich davon immer noch nicht erholt. Züge fahren nach wie vor zu langsam, haben Fehlfunktionen, defekte Türen oder bleiben komplett stehen und liegen. Einfach so.

    Als gebürtiger Berliner ist die S-Bahn für mich inzwischen ein Hassobjekt geworden.

    Die Bahnhöfe werden zu tristen & gesichtslosen, zweckmäßigen architektonische Glas/Stahl/Beton Albträumen umvergewaltigt und die Signaltechnik würde nichtmal Dritte-Welt Standards einhalten.

    Signalstellen fallen reihenweise aus bei den kleinsten Temperaturschwankungen und Gleis-Weichen funktionieren auch nicht mehr. Jedesmal eine Freude wenn der Winter wiedermal "völlig unerwartet" herreinbricht. Oder der Frühling. Oder der Sommer.

    Mein Beruf ist es zu sehen und das Gesehene zu zeigen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 08.11.18 21:06 durch ManMashine.

  2. Re: #Hauptstadt

    Autor: PerilOS 08.11.18 - 22:19

    Und dabei ignorierst du ganz gepflegt, dass die S-Bahn im Gesamten Stadtgebiet zurzeit massiv ausbaut, modernisiert und Geld in die Infrastruktur pumpt. z.B. hinter Blankenburg wird bis raus nach Bernau Komplettausbau betrieben, weil dort früher im Winter immer die Probleme waren. Und dadurch natürlich die gesamte Nord-Süd Strecke betroffen war. Davon abgesehen, das die 50er Jahre DDR Bahnen heute noch fahren und gewartet werden auf Strecken die niedrig frequentiert sind. Zu erkennen an dem Sticker vorne, das sie Generalüberholt wurde. Dazu sind dieses Jahr brandneue Züge in Dienst gestellt worden und ersetzen die komplette Flotte in den nächsten Jahren. Und mehr Züge sind auch in Dienst. Gegen Notfalleinsätze kann die Bahn bis heute nichts. Und die sind mit die Hauptprobleme bei Verspätungen und Ausfällen. Wenn sich mal wieder auf die Schienen wirft, dann wird der Kadaver nicht einfach mit dem Stock weggerollt. Wenn die Bahn aber alle Trassen einzäunt, dann ist das auch nicht toll. Weil hässlich und sonstige sinnlose Argumentation. Und Gottseidank baut die Bahn endlich die Bahnhöfe aus. Diese alten Reichszeitbahnhöfe die komplett offen und glitschig sind, sind ein Sicherheits- und Wohlfühlproblem. Ich glaube du hast noch nie 15 Minuten in Pankow auf den Zug im Winter gewartet und dir die Nüsse abgefroren. Den man steht auf einem Berliner SBahnhof immer erhöht und bekommt den Wind komplett ab.

    Immer wieder lustig manche Leute so zu hören, die absolut Blind durch die Stadt laufen.
    Die Bahn macht nicht alles richtig. Aber sie verdient ihren Ruf als Prügelknappe des 0815 Wutbürgers nicht Ansatzweise.

    Und die Fahrpreise werden Inflationsbedingt angepasst. Ich hab vor 10 Jahren 81¤ bezahlt für die Einzelmonatskarte. Heute bezahl ich 88¤. Ich seh dort den VBB mir nicht in die Tasche greifen. Und wenn ich schlau wäre, kauf ich mir gleich die Jahreskarte. Dann bist du im Monat auch mit 60¤ dabei. Öffentlicher Transport in Berlin ist unvergleichlich BILLIG auf der Welt. Davon abgesehen das Berlin ein beneidenswertes öffentliches Verkehrsnetz hat, was global kopiert wird. Du bist an jedem Punkt des A/B Bereichs in unter einer Stunde, egal wo du losfährst. Und das bei einem riesigen Stadtgebiet.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 08.11.18 22:28 durch PerilOS.

  3. Re: #Hauptstadt

    Autor: bmaehr1 09.11.18 - 00:19

    Die Bahn verdient nicht den Ruf als Prügelknabe?!? Die Bahn ist der größte Betrüger und Verbrecherverein. Abkassieren und Leistung nicht erbringen.

    Sorry, zu einer Vereinbarung gehört nicht nur dass irgendwann irgendwas geleistet wird, sondern bei einer Beförderung ist von nach und zu welchem Zeitpunkt das Entscheidende. Und alles ab 2 Minuten Verspätung ist inakzeptabel und muss saftige Vertragsstrafen nach sich ziehen. Beim Schwarzfahren geht es ja auch. Oder akzeptiert es die Bahn wenn der Kunde ein Ticket von FlixBus vorweist? Oder eines vom Vortag?

  4. Re: #Hauptstadt

    Autor: pre3 09.11.18 - 06:55

    PerilOS schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Davon abgesehen, das die 50er Jahre DDR Bahnen heute noch fahren...

    Welche DDR-Bahnen aus den 50igern sollen das bitte sein?

    Kauf Dir bitte eine Tüte Ahnung! Was Du schreibst ist bestenfalls Halbwissen.

  5. Re: #Hauptstadt

    Autor: pre3 09.11.18 - 07:00

    PerilOS, Du meinst sicher die Baureihe 485 der Deutschen Reichsbahn.
    Diese wurde ab 1979 in der DDR entwickelt und 1987 erstmals in Dienst gestellt.

    2013 sollten die Züge ausgemustert werden, aber da die Bremssysteme der guten Westzüge versagten fahren sie noch heute...

    Das hat alles nichts mit den von Dir zitierten 50igern zu tun,

  6. Re: #Hauptstadt

    Autor: Sumpfdotterblume 09.11.18 - 09:46

    Ich stimme für meinen Teil mittlerweile mit der Geldbörse ab, so oft und wo es nur geht. Nur das wird zur Notiz genommen.

    Von meiner Zweitwohnung in Berlin (mittlerweile habe ich, nach 15 Jahren Berlin – ja, ich bin kein "Urberliner" – meinen Hauptwohnsitz nach Zürich verlegt) ins Büro benötige ich mit der U-Bahn, wenn sie zeitnah fährt (also in der U-Bahnstation zu Beginn der Fahrt wie auch bei dem einmaligen Umsteigen) und den Fusswegen zur U-Bahn und von dort ins Büro 25 Minuten, in der Regel mehr. Zu Fuss schaffe ich die Strecke Wohnung/Büro in 33 Minuten.

    Nachdem ich mittlerweile mehrfach in Japan war und jedes verdammte einzelne Mal bei Rückkehr nach Deutschland (nicht! nur Berlin, auch München oder Frankfurt) das Gefühl hatte, in einem Dritte-Welt-Land angekommen zu sein, habe ich nun die Konsequenzen gezogen. ÖPNV-Abo gekündigt, wird vermieden, wie es nur geht. Auch weitere Strecken dann wieder mit dem Auto, weil Bahnfahren *immer* der reinste Abenteuerurlaub ist.

    Natürlich kommt dann gerne von Diskussionsteilnehmern auf Partys das Argument "na, dann fahr mal in der Türkei mit dem ÖPNV", meiner Meinung nach solltem an sich aber gerade als Deutscher da orientieren, wo's besser läuft. Das ist, neben Japan, im übrigen auch die Schweiz.

    Wie auch immer, es ändert eh nichts – aber ich spare mein Geld und ärgere mich nicht mehr über unpünktliche, nicht fahrende, versiffte oder mit Asivolk überfüllte Verkehrsmittel, egal ob in Berlin, München oder sonstwo in dieser Bananenrepublik.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.11.18 09:50 durch Sumpfdotterblume.

  7. Re: #Hauptstadt

    Autor: pre3 09.11.18 - 13:59

    > Wie auch immer, es ändert eh nichts – aber ich spare mein Geld und
    > ärgere mich nicht mehr über unpünktliche, nicht fahrende, versiffte oder
    > mit Asivolk überfüllte Verkehrsmittel, egal ob in Berlin, München oder
    > sonstwo in dieser Bananenrepublik.

    Ja, das ist konsequent aber irgendwie schade. Dann lieber im Stau stehen und gute Musik hören.

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