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Mehlwurmrezepte?

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  1. Mehlwurmrezepte?

    Autor: MattiasSch 13.07.16 - 13:28

    Ich komme aus einer Kultur, in der man Weinbergschnecken isst, daher ist es für mich schwer nachvollziehbar, wie man derart leicht erschließbares und sehr effizient erzeugtes tierisches Eiweiss mit dem Aufschrei "Ihhhhhh" ausschlagen kann. Mehlwurmbolognese soll übrigens sehr lecker sein...

    Meine eigenen Erfahrungen mit dem Insektenessen beschränkt sich bislang auf fette Raupen, wie man sie im südlichen Afrika oft als Snack in Kneipen serviert bekommt. Das Fleisch der Raupen erinnert von der Konsistenz an Shrips, das dürfte bei den Mehlwürmern kaum anders sein. Der Geschmack indes hängt stark von der Nahrung ab. Von leicht fischig bis zu einer Heunote ist bei den Raupen alles drin...

  2. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: gou-ranga 13.07.16 - 13:41

    MattiasSch schrieb:

    > für mich schwer nachvollziehbar, wie man derart leicht erschließbares und
    > sehr effizient erzeugtes tierisches Eiweiss mit dem Aufschrei "Ihhhhhh"
    > ausschlagen kann.

    Einfach weil man vielleicht kein anderes Lebewesen essen möchte? Und das ist für dich wirklich so schwer nachvollziehbar? Das ist für mich nicht nachvollziehbar :)

  3. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: Muhaha 13.07.16 - 13:46

    gou-ranga schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Einfach weil man vielleicht kein anderes Lebewesen essen möchte? Und das
    > ist für dich wirklich so schwer nachvollziehbar? Das ist für mich nicht
    > nachvollziehbar :)

    Nachvollziehbar ist alles. Auch das wenig sinnvolle, freiwillige Verzichten auf nützliche Proteinquellen, die seit Jahrzehntausenden Bestandteil menschlicher Nahrung sind. Ich mag Tiere. Mit Soße und Pommes.

    *sich schon auf das lecker "vegan cassis ice dessert" freu, welches die freundin heute abend zusammenzaubert* :)

  4. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: dasa 13.07.16 - 13:46

    Gegen den Verzehr von Mehlwürmern spricht der extrem hohe Methanausstoß, vom Wasserverbrauch und die Platzverschwendung (Weideflächen) gar nicht zu sprechen. Die Massentierhaltung wäre eine Alternative, was aber nicht artgerecht ist. Würmer brauchen ihren Freilauf.

  5. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: PMedia 13.07.16 - 13:47

    Ich glaube nicht, dass er sich auf Vegetarier/Veganer/Frutarier & co bezog; die meisten westlichen Carnivoren werden wohl mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit angeekelt reagieren.

    Nicht verwunderlich, wo Insekten in der hiesigen Kultur in Verbindung mit Lebensmittel meist mit "Ungenießbare Lebensmittel" verknüpft werden - und selbst garnicht als Lebensmittel wahrgenommen werden. Zumindest denke ich, dass das wohl in den meisten Köpfen vorgehen wird.

    "In deinem Kühlschrank sind Maden? Wie ekelhaft [muss es dort zugehen, dass dort Maden sind] !"

  6. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: karludo 13.07.16 - 13:57

    gou-ranga schrieb:
    > Einfach weil man vielleicht kein anderes Lebewesen essen möchte?

    Was isst du denn wenn keine Lebewesen? Steine?

  7. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: ibsi 13.07.16 - 14:02

    Nichts was einen Schatten wirft :D

  8. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: flow77 13.07.16 - 14:23

    Kann man das nicht einfach versuchen zu verstehen oder es wenigstens akzeptieren dass es Menschen gibt die keine Lust auf Mehlwurmbolognese haben?

    MattiasSch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich komme aus einer Kultur, in der man Weinbergschnecken isst, daher ist es
    > für mich schwer nachvollziehbar, wie man derart leicht erschließbares und
    > sehr effizient erzeugtes tierisches Eiweiss mit dem Aufschrei "Ihhhhhh"
    > ausschlagen kann. Mehlwurmbolognese soll übrigens sehr lecker sein...
    >
    > Meine eigenen Erfahrungen mit dem Insektenessen beschränkt sich bislang auf
    > fette Raupen, wie man sie im südlichen Afrika oft als Snack in Kneipen
    > serviert bekommt. Das Fleisch der Raupen erinnert von der Konsistenz an
    > Shrips, das dürfte bei den Mehlwürmern kaum anders sein. Der Geschmack
    > indes hängt stark von der Nahrung ab. Von leicht fischig bis zu einer
    > Heunote ist bei den Raupen alles drin...

  9. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: kaymvoit 13.07.16 - 17:14

    Die sollen dann einfach keine Mehlwurmbolognese essen und ansonsten vielleicht in einer Welt, in der immer noch eine Menge Menschen unterernährt sind, bezüglich hervorragender Nahrungsquellen ihr verwöhntes Maul halten?

  10. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: GeroflterCopter 13.07.16 - 17:21

    flow77 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann man das nicht einfach versuchen zu verstehen oder es wenigstens
    > akzeptieren dass es Menschen gibt die keine Lust auf Mehlwurmbolognese
    > haben?

    Klar akzeptieren ist das eine, aber "mal probieren" das andere. Meine Oma hat immer gesagt: probier erstmal, dann kannste immer noch sagen dass des net magst.

    Ich habe mich in China einmal quer durch die Restaurant (regelrecht) "gefressen". Darunter waren auch Seidenraupen. Unglaublich lecker =) Seitdem habe ich das "bah mag ich nicht", was man in der Kindheit entwickelt abgelegt und hab angefangen wieder zu probieren. Dadurch habe ich gelernt dass Zucchini und Blumenkohl tatsächlich schmackhaft sein können.

    Jedoch verstehe ich es wenn es jemand überhaupt nicht ausstehen kann, die erste Seidenraupe war auch Überwindung. Auch eine Art Froschschenkelgulasch hätte ich liegen gelassen, wenn ich gewusst hätte dass einer der Frösche ist, die ich gerade im Vorraum gesehen habe. Oder jemand zu mir gesagt hätte dass das Frösche sind :D

    Aber dennoch der Appell: probiert was ihr unter die Finger kriegt! Ausspucken kann man immer noch :D

  11. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: flow77 13.07.16 - 18:02

    GeroflterCopter schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar akzeptieren ist das eine, aber "mal probieren" das andere. Meine Oma
    > hat immer gesagt: probier erstmal, dann kannste immer noch sagen dass des
    > net magst.

    In den meisten Fällen geht es doch gar nicht darum wie das geschmacklich ausgeht - es geht darum dass manche Menschen einfach ein Problem damit haben Raupen/Maden/Käfer etc. zu essen.
    Etwas nicht zu mögen ist aber eher ein Privileg der Wohlhabenden - jemand der nichts zu Essen hat stellt sich wohl eher kaum die Frage ob er etwas mag oder nicht.

    > Ich habe mich in China einmal quer durch die Restaurant (regelrecht)
    > "gefressen". Darunter waren auch Seidenraupen. Unglaublich lecker =)
    > Seitdem habe ich das "bah mag ich nicht", was man in der Kindheit
    > entwickelt abgelegt und hab angefangen wieder zu probieren. Dadurch habe
    > ich gelernt dass Zucchini und Blumenkohl tatsächlich schmackhaft sein
    > können.

    Da habe ich mich auch sicher weitergebildet - als Kind habe ich rote Rüben und andere "gesunde" Dinge verabscheut. Mittlerweile liebe ich das Zeug. Dagegen habe ich Dinge wie "Kalbskopf/Schweinekopf/Blutwurscht/etc." von der Liste gestrichen, weil ich es einfach nicht mehr herunterbekomme.

    > Jedoch verstehe ich es wenn es jemand überhaupt nicht ausstehen kann, die
    > erste Seidenraupe war auch Überwindung. Auch eine Art Froschschenkelgulasch
    > hätte ich liegen gelassen, wenn ich gewusst hätte dass einer der Frösche
    > ist, die ich gerade im Vorraum gesehen habe. Oder jemand zu mir gesagt
    > hätte dass das Frösche sind :D
    >
    > Aber dennoch der Appell: probiert was ihr unter die Finger kriegt!
    > Ausspucken kann man immer noch :D

    Ich bin sehr offen bzgl. neuem Essen - aber wie gesagt, oben gennante "Speisen" machen mir keinen Spaß, auch wenn es geschmacklich schmecken mag ;)

  12. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: Anonymer Nutzer 13.07.16 - 18:24

    Etwas nicht zu mögen ist ein Privileg das man sich nimmt unabhängig vom Hunger.
    Meine Freundin ist mal mit essbaren Mehlwürmern aufgekreuzt und hat mich versucht zu überreden das zu Fressen - die Dinger sehen aber ekelhaft aus, v.a. wenn sie noch leben weniger wie etwas das man isst als etwas von dem man gegessen wird.

    Entschieden wurde das ganze dann von unserem Hund, der war den ganzen Tag unterwegs, Hungrig und wollte nichts als sein Hapi - das habe ich mit Mehlwürmern angereichert und meiner Freundin zu verstehen gegeben, wenn es der Hund nicht frisst bin ich draußen und hol mir auf ihre Kosten richtiges Essen.

    Der wirklich sehr sehr hungrige Hund hat wohl das ehlendigste Bild abgegeben was man sich nur vorstellen konnte der Wille das zu essen was es so gutes zwischen den Mehlwürmern gegeben hat war da, aber irgendwie schien jedes mal wenn er sich der Fressschüssel genährt hat so als ob sein Fell in die andere Richtung abhauen wollte - der Hund hat eine halbe Stunde durchgehend auf sein Essen gestarrt mit einem gewissen Unglauben im Gesicht das dass wohl einfach nicht wahr sein kann...

    Und damit war das Argument für mich beendet - Bitte für Säugetiere schmackhaftes Essen oder GTFO.

  13. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: 0x8100 13.07.16 - 19:37

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nichts was einen Schatten wirft :D


    Ah - ein Level 5 Veganer! :)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.16 19:39 durch 0x8100.

  14. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: MattiasSch 13.07.16 - 20:48

    gou-ranga schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Einfach weil man vielleicht kein anderes Lebewesen essen möchte? Und das
    > ist für dich wirklich so schwer nachvollziehbar? Das ist für mich nicht
    > nachvollziehbar :)

    Veganismus ist westlicher Luxus und in unseren Gesellschaften nachvollziehbar und begründbar. Man setzt ein Zeichen gegen Massentierhaltung, kann auf der anderen Seite auf gut erschließbar vorbereitete pflanzliche Eiweisse zugreifen und hat zudem Zugang zu Fettsäuren und Vitaminen, dass keiner Mangel leiden muss. Das ist OK und gut so.

    Es gibt allerdings andere kulturelle, ökonomische und agrarische Kontexte, wo das nicht geht. Wo kein Soja wächst kann man keinen Tofu herstellen und tierische Nahrung stellt neben Eiweissen auch Fettsäuren und Vitamine bereit. Da ist die Kuh oder Ziege, die hinter der Hütte weidet oder die Schar Hühner ein wichtiges Nahrungsmittel gegen Mangelernährung. Nun gibt es Gegenden, da ist auch das schwierig. Die klassische Antwort war oft das Sammeln fetter Raupen, die modernere Variante ist eben die Zucht von Mehlwürmern.

  15. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: MattiasSch 13.07.16 - 20:59

    PMedia schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich glaube nicht, dass er sich auf Vegetarier/Veganer/Frutarier & co bezog;
    > die meisten westlichen Carnivoren werden wohl mit einer gewissen
    > Wahrscheinlichkeit angeekelt reagieren.
    >
    > Nicht verwunderlich, wo Insekten in der hiesigen Kultur in Verbindung mit
    > Lebensmittel meist mit "Ungenießbare Lebensmittel" verknüpft werden - und
    > selbst garnicht als Lebensmittel wahrgenommen werden. Zumindest denke ich,
    > dass das wohl in den meisten Köpfen vorgehen wird.
    >
    > "In deinem Kühlschrank sind Maden? Wie ekelhaft !"

    Genau das meinte ich. Mehlwürmer werden hier seit hunderten von Jahren als Schädlinge wahrgenommen. Das Schweinefleischverbot im Islam hat (in seinem historischen Kontext nachvollziehbare) Gründe: Trichinen und die Lagerfähigkeit im Vergleich zu Rind oder Ziege. Rind wird schnell alkalisch und wird damit von vielen Schädlingen verschont. Auch das Verbot, Milch und Fleisch zusammen zuzubereiten (Judentum) hat küchenhygienische Gründe. Und hier galten halt Insekten immer als Schädlinge. Ekel und Abscheu kann also durchaus in der Vergangeheit gerechtfertigte Gründe haben, die schwer zu überwinden sind.

    Dass man ab und an Schädlinge gesammelt und dann doch mal gekocht oder frittiert hat, kam selten vor. Die Weinbergschnecken (nicht selbst sammeln, bedrohte Art) bitte ein paar Tage ohne Nahrung einsperren, bevor Ihr sie kocht, denn sonst hat der Darm Inhalt und das Vieh ist bitter.

  16. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: MattiasSch 13.07.16 - 21:06

    flow77 schrieb:

    > Da habe ich mich auch sicher weitergebildet - als Kind habe ich rote Rüben
    > und andere "gesunde" Dinge verabscheut. Mittlerweile liebe ich das Zeug.
    > Dagegen habe ich Dinge wie "Kalbskopf/Schweinekopf/Blutwurscht/etc." von
    > der Liste gestrichen, weil ich es einfach nicht mehr herunterbekomme.

    Smalahove ist auch nicht mein Leibgericht. Dennoch schätze ich die Einstellung "eat the whole beast" sehr. Wer die Kreatur, die er isst respektiert, sollte wenigstens alles essen. Und die Bereitschaft, Innereien zu essen, geht leider sehr zurück. Wo es auf der Karte steht (beim Schwaben und beim Chinesen) esse ich dann gerne mal Kuddeln. Oder einen Ochsenmaulsalat oder Ochsenschwanzsuppe.

  17. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: _moep_ 13.07.16 - 22:18

    gou-ranga schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > MattiasSch schrieb:

    > Einfach weil man vielleicht kein anderes Lebewesen essen möchte? Und das
    > ist für dich wirklich so schwer nachvollziehbar? Das ist für mich nicht
    > nachvollziehbar :)

    das Problem ist doch eher, wie das essen aussieht. Wenn man nicht erkennt, was eigentlich drin ist und es genauso schmeckt, dann greift man schneller zu.

    Leider sind Mehrwürmer im Delikassenladen sehr teuer…

  18. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: alpha15 13.07.16 - 23:07

    MattiasSch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gou-ranga schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Einfach weil man vielleicht kein anderes Lebewesen essen möchte? Und das
    > > ist für dich wirklich so schwer nachvollziehbar? Das ist für mich nicht
    > > nachvollziehbar :)
    >
    > Veganismus ist westlicher Luxus und in unseren Gesellschaften
    > nachvollziehbar und begründbar. Man setzt ein Zeichen gegen
    > Massentierhaltung, kann auf der anderen Seite auf gut erschließbar
    > vorbereitete pflanzliche Eiweisse zugreifen und hat zudem Zugang zu
    > Fettsäuren und Vitaminen, dass keiner Mangel leiden muss. Das ist OK und
    > gut so.
    >
    > Es gibt allerdings andere kulturelle, ökonomische und agrarische Kontexte,
    > wo das nicht geht. Wo kein Soja wächst kann man keinen Tofu herstellen und
    > tierische Nahrung stellt neben Eiweissen auch Fettsäuren und Vitamine
    > bereit. Da ist die Kuh oder Ziege, die hinter der Hütte weidet oder die
    > Schar Hühner ein wichtiges Nahrungsmittel gegen Mangelernährung. Nun gibt
    > es Gegenden, da ist auch das schwierig. Die klassische Antwort war oft das
    > Sammeln fetter Raupen, die modernere Variante ist eben die Zucht von
    > Mehlwürmern.

    Dass sich der Veganismus aus der westlichen Welt entwickeln konnte, ist zum einen sicher durch eine wohlständisch abgesicherte Grundversorgung (v.a. Mikronährstoffe) zurückzuführen und somit ernährungstechnisch als Experiment auszuweisen. Dennoch hat sich der Veganismus als politischer Aktivismus als eine ablehnende Haltung auch gerade deshalb in der (hoch-)industrialisierten, westlichen Welt herausgebildet, weil die industrielle Nahrungsmittelproduktion (v.a. Massentierhaltung) massive ökologische, soziale und ethische Probleme mit sich bringt. Gerade die Futtermittel (wie Soja für die Tiermast) werden zum größten Teil aus Schwellenländern ins reiche Europa importiert, während Produktionsüberschüsse (wie Milchpulver oder Hühnchen) zu Dumping-Preisen nach Afrika exportiert werden, was in Afrika zu binnenwirtschaftlichen Problemen führt, weil die afrikanischen Bauern ihre eigenen Erzeugnisse auf dem durch Billigprodukte aus Europa überschwemmten heimischen Markt nicht absetzen können. Das führt letztlich zu Spannungen und sozialen Problemen wie Armut und Unterernährung. Deshalb ist der Veganismus auch als Chance anzusehen, die industrielle Massentierhaltung mit ihren globalen Folgen abzuschaffen und einen nachhaltigen Lebensstil zu etablieren.

    Der forcierte Proteingewinn aus Mehlwürmern würde die Massentierhaltung mit all ihren Problemen (Methanemission, Krankheiten wegen Massentierhaltung) weiter zementieren. Dass eine pflanzliche Ernährung effizienter ist, wird oftmals ausser Acht gelassen. Während Pflanzen zu 100% in Kalorien umgewandelt werden, während bei Mehlwürmern durch die verlängerte Nahrungskette 50% verloren gehen.

    Kurzum: Die Mehlwürmer sind für massiv unterentwickelte Regionen, die durch ihre geografische Lage oft mit Ernteausfällen zu kämpfen haben und dadurch auf eine akut einsetzbar und beständige Nahrungsquelle angewiesen sind. Für den wohlhabenden Norden resp. Westen ist die Mehlwurm-Zucht keine Innovation, sondern nur ein bisschen fürs gute Gewissen, weil etwas mehr Platz und Ressourcen eingespart werden können. Die einzige Möglichkeit des wohlhabenden Westens, der Armut und der ökologischen Krise zu begegnen ist, auf möglichst ressourcenschonenste Ernährungsweisen zu setzen – und das ist bislang der Veganismus.

  19. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: zZz 14.07.16 - 09:09

    MattiasSch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer die Kreatur, die er isst respektiert, sollte wenigstens alles essen

    Bist Du wenigstens so konsequent mit Deinem „Respekt”, dass Du der Kreatur in die Augen siehst, bevor Du ihr den Bolzen in den Kopf schiesst oder die Halsschlagader durchschneidest – oder laberst Du nur?

  20. Re: Mehlwurmrezepte?

    Autor: zZz 14.07.16 - 09:51

    attitudinized schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Und damit war das Argument für mich beendet - Bitte für Säugetiere
    > schmackhaftes Essen oder GTFO.

    Wenn man es nicht probiert hat, weiss man doch gar nicht, ob das schmeckt oder nicht. Ansonsten weiss ich auch nicht, was Du uns mit der rührseeligen Geschichte erzählen willst? Sollen wir Vergleiche zwischen dem geistigen Niveau eines Hundes und eines Menschen ziehen?

    Das kranke an der heutigen Zeit ist doch, dass man gar keinen Bezug dazu hat, woher das essen kommt. Die allerwenigsten würden noch Geflügel essen, wenn sie Massentierhaltung mal live – also nicht im Fernsehen – gesehen haben. Das sieht ja nicht nur widerlich aus, das riecht auch so. Ja, man kann Würmer ekelhaft finden, aber im Umkehrschluss sind Schweine verdammt süße Tiere, wieso ist es dann okay die zu essen?

    Ich habe mal Hund gegessen und das war mit das leckerste Fleisch, das ich je gegessen habe. Das einem europäischen Mitmenschen zu kommunizieren ist ein Ding der Unmöglichkeit, da wird man nur blöd angeschaut. Wie gesagt, Schweine sind auch süsse Tiere und schlauer als jeder Hund – aber die wachsen ja eingeschweisst im Tiefkühlregal, also kein Problem.

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