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  5. › Bewerber für IT-Jobs: Unzureichend…

Zu hohe Erwartungen

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  1. Zu hohe Erwartungen

    Autor: MTB11 05.12.19 - 14:08

    Zu mir:
    35, seit 19 Jahren in der IT, nebenberuflich BWL und Informatik studiert, Fachgebiete: Microsoft, Citrix, IT-Security und breit gestreutes Wissen über die IT (lassen wir einfach mal so stehen).
    Ich komme aus der Rhein-Main-Region, wo es wirklich gute Jobs gibt.
    Letztens habe ich mich bei einer größeren Namhaften Firma beworben. Bei der Ausschreibung war das Gehalt schon mit angegeben (54T¤, also 4.500¤/Brutto/Monat, kein Homeoffice, kein Auto, war ne interne Admin-Stelle, bin seit ein paar Jahren Consultant, aber da lege ich nicht unbedingt Wert darauf wenn die Firma und die Stelle passt)
    Das ist weit unter meinem jetzigen Gehaltsgefüge, aber die Firma hat mich interessiert. So sehr, dass ich sogar auf weniger Gehalt als jetzt eingegangen wäre.

    Das Eigentliche Problem ist aber die Ausschreibung an sich. Die war schon sehr gut gefüllt. Nach dem Gespräch mit dem IT-Leiter, habe ich dann dankend abgelehnt, weil der Job eher auf drei Admins hätte aufgeteilt werden müssen, als auf einen.

    Und genau da ist das Problem. Einer alleine MUSS alles können, aber er darf nicht viel kosten. Das war viel zu viel für einen alleine. So viele Schwerpunkte kann einer alleine gar nicht haben. Die Erwartung der Firmen ist meistens einfach viel zu hoch an die Bewerber (kann jetzt nur von IT reden, weiß nicht wie es in anderen Bereichen aussieht).
    Wenn ich mir jemand für die Buchhaltung hole, dann macht der doch nicht auch noch Facility-Management, Lagerverwaltung und Projektmanagement mit. Von einem ITler wird das aber Erwartet, weil alles am PC = IT!
    Ja, ich habe studiert und nein ich bin kein Programmierer!! Ich weiß theoretisch ganz entfernt wie das auszusehen hat, oder habe davon schon gehört. Warum muss ich dann die gleiche Arbeit machen wie ein vollwertiger Programmierer? Das kann ich gar nicht!! Das muss ich gar nicht können und das will ich vielleicht auch nicht mal. Aber es ist IT und deswegen müsste ich es ja können.
    Das ich ein Spezialist auf einem anderen Gebiet bin, wird dann ausgeblendet und MEINE Gehaltsvorstellungen sind dann zu hoch. NEIN!!
    An die Firmen; Lernt endlich mal eure Anforderungen ordentlich auf Papier zu bringen und nicht so 0815 wischiwaschi-kram in die Ausschreibungen zu setzen, dann bekommt ihr vielleicht auch nur noch Bewerbungen von Leuten, die auf die Stellen passen. Und lernt bitte eure Mitarbeiter ordentlich zu bezahlen. Wer bescheiden zahlt, darf sich nicht wundern wenn der Mitarbeiter dann nur kurz da ist oder minderwertige Arbeit abliefert. Wenn ich was in China für 2¤ bestelle erwarte ich auch nicht, dass es länger als 14 Tage hält.

    Sorry, bin bisschen vom Thema abgekommen. Aber das musste mal raus. Habe fertig.

  2. Re: Zu hohe Erwartungen

    Autor: Michael H. 05.12.19 - 15:48

    MTB11 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry, bin bisschen vom Thema abgekommen. Aber das musste mal raus. Habe
    > fertig.

    Alles gut :D feel u :D
    Meinen Job hier werd ich auch nicht mehr lange machen.
    Nur "gelernter" IT´ler. 38k Jahresgehalt südlich von München. Hab aber das Glück sehr kostengünstig zu wohnen.

    Angefangen hab ich mit CRM + ERP.
    Hab mich dann schon in der alten Firme in der IT Administration breit machen dürfen...

    Job gewechselt... alles cool... ich soll den ERP Bereich hier bei Kunden machen... also keine Inhouse Consulting Geschichte, sondern Kundenbetreuung. Chef will das weiter ausbauen und mehr ERP als Administration machen.

    So... was mache ich nun... vom ERP sehe ich recht wenig, da mein Chef das ganze Zeug macht, da es keinerlei Projektmanagement in Punkto Zeitplanung gibt ist alles irgendwo überstürzt und halbscharig... Kunde ruft an, braucht das... am besten noch am selben Tag vorbeifahren oder nächste Woche n neues ERP einführen inklusive Servermigration usw... gut sind jetzt keine großen Kunden, sondern halt Mittelstand im Bereich von 1-150 Mitarbeiter...
    Aber chaotische Lagerhaltung beim Kunden im ERP einführen mit nem Wurf ins kalte Wasser geht bei nem Kunden der 1500 Onlinebestellungen am Tag hat halt nicht...es ist aber so viel los, dass das Büro nicht unbesetzt sein darf!

    Resultat ist halt einfach dass man im Büro sitzt... parallel 5 Kunden im Hintergrund servertechnisch migriert und ständig das Telefon klingelt... man noch 20 Rückrufe hat und das ERP nur von der eigenen Benutzung kennt oder das was man vor 5 Jahren in den ganzen Zertifizierungen theoretisch gelernt, aber nie praktisch umgesetzt hat...

    Da man aber kein ERP macht, macht man noch das ganze MS Cloud gedöhns... Mailserver, TK Anlagen, Virtualisierung und Server Administration... und wenn man keinen Azubi übrig hat, darf man sogar wegen nem Monitorkabel zum Kunden rausfahren, da der ja zufrieden sein muss auch wenns um ein 8¤ Kabel geht und man im Monat auch keine 160 sondern 300 Stunden schreibt weil zu wenig Leute.

    Seh da bei sowas keine Zukunft. Hab eigentlich auch nur noch nicht gekündigt, weil ich noch n paar Monate ne offene Finanzierung laufen hab und ich mit dem Gehalt einfach kaum was auf Seite legen kann um zu sagen jetzt schau ich einfach mal was sich so findet.

  3. Re: Zu hohe Erwartungen

    Autor: Trockenobst 05.12.19 - 16:34

    MTB11 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Eigentliche Problem ist aber die Ausschreibung an sich. Die war schon
    > sehr gut gefüllt. Nach dem Gespräch mit dem IT-Leiter, habe ich dann
    > dankend abgelehnt, weil der Job eher auf drei Admins hätte aufgeteilt
    > werden müssen, als auf einen.

    Vor ein paar Jahren war ich gerade raus aus dem Projekt, und war nur Chefentwickler.
    Vier Leute, kleines Team. Budget am Ende, die Leute kamen in andere Projekte.
    Ich war schon zwei Monate raus, riefen sie mich an, haben doch Geld ob ich nicht Lust hätte.
    Sage nein, aber biete an, eine Woche halbtags den neuen Einzuarbeiten.

    Da merke ich so Nebenbei, dass er auch komplexe Formulare Designen soll, das musste ich nicht. Ich sagte ihm, er soll die offenen Fragen an den Kunden stellen und sich da bloß nicht in die Management-Aufgaben rein ziehen lassen.

    In der Woche haben sie praktisch zwei weitere Vollzeitjobs auf den draufgeworfen. Der war nur Entwickler. Vier Monate später kriege ich einen Anruf, ob ich nicht doch den Job haben will.
    Den haben sie in vier Monaten kaputt geritten.

    Ich sagte, den Teil mit dem Chefentwickler ja. Den Teil mit dem Designer und Kundenquatscher, nein das ist nicht meine Forté UND die Kunden in dem Projekt sind sehr schwierig und lassen sich sehr viel Zeit mit Entscheidungen. Und den Businessteil will ich gar nicht machen, Excelsheets sollen BWLer tun.

    Die haben sich danach nie wieder gemeldet. Das Projekt läuft Jahre später immer noch, man hört nichts Gutes. Man kriegt wohl nie genug Budget um alle Positionen korrekt zu besetzen, aber es ist natürlich ein Fachkräftemangel der daran schuld ist.

  4. Re: Zu hohe Erwartungen

    Autor: artavenue 05.12.19 - 17:09

    @ MTB11

    Das was du da gepostet hast, hast du das jemals so gut formuliert in einem Gehaltsverhandlungsgespräch? Schreib das mal genau so stichpunktartig auf, inkl. deines mini lebenslaufes (egal ob dein chef das alles weiß - es malt ein schönes gesamtbild deiner fähigkeiten). Formulier die stellen über dein Chef ein bisschen in nett um und wenn du das runtererzählt hast, sagst du mit einer ernsten Stimme: Deswegen denke ich, verdiene ich mindestens xx.xxx Euro.

  5. Re: Zu hohe Erwartungen

    Autor: mainframe 05.12.19 - 17:21

    Irgendwann muss man die Reißleine ziehen. War bei mir in den letzten 2 Firmen auch so.
    Man bekommt immer mehr Themen. Es macht ja auch Spaß. Man kann aber selten was abgeben und wenn man dann sagt, wie wäre es mit einem neuen Kollegen der mich entlastet und auch Stellvertreter sein kann. Nein dafür ist kein Budget da.
    Als ich dann gekündigt habe, hab ich 500-800¤ mehr Gehalt geboten bekommen. Ich hab dankend abgeleht. Ich hab allerdings meine Nachfolger meistens eingelernt. 1-2 Monate eingelernt, da ich auch alles gemacht habe.
    Mein aktueller JOb ist im Vergleich dazu zwar langweiliger, aber so kann ich mich mehr um die Familie kümmern. Ich arbeite effektiv die Hälfte und habe 1/3 mehr Gehalt als vorher und vorallem keine 24h Rufbereitschaft.

    Man muss sich nur trauen!

  6. Re: Zu hohe Erwartungen

    Autor: pintie 05.12.19 - 17:53

    MTB11 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Sorry, bin bisschen vom Thema abgekommen. Aber das musste mal raus. Habe
    > fertig.

    Alles gut... Es ist eine extrem Gute Zusammenfassung der Realität.

    Ich arbeite an einem Uni Klinikum... und bringe dann gerne den Vergleich das ich mit einem gebrochen Bein nicht zum Zahnarzt gehe.... obwohl der doch Arzt ist... Dann denken die Ärzte manchmal ein wenig nach. (verstehen es aber trotzdem nicht).

  7. Re: Zu hohe Erwartungen

    Autor: MTB11 06.12.19 - 08:58

    @ artavenue

    Teilweise. Je nachdem wie das Gespräch verläuft, rede ich mit den Leuten noch ein bisschen. Ich halte nichts von den "klassischen" Vorstellungsgesprächen mit IT-Leiter und jemand von HR mit den Fragen: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren, warum sollten wir Sie einstellen, warum wollen Sie bei uns arbeiten etc. Ich mag lieber das wo man da sitzt, und beide einfach ein bisschen erzählen.
    Wenn das Gespräch gut ist, dann sag ich den Leuten auch. Wenn ich merke, der andere will nur meine Zeit verschwenden, dann stehe ich auch einfach mal auf und gehe. Bei fast jeder Ausschreibung steht drin, dass die den Gehaltswunsch mitgeteilt bekommen möchten. Wenn ich dann z.B. 75k¤ rein schreibe und die dann beim Gespräch nach einer Stunde sagen: "Wir wollen Ihnen aber nur 48k¤ zahlen", dann sag ich höflich aber direkt: "Danke, Sie brauchen sich gar nicht mehr melden." Das ist mir gegenüber nicht fair. Kann ja wirklich sein, dass die nicht mehr zahlen wollen/können, aber dann sollen die mich bitte nicht einladen oder direkt sagen: Sorry, wir würden gerne, aber nicht zu diesem Preis.

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