1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Big Brother Award: Tesla als…

Land der Bedenkenträger

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Land der Bedenkenträger

    Autor: abdul el alamein 18.09.20 - 20:53

    Tesla könnte mit den Daten ziemlich viel Unfug anstellen.

    Tesla könnte mit den Daten autonomes Fahren ermöglichen.

    Es gibt Chancen und Risiken. Immer.

    Speziell im Fall Tesla ist es aber so, dass Tesla 0 Benefit davon hätte, die Daten irgendwie personenbezogen zu speichern und auszuwerten. Weil sie kein Geschäftsmodell damit haben.

    Sie haben aber was davon Daten in solchen Mengen zu sammeln, dass sie daraus KIs trainieren können, die besser als Menschen fahren.

    Im Fall Tesla sehe ich deshalb die Chancen größer als Risiken.

    Anderer Fall: Amazon und Alexa / Google und Assistant

    Hier gibt es einen ganz klaren Business Case für Amazon/Google über jeden Nutzer ein möglichst gutes Profil zu erstellen, um noch bessere Werbung zu machen um noch mehr Sachen zu verkaufen.

    Hier sehe ich Risiken darum viel höher als bei Tesla. Trotzdem hat jeder inzwischen Alexa zuhause.

    Ich nicht.

    Dafür habe ich ein Model 3, wo das Datensammeln übrigens abschaltbar ist. Es gibt 2 Flags, der eine (normales anonymisiertes Datensammeln) ist standardmäßig an und der 2. (erweiterte Daten sammeln) standardmäßig aus. Kann man aber beide ausmachen. Oder an.

  2. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: thrust26 18.09.20 - 21:56

    Wo Daten gesammelt werden, werden sie früher oder später auch verwendet. Dazu sind sie einfach zu wertvoll.

  3. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: ulink 18.09.20 - 22:37

    thrust26 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wo Daten gesammelt werden, werden sie früher oder später auch verwendet.
    > Dazu sind sie einfach zu wertvoll.

    Welche denn? Die Bilder von der Straße? Uiii, ganz schlimm!



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 18.09.20 22:48 durch ulink.

  4. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: unbuntu 18.09.20 - 22:54

    abdul el alamein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Speziell im Fall Tesla ist es aber so, dass Tesla 0 Benefit davon hätte,
    > die Daten irgendwie personenbezogen zu speichern und auszuwerten. Weil sie
    > kein Geschäftsmodell damit haben.

    Das hat man von den meisten Datenverkäufern auch gedacht, bis die dann aufgeflogen sind. Jede Firma macht doch eigentlich irgendwas anderes. Aber Daten verkaufen bringt halt was ein und wenn man schon welche hat...

    "Linux ist das beste Betriebssystem, das ich jemals gesehen habe." - Albert Einstein

  5. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: tralalala 19.09.20 - 08:26

    abdul el alamein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Speziell im Fall Tesla ist es aber so, dass Tesla 0 Benefit davon hätte,
    > die Daten irgendwie personenbezogen zu speichern und auszuwerten. Weil sie
    > kein Geschäftsmodell damit haben.

    Das halte ich für eine sehr gewagte Aussage. Geschäftsmodelle kommen über einen klitzekleinen Wechsel der Firmenpolitik hinzu und verschwinden, und es gibt auch außerhalb von Tesla Begehrlichkeiten in Hinblick auf solche Daten. Die USA haben z.B. eine Reihe von Three-Letter-Agencies, die im Zweifelsfall auch die Rechtsgrundlage für Zugriffe haben oder erwirken können.

    Und Daten sind auch schon abhanden gekommen und missbraucht worden. Es müssen nicht immer Kreditkartendaten sein.

  6. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: bplhkp 19.09.20 - 09:33

    abdul el alamein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Speziell im Fall Tesla ist es aber so, dass Tesla 0 Benefit davon hätte,
    > die Daten irgendwie personenbezogen zu speichern und auszuwerten.

    Im Artikel steht, dass Tesla die Daten gegen die Interessen ihrer Kunden an die Presse weitergegeben hat.

    Ich finde dass das ziemlich grober Unfug ist.

  7. Du siehst deine Chancen größer als die Risiken der andern.

    Autor: Oh je 19.09.20 - 11:15

    Welche Überraschung.

    Und das Tesla autonomes Fahren ermöglicht. Ja genau. Und Cargolifer weltweiten Transport mit Zeppelinen.

    Tesla ist am autonomen fahren weniger nahe dran als die Konkurrenz. Schon alleine wegen dem Kamera-only-Dogma.
    Und die für 2017 großmäulig angekündige autonome Fahrt von der West- zur Ost-Küste hat bis heute nicht stattgefunden. Dafür haben sie im Frühjahr angekündigt das sie jetzt fast schon Stopschilder und beinahe Ampeln können.
    Gratulation. Ach und Burger King können sie auch.
    Vergiss es das wird nie was.
    Irgendwann wird das Gejammer lauter: "ja wir müssen die Strassen Tesla-gerecht umbauen..."

  8. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: Palerider 19.09.20 - 11:22

    Wer sagt denn, dass es Tesla selbst sein muss, die den Unfug mit den Daten machen? Die Erfahrung zeigt ja nun reichlich, dass Daten auch gerne zweckentfremdet bis schlicht geklaut werden.

    edit: sorry, hatte tralala ja quasi schon geschrieben...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.09.20 11:24 durch Palerider.

  9. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: thrust26 19.09.20 - 15:07

    ulink schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Welche denn? Die Bilder von der Straße? Uiii, ganz schlimm!

    Öffentlicher Raum darf nicht privat überwacht werden. Punkt.

  10. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: s10 19.09.20 - 15:20

    Dann hoffe ich, dass du immer mit geschlossenen Augen draussen rumläufst. Sonst könntest du ja aus Versehen jemand beobachten und ihn somit "überwachen"...

  11. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: Ach 19.09.20 - 16:06

    ulink schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > thrust26 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wo Daten gesammelt werden, werden sie früher oder später auch verwendet.
    > > Dazu sind sie einfach zu wertvoll.
    >
    > Welche denn? Die Bilder von der Straße? Uiii, ganz schlimm!

    Unzählige bewegte Fahraufnahmen, Name und Adresse des Fahrzeughalters mit allen seinen Fehlern und Ordnungswidrigkeiten, Innenfahrzeugaufnahmen des Halters und seiner Mitfahrer, 24/7 Bewegungsprofil des Automobils über Jahre. Ich weis gar nicht wie man sich überhaupt trauen kann, diesen Kram zu versuchen zu relativieren.

  12. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: Kilpikonna 19.09.20 - 17:36

    Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen "jemand sieht mich" und "jemand nimmt mich auf".
    Sicherlich stimmt du mir auch zu, dass es nicht schön ist, wenn ein Spanner zum Fenster reinschaut, während zu dich sexuellem Aktivitäten hingibt. Und bestimmt stimmt du mir auch zu, dass es noch viel weniger schön ist, wenn er dich dabei aufnimmt und die Aufnahmen dann durch ein Datenleck in der Cloud öffentlich abrufbar sind....

  13. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: s10 19.09.20 - 17:46

    Der Vergleich hinkt aber böse. Meine Wohnung ist mein privater Lebensraum. Da hat sicherlich niemand ohne meine Zustimmung zu filmen und dieses Recht würde ich auch keinem anderen absprechen.
    Aber es geht hier nicht um privaten Raum, sondern um öffentlichen Raum. Wenn ich um 15:30 Uhr Sex auf einem Aldi Parkplatz habe, dann würde es mich weder wundern dass Leute zuschauen, noch dass ich gefilmt werde. Denn es ist öffentlicher Raum und da ist mit "Beobachtung" anderer einfach zu rechnen.
    Seien wir mal ehrlich, was glaubst du auf wie vielen privaten Aufnahmen wir alle schon unwissentlich gelandet sind? Jemand filmt seinen Kumpel beim Skaten in einem Park und du läufst im Hintergrund rum. Jemand macht ein Selfie im Einkaufszentrum auf dem du zu sehen bist. Urlaubsaufnahmen, etc. Das ist uns doch allen bekannt, dass so etwas passieren kann wenn wir vor die Tür gehen. Welchen Unterschied macht es da wenn ein Tesla in der Gegend rumfilmt?

  14. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: s10 19.09.20 - 17:56

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Unzählige bewegte Fahraufnahmen, Name und Adresse des Fahrzeughalters mit
    > allen seinen Fehlern und Ordnungswidrigkeiten, Innenfahrzeugaufnahmen des
    > Halters und seiner Mitfahrer, 24/7 Bewegungsprofil des Automobils über
    > Jahre. Ich weis gar nicht wie man sich überhaupt trauen kann, diesen Kram
    > zu versuchen zu relativieren.

    Was ist an den Fahraufnahmen besonders oder personenbezogen? Dazu gibt es ja bereits gefühlt 1 Million Stunden Videomaterial auf Youtube wo Leute ihre Fahrten mit irgendwas gefilmt haben. Halte ich also für irrelevant.

    Name und Adresse des Fahrzeughalters mit all seinen Fehler und Ordnungswidrigkeiten haben auch die verschiedenen Bußgeldstellen der Strassenverkehrsämter. Du erinnerst dich vielleicht: Die Behörden die auch gerne unseren anderen persönlichen Daten verkaufen. Siehe: https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/hintergrund/article-swr-6418.html

    24/7 Bewegungsprofil ist ja wohl heutzutage das lächerlichste Argument überhaupt. Wenn 90% aller Smartphone Nutzer das GPS Tracking und standortbezogene Dienste aktiviert haben, macht das beim Auto echt keinen Unterschied mehr...

  15. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: Ach 19.09.20 - 19:19

    s10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Was ist an den Fahraufnahmen besonders oder personenbezogen?
    Das es die Fahraufnahmen von einer bestimmten Person sind, und dass diese Person sich dessen unter Umständen nicht mal bewusst ist, bzw. dazu von Tesla genötigt ist.

    > Dazu gibt es ja bereits gefühlt 1 Million Stunden Videomaterial auf Youtube wo Leute
    > ihre Fahrten mit irgendwas gefilmt haben.
    Was hat dieser Angriff gegen die Freiheit des einen mit irgendwelchen YTubern zu tun? Was ziehst du denn für komische Verknüpfungen?

    > Halte ich also für irrelevant.
    Was hier irrelevant ist, ist deine persönliche Meinung. Was Tesla macht, ist teilweise gesetzwidrig.

    > Name und Adresse des Fahrzeughalters mit all seinen Fehler und
    > Ordnungswidrigkeiten haben auch die verschiedenen Bußgeldstellen der
    > Strassenverkehrsämter.
    Absolut gar nichts haben die Ämter, außer wenn man mit einem seiner Fehler eine Blitzanlage auslöst. Mit Teslas Überwachungstools ließe sich dagegen eine richtige Liveschaltung aufbauen.

    > Du erinnerst dich vielleicht: Die Behörden die auch
    > gerne unseren anderen persönlichen Daten verkaufen. Siehe:
    > www.swrfernsehen.de
    Tut das rechtlich irgendwas dazu? Nein? Dann sry, interessiert es mich hier nicht.

    > 24/7 Bewegungsprofil ist ja wohl heutzutage das lächerlichste Argument
    > überhaupt. Wenn 90% aller Smartphone Nutzer das GPS Tracking und
    > standortbezogene Dienste aktiviert haben, macht das beim Auto echt keinen
    > Unterschied mehr...
    Eine Sauerei als Grund dazu zu missbrauchen, eine andere Sauerei an anderer Stelle und an allen anderen Menschen zu erlauben, davon träumst du anscheinend. Mobile Phones haben keine Bedeutung für die Bewertung der Observierung durch Tesla, und erst recht geben die Tesla keinen Freibrief dafür.

    Was hast du überhaupt vor? Willst du Geld damit verdienen, Menschen gegen ihren Willen mit Kameras und Mikrofonen zu verfolgen um die Daten dann zu verkaufen?

  16. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: s10 19.09.20 - 19:34

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was hast du überhaupt vor? Willst du Geld damit verdienen, Menschen gegen
    > ihren Willen mit Kameras und Mikrofonen zu verfolgen um die Daten dann zu
    > verkaufen?

    Bist du paranoid? *facepalm*
    Ich schaue mir die Aufnahmen von meinem Tesla normalerweise nicht mal an. Was interessieren mich also irgendwelche Passanten die an meinem Auto vorbei laufen? Und das wird vermutlich auf fast alle anderen Tesla Fahrer auch zutreffen.
    Ich drehe die Frage mal um: Was stimmt mit dir nicht, dass du Tausenden von Menschen unterstellst andere überwachen zu wollen? Würdest du das machen wenn du die technischen Möglichkeiten dazu hättest? Ich wette einfach mal, nein. Denn 99% aller Menschen sind noch irgendwie normal im Kopf.

    Und meine Argumentation baut darauf, dass all deine Argumente gegen Tesla bereits zigfach an anderen Stellen existieren wo es ganz legal erlaubt ist. Ich weiss nicht ob es gegen irgendwelche Gesetze verstösst was Tesla da macht. Aber ich weiss, dass es keinen reellen Einfluss auf unsere Gesellschaft hat. Denn all das existiert bereits und ist bereits Teil unseres täglichen Lebens.

    > Eine Sauerei als Grund dazu zu missbrauchen, eine andere Sauerei an anderer Stelle und an
    > allen anderen Menschen zu erlauben, davon träumst du anscheinend. Mobile Phones haben
    > keine Bedeutung für die Bewertung der Observierung durch Tesla, und erst recht geben die
    > Tesla keinen Freibrief dafür.

    Doch. Geben sie. Denn die Nutzer machen dies einvernehmlich und es berührt auch keine Persönlichkeitsrechte anderer. Dein Argument war, dass einvernehmliches Standorttracking böse ist. Was deine ganz persönliche Meinung ist, aber bei weitem nicht illegal oder eine "Sauerei".

  17. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: Ach 19.09.20 - 22:08

    s10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Bist du paranoid? *facepalm*
    > Ich schaue mir die Aufnahmen von meinem Tesla normalerweise nicht mal an. Was
    > interessieren mich also irgendwelche Passanten die an meinem Auto vorbei laufen?
    > Und das wird vermutlich auf fast alle anderen Tesla Fahrer auch zutreffen.
    > Ich drehe die Frage mal um: Was stimmt mit dir nicht, dass du Tausenden von
    > Menschen unterstellst andere überwachen zu wollen? Würdest du das machen
    > wenn du die technischen Möglichkeiten dazu hättest? Ich wette einfach mal, nein.
    > Denn 99% aller Menschen sind noch irgendwie normal im Kopf.

    Ach so, einer dieser sehr begeisterten Tesla Freunde. Mit der Frage wollte ich erfahren, welches Motiv hinter so einer kurzsichtigen Betrachtung stecken könnte. Nun, jetzt weiß ich es, aber besser macht es die Sache nicht. Zu denken, dass niemand an einer Überwachung anderer interessiert sein würde nur weil man man selber kein Interesse hat, sich kein Geschäftsmodell vorstellen zu können, welches auf der Observierung Ahnungs- oder Wehrloser basiert, sich keine Erpressung vorstellen zu können, und das beste, keine Ahnung über unsere Gesetzgebung zu haben, die uns Bürger sowohl vor den Überwachern sowie vor Jubelhälsen mit Argumenten wie den deinen in Schutz nimmt.

    Sittenwidrige Verträge können soviel Einvernehmen haben wie sie wollen, sie besitzen trotzdem keine Gültigkeit vor dem Gesetz. Werden Dritte ohne ihr Wissen und/oder ohne ihr Einverständnis aufgenommen, verstößt das Ebenso gegen unsere Gesetze. Das mit dem Aufnehmen in der Öffentlichkeit ist ebensowenig ein Freifahrtschein. Ich kenne das Gesetz nicht im Detail, aber weiß dass da durchaus ein paar feinere Abstufungen existieren von dem was zwar vor der Haustür aufgenommen wird, aber dann trotzdem das Persönlichkeitsrecht tangiert. Sonst könnte man z.B. mit der Kamera einem Menschen gegen seinen Willen nach stellen. Das ist schon bei Personen der Öffentlichkeit(Politiker, Berühmtheiten) nur bis zu einem bestimmten Grad möglich, bei Privatpersonen überhaupt nicht.

    Du kannst dir bei Gesetzen nicht einfach mal eben wünschen, dass die genauso ausgelegt würden wie es dir gerade passt. Sry, aber genau so hören sich deine Ausführungen an. IMHO nicht ernst zu nehmen. Im Gegenteil passt dieser Big Brother Award gar nicht mal so schlecht zu Tesla, denn wenn einer Überwachung im Auto populär gemacht hat, dann Tesla. Es gibt zwar viele Dinge, für die man Tesla nur in den höchsten Tönen loben kann, ihr Observierungswahn gehört aber ganz bestimmt nicht dazu.

  18. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: s10 19.09.20 - 22:57

    Jetzt bleib doch mal auf dem Boden. Denn ganz ehrlich, deine Ausführungen klingen schon ein klein wenig wahnhaft.

    > nur weil man man selber kein Interesse hat, sich kein Geschäftsmodell vorstellen zu können,
    > welches auf der Observierung Ahnungs- oder Wehrloser basiert, sich keine Erpressung
    > vorstellen zu können,

    Ich kann mir solche "Geschäftsmodelle" nur bei Geheimdiensten, geheimdienstnahen Firmen und der Mafia vorstellen um ehrlich zu sein. Aber nicht so wirklich von einem Autobauer... Der will doch Autos verkaufen und keine Leute erpressen oder Leute gezielt und absichtlich observieren. Das ergibt doch wirklich keinerlei Sinn. Damit verdient der doch nicht einen Euro.

    > Es gibt zwar viele Dinge, für die man Tesla nur in den höchsten Tönen loben kann, ihr
    > Observierungswahn gehört aber ganz bestimmt nicht dazu.

    Tesla hat doch keinen Observierungswahn. Wozu sollten sie den denn haben? Auch hier ergibt das wieder keinen Sinn. Tesla verdient sein Geld mit Autos. Und wie alle Firmen wollen sie mit ihrem Produkt möglichst viel Geld machen und an der Technologiespitze stehen. Passanten zu filmen hilft Tesla da wirklich nicht dabei. Diese Daten kann man ja noch nicht mal vernünftig verkaufen oder verwerten.

    Warum haben Teslas so viele Kameras? Wegen den autonomen Fahrfunktionen. Denn Tesla setzt nicht auf teure Laser bzw. LIDAR Technologie sondern will das mit günstigen Mitteln erreichen, ergo Kameras. Normalerweise sind die Kameras auch aus, wenn man das Auto verlässt. Nur wenn man möchte und der Nutzer das aktiv einschaltet, kann man den sog. Sentry Modus aktivieren, der dann tatsächlich 7x24 alles rundherum aufzeichnet, auch wenn das Auto ausgeschaltet und abgeschlossen ist.
    Die Kameras sind aber nicht wegen dem Sentry Modus verbaut, sondern eben wegen den autonomen Fahrfunktionen. Der Sentry Modus ist nur das "Abfall Feature", das sich wahrscheinlich zufällig aus der Entscheidung auf Kameras zu setzen ergeben hat. Denn ansonsten müsste man keinen eigenen USB Stick kaufen und anschliessen und den Modus explizit aktivieren.
    Und ehrlich gesagt funktioniert dies auch nur im näheren Umfeld gut. In den angegeben 250m Entfernung kann man zwar noch erkennen, dass da ein Mensch ist, aber man kann keine Details wie Gesichter mehr erkennen. Dafür sind die Kameras nicht hochauflösend genug.

    So. Und nun nochmal. Findest du nach dieser Argumentation immer noch dass Tesla der böse Big Brother ist? Wären diese Big Brother Awards ehrlich und seriös, müssten sie jedes Jahr dieselben auszeichnen: Die Firmen und Organisationen, die tatsächlich die Privatsphäre der Menschen empfindlich berühren, kaum oder gar nicht darauf hinweisen und effektiv an Überwachung und Unterdrückung teilnehmen.
    Denn das sind jedes Jahr aufs neue dieselben Kandidaten: Google, Facebook, Amazon, Microsoft, ein Haufen Regierungen, noch mehr Geheimdienste und die gesamte Werbeindustrie...

  19. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: Ach 20.09.20 - 00:37

    > Jetzt bleib doch mal auf dem Boden. Denn ganz ehrlich, deine Ausführungen
    > klingen schon ein klein wenig wahnhaft.

    Was du mit "wahnhaft" betitelst ist unsere Gesetzgebung. Der sind deine Ansichten egal, und mir ebenso.

    > Ich kann mir solche "Geschäftsmodelle" nur bei Geheimdiensten, geheimdienstnahen
    > Firmen und der Mafia vorstellen um ehrlich zu sein. Aber nicht so wirklich von einem
    > Autobauer... Der will doch Autos verkaufen und keine Leute erpressen oder Leute
    > gezielt und absichtlich observieren. Das ergibt doch wirklich keinerlei Sinn.
    > Damit verdient der doch nicht einen Euro.

    Es ist ja noch nie ein Hersteller auf die Idee gekommen, seine Produkte mit dem Verkauf von Daten quer zu finanzieren, klar. Es fällt mir wirklich schwer mir vorzustellen, dass ein Teslafahrer auf einer IT Seite noch nicht auf diese Idee gekommen sein sollte. Es braucht ja auch nur ein einzelner Mitarbeiter zu sein aus der Kette der Menschen, die zugriff auf die Daten haben, jemand eine Person die Übles mit den Daten im Sinn hat. Das hat es schon immer gegeben und das wird es immer geben. Ob Wirtschaftsspionage, Geheimdienstliche Aktivitäten, Journalistische Aktivitäten, Informationen über das politische Gegenüber, bis hin zu Kriminellen, die über den Aufenthaltsort ihrer potenziellen Opfer bescheid wissen wollen, etwa weil sie einen Einbruch planen, jemand missbraucht seine Position um seiner Frau nachzuspionieren, in einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischem dem Hersteller und einem Kunden verweigert Tesla dem Kunden den Zugriff auf seine Fahrdaten, erlaubt den Zugriff aber sich selber, Tesla könnte Berufsbewerber, potenzielle Mitarbeiter oder Gewerkschaftsmitglieder aushorchen, Leute mit Krankenschein überprüfen, das Potenzial ist endlos. Tatsächlich wurden die Server von Tesla sogar schon gehackt mit vollem Zugriff sogar, zum Glück aber von einem guten Hacker der sich mit der Firma in Verbindung setzte.

    > Warum haben Teslas so viele Kameras? Wegen .... mehr erkennen. Dafür sind die
    > Kameras nicht hochauflösend genug.

    > So. Und nun nochmal. Findest du nach dieser Argumentation immer noch dass
    > Tesla der böse Big Brother ist?

    Du verstehst einfach nicht wie diese Sache läuft, oder? Es geht nur zu einem Bruchteil um Teslas eigenen vorsätzlichen Datenmissbrauch, und es geht auch nicht um die aktuelle Qualität ihrer Hardware, es geht darum, dass sich Tesla als Türöffner betätigt hat, als Wegbereiter für alle möglichen Gestalten, darunter auch die die sich den freizügigen Zugriff auf Kundendaten voll kommerziell und unter Umständen auch voll kriminell zu nutze machen werden. Dehnen allen hat Tesla den Weg in den privaten PKW ausgelegt, durch ein unverantwortliches Einsammelnvon und Handtieren mit Kundendaten. Bis Tesla war das in Autos noch Tabu, aber nun, nachdem man es Tesla durchgehen lässt, muss man es allen durchgehen lassen, das ist das Problem, und deshalb ist der Award verdient.

    Edit: Und da ich die Entwicklung seit Jahren verfolge, ist mir durchaus bewusst was Tesla vorhat mit den Kamera- statt Lidardaten. Aber vielleicht ist auch gerade das ein großer Fehler. Lidardaten sind im selben Moment unpersönlicher wie präziser. Lidars sind zwar kostspieliger, dafür erspart man sich einen Großteil der Probleme, die durch das Filmen in der Privatsphäre von Menschen entstehen, und das sollte es eigentlich wert sein.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.09.20 00:52 durch Ach.

  20. Re: Land der Bedenkenträger

    Autor: s10 20.09.20 - 01:20

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was du mit "wahnhaft" betitelst ist unsere Gesetzgebung. Der sind deine
    > Ansichten egal, und mir ebenso.

    > Es ist ja noch nie ein Hersteller auf die Idee gekommen, seine Produkte mit
    > dem Verkauf von Daten quer zu finanzieren, klar. Es fällt mir wirklich
    > schwer mir vorzustellen, dass ein Teslafahrer auf einer IT Seite noch nicht
    > auf diese Idee gekommen sein sollte. Es braucht ja auch nur ein einzelner
    > Mitarbeiter zu sein aus der Kette der Menschen, die zugriff auf die Daten
    > haben, jemand eine Person die Übles mit den Daten im Sinn hat. Das hat es
    > schon immer gegeben und das wird es immer geben. Ob Wirtschaftsspionage,
    > Geheimdienstliche Aktivitäten, Journalistische Aktivitäten, Informationen
    > über das politische Gegenüber, bis hin zu Kriminellen, die über den
    > Aufenthaltsort ihrer potenziellen Opfer bescheid wissen wollen, etwa weil
    > sie einen Einbruch planen, jemand missbraucht seine Position um seiner Frau
    > nachzuspionieren, in einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischem dem
    > Hersteller und einem Kunden verweigert Tesla dem Kunden den Zugriff auf
    > seine Fahrdaten, erlaubt den Zugriff aber sich selber, Tesla könnte
    > Berufsbewerber, potenzielle Mitarbeiter oder Gewerkschaftsmitglieder
    > aushorchen, Leute mit Krankenschein überprüfen, das Potenzial ist endlos.
    > Tatsächlich wurden die Server von Tesla sogar schon gehackt mit vollem
    > Zugriff sogar, zum Glück aber von einem guten Hacker der sich mit der Firma
    > in Verbindung setzte.

    Wir haben hier vom Geschäftsmodell von Tesla geredet. Nicht von irgendwelchen kriminellen Machenschaften von Einzelpersonen oder Regierungen bzw. Geheimdiensten. Die wird es immer geben. Klar. Hat aber rein gar nichts direkt mit Tesla zu tun, sondern ist ein generelles gesellschaftliches Problem. Und daher habe ich deine Aussagen als übertrieben (wörtlich: "ein klein wenig wahnhaft") bezeichnet.
    Vermutlich brauchen Regierungen und Geheimdienste diese Videoaufzeichnungen von der Aussenwelt deines Autos noch nicht mal, wenn sie dein Smartphone problemlos in einen GPS Tracker und Abhörwanze verwandeln können.

    Aber das Hauptargument ist:
    Alle von dir aufgezählten Beispiele sind entweder per se illegal oder legitim (Geheimdienste, etc.). Das hat nichts mit irgendwelchen Datenschutzgesetzen oder Tesla an sich zu tun.

    Folgt man deiner Logik, ist das einzige was übrig bleibt:
    Tesla baut Kameras aussen dran. Die können als das 1001. Einfallstor in die Privatsphäre von Dritten missbraucht werden. Und ja. Das Argument kann man tatsächlich nicht entkräften. Aber die logische Schlussfolgerung wäre demnach, dass wir auch die 1000 anderen Missbrauchspotentiale in unserer Technologielandschaft abschaffen und wieder unter einem Stein leben, weil im Endeffekt jegliche Technologie die vernetzt ist und persönliche Dienste anbietet missbraucht werden kann.

    Da dies auch wenig praktikabel ist, fangen wir vielleicht mal an uns über Risiken, Nutzen und Chancen von Technologien Gedanken zu machen. Das ganze Leben ist ein Risiko. Ich kann auch überfallen und ausgeraubt werden, wenn ich rausgehe. Aber nun nicht mehr rauszugehen oder nur noch bewaffnet und mit 100 Schutzsystemen macht ja auch irgendwie keinen Sinn.
    Und die Kameras haben ein gewisses Missbrauchspotential, haben aber die Chance die Menschheit weiter nach vorne zu bringen. Autonome Fahrzeuge sind per se nicht so schlecht für eine moderne Zukunft. Und Tesla könnte, ganz vielleicht, unter Umständen, daran einen nicht unwesentlichen Beitrag leisten. Aber dafür brauchen sie nunmal die verdammten Kameras am Auto.

    Vielleicht setzt sich irgendwann auch eine bessere (datenschutzkonformere) Technologie, die bspw. auf Laser basiert oder mit Wärmebildkameras arbeitet durch und die Kamera Idee von Tesla landet in der Versenkungen. Aber das wissen wir heute noch nicht.

    Also, Kameras weg? Eine mögliche Chance für eine bessere Zukunft der Menschen wegwerfen? Oder mit einem Haufen zusätzlichem technischen Aufwand die Dinger irgendwie datenschutzkonform betreiben? Nur weil ein minimales Missbrauchspotential besteht? Dass Geheimdienste die Daten abziehen oder verwerten oder dass sie von Kriminellen geklaut und tatsächlich missbraucht werden, halte ich tatsächlich für ziemlich unwahrscheinlich (aber zumindest für denkbar). Allerdings würden alle von dir genannten Beispiele würden auch nur Einzelpersonen betreffen und eignen sich nicht für eine massenhafte Überwachung von vielen.

    Um den Bogen zu schliessen und die Unterhaltung langsam zu beenden (da wir beide bei diesem Thema wohl nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen):
    Ob Tesla gegen irgendwelche Gesetze verstösst oder nicht, müssen wohl Gerichte entscheiden. Es gibt da draussen bereits Unmengen an Kameras und in Einzelfällen ist auch eine teilweise Überwachung des öffentlichen Raums erlaubt. Es wäre zumindest denkbar, dass solch eine Ausnahme auch für Teslas gilt, da der überwachte Raum sehr eingeschränkt ist, keine Personen gezielt überwacht werden und es einen Anlass gibt dauerhaft aufzuzeichnen (jemand macht mein Auto kaputt/bricht ein = Analog zum Einbruchsschutz bei Häuser und Geschäften).

    Und ob das nun ethisch und moralisch korrekt ist, ob das Risiko eines potentiellen Missbrauchs die Chancen aufwiegen, usw. muss jeder für sich selbst entscheiden. Eigentlich ging es mir bei der ganzen Argumentation mit dir nur um diesen Punkt. Da ich eben nicht sicher sagen kann ob das nun illegal ist oder nicht. Dafür kenne ich die deutschen Gesetze und Rechtssprechung einfach zu wenig. Aber ich kann einen moralischen und ethischen Standpunkt zu diesem Thema haben. Und dieser fällt in der Sache "Pro Tesla" aus (siehe Argumentation oben).

    Und schonmal Danke für deinen Input zu diesem Thema. :-)

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Senftenberg
  2. August Storck KG, Halle (Westf.)
  3. GRAMMER AG, Ursensollen bei Amberg
  4. Hays AG, Nürnberg

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 158€ (Bestpreis!)
  2. mit Rabattcode "GESCHENK5"
  3. 65,95€
  4. (u. a. Seagate Game Drive PS4 2TB The Last of Us 2 Special Edition für 78,29€, Seagate Game...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Differential Privacy: Es bleibt undurchsichtig
Differential Privacy
Es bleibt undurchsichtig

Mit Differential Privacy soll die Privatsphäre von Menschen geschützt werden, obwohl jede Menge persönlicher Daten verarbeitet werden. Häufig sagen Unternehmen aber nicht, wie genau sie das machen.
Von Anna Biselli

  1. Strafverfolgung Google rückt IP-Adressen von Suchanfragen heraus
  2. Datenschutz Millionenbußgeld gegen H&M wegen Ausspähung in Callcenter
  3. Personenkennziffer Bundestagsgutachten zweifelt an Verfassungsmäßigkeit

Serien & Filme: Star Wars - worauf wir uns freuen können
Serien & Filme
Star Wars - worauf wir uns freuen können

Lange sah es so aus, als liege die Zukunft von Star Wars überwiegend im Kino. Seit dem Debüt von Disney+ und dem teils schlechten Abschneiden der neuen Filme hat sich das geändert.
Von Peter Osteried

  1. Star Wars Disney und Lego legen Star Wars Holiday Special neu auf
  2. Star Wars Squadrons im Test Die helle und dunkle Seite der Macht
  3. Disney+ Erster Staffel-2-Trailer von The Mandalorian ist da

Corsair K60 RGB Pro im Test: Teuer trotz Viola
Corsair K60 RGB Pro im Test
Teuer trotz Viola

Corsair verwendet in der K60 Pro RGB als erster Hersteller Cherrys neue preiswerte Viola-Switches. Anders als Cherrys günstige MY-Schalter aus den 80ern hinterlassen diese einen weitaus besseren Eindruck bei uns - der Preis der Tastatur hingegen nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Corsair K100 RGB im Test Das RGB-Monster mit der Lichtschranke
  2. Corsair Externes Touchdisplay ermöglicht schnelle Einstellungen
  3. Corsair One a100 im Test Ryzen-Wasserturm richtig gemacht