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Technologische Sackgasse

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  1. Technologische Sackgasse

    Autor: mac4ever 10.07.15 - 16:29

    Vectoring ist eine technologische Sackgasse, nur gut zur Profitmaximierung. Ich denke noch mit Grausen an die Diskussion hier vor einigen Monaten, als ein paar Telekom-Trolle versucht haben, das Gegenteil zu belegen.

    Egal, wer sich dagegen ausspricht und für FTTH, er hat meine Unterstützung.

  2. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: Ovaron 10.07.15 - 21:00

    mac4ever schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vectoring ist eine technologische Sackgasse

    Ja, ist es. Ebenso wie Koaxkabel.

    Ändert nichts daran das beides gegenwärtig immer noch die preiswertesten und schnellsten Techniken sind um viele Haushalte in kurzer Zeit mit brauchbaren Bitraten zu versorgen.

    Vielleicht sollte man mal klein anfangen: Bei der Erstversorgung von Neubaugebieten die Förderung für Breitbandtechniken auf Basis von Kupfer oder Funk komplett abschaffen. Das würde einige Bauherren zwar hart treffen, aber nur weil sie dann die realen Anschlußkosten zu tragen hätten.

  3. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: mac4ever 10.07.15 - 23:54

    Ovaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mac4ever schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Vectoring ist eine technologische Sackgasse
    >
    > Ja, ist es. Ebenso wie Koaxkabel.
    >
    > Ändert nichts daran das beides gegenwärtig immer noch die preiswertesten
    > und schnellsten Techniken sind um viele Haushalte in kurzer Zeit mit
    > brauchbaren Bitraten zu versorgen.

    Preiswert und in kurzer Zeit. Das ist es. Nicht nachhaltig, entwicklungsfähig oder zukunftssicher. Preiswert - mit anderen Worten: Profitmaximierung, darum geht es. Es wurde verdient, und dieses Geld liegt in privaten Taschen. Und da soll es bleiben. Und noch mehr werden natürlich. Es muß sich möglichst morgen schon rechnen, nicht erst übermorgen.

    Sarkasmus on: Denn das können wir uns als Exportweltmeister und international technologisch weitentwickeltes, in bestimmten Bereichen sogar (noch!) führendes Land natürlich NICHT leisten. Aber das Fastfood-Prinzip bei der IT-Infrastruktur. Neuland läßt grüßen. Mehr wollen wir uns nach Meinung der relevanten Entscheider nicht leisten. Sch...drauf, daß dIe Fläche ausblutet, weil kein Betrieb es sich mehr leisten kann, dort hinzuziehen, wo der Upload nur tröpfelt. Ich bin begeistert....Sarkasmus off...

  4. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: Ovaron 11.07.15 - 08:48

    mac4ever schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Preiswert und in kurzer Zeit. Das ist es.

    Ja, das ist es.

    > Nicht nachhaltig,

    Doch, auch das. Obwohl es nicht erwähnt wurde. Die Glasfaserstrecke wird in Richtung Kunde verlängert. Nicht in dem Tempo das man sich wünschen würde, aber wenigstens in die richtige Richtung.

    > entwicklungsfähig

    Aber selbstverfreilich entwicklungsfähig! Wird ja auch (noch) ständig weiterentwickelt. SuperVectoring und G.Fast.

    > oder zukunftssicher.

    Nein, das nicht. Aber Gegenwartssicher. Ich kann waren bis in 25 Jahren die Planung steht und die Glasfaser bis in meine Wohnung gelegt wird. Oder ich kann nächstes Jahr mit 50/10 und drei Jahre drauf mit 100/40 surfen.

    > Preiswert - mit anderen Worten: Profitmaximierung,
    > darum geht es.

    Ja, auch darum geht es letztlich. Du klingst als hättest Du ein Problem damit das wir in einem System leben das Profitmaximierung als Erstrebenswert propagiert. Du solltest falls Deine Abscheu gegen dieses System zu groß wird unbedingt daran denken in eines der nicht profitorientierten Paradiese auszuwandern. Kuba oder Nord korea zum Beispiel sollen unter Einwanderern enorm beliebt sein weil dort Profite verpönt sind.

    > Sch...drauf, daß dIe Fläche ausblutet, weil kein Betrieb
    > es sich mehr leisten kann, dort hinzuziehen

    Wirklich? Zum Abschluß Deiner glorreichen Rede nochmal die Schulhofphantasien von den blühenden Landschaften dank Download bist der Arzt kommt? <lol>

  5. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: x2k 11.07.15 - 09:52

    Der mist ist ja nichtmal mehr abwärtz kompatibel. Wo man an VDSL nich ein ADSL2+ modem hängen konnte, war es möglich noch eine internet verbindung aufzubauen.
    Wenn man eine vectoring leitung hat und der router ausfällt, kann man ja nichtmal mehr ein altgerät als notfall lösung anschlißen.

  6. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: sneaker 11.07.15 - 10:52

    Ob man alte Modems dranhängen kann, ist allein Einstellungssache. Bei der Telekom konnte man noch nie an VDSL-Anschlüssen (auch ohne Vectoring!) ADSL2+-Modems betreiben, weil in den DSLAMs kein entsprechendes Rückfallprofil eingerichtet ist.

  7. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: x2k 11.07.15 - 11:43

    Bei o2 ging es. Nur war ich immer der meinung das die telekom leitungen und auch dessen DSLAMs mit benutzen.

  8. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: plutoniumsulfat 11.07.15 - 12:08

    Diese exzessive Profitmaximierung von Privatunternehmen auf Kosten der Bevölkerung finde ich zumindest nicht erstrebenswert. Denke, da wird mir der ein oder andere zustimmen. Kuba ist leider auch nicht der Weisheit letzter Schuss. Da muss was anderes her.

  9. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: spezi 11.07.15 - 12:24

    x2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der mist ist ja nichtmal mehr abwärtz kompatibel. Wo man an VDSL nich ein
    > ADSL2+ modem hängen konnte, war es möglich noch eine internet verbindung
    > aufzubauen.
    > Wenn man eine vectoring leitung hat und der router ausfällt, kann man ja
    > nichtmal mehr ein altgerät als notfall lösung anschlißen.

    Rein technisch sollte das gehen. Vectoring wird nur auf den "VDSL-exklusiven" Frequenzbereich angewendet, nicht auf den unteren Frequenzbereich (POTS, ISDN, ADSL2+). Deswegen müssen alle VDSL-Anschlüsse an einem Kabelstrang auf Vectoring umgestellt werden, während ADSL2+ Anschlüsse unabhängig davon weiterbetrieben werden können.
    Soweit ich gelesen habe sollten nicht Vectoring-fähige Router auch eine 16 Mbit/s-Verbindung als Rückfallprofil aufbauen können.

  10. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: mac4ever 11.07.15 - 12:51

    Ich habe in der Tat dezidiert etwas gegen Profitmaximierung, wenn in der Folge die Infrastruktur und damit die Zukunftsfähigkeit eines ganzen Landes darunter leidet, weil vorhandene strukturell schwache Gebiete noch weiter abgehängt werden.

    Profitmaximierung bedeutet immer: divide et impera. Sie macht die Starken stärker und die Schwachen noch schwächer. Aus diesen Erwägungen heraus gehört die Infrastruktur eines Landes einfach nicht in private Hand - Punkt.

  11. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: dl01 11.07.15 - 13:27

    > Doch, auch das. Obwohl es nicht erwähnt wurde. Die Glasfaserstrecke wird in Richtung Kunde verlängert. Nicht in dem Tempo das man sich wünschen würde, aber wenigstens in die richtige Richtung.
    Großartig, es wird ein (!) Fasernbündel vom HVt zum zum O-DSLAM verlegt. Die Verlegung der restlichen Fasern als TAL zum Kunden in der Größenordnung von einigen Dutzend bis einigen Hundert pro DSLAM, wird bis Ultimo vertagt.

    Den FTTB/H-Ausbau bringt das also allenfalls im Promillebereich voran.
    Gib mal eine Schätzung ab: Wie viele Jahre wird es dauern, bis alle Kupfer-TAL durch LWL ersetzt wurden? Wäre es da nicht irgendwie eine gute Idee, wenn man jetzt schon damit anfangen würde, wo die Leitungen noch nicht am absoluten Limit* betrieben werden?

    > Nein, das nicht. Aber Gegenwartssicher. Ich kann waren bis in 25 Jahren die Planung steht und die Glasfaser bis in meine Wohnung gelegt wird. Oder ich kann nächstes Jahr mit 50/10 und drei Jahre drauf mit 100/40 surfen.
    2 Jahre Abschreibungsdauer auf das frisch installierte VDSL-Equipment? Eher nicht.
    Und dann VDSL, Vectoring, SuperVectoring und G.Fast in der Fläche? Auch nicht. Die weniger urbanen Gegenden werden spätestens bei VDSL, eher noch bei ADSL2+ hängen bleiben, weil sich die Dämpfung der langen Kupferleitungen dort am ehesten rächt. LWL hat dieses Problem im übrigen nicht. ;-)

    > Du klingst als hättest Du ein Problem damit das wir in einem System leben das Profitmaximierung als Erstrebenswert propagiert.
    Abgesehen davon, dass dieses Streben bisweilen groteske Züge annimmt: Es gibt Bereiche, die gehören einfach nicht dem Gott der Profitmaximierung unterworfen. Infrastruktur zum Beispiel. Wegen öffentlichem Interesse und so.

    Oder hältst du es für legitim, dass Bedürfnisse der Allgemeinheit nicht befriedigt werden dürfen, weil Shareholder ihre Pfründe in Gefahr sehen?

    * = hinsichtlich der Auslastung; technisch werden sie ja bereits weit über dem Limit betrieben



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.07.15 13:35 durch dl01.

  12. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: sneaker 11.07.15 - 13:59

    x2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei o2 ging es. Nur war ich immer der meinung das die telekom leitungen
    > und auch dessen DSLAMs mit benutzen.
    Telefonica hat auch eigene DSLAMs, will diese aber in Zukunft aufgeben und schaltet neue Anschlüsse inzwischen nur noch über die Telekom. Wenn es bei Dir ging, warst Du wohl noch an einem Telefonica-DSLAM.

    spezi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Soweit ich gelesen habe sollten nicht Vectoring-fähige Router auch eine 16
    > Mbit/s-Verbindung als Rückfallprofil aufbauen können.
    Ja, aber das Rückfallprofil der Telekom bei Vectoring ist ebenfalls VDSL. Nur die höheren Frequenzen werden ausgespart. (Davon ab funktioniert das häufig nicht richtig, wenn man bisherigen Erfahrungsberichten vertraut.)

    dl01 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Großartig, es wird ein (!) Fasernbündel vom HVt zum zum O-DSLAM verlegt.
    > Die Verlegung der restlichen Fasern als TAL zum Kunden in der Größenordnung
    > von einigen Dutzend bis einigen Hundert pro DSLAM, wird bis Ultimo
    > vertagt.
    Wobei das bereits ausreichend sein kann, je nach Netzstruktur. Die Telekom setzt bei FTTH auf GPON mit 1:32-Splitting, d.h. eine Faser kann 32 Kunden versorgen. Die GPON-Nachfolger erlauben noch höhere Splittingfaktoren.
    (Jetzt mal unabhängig davon, inwieweit beim Vectoring-Ausbau tatsächlich bereits FTTH mit eingeplant wird. Ich bin in der Hinsicht ebenfalls sehr skeptisch.)

  13. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: dl01 11.07.15 - 14:52

    > Wobei das bereits ausreichend sein kann, je nach Netzstruktur. Die Telekom setzt bei FTTH auf GPON mit 1:32-Splitting, d.h. eine Faser kann 32 Kunden versorgen. Die GPON-Nachfolger erlauben noch höhere Splittingfaktoren.
    (Jetzt mal unabhängig davon, inwieweit beim Vectoring-Ausbau tatsächlich bereits FTTH mit eingeplant wird. Ich bin in der Hinsicht ebenfalls sehr skeptisch.)

    Das ist richtig. Auch mit Aktivtechnik und einem entsprechend größerem Teilungsverhältnis dürfte eine einzelne Faser noch genügend Kapazitäten zur Verfügung stellen können, um allen Kunden am DSLAM eine ausreichende Datenrate zur Verfügung stellen zu können.

    Die Aussage ging eher in eine andere Richtung: Es bringt den FTTB/H-Ausbau nicht voran, wenn nur die O-DSLAM per LWL angebunden werden. Das ist nur ein Fasernbündel. Die wirklich aufwendigen Arbeiten -- nämlich das Verlegen von Hunderten Fasern zu den einzelnen Kunden -- wird weiterhin aufgeschoben.

  14. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: zu Gast 11.07.15 - 21:45

    mac4ever schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vectoring ist eine technologische Sackgasse, nur gut zur
    > Profitmaximierung. Ich denke noch mit Grausen an die Diskussion hier vor
    > einigen Monaten, als ein paar Telekom-Trolle versucht haben, das Gegenteil
    > zu belegen.
    >
    > Egal, wer sich dagegen ausspricht und für FTTH, er hat meine Unterstützung.

    Ich versteht es einfach nicht, oder wollt es nicht verstehen.
    Mit dieser Überganslösung sollen jetzt Bedürfnisse befriedigt werden.
    Oder einfach gesagt "Ich will jetzt 50Mbits / 100Mibits" haben und nicht darauf vertröstet werden in 10 oder 15 Jahren mal 400 zu bekommen. DAS bringt mir kurzfristig so rein gar nichts.

    Es kann faktisch nur eine Lösung geben, die einmal kurzfristig Bedürfnisse befriedigen kann und es erfordert Investitionen für die Zukunft.

  15. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: DrWatson 12.07.15 - 00:27

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diese exzessive Profitmaximierung von Privatunternehmen auf Kosten der
    > Bevölkerung finde ich zumindest nicht erstrebenswert.

    Was wäre dein Gegenvorschlag?

    Der Punkt ist, dass die breite Masse der Bevölkerung mit Vectoring zufrieden ist und dass FTTH halt teuer ist und es nur wenige zahlen wollen.

  16. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: DrWatson 12.07.15 - 00:36

    mac4ever schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Profitmaximierung bedeutet immer: divide et impera. Sie macht die Starken
    > stärker und die Schwachen noch schwächer.

    Profitmaximierung ist die effizienteste Art der Ressourcenallokation.

    Alles andere würde nämlich bedeuten, dass irgendwo anders Ressourcen weggenommen werden, wo sie eigentlich dringender Gebraucht werden.

  17. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: Ovaron 12.07.15 - 08:08

    dl01 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Großartig, es wird ein (!) Fasernbündel vom HVt zum zum
    > O-DSLAM verlegt.

    Was soll das bitte sein, ein Fasernbündel?

    > Die Verlegung der restlichen Fasern als TAL zum Kunden
    > in der Größenordnung von einigen Dutzend bis einigen
    > Hundert pro DSLAM, wird bis Ultimo vertagt.

    Sie wird aufgeschoben ja. Das Argument war aber, das Vorgehen sei nicht nachhaltig. Genau das ist es aber.

    > Den FTTB/H-Ausbau bringt das also allenfalls im
    > Promillebereich voran.

    Es bringt jeden darüber versorgten Haushalt bis auf wenige dutzend bis wenige hundert Meter an die Glasfaser heran.

    > Gib mal eine Schätzung ab: Wie viele Jahre wird es dauern, bis alle Kupfer-TAL durch LWL ersetzt wurden?

    Alle? Auch die zum letzten Aussiedlerhof mit heute schon 80 jährigen Bewohnern ohne Kinder und ohne Perspektive auf Weiternutzung? Hoffentlich niemals! Würde nur unnötig die Kosten in die Höhe treiben.

    Ich würde eher für 9x% tippen. Vielleicht 30, 40 Jahre. Eine Große Welle für die Nachrüstung erwarte erst in 10-20 Jahren. Nadelstiche, zum Beispiel Umrüstung von Opal auf FTTB/FTTH gibts bereits 2016.

    > Wäre es da nicht irgendwie eine gute Idee, wenn man
    > jetzt schon damit anfangen würde, wo die Leitungen noch
    > nicht am absoluten Limit* betrieben werden?

    Man fängt doch jetzt damit an. Das war der Anfangspunkt. Die Verbindung HVT-KVZ auf Glasfaser umzurüsten ist der Einstieg zu FTTH.

    > Und dann VDSL, Vectoring, SuperVectoring und G.Fast in
    > der Fläche? Auch nicht. Die weniger urbanen Gegenden
    > werden spätestens bei VDSL, eher noch bei ADSL2+
    > hängen bleiben

    Bei uns in Hessen werden gerade diese weniger urbanen Gegenden durchwühlt.

    http://www.wiebelsbach.info/2015/02/breitbandausbau-vor-dem-zeitplan-start-im-august/

    -> 1500 Einwohner

    > weil sich die Dämpfung der langen
    > Kupferleitungen dort am ehesten rächt. LWL hat dieses
    > Problem im übrigen nicht. ;-)

    Weswegen man die Kupferleitung um den Hauptanteil HVT-KVZ kürzt. Danach sind die Leitungslängen die gleichen wie in Neubaugebieten der Stadt.

    > * = hinsichtlich der Auslastung; technisch werden sie ja
    > bereits weit über dem Limit betrieben

    Unsinn. Sie werden am Limit betrieben. Und dieses Limit wurde in jeder Generation der xDSL Techniken nach oben geschoben obwohl vorher gesagt wurde das ginge nicht. Mehr als 144 Kbit (ISDN)? Geht nicht. Mehr als 8 Mbit (ADSL)? Unmöglich? Mehr als VDSL2(200 Mbit)? Kann gar nicht funktionieren.

    Jedesmal wurde gesagt "nun ist aber Schluß, schneller geht nicht". Und jedesmal kamen die Techniker mit einer Lösung um die Ecke die zwar aufwendig und damit teuer ist, die aber nach Ansicht der Bleistiftschubser immer noch billiger war und ist als der direkte Ausbau zu FTTH.

    Natürlich kann das nicht ewig so weitergehen. Aber noch geht es weiter. (SuperVectoring ohne Buddeln, G.Fast vermutlich als Startpunkt für FTTB)

  18. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: sneaker 12.07.15 - 10:08

    Ovaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es bringt jeden darüber versorgten Haushalt bis auf wenige dutzend bis
    > wenige hundert Meter an die Glasfaser heran.
    Es gibt weiterhin Haushalte, die zu weit von den KVz entfernt liegen. Wir sprechen von Entfernungen von z.B. 2 - 3 km.

    > > Gib mal eine Schätzung ab: Wie viele Jahre wird es dauern, bis alle
    > Kupfer-TAL durch LWL ersetzt wurden?
    Das wäre ein Argument, besser gestern begonnen zu haben. Andere Länder haben dies auch getan. In Deutschland aber offensichtlich ein Argument, das ganze immer weiter rauszuschieben.

    > Alle? Auch die zum letzten Aussiedlerhof mit heute schon 80 jährigen
    > Bewohnern ohne Kinder und ohne Perspektive auf Weiternutzung? Hoffentlich
    > niemals! Würde nur unnötig die Kosten in die Höhe treiben.
    Es gibt in Deutschland ländliche Gemeinden und Landkreise, in denen 100%-FTTH-Ausbauten betrieben werden. Für ein so dichtbesiedeltes Land wie Deutschland ist das durchaus machbar.

    In Irland hat man kürzlich beschlossen, die 30% ländlichsten und am schwersten zu versorgenden Haushalte mit FTTH anzuschließen. Die Einsicht war, daß FTCC/VDSL/Vectoring nicht zuletzt wegen der Leitungslängen im ländlichen Raum nicht zukunftssicher ist und keine staatlichen Gelder hineinfließen sollten.

    > Man fängt doch jetzt damit an. Das war der Anfangspunkt. Die Verbindung
    > HVT-KVZ auf Glasfaser umzurüsten ist der Einstieg zu FTTH.
    Damit hat die Telekom bereits vor 10 Jahren angefangen. Damals noch ohne Vectoring, aber ansonsten macht es keinen Unterschied.

    > Bei uns in Hessen werden gerade diese weniger urbanen Gegenden durchwühlt.
    >
    > www.wiebelsbach.info
    >
    > -> 1500 Einwohner
    Mit öffentlichen Geldern gefördert:
    http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt-dieburg/kreis-darmstadt-dieburg/breitband-arbeiten-am-schnellen-internet-liegen-vor-dem-zeitplan_15229167.htm

    Das bedeutet Ihr bekommt in absehbarer Zeit kein Vectoring, "nur" VDSL. (Für die, die nah genug am KVz wohnen)

    > Weswegen man die Kupferleitung um den Hauptanteil HVT-KVZ kürzt. Danach
    > sind die Leitungslängen die gleichen wie in Neubaugebieten der Stadt.
    Die KVz-Standorte bestehen aber seit Post-Zeiten. An Internet und durchgehend kurze Leitungen zu den Häusern hat damals noch niemand gedacht, deshalb sind kurze Leitungslängen dort nicht garantiert.

    > Unsinn. Sie werden am Limit betrieben. Und dieses Limit wurde in jeder
    > Generation der xDSL Techniken nach oben geschoben obwohl vorher gesagt
    > wurde das ginge nicht. Mehr als 144 Kbit (ISDN)? Geht nicht. Mehr als 8
    > Mbit (ADSL)? Unmöglich? Mehr als VDSL2(200 Mbit)? Kann gar nicht
    > funktionieren.
    Reichweite ISDN: 10 km?
    Reichtweite 6 Mbit/s ADSL: 3km?
    Reichweite VDSL100: 450m?
    Reichweite VDSL200: 200m?

  19. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: dl01 12.07.15 - 10:15

    > Was soll das bitte sein, ein Fasernbündel?
    Ein Strang an Fasern? Meinetwegen auch nur einzelne Fasern.

    > Sie wird aufgeschoben ja. Das Argument war aber, das Vorgehen sei nicht nachhaltig. Genau das ist es aber.
    Das bestreite ich auch nicht. Die bis an den O-DSLAM gelegte Faser kann - je nach Technik - auch für FTB/H genutzt werden. Nur bringt es den FTTB/H-Ausbau nicht voran. Siehe vorheriger Post.

    > Es bringt jeden darüber versorgten Haushalt bis auf wenige dutzend bis wenige hundert Meter an die Glasfaser heran.
    Und die Fiber-TAL wächst von alleine zum Kunden?

    > Alle? Auch die zum letzten Aussiedlerhof mit heute schon 80 jährigen Bewohnern ohne Kinder und ohne Perspektive auf Weiternutzung? Hoffentlich niemals! Würde nur unnötig die Kosten in die Höhe treiben.
    Häuser, die quasi schon zum Abriss freigegeben werden, muss man nicht neu mit FTTB/H erschließen - das ist richtig. Auf der anderen Seite: Gerade Haushalte in weniger dicht besiedelten Gebieten profitieren am meisten von der Faser, da die typischen Nachteile der Kupfer-Doppelader hier am ausgeprägtesten sind. Wurde hier einst eine Telefonleitung verlegt, so ist es imho nur logisch, dass dort auch ein Anschluss via LWL erfolgt.

    >Ich würde eher für 9x% tippen. Vielleicht 30, 40 Jahre. Eine Große Welle für die Nachrüstung erwarte erst in 10-20 Jahren. Nadelstiche, zum Beispiel Umrüstung von Opal auf FTTB/FTTH gibts bereits 2016.
    30-40 Jahre - mit dieser Größenordnung gehe ich mit. Würde man im Jahr 2020 mit dem Ausbau beginnen, so hätten wir in 2050 - 2060 eine flächendeckende FTTB/H-Infrastruktur. So lange wollen wir uns wirklich noch mit x Übergangstechnologien, immer mehr und teurerer Aktivtechnik in immer zahlreicheren O-DSLAMs über Wasser halten?

    > Man fängt doch jetzt damit an. Das war der Anfangspunkt. Die Verbindung HVT-KVZ auf Glasfaser umzurüsten ist der Einstieg zu FTTH.
    siehe oben. FTTC ist bezüglich FTTB/H ein Tropfen auf dem heißen Stein.

    > Jedesmal wurde gesagt "nun ist aber Schluß, schneller geht nicht". Und jedesmal kamen die Techniker mit einer Lösung um die Ecke die zwar aufwendig und damit teuer ist, die aber nach Ansicht der Bleistiftschubser immer noch billiger war und ist als der direkte Ausbau zu FTTH.
    Schneller geht es nur Kompromissen - In der Regel bestehen diese aus einer sehr viel kürzeren Leitungslänge und einer aufwendigen Signalverarbeitung zu Gunsten der Bandbreite. Datenraten von 100 MBit/s wirst du mit der ADSL1-Infrastruktur (Versorgung aus dem HVt, TAL mit <= 6km) ganz sicher nicht hinbekommen.

  20. Re: Technologische Sackgasse

    Autor: zu Gast 12.07.15 - 11:30

    dl01 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 30-40 Jahre - mit dieser Größenordnung gehe ich mit. Würde man im Jahr 2020
    > mit dem Ausbau beginnen, so hätten wir in 2050 - 2060 eine flächendeckende
    > FTTB/H-Infrastruktur. So lange wollen wir uns wirklich noch mit x
    > Übergangstechnologien, immer mehr und teurerer Aktivtechnik in immer
    > zahlreicheren O-DSLAMs über Wasser halten?

    Zur Not ja. Oder gibt es eine kurzfristige Alternative?
    Hier handelt es sich auch um einen Wettlauf mit der Zeit. Wer sich mal den aktuellen Bertelsmannbericht zur Land/Stadtentwicklung anschaut, wird feststellen das jetzt Verbesserung der Infrastruktur erforderlich sind und nicht vielleicht in 20 oder 30 Jahren. Dann ist es zu spät.
    Wir haben hier im Ort Firmen, denen muss man jetzt eine Möglichkeit anbieten und nicht in 10 Jahren. Dann sind sie nicht mehr da und mit diesen schrumpft die Bevölkerung.
    Allein nur mit der Aussicht, das in 5 Jahren schnelleres Internet Möglich ist, lockt man keine "Neubürger" um die Abgänge abzufedern.
    Jeder Bevölkerungsschwund bringt nachhaltig das Problem, das Mittel weniger werden.
    Wir merken es hier im Moment recht deutlich. Junge Menschen wandern ab oder siedeln sich in andere Stadteilen an. Ganze Stadteile veralten.
    In den neues Bundesländern ist das Problem noch deutlich intensiver. So werden für die nächsten 20 Jahre stellenweise ein Bevölkerungsschwund von 20% vorhergesagt. Das ist ganz schlecht für Infrastrukturen.

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