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Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

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  1. Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: NeoXolver 16.12.18 - 06:00

    Was ich immer sehr schade finde ist, dass über dieses Thema immer so unreflektiert berichtet wird und dieses dann auch entsprechend einseitig diskutiert wird.

    Auf der einen Seite muss man sich nicht wundern, dass Bewerber hohe Löhne fordern. Wie sollen sie denn sonst in den Großstädten hier und deren Speckgürteln ihren Lebensunterhalt bewältigen.
    Man muss oft hier für zwei Zimmer warm mindestens 1000¤ pro Monat einplanen und dennoch eine gewisse Pendelstrecke in kauf nehmen. Noch schlimmer ist es wenn in einer Familie nur ein volles Einkommen vorhanden ist, denn Familientaugliche Wohnungen liegen nicht selten beim doppelten.
    Wenn man plant Eigentum zu erwerben sind die Preise zum Teil sogar noch krasser.

    Es gibt natürlich Regionen mit geringeren Wohnkosten. Aber auch das Interesse in diesen Regionen Standorte zu unterhalten ist meist geringer.

    Gerade beim Thema wohnen, habe ich das gefühl hat sich ein kleiner Goldrausch entwickelt. An diesem profitieren vorallem wenige große Heuschrecken, massiv, die aber eigentlich kein interesse daran haben zu investieren. Es wird einfach nur der Immobilienboom abgeschöpft.

    Aber dies geschieht hat zu lasten eines unserer wichtigsten Standortfaktoren und das sind eben unsere preiswerten Fachkräfte.
    Und diese zu erhalten sollte die Gesellschaft in guten, lebenswerten und bezahlbaren Wohnraum investieren. Gute Schulbilung und ein tragendes Hochschulnetzwerk, sowie allgemeiner Zugang zu wissen sind weitere wichtige Grundlagen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.12.18 06:00 durch NeoXolver.

  2. Re: Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: Blade 17.12.18 - 13:54

    Jup, dass seh ich ähnlich. Hinzu kommt, dass man in Deutschland sehr hohe Steuern und Sozialabgaben trägt. Als Single ist man da schnell bei 45% (Steuer mit Soli) plus KK, RV, PV, AV...

    Netto und nach Abzug der Wohnkosten bleibt einem dann von dem fetten Gehalt in der Großstadt gar nicht mal soviel übrig. Ich kann mir jedenfalls trotz gutem ITler Gehalt kein Reihenhaus in der Nähe zur Arbeitsstätte finanzieren (> 600k). So gesehen, verdient man eigentlich noch viel zu wenig für das Preisnivau.

  3. Re: Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: quineloe 17.12.18 - 14:05

    Und dann bedenke mal, dass die Sozialabgaben "Arbeitgeber"anteil eigentlich genau das gleiche sind wie Arbeitnehmeranteil, denn beides ist Geld, dass der AG an die Krankenkasse dafür überweist, dass du bei ihm arbeitest. Und dann biste schnell bei 55% Belastung.

    Wohneigentum ist denen vorbehalten, die richtiges Geld haben, nicht nur ein Einkommen. Ein Freund von mir verdiente als angestellter GF 3400¤ netto, und konnte sich erst dann ein Haus leisten, als er über seine Kontakte ein si-sa-super-sonderangebot mit Vitamin B bekommen hat.

  4. Re: Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: donadi 17.12.18 - 14:41

    3400 Netto ist ja auch nicht so der Bringer. Da geht hier im Stuttgarter Speckgürtel nicht viel mit.
    Aber hier werden auch die Stellen zumindest gut bezahlt.

    Ein Stroage/VM/Windows Infrastrukturmensch ist mit EG16 dabei. Bei entsprechender Leistungszulage kommt man auf 100k im Jahr

  5. Re: Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: Bitfuchs 17.12.18 - 14:44

    donadi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 3400 Netto ist ja auch nicht so der Bringer. Da geht hier im Stuttgarter
    > Speckgürtel nicht viel mit.
    > Aber hier werden auch die Stellen zumindest gut bezahlt.

    Auch nur in den paar wenigen Konzernen, wer nicht das Glück hat dem elitären Club beizutreten zu dürfen, muss sich mit deutlich weniger zufrieden geben.

  6. Re: Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: quineloe 17.12.18 - 17:04

    donadi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 3400 Netto ist ja auch nicht so der Bringer. Da geht hier im Stuttgarter
    > Speckgürtel nicht viel mit.

    Im Vergleich zu was, genau? Im Vergleich zu allen Löhnen aus nicht selbstständiger arbeit liegt man damit mindestens im achten 10% Bereich, sprich 70% der arbeitenden Bevölkerung verdient weniger.

  7. Re: Internationaler Wettbewerb und Standortfaktoren

    Autor: Hallonator 17.12.18 - 18:01

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > donadi schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > 3400 Netto ist ja auch nicht so der Bringer. Da geht hier im Stuttgarter
    > > Speckgürtel nicht viel mit.
    >
    > Im Vergleich zu was, genau? Im Vergleich zu allen Löhnen aus nicht
    > selbstständiger arbeit liegt man damit mindestens im achten 10% Bereich,
    > sprich 70% der arbeitenden Bevölkerung verdient weniger.

    Damit liegt man schon ziemlich genau an der Grenze zu den obersten 10%.

    https://www.iwd.de/artikel/einkommensverteilung-die-oberen-zehn-prozent-403001/
    > Bereits mit einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 3.300 Euro gehörte ein
    > Alleinstehender 2015 zum einkommensstärksten Zehntel der Bevölkerung



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.12.18 18:01 durch Hallonator.

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