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Das ist doch Bullshit!

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  1. Das ist doch Bullshit!

    Autor: AllDayPiano 12.01.20 - 18:30

    "Es gibt absolut keinen Grund, dass ihre Piloten einen Max-Simulator benötigen, um die Max fliegen zu können", schrieb der technische Chefpilot des Projektes im Jahr 2017.

    Ich halte das für absoluten Bullshit!

    Wieso sollte ein Pilot sich so äußern? Was hätte er davon? Für mich klingt das ganz stark danach, dass der Chefpilot von Boing hier den Wünschen der Geschäftsführung nachkommt, die ihm auf's Auge gedrückt hat, dass er dafür sorgen soll, dass sich die Max so fliegt, dass es keine Nachschulung für Piloten bräuchte.

    Der Pilot müsste, um diese Aussage zu qualifizieren, die ganzen Fehler-Szenarien abgeflogen haben, und spätestens dann hätte er gewusst, dass diese Vorgabe unhaltbar ist.

    Ich halte das daher für absolut unglaubwürdig!

  2. Re: Das ist doch Bullshit!

    Autor: Bruto 12.01.20 - 19:52

    Kurze Verständnisfrage, der "technische Chefpilot des Projektes", ist das ein Pilot der selbst beruflich fliegt, oder wurde das Wort nur umgangssprachlich für "Projektleiter" verwendet...?

  3. Re: Das ist doch Bullshit!

    Autor: hyperlord 13.01.20 - 08:18

    Na ja, hinterher ist man sowieso immer schlauer. Die Idee war ja tatsächlich, das Flugverhalten mit Hilfe der mcas Software so zu ändern, dass sich die 737 Max so verhält, wie vorherige Modelle.
    Unter dem Gesichtspunkt ist die Aussage nachvollziehbar.

  4. Re: Das ist doch Bullshit!

    Autor: Dakkaron 13.01.20 - 08:24

    Und der Chefpilot muss ja nicht unbedingt ein technischer Profi sein, der alle unterliegenden Systeme mit first-hand-experience kennt.

    Der weiß auch nur was ihm gesagt wird.

    Und in 99.9% der Fälle ist die Aussage ja auch richtig. Er wird wohl einige Runden im Simulator geflogen sein und auch viel ausprobiert haben, und es kann dabei gut jedes Mal geklappt haben.

    Von den hunderten oder tausenden Flügen die die Max in echt geflogen ist, ist das Problem ja auch "nur" bei zwei Flügen aufgetreten. Bis ein einzelner Pilot laut Statistik diesen Fehler zu spüren bekommt, kann es lang dauern. Kann sogar recht wahrscheinlich sein, dass, hätte man die Max nicht gegrounded, den meisten Piloten dieses Problem nie unter gekommen wäre.

    Aber für die gesamte Flotte ist die Fehlerrate natürlich absolut inakzeptabel.

  5. Re: Das ist doch Bullshit!

    Autor: gentux 13.01.20 - 11:01

    Dakkaron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Von den hunderten oder tausenden Flügen die die Max in echt geflogen ist,
    > ist das Problem ja auch "nur" bei zwei Flügen aufgetreten.

    Ich hoffe jetzt mal, die Fluglagesensoren fallen in einem nigelnagelneuen Flugzeug nicht so häufig aus, dass es überhaupt mehr hätte auftreten können...

  6. Re: Das ist doch Bullshit!

    Autor: chefin 13.01.20 - 14:12

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Es gibt absolut keinen Grund, dass ihre Piloten einen Max-Simulator
    > benötigen, um die Max fliegen zu können", schrieb der technische Chefpilot
    > des Projektes im Jahr 2017.
    >
    > Ich halte das für absoluten Bullshit!
    >
    > Wieso sollte ein Pilot sich so äußern? Was hätte er davon? Für mich klingt
    > das ganz stark danach, dass der Chefpilot von Boing hier den Wünschen der
    > Geschäftsführung nachkommt, die ihm auf's Auge gedrückt hat, dass er dafür
    > sorgen soll, dass sich die Max so fliegt, dass es keine Nachschulung für
    > Piloten bräuchte.
    >
    > Der Pilot müsste, um diese Aussage zu qualifizieren, die ganzen
    > Fehler-Szenarien abgeflogen haben, und spätestens dann hätte er gewusst,
    > dass diese Vorgabe unhaltbar ist.
    >
    > Ich halte das daher für absolut unglaubwürdig!

    Kein Pilot stellt das Gemisch seines Triebswerks selbst ein. Das macht ein Computerprogramm. Der Pilot ändern nur seinen Wunsch nach mehr oder weniger Schub und der Computer setzt das um. Genauso wird die Trimmung nicht mehr manuell vorgenommen, ein Computer pendelt das Flugzeug aus. Wie gut das schon lange funktioniert und das es daher für Piloten keinen Grund gibt dran zu zweifeln, zeigt der B2-Bomber. Eigentlich unfliegbar, würde der Computer nicht permanent nachtrimmen.

    Deswegen verlassen sich Piloten durchaus drauf, das ein Hilfssystem sauber arbeitet und unzulässige Fluglagen sicher vermeidet. Hier war das falsch, es gibt Situationen in denen das System nicht sauber arbeitet. Könnte durch Abschalten aber umgangen werden. Nur wusste es eben keiner. Ob sie es hätten wissen müssen war die Entscheidung des Chefpiloten aka Projektleiter. Aber da er die Software nicht selbst schreibt sondern nur testet hat er den Angaben geglaubt und konnte in seinen Flügen nichts feststellen.

    Jeder der Verantwortlichen hat seinen Spielraum etwas gedehnt, nicht unzulässig aber hart an der Grenze. Nur das diese Spielräume nicht sauber eingegrenzt waren. Stell dir vor, du hast einen Zylinder mit 50,000mm +-1/100, einen Kolben mit 49,985mm +-1/100 und Kolbenringe die 5/1000 überstehen +- 2/1000. Kommt nun Zylinder mit 49,990 auf Kolben mit 49,995 und Kolbenringe stehen auch noch 7/1000 über hast du 50,002mm bzw reibst dir die Zylinderwand kaputt. Die Spezifikationen passen so einfach nicht zum Anspruch maximal 1/100 Luft zu haben zwischen Kolben und Zylinder. Rechnerisch wäre ich aber genau passend, wären da nicht die unvermeidlichen Toleranzen. Und mit etwas weit gedehnten Toleranzen produziere ich einen Kolbenfresser im Worst case.

    Und ich skizziere nur ein Spiel mit 3 Bauteilen, stell dir das am Flugzeug mal vor, wo 100 Dinge zueinander passen müssen.

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