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"Wir waren einfach unglaublich naiv"

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  1. "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: flow77 24.10.19 - 19:35

    Das Statement gefällt mir.
    Ich war viele Jahre im Startup-Bereich tätig (Inkubator) und so mehr unnötig deren Produkte waren, umso mehr wurde die Schuld auf alles andere gelegt, nur nicht auf die Idee oder das eigene Geschick.

  2. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: Trockenobst 24.10.19 - 23:33

    flow77 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Statement gefällt mir.
    > Ich war viele Jahre im Startup-Bereich tätig (Inkubator) und so mehr
    > unnötig deren Produkte waren, umso mehr wurde die Schuld auf alles andere
    > gelegt, nur nicht auf die Idee oder das eigene Geschick.

    Ein alter Kumpel arbeitet in einer mittelständischen Firma. Sie wollten eine relativ "simple" Platine, die man in Massen für den Raspi als Shield findet, immens aufbohren und für ihre eigenen Zwecke nutzen. Nach über 1,5 Jahren, 6 Monaten vor Ort in Asien sind sie auf ein ganz anderes Design mit einem eigenen System und eigener CPU gelandet. Keiner von den gestandenen Produktentwicklern hat geglaubt, auf so simple, tw. abstruse Probleme zu stoßen.

    Diese ganzen gut gemeinten, aber dann scheiternden Crowdfunder haben alle das selbe Problem: sie versuchen eine wohlklingende Idee "industriell" umzusetzen. Nur funktioniert das ganz selten, die großen Märkte sind in den Händen von wenigen großen Firmen. Nicht mal Nespresso hat sich mit ihren überteuerten Kapseln getraut, ein DRM in die Maschinen einzubauen.

    Das hätte doch sofort Alarmglocken klingeln lassen sollen, wenn man sagt "Also unser eBook Reader läuft nur mit unserem Shop!" Klar. So wirken immer mehr dieser Projekte als einer Produktentwicklungs-Sabbatical, den man sich Fremdfinanzierten lässt. Immer ist man Naiv, immer hat man die Prozesse unterschätzt, irgendwelche Kosten nicht verstanden etc.

    Kann man nicht in der Presse nach "Kickstarter Fails" schauen und sehen was da überall schief gelaufen ist? Toll das man ein Startup geschafft, Geräte gebaut und am Markt verkauft hat. Und nun bleiben Leute auf ihrem Technikmüll sitzen. Das meine ich: geht's um ein paar Jahre Spass im Markt auf Kosten anderer, oder geht es darum das es wirklich nachhaltig funktioniert?

  3. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: elknipso 25.10.19 - 07:12

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > flow77 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > Diese ganzen gut gemeinten, aber dann scheiternden Crowdfunder haben alle
    > das selbe Problem: sie versuchen eine wohlklingende Idee "industriell"
    > umzusetzen. Nur funktioniert das ganz selten, die großen Märkte sind in den
    > Händen von wenigen großen Firmen. Nicht mal Nespresso hat sich mit ihren
    > überteuerten Kapseln getraut, ein DRM in die Maschinen einzubauen.

    Das hatte Nespresso viele Jahre indirekt durch den Patentschutz auf ihren Kapseln. Der mittlerweile halt abgelaufen ist.

  4. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: Truster 25.10.19 - 07:28

    soweit ich weiß, ist dieses nicht abgelaufen, sondern wurde aberkannt.

  5. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: ul mi 25.10.19 - 07:39

    Keurig hatte zumindest eine Zeitlang DRM auf ihren Kapseln, das ging vor gefühlt fünf Jahren ziemlich groß durch die IT-Medienlandschaft.

  6. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: chefin 25.10.19 - 07:59

    Patentschutz hat noch nie eine Firma abgehalten etwas zu entwickeln das ähnlich funktioniert, aber die Patente nicht berührt. Bei Tintenpartonen wurde einfach nachgefüllt. Bis der Chip als verbraucht im Drucker gespeichert wurde. Da man ein Übertragungsprotokoll nicht schützen kann, wurde einfach ein alternativer Chip entwickelt, der Nachahmerpartonen befeuert.

    Nie in der ganze Zeit war es so, das man keine herstellerfremde Tinte benutzen konnte. Es gab immer legale Methoden. Das mag ein Vertragsbruch gewesen sein, da man mit der Installation des Treibers zustimmt nur Orginalteile zu benutzen, aber das wäre vor keinem Gericht durchgekommen. Deswegen hat man es nicht forciert. Vertragsbruch selbst ist keine Straftat. Sondern einfach nur das Ende eines Vertrages. Mehr als Kündigen können die nicht. Und das ist ziemlich Sinnlos, wenn es um ein Kaufprodukt handelt. Im Worstcaase wäre der Kauf rückabwickelbar gewesen

  7. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: peh.guevara 25.10.19 - 11:53

    Truster schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > soweit ich weiß, ist dieses nicht abgelaufen, sondern wurde aberkannt.

    Richtig: https://www.focus.de/finanzen/news/entscheidung-des-bundespatentgerichts-nespresso-verliert-patent-auf-seine-aluminiumkapseln_id_7958526.html

  8. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: peh.guevara 25.10.19 - 11:55

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das mag ein Vertragsbruch
    > gewesen sein, da man mit der Installation des Treibers zustimmt nur
    > Orginalteile zu benutzen, aber das wäre vor keinem Gericht durchgekommen.


    Hahahaha made my day. Als ob die jemals jemand bei der installation überhaupt gelesen hätte.

  9. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: Gokux 25.10.19 - 12:07

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht mal Nespresso hat sich mit ihren
    > überteuerten Kapseln getraut, ein DRM in die Maschinen einzubauen.
    Das neue Nespresso Vertuo hat zumindest schon mal Kapseln mit Barcode.

  10. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: flow77 25.10.19 - 14:18

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann man nicht in der Presse nach "Kickstarter Fails" schauen und sehen was
    > da überall schief gelaufen ist? Toll das man ein Startup geschafft, Geräte
    > gebaut und am Markt verkauft hat. Und nun bleiben Leute auf ihrem
    > Technikmüll sitzen. Das meine ich: geht's um ein paar Jahre Spass im Markt
    > auf Kosten anderer, oder geht es darum das es wirklich nachhaltig
    > funktioniert?

    Bei den Startups der letzten 10 Jahre, oder gar länger, geht es eigentlich nur darum die Firma dann für möglichst viel Geld zu verkaufen. Nachhaltig ist da so gut wie gar nichts.

    Wie gesagt, ich war mitten im Geschehen und habe um die 100 Startups mit der IT begleitet - da war wirklich nichts dabei wo man sagen würde: das ist sinnvoll, nachhaltig oder gar notwendig. Um so schlimmer wenn dann auch noch Technik-Müll zurückbleibt, der unter kuriosen Umständen in China produziert wurde.

  11. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: Trockenobst 25.10.19 - 14:57

    Gokux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das neue Nespresso Vertuo hat zumindest schon mal Kapseln mit Barcode.

    Über die Steuern sie Temperatur, Druck und andere Settings.
    Das könnte man auch über einen Knopf machen, aber das wäre ja nicht bequem.

    Nestle hat das Virtuoso System sehr erfolgreich in den USA eingebracht, das liegt dort aber auch an den immensen Rabbatten die von den großen Ketten für die Kapsel gegeben werden.

    Der Kunde schläft dort auch nicht
    https://www.youtube.com/results?search_query=Nespresso+Vertuoline++hack

  12. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: listen242 26.10.19 - 11:30

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > flow77 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    ...
    > Nicht mal Nespresso hat sich mit ihren
    > überteuerten Kapseln getraut, ein DRM in die Maschinen einzubauen.
    >
    > Das hätte doch sofort Alarmglocken klingeln lassen sollen, wenn man sagt
    > "Also unser eBook Reader läuft nur mit unserem Shop!" Klar. So wirken immer
    > mehr dieser Projekte als einer Produktentwicklungs-Sabbatical, den man sich
    > Fremdfinanzierten lässt. Immer ist man Naiv, immer hat man die Prozesse
    > unterschätzt, irgendwelche Kosten nicht verstanden etc.

    Ja, in der Hinsicht ist es sicher naiv, wenn man in den Markt will und dabei versucht, Nummern abzuziehen, die sich nur Firmen mit Marktmacht oder gar marktbeherrschender Stellung erlauben können.

    > Kann man nicht in der Presse nach "Kickstarter Fails" schauen und sehen was
    > da überall schief gelaufen ist? Toll das man ein Startup geschafft, Geräte
    > gebaut und am Markt verkauft hat. Und nun bleiben Leute auf ihrem
    > Technikmüll sitzen. Das meine ich: geht's um ein paar Jahre Spass im Markt
    > auf Kosten anderer, oder geht es darum das es wirklich nachhaltig
    > funktioniert?

    Ich fürchte, bei so etwas ist immer ein gewisser Tunnelblick dabei.
    Bevor ich mich an der Finanzierung solcher Projekte beteilige, möchte ich darum immer erst mal sehen, wie weit die Leute selber Zeit und Geld investiert haben. Funktionierender Prototyp und Konzept für die Weiterentwicklung aber auch eine Aufzählung der Risiken, die man für das Projekt sieht. Wie hier die Verfügbarkeit von funktionierenden Komponenten beispielsweise. Kann man auf alternative Zulieferer zugreifen? Wenn ja, welchen Aufwand würde es einmalig und dauerhaft kostenmäßig verursachen? Wie schnell ginge eine Umstellung? Hat man mindestens schon eine Idee fürs Qualitätsmanagement, um beispielsweise Chargen von Einzelteilen auf Funktion und Zuverlässigkeit zu prüfen? Führen die Zulieferer selber ähnliche Tests durch?

    Man kann das endlos in ein tl;dr fortsetzen. Vielleicht muss man aber auch einfach einsehen, dass manche Projekte einfach für eine kommerzielle Umsetzung oberhalb von Crowdfunding sind und in eine professionelle Entwicklungsumgebung gehören.

  13. Re: "Wir waren einfach unglaublich naiv"

    Autor: Wiki-Nger 28.10.19 - 09:19

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Patentschutz hat noch nie eine Firma abgehalten etwas zu entwickeln das
    > ähnlich funktioniert, aber die Patente nicht berührt.

    Das funktioniert aber nicht unbedingt, wenn es um Interoperabilität geht, z.B. Kaffeekapseln, die auch in die original Nespresso-Geräten reinpassen. Klar gibt es immer wieder Möglichkeiten, Patente zu umgehen, allerdings kaufen Leute Nespresso-Geräte aus Bequemlichkeit. Wenn die jetzt erst bspw. die Kapseln in einer Form zurecht drücken müssten (als Beispiel für eine hypothetische Patentumgehung), dann wäre dieser Vorteil zumindest vermindert.

    (Und nein, ich persönlich habe keine Kapselmaschine, und halte die Dinger auch allein schon aufgrund der Umweltschädlichkeit für sehr schlecht, zudem schmeckt der Kaffee aus Siebträger / Vollautomat einfach am Besten.)

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