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In 3 Monaten kann man alles lernen...

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  1. In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: ZeldaFreak 03.12.18 - 10:05

    Man hätte ich gewusst dass ich Programmierer nur in 3 Monaten werden kann, hätte ich nicht 2 Jahre lang eine Ausbildung machen müssen. Regulär sind ja 3 Jahre zum AE. Die Zeit ist vorbei wo man sich mal Programmieren beibringen kann und dann ein Job bekommt. Selbst in der Ausbildung lernt man bei weitem nicht alles, kann aber mehr vermittelt bekommen, besonders wenn es um Sicherheit geht. XSS und SQL Injections sind leider immer noch häufig anzutreffen und selbst Passwörter im Plain Text. Dass passiert bei ja noch bei Firmen, die beim Personal nicht sparen müssten. Das ist wie wenn ein Elektriker die 5 Sicherheitsregeln nicht beachtet, nur dass man nicht sofort bestraft wird.

    Aus meiner Sicht sollte jeder Programmierer eine Ausbildung absolviert haben. Man kann ja auch erst Arzt werden, wenn man dies Studiert hat.
    Solche Bootcamps machen nur als Weiterbildung Sinn, aber nicht als Ausbildung. Entweder weil man verstehen will, was die Programmierer machen und dann besser Mitwirken können oder weil ein Programmierer eine neue Sprache lernen will.

  2. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: Sarkastius 03.12.18 - 10:16

    Ich bin nach wie vor überzeugt, das ein Quereinsteiger eine gute Bereicherung für eine Firma sein kann. Es spricht nichts dagegen jemanden einzustellen der sich programmieren selber beigebracht hat. Eine Schulung für den Mitarbeiter um ihn auf den Neusten Stand zu bringen macht jedoch sicher Sinn. Aber egal ob selbst beigebracht oder Studium. Die Sorgfalt beim Code schreiben muss man selber haben.

    Diese Schulung hier macht aber nur Sinn, wenn die Teilnehmer sich 3 Monate wirklich mal gedanklich frei nehmen können und dann direkt in das Arbeitsleben übergehen. Es ist wie das Lernen auf eine Prüfung. Man presst alles in den Kopf rein was geht und wendet man es anschließend nicht an, ist es nach paar Wochen wieder weg. Denn hier fehlt die Routine um es ins Langzeitgedächtnis abzuspeichern.

  3. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: Oktavian 03.12.18 - 11:02

    > Ich bin nach wie vor überzeugt, das ein Quereinsteiger eine gute
    > Bereicherung für eine Firma sein kann. Es spricht nichts dagegen jemanden
    > einzustellen der sich programmieren selber beigebracht hat. Eine Schulung
    > für den Mitarbeiter um ihn auf den Neusten Stand zu bringen macht jedoch
    > sicher Sinn.

    Ein Freund von mir ist Partner bei BCG. Er meinte, er stellt als angehende Unternehmensberater am liebsten Naturwissenschaftsabsolventen ein. Die haben genau so wenig Ahnung von Wirtschaft wie BWL-Absolventen, das aber deutlich schneller.

    Sprich, Absolventen solcher Bootcamps sind natürlich keine fertigen Programmierer, die über umfassendes Wissen und Erfahrung verfügen. Man muss als Unternehmen noch viel Arbeit reinstecken, und das wissen diese Absolventen auch. Niemand hält sich für den König der Programmierer, man hat einen guten Anfang.

    Viel anstrengender sind gerade fertige Fachinformatiker oder Bachelor-Informatiker. Die haben auch keine Ahnung vom realen Leben, halten sich aber für die Könige. Hier muss man nicht nur Arbeit reinstecken, sondern den Leuten erst mal klar machen, dass sie noch viel zu lernen haben.

    Quereinsteiger haben zudem den Vorteil, anderes Wissen mitzubringen, Branchenwissen. Wenn man einen Versicherungskaufmann zum Entwickler umschult, vergisst er ja nicht sein Wissen um Versicherungen. Wenn man den dann in Projekte bringt mit Versicherungshintergrund, kann das eine echt gute Kombination werden.

  4. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: JaneDoe 03.12.18 - 11:47

    ZeldaFreak schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man hätte ich gewusst dass ich Programmierer nur in 3 Monaten werden kann,
    > hätte ich nicht 2 Jahre lang eine Ausbildung machen müssen. Regulär sind ja
    > 3 Jahre zum AE.

    In der Ausbildung lernst du aber auch weitaus mehr als nur Programmieren. Das Berufsbild dahinter heißt ja auch "Fachinformatiker Anwendungsentwicklung" und nicht stumpf "Programmierer". Ich denke drei Monaten um Grundlagen im programmieren zu entwicklen um damit dann in die Berufswelt einzusteigen sind durchaus realistisch.

  5. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: Someone_else 03.12.18 - 21:37

    Die Ausbildung ist auch nur ein schlechter Scherz im Vergleich zum Studium. Wer sich als Azubi nicht selbstständig weiterbildet bleibt auch nur CodeMonkey.

  6. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: gfa-g 04.12.18 - 06:42

    > Ich bin nach wie vor überzeugt, das ein Quereinsteiger eine gute
    > Bereicherung für eine Firma sein kann.
    Das sind keine Quereinsteiger, sie sind einfach vollkommen ungelernt.
    Wenn die Firma entsprechende Ausbildung anbietet ist das was anderes. Die muss dann aber auch die Basis legen, und nicht nur Alltagspraxis behandeln.
    Sonst wird man Rezepteanwender, und das rächt sich.

    > Es spricht nichts dagegen jemanden
    > einzustellen der sich programmieren selber beigebracht hat.
    Aber da hilft das Bootcamp nichts. Niemand lernt in dieser Zeit programmieren.

    > Eine Schulung
    > für den Mitarbeiter um ihn auf den Neusten Stand zu bringen macht jedoch
    > sicher Sinn.
    Neuster Stand... Dies zeugt schon davon dass das Problem nicht verstanden wird. Es geht um grundlegende Fähigkeiten und Konzepte, nicht die neusten Techniken.
    Als Informatiker lernt man abstrakte Konzepte und Algorithmen, weil die weitesgehend zeitlos sind...


    > Aber egal ob selbst beigebracht oder Studium. Die Sorgfalt
    > beim Code schreiben muss man selber haben.
    Die kommt natürlich magisch, dadurch dass man sie fordert. Müssen sie sich halt anstrengen...


    > Diese Schulung hier macht aber nur Sinn, wenn die Teilnehmer sich 3 Monate
    > wirklich mal gedanklich frei nehmen können und dann direkt in das
    > Arbeitsleben übergehen.
    Lächerlich. In der Zeit hat man nie und nimmer Zeit so ein Verständnis auzubilden. Man muss die Konzepte erst mal kennenlernen, und dann nachdenken... und dann Fehler machen, und damit umgehen.
    Habt ihr jemals gelernt?

    > Es ist wie das Lernen auf eine Prüfung. Man presst
    > alles in den Kopf rein was geht und wendet man es anschließend nicht an,
    > ist es nach paar Wochen wieder weg. Denn hier fehlt die Routine um es ins
    > Langzeitgedächtnis abzuspeichern.
    Ok, alles klar. Nachäffen nennt man das. Nicht verstehen oder beherrschen. So entwickelt man keine neuen Algorithmen und versteht keine komplexen Systeme.
    Ja, informatische Systeme sind komplex...

  7. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: gfa-g 04.12.18 - 06:45

    > Quereinsteiger haben zudem den Vorteil, anderes Wissen mitzubringen,
    > Branchenwissen. Wenn man einen Versicherungskaufmann zum Entwickler
    > umschult, vergisst er ja nicht sein Wissen um Versicherungen. Wenn man den
    > dann in Projekte bringt mit Versicherungshintergrund, kann das eine echt
    > gute Kombination werden.
    Das ist wohl ein schlechter Scherz.
    Ein Versicherungskaufmann der als Programmierer sein Wissen einbringen kann, ist ganz klar nicht als Programmierer eingestellt worden. Vielleicht als Codemonkey.

  8. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: Anonymer Nutzer 04.12.18 - 07:34

    ZeldaFreak schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man hätte ich gewusst dass ich Programmierer nur in 3 Monaten werden kann,
    > hätte ich nicht 2 Jahre lang eine Ausbildung machen müssen. Regulär sind ja
    > 3 Jahre zum AE. Die Zeit ist vorbei wo man sich mal Programmieren
    > beibringen kann und dann ein Job bekommt. Selbst in der Ausbildung lernt
    > man bei weitem nicht alles, kann aber mehr vermittelt bekommen, besonders
    > wenn es um Sicherheit geht. XSS und SQL Injections sind leider immer noch
    > häufig anzutreffen und selbst Passwörter im Plain Text.
    Eine Ausbildung ist aber recht breit gefächert, genau wie ein Studium. Bei beidem lernt man Grundlagen vom allem, aber nichts richtig. Dazu kommt bei der Ausbildung noch die Schule mit einigen komplett fachfremden Fächern.

    Außerdem zeigt jemand, der sich soein Bootcamp antut, dass er neue Sachverhalte sehr schnell erlernen kann und somit flexibler einsetzbar ist.

    Ich habe selbst eine Ausbildung gemacht (FISI in 2 Jahren) und danach noch 3 Jahre teilzeit studiert. Nun bin ich festangestellt als FISI in der Firma wo ich die Ausbildung gemacht habe und ich konnte maximal 20% von der Ausbildung nutzen, den Rest musste man sich dann in der neuen Stelle aneignen.
    Das liegt aber nicht daran, das die Firma schlecht ausbildet, sondern daran, dass die Firma nur begrentzt nach Bedarf ausbilden kann sondern sich an die Vorgaben der IHK halten muss. Ein Azubi der nach der Ausbildung sofort in einer Abteilung voll eingesetzt werden kann bringt nichts, da er die Prüfung einfach nicht vernünftig schaffen würde.

  9. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: Luu 04.12.18 - 07:34

    Ausgebildete Fachinformatiker sind immer ein Roulette Spiel. Absolut abhängig, von der Qualität des Ausbildungsbetrieb, ob sie brauchbares Wissen mitbringen oder nicht. Und natürlich maßgeblich von der Eigenmotivation, aber das ist beim Studenten ja nicht anders.

  10. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: divStar 04.12.18 - 08:07

    Someone_else schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Ausbildung ist auch nur ein schlechter Scherz im Vergleich zum Studium.
    Blödsinn. Ich habe die Anzahl an frischen Bachelorabsolventen, die ich in diverse Themengebiete eingearbeitet habe, nicht mehr im Kopf. Sie unterscheiden sich insofern, als dass die Studierten wirklich kaum Ahnung von der Praxis haben (ganz im Gegensatz zu Azubis). Ansonsten sind sie gleich.

    > Wer sich als Azubi nicht selbstständig weiterbildet bleibt auch nur CodeMonkey.
    Statt Azubi kannst du an dieser Stelle auch Student und auch einfach "Entwickler" einfügen. Code-Monkeys werden heutzutage immer seltener gebraucht und was hilft so ein Code-Monkey, wenn der nicht die aktuelleren Versionen eines Frameworks bzw. einer Sprache kann UND sich nicht weiterbildet?

    Wer glaubt, dass man nach Abschluss eines Informatikstudiums bzw. einer Ausbildung (oder auch als Quereinsteiger) sich nicht mehr weiterentwickeln muss, ist in der Branche falsch.

  11. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: birephip 04.12.18 - 11:32

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Someone_else schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Die Ausbildung ist auch nur ein schlechter Scherz im Vergleich zum
    > Studium.
    > Blödsinn. Ich habe die Anzahl an frischen Bachelorabsolventen, die ich in
    > diverse Themengebiete eingearbeitet habe, nicht mehr im Kopf. Sie
    > unterscheiden sich insofern, als dass die Studierten wirklich kaum Ahnung
    > von der Praxis haben (ganz im Gegensatz zu Azubis). Ansonsten sind sie
    > gleich.
    Ich glaube das kommt auch ganz auf die Art des Studiums an theoretischere Uni, praktischere FH oder duales Studium. Es wäre mal interessant hier einen wirklich aussagekräftigen Vergleich zu verschiedenen Studienarten zu haben was den Berufseinstieg angeht.
    Am Ende ist das aber alles sowieso sehr individuell je nach Student und Ausbildungsinstitut. Ich war an zwei verschiedenen FHs in Informatik Studiengängen und die zweite davon war sehr viel praktischer ausgelegt als die andere.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.18 11:33 durch birephip.

  12. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: aLpenbog 04.12.18 - 12:44

    Vor allem kommt es doch drauf an, was man später macht. Gerade mit dem Studium bilden wir sehr, sehr viel am tatsächlichen Bedarf vorbei. Es gibt einfach SEHR viele Entwickler und auch Leute im Bereich Netzwerk/Administration, die ein Studium machen, um ein höheres Einstiegsgehalt zu bekommen oder eine Chance in einen größeren Unternehmen zu haben, die dann verdammt viel theoretisches Wissen haben und über Konzepte wissen, die sie dort niemals anwenden werden, dafür überhaupt nix von der Praxis wissen, die dort Alltag ist.

  13. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: TurbinenBewunderer 04.12.18 - 19:52

    ZeldaFreak schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > XSS und SQL Injections sind leider immer noch
    > häufig anzutreffen und selbst Passwörter im Plain Text. Dass passiert bei
    > ja noch bei Firmen, die beim Personal nicht sparen müssten. Das ist wie
    > wenn ein Elektriker die 5 Sicherheitsregeln nicht beachtet, nur dass man
    > nicht sofort bestraft wird.

    Du bist wohl genau so einer, der sich viel aus seine Ausbildung einbildet, aber sich seither nicht mehr wirklich weitergebildet hat. Würdest du nämlich mit aktuellen Frameworks und Technologien arbeiten, wüsstest du, dass genau deine angesprochenen Themen heute irrelevant sind, weil man davor schon "per default" geschützt wird. Du kannst die schlechtesten Tutorials lesen und es wird richtig gemacht.

    Und wenn du nun meinst, "heute lernt man nur noch Frameworks und nicht mehr die Basis": Stimmt sicherlich teilweise, aber die Basis wird auch immer irrelevanter. Assembler zu kennen ist heute absolut nicht mehr notwendig und es bringt auch absolut rein überhaupt gar nichts, wenn man sich nicht im Embedded Bereich niederlassen will. Genau so wie du heute nicht mehr fähig sein musst, das Fleisch vom Knochen zu trennen oder dir deine eigenen Werkzeuge herzustellen, um zu überleben.

  14. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: bstea 04.12.18 - 21:35

    Es kommt wohl stark auf die Branche und Region an. Webprogrammierer kann man sicher in einem Monat ausbilden
    Wir haben gewaltige Probleme mit Leuten die frisch von der Ausbildung kommen.
    Das fängt damit an, das die einen Babysitter brauchen und ihre Probleme selten 1:1 auf Stackoverflow vorfinden. Ohne Abstraktionsvermögen und Logik schafft mans gut durch die Ausbildung, die Unis sieben da besser aus.
    Zwar sind Absolventen von Hochschulen mit anderen Probleme behaftest, die wissen immer alles besser und wollen lieber risikoreich und alles neu haben. Aber einmal auf die Schnauze gefallen, zeigen sie Demut.

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  15. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: bombinho 05.12.18 - 01:06

    TurbinenBewunderer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Assembler zu kennen ist heute absolut nicht mehr notwendig
    > und es bringt auch absolut rein überhaupt gar nichts, wenn man sich nicht
    > im Embedded Bereich niederlassen will.

    Das ist grundlegend falsch, immer wenn du native Software compilierst, wirst Du irgendwann mit Assembler konfrontiert, spaetestens beim Debuggen. Selbst wenn Du nur Zwischencode erzeugst, dann ist das auch nur eine Art Mnemonik der Architektur (in dem Fall typischerweise Software), ueber die Du irgendwann beim Debuggen stolpern wirst.

    Sicher geht es auch irgendwie ohne, aber man ist dann doch sehr eingeschraenkt.

    Ich kann es mir nicht vorstellen, ohne Assemblerkenntnisse native Software zu erzeugen.
    Dafuer brauchte es einen absolut fehlerfreien Programmierer mit absolut fehlerfreien Bibliotheken und absolut fehlerfreien Werkzeugen.
    Es ist mir schon ein paar Mal passiert, dass mein Quellcode einwandfrei haette funktionieren muessen und es trotzdem nicht tat.

    Wie willst Du z.B. ohne Assembler feststellen, dass der Compiler Code wegoptimiert hat, welcher essentiell ist? Oder Code erzeugt hat, der nicht tut, was der Quelltext erwarten lassen wuerde? Wie willst Du feststellen, dass eine Bibliothek die Parameter anders behandelt, als angenommen? Wie willst Du feststellen, dass die Bibliothek selbst irgendwo klemmt?
    Schlechte oder fehlende Dokumentation? Du brauchst dann immer irgendwie Jemanden zum "Kannste mal bitte gucken?"

  16. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: birephip 05.12.18 - 10:38

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie willst Du z.B. ohne Assembler feststellen, dass der Compiler Code
    > wegoptimiert hat, welcher essentiell ist? Oder Code erzeugt hat, der nicht
    > tut, was der Quelltext erwarten lassen wuerde? Wie willst Du feststellen,
    > dass eine Bibliothek die Parameter anders behandelt, als angenommen? Wie
    > willst Du feststellen, dass die Bibliothek selbst irgendwo klemmt?
    > Schlechte oder fehlende Dokumentation? Du brauchst dann immer irgendwie
    > Jemanden zum "Kannste mal bitte gucken?"

    Genau für die Sachen sind ja eigentlich Test cases da.

    Ich würde sagen, grundsätzlich ein Verständnis für Assembler und generell wie alle unteren Ebenen funktionieren zu haben kann schon sehr hilfreich sein und führt auch oft dazu, dass man selbst hochleveligem Code von Anfang an besser angeht, weil man im Hinterkopf hat wie das dann intern alles abläuft und man kann mit Fehlern besser umgehen. Wirklich Assembler können ist aber in den wenigsten Fällen nötig.

  17. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: bombinho 05.12.18 - 18:25

    birephip schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde sagen, grundsätzlich ein Verständnis für Assembler und generell
    > wie alle unteren Ebenen funktionieren zu haben kann schon sehr hilfreich
    > sein und führt auch oft dazu, dass man selbst hochleveligem Code von Anfang
    > an besser angeht, weil man im Hinterkopf hat wie das dann intern alles
    > abläuft und man kann mit Fehlern besser umgehen. Wirklich Assembler können
    > ist aber in den wenigsten Fällen nötig.

    Naja, Assembler zu verstehen, und Schritt zu halten bei den Entwicklungen der jeweiligen Architektur, koennen tatsaechlich zwei verschiedene Paar Schuhe sein. Immerhin werden die Architekturen auch auf existierende Software hin optimiert. Das geht von zusaetzlichen Befehlen bis zur Empfehlung, diese Befehle nicht mehr zu nutzen, da die neueren Kerne besser z.B. auf die alten diskreten Befehle reagieren.

    Aber ein grundlegendes Verstaendnis der Architektur ist extrem hilfreich.
    Wenn ich fuer ARM programmiere, dann habe ich dort ein Problem, wenn ich im Debugger lande und muss mir alternative Loesungen zur Fehlersuche einfallen lassen. Geht auch, kostet aber Zeit und im Zweifel muss ich eine neue, geaenderte Logik entwerfen, wenn ich den Code nicht zum Laufen bekommen. Dann steht Studium der Dokumentation an usw., statt das Problem direkt zu erkennen. Bisher sind meine Projekte fuer ARM gluecklicherweise eher sowas wie spezialisierte Taschenrechnerprogramme, da muss ich nicht allzu tief graben.
    Noch lohnt sich der Aufwand fuer mich nicht.

    Also grundlegend halte ich es fuer absolut unwirtschaftlich, ein komplettes Projekt in Assembler stricken zu wollen. Alleine die noetige Dokumentation waere schon ein zusaetzliches Projekt.
    Mal davon abgesehen, dass wohl nur noch ein paar handvoll Leute bei der Codeoptimierung die ueblichen Compiler schlagen koennen. Zumindestens, wenn es um Geschwindigkeit geht.

    Insofern gebe ich dir da weitgehend recht, nicht grundlegend noetig aber sehr hilfreich.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.18 18:27 durch bombinho.

  18. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: GodsBoss 05.12.18 - 22:45

    > > XSS und SQL Injections sind leider immer noch
    > > häufig anzutreffen und selbst Passwörter im Plain Text. Dass passiert
    > bei
    > > ja noch bei Firmen, die beim Personal nicht sparen müssten. Das ist wie
    > > wenn ein Elektriker die 5 Sicherheitsregeln nicht beachtet, nur dass man
    > > nicht sofort bestraft wird.
    >
    > Du bist wohl genau so einer, der sich viel aus seine Ausbildung einbildet,
    > aber sich seither nicht mehr wirklich weitergebildet hat.

    Tatsächlich klingt das ein bisschen so. Meiner Erfahrung nach laufen die Kompetenzgräben aber weniger zwischen "gelernt" und "ungelernt" denn zwischen "lernt" und "lernt nicht".

    > Würdest du
    > nämlich mit aktuellen Frameworks und Technologien arbeiten, wüsstest du,
    > dass genau deine angesprochenen Themen heute irrelevant sind, weil man
    > davor schon "per default" geschützt wird. Du kannst die schlechtesten
    > Tutorials lesen und es wird richtig gemacht.

    Das ist m.E. nur zum Teil richtig. Vor allem unterschlägt es, dass ja auch Leute an genau diesen Frameworks und Technologien arbeiten. Wenn ich Maintainer einer Abstraktion über SQL bin, sollte ich über SQL Injections wohl besser Bescheid wissen.

    > Und wenn du nun meinst, "heute lernt man nur noch Frameworks und nicht mehr
    > die Basis": Stimmt sicherlich teilweise, aber die Basis wird auch immer
    > irrelevanter. Assembler zu kennen ist heute absolut nicht mehr notwendig
    > und es bringt auch absolut rein überhaupt gar nichts, wenn man sich nicht
    > im Embedded Bereich niederlassen will. Genau so wie du heute nicht mehr
    > fähig sein musst, das Fleisch vom Knochen zu trennen oder dir deine eigenen
    > Werkzeuge herzustellen, um zu überleben.

    Auch das halte ich nicht für zwangsläufig richtig. Es ist gut, zu abstrahieren und sich nicht ständig mit den ganzen Details unterhalb der Schichten zu beschäftigen, auf denen man arbeitet, andererseits passieren natürlich Dinge wie [stackoverflow.com].

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  19. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: ronda-melmag 06.12.18 - 09:52

    Sarkastius schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin nach wie vor überzeugt, das ein Quereinsteiger eine gute
    > Bereicherung für eine Firma sein kann. Es spricht nichts dagegen jemanden
    > einzustellen der sich programmieren selber beigebracht hat. Eine Schulung
    > für den Mitarbeiter um ihn auf den Neusten Stand zu bringen macht jedoch
    > sicher Sinn. Aber egal ob selbst beigebracht oder Studium. Die Sorgfalt
    > beim Code schreiben muss man selber haben.
    >
    Die Realität sieht anders aus - nach den Stellenanzeigen zu urteilen stellt keiner Quereinsteiger ein.
    Und selber ausbilden ? Wozu ? Wenn man doch so einfach in das Klagelied des Fachkräftemangels einstimmen kann.

  20. Re: In 3 Monaten kann man alles lernen...

    Autor: Poppeye 06.12.18 - 10:30

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Ich bin nach wie vor überzeugt, das ein Quereinsteiger eine gute
    > > Bereicherung für eine Firma sein kann. Es spricht nichts dagegen
    > jemanden
    > > einzustellen der sich programmieren selber beigebracht hat. Eine
    > Schulung
    > > für den Mitarbeiter um ihn auf den Neusten Stand zu bringen macht jedoch
    > > sicher Sinn.
    Diese Quereinsteiger gibt es mit Sicherheit. Ich bezweifel nur ,dass ein Quereinsteiger sich, neben grundsätzlicher Programmierung, auch noch selbst komplexe Patterns, Clean Code etc. beigebracht hat. (Ausnahmen gibt es auch hier mit Sicherheit)
    Man muss also eventuell doch etwas Aufwand in den Mitarbeiter investieren und Ihn weiterbilden.
    >

    > Viel anstrengender sind gerade fertige Fachinformatiker oder
    > Bachelor-Informatiker. Die haben auch keine Ahnung vom realen Leben, halten
    > sich aber für die Könige. Hier muss man nicht nur Arbeit reinstecken,
    > sondern den Leuten erst mal klar machen, dass sie noch viel zu lernen
    > haben.
    >
    Schöne Verallgemeinerung. Meiner Erfahrung nach legt sich das bei denen, welche sich für Könige halten, sehr schnell nachdem das erste Code Review durch ist und sie anfangs erstmal ausgelacht werden. Außerdem lassen sich Fachinformatiker und Akademiker doch recht einfach unterscheiden, wenn man ihnen mal eine Aufgabe in Richtung Recherche gibt oder sie anweist sich selbst etwas beizubringen. Hier sind meistens (!) die Akademiker doch sehr überlegen.
    > Quereinsteiger haben zudem den Vorteil, anderes Wissen mitzubringen,
    > Branchenwissen. Wenn man einen Versicherungskaufmann zum Entwickler
    > umschult, vergisst er ja nicht sein Wissen um Versicherungen. Wenn man den
    > dann in Projekte bringt mit Versicherungshintergrund, kann das eine echt
    > gute Kombination werden.
    Klar gibt es immer gute Kombinationen. Nur erklär mir warum ich einen Quereinsteiger (ehemaliger Bäcker) in meiner Firma (Redaktionssysteme) brauchen kann?

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