1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Bootcamps: Programmierer in drei…

Ja, Aber

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Ja, Aber

    Autor: theq86 03.12.18 - 11:38

    Ich stimme zu, dass man durchaus in 3 Wochen programmieren lernen kann. Aber es gibt noch weitere Voraussetzungen.

    Neben enorm hoher Motivation und Stressresilienz braucht man auch die richtige Auffassungsgabe um diese Stoffmenge in geraffter Zeit erfoglreich verarbeiten zu können. On danach auch alles im Langzeithirn verankert ist wage ich jetzt zu bezweifeln. Irgendwas fällt dann immer runter. Man muss nach diesen paar Wochen dann auch unbedingt damit weitermachen und so schnell wie möglich in einen Beruf einsteigen wo man das ganze Wissen praktisch festigt.

    Und man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass man dann der Top-Entwickler ist, der jedem Fachinformatiker Azubi oder jedem Informatikstudenten große Sprünge voraus ist. Alles braucht Erfahrung und Zeit.

  2. Re: Ja, Aber

    Autor: quark2017 03.12.18 - 11:53

    Das Problem das ich hier sehe ist, dass die Bootcamper - wie du folgerichtig schreibst - unmittelbar im Anschluss weitere Erfahrung sammeln müssen.

    Und gehen diese in den Beruf, so schreiben sie dort Produktiv-Code.

    Und das ist fatal!
    Denn wenn dort Bugs, schlechtes Laufzeitverhalten oder Sicherheitsschwachstellen (unbewusst) eingebaut werden, lassen sich diese Fehler nicht mehr einfach korrigieren.

    Die Unternehmen, für die ich gearbeitet hatte, haben (zum Glück) den Anspruch fähige (oder gar keine) Mitarbeiter einzustellen oder sich diese Mitarbeiter über längere Zeit selbst auszubilden. Denn sie haben genau diese Problematik erkannt.

    Ich befürchte allerdings, dass die Bootcamper nicht in Unternehmen laden werden, welche diese Leute erstmal 2-3 weitere Jahre gegen voller Bezahlung weiterbilden werden, bevor diese produktiven Code schreiben.

  3. Re: Ja, Aber

    Autor: foobarJim 03.12.18 - 12:17

    quark2017 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem das ich hier sehe ist, dass die Bootcamper - wie du
    > folgerichtig schreibst - unmittelbar im Anschluss weitere Erfahrung sammeln
    > müssen.
    >
    > Und gehen diese in den Beruf, so schreiben sie dort Produktiv-Code.

    Wo ist das Problem? Bei uns geht kein Code live, der nicht von jdn anderem gesehen wurde. Dass man bei einem Anfänger noch mehr darauf achtet oder sogar direkt im Pairing entwickelt ist doch klar. Aber ob das jdn von einem Code-Camp ist oder mit einer Ausbildung oder von der Uni kommt macht da keinen Unterschied.

  4. Re: Ja, Aber

    Autor: PiranhA 03.12.18 - 12:17

    quark2017 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und das ist fatal!
    > Denn wenn dort Bugs, schlechtes Laufzeitverhalten oder
    > Sicherheitsschwachstellen (unbewusst) eingebaut werden, lassen sich diese
    > Fehler nicht mehr einfach korrigieren.

    Das trifft doch genauso auf den studierten Software Ingenieur zu. Der mag vielleicht etwas Vorsprung von der Arbeitsweise haben, aber den muss man genauso an die Hand nehmen. Ein Studium ist genauso wenig eine Berufsausbildung, dass muss per se im Betrieb erfolgen. Wer einen Anfänger einfach auf sein Repository loslässt, ohne dessen Arbeit zu kontrollieren, ist einfach selbst Schuld, wenn dabei Mist raus kommt.
    Am Anfang muss es doch immer einen Mentor geben, der einem die Architektur und grundlegenden Gedanken dahinter erklärt. Jemand der die Design-Entscheidungen reviewed und ab und zu mal ein paar Augen auf den Code wirft. Erst wenn das Vertrauen in die Fähigkeiten aufgebaut wurde, kann er selbständig arbeiten. Dieser Wandel spiegelt sich dann natürlich auch beim Gehalt wieder.

  5. Re: Ja, Aber

    Autor: aLpenbog 03.12.18 - 12:29

    quark2017 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem das ich hier sehe ist, dass die Bootcamper - wie du
    > folgerichtig schreibst - unmittelbar im Anschluss weitere Erfahrung sammeln
    > müssen.
    >
    > Und gehen diese in den Beruf, so schreiben sie dort Produktiv-Code.
    >
    > Und das ist fatal!
    > Denn wenn dort Bugs, schlechtes Laufzeitverhalten oder
    > Sicherheitsschwachstellen (unbewusst) eingebaut werden, lassen sich diese
    > Fehler nicht mehr einfach korrigieren.

    Und in wie fern unterscheidet das einen dieser Bootcamp Absolventen von jemanden mit einer Ausbildung oder einem Studium? Der Mensch mit Studium hat ggf. sogar weniger praktische Erfahrung. Und egal ob Ausbildung oder Studium ggf. wurden die Sprachen, Tools, Frameworks und Bibliotheken, mit denen man später arbeitet überhaupt gar nicht behandelt. Auch weitere Tätigkeiten wie die Projektleitung und co. unterscheiden sich in der Praxis häufig massiv von der Theorie, sofern man diese überhaupt hatte.

    Es ist doch ganz normal, dass man in den Jahrzehnten eines Berufslebens deutlich mehr lernt, als in einer kurzen Ausbildung, vor allem im Anschluss, da man schon vieles weiß, was sich übertragen lässt. Letztlich erfinden wir das Rad doch seit Jahrzehnten immer wieder neu und neue Sprachen sind am Ende nur ein Mix aus Sachen die es schon seit zig Jahren gibt.

  6. Re: Ja, Aber

    Autor: gfa-g 04.12.18 - 06:18

    > Wo ist das Problem? Bei uns geht kein Code live, der nicht von jdn anderem
    > gesehen wurde.
    Dass man im Endeffekt die Arbeit des Unfähigen selbst machen muss, und noch Lehrer spielen darf.
    Dass man dafür die nötig Zeit bekommt kann man vergessen, dann wäre es ja kein Kostenvorteil mehr.
    Es bedeutet Stress, und am Ende Lohndumping, denn es geht ja auch billiger, wie man sieht...
    Hier werden einfach nur Kosten verschoben.

    >Dass man bei einem Anfänger noch mehr darauf achtet oder
    > sogar direkt im Pairing entwickelt ist doch klar. Aber ob das jdn von einem
    > Code-Camp ist oder mit einer Ausbildung oder von der Uni kommt macht da
    > keinen Unterschied.
    Selbstverständlich macht es einen. Ob man kleinere Fehler korrigiert oder auf Formalien der Firma achtet ist etwas ganz anderes, als jemandem grundlegende Konzepte beibringen zu müssen.

  7. Re: Ja, Aber

    Autor: gfa-g 04.12.18 - 06:20

    > Am Anfang muss es doch immer einen Mentor geben, der einem die Architektur
    > und grundlegenden Gedanken dahinter erklärt. Jemand der die
    > Design-Entscheidungen reviewed und ab und zu mal ein paar Augen auf den
    > Code wirft. Erst wenn das Vertrauen in die Fähigkeiten aufgebaut wurde,
    > kann er selbständig arbeiten. Dieser Wandel spiegelt sich dann natürlich
    > auch beim Gehalt wieder.
    Nur dass hierfür die Grundlagen fehlen um solche Entscheidungen zu verstehen, und man dann höchstens Nachahmer anlernt.
    Der Aufwand ist ohne Basis daher deutlich höher, oder man hofft dass die Leute sehr gut auswendiglernen können, um das zu kompensieren.

    Gerade was Arichtektur und Designentscheidungen lernt man in der Uni, unter anderem.
    Als Student fängt man nicht als einfacher Programmierer an...

  8. Re: Ja, Aber

    Autor: gfa-g 04.12.18 - 06:22

    > Auch weitere
    > Tätigkeiten wie die Projektleitung und co. unterscheiden sich in der Praxis
    > häufig massiv von der Theorie, sofern man diese überhaupt hatte.
    Das ist nochmal etwas völlig anderes.

    > Es ist doch ganz normal, dass man in den Jahrzehnten eines Berufslebens
    > deutlich mehr lernt, als in einer kurzen Ausbildung, vor allem im
    > Anschluss, da man schon vieles weiß, was sich übertragen lässt. Letztlich
    > erfinden wir das Rad doch seit Jahrzehnten immer wieder neu und neue
    > Sprachen sind am Ende nur ein Mix aus Sachen die es schon seit zig Jahren
    > gibt.
    Wer legt denn dann die wesentlichen Grundlagen.
    Im Stress des Berufsalltags nimmt sich dann der Ausbilder Zeit elementare Prinzipien und Konzepte während des Code-Reviews zu erklären.
    Neben Sachen wie Versionskontrolle und Details einer IDE.

    Ich glaube viele haben keine Ahnung wieviel Vorwissen notwendig ist, damit ein paar kleine Anleitungen ausreichen.

  9. Re: Ja, Aber

    Autor: PiranhA 04.12.18 - 08:14

    gfa-g schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gerade was Arichtektur und Designentscheidungen lernt man in der Uni, unter
    > anderem.
    > Als Student fängt man nicht als einfacher Programmierer an...

    Ich glaube du überschätzt das Studium hier massiv. Was wir alles in Informatik, Rechnertechnik, Compilerbau, Netzwerktechnik usw. gemacht haben, braucht der normale Entwickler zu 95% nicht. Von Mathe fangen wir gar nicht erst an.
    Was man in Software Engineering gemacht hat, kann man locker in einer Woche Crash-Kurs zusammenfassen. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn man es mit einer lernfähigen und extrem motivierten Person zu tun hat. Also gefühlt trifft das auf maximal 10% der Studenten zu.

    Bitte nicht falsch verstehen. Das ist kein Ersatz für ein Studium oder Berufsausbildung. Das ist ein Crash-Kurs für hoch motivierte Quereinsteiger, nicht mehr und nicht weniger.

  10. Re: Ja, Aber

    Autor: Anonymer Nutzer 04.12.18 - 08:34

    theq86 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass man dann der
    > Top-Entwickler ist, der jedem Fachinformatiker Azubi oder jedem
    > Informatikstudenten große Sprünge voraus ist.
    Man darf sich aber auch nicht der Illusion hingeben, dass die von dir genannten grundsätzlich besser sind als diese Crashkursabsolventen. Es ist einfach eine andere Art zu lernen.

    Jeder lernt anders am besten und es gibt viele verschiedene Anforderungen. Was bringt dir ein Student, der an die Hand genommen werden muss und genau vorgelegt werden muss, was er zu lernen hat und sich nicht traut irgendwas zu fragen weil ihm das sofort peinlich ist? Dann doch lieber ein ehemaliger Lagerist, den du ohne Vorwissen ins kalte Wasser werfen kannst und der nach 2 Wochen durch zugucken und fragen fast schon ein vollwertiges Teammitglied ist?

  11. Re: Ja, Aber

    Autor: a user 04.12.18 - 09:52

    foobarJim schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > quark2017 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Problem das ich hier sehe ist, dass die Bootcamper - wie du
    > > folgerichtig schreibst - unmittelbar im Anschluss weitere Erfahrung
    > sammeln
    > > müssen.
    > >
    > > Und gehen diese in den Beruf, so schreiben sie dort Produktiv-Code.
    >
    > Wo ist das Problem? Bei uns geht kein Code live, der nicht von jdn anderem
    > gesehen wurde. Dass man bei einem Anfänger noch mehr darauf achtet oder
    > sogar direkt im Pairing entwickelt ist doch klar.
    Das Problem ist die Menge an Problemen der er macht und die Arbeit die es macht. Die Tester haben nicht undendlich viel Zeit und ihr könnt auch nicht ewig Tester-Entwickler-Ping-Pong spielen.
    > Aber ob das jdn von einem
    > Code-Camp ist oder mit einer Ausbildung oder von der Uni kommt macht da
    > keinen Unterschied.
    Ich wette einen großen, im Allgemeinen.

  12. Re: Ja, Aber

    Autor: birephip 04.12.18 - 10:54

    Agina schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > theq86 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Und man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass man dann der
    > > Top-Entwickler ist, der jedem Fachinformatiker Azubi oder jedem
    > > Informatikstudenten große Sprünge voraus ist.
    > Was bringt dir ein Student, der an die Hand genommen werden muss und genau
    > vorgelegt werden muss, was er zu lernen hat und sich nicht traut irgendwas
    > zu fragen weil ihm das sofort peinlich ist? Dann doch lieber ein ehemaliger
    > Lagerist, den du ohne Vorwissen ins kalte Wasser werfen kannst und der nach
    > 2 Wochen durch zugucken und fragen fast schon ein vollwertiges Teammitglied
    > ist?
    Ihr habt Lageristen die nach 2 Wochen zugucken und fragen fast vollwertige Programmierer sind? :P

    Spaß beiseite, das ganze kommt natürlich immer extrem auf die Person an. In IT und Technologie Berufen allgemein kommt es ja sehr stark darauf an, dass man sich ständig selbst weiterbildet, weil man sonst auch einfach zurück bleibt.
    Man kann vieles in einem Crashkurs lernen aber vieles kommt durch Langzeiterfahrung und ein Gefühl für die Materie.
    Es reden ja immer viele das Studium schlecht oder meinen es wird überschätzt, aber ich glaube das kann man nicht so generalisieren. Das kommt ganz aufs Studium und die Institution an. Klar kann man vieles was man im Studium lernt auch selbst lernen, aber es ist eben eine andere Art von Wissen die dort meist vermittelt wird als das was man beim Selbststudium tut.
    In einem guten Studium lernt man zu lernen, recherchieren, wie man mit verschiedensten Dingen und neuen Informationen umgeht. Beim Selbststudium ist man meist sehr fixiert auf eine Sache und bildet sich eher speziell, je nach Interesse. Ich finde es aber häufig sehr wichtig ein Verständnis für das ganze drumherum oder was dahinter steckt zu haben und auch vielseitiger zu sein.

    Just my two cents.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.18 10:55 durch birephip.

  13. Re: Ja, Aber

    Autor: minnime 04.12.18 - 13:22

    Wie schon gesagt, genau das kommt in einem Studium auch nicht dran, also Details von Versionskontrolle oder IDE

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. DMG MORI Management GmbH, Bielefeld
  2. Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  3. CG Car-Garantie Versicherungs-AG, Freiburg
  4. WHU - Otto Beisheim School of Management, Düsseldorf

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. gratis
  2. (u. a. Total War Three Kingdoms - Royal Edition für 19,99€, Wreckfest für 12,99€, Wreckfest...
  3. ab 299,85€ neuer Tiefpreis auf Geizhals
  4. exklusiv für Prime-Mitglieder


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de