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in your face...

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  1. in your face...

    Autor: KlausKleber 15.01.16 - 14:57

    ...verdi

  2. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 15.01.16 - 15:09

    Es gibt im Prinzip nur zwei Gründe, warum jemand sarkastische Anti-Gewerkschaftskommentare schreibt.

    1.) Er ist selbst kein Arbeitnehmer bzw. selbst nicht betroffen
    2.) Ihm sind die Arbeitnehmerrechte egal

    2.) kann eigentlich nur zutreffen, wenn gleichzeitig auch 1.) zutrifft. Ich habe damals schon beim Post-Streik nicht verstanden, was sich Arbeitnehmer, die sich mit den Streikenden unsolidarisch zeigen sich davon versprechen, wenn der Arbeitgeber damit durchkommt, Angestellte für billigeres Geld in Subunternehmen zu verfrachten. Stellen Sie sich mal vor, sie wären angestellter und der Arbeitgeber würde Ihnen sagen: "Ich kündige Dich. Du kannst gerne morgen wiederkommen und einen neuen Vertrag unterschreiben. Dann manchste Deine Arbeit weiter, aber eben für - sagen wir mal 30 Prozent weniger Lohn. Würden Sie sich das gefallen lassen? Oder würden Sie dann nicht auch erwarten, dass sich andere Arbeitnehmer mit Ihrem - berechtigten - Streik solidarisch zeigen?

  3. Re: in your face...

    Autor: KlausKleber 15.01.16 - 15:22

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > nicht verstanden, was sich Arbeitnehmer,
    > die sich mit den Streikenden unsolidarisch zeigen sich davon versprechen...

    Man muss die Frage nur umdrehen.

    Was versprechen sich die Streikenden davon?

  4. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 15.01.16 - 17:11

    Fragen mit einer ziemlich dummen Gegenfrage zu beantworten ist natürlich ein Klassiker in jeder Diskussion.

    Zunächst mal bewirkt der Streik, dass damit dem Arbeitgeber klar gemacht wird, dass sich die Arbeitnehmer nicht jeden Unsinn gefallen lassen. Und wenn kollektiv gestreikt wird, hat der Arbeitgeber ein zügiges Interesse, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zweitens gäbe es ohne Streiks überhaupt keine Verbesserungen für Arbeitnehmer, das betrifft auch Errungenschaften, die früher erstritten wurden. Ohne Streik und Arbeitskämpfe sowie gesellschaftliche Solidarität hätten sie keine solidarische Krankenversicherung, kein Arbeitslosengeld, keine Unfallversicherung, keine gesetzliche Rente, keine gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsversicherung - und vermutlich nicht einmal Sozialhilfe.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.01.16 17:21 durch Bjkoenig.

  5. Re: in your face...

    Autor: hyperlord 15.01.16 - 18:12

    1. Man kann Arbeitnehmerrechte und Streiks für sinnvoll erachten, aber trotzdem Verdi ablehnen
    2. nicht jeder Streik ist nur um seiner selbst willen berechtigt. Man muss als Arbeitnehmer ja nicht jeden Streik gut heißen

  6. Re: in your face...

    Autor: FullMoon 15.01.16 - 18:24

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt im Prinzip nur zwei Gründe, warum jemand sarkastische
    > Anti-Gewerkschaftskommentare schreibt.
    >
    > 1.) Er ist selbst kein Arbeitnehmer bzw. selbst nicht betroffen
    > 2.) Ihm sind die Arbeitnehmerrechte egal
    >
    > 2.) kann eigentlich nur zutreffen, wenn gleichzeitig auch 1.) zutrifft. Ich
    > habe damals schon beim Post-Streik nicht verstanden, was sich Arbeitnehmer,
    > die sich mit den Streikenden unsolidarisch zeigen sich davon versprechen,
    > wenn der Arbeitgeber damit durchkommt, Angestellte für billigeres Geld in
    > Subunternehmen zu verfrachten. Stellen Sie sich mal vor, sie wären
    > angestellter und der Arbeitgeber würde Ihnen sagen: "Ich kündige Dich. Du
    > kannst gerne morgen wiederkommen und einen neuen Vertrag unterschreiben.
    > Dann manchste Deine Arbeit weiter, aber eben für - sagen wir mal 30 Prozent
    > weniger Lohn. Würden Sie sich das gefallen lassen? Oder würden Sie dann
    > nicht auch erwarten, dass sich andere Arbeitnehmer mit Ihrem - berechtigten
    > - Streik solidarisch zeigen?

    Ich bin bewusst nicht in einer Gewerkschaft, wahrscheinlich auch deswegen weil die bei meinem Arbeitgeber sogar recht agrressiv (unterstützt durch den Betriebsrat) um Mitglieder werben.
    Mir geht das sowas von auf den Sack. ... Solche "Institutionen" lehne ich halt einfach ab, punkt aus!

    Dann immer das Argument, die Gewerkschaft würde ja für meine Rechte kämpfen ... Bei dem Bsp. mit den 30% weniger Lohn ... Ähm ... Nein! ... Dann such ich mir halt 'nen neuen Job.
    Sicher kann nicht jeder, aber ich rede hier ja auch nur von mir.

    Deswegen verstehe ich diese Rechtsstreitigkeiten in Unternehmen, die so in der Presse breitgelatscht werden (wie Kündigung wegen Handy am Arbeitsplatz aufgeladen) nicht. Sorry wenn ich einen AG habe der wegen sonem Kindergarten ne Kündigung ausspricht, dann will ich da auch nicht arbeiten und streite nicht noch vor Gericht rum. Lieber suche ich mir nen AG, dem es auf die Leistung der MA ankommt und dem es dabei egal ist, ob einer 30 Cent "Strom klaut". ...

    Muss dazu sagen, dass ich halt außer durch mein aktuelles Arbeitsverhältnis nirgendwo gebunden und entsprechend flexibel bin. Wenns sein muss geh ich woanders hin, die Welt ist groß.

    Minimalist bin ich auch, brauche also auch nicht viel und mache mir auch keine Gedanken wohin die Reise im Leben noch so geht. Wozu auch, könnte ja morgen schon tot sein. ...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.01.16 18:33 durch FullMoon.

  7. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 15.01.16 - 19:03

    hyperlord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1. Man kann Arbeitnehmerrechte und Streiks für sinnvoll erachten, aber
    > trotzdem Verdi ablehnen
    > 2. nicht jeder Streik ist nur um seiner selbst willen berechtigt. Man muss
    > als Arbeitnehmer ja nicht jeden Streik gut heißen

    zu 1. Kann man. Nur ohne Gewerkschaft kein Streikgeld, kein Verhandlungspartner für den Arbeitgeber, kein Tarifvertrag.

    zu 2. Einen Arbeitskampf zu führen um nicht entlassen zu werden oder in ein Subunternehmen für 30 Prozent weniger Lohn outgesourct zu werden, würde ich nicht als Streik "um seiner selbst willen" bezeichnen.

  8. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 15.01.16 - 19:30

    FullMoon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt im Prinzip nur zwei Gründe, warum jemand sarkastische
    > > Anti-Gewerkschaftskommentare schreibt.
    > >
    > > 1.) Er ist selbst kein Arbeitnehmer bzw. selbst nicht betroffen
    > > 2.) Ihm sind die Arbeitnehmerrechte egal
    > >
    > > 2.) kann eigentlich nur zutreffen, wenn gleichzeitig auch 1.) zutrifft.
    > Ich
    > > habe damals schon beim Post-Streik nicht verstanden, was sich
    > Arbeitnehmer,
    > > die sich mit den Streikenden unsolidarisch zeigen sich davon
    > versprechen,
    > > wenn der Arbeitgeber damit durchkommt, Angestellte für billigeres Geld
    > in
    > > Subunternehmen zu verfrachten. Stellen Sie sich mal vor, sie wären
    > > angestellter und der Arbeitgeber würde Ihnen sagen: "Ich kündige Dich.
    > Du
    > > kannst gerne morgen wiederkommen und einen neuen Vertrag unterschreiben.
    > > Dann manchste Deine Arbeit weiter, aber eben für - sagen wir mal 30
    > Prozent
    > > weniger Lohn. Würden Sie sich das gefallen lassen? Oder würden Sie dann
    > > nicht auch erwarten, dass sich andere Arbeitnehmer mit Ihrem -
    > berechtigten
    > > - Streik solidarisch zeigen?
    >
    > Ich bin bewusst nicht in einer Gewerkschaft, wahrscheinlich auch deswegen
    > weil die bei meinem Arbeitgeber sogar recht agrressiv (unterstützt durch
    > den Betriebsrat) um Mitglieder werben.
    > Mir geht das sowas von auf den Sack. ... Solche "Institutionen" lehne ich
    > halt einfach ab, punkt aus!
    >
    > Dann immer das Argument, die Gewerkschaft würde ja für meine Rechte kämpfen
    > ... Bei dem Bsp. mit den 30% weniger Lohn ... Ähm ... Nein! ... Dann such
    > ich mir halt 'nen neuen Job.
    > Sicher kann nicht jeder, aber ich rede hier ja auch nur von mir.
    >
    > Deswegen verstehe ich diese Rechtsstreitigkeiten in Unternehmen, die so in
    > der Presse breitgelatscht werden (wie Kündigung wegen Handy am Arbeitsplatz
    > aufgeladen) nicht. Sorry wenn ich einen AG habe der wegen sonem
    > Kindergarten ne Kündigung ausspricht, dann will ich da auch nicht arbeiten
    > und streite nicht noch vor Gericht rum. Lieber suche ich mir nen AG, dem es
    > auf die Leistung der MA ankommt und dem es dabei egal ist, ob einer 30 Cent
    > "Strom klaut". ...
    >
    > Muss dazu sagen, dass ich halt außer durch mein aktuelles Arbeitsverhältnis
    > nirgendwo gebunden und entsprechend flexibel bin. Wenns sein muss geh ich
    > woanders hin, die Welt ist groß.
    >
    > Minimalist bin ich auch, brauche also auch nicht viel und mache mir auch
    > keine Gedanken wohin die Reise im Leben noch so geht. Wozu auch, könnte ja
    > morgen schon tot sein. ...


    Sie können natürlich ablehnen was Sie wollen. Je weniger Sie Ihre Interessen (kollektiv) wahrnehmen, umso besser für Ihren Arbeitgeber. Denn so lange Sie sich nicht wehren, kann der ja machen was er will.

    "Ich rede ja nur von mir" - Ja und genau das ist das Problem. Mangelnde Solidarität, jeder denkt nur an sich.

    Das Sie keine Familie haben und mit wenig über die Runden kommen, ist vielleicht aber auch nicht jedermanns Sache. Sollte man in der Argumentation vielleicht auch mal bedenken, dass es noch andere Lebensentwürfe gibt.

  9. Re: in your face...

    Autor: Tigtor 15.01.16 - 19:52

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    >
    > Sie können natürlich ablehnen was Sie wollen. Je weniger Sie Ihre
    > Interessen (kollektiv) wahrnehmen, umso besser für Ihren Arbeitgeber. Denn
    > so lange Sie sich nicht wehren, kann der ja machen was er will.

    Möglich, aber nicht jeder Arbeitgeber ist der Feind, leider klingt das bei Ihnen immer wieder so


    > "Ich rede ja nur von mir" - Ja und genau das ist das Problem. Mangelnde
    > Solidarität, jeder denkt nur an sich.

    Das beisst sich jetzt aber mit Ihrer "wozu arbeiten wenn ich genauso viel Arbeitslosengeld bekomme"-Einstellung aus dem anderen Thread

    > Das Sie keine Familie haben und mit wenig über die Runden kommen, ist
    > vielleicht aber auch nicht jedermanns Sache. Sollte man in der
    > Argumentation vielleicht auch mal bedenken, dass es noch andere
    > Lebensentwürfe gibt.

    Ist doch schön wenn er so frei ist. Natürlich darf jeder entscheiden wie er leben will, aber wenn zb mein Nachbar meint 5 Kinder haben zu müssen, die Frau nicht arbeitet und er durch den Hausbau mit 100.000¤ oder mehr in der Kreide steht, dann kann ich schon verstehen wenn er für mehr Geld streiken möchte, muss es aber weder gutheißen noch unterstützen. Irgendwann hat er ja die Entscheidung getroffen diese Risiken einzugehen.

    1000-7



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.01.16 19:54 durch Tigtor.

  10. Re: in your face...

    Autor: Buttermilch 15.01.16 - 20:18

    Sorry aber der "Streik" bei Amazon ist ein Witz,
    erstmal machen in Spitzenzeiten nichtmal 5% der Belgschaft mit.
    wenn da 40 Mitarbeiter Streiken von 3000 ist das nicht ernstzunehmen.
    Keiner meiner Areamanager hat jemals was angedeutet, dass es die geplanten shippments oder andere Tagesziele gefährdet. Wenn am Sonntag Derby war fehlen deutlich mehr Leute weil sie "krank sind"
    Streik läuft so ab: Vor der Schicht stehen 30 Leute vor der Parkplatzeinfahrt mit Musik und Trillerpfeifen in Plastikwesten gehüllt und brüllen was von fairer Arbeit und fairer Lohn. Nach ca 2 std kommt die Trulla von der Verdi vorbei, alle in eine Liste eintragen wegen Streikgeld, nach ca 2,5 std sind alle Leute weg. :D Läuft gut oder :D nett so ein freier zusätzlicher Tag in der Woche. In der Zwischenzeit wird viel geraucht, und ein paar Brötchen gegessen. und sich darüber unterhalten, was wohl passiert wenn Amazon den Neubau in Werne fertig ist (dieses Jahr ist der Baubeginn) Manche "Leistungsträger" fürchen um ihre Jobs da sie ja so hart arbeiten und Sooooo wertvoll für das Unternehmen sind. ^^ So wertvoll, das es nicht mal auffällt ob sie da sind oder nicht ;)

    Von den Streikenden haben ein paar eh einen Krankenschein oder ihren freien Tag. von den Kollegen werden sie nur belächelt wenn diese sie ansprechen und fragen warum sie nicht auch streiken.
    Das hat folgende Gründe
    der Betriebsrat und Verdi in EDE4 haben den Leuten die Nachtschicht im Q4 geklaut, (gab sehr gutes Geld) haben mit den Eilanträgen die freiwillige Sonntagsarbeit verhindert (es haben sich 350, meist muslimische MA dafür angemeldet) und als Krönung soll es jetzt ein neues Schichtplanmodell geben.
    wochentliche Wechsel von Früh- auf Spätschicht und umgekehrt:D
    Wie gesagt das macht der BR für UNS :D :D :D :D



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.01.16 20:35 durch Buttermilch.

  11. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 15.01.16 - 20:34

    Tigtor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > >
    > > Sie können natürlich ablehnen was Sie wollen. Je weniger Sie Ihre
    > > Interessen (kollektiv) wahrnehmen, umso besser für Ihren Arbeitgeber.
    > Denn
    > > so lange Sie sich nicht wehren, kann der ja machen was er will.
    >
    > Möglich, aber nicht jeder Arbeitgeber ist der Feind, leider klingt das bei
    > Ihnen immer wieder so
    >
    Nicht alle, aber leider sehr, sehr viele. Und es werden immer mehr.
    >
    > > "Ich rede ja nur von mir" - Ja und genau das ist das Problem. Mangelnde
    > > Solidarität, jeder denkt nur an sich.
    >
    > Das beisst sich jetzt aber mit Ihrer "wozu arbeiten wenn ich genauso viel
    > Arbeitslosengeld bekomme"-Einstellung aus dem anderen Thread

    Nein, tut es nicht. Denn ich bin sehr gerne bereit, mich solidarisch gegenüber anderen zu zeigen. Aber das ist keine Einbahnstraße.
    >
    > > Das Sie keine Familie haben und mit wenig über die Runden kommen, ist
    > > vielleicht aber auch nicht jedermanns Sache. Sollte man in der
    > > Argumentation vielleicht auch mal bedenken, dass es noch andere
    > > Lebensentwürfe gibt.
    >
    > Ist doch schön wenn er so frei ist. Natürlich darf jeder entscheiden wie er
    > leben will, aber wenn zb mein Nachbar meint 5 Kinder haben zu müssen, die
    > Frau nicht arbeitet und er durch den Hausbau mit 100.000¤ oder mehr in der
    > Kreide steht, dann kann ich schon verstehen wenn er für mehr Geld streiken
    > möchte, muss es aber weder gutheißen noch unterstützen. Irgendwann hat er
    > ja die Entscheidung getroffen diese Risiken einzugehen.

    Mit der Einstellung hätte Deutschland dann wohl keine Kinder mehr - womit dann auch das Sozialsystem zusammenbricht.

  12. Re: in your face...

    Autor: quineloe 16.01.16 - 13:33

    KlausKleber schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > nicht verstanden, was sich Arbeitnehmer,
    > > die sich mit den Streikenden unsolidarisch zeigen sich davon
    > versprechen...
    >
    > Man muss die Frage nur umdrehen.
    >
    > Was versprechen sich die Streikenden davon?

    Das sagen sie meist. Aber bei den elitären Usern die sich auf Golem tummeln gehen die Ohren nach "streik" schon zu und die Meinung verfestigt sich.

  13. Re: in your face...

    Autor: DrWatson 16.01.16 - 22:32

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Fragen mit einer ziemlich dummen Gegenfrage zu beantworten ist natürlich
    > ein Klassiker in jeder Diskussion.

    Es ist überhbelich sein Gegenüber als dumm zu bezeichnen, wenn er anderer Meinung ist, als man selbst.

    > Zunächst mal bewirkt der Streik, dass damit dem Arbeitgeber klar gemacht
    > wird, dass sich die Arbeitnehmer nicht jeden Unsinn gefallen lassen.

    Jeder Unternehmer weiß das. Wenn man seine Mitarbeiter schlecht behandelt kündigen sie irgendwann. Von nichts kommt nichts, alles andere ist realitätsfremd.

    > Und
    > wenn kollektiv gestreikt wird, hat der Arbeitgeber ein zügiges Interesse,
    > an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

    Das liegt in der Natur der Sache, macht es aber nicht besser. Wenn sich Unternehmer zusammentun würden und ihre Läden zumachen würden um höhere Preise durchzusetzen, wären sie damit auch sehr erfolgreich. Trotzdem gibt es ein Kartellrecht, dass das verbietet.

    > Zweitens gäbe es ohne Streiks
    > überhaupt keine Verbesserungen für Arbeitnehmer,

    Nein. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen entstehen dadurch, dass auch auf dem Arbeitsmarkt ein Wettbewerb besteht. Jedes Unternehmen versucht an fähige Arbeitskräfte zu kommen und die eigenen Arbeitskräfte nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

    Südkorea ist zum Beispiel ein Land in dem Gewerkschaften nichts zu sagen haben. Trotzdem haben sich die Löhne dort in den letzten 25 Jahren verdreifacht.

    Gewerkschaften haben übrigens neben den streikbedingten Produktivitätsausfällen noch einen weiteren Nachteil für die Gesellschaft: Die künstliche Erhöhung der Löhne sorgt dafür, dass Unternehmen Menschen gar nicht erst einstellen, wenn ihre Produktivität unter dem Tariflohn liegt. Gewerkschaften nützen somit zwar ihren Mitgliedern, schaden aber arbeitslosen und geringqualifizierten Menschen.

  14. Re: in your face...

    Autor: DrWatson 16.01.16 - 22:35

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > zu 2. Einen Arbeitskampf zu führen um nicht entlassen zu werden

    Das ist unlogisch. Ein Streik verschäft ja gerade die Ursachen, wegen denen es zu Entlassungen kommt.

  15. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 16.01.16 - 23:03

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Fragen mit einer ziemlich dummen Gegenfrage zu beantworten ist natürlich
    > > ein Klassiker in jeder Diskussion.
    >
    > Es ist überhbelich sein Gegenüber als dumm zu bezeichnen, wenn er anderer
    > Meinung ist, als man selbst.

    > Man kann jederzeit eine andere Meinung haben. Wenn man jedoch auf fundierte Aussagen oder Argumente nur einsätzige sinnlose Gegenfragen einwirft, ist das in der Tat dumm.

    > > Zunächst mal bewirkt der Streik, dass damit dem Arbeitgeber klar gemacht
    > > wird, dass sich die Arbeitnehmer nicht jeden Unsinn gefallen lassen.
    >
    > Jeder Unternehmer weiß das. Wenn man seine Mitarbeiter schlecht behandelt
    > kündigen sie irgendwann. Von nichts kommt nichts, alles andere ist
    > realitätsfremd.

    > Ob die das wirklich wissen, möchte ich mal in Frage stellen. Vielleicht wollen Sie es auch nicht wissen.

    > > Und
    > > wenn kollektiv gestreikt wird, hat der Arbeitgeber ein zügiges
    > Interesse,
    > > an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
    >
    > Das liegt in der Natur der Sache, macht es aber nicht besser. Wenn sich
    > Unternehmer zusammentun würden und ihre Läden zumachen würden um höhere
    > Preise durchzusetzen, wären sie damit auch sehr erfolgreich. Trotzdem gibt
    > es ein Kartellrecht, dass das verbietet.

    > Seit wann verbietet es das Kartellrecht, seine Läden dicht zu machen? Wäre aber auch ohnehin nur ein Eigentor, denn Löhne, Mieten, Großhändler etc. müssen ja zunächst mal weiter bezahlt werden.

    > > Zweitens gäbe es ohne Streiks
    > > überhaupt keine Verbesserungen für Arbeitnehmer,
    >
    > Nein. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen entstehen dadurch, dass auch
    > auf dem Arbeitsmarkt ein Wettbewerb besteht. Jedes Unternehmen versucht an
    > fähige Arbeitskräfte zu kommen und die eigenen Arbeitskräfte nicht an die
    > Konkurrenz zu verlieren.

    > Das ist aber wohl ein Scherz. Schon mal über die gesetzliche Rentenversicherung nachgedacht? Oder über die Arbeitslosenversicherung? Über Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Über die Erwerbsunfähigkeitsrente? Über Urlaub? Über die paritätische Finanzierung der Krankenversicherung? Offenbar haben Sie sich noch nicht so richtig mit der Geschichte der Gewerkschaften und der Arbeitskämpfe in Deutschland beschäftigt. Wenn es keine Gewerkschaften gebe, würden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit unter einer Brücke pennen, wenn Sie keinen Job hätten.

    > Südkorea ist zum Beispiel ein Land in dem Gewerkschaften nichts zu sagen
    > haben. Trotzdem haben sich die Löhne dort in den letzten 25 Jahren
    > verdreifacht.
    >
    > Gewerkschaften haben übrigens neben den streikbedingten
    > Produktivitätsausfällen noch einen weiteren Nachteil für die Gesellschaft:
    > Die künstliche Erhöhung der Löhne sorgt dafür, dass Unternehmen Menschen
    > gar nicht erst einstellen, wenn ihre Produktivität unter dem Tariflohn
    > liegt. Gewerkschaften nützen somit zwar ihren Mitgliedern, schaden aber
    > arbeitslosen und geringqualifizierten Menschen.

    Ja, das Argument hört man oft aus der Neocon-Ecke. Besser ein Job unter Tarif als gar kein Job. Dazu sage ich zunächst mal Folgendes: Ein Arbeitgeber, der nicht bereit ist, freiwillig nach Flächentarif zu zahlen, kann sich seinen Job mal dahin stecken, wo keine Sonne scheint. Zweitens: Wer bei Vollzeitarbeit am Monatsende einen Lohn in der Tasche hat, der auf dem Niveau der Sozialhilfe liegt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er nicht entweder den Arbeitgeber wechselt oder morgens erst gar nicht aufsteht. Solche Löhne existieren nämlich nicht in erster Linie wegen der angeblich niedrigen Qualifikation, sondern weil es immer noch viel zu viele Menschen gibt, die zu diesen Löhnen arbeiten gehen. Und nur weil das passiert, gibt es Arbeitgeber, die das ausnutzen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.16 23:14 durch Bjkoenig.

  16. Re: in your face...

    Autor: DrWatson 16.01.16 - 23:16

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, das Argument hört man oft aus der Necon-Ecke.

    Was ist die Necon-Ecke?

    > Dazu sage ich zunächst mal Folgendes: Ein
    > Arbeitgeber, der nicht bereit ist, freiwillig nach Flächentarif zu zahlen,
    > kann sich seinen Job mal dahin stecken, wo keine Sonne scheint.

    Gilt diese Aussage auch für Arbeitnehmer, die es nicht schaffen über die Schwelle des Tarifvertrages zu kommen?

    > Zweitens:
    > Wer bei Vollzeitarbeit am Monatsende einen Lohn in der Tasche hat, der auf
    > dem Niveau der Sozialhilfe liegt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er
    > nicht entweder den Arbeitgeber wechselt oder morgens erst gar nicht
    > aufsteht.

    Erstens liegt man vollzeit selbst mit 8,50 ¤ pro Stunde mindestens 200¤ über dem Niveau der Sozialhilfe, objektiv ist das also eine deutliche Verschlechterung, wenn man dann seinen Job verliert und zweitens sollte man als Arbeitnehmer selbst bestimmen dürfen ob man dafür morgens aufsteht und nicht irgendein Gewerkschaftsboss.

    > Solche Löhne existieren nämlich nicht in erster Linie wegen der
    > angeblich niedrigen Qualifikation, sondern weil es immer noch viel zu viele
    > Menschen gibt, die zu diesen Löhnen arbeiten gehen.

    Wer wäre ich um über diese Menschen zu urteilen?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.01.16 23:20 durch DrWatson.

  17. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 16.01.16 - 23:23

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > zu 2. Einen Arbeitskampf zu führen um nicht entlassen zu werden
    >
    > Das ist unlogisch. Ein Streik verschäft ja gerade die Ursachen, wegen denen
    > es zu Entlassungen kommt.

    Klar. Deswegen hat die Post ja auch damals tausende Mitarbeiter entlassen, als dort gestreikt wurde.

  18. Re: in your face...

    Autor: DrWatson 16.01.16 - 23:24

    Bjkoenig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar. Deswegen hat die Post ja auch damals tausende Mitarbeiter entlassen,
    > als dort gestreikt wurde.

    Du musst etwas konkreter werden, was du mit "damals" meinst.

  19. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 16.01.16 - 23:26

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ja, das Argument hört man oft aus der Necon-Ecke.
    >
    > Was ist die Necon-Ecke?
    >
    > > Dazu sage ich zunächst mal Folgendes: Ein
    > > Arbeitgeber, der nicht bereit ist, freiwillig nach Flächentarif zu
    > zahlen,
    > > kann sich seinen Job mal dahin stecken, wo keine Sonne scheint.
    >
    > Gilt diese Aussage auch für Arbeitnehmer, die es nicht schaffen über die
    > Schwelle des Tarifvertrages zu kommen?
    Die Aussage sollte grundsätzlich jeder Arbeitnehmer beherzigen.
    >
    > > Zweitens:
    > > Wer bei Vollzeitarbeit am Monatsende einen Lohn in der Tasche hat, der
    > auf
    > > dem Niveau der Sozialhilfe liegt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er
    > > nicht entweder den Arbeitgeber wechselt oder morgens erst gar nicht
    > > aufsteht.
    >
    > Erstens liegt man vollzeit selbst mit 8,50 ¤ pro Stunde mindestens 200¤
    > über dem Niveau der Sozialhilfe, objektiv ist das also eine deutliche
    > Verschlechterung, wenn man dann seinen Job verliert und zweitens sollte man
    > als Arbeitnehmer selbst bestimmen dürfen ob man dafür morgens aufsteht und
    > nicht irgendein Gewerkschaftsboss.
    Für 200 Euro extra über der Sozialhilfe im Monat gehe ich nicht Vollzeit arbeiten. Das bekommt man auch mit geringfügiger Beschäftigung.
    >
    > > Solche Löhne existieren nämlich nicht in erster Linie wegen der
    > > angeblich niedrigen Qualifikation, sondern weil es immer noch viel zu
    > viele
    > > Menschen gibt, die zu diesen Löhnen arbeiten gehen.
    >
    > Wer wäre ich um über diese Menschen zu urteilen?
    Über die Menschen würde ich auch nicht urteilen. Sehr wohl aber über den Gesetzgeber, der SGB II-Empfänger dazu zwingt, derartige Jobs anzunehmen.

  20. Re: in your face...

    Autor: Bjkoenig 16.01.16 - 23:29

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bjkoenig schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Klar. Deswegen hat die Post ja auch damals tausende Mitarbeiter
    > entlassen,
    > > als dort gestreikt wurde.
    >
    > Du musst etwas konkreter werden, was du mit "damals" meinst.

    Im vergangenen Jahr, als die Post ihre Fahrer in DHL Delivery stecken wollte.

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TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
Passwort-Richtlinien
Schlechte Passwörter vermeiden

Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
Von Hanno Böck

  1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
  2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
  3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

Urheberrechtsreform: Was das Internet nicht vergessen sollte
Urheberrechtsreform
Was das Internet nicht vergessen sollte

Die Reform des europäischen Urheberrechts ist eine Niederlage für viele Netzaktivisten. Zwar sind die Folgen der Richtlinie derzeit kaum absehbar. Doch es sollten die richtigen Lehren aus der jahrelangen Debatte mit den Internetgegnern gezogen werden.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media will Milliarden von Google
  2. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
  3. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern

  1. Trotz US-Kampagne: Huawei steigert weiter Umsatz und Gewinnmarge
    Trotz US-Kampagne
    Huawei steigert weiter Umsatz und Gewinnmarge

    Gewinn und Umsatz wachsen bei Huawei weiter. Für das Jahr 2019 erwartet der Konzern hohe Gewinne durch 5G-Technologie. 70.000 5G-Basisstationen sind nun ausgeliefert.

  2. 5G: Swisscom refarmt UMTS-Frequenz bei 2.100 MHz
    5G
    Swisscom refarmt UMTS-Frequenz bei 2.100 MHz

    UMTS bei 2.100 MHz kann man in der Schweiz bald nicht mehr nutzen. Der Bereich geht per Refarming an effizientere 4G- und 5G-Technologien.

  3. Copyright: Nintendo hat offenbar Super Mario Bros für C64 gestoppt
    Copyright
    Nintendo hat offenbar Super Mario Bros für C64 gestoppt

    Sieben Jahre hat ein Programmierer nach eigenen Angaben an einer Umsetzung von Super Mario Bros für den C64 gearbeitet. Wenige Tage nach der Veröffentlichung verschwindet das Spiel nun schon wieder von größeren Portalen - vermutlich wegen Nintendo.


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