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Traurig sowas.

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  1. Traurig sowas.

    Autor: DiamondTommy 26.05.16 - 15:54

    Hab den letzen Artikel über Höttges gelesen und dachte mir "zumindest tut die Telekom was, naja."

    Aber 70% aller Glasfasernetze nicht von Telekom? Und dann kommt auch noch was wie "Weichen Richtung Gigabitgesellschaft gestellt".

    Kein Wunder dass die ihre Zahlen nicht bekanntgeben, weil die selbst wissen dass es zum Lachen ist.

  2. Re: Traurig sowas.

    Autor: DerDy 26.05.16 - 16:19

    Es reicht aber nicht nur einen bzw. den letzten Artikel über Höttges und die Telekom zu lesen! Es lohnt sich schon mehr zu lesen, denn dafür ist das Thema viel zu komplex.
    Denn es gibt mehrere Strategien, wie Deutschland zur Gigabitgessellschaft werden soll:

    Die Kabelnetzbetreiber haben das Glück ein nicht reguliertes Netz sehr günstig eingekauft zu haben. Damit wird schon sehr bald GBit/s möglich sein. Doch bauen die ihr Netz kaum weiter aus. Ich glaube, seitdem die Telekom das Kabelnetz 2002 verkauft hat, ist die Anzahl der angeschlossenen Haushalte kaum gestiegen.

    Einige lokalen Provider bauen in manchen Fällen direkt FTTH oder FTTB aus, um Kunden ein Gegenangebot zur Telekom anbieten zu können. Doch dieser Ausbau geht nur sehr langsam voran, so wurde letztes Jahr ca 200.000 Haushalte mit FTTH erschlossen, das sind gerade mal 0,5% aller Haushalte in Deutschland.

    Die Telekom setzt langfristig auch auf FTTH, aber nutzt die Vorstufe FTTC, bei dem das Glasfaser nur noch wenige hundert Meter vom Haus entfernt ist. Damit kann man sehr viele Haushalte sehr schnell mit Vectoring (100, 250 und 500MBit/s) erreichen. So hat die Telekom allein letztes Jahr über 4,6 Mio Haushalte mit Vectoring erreicht, das sind 23x, als die alternativen Provider mit FTTH. Die Telekom will bis 2018 damit 80% der Haushalte mit Vectoring erreichen, die FTTH Quote der anderen beträgt dann gerade mal 6-7%.
    Im nächsten Schritt wird die Telekom das Glasfaser bis zum Haus verlegt. Daher kann man schon durchaus sagen, dass die Weichen zur Gigabitgessellschaft gestellt wurden.

    Dann gibt es noch regionale Provider, die ebenfalls auf Vectoring wie die Telekom setzen. Das machen z.B. auch die Provider, wie netcologne und M-net, die gerne betonen wie viel Glassfaser sie verlegen, aber da wo die Stadtwerke (ihre Mutterkonzerne) keine Leerrohre haben, da setzen diese Provider natürlich auch gerne Vectoring ein.

  3. Re: Traurig sowas.

    Autor: Dragos 26.05.16 - 17:03

    Da die Kabelanbieter nur Regional auftreten, brauch kein Kabelanbieter ausbauen.

    Die stellen die Technik um und freuen sich das deutlich mehr durch die Leitung geht.

    Das geht bei DSL nicht.

    Naja mal schauen wann T-Com nur noch Kabel anbietet.

  4. Re: Traurig sowas.

    Autor: WoainiLustig 26.05.16 - 17:21

    Ich wette ums Rechthaberrecht, dass wir selbst in 15-20 Jahren noch VDSL im Einsatz haben werden.

  5. Re: Traurig sowas.

    Autor: DerDy 26.05.16 - 18:23

    WoainiLustig schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich wette ums Rechthaberrecht, dass wir selbst in 15-20 Jahren noch VDSL im
    > Einsatz haben werden.
    Eine ganz tolle Wette hast du uns da vorgeschlagen. Noch heute sind Modems im Einsatz, , die nur paar KBit/s übertragen können.
    Es kann durchaus sein, dass es in 15 Jahren noch mindestens einen Haushalt mit VDSL geben wird. Es soll einige kleine lokale Provider geben, die immer noch ihr Netze in sehr ländlichen Regionen mit 30MBit/s aufbauen.

    Die Frage ist aber, will der Kunde in 15 Jahren wirklich mehr Geschwindigkeit als VDSL (50MBit/s) haben? Und damit die höheren Kosten? Für eine Ferienwohnung wird das sicherlich nicht notwendig sein. Und für jemanden, der lieber offline lebt sicher auch nicht.
    Die Frage ist doch viel mehr, wie viele Häuser haben VDSL, können aber nicht schnellere Bandbreite beauftragen?

  6. Re: Traurig sowas.

    Autor: Yeeeeeeeeha 26.05.16 - 18:34

    DiamondTommy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hab den letzen Artikel über Höttges gelesen und dachte mir "zumindest tut
    > die Telekom was, naja."

    Traurig ist, dass ausser der Telekom GAR KEIN Provider deutschlandweit irgendwas ausbaut. Am ehesten noch die Kabelanbieter, aber die sind mit ihren regionalen Monopolen nochmal was ganz anderes. Aber ansonsten verlassen sich die großen (1&1 und Co) fast ausschließlich auf die Telekom bzw. auf die Gerichte, die ihnen Zugang zur Infrastruktur der Telekom geben.

    Wenn du die Telekom wärst, würdest du freiwillig Unsummen in Noch-mehr-Ausbau (FTTC geht eh schon ziemlich weit) stecken, wenn dir dafür noch nicht einmal garantiert wird, dass du das Zeug auch nutzen kannst, weil dich eh ein Gericht dazu zwingt, das Zeug für lächerliche Beträge an klumpige Reseller zu vermieten, die einfach kein Bock haben, da selbst Geld reinzustecken, weil sie dann keine Anschlüsse mehr für "19,95¤ in den ersten 12 Monaten" verkaufen können?

    (Und komm bitte nicht mit dem Argument "Aber der Steuerzahler hat die Leitungen bezahlt". Der Steuerzahler war in Form seiner gewählten Politik blöd genug, das alles für viel Geld zu verkaufen als es noch gar kein DSL gab.)

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin

  7. Re: Traurig sowas.

    Autor: dl01 26.05.16 - 18:49

    Würdest du befürworten, dass 2-3 weitere Anbieter parallel neue Netze errichten? Dann solltest du aber bedenken, dass...
    - immer irgendwo ein Netzbetreiber die Straße zum Verlegen neuer Fasern aufreißt. Ergo: mehr Baustellen, mehr Behinderungen, mehr Flickenteppiche
    - O-DSLAM/MSAN künftig in Dreier- oder Vierergruppen am Straßenrand stehen.
    - du künftig 2-3 weitere TAE-Dosen an der Wand hängen hast
    - Preise um 70¤/Monat wegen deutlich geringerer Kosteneffizienz wohl bald wieder die Norm werden
    - die meisten Netzbetreiber ohnehin pleite sind, bevor sie auch nur ein Viertel der BRD erschlossen haben

    Schlussendlich fährt die Telekom auch einen Verdrängungswettbewerb gegen andere Netzbetreiber. Vollkommen unschuldig ist sie an dieser Situation also nicht. Dennoch profitieren wohl alle Parteien von dieser Lösung - die Telekom, alternative Provider und schlussendlich auch die Kunden - wobei sich die einen natürlich höhere BSA-Preise wünschen, die anderen niedrigere und es den letztgenannten egal ist. Hauptsache Youtube läuft. Was bei der Telekom wiederum ein Problem darstellen könnte. ;-)

  8. Re: Traurig sowas.

    Autor: WoainiLustig 26.05.16 - 20:16

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage ist aber, will der Kunde in 15 Jahren wirklich mehr
    > Geschwindigkeit als VDSL (50MBit/s) haben? Und damit die höheren Kosten?
    > Für eine Ferienwohnung wird das sicherlich nicht notwendig sein. Und für
    > jemanden, der lieber offline lebt sicher auch nicht.
    > Die Frage ist doch viel mehr, wie viele Häuser haben VDSL, können aber
    > nicht schnellere Bandbreite beauftragen?

    Ich formuliere Wetten eben gerne zu meinen Gunsten um... ;)

    Es gibt durch Glasfaserkabel nicht wirklich höhere Kosten. Es kostet einmalig die Infrastruktur zu legen, im Unterhalt dürfte es allerdings um einiges günstiger als VDSL sein. (Niedrigere Stromkosten)

    Ja es wird die von mir und dir genannten Ausnahmen geben (sicher noch ein paar mehr).
    Aber ich halte es für sehr unüberlegt zu glauben, dass sich der Trend der letzten Jahrzehnte nach immer schnelleren Internet in der breiten Masse bei der 50Mbit/s Grenze legen wird.

    Daher muss ich auf die Frage ob der Kunde in 15 Jahren mit 50Mbit/s noch zufrieden ist sagen, dass dies mit Sicherheit nicht der Fall sein wird.
    Der einer der Hauptgründe wird sicher das streamen von Medieninhalten auf immer höheren Auflösungen sein.
    Wir haben in den letzten 15 Jahren PAL, HDTV und UHD erlebt. Jedesmal vervierfacht(?) sich der Traffic, auch wenn es in dem Bereich schon jetzt sehr gute Kompressionsalgorithmen gibt die einen sehr guten Job machen.

    Ferner wird es immer größere einmal Downloads geben (Programme, Spiele), die ja Teilweise jetzt schon mehrere dutzend Gigabyte groß sind. Will man auf einen Download wirklich mehrere Stunden warten?
    Ich nicht.

  9. Re: Traurig sowas.

    Autor: plutoniumsulfat 26.05.16 - 20:41

    Glaubst du ernsthaft, die Bandbreite reicht jetzt erst mal?

  10. Re: Traurig sowas.

    Autor: DerDy 26.05.16 - 21:39

    Also die Kosten für FTTH sind um ein vielfaches höher, als bei FTTC (Vectoring). Auch ein Unternehmen muss wirtschaftlich denken. Du kaufst dir ja auch kein Auto, das 5x mehr kostet, als der Durchschnittswagen oder baust dir ein Haus, das 5x teurer ist, als das Durchschnittshaus, oder?

    Auch ein Unternehmen mit Fabriken baut nicht gleich eine riesige Produktionsstraße, weil sie vielleicht in 20 Jahren diese Kapazitäten braucht. Man baut nach Bedarf, also wird ständig gebaut. Kein GEldgeber wird dir finanzielle Mittel für ein Vorhaben geben, wenn der Bedarf erst in 20 Jahren da ist.

    > Wir haben in den letzten 15 Jahren PAL, HDTV und UHD erlebt. Jedesmal
    > vervierfacht(?) sich der Traffic,
    SD Fernsehen hat 4-6MBit/s, HD hat 10-12MBit/s, 4K hat 16MBit/s, bei Livestream 25MBit/s. Hast Du dir mal den Unterschied zwischen HD und 4K angesehen? Er ist minimal. Das liegt u.a. auch daran, dass 4k Filem eigentlich hochgerenderte HD Filme sind, Ausnahmen bilden Streamingdienste wie Netflix, welche wohl tatsächlich 4k produzieren.

    Es gibt keine Powerapplikation, die wirklich mehrere hundert MBit/s benötigt. Nur der Download von Spielen, Filmen, Programmen und Pornos braucht eine hohe Bandbreite. Und letzteres hat einen Anteil von 30% am gesamten Internetverkehr. Da bekommt Verkehr eine ganz neue Bedeutung, verursacht dieser schon fast Staus.

    Ich glaube wirklich, dass ein Haushalt in 15 Jahren keine 1Gbit/s benötigt. Viel mehr benötigen wir eine klimaneutrale Energiequelle.

  11. Re: Traurig sowas.

    Autor: plutoniumsulfat 26.05.16 - 21:49

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also die Kosten für FTTH sind um ein vielfaches höher, als bei FTTC
    > (Vectoring). Auch ein Unternehmen muss wirtschaftlich denken. Du kaufst dir
    > ja auch kein Auto, das 5x mehr kostet, als der Durchschnittswagen oder
    > baust dir ein Haus, das 5x teurer ist, als das Durchschnittshaus, oder?

    Wenn er solche Ansprüche hat...warum nicht?

    > Auch ein Unternehmen mit Fabriken baut nicht gleich eine riesige
    > Produktionsstraße, weil sie vielleicht in 20 Jahren diese Kapazitäten
    > braucht. Man baut nach Bedarf, also wird ständig gebaut. Kein GEldgeber
    > wird dir finanzielle Mittel für ein Vorhaben geben, wenn der Bedarf erst in
    > 20 Jahren da ist.

    Ich baue zB ein Haus, wnen ich eins möchte. Also ein richtiges. Ich bau nicht erst ein Zelt, dann eine Holzhütte, wenn ich sie mir leisten kann und irgendwann dann noch über Lehm zu einem fertigen Haus.

    > > Wir haben in den letzten 15 Jahren PAL, HDTV und UHD erlebt. Jedesmal
    > > vervierfacht(?) sich der Traffic,
    > SD Fernsehen hat 4-6MBit/s, HD hat 10-12MBit/s, 4K hat 16MBit/s, bei
    > Livestream 25MBit/s.

    Also 25 Mbit, weil auch heute eigentlich kaum jemand buffern will.

    > Hast Du dir mal den Unterschied zwischen HD und 4K
    > angesehen? Er ist minimal. Das liegt u.a. auch daran, dass 4k Filem
    > eigentlich hochgerenderte HD Filme sind, Ausnahmen bilden Streamingdienste
    > wie Netflix, welche wohl tatsächlich 4k produzieren.

    Es gibt mittlerweile mehr 4k-Material, als du denkst.

    > Es gibt keine Powerapplikation, die wirklich mehrere hundert MBit/s
    > benötigt. Nur der Download von Spielen, Filmen, Programmen und Pornos
    > braucht eine hohe Bandbreite. Und letzteres hat einen Anteil von 30% am
    > gesamten Internetverkehr.

    90% aller Zahlen im Internet sind erfunden.

    > Ich glaube wirklich, dass ein Haushalt in 15 Jahren keine 1Gbit/s benötigt.
    > Viel mehr benötigen wir eine klimaneutrale Energiequelle.

    Vor 15 Jahren waren wir bei ungefähr 1 Mbit, heute sind wir schon fast bei 100 Mbit. Warum sollte diese Steigerung nicht linear beibehalten werden? Wenn VR kommt, explodiert die Datenmenge ebenso.

  12. Re: Traurig sowas.

    Autor: Yeeeeeeeeha 26.05.16 - 22:57

    Ich würde vor allem befürworten, wenn man endlich mal aufhören würde, ständig unqualifiziert und mit schlechten Argumenten gegen die Telekom zu hetzen, weil es die Telekom ist.

    Das ist wie bei den Ökonazis mit Monsanto: Hauptsache sich empören und das natürlich nur über den bevorzugten Prügelknaben. So können sich alle ihren Social Support holen und sich ein bisschen gut fühlen. Inwieweit die Kritik gerechtfertigt ist und inwieweit nicht, inwieweit sie auf das richtige Ziel geht und inwieweit nicht ist dabei scheinbar vollkommen egal.

    Abgesehen davon, dass das absolut nichts bringt verhindert es allenfalls noch, dass man ein realistisches Bild von der Lage bekommt.

    Andererseits mag das den meisten auch egal sein. ;)

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin

  13. Re: Traurig sowas.

    Autor: Yeeeeeeeeha 26.05.16 - 23:16

    Insgesamt gebe ich dir recht. Könnte man mit FTTH ein gutes Geschäft machen, würde es schon überall angeboten werden. In einem Land, in dem ein beträchtlicher Teil der Kunden das "19,95 Euro im Monat (im ersten Jahr)"-Internet von einem Provider ohne Netz* (* überspitzt ausgedrückt) bevorzugen und in dem man mehr Din-ISO-Schießmichtot-Normen und gesetzliche Vorschriften für das Verlegen eines simplen Kabels hat, funktioniert das halt nicht. Es gab ja schon einige Beispiele, wo Gemeinden in Neubaugebieten auf Genossenschaftsbasis (ergo mitfinanziert durch die Bauherren) schnelles Internet verlegen lassen wollten und voll auf Granit gebissen haben.

    Aber:

    DerDy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt keine Powerapplikation, die wirklich mehrere hundert MBit/s
    > benötigt. Nur der Download von Spielen, Filmen, Programmen und Pornos
    > braucht eine hohe Bandbreite.

    Da beisst sich der Hund in den Schwanz. Es gibt die Applikationen nicht, weil es die Bandbreite nicht gibt. Und es gibt die Bandbreite nicht, weil es die Applikationen nicht gibt.

    Zum Beispiel würde ich mich gerne vom Konzept der lokal gespeicherten Daten verabschieden. Eigentlich hätte ich gerne ne Terabyte-Dropbox, wo mein ganzer Scheiß liegt, wo sich jemand um Backups und Gedöns kümmert (die im Fall des Falles nicht zusammen mit meinem PC abfackeln wenn die Bude mal brennt) und die vor allem nichts von der unterdimensionierten SSD meines MacBook Air wegfrisst.

    Geht aber leider nicht, weil Upload von deutschen Providern immer noch als etwas seltsames angesehen wird und im guten Fall (VDSL50) ungefähr so schnell ist wie mein per 10Base2-BNC-Spaghetti angenübbelter erster "Fileserver" anno 1998. Nur dass der damals nur einen Bruchteil dessen an Festplattenspeicher hatte, als ich heute nach einem durchschnittlichen Tag von meiner Spiegelreflex ziehe. Zukunft ist anders. :-/

    In einer Welt, in der sogar Waldundwiesen-User Notebooks und Smartphones und diesunddas haben eigentlich ein Unding. Wenigstens muss man nicht mehr Disketten-DJ spielen um die Daten von A nach B zu bekommen. Übers Internet jedenfalls nicht. ;)

    Aber natürlich bleibt es trotz aller Träumerei dabei, dass die Waldundwiesen-User ja scheinbar ganz zufrieden damit sind, zwei Stunden für einen Video-Upload zu Youtube zu brauchen, Hauptsache das Internet kostet nicht mehr als 19,95 (in den ersten 12 Monaten). :(

    > Ich glaube wirklich, dass ein Haushalt in 15 Jahren keine 1Gbit/s benötigt.

    Dass man etwas braucht, merkt man eh meistens erst dann, wenn man es nicht mehr hat. ;)

    > Viel mehr benötigen wir eine klimaneutrale Energiequelle.

    Mei, das hast du aber lieb gesagt. :-P (Ich wüsste nicht, wie sich das ausschließt.)

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin

  14. Re: Traurig sowas.

    Autor: pointX 27.05.16 - 00:24

    > Traurig ist, dass ausser der Telekom GAR KEIN Provider deutschlandweit
    > irgendwas ausbaut. (...) ansonsten
    > verlassen sich die großen (1&1 und Co) fast ausschließlich auf die Telekom
    Lustig, dass du ausgerechnet 1&1 nennst. Die gehören nämlich zu United Internet, wozu wiederum Versatel gehört. Versatel, falls nicht bekannt, hat nach eigenen Angaben das zweitgrößte Glasfasernetz (Backbone) in Deutschland.
    Vodafone Kabel Deutschland verfügen auch über ein eigenes Glasfaser-Backbone Netz in der Größe von Versatel und KD über ein großes Endkundennetz.

    Die alternativen Anbieter haben also massiv in ein eigenes Netz investiert. Denn die haben ihr Netz neu aufgebaut, und nicht wie die Telekom vom Steuerzahler weit unter Wert hingesetzt bekommen.

    Und warum sollen die alternativen Anbieter die TAL bitte nochmals doppelt parallel ausbauen ? Die Strecke TAE-Kvz-Hvt muss nur einmal gebaut werden, die Anbieter können die Leitung dann am Hvt umschalten.
    Außerdem hat die Telekom die Leerrohre zu den Kvz und die Kvz belegt, die gesamte Strecke zum Hvt für wenige Kunden aufzureißen und eine parallele Infrastruktur aufzubauen macht sowohl Privat- als auch Volkswirtschaftlich gar keinen Sinn.

    Das einzige, was die von der Telekom mieten, sind die letzten paar hundert Meter vom Hvt zum Kunden.
    Und an diesen Leitungen hat die Telekom als Monopolist nur wenig gemacht.
    Sie haben lediglich die aktive Technik auf DSL aufgerüstet, aber teure Investitionen in Tiefbau und Erneuerung des Endkundennetzes wurden wenig gemacht, sondern in den letzten 10 Jahren lächerlich hohe TAL-Mieten für schon längst abgeschriebene Kupferleitungen eingestrichen.
    Und jetzt, wo die Kabelbetreiber der Telekom die Kunden mit 400Mbit abwerben, will man das nötigste an Tiefbau machen und die Kvz mit Glasfaser für Vectoring versorgen, wodurch man die Konkurrenz endgültig aus den Kvz aussperren kann.
    Und dann kommt manchmal noch der "Zufall" ins Spiel, wenn die Telekom Gebiete "zufällig" erst genau dann ausbaut, wenn auch ein alternativer Anbieter ausbauen will. Insbesondere der FTTH-Ausbau wird damit unwirtschaftlich, wenn parallel Vectoring ausgebaut wird und damit mit viel weniger Kunden zu rechnen ist.

    Wenn wir FTTH wollen, müssen wir einen Technologiewettbewerb einleiten.
    Soll heißen: derjenige, der für ein Gebiet als erster eine FTTH-Ausbauzusage abgibt, bekommt den Zuschlag. Für das Gebiet gibt es dann gleichzeitig eine Ausbausperre für die nächsten 20 Jahre, insbesondere für Vectoring, für alle anderen Anbieter.
    Bestehende Verträge und Technik (bis zu VDSL) können weiter genutzt werden, für neue Verträge mit höheren Bandbreiten muss man sich aber in das FTTH Netz zu regulierten Preisen einmieten.

    Damit können diejenigen, die es günstig haben wollen, über Kupfertechnik weiter mit 1-25 Mbit herum dümpeln.
    Höhere Bandbreiten (50 Mbit - Gbit) werden dann ausschließlich über den Glasfaser-Anbieter realisiert, welcher dadurch mit einer kritischen Masse an Kunden rechnen kann und somit eine solide Berechnungsgrundlage für den Ausbau erhält.

    Allerdings sehe ich derzeit leider keine Mehrheit für eine solche Regulierung.
    Privatkunden sind wohl zufriedener mit Vectoring mit 100Mbit/s für 35¤/Monat bei der Telekom, als mit einem Gbit-FTTH-Netz für vllt. 50¤/Monat.

  15. Re: Traurig sowas.

    Autor: bombinho 27.05.16 - 02:47

    Yeeeeeeeeha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich würde vor allem befürworten, wenn man endlich mal aufhören würde,
    > ständig unqualifiziert und mit schlechten Argumenten gegen die Telekom zu
    > hetzen, weil es die Telekom ist.

    Jetzt hatte ich fuer einen Moment fast Mitleid mit der Telekom. Aber auch schlechte Presse ist Presse und wenn die Telekom sich schon nicht positiv bei den Endkunden bemerkbar machen kann, dann muss sie wenigstens mit "Negativschlagzeilen" im Gedaechtnis bleiben.

    Falls sich der Kunde mal mit seinem neuen Provider ueberwirft, dann ist zumindestens noch ein Verweis auf die Telekom im Gedaechtnis. Und bis dahin hat vielleicht selbst die Telekom ein Angebot in der Region?

    Mir faellt auf Anhieb ein Gebiet ein, von der Telekom mit HYTAS den Glasfaserausbau ;) vorangetrieben hatte. Kabelanbieter war keiner vor Ort, also war die Situation klar. Pech gehabt. Auskunft Telekom: Es liegen ueberall Glasfasern, in den naechsten 2 Jahrzehnten wird nicht wieder aufgerissen. Kein Breitband fuer Alle.

    Daraufhin hat man sich (geschlossen) umgeschaut und Vodafone hat angeboten, das Dorf OTA zu versorgen und das auch getan. Kaum war der letzte Kunde weg, kam die Telekom und hat das ganze Dorf umgebuddelt und Doppeladern vergraben. Die haben jetzt seit ueber 3 Jahren DSL in jedem Haus verfuegbar. Das Ganze fand in einem Vorort der Landeshauptstadt statt.

  16. Re: Traurig sowas.

    Autor: Dwalinn 27.05.16 - 13:06

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DerDy schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Also die Kosten für FTTH sind um ein vielfaches höher, als bei FTTC
    > > (Vectoring). Auch ein Unternehmen muss wirtschaftlich denken. Du kaufst
    > dir
    > > ja auch kein Auto, das 5x mehr kostet, als der Durchschnittswagen oder
    > > baust dir ein Haus, das 5x teurer ist, als das Durchschnittshaus, oder?
    >
    > Wenn er solche Ansprüche hat...warum nicht?
    >
    > > Auch ein Unternehmen mit Fabriken baut nicht gleich eine riesige
    > > Produktionsstraße, weil sie vielleicht in 20 Jahren diese Kapazitäten
    > > braucht. Man baut nach Bedarf, also wird ständig gebaut. Kein GEldgeber
    > > wird dir finanzielle Mittel für ein Vorhaben geben, wenn der Bedarf erst
    > in
    > > 20 Jahren da ist.
    >
    > Ich baue zB ein Haus, wnen ich eins möchte. Also ein richtiges. Ich bau
    > nicht erst ein Zelt, dann eine Holzhütte, wenn ich sie mir leisten kann und
    > irgendwann dann noch über Lehm zu einem fertigen Haus.

    Aber was ist wenn du das Haus bereits hast? Modernisierst du es nach und nach? (erst Küche, dann Wohnzimmer, dann Fassade usw.) oder würdest du es abreißen/neubauen bzw. einen Kredit aufnehmen (die zugegeben gerade recht günstig sind) und es auf einen schlag modernisieren.

    die zweite Möglichkeit ist definitiv nicht falsch, die erste aber auch nicht.
    .
    > Vor 15 Jahren waren wir bei ungefähr 1 Mbit, heute sind wir schon fast bei
    > 100 Mbit. Warum sollte diese Steigerung nicht linear beibehalten werden?
    > Wenn VR kommt, explodiert die Datenmenge ebenso.

    Immer das gleiche mit VR was soll dort kommen das man mehr als 100Mbit benötigt? erwartest du das man Live Filme/Konzerte usw. streamt?

  17. Re: Traurig sowas.

    Autor: plutoniumsulfat 27.05.16 - 13:49

    Wenn es so marode wie die verbuddelten Leitungen ist, könnte man tatsächlich über einen Neubau nachdenken.

    So wie man heute z.B. normale Videos streamt. Wenn man sich dann virtuell auf dem Konzert bewegen kann, muss eine viel höhere Datenmenge her.

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