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ich kenne etliche Leute die kein Job finden

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  1. ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: devman 01.11.18 - 16:02

    Umgeschulte Koche, Bäcker, Dachdecker, die jetzt Fachinformatiker sind. Ohne viel Erfahrung, aber mit IHK-Abschluss und vom Arbeitsamt finanziert.
    Von der ganzen Umschulungsklasse war nur einer in der Lage selbstständig programmieren zu lernen. Der hatte noch wärend der Umschulung einen unbefristeten Vertrag unterschrieben.
    Meine Vermutung, nicht jeder kann diesen Job machen. Geduld, Technikinteresse und ein gewisses Talend sind notwendig. Mehr Ausbildungsstellen lösen das Problem nicht.

  2. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: Prinzeumel 01.11.18 - 16:13

    devman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Umgeschulte Koche, Bäcker, Dachdecker, die jetzt Fachinformatiker sind.
    > Ohne viel Erfahrung, aber mit IHK-Abschluss und vom Arbeitsamt finanziert.
    Vom Arbeitsamt finanziert? Bei Leuten die bereits eine Ausbildung haben? Wie lang sind die schon arbeitslos?

    > Von der ganzen Umschulungsklasse war nur einer in der Lage selbstständig
    > programmieren zu lernen. Der hatte noch wärend der Umschulung einen
    > unbefristeten Vertrag unterschrieben.
    > Meine Vermutung, nicht jeder kann diesen Job machen. Geduld,
    > Technikinteresse und ein gewisses Talend sind notwendig. Mehr
    > Ausbildungsstellen lösen das Problem nicht.

  3. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: devman 01.11.18 - 16:20

    Prinzeumel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > devman schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Umgeschulte Koche, Bäcker, Dachdecker, die jetzt Fachinformatiker sind.
    > > Ohne viel Erfahrung, aber mit IHK-Abschluss und vom Arbeitsamt
    > finanziert.
    > Vom Arbeitsamt finanziert? Bei Leuten die bereits eine Ausbildung haben?
    > Wie lang sind die schon arbeitslos?
    >

    Meistens sind diese Leute gesundheitlich beeinträchtigt.

  4. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: systemnutzer 01.11.18 - 16:51

    Ich kann @devman nur bestätigen. Ich mache gerade meine dritte Berufsausbildung (keine andere Ausbildung abgeschlossen, wegen körperlichen Einschränkungen). Ich lerne den Beruf des Informatikkaufmanns. In meiner Klasse sind vier Umschüler, allesamt zum Fachinformatiker für Systemintegration. Zwei haben von Technik keinen blassen Schimmer, der eine hat keine Lust und der vierte Umschüler ist pausenlos krank. Und selbst die, die normale Auszubildende sind, lassen sich unterteilen: Zwei Nerds (die aber von Grundlagen keine Ahnung haben), ein Halbwissender, ein Möchtegern-Profi und der Rest dümpelt im zweiten Lehrjahr noch immer vor sich hin.

    Der Klassenlehrer ist not amused, dass ausgerechnt der einzige Informatikkaufmann in der Klasse in den IT-Fächern derjenige mit dem besten Notendurchschnitt ist. Ich habe heute einen Vortrag über Glasfasernetze gehalten. Vor mir sitzen zwölf Leute, darunter fünf Erwachsene (4 Umschüler + 1 Lehrer), doch von den Azubis und Umschülern hatte keiner Grundlagenkenntnisse für Glasfasernetze. Jüngst hatten wir Mobilfunknetze, auch das LTE-Netz behandelt. Grundlagenkenntnisse? Fehlanzeige. Die Aussage eines Absolventen: "Es funktioniert irgendwie". Das nennt man IT-Know-How "Made in Germany".

    In der praktischen Ausbildung sollte ein Mitabsolvent eine Datensicherung vornehmen und den Computer anschließend neu installieren. Was hat er gemacht? Rechner nackig gemacht, falsches Betriebssystem installiert, keine Tests vorgenommen, keine Dokumentation verfasst. Am Montag haben wir neue PCs erhalten und sollten diese eigenständig in ein Netzwerk mitsamt Dokumentation einbinden, ebenso einen Netzwerkdrucker. Ergebnis: Von 14 Arbeitsplätzen waren am Ende ganz zwei Rechner im Netzwerk, ebenso der Drucker. Ein Mitabsolvent hatte vor Wochen außerdem noch die Schnapsidee gehabt, auf einem iMac ein Triple-Boot-System (macOS, Windows und Linux) einzurichten. Am Ende iMac zerschossen, der mit viel Aufwand in seinen Ursprungszustand versetzt werden musste.

    Vergangenen Monat hatten wir ein Gespräch mit dem Arbeitsamt. Die Aussage war deutlich: Berücksichtigt man den Notendurchschnitt der gesamten Klasse, wären zwei Azubis (ein Mitabsolvent zum FI für Anwendungsentwicklung und ich) übrig, denn der Rest flog in der ersten Klausur sowie in den kleinen Leistungskontrollen fast durchweg durch. Kaufmännisch ist die Klasse mit den Worten der Fachlehrerin "eine Katastrophe". Teilweise mache ich den Unterricht allein mit, weil der Rest schon an den einfachsten Sachen (Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens, Gesetze, Rechte und Pflichten, etc. pp.) scheitert. Nicht mal Rechner können die Mitabsolventen recherchieren und kalkulieren. Und wenn man sich dann noch mit Intel- und NVIDIA-Fanboys herumschlagen muss, wird das echt interessant...

    Das mal aus meinem beruflichen Alltag.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.11.18 16:54 durch systemnutzer.

  5. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: Hawk321 01.11.18 - 19:05

    Ich hatte mit diesen Umschülern bereits mehrere Erfahrungen gemacht...von unterschiedlichen Anbietern.
    KEINER hat selbst am Ende der "Ausbildung" Basiswissen...absolut nichts. Überall das gleiche, Zertifikate werden gemacht mittels Braindumps, KEINER hat jemals ein Buch in der Hand genommen, KEINER kann Subnetten, KEINER weiß was BASH oder Powershell ist.

    Am besten ist da noch einer der ein FIAE macht...MS Zertfikat für MS SQL aber KEINE Ahnung was ein INTERSECT ist noch jemals mit einer SQL Konsole gearbeitet zu haben.

    Der Grund für diese Katastrophe ist eigentlich ganz einfach:
    - Die Leute sind LANGE erwerbslos, d.h. in der Regel sind viele resigniert...da muss man erstmal rauskommen.
    - Dozenten und Co sind oftmals unterstes Niveau...was uns diese Umschüler berichten ist Wahnsinn
    - IHK und Agentur für Arbeit handelt nicht. Wenn ich höre das ein "Ausbilder" noch nie gesichtet wurde, dann muss der Laden schnellstes dicht.
    - Ein Mensch ohne Ausbildung bzw. ohne geprüften Intellektuellen Biss kann niemals einen IT Beruf meistern. IT bedeutet lebenslanges lernen und sich mit Büchern, Manpages, Tutorials durch zu boxen...das können nur wenige.
    - Dann ist da noch das Geld: Wer kann sich schon Testhardware, Bücher und co als Langzeit arbeitsloser leisten ???

    IT wird massiv unterschätzt, das hat alles nichts mit "Gaming" zu tun und wer meint er brauch als Admin nicht programmieren der hat direkt versagt (Stichwort Scripting).
    Bei mir im Studium waren leider auch viele schlicht stink faul. Mit niemanden hätte ich mich jemals freiwillig zusammen getan um z.b. in der Freizeit mich mit freiwilligen Projekten zu beschäftigen.

    Mittlerweile glaube ich, dass die deutschen nicht für das selbstständige gemacht sind.

    Traurige Resultat, Personen wie ich mutieren unfreiwillig zu Einzelkämpfern und landen irgendwann in dem BurnOut.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.11.18 19:06 durch Hawk321.

  6. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: Yezea 01.11.18 - 20:17

    Ähnliches Bild hier: Von den 13 Leuten, die mit mir vor knapp 6 Jahren die Umschulung gemacht haben, sind exakt 2 Leute sauber durch die Prüfung gekommen - wir hatten beide weit vor der Prüfung unseren Arbeitsvertrag in der Tasche. Der Rest ist entweder bereits bei den Worten: "Starten Sie bitte Ihre Rechner" ausgestiegen oder spätestens bei den Leistungskontrollen ausgespielt worden.

    Aber zumindest unsere Ausbilder waren sehr engagiert.

  7. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: 946ben 02.11.18 - 00:01

    Man muss aber halt auch dazu sagen, dass bei jemandem, der 3 Jahre eine rein oder überwiegend schulische Ausbildung gemacht hat, nicht viel Erfahrung erwartet werden kann. Wenn man nicht grade das Glück hat, Azubi in einem Unternehmen zu sein, wo man auch was anderes machen darf, als den Flur zu kehren, weißt du halt nach der Ausbildung irgendwie von allem etwas, aber von nichts genug. Sowas kommt halt letztendlich dann mit der Berufserfahrung. Wenn ich schon sehe, dass man in der Informatiker-Ausbildung Glasfaser, LTE, Mobilfunk und sonst was durchnimmt... da kann man doch nur an der Oberfläche kratzen. Für die Sachen gibt es eigene Studiengänge...

  8. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: StefanBD 02.11.18 - 00:40

    naja kommt halt immer drauf an, die IHK Prüfung ist nen Witz(wenn die IHK es mal schafft eine Prüfung zu bauen die nicht voller Fehler und vollständig ) ist , eigentlich die ganze Ausbildung, da durchzufallen ist eigentlich unmöglich.(ich hatte in 2 1/2 Jahren weniger Stoff als in 1 Semester Wirtschaftsinfo), ich würde nie jemanden anhand seines Abschlusses bewerten.

    Die Umschulungsgeschichte ist mir aber auch schon negativ aufgefallen wobei ich da ehrlich gesagt zugeben muss dass du wenn du nen bescheidenen Ausbilder ohne Bock hast der nur php4 kann auch nicht unbedingt besser dran bist und auch der ein oder andere Diplom Heini muss nicht unbedingt was drauf haben(zu blöd errorlogs zu lesen oder sql zu escapen hatte ich alles schon)

  9. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: LinuxMcBook 02.11.18 - 01:27

    systemnutzer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > die, die normale Auszubildende sind, lassen sich unterteilen: Zwei Nerds
    > (die aber von Grundlagen keine Ahnung haben), ein Halbwissender, ein
    > Möchtegern-Profi und der Rest dümpelt im zweiten Lehrjahr noch immer vor
    > sich hin.
    Was heißt, dass die beiden von Grundlagen keine Ahnung hätten? Weil du als Kaufmann in BWL besser bist als die?
    Einen Absatz weiter schreibst du dann doch gleich, wie wichtig die IT-Fächer sind.

    > In der praktischen Ausbildung sollte ein Mitabsolvent eine Datensicherung
    > vornehmen und den Computer anschließend neu installieren. Was hat er
    > gemacht? Rechner nackig gemacht, falsches Betriebssystem installiert, keine
    > Tests vorgenommen, keine Dokumentation verfasst. Am Montag haben wir neue
    > PCs erhalten und sollten diese eigenständig in ein Netzwerk mitsamt
    > Dokumentation einbinden, ebenso einen Netzwerkdrucker.
    Und genau diese scheiß Dokumentationen sind einer der Gründe, wieso ich die Ausbildung geschmissen habe.
    Ich sehe es vollkommen ein, dass ich Arbeit dokumentieren muss, wenn ich der einzige bin, der an einem Projekt arbeitet oder wenn es verschiedene Wege gibt, ein Problem zu lösen.

    Wobei ich aber jedes mal das Kotzen bekommen habe, wenn ich mich ewig lange mit dokumentieren beschäftigen musste, bei Dingen, die ich nach Best Practice und mit Common Sense gemacht habe.
    Plakatives Beispiel: Wieso soll ich irgendwo dokumentieren, dass ich bei einem PC das Bootlaufwerk an SATA1 angeschlossen habe!?

    Dazu kam dann noch Gründe, wie dass ich praktisch nichts neues gelernt habe, weil ich wegen meines Vorwissen meist allein beim Kunden unterwegs war um dort ordentlich Geld zu verdienen oder dass niemand explizit für meine Ausbildung zuständig war bzw. es ein Konzept gab, wann ich was lernen würde.

    Klar, gerade letzteres hätte man vorher abklären können, aber zum einen hatte die Firma einen ziemlich guten Ruf und zum anderen, welcher 21 Jährige denkt schon an so was?
    Aber es waren zumindest alle ziemlich überrascht, dass ich mittendrin dann doch etwas völlig anderes angefangen habe zu studieren ;)

  10. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: Schrödinger's Katze 02.11.18 - 07:56

    946ben schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man muss aber halt auch dazu sagen, dass bei jemandem, der 3 Jahre eine
    > rein oder überwiegend schulische Ausbildung gemacht hat, nicht viel
    > Erfahrung erwartet werden kann.

    Stimmt, deswegen ist mMn eine duale Ausbildung auch zu bevorzugen. Die Praxiserfahrung (ist bei einem Studium das gleiche) kommt ohnehin erst hinterher.

    > weißt du halt nach der Ausbildung irgendwie von allem
    > etwas, aber von nichts genug. Sowas kommt halt letztendlich dann mit der
    > Berufserfahrung. Wenn ich schon sehe, dass man in der
    > Informatiker-Ausbildung Glasfaser, LTE, Mobilfunk und sonst was
    > durchnimmt... da kann man doch nur an der Oberfläche kratzen. Für die
    > Sachen gibt es eigene Studiengänge...

    Über die Sachen kannst du auch promovieren. Die Aufgabe einer IT-Grundausbildung (IHK-Ausbildung oder Bachelor-Studium) ist es die Grundlagen über möglichst viele Bereiche zu vermitteln, nicht ausgewählte Themengebiete perfekt zu beherrschen. Dafür gibt es Weiterbildungen, darauf aufbauende Studiengänge, usw.

  11. Re: ich kenne etliche Leute die kein Job finden

    Autor: a user 02.11.18 - 09:53

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > systemnutzer schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > die, die normale Auszubildende sind, lassen sich unterteilen: Zwei Nerds
    > > (die aber von Grundlagen keine Ahnung haben), ein Halbwissender, ein
    > > Möchtegern-Profi und der Rest dümpelt im zweiten Lehrjahr noch immer vor
    > > sich hin.
    > Was heißt, dass die beiden von Grundlagen keine Ahnung hätten? Weil du als
    > Kaufmann in BWL besser bist als die?
    Nein, weil sie wie er beschreibt von den IT-Grundlagen keine Ahnung haben. Wie kommst du auf BWL? Lies doch mal was er schreibt statt irgendwas zu erfinden.
    > Einen Absatz weiter schreibst du dann doch gleich, wie wichtig die
    > IT-Fächer sind.
    Achwas, weil es ihm doch genau darum ging.
    >
    > > In der praktischen Ausbildung sollte ein Mitabsolvent eine
    > Datensicherung
    > > vornehmen und den Computer anschließend neu installieren. Was hat er
    > > gemacht? Rechner nackig gemacht, falsches Betriebssystem installiert,
    > keine
    > > Tests vorgenommen, keine Dokumentation verfasst. Am Montag haben wir
    > neue
    > > PCs erhalten und sollten diese eigenständig in ein Netzwerk mitsamt
    > > Dokumentation einbinden, ebenso einen Netzwerkdrucker.
    > Und genau diese scheiß Dokumentationen sind einer der Gründe, wieso ich die
    > Ausbildung geschmissen habe.
    > Ich sehe es vollkommen ein, dass ich Arbeit dokumentieren muss, wenn ich
    > der einzige bin, der an einem Projekt arbeitet oder wenn es verschiedene
    > Wege gibt, ein Problem zu lösen.
    >
    > Wobei ich aber jedes mal das Kotzen bekommen habe, wenn ich mich ewig lange
    > mit dokumentieren beschäftigen musste, bei Dingen, die ich nach Best
    > Practice und mit Common Sense gemacht habe.
    > Plakatives Beispiel: Wieso soll ich irgendwo dokumentieren, dass ich bei
    > einem PC das Bootlaufwerk an SATA1 angeschlossen habe!?
    >
    > Dazu kam dann noch Gründe, wie dass ich praktisch nichts neues gelernt
    > habe, weil ich wegen meines Vorwissen meist allein beim Kunden unterwegs
    > war um dort ordentlich Geld zu verdienen oder dass niemand explizit für
    > meine Ausbildung zuständig war bzw. es ein Konzept gab, wann ich was lernen
    > würde.
    >
    > Klar, gerade letzteres hätte man vorher abklären können, aber zum einen
    > hatte die Firma einen ziemlich guten Ruf und zum anderen, welcher 21
    > Jährige denkt schon an so was?
    > Aber es waren zumindest alle ziemlich überrascht, dass ich mittendrin dann
    > doch etwas völlig anderes angefangen habe zu studieren ;)

    Warum fühlst du dich dann eigentlich von seiner Erzählung angesprochen? Oder verstehst du nicht was er geschrieben hat?

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