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Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

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  1. Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: AllDayPiano 11.06.19 - 17:08

    Warum sollte es verboten werden, die Waren zu schreddern? Das setzt doch vollkommen am falschen Punkt an. Reflexartiges Verbotsgeschrei kennt man sonst nur von Cannabis und unserer höchst-kompetenten Drogenbeauftragten.

    Wenn in Deutschland so ein Verbot erlassen würde, dann würde das allerhöchstens dazu führen, dass die Waren im Ausland vernichtet werden. Die Kosten für den verlorenen Warenwert zahlen die Verbraucher bisher ja schon, dazu kommen dann die Transportkosten. Vom Umweltaspekt mal ganz zu schweigen.

    Viel sinnvoller wäre es, die Abschreibungspraxis für "verlorene" Ware anzupassen. Wieso darf ein Unternehmen nicht-verkaufte Güter als Verluste abschreiben? Wenn der Einkauf derart versagt, dann kann das nicht Schuld des Steuerzahlers sein. Gleiches gilt für Supermärkte. Wie viele "Ramschkisten" für MHD-Ware gibt's denn so bei Supermärkten? Vielleicht eine Alibi-Auswahl, aber das meiste geht an den Hersteller zurück, der das dann zu Biogas verwertet. Die Produktion läuft auch hochtouren, verkauft wird zu wenig, die Verluste werden bei der Steuer gegengerechnet, und die Biogasanlagen speisen dann auch noch auf Kosten der Verbraucher ins Netz ein. Ein irrsinniges System das keinen Hersteller, und keinen Händler zum Umdenken bewegt.

    Effektiv wäre es also, wenn der Verlustrechnung für nicht-verkaufte Artikel ein Riegel vorgeschoben wird. Ich rede hier nicht von 100 auf 0, sondern davon, dass es Höchstsätze geben muss, ab denen nicht mehr bei der Steuer geltend gemacht werden darf.

    Aber an sowas traut sich eine SPD/CDU-geführte Regierung nicht heran. Die arme Wirtschaft, die armen Arbeitsplätze.

    Und der zweite Weg, diesen Irrsinn auszubremsen, wäre den Onlinehandel unattraktiver zu machen, z.B. mit einer Online-Steuer.

    Aber wer sowas vorschlägt, verbrennt sich ganz schnell die Finger bei den Wählern.

    Was wäre also einfacher, als den bösen bösen Händlern auf die Finger zu klopfen, anstatt zu akzeptieren, dass diese nur die bestehende Gesetzeslage ausnutzen?

  2. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: Muhaha 11.06.19 - 17:15

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum sollte es verboten werden, die Waren zu schreddern?

    Weil es dem Gedanken der Nachhaltigkeit widerspricht funktionsfähige Produkte zu vernichten, nur weil es für die kurzfristigen finanziellen Interessen der Firma besser ist.

    Aber es bewegt sich was. Containern wird straffrei werden, das Thema wird nicht aus der Diskussion verschwinden. Ebenso wird das vollkommen sinnlose Vernichten von funktionsfähigen Produkten eines Tages auch der Vergangenheit angehören, weil es zu viele Menschen und zu wenig Rohstoffe gegen wird, um diese Praxis weiter aufrechtzuerhalten.

    Ich mein, über das Entsorgen von Gift und Dreck seitens Firmen hat man in den 1960ern und 1970ern genau das gleiche gesagt. Wirtschaftlicher Schaden, Firmen werdne ruiniert, kann man doch nicht machen! Dann wurde es unter Strafe gestellt und heute erkennen immer mehr Firmen, dass es ihnen langfristig enorm viel Geld spart, wenn sie ihre Recyclingkreisläufe so geschlossen und eng wie nur möglich gestalten. Ganz ohne Ideologie, rein betriebswirtschaftlich motiviert.

  3. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: redmord 11.06.19 - 17:25

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > AllDayPiano schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Warum sollte es verboten werden, die Waren zu schreddern?
    >
    > Weil es dem Gedanken der Nachhaltigkeit widerspricht funktionsfähige
    > Produkte zu vernichten, nur weil es für die kurzfristigen finanziellen
    > Interessen der Firma besser ist.
    >
    > Aber es bewegt sich was. Containern wird straffrei werden, das Thema wird
    > nicht aus der Diskussion verschwinden.

    Der Einzelhandel wird sich Schredder anschaffen. :-(

    > Ebenso wird das vollkommen sinnlose
    > Vernichten von funktionsfähigen Produkten eines Tages auch der
    > Vergangenheit angehören, weil es zu viele Menschen und zu wenig Rohstoffe
    > gegen wird, um diese Praxis weiter aufrechtzuerhalten.

    IMHO muss man das anders regeln. Ich frage mich ständig weshalb immer und immer wieder an Symptomen rumgedoktort wird statt ganzheitliche Anreize zu schaffen.
    Der Verband hat grundsätzlich recht. Jedes vernichtete Gut bedeutet für ein Unternehmen eine Fehlinvestition. Jetzt muss man sich allerdings ansehen weshalb die Vernichtung intakter Güter wirtschaftlich ist.

  4. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: ML82 11.06.19 - 17:30

    naja nachdem die hoch dreckigen massenproduktionen von z.b. elektronik zum kommunistischen handelspartner verlegt wurde war das auch deutlich einfacher, weil dreck dort ist ja kein dreck hier, da die erde im kurzsichtigem handeln der wirtschaft immer noch eine scheibe ist ... ;-)

  5. Bitte was?

    Autor: Emulex 11.06.19 - 17:52

    Jetzt soll man zum unternehmerischen Risiko, dass man eingekaufte Produkte nicht los wird, auch noch Steuern auf Gewinne zahlen, die man nie erwirtschaftet hat?

    Geh mal bitte in dich...

  6. Re: Bitte was?

    Autor: ML82 11.06.19 - 19:57

    ja genau, wer scheiße baut soll gefälligst dafür sterben gehen ... doch nicht? nagut, gut belohnt werden sollte es auch nicht unbedingt ... was wir nicht erst seit gestern erleben sind schmerzbefreite unternehmer, der persönlichen gier nach mitteln und anerkennung wegen, und werbetreibende die uns taschen voller lügen weismachen wollen ... im altem rom gabes für kredit ohne rückhalt, geschriebene aber nicht existent werte noch die daumen gestutzt, heute ist das zu 90% zu 90% der der fall ... d.h. man kann zu 90% davon ausgehen es wird durch die bank weg zu 90% was versprochen, was zu 90% nicht da ist ... d.h. nahezu wert-entkoppelt wird verkauft was sehr selten überhaupt da ist. und dieses sehr viel mehr gespielte als reale gefüge macht es ehrlichen menschen sehr schwer sich und das von ihnen erstellte zu verkaufen, d.h. zu 90% verliert der ehrliche anbieter dabei ... auch weil die menschen gern glauben wollen, dass mehr existiert als objektiv vorhanden ist.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 11.06.19 20:16 durch ML82.

  7. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: AllDayPiano 11.06.19 - 21:56

    Containern bleibt verboten. Der Vorstoß von Hamburg wurde im Ministerrat abgelehnt.

  8. Re: Bitte was?

    Autor: AllDayPiano 11.06.19 - 22:04

    Man soll nicht die Steuern zahlen, sondern sie nicht als Verluste gegen erzielten Umsatz gegenrechnen dürfen. Ich sagte ja auch: Nicht von 100 auf 0%, aber eben gedeckelt.

    Wenn ein Unternehmen weiß, es kann 100.000 Osterhasen verkaufen, und sich dann trotzdem 300.000 ins Lager legt, damit "die Regale immer voll sind", dann ist das schlichtweg irrsinn! Wenn ein Unternehmen bei 100.000 potentiell verkaufbaren Osterhasen wohlwissend der Tatsache, dass sie 200.000 in die Mülltonne werfen werden, ins Lager stellt, dann soll der Steuerzahler dafür aufkommen, indem das Unternehmen die 200.000 Osterhasen als Verlust gegen den Umsatz gegenrechnet? DAS ist das Problem.

    Wüsste das Unternehmen hingegen, dass man nurnoch maximal 50.000 Osterhasen gegenrechnen kann, dann wird es sich sehr gut überlegen, ob es die nächsten 150.000 Stück auf Halde legt.

    Und so ist das mit dem Onlineshopping auch. Es werden extrem viele Produkte nur deshalb ins Lager gelegt, damit man sie hat, wenn irgendein Kunde danach sucht. Es geht gar nicht darum dem Kunden genau dieses Produkt zu liefern, sondern darum, dass der Kunde das Gefühl bekommt: Ich hab's nirgendwo bekommen, aber hier gab's das. Da schaue ich zukünftig öfters.

  9. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: Shoopi 12.06.19 - 08:32

    Ausfahrt solcher Ware verbieten, fertig. Amazon MUSS Lager in Unmittelbarer Nähe hier haben, sonst geht deren Haupt-Verkaufsargument flöten.

    Und es bleibt einfach:
    Geben und Nehmen, lass Spendenaktionen das Zeug direkt von Amazons Tür abholen.
    Wenn die den Mist nicht abgeben können selbst wenn jemand mit nem Laster für der Tür die Hand aufmacht, dann liegts nur daran das der Glatzkopf oben scheinbar vor Wut bei dem Gedanken tropft, jemand könnte etwas kostenlos erhalten. Der Horror!

  10. Re: Bitte was?

    Autor: master_slave_configuration 12.06.19 - 09:01

    So ein Blödsinn, der Steuerzahler kommt für gar nichts auf, wie kommst du auf die Idee? Ein Verlust, durch nicht verkaufte Ware, senkt die Menge der zu versteuernden Einnahmen, das Unternehmen gewinnt dadurch nichts und der Steuerzahler zahlt nichts. Im Gegenteil, du willst Unternehmen dazu zwingen ggf. mehr Steuern zu zahlen, als sie Einahmen produzieren, weil du nicht existierende Einnahmen besteuern willst - das würde sofort vor dem Verfassungsgericht landen.

    Außerdem ist es eine Illusion deinerseits, man könnte vorher wissen was sich wie viel unter welchen Bedingungen verkaufen lässt.

  11. Re: Bitte was?

    Autor: AllDayPiano 12.06.19 - 10:11

    master_slave_configuration schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So ein Blödsinn, der Steuerzahler kommt für gar nichts auf, wie kommst du
    > auf die Idee? Ein Verlust, durch nicht verkaufte Ware, senkt die Menge der
    > zu versteuernden Einnahmen, das Unternehmen gewinnt dadurch nichts und der
    > Steuerzahler zahlt nichts.

    Ja eben doch. Das Unternehmen schmälert seinen Umsatz, leistet dadurch weniger Umsatzsteuer. Das Weniger an Umsatzsteuer fehlt im Haushalt. Entweder also können Vorhaben nicht umgesetzt werden, weil das Geld dazu nicht ausreicht, oder sie müssen doch neue odere höhere Abgaben für die Allgemeinheit aufkommen. Also ja - der Steuerzahler zahlt am Ende. Wenn auch indirekt.

    > Im Gegenteil, du willst Unternehmen dazu zwingen
    > ggf. mehr Steuern zu zahlen, als sie Einahmen produzieren, weil du nicht
    > existierende Einnahmen besteuern willst -

    Unternehmen sollen nicht mehr Steuern zahlen, sondern sie sollen weniger gegenrechnen dürfen. Das ist ein Unterschied.

    > das würde sofort vor dem
    > Verfassungsgericht landen.

    Das vermag ich zu bezweifeln. Natürlich muss das rechtssicher umgesetzt werden.

    > Außerdem ist es eine Illusion deinerseits, man könnte vorher wissen was
    > sich wie viel unter welchen Bedingungen verkaufen lässt.

    Darum geht es nicht. Es geht darum, dass Verschrotten nach wie vor billiger ist, als zu verwerten. Und DAS ist das Problem. Verwerten müsste günstiger werden. Es wäre ja ok, wenn Händler den Überschuss steuerlich begünstigt an Verwerter (B-Ware-Verkäufer u.d.gl.) abtreten dürften.

    Es geht darum, das Müllaufkommen und die sinnlose Ressourcenverschwendung zu reduzieren.

    Das wollen aber viele Unternehmen gar nicht. Marken wie Gucci schmeißen alles ausnahmslos in den Shredder, um die Marktpreise nicht zu verwässern. Oder Nestle mit Produkten wie Raffaelo.

  12. Re: Bitte was?

    Autor: master_slave_configuration 12.06.19 - 11:48

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja eben doch. Das Unternehmen schmälert seinen Umsatz, leistet dadurch
    > weniger Umsatzsteuer. Das Weniger an Umsatzsteuer fehlt im Haushalt.
    > Entweder also können Vorhaben nicht umgesetzt werden, weil das Geld dazu
    > nicht ausreicht, oder sie müssen doch neue odere höhere Abgaben für die
    > Allgemeinheit aufkommen. Also ja - der Steuerzahler zahlt am Ende. Wenn
    > auch indirekt.

    Das Geld, dass du haben willst existiert einfach nicht, das Unternehmen hat mit diesen Waren kein Geld verdient, nur Geld ausgegeben - niemand kommt zu Schaden, nur das Unternehmen. Willst du in Zukunft anfangen Strafsteuern für erfolglose Unternehmen zu erheben, die den Staat schaden?

    Es gibt nur zwei Optionen in deiner Rechnung:
    1. Unternehmen zahlen noch immer keine Steuern, weil trotz der Quote die Verluste zu hoch sind.
    2. Unternehmen müssen Steuern zahlen auf fiktive Gewinne zahlen, weil die Kosten per Quote kleingerechnet werden.

    > Unternehmen sollen nicht mehr Steuern zahlen, sondern sie sollen weniger
    > gegenrechnen dürfen. Das ist ein Unterschied.

    Das ist kein Unterschied. Deine Quote tut nichts anderes, als Kosten, die ein Unternehmen hat, zu ignorieren. Dadurch entstehen künstlich höhere Gewinne, die zu versteuern sind. Das ist eine Steuererhöhung.

    > Das vermag ich zu bezweifeln. Natürlich muss das rechtssicher umgesetzt
    > werden.

    Da gibts es gar nicht dran zu zweifeln, du willst im Grunde Bilanzen fälschen, um mehr Steuereinnahmen zu generieren.

    > Darum geht es nicht. Es geht darum, dass Verschrotten nach wie vor billiger
    > ist, als zu verwerten. Und DAS ist das Problem. Verwerten müsste günstiger
    > werden. Es wäre ja ok, wenn Händler den Überschuss steuerlich begünstigt an
    > Verwerter (B-Ware-Verkäufer u.d.gl.) abtreten dürften.

    Es ist nicht billiger, es ist weniger teuer, das ist der Punkt. Amazon verkauft z. B. auch selbst B-Ware, wenn es sich lohnt. Eine Verwertung darüber hinaus wird niemals günstiger werden, denn sie bedeutet mehr Arbeitseinsatz. Würde sich das lohnen, würde die Ware schon als B-Ware verkauft werden.

    > Es geht darum, das Müllaufkommen und die sinnlose Ressourcenverschwendung
    > zu reduzieren.

    Das verstehe ich, aber die Vernichtung ist nicht sinnlos und mit 4% auch nicht so viel. Ein bisschen Schwund ist immer. Diesen Bereich optimieren zu wollen ist absolute Zeitverschwendung, teuer und benötigt selbst Ressourcen. Wie würde dass denn Aussehen? Es gäbe Bürokratie, Kontrollen, Papierkram usw. das ist nicht nur teuer (schwächt die Konkurrenz von Amazon), sondern benötigt selbst auch Resourcen.

    > Das wollen aber viele Unternehmen gar nicht. Marken wie Gucci schmeißen
    > alles ausnahmslos in den Shredder, um die Marktpreise nicht zu verwässern.
    > Oder Nestle mit Produkten wie Raffaelo.

    Selbst dann ist noch immer nicht die Vernichtung das Problem, sondern die Überproduktion.

  13. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: LH 13.06.19 - 09:21

    redmord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Einzelhandel wird sich Schredder anschaffen. :-(

    Sicherlich eine durchaus gute Idee, keiner dort will andauernd Leute im Hinterhof, die ihre Mülltonnen durchwühlen.

  14. Re: Bitte was?

    Autor: AllDayPiano 13.06.19 - 10:35

    Vielleicht sollte man das ganze differnzieren in Verbrauchsgüter, und Bestandsgüter.

    Für Bestandsgüter hast Du wohl recht. Mir fällt auf Deine Aussage jetzt kein Konter mehr ein :-)

    Bei Verbrauchsgütern (wie Lebenmittel) wäre ich dennoch dafür. Auch wenn es einer Steuererhöhung gleichkommt. Denn die Umweltbelastung durch die Lebensmittelerzeugung ist enorm. Die Verkaufsflächen sind vorhanden, nicht-verkaufte Artikel stehen weiterhin im Regal. Wieso können diese dann nicht auch entsprechend günstig abgegeben werden, und gehen in die Müllpresse, bzw. an den Hersteller zur Verwertung zurück? Und wenn ein Verschrottem einem Totalverlust gleich kommt (also Ausgaben erzeugt haben, denen keine Einnahmen mehr gegenüberstehen), dann ist es IMMER besser, die Artikel - auch für kleines Geld abzugeben.

  15. Mischkalkulation

    Autor: Oh je 13.06.19 - 14:36

    Schon mal gehört?

  16. Re: Mischkalkulation

    Autor: AllDayPiano 13.06.19 - 15:22

    Ja. Und?

  17. Re: Die Idee ist ja auch ... schwachsinnig

    Autor: ezadoo 13.06.19 - 19:23

    Das Problem mit Spenden ist ja nicht, dass es die Unternehmen nicht wollen, sondern dass es dem Finanzamt/Steuerrecht geschuldet ist. Denn die Entsorgung von Sachgütern ist oftmals wesentlich günstiger, als diese zu spenden, denn auf die Spenden müssen Umsatzsteuer in Höhe von 19% entrichtet werden, wovon nur die bereits bezahlte Vorsteuer wieder abgezogen werden kann.

    Zitat Zeit:
    Angenommen die Ware hat einen Wert von 160 000 Euro. Dafür werden im Falle des Verschenkens 19 Prozent Umsatzsteuer fällig, also 30 400 Euro, die das Unternehmen abführen muss. Für die Schenkung erhält das Unternehmen eine Spendenbescheinigung über den Gesamtbetrag, also 190 400 Euro. Doch absetzen lässt sich nur die bezahlte Umsatzsteuer. Der Warenwert fließt nicht in die Berechnung ein. Das bedeutet, bei einem Durchschnittssteuersatz von 30 Prozent kann sich das Unternehmen nur 30 Prozent der bezahlten Umsatzsteuer zurückholen, also 9120 Euro. Auf 21 280 Euro bleibt das Unternehmen sitzen. Würde das Shampoo vernichtet, kostete das 3200 Euro.
    [...]
    „In Großbritannien sind Sachspenden von der Umsatzsteuer befreit“, sagt James William, Strategiechef von In Kind Direct. „Und in den USA kann man für Sachspenden in manchen Fällen sogar den zweifachen Betrag der Herstellungskosten steuerlich geltend machen.“

    Quelle: https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2014/konzentration/wegwerfen-ist-billiger-als-spenden

    Also läge es erstmal am Gesetzgeber selbst, die Spende ebenso günstig, wie die Vernichtung zu machen, oder evtl. sogar weitere Anreize durch steuerliche Vorteile zu schaffen, wie in den USA oder England.
    Verbote bringen da für niemanden einen Vorteil, da die Unternehmen sicherlich immer den für sich wirtschaftlichsten Weg nehmen werden und dabei auch sicherlich jedes Schlupfloch finden werden. Somit würden die Verbote den Unternehmen schaden und ansonsten niemanden einen Vorteil verschaffen.

    Privat möchte ja sicherlich auch keiner 19% Steuer auf die Herstellungs-/Wiederbeschaffungskosten von Gegenständen bezahlen, die man entsorgt, bzw. zB als Sperrmüll entsorgen möchte, allerdings aufgrund von Gesetzen zahlen soll.

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