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AMD muss aufgekauft werden
Autor: michelthemaster 20.06.15 - 12:19
Ich bin gerade wo ich das hier lese, absolut der Meinung das Samsung AMD kaufen sollte. Der Preis ist für die ja sowieso ein Witz und sie würden sich so sehr viele Möglichkeiten verschaffen. Wenn sich AMD aufspalten würde, wäre dies indirekt der Tod für die Firma und für die tollen Produkte, die sie immer wieder hervorgebracht hat.
Mit dem (Entwicklungs-)Kapital vom Samsung sollte da schon einiges möglich sein.
Da hat sich Intels dreckige Geschäftspraktik wohl bezahlt gemacht... :-( -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: Das Osterschnabeltier 20.06.15 - 12:41
Das Problem an AMD ist, dass die PC Branche kein Wachstum mehr bietet und die Nachfrage nach Hardware geringer wird.
Wenn man also das Unternehmen aufkaufen würde, dann nur für das Know-How. Jeder Anständige BWLer würde vermutlich den Stecker für, zumindest große Teile, der Desktop Hardware ziehen. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: piffpaff 20.06.15 - 12:44
Aufgrund des Cross-Licencing-Abkommens zwischen Intel und AMD ist das aber nicht so einfach möglich.
AFAIR wird das Abkommen gekündigt, sobald AMD aufgekauft wird was bedeutet das sie dann keine x86 Prozessoren mehr produzieren dürfen. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: Marentis 20.06.15 - 12:44
piffpaff schrieb:
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> Aufgrund des Cross-Licencing-Abkommens zwischen Intel und AMD ist das aber
> nicht so einfach möglich.
> AFAIR wird das Abkommen gekündigt, sobald AMD aufgekauft wird was bedeutet
> das sie dann keine x86 Prozessoren mehr produzieren dürfen.
Das ist korrekt.
Allerdings hätte Intel dann auch keine AMD64 Lizenz mehr. Im Endeffekt würde das bedeuten, dass auch Intel ein großes Interesse an einer raschen Einigung mit dem neuen Eigentümer hätte. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: JTR 20.06.15 - 12:50
Für was? ARM können alle anderen auch und x86 bzw. x64 ist ein sterbender Markt. Zudem hast du es mit einem Produktportfolio zu tun, welches der Konkurrenz nicht gewachsen ist. Warum sollte jemand nur 1 Cent in AMD investieren? Patente oder eben die x86 Lizenz wären interessant, aber der Rest? Nein ich würde warten bis sie bankrott sind und dann die Firma filetieren und die interessanten Patente etc. aus der Konkursmasse kaufen. Hat den Vorteil dass man keine unnötigen Mitarbeiter übernehmen muss. So wird das heute einfach gemacht.
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Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: JTR 20.06.15 - 12:51
Oder sie warten bis AMD pleite ist und kaufen dann die x64 Lizenz günstig aus der Konkursmasse und haben so die beste aller Optionen gewählt.
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Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: Marentis 20.06.15 - 12:57
Das ist aber nicht Intels Entscheidung, sondern diese können nur darauf reagieren, was mit AMD passiert. Es ist ja nicht so, dass Intel sagen könnte "ihr seid jetzt insolvent".
Vielmehr ist eine dritte Partei hier am Zug, die ein Angebot für AMD abgeben könnte. In diesem Fall muss AMD dann mit dieser dritten Partei verhandeln, ob sie wollen oder nicht.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.06.15 12:58 durch Marentis. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: nelret 20.06.15 - 13:03
JTR schrieb:
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> x86 bzw. x64 ist ein sterbender Markt.
Unsinn. Der Markt wird kleiner, aber verschwindet nicht. In ein paar Jahren wird sich das wieder Stabilisieren. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: Icestorm 20.06.15 - 13:43
Das Osterschnabeltier schrieb:
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> Das Problem an AMD ist, dass die PC Branche kein Wachstum mehr bietet und
> die Nachfrage nach Hardware geringer wird.
>
> Wenn man also das Unternehmen aufkaufen würde, dann nur für das Know-How.
> Jeder Anständige BWLer würde vermutlich den Stecker für, zumindest große
> Teile, der Desktop Hardware ziehen.
AMDs Problem ist, dass es für Gamer keine interessanten CPU mehr herstellte.
Was will ich wenn ich einen Shooter spiele mit einer tollen APU, deren Grafikleistung nicht ausreicht, die aber andererseits keinen L3 hat.
Zumindest ich habe seit 2012 keine neue CPU von AMD gekauft, da konnte AMDs PR-Abteilung noch so viel von konkurrenzfähiger Leistung bei aktuellen Spielen reden.
Vielleicht wirds ja mit Zen etwas, doch die kommt auch erst 2016 - hoffentlich.
Das Problem ist, dass Intel bis dahin auch nicht ruhen wird.
Hätte AMD einen Richtigen FX-Prozessor für FM2-Sockel angeboten, nicht diese Rosstäuscher-FX-APU, mit großem L3 Cache statt GPU-Teil, wäre das interessant gewesen. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: laserbeamer 20.06.15 - 14:00
Für Gamer wäre in letzter Zeit immer der 8320 und ne 290X gewesen (jetzt fury).
Den 8320 einfach auf die Werte vom 8350 übertakten (ja das geht bei jeder AMD CPU im Gegensatz zu Intel mit ihren 'k'). Fertig viel Leistung und den mehr Stromverbrauch kann man ignorieren, das dauert nämlich knapp 5 Jahre bis du erst den Unterschied (!) raus hast.
Und die APUs reichen sogar echt für viele Spiele aus (rate mal was in den Konsolen drinnen ist). -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: ArcherV 20.06.15 - 14:02
laserbeamer schrieb:
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> Und die APUs reichen sogar echt für viele Spiele aus (rate mal was in den
> Konsolen drinnen ist).
Aber sicher nur wenn man seine Ansprüche ganz weit runterstellt.
Du kannst mir nicht erzählen das so eine APU z.B The Witcher 3 mit alles auf Anschlag und FullHD an ~40FPS kommt.
Wozu habe ich denn meine GTX680? ; ) -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: menschmeier 20.06.15 - 14:35
Icestorm schrieb:
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> AMDs Problem ist, dass es für Gamer keine interessanten CPU mehr
> herstellte.
Streich das "für Gamer". Weder im Office-, noch im High- oder Lowend gibt es abseits von völlig irrelevanten Nischen eine konkurrenzfähige CPU von AMD. Bulldozer war eine extreme Totgeburt, und AMD hat es versäumt, hier hinreichend schnell nachzubessern. Der angekündigte ZEN, wenn er dann mal erscheint, wird viel zu spät sein.
Und das ganze APU Konzept ist so sensationell weit am Markt vorbei entwickelt worden, dass man da fast Absicht unterstellen muss.
Und im Grafikbereich sieht es nicht besser aus, da versucht man mit uralten 300W Karten den modernen Nvidia Karten Paroli zu bieten und wundert sich, das der eigene Marktanteil in die Bedeutungslosigkeit abrutscht. Dazu kontert man im Luxusbereich mit einer für 4K gehypten Superkarte, die es auch schafft, marginal schneller als die Konkorrenz zu sein, dummerweise stattet man sie maximal mit für 4K völlig unzureichenden 4GB Speicher aus.
Was sich AMD in den letzten Jahren für Klöpse geleistet hat ist einfach nur eine unglaubliche Lachnummer. Und gleichzeitig zum heulen, einfach nur traurig.# -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: Das Osterschnabeltier 20.06.15 - 14:51
Aber Gamer sind heute auch nicht mehr die Cash Cow, die sie mal waren.
Wir sind in einer Zeit, in der sich Grafik kaum mehr entwickelt. Nicht nur, weil die Konsolen hier einfach der Flaschenhals sind, sondern einfach auch, weil Entwickler keine Unsummen in Optik investieren möchten.
Die meisten CPUs, die nicht uralt sind, reichen auch aus, solange die Grafikkarte genug power hat.
Und so lange du nichts schwer Multicore-lastiges berechnest, kannst du mit der Power von den heutigen AMDs auch nichts anfangen :/
Und für den normalen Anwender ist da Intel fast gleich mit weniger Stromkosten. Leider. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: nicoledos 20.06.15 - 15:56
Oft gehört, nur fern von der Realität. Embedded und Mobile boomen und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Bereiche, wo x86 bisher sowieso kaum Bedeutung hatte. Der klassische Desktop/PC wird nicht aussterben, nicht alle der mittlerweile existierenden komplexen Anwendungen lassen sich einfach durch Apps und Cloud ablösen.
Die Standardisierung hinter x86 ist auch ein nicht zu vernachlässigender Vorteil. Das Baukastenprinzip von ARM hat zwar auch seine Vorteile schafft jedoch einen inkompatiblen Wildwuchs.Da kommt man zurück in Zeiten, in denen jeder Hersteller seine eigene Architektur mit eigenem Betriebssystem hatte. -
Die einzige Lösung
Autor: Anonymer Nutzer 20.06.15 - 19:31
AMD hat eigentlich nur eine Zukunft wenn das Unternehmen ordentlich investieren kann. Dass dem nicht so ist, daran krankt es.
Das Unternehmen aufzuteilen und danach alleine weiter zu bröseln dürfte nicht viel bringen bzw. dürfte nur ein Heftpflaster sein.
Im Prinzip muss AMD mit einem Unternehmen wie Oracle oder IBM zusammengehen.
Die jedoch würden sich wohl mit Händen und Füßen wehren.
Durch eine Abspaltung des Grafik-Business jedoch könnte AMD als reiner Prozessorladen ein interessanter Appetithappen werden.
Die Abspaltung des Grafik-Geschäftes könnte man als die Vorbereitung für einen endgültigen Verkauf/Merger werten. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: cpt.dirk 21.06.15 - 03:34
Das Osterschnabeltier schrieb:
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> Wenn man also das Unternehmen aufkaufen würde, dann nur für das Know-How.
> Jeder Anständige BWLer würde vermutlich den Stecker für, zumindest große
> Teile, der Desktop Hardware ziehen.
JTR schrieb:
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> Warum sollte jemand nur 1 Cent in AMD
> investieren? Patente oder eben die x86 Lizenz wären interessant, aber der
> Rest? Nein ich würde warten bis sie bankrott sind und dann die Firma
> filetieren und die interessanten Patente etc. aus der Konkursmasse kaufen.
> Hat den Vorteil dass man keine unnötigen Mitarbeiter übernehmen muss. So
> wird das heute einfach gemacht.
Die Frage stellt sich da vielleicht, was ein "anständiger BWLer" ist und ob damit die gleichen milchbärtigen Anzugträger frisch von der FH/UNI, gemeint sind, die mit ihrem reichhaltigen Wissens- und Erfahrungsschatz regelmäßig Unternehmen an die Wand fahren. Es mag für solche Leute natürlich "alternativlos" sein, diese phantasielose Heuschrecken-Technik zu propagieren und anzuwenden - ebenso, wie "überflüssige" Mitarbeiter zu liquidieren. Dass da Existenzen dranhängen, sei hier mal hintangestellt.
Es geht aber auch um die Liquidierung bzw. Limitierung von Know-how und technischen wie marktpolitischen Alternativen. Wenn AMD als einziger verbleibender, technisch potententer Konkurrent zu Intel verschwindet, wird de facto ein einziger Hersteller geschätzte 95%+x der IT-Kernhardware (Prozessoren und Chipsätze) auf diesem Planeten stellen. Was das für Endanwender - aber auch für staatliche Institutionen, und Unternehmen bedeutet, mag sich ein Jeder nach seiner Intelligenz, bzw. Phantasie selbst ausmalen. Als Anregung hierzu vielleicht die Vorstellung, es gäbe keine Unix- und Linux-Server oder nur Nokia-Smartphones.
Übrigens wird auch ein so gearteter Monopolist keinen großen Antrieb mehr verspüren, groß in technische Innovationen und Verbesserungen zu investieren. Die logische Konsequenz daraus: noch mehr Arbeitsplätze und Know-how werden überflüssig. Siehe dazu als Software-Gegenpart auch Microsoft, wo Know-How fast immer aufgekauft bzw. abgekupfert und/oder weggesperrt wurde.
Ein Ausweg aus einem solchen Szenario könnte dann wohl nur noch über andere Architekturen, wie ARM möglich sein - Russland baut ja auch seine eigene auf Arm basierte Hardware selbst. Siehe als Software-Gegenpart hierzu Linux und Open Source.
Und das Fehlen von Open Hardware ist m.M.n. ohnehin bereits jetzt einer der größten Missstände in der IT überhaupt. Wenn es möglich wäre und AMD aufgekauft werden sollte, dann müsste das analog zur FSF oder EFF von einer dazu initiierten Organisation wie einer internationalen FSH- oder FOSH-Interessensgemeinschaft erfolgen, welche die Entwicklung quell- und spezifikationsoffener Hard- und Firmware im Interesse der Allgemeinheit vorantreibt und von Spenden und NGOs finanziert wird. Die heutige IT-Infrrastruktur und -Hardware an der Basis kompromittiert, durch proprietäres Hardware-Design und Closed Source Firmware, derern gewollt oder ungewollt implementierte Sicherheitslücken, Hintertüren und Konzeptfehler zumeist nie mehr behoben werden und auf viele Jahre nachwirken. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: cpt.dirk 21.06.15 - 03:37
> Icestorm schrieb:
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> -----
> > AMDs Problem ist, dass es für Gamer keine interessanten CPU mehr
> > herstellte.
> Streich das "für Gamer". Weder im Office-, noch im High- oder Lowend gibt
> es abseits von völlig irrelevanten Nischen eine konkurrenzfähige CPU von
> AMD. Bulldozer war eine extreme Totgeburt, und AMD hat es versäumt, hier
> hinreichend schnell nachzubessern.
Das war meines Wissens auch nicht mehr der Hauptabsatzarkt für AMD die letzten Jahre. Bei zukünftig besserer Multicore-Nutzung durch Programme und das OS könnten "alte" Multicores von AMD nochmal einen zweiten Frühling erleben - wo langfristige Nutzung im Vordergrund steht, z.B. in Offices und Behörden. Und dortselbst ist nicht Top-Leistung wichtig, eher Anschaffungskosten, Energieeffizient und Support. Bei der Energieeffizienz sehe ich AMDs gröbste Versäumnisse, wobei diese bei geringerer CPU-Last vielleicht weniger schlimm ist.
> Und das ganze APU Konzept ist so sensationell weit am Markt vorbei
> entwickelt worden, dass man da fast Absicht unterstellen muss.
Nicht unbedingt - im Hinblick auf mobile Geräte, Barebones und Lowcost-Rechner hat man hier die Weichen richtig gestellt, finde ich. Verschlampt hat man natürlich die Vorteile bei der Energieeffizienz. Allerdings wird in der Presse natürlich immer nur dieses und der Gamer-Highscore als maßgebliches Argument propagiert. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: grmpf 21.06.15 - 19:16
AMD kann *NICHT* aufgekauft werden.
Die X86 CPU Lizenz von Intel ist nur so lange gültig, wie AMD selbst die Kontrolle über das Unternehmen hat. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: redfirediablo 21.06.15 - 21:34
Das kann man so nicht stehen lassen. Seitdem Intel vor Jahren zur Milliardenstrafe verurteilt wurde, mussten Sie auch zugestehen das selbst wenn AMD von jemand anderes gekauft werden würde, die Lizenzen "in good faith" neu verhandelt werden. Sollte sich Intel sperren die Lizenzen einem neuen Eigentümer von AMD zu Lizenzieren, könnte AMD dagegen klagen und erreichen das ein Gericht die Kosten für die Patentlizenzierung festsetzt.
Nochmal kurz und knapp: selbst wenn AMD von jemand anderes zu 100% gekauft wird, kann Intel nicht verhindern das AMD die Patente weiter lizenziert. -
Re: AMD muss aufgekauft werden
Autor: Anonymer Nutzer 22.06.15 - 09:46
Eben,
aber es gibt 2 große Unbekannte in diesem Spiel:
Zeit und Kosten.
Das bedeutet ,ehe jemand AMD kauft muss AMD schon so vor der Wand stehen, dass sie für fast nichts zu haben sein werden.



