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Unterfinanzierung?

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  1. Unterfinanzierung?

    Autor: Smile 28.02.21 - 14:28

    Die Berater bekommen doch Millionen. Wie wäre es mal in die eigene Struktur zu finanzieren? Problem gelöscht und dazu kein Shitstorm.

  2. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 14:43

    > Die Berater bekommen doch Millionen.

    Ja, die kann man ja auch vernünftig bezahlen.

    > Wie wäre es mal in die eigene Struktur
    > zu finanzieren?

    Nach TVÖD? Witzig. Da kommt halt keiner. Wer freiwillig für den Hungerlohn arbeitet, gehört halt zum... Ach komm, lassen wir das, das wird dann nur wieder gelöscht.

    Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht einfach bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich mit zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor, das funktioniert nicht. Ich habe selber mach ein paar Jahre im ÖD gearbeitet, ganz am Anfang, das macht man nur für viel Geld, und das gibt es da halt nicht.

    Derzeit kann ich mir als IT-Experte aussuchen, ob ich mich für kleines Geld beim Ministerium anstellen lasse, oder ob ich für etwa das doppelte Gehalt plus Dienstwagen plus Reisekosten plus vernünftige Schulungen plus weitere Annehmlichkeiten bei einer Beratungsbutze anstellen lasse und dann im Ministerium genau den gleichen Job mache. Das Ministerium bezahlt dann etwa das dreifache, aber es kann das auch bezahlen, da anderer Topf als Gehälter.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.02.21 14:46 durch Oktavian.

  3. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: slax 28.02.21 - 14:58

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht einfach
    > bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich mit
    > zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor, das
    > funktioniert nicht.

    Das ist dann aber kein Problem des Tarifvertrags sondern weil irgendwelche Interessensgruppen ihre Pfründe behalten wollen?

  4. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: demon driver 28.02.21 - 14:59

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > Wie wäre es mal in die eigene Struktur
    > > zu finanzieren?
    >
    > Nach TVÖD? Witzig. Da kommt halt keiner. Wer freiwillig für den Hungerlohn
    > arbeitet, gehört halt zum... Ach komm, lassen wir das, das wird dann nur
    > wieder gelöscht.
    >
    > Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht einfach
    > bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich mit
    > zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor [...]

    Das ist ein seit ca. zwölf Jahren von der Realität des TVöD widerlegtes Vorurteil. So lange nämlich gibt es im Geltungsbereich des TVöD die Möglichkeit, IT-Fachkräften Boni von bis zu 1000 ¤ monatlich zu zahlen, seit 2019 zusätzlich bis zu 80.000 ¤ als Einmalprämie. Daran kann's also kaum mehr liegen.

  5. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Bluto 28.02.21 - 14:59

    Ich stimme dem zu.

    Die öffentliche Hand ist zwar ein sicherer Arbeitgeber, das TVÖD müsste jedoch mal massiv angepasst werden.

    Allerdings hat die IT-Branche ein Luxusproblem. In den meisten Berufen verdient man nicht soviel.

    Ich zum Beispiel bin Dipl.-Ing. Architekt mit 12 Jahren Berufserfahrung. Die Branche ist zutiefst kaputt. In der Privatwirtschaft würde ich mit Glück und mindestens 50 Wochenstunden Arbeit die 50.000 ¤ Jahresbrutto Schallmauer durchbrechen. Da wäre bei mir im TVÖD mehr drin. Und das zeigt wie kaputt die Architekturbranche ist.

    Wer auch immer in IT unterwegs ist... freut euch.

  6. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: demon driver 28.02.21 - 15:01

    slax schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht einfach
    > > bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich mit
    > > zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor, das
    > > funktioniert nicht.
    >
    > Das ist dann aber kein Problem des Tarifvertrags sondern weil irgendwelche
    > Interessensgruppen ihre Pfründe behalten wollen?

    Es ist weder das eine noch das andere, Oktavian hat bloß keine Ahnung, dafür aber umso stärker ausgeprägte Vorurteile gegen Arbeitnehmerlobbys. Siehe #msg-5876498.

  7. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Screeny 28.02.21 - 15:09

    Das Problem ist auch, dass die öffentliche Hand sehr viel Wert auf Schulabschlüsse, Bachelor und Master legt. Das bringt einen in der IT aber gar nicht weiter.

    Ich vergleiche das immer sinnbildlich:
    Dem Staat fehlen Piloten - gesucht werden aber nur Flugzeugingenieure.

    So kann das nicht funktionieren. Ich selbst bin als IT-Administrator bei 65k¤+ mit ~10 Jahren Berufserfahrung. Ja, kein Studium, kein Abitur - nur eine Ausbildung. Beim öffentlichen Dienst würde ich, trotz der süßen Prämie, gerade mal die Hälfte verdienen und dann noch nicht mal genommen werden, weil andere Menschen viel mehr "Universitätswissen" vorweisen können und ich mich erst durch sehr langwierige Bewerbungsprozesse hadern müsste.

    Macht halt einfach keinen Spaß.

  8. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: slax 28.02.21 - 15:10

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist ein seit ca. zwölf Jahren von der Realität des TVöD widerlegtes
    > Vorurteil. So lange nämlich gibt es im Geltungsbereich des TVöD die
    > Möglichkeit, IT-Fachkräften Boni von bis zu 1000 ¤ monatlich zu zahlen,
    > seit 2019 zusätzlich bis zu 80.000 ¤ als Einmalprämie. Daran kann's also
    > kaum mehr liegen.

    Als Dipl. Ing (FH) wäre ich soweit ich das verstehe EG10, aber selbst die Endstufe +1000 Euro liegt noch unterhalb dessen was ich aktuell mit 35h Woche verdiene?

  9. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: johnpersil 28.02.21 - 15:15

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Die Berater bekommen doch Millionen.
    >
    > Ja, die kann man ja auch vernünftig bezahlen.
    >
    > > Wie wäre es mal in die eigene Struktur
    > > zu finanzieren?
    >
    > Nach TVÖD? Witzig. Da kommt halt keiner. Wer freiwillig für den Hungerlohn
    > arbeitet, gehört halt zum... Ach komm, lassen wir das, das wird dann nur
    > wieder gelöscht.
    >
    > Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht einfach
    > bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich mit
    > zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor, das
    > funktioniert nicht. Ich habe selber mach ein paar Jahre im ÖD gearbeitet,
    > ganz am Anfang, das macht man nur für viel Geld, und das gibt es da halt
    > nicht.
    >
    > Derzeit kann ich mir als IT-Experte aussuchen, ob ich mich für kleines Geld
    > beim Ministerium anstellen lasse, oder ob ich für etwa das doppelte Gehalt
    > plus Dienstwagen plus Reisekosten plus vernünftige Schulungen plus weitere
    > Annehmlichkeiten bei einer Beratungsbutze anstellen lasse und dann im
    > Ministerium genau den gleichen Job mache. Das Ministerium bezahlt dann etwa
    > das dreifache, aber es kann das auch bezahlen, da anderer Topf als
    > Gehälter.

    Ich kann die Aussage von Oktavian bestätigen. In vielen öffentlichen IT-Abteilungen findet man nur das Personal was man eben für das Geld bekommt. Da infolge dann kein ausreichendes Personal bzw. ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht muss man sich dann externe "Berater" reinholen... was dann auch möglich ist, weil die Bezahlung dann über Projektbudgets laufen. In Konsequenz zahlt man dann im öffentlichen Bereich bestimmt mindestens das dreifache gegenüber dem Szenario, in dem man direkten qualifiziertes Personal zu marktüblichen Bezahlung einstellt. Zusätzlich ist die IT dann insgesamt nicht so leistungsfähig, da die Leute, welche die Systeme dann ja betreuen sollen wieder das Knowhow dafür fehlt und dann wieder lange Wege über externe Berater gegangen werden muss.

    In letzter Konsequenz hat man in öffentlichen IT Abteilungen dann komplette Berufsanfänger sitzen (oder Quereinsteiger), die bereits sind für die geringe Bezahlung zu arbeiten oder Leute, die nur noch ihre Zeit absitzen bis zum Ruhestand (und dann quasi den besseren Emailverteiler gegenüber externen Beratern spielt).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.02.21 15:16 durch johnpersil.

  10. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:19

    > Das ist ein seit ca. zwölf Jahren von der Realität des TVöD widerlegtes
    > Vorurteil. So lange nämlich gibt es im Geltungsbereich des TVöD die
    > Möglichkeit, IT-Fachkräften Boni von bis zu 1000 ¤ monatlich zu zahlen,

    Wow, damit liegen sie also nur noch weit unter dem, was sie in der freien Wirtschaft verdienen könnten, und nicht mehr lächerlich weit unter dem. Das schöne ist ja, die Tarifsätze sind öffentlich. Wenn ich meine Eckdaten eingebe, verdiene ich jetzt auch mit den 1000 EUR Bonus immer noch nahezu das Doppelte in der freien Wirtschaft. Plus Option auf ein Auto, Reisespesen, sinnvollen und aufwendigen Schulungen, und diverser anderer Annehmlichkeiten.

    Und Dir ist ja auch klar, nicht jeder bekommt durch die Bank 1000 EUR. Das muss fein austariert und budgetiert werden. Es kann ja nicht sein, dass der später gekommene hierdurch etwas mehr verdient als der schon immer dagewesene. Oder der Ältere weniger als der Jüngere. Oder Mann mehr als Frau. Oder Ost mehr als West (30 Jahre nach der Einheit). Deshalb muss man hier auch das "bis zu" ganz ganz groß schreiben.

    > seit 2019 zusätzlich bis zu 80.000 ¤ als Einmalprämie. Daran kann's also
    > kaum mehr liegen.

    Das "bis zu" macht die ganze Sache so ein klein wenig unattraktiv. Zudem, dass es eine Einmalzahlung ist, die man natürlich auch voll versteuern darf. Die Summe ist nett, nicht mehr, nicht weniger, nett.

  11. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:23

    > Als Dipl. Ing (FH) wäre ich soweit ich das verstehe EG10, aber selbst die
    > Endstufe +1000 Euro liegt noch unterhalb dessen was ich aktuell mit 35h
    > Woche verdiene?

    Und jetzt guckst du mal, was Du als Ausgebildeter ohne Studium bekommst. In der freien Wirtschaft macht das je nach Leistung wenig bis gar keinen Unterschied zum BA. Nicht aber im TvÖD, da könnte ja jeder kommen. Ob man drei Jahre in der Ausbildung oder in der Uni verbracht hat, ist ein riesiger Unterschied, selbst wenn beide exakt die gleiche Tätigkeit ausüben.

    Bei mir ist es noch verrückter, ich habe im ÖD eine Ausbildung gemacht, die es heute gar nicht mehr gibt. Wir waren tarifvertraglich den FH-Diplomierten gleichgestellt, damit man die Leute halten und halbwegs angemessen bezahlen konnte. Das hat dann der Bundesrechnungshof moniert, wir sind ja "nur" ausgebildete. In der Konsequenz sind nahezu alle von uns gegangen, man hat die Ausbildung aufgegeben. Rückwirkend wurden wir dann doch wieder den FH-Diplomierten beziehungsweise den BA gleichgestellt. Dann waren aber schon kaum noch welche da, auf die das zutraf.

  12. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: richtchri 28.02.21 - 15:25

    RKI zahlt für Projektmanager bis zur E14. Das sind ohne Zulage 4400 bei Stufe 1 bzw. 6300 in der letzten Stufe.

    Wegen des Geldes geht man bestimmt nicht in den öffentlichen Dienst ;)

  13. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:28

    > Ich kann die Aussage von Oktavian bestätigen. In vielen öffentlichen
    > IT-Abteilungen findet man nur das Personal was man eben für das Geld
    > bekommt. Da infolge dann kein ausreichendes Personal bzw. ausreichend
    > qualifiziertes Personal zur Verfügung steht muss man sich dann externe
    > "Berater" reinholen...

    Ich arbeite in einer Butze, die genau solche Berater stellt. Ich selber arbeite nicht für den ÖD, habe meinen Chef wissen lassen, dass das für mich ein Grund für die sofortige Kündigung wäre, und das wird akzeptiert.

    Wir nennen diese Jobs "betreutes Arbeiten". Die Internen tun im Normalfall in diesen Projekten gar nichts. Wirklich gar nichts. Es ist schon manchmal ziemliche Arbeit, denen klarzumachen, dass sie nicht stören sollen, es verlängert alles nur.

    > Zusätzlich ist die IT dann insgesamt nicht so leistungsfähig, da die Leute,
    > welche die Systeme dann ja betreuen sollen wieder das Knowhow dafür fehlt
    > und dann wieder lange Wege über externe Berater gegangen werden muss.

    "nicht so leistungsfähig" ist ein sehr schöner Euphemismus. Man bekommt für dieses mickrige Gehalt den Bodensatz der IT, genau die, die entweder nicht können oder nicht wollen.

    > In letzter Konsequenz hat man in öffentlichen IT Abteilungen dann komplette
    > Berufsanfänger sitzen (oder Quereinsteiger), die bereits sind für die
    > geringe Bezahlung zu arbeiten oder Leute, die nur noch ihre Zeit absitzen
    > bis zum Ruhestand (und dann quasi den besseren Emailverteiler gegenüber
    > externen Beratern spielt).

    Wie gesagt, meist tun sie gar nichts, die Arbeit wird von den "Beratern" gemacht. Da man die geschaffenen Strukturen mit TvÖD, Personalrat und Gewerkschaften nicht reformieren kann, wäre es billiger und qualitätiv besser, den Anteil der Internen auf Null zu fahren und das ganze IT-Geschäft komplett outzusourcen.

  14. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:32

    > Allerdings hat die IT-Branche ein Luxusproblem. In den meisten Berufen
    > verdient man nicht soviel.

    Keine Frage, aber in der IT-Branche ist es halt so, Angebot und Nachfrage.

    > Ich zum Beispiel bin Dipl.-Ing. Architekt mit 12 Jahren Berufserfahrung.
    > Die Branche ist zutiefst kaputt.

    Ohne die Leistung des einzelnen Architekten zu schmälern, mit Architekten kann man eben die Straße pflastern. Sogar mit guten Architekten. Ich erinnere mich noch an meine Abi-Zeit, das war das Standard-Studium für Mädels, die gut zeichnen konnten, kreativ sein wollen und sonst nicht so genau wussten, was sie wollten. Im Prinzip war es das, was heute "irgendwas mit Medien" ist.

    Unis haben die natürlich immer gerne ausgebildet, so eine Architektur-Ausbildung ist vergleichsweise günstig.

  15. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:42

    > RKI zahlt für Projektmanager bis zur E14. Das sind ohne Zulage 4400 bei
    > Stufe 1 bzw. 6300 in der letzten Stufe.
    >
    > Wegen des Geldes geht man bestimmt nicht in den öffentlichen Dienst ;)

    Ähh, nein. Was muss ein "Projektmanager" denn mitbringen, damit er das darf? Ich geh mal davon aus zumindest ein Studium mit Master, oder? Dazu noch die PM-Ausbildung und für die letzte Stufe reichlich Erfahrung und Alter.

    Nein, wegen des Geldes macht man das nicht, da bekommt man "draußen" auch mal das Doppelte. Man macht es, weil man nicht mehr leisten kann oder will. Und das spiegelt sich dann auch im Ergebnis wieder.

  16. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: TheNX 28.02.21 - 15:44

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir nennen diese Jobs "betreutes Arbeiten". Die Internen tun im Normalfall
    > in diesen Projekten gar nichts. Wirklich gar nichts. Es ist schon manchmal
    > ziemliche Arbeit, denen klarzumachen, dass sie nicht stören sollen, es
    > verlängert alles nur.

    Da bist du ungerechtfertigt und pauschalisierend hart. Ich arbeite nicht für den öffentlichen Dienst, aber habe Einblick in diesen. Klar gibt es immer ein paar unmotivierte, die sich freuen einen Job zu haben, den man nur absitzen muss. Der größere Teil versauert dort nur und wird klein gehalten. Deswegen wird jeder in der IT, der etwas erreichen will, den ÖD über kurz oder lang verlassen. Nicht jeder hat den Luxus sofort in der freien Wirtschaft gute Positionen zu bekommen. Diese Leute mit: "Nene, du lass mal, du kannst das eh nicht.", zu behandeln ist ehrlich gesagt besch...eiden.

    > "nicht so leistungsfähig" ist ein sehr schöner Euphemismus. Man bekommt für
    > dieses mickrige Gehalt den Bodensatz der IT, genau die, die entweder nicht
    > können oder nicht wollen.

    Wie gesagt, nicht jeder hat den Luxus gleich seinen Traumjob zu erreichen. Diese Leute pauschal als Bodensatz der IT abzukanzeln ist arrogant und überheblich.

    > Wie gesagt, meist tun sie gar nichts, die Arbeit wird von den "Beratern"
    > gemacht. Da man die geschaffenen Strukturen mit TvÖD, Personalrat und
    > Gewerkschaften nicht reformieren kann, wäre es billiger und qualitätiv
    > besser, den Anteil der Internen auf Null zu fahren und das ganze
    > IT-Geschäft komplett outzusourcen.

    Das ist ein Punkt dem ich sogar wirklich etwas abgewinnen kann. Es würde eher verhindern, dass Leute in der IT in Positionen landen, die berufliche Sackgassen sind und in denen die versauern. Viele IT-Themen im ÖD sind derart Monothematisch, dass man da geradezu versauern muss.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.02.21 15:46 durch TheNX.

  17. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: knabba 28.02.21 - 15:46

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > slax schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Oktavian schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > -----
    > > > Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht
    > einfach
    > > > bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich
    > mit
    > > > zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor, das
    > > > funktioniert nicht.
    > >
    > > Das ist dann aber kein Problem des Tarifvertrags sondern weil
    > irgendwelche
    > > Interessensgruppen ihre Pfründe behalten wollen?
    >
    > Es ist weder das eine noch das andere, Oktavian hat bloß keine Ahnung,
    > dafür aber umso stärker ausgeprägte Vorurteile gegen Arbeitnehmerlobbys.
    > Siehe #msg-5876498.
    Nö, es ist genau wie beschrieben. Ich arbeite beim Staat in der IT und genau so ist es. Es gibt sogar Kollegen die erst bei uns arbeiten dann zu großen IT-Firmen wechseln und dann weiter bei uns arbeiten.
    Vorher bezahlt man nach Tarif danach bekommen sie Beratergehälter also ca. an 3-4 Tagen was die vorher im Monat gekostet haben.
    Das ist Fakt.

  18. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:48

    > Das ist dann aber kein Problem des Tarifvertrags sondern weil irgendwelche
    > Interessensgruppen ihre Pfründe behalten wollen?

    Hmm, teils teils. Die Grundidee der Gewerkschaften ist halt, gleichwertige Tätigkeit soll auch gleich bezahlt werden. Irgendwie ja auch verständlich, wenn man 30 Jahre lang nur in der eigenen Soße gekocht hat, nie die Welt da draußen gesehen hat und Marktwirtschaft einem schon immer ziemlich suspekt war.

    Somit soll ein einfacher Sachbearbeiter in der Verwaltung in etwa in die gleiche Gruppe fallen wie ein einfacher Sachbearbeiter in der IT. Einfacher Sachbearbeiter in der IT wäre dann ein einfacher Admin, ein Incident-Bearbeiter, ein Strippenzieher oder sowas. Beide haben einen Stapel von Aufträgen und arbeiten den ab, beide verdienen eher überschaubar viel.

    Nur gibt es über die Gesamtheit betrachtet viele, die einfache Sachbearbeitung in der Verwaltung machen können aber weniger, die in der IT arbeiten können. Zudem sind die ITler flexibler beim Wechsel. Wer eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gemacht hat, arbeitet in der öffentlichen Verwaltung. Wer Fachinformatiker gelernt hat, kann auch woanders hin.

    Der TvÖD kann diese Konkurrenzsituation nur sehr rudimentär abbilden. Man versucht es mit ein paar Zulagen, die aber natürlich den Betriebsfrieden auch massiv stören. Die Sachbearbeiter sehen gar nicht ein, warum die anderen Sachbearbeiter plötzlich deutlich mehr bekommen sollen und rebellieren. Am Ende bleibt von den "bis zu" Zulagen erstaunlich wenig übrig, und selbst mit der vollen Zulage wäre es noch viel zu wenig.

  19. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: knabba 28.02.21 - 15:49

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > > Wie wäre es mal in die eigene Struktur
    > > > zu finanzieren?
    > >
    > > Nach TVÖD? Witzig. Da kommt halt keiner. Wer freiwillig für den
    > Hungerlohn
    > > arbeitet, gehört halt zum... Ach komm, lassen wir das, das wird dann nur
    > > wieder gelöscht.
    > >
    > > Nee, im Ernst, der Tarifvertrag ist ein Problem. Du kannst nicht einfach
    > > bestimmte Gruppen höher bezahlen, ohne das bei anderen Gruppen gleich
    > mit
    > > zu tun. Da sind die Gewerkschaften und Personalräte schon vor [...]
    >
    > Das ist ein seit ca. zwölf Jahren von der Realität des TVöD widerlegtes
    > Vorurteil. So lange nämlich gibt es im Geltungsbereich des TVöD die
    > Möglichkeit, IT-Fachkräften Boni von bis zu 1000 ¤ monatlich zu zahlen,
    > seit 2019 zusätzlich bis zu 80.000 ¤ als Einmalprämie. Daran kann's also
    > kaum mehr liegen.
    Und wer macht das? Welcher Vorgesetzt? Die Bürokratie nimmt wer auf sich? Um sich dann rechtzufertigen? Und dann entsteht Unmut weil eben nicht alle diesen Bonus bekommen! Und natürlich zurecht denn nicht alle leisten in der IT beim Staat so, dass das gerechtgertig wäre.
    Ich arbeite bei einer Behörde und das bekommt man wenn dann 2 Jahre weil man damit zur Einstellung gelockt wurde.
    Danach bekommt es kein einziger.

  20. Re: Unterfinanzierung?

    Autor: Oktavian 28.02.21 - 15:56

    > Da bist du ungerechtfertigt und pauschalisierend hart.

    Es beschreibt einfach die Lebensrealität meiner Kollegen, die für den ÖD arbeiten. Vielleicht gibt es irgendwo in irgendeiner Verwaltung ja auch eine Truppe, die super motiviert und effizient arbeitet, aber dann sind da ja auch keine Berater. :-)

    > Klar gibt es
    > immer ein paar unmotivierte, die sich freuen einen Job zu haben, den man
    > nur absitzen muss. Der größere Teil versauert dort nur und wird klein
    > gehalten. Deswegen wird jeder in der IT, der etwas erreichen will, den ÖD
    > über kurz oder lang verlassen.

    Du siehst hoffentlich den Widerspruch in den paar Zeilen. Das was du im letzten Satz schreibst, ist in aller Regel schon passiert, die guten sind weg. Und wer im Prinzip gut ist, aber jeden Tag den Sch..ß um sich rum sieht, hat bald innerlich gekündigt und wartet nur noch auf den Sprung.

    > Nicht jeder hat den Luxus sofort in der
    > freien Wirtschaft gute Positionen zu bekommen.

    Wer fähig und willig ist, bekommt eine gute Position. Völlig problemlos und mit etwas suchen binnen Tagen bis Wochen. Das ist ja das Problem, deshalb ist ja niemand gutes mehr im ÖD. Die niedrigen Gehälter gepaar mit dem streng hierarchischen System haben den ÖD völlig ausbluten lassen.

    > Diese Leute mit: "Nene, du
    > lass mal, du kannst das eh nicht.", zu behandeln ist ehrlich gesagt
    > besch...eiden.

    Es ist einfach eine realistische Betrachtung. Und ja, es gibt da bestimmt einzelne ganz wenige, die tolle Arbeit leiste könnten, wenn man sie denn lassen würde. Da man sie aber nicht lässt, hauen auch die bald ab.

    > Wie gesagt, nicht jeder hat den Luxus gleich seinen Traumjob zu erreichen.

    Nein, aber jeder hat die Möglichkeit, danach zu suchen.

    > Das ist ein Punkt dem ich sogar wirklich etwas abgewinnen kann. Es würde
    > eher verhindern, dass Leute in der IT in Positionen landen, die berufliche
    > Sackgassen sind und in denen die versauern. Viele IT-Themen im ÖD sind
    > derart Monothematisch, dass man da geradezu versauern muss.

    Richtig, und jede Verwaltung macht diese Themen wieder selbst. Ein Outsourcing der gesamten Verwaltungs-IT würde eine deutliche Vereinheitlichung schaffen, viele Möglichkeiten zur Automatisierung bieten und hier auch spannende Jobs. Das Problem ist nur, was macht man mit dem Bodensatz, der sich angesammelt hat?

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