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Nachholeffekte???

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  1. Nachholeffekte???

    Autor: michael.w.dietrich 25.03.20 - 13:02

    " Marktforschungsgesellschaft Lünendonk und Hossenfelder sagt: "Natürlich sind Freelancer die Ersten, die nach Hause geschickt werden, ... Sobald die Wirtschaft wieder Tritt fasst ... dann wird es zu Nachholeffekten kommen."

    Diesen Blödsinn müssen wir uns nun schon seit Tagen anhören. Wie bitte soll den bei "Freelancern" oder auch bei Deinstleistungsunternehmen allgemein ein Nachhoeffekt aussehen. Wir haben in Deutschland ein Arbeitszeitgesetz!

    Von 8 Arbeitsstunden, die heute ausfallen, kann ich - eine 100% Auslastung (40h Woche) vorausgesetzt, pro Tag (und nur für eine begrenzte Zeit) zwei Stunden (10h max Arbeitszeit pro Tag) nachholen. Aber auch diese Überstunden werden durch das Gesetz zeitlich begrenzt.

    Wenn sich ein UNternehmen also an das Arbeitszeitgesetz hält kann eine Woche (40h), die heute ausfällt in Zukunft bestenfalls innerhalb von 4 Wochen 125% Auslastung wieder nachgeholt werden.

    Dabei geht diese Überlegung ja noch davon aus, dass bisher gar keine Überstunden geleistet wurden und auch keine Überstunden ausfallen.

    Würden jetzt also tatsächlich "nur" vier Wochen a 40h pro Freelancer/Mitarbeiter ausfallen, müssten die Freelancer und auch die Angestellten in Dientleistungsberufen in Zukunft 16 Wochen mit 125% arbeiten, um einen "Nachholeffekt" zu bewriken.

    Wie das denn? Soll der Corona-Welle dann die Herzinfarkt-Welle folgen oder was?

    Die Dienstleistungsbranche benötigt - eben weil keine oder kaum Nachholeffekte möglich sind dringend Transferzahlungen! Kredite sind in dieser Situation Quatsch, weil eben gerade Kredite ja auf solche (nicht vorhandenen) Nachholeffekte setzen. Das heißt es müsste in Zukunft mehr verdient werden können, als jetzt ausgefallen ist (Kredit + Zins), um den Kredit überhaupt zurückzahlen zu können.

    Evtl. sollten sich solche "Marktforscher" einfach mal mit den Gegebenheiten in einer Branche auseinandersetzen, bevor sie einen derartigen Müll verbreiten.

    Wenn wir in einer Branche mit einer Auslastung von 30-50% wären, könnten wir ggf. einen nachholeffekt zu einem Zeitpunkt X haben. Aber diese Branche hat bereits eine Auslastung von 100% und mehr. Da ist "Nachholeffekt" ein billiges Schlagwort, das mit der Realität nicht im Entfertesten zu tun hat.

    Aber evtl. wäre das ja ein gute Zeitpunkt, für Politiker im Homeoffice, sich mit dem Thema "Freelancer" in der IT mal allgemein auseinanderzusetzen. Während andere "freie Berufe" wie Anwälte, Architekten oder Künstler eigene Berufsständige Sozialversicherungen als Pflichtversicherungen haben, arbeitet die Mehrzahl der Freelancer in der IT bestenfalls auf "freiwilliger Basis" Sozialversichert (den meisten dürfte dabei sogar ein Krankenhaus-Tagegeld zu teuer sein). Neben einer Kranken-/Pflegeversicherung haben die meisten keinerlei Pflichtrücklagen in irgendeiner solidarischen Sozialkasse gebildet (die ja wenn 50% weiter bezahlte Arbeit hätten - auch die Zahl darf bezweifelt werden - durchaus den anderen 50% eine Unterstützung zukommen lassen könnte). Hier wäre m.E. für die Zukunft der Hebel anzusetzen. Billige IT-Kräfte für Hire and Fire-Jobs sind eigentlich nicht das Ziel, das eine soziale Marktwirtschaft verfolgen sollte. Ein Blick in die Schweiz würde hier Wunder wirken.

  2. Re: Nachholeffekte???

    Autor: Emulex 25.03.20 - 13:14

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > " Marktforschungsgesellschaft Lünendonk und Hossenfelder sagt: "Natürlich
    > sind Freelancer die Ersten, die nach Hause geschickt werden, ... Sobald die
    > Wirtschaft wieder Tritt fasst ... dann wird es zu Nachholeffekten kommen."
    >
    > Diesen Blödsinn müssen wir uns nun schon seit Tagen anhören. Wie bitte soll
    > den bei "Freelancern" oder auch bei Deinstleistungsunternehmen allgemein
    > ein Nachhoeffekt aussehen. Wir haben in Deutschland ein Arbeitszeitgesetz!
    >

    Naja die internen Mitarbeiter haben das ja auch und momentan bleibt hier viel Arbeit liegen.
    Um das später aufzuholen, wird externe Hilfe eingekauft.
    Falls diese schwer verfügbar ist, zu höheren Preisen.

    Aber grundsätzlich halte ich die Nachholeffekte auch für vernachlässigbar - die Auftragslage war ja jetzt vorher schon nicht schlecht.
    Schlecht ist vor allem die Gesetzgebung hinsichtlich Scheinselbstständigkeit und unerlaubte ANÜ, aber das haben wir ja seit gefühlten Jahrzehnten in Deutschland...

  3. Re: Nachholeffekte???

    Autor: gadthrawn 25.03.20 - 13:18

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Diesen Blödsinn müssen wir uns nun schon seit Tagen anhören. Wie bitte soll
    > den bei "Freelancern" oder auch bei Deinstleistungsunternehmen allgemein
    > ein Nachhoeffekt aussehen. Wir haben in Deutschland ein Arbeitszeitgesetz!

    Ein Freelancer arbeitet auf eigene Rechnung und ist KEIN Angestellter.
    Das ArbZG gilt für angestellte Arbeitnehmer.
    Firmen vergeben Werksverträge u.ä. an Freelancer - in welcher Zeit diese sie abarbeiten ist ihr Bier. Für Stunden sind die Unternehmen dann nicht verantwortlich.

  4. Re: Nachholeffekte???

    Autor: bananensaft 25.03.20 - 13:24

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber evtl. wäre das ja ein gute Zeitpunkt, für Politiker im Homeoffice,
    > sich mit dem Thema "Freelancer" in der IT mal allgemein
    > auseinanderzusetzen. Während andere "freie Berufe" wie Anwälte, Architekten
    > oder Künstler eigene Berufsständige Sozialversicherungen als
    > Pflichtversicherungen haben, arbeitet die Mehrzahl der Freelancer in der IT
    > bestenfalls auf "freiwilliger Basis" Sozialversichert (den meisten dürfte
    > dabei sogar ein Krankenhaus-Tagegeld zu teuer sein). Neben einer
    > Kranken-/Pflegeversicherung haben die meisten keinerlei Pflichtrücklagen in
    > irgendeiner solidarischen Sozialkasse gebildet (die ja wenn 50% weiter
    > bezahlte Arbeit hätten - auch die Zahl darf bezweifelt werden - durchaus
    > den anderen 50% eine Unterstützung zukommen lassen könnte). Hier wäre m.E.
    > für die Zukunft der Hebel anzusetzen. Billige IT-Kräfte für Hire and
    > Fire-Jobs sind eigentlich nicht das Ziel, das eine soziale Marktwirtschaft
    > verfolgen sollte. Ein Blick in die Schweiz würde hier Wunder wirken.
    Also von den IT Freelancer hier in den foren hört man immer nur, dass es quasi Geld regnet, man aus den blöden und teuren Sozialsystemen raus ist und überhaupt, der eigene Chef sein ist super. Und sobald es mal knirscht, will man doch wieder zurück? Wie wäre es mal mit Rücklagen bilden? Und Transferleistung gibt es, nennt sich ALG2.

    Selbstständig zu sein, ist ein Risiko. Aber gerade IT Freelancer sind weit weg von billigem Hire-and-Fire - die könnten Rücklagen bilden, wenn sie wollen.

  5. Re: Nachholeffekte???

    Autor: Emulex 25.03.20 - 13:35

    bananensaft schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Selbstständig zu sein, ist ein Risiko. Aber gerade IT Freelancer sind weit
    > weg von billigem Hire-and-Fire - die könnten Rücklagen bilden, wenn sie
    > wollen.

    So ist es.
    Leider wird man dafür bestraft - nur wer keine Rücklagen gebildet hat, kriegt aktuell Geld geschenkt.
    Das gilt auch für GmbHs wie meine, für den Fall dass man das ganze Geld rausgeholt hat und privat paar Häuser, Aktien etc besitzt.
    Toll, oder?

  6. Re: Nachholeffekte???

    Autor: Psy2063 25.03.20 - 13:35

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir haben in Deutschland ein Arbeitszeitgesetz!
    >
    > Von 8 Arbeitsstunden, die heute ausfallen, kann ich - eine 100% Auslastung
    > (40h Woche) vorausgesetzt, pro Tag (und nur für eine begrenzte Zeit) zwei
    > Stunden (10h max Arbeitszeit pro Tag) nachholen.

    das Arbeitszeitgesetz gilt aber nur für abhängig beschäftigte um sie vor Ausbeutung durch den Arbeitgeber zu schützen. Für selbstständige spielen eher die DGUV Unfallverhütungsvorschriften eine Rolle. Wenn einem da die Kunden abnehmen man kann 20h/Tag schaffen, dann kann man auch so viel arbeiten. Interessant wird das dann, so bald man das mal nicht aus dem Homeoffice macht sondern einen Termin beim Kunden hat, auf dem Weg einen Unfall baut und nachweisen darf, dass einen der Schlafmangel nicht beeinträchtigt hat...

  7. Re: Nachholeffekte???

    Autor: nuclear 25.03.20 - 13:48

    125% sind bei einer 40h Woche lediglich 50h. Das kann man ein paar Monate schaffen.
    Meine durchschnittliche Arbeitszeit lag die letzten Monate eher um die 70h pro Woche, passiert halt wenn man versucht ein eigenes Unternehmen aufzubauen.
    Ist jetzt auch alles ziemlich für den Arsch. Jammern hilft aber nicht.

    Und wenn die Menschen nicht gerade erst Freelancer geworden sind, dann sollte man entsprechende Rücklagen haben. Ein Monat Verdienstausfall sehe ich da als ganz normales Risiko, was ja auch durch eine andere Krankheit eintreten kann. Da reicht ein schwerer Autounfall auf dem Weg zur Arbeit und man liegt Monate lang im Krankenhaus. Das sind eben auch die Risiken, wieso mal als Freelancer scheinbar so viel Geld bekommt. Man muss sich in der Hinsicht selber absichern.

  8. Re: Nachholeffekte???

    Autor: g0r3 25.03.20 - 13:53

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So ist es.
    > Leider wird man dafür bestraft - nur wer keine Rücklagen gebildet hat,
    > kriegt aktuell Geld geschenkt.
    > Das gilt auch für GmbHs wie meine, für den Fall dass man das ganze Geld
    > rausgeholt hat und privat paar Häuser, Aktien etc besitzt.
    > Toll, oder?

    Wäre ja blöd, wenn man das nicht gemacht hat. Und nicht vergessen, seinen Mindestlohn-Angestellten ständig zu erklären, dass die Villa und der Lambo nur der gerechte Ausgleich für das Unternehmerrisiko ist und wie gut sie es doch haben.

  9. Re: Nachholeffekte???

    Autor: Emulex 25.03.20 - 14:19

    g0r3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Emulex schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > So ist es.
    > > Leider wird man dafür bestraft - nur wer keine Rücklagen gebildet hat,
    > > kriegt aktuell Geld geschenkt.
    > > Das gilt auch für GmbHs wie meine, für den Fall dass man das ganze Geld
    > > rausgeholt hat und privat paar Häuser, Aktien etc besitzt.
    > > Toll, oder?
    >
    > Wäre ja blöd, wenn man das nicht gemacht hat. Und nicht vergessen, seinen
    > Mindestlohn-Angestellten ständig zu erklären, dass die Villa und der Lambo
    > nur der gerechte Ausgleich für das Unternehmerrisiko ist und wie gut sie es
    > doch haben.

    So ist es.
    Wir waren schön blöd.

  10. Re: Nachholeffekte???

    Autor: pre3 25.03.20 - 15:55

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > bananensaft schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >
    > > Selbstständig zu sein, ist ein Risiko. Aber gerade IT Freelancer sind
    > weit
    > > weg von billigem Hire-and-Fire - die könnten Rücklagen bilden, wenn sie
    > > wollen.
    >
    > So ist es.
    > Leider wird man dafür bestraft - nur wer keine Rücklagen gebildet hat,
    > kriegt aktuell Geld geschenkt.
    > Das gilt auch für GmbHs wie meine, für den Fall dass man das ganze Geld
    > rausgeholt hat und privat paar Häuser, Aktien etc besitzt.
    > Toll, oder?

    Eben, die GmbH ist eine eigene Rechtspersönlichkeit.
    Ergo: Man sollte/muss sich auch die Eigentümerstruktur anschauen um sinnvoll zu entscheiden ob es Hilfen geben soll oder nicht.

  11. Re: Nachholeffekte???

    Autor: scrumdideldu 25.03.20 - 20:51

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Von 8 Arbeitsstunden, die heute ausfallen, kann ich - eine 100% Auslastung
    > (40h Woche) vorausgesetzt, pro Tag (und nur für eine begrenzte Zeit) zwei
    > Stunden (10h max Arbeitszeit pro Tag) nachholen. Aber auch diese
    > Überstunden werden durch das Gesetz zeitlich begrenzt.
    >
    > Wenn sich ein UNternehmen also an das Arbeitszeitgesetz hält kann eine
    > Woche (40h), die heute ausfällt in Zukunft bestenfalls innerhalb von 4
    > Wochen 125% Auslastung wieder nachgeholt werden.

    Freelancer sind in der Regel Einzelkämpfer. Da gelten keine Arbeitsschutzgesetze!

    Ich kann ohne Probleme einem Kunden 40, 50 oder auch 60 Stunden die Woche in Rechnung stellen. Mache ich auch regelmäßig. Solange es keine Probleme mit der Qualität der Arbeit gibt hatte ich da bisher noch nie größere Probleme.

    Es gab schon vereinzelt in der Vergangenheit Kunden die mir erzählen wollten dass ich ja Pausenzeiten einhalten müsste und nicht am Samstag oder Sonntag arbeiten dürfte.

    Sowas ist schnell erledigt mit der einfachen Frage "Sie wollen mir als Freiberufler also WEISUNGEN erteilen wann ich meine Arbeit zu erbringen haben? Das ist dann ja ein Kriterium für Scheinselbständigkeit. Das hätte ich gerne schriftlich per Email!".

  12. Re: Nachholeffekte???

    Autor: uschatko 26.03.20 - 11:01

    gadthrawn schrieb:

    > Das ArbZG gilt für angestellte Arbeitnehmer.
    > Firmen vergeben Werksverträge u.ä. an Freelancer - in welcher Zeit diese
    > sie abarbeiten ist ihr Bier. Für Stunden sind die Unternehmen dann nicht
    > verantwortlich.

    Erster Satz, richtig. Der Rest wäre das ideal, ist mir in 20 Jahren aber glaube ich nur einmal passiert.
    Eher ist es so das man eingegliedert wird, stechen muss, Pausen automatisch abgezogen werden und max. 8h pro Tag abrechenbar sind. Ja das ist gegen jedes Gesetz, aber die harte Realität. Gerne genommen übrigens beim öffentlichen Dienst oder Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mir ist in den letzten Jahren auch kein Unternehmen untergekommen wo ich nicht in das interne SAP System meine Tätigkeiten eintragen musste (Cats).

  13. Re: Nachholeffekte???

    Autor: gisu 26.03.20 - 12:38

    uschatko schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gadthrawn schrieb:
    >
    > > Das ArbZG gilt für angestellte Arbeitnehmer.
    > > Firmen vergeben Werksverträge u.ä. an Freelancer - in welcher Zeit diese
    > > sie abarbeiten ist ihr Bier. Für Stunden sind die Unternehmen dann nicht
    > > verantwortlich.
    >
    > Erster Satz, richtig. Der Rest wäre das ideal, ist mir in 20 Jahren aber
    > glaube ich nur einmal passiert.
    > Eher ist es so das man eingegliedert wird, stechen muss, Pausen automatisch
    > abgezogen werden und max. 8h pro Tag abrechenbar sind. Ja das ist gegen
    > jedes Gesetz, aber die harte Realität. Gerne genommen übrigens beim
    > öffentlichen Dienst oder Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mir ist in
    > den letzten Jahren auch kein Unternehmen untergekommen wo ich nicht in das
    > interne SAP System meine Tätigkeiten eintragen musste (Cats).
    Das entspricht einer scheinselbstständigen Tätigkeit. Kann man sich bieten lassen, aber wenn die entsprechenden Stellen das mit bekommen sind Auftraggeber und Auftragnehmer fällig.

  14. Re: Nachholeffekte???

    Autor: gadthrawn 27.03.20 - 08:11

    uschatko schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > gadthrawn schrieb:
    >
    > > Das ArbZG gilt für angestellte Arbeitnehmer.
    > > Firmen vergeben Werksverträge u.ä. an Freelancer - in welcher Zeit diese
    > > sie abarbeiten ist ihr Bier. Für Stunden sind die Unternehmen dann nicht
    > > verantwortlich.
    >
    > Erster Satz, richtig. Der Rest wäre das ideal, ist mir in 20 Jahren aber
    > glaube ich nur einmal passiert.
    > Eher ist es so das man eingegliedert wird, stechen muss, Pausen automatisch
    > abgezogen werden und max. 8h pro Tag abrechenbar sind. Ja das ist gegen
    > jedes Gesetz, aber die harte Realität. Gerne genommen übrigens beim
    > öffentlichen Dienst oder Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mir ist in
    > den letzten Jahren auch kein Unternehmen untergekommen wo ich nicht in das
    > interne SAP System meine Tätigkeiten eintragen musste (Cats).


    Sorry - aber gerade große Unternehmen und immer mehr Mittelständer achten peinlich darauf, da
    - Freelancer sich dann einklagen könnten wegen Scheinselbstständigkeit
    - die monetären Strafen gewachsen sind, wenn eine Scheinselbstständigkeit aufgedeckt wird.

  15. Re: Nachholeffekte???

    Autor: pre3 27.03.20 - 08:15

    Das Risiko der Scheinselbständigkeit bleibt komplett am AG hängen. Eventuell noch ein zusätzliches Sozialversicherungsproblem für den AN. Ich kann nur raten: Statusfeststellung über die DRV!

  16. Re: Nachholeffekte???

    Autor: NeoXolver 27.03.20 - 21:06

    michael.w.dietrich schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Würden jetzt also tatsächlich "nur" vier Wochen a 40h pro
    > Freelancer/Mitarbeiter ausfallen, müssten die Freelancer und auch die
    > Angestellten in Dientleistungsberufen in Zukunft 16 Wochen mit 125%
    > arbeiten, um einen "Nachholeffekt" zu bewriken.
    >
    Naja Grundsätzlich hast du schon Recht, dass ein Nachholeffekt für den einzelnen Freelancer wenig auswirkung haben wird. Ein Unternehmen kann hingegen ja noch seine Belegschaft aufbauen.
    > Wie das denn? Soll der Corona-Welle dann die Herzinfarkt-Welle folgen oder
    > was?
    >
    > Die Dienstleistungsbranche benötigt - eben weil keine oder kaum
    > Nachholeffekte möglich sind dringend Transferzahlungen! Kredite sind in
    > dieser Situation Quatsch, weil eben gerade Kredite ja auf solche (nicht
    > vorhandenen) Nachholeffekte setzen. Das heißt es müsste in Zukunft mehr
    > verdient werden können, als jetzt ausgefallen ist (Kredit + Zins), um den
    > Kredit überhaupt zurückzahlen zu können.
    >
    Da stell sich aber auch schon einwenig die Frage des unternehmerischen Risikos. Gerade von Freelancern hört man doch in den Foren von dem viel besseren Verdienst.
    Wenn man den Zahlen glaubt die man so präsentiert bekommt, ist dass schon beachtlich mehr als bei einem Angestellten, selbst in guter Position in einer großen Firma.

    Es sollte da doch möglich sein und auch sinnvoll entsprechende Rücklagen zu bilden, so dass man ein oder zwei Monate auch ohne Aufträge auskommt.
    Die ganzen Angestellten müssen ja dann auch mit ihren Transferzahlungen in Form von Kurzarbeitsgeld leben, haben aber deutlich geringere Einkünfte zu normalen Zeiten.

    >
    > Aber evtl. wäre das ja ein gute Zeitpunkt, für Politiker im Homeoffice,
    > sich mit dem Thema "Freelancer" in der IT mal allgemein
    > auseinanderzusetzen. Während andere "freie Berufe" wie Anwälte, Architekten
    > oder Künstler eigene Berufsständige Sozialversicherungen als
    > Pflichtversicherungen haben, arbeitet die Mehrzahl der Freelancer in der IT
    > bestenfalls auf "freiwilliger Basis" Sozialversichert (den meisten dürfte
    > dabei sogar ein Krankenhaus-Tagegeld zu teuer sein). Neben einer
    > Kranken-/Pflegeversicherung haben die meisten keinerlei Pflichtrücklagen in
    > irgendeiner solidarischen Sozialkasse gebildet (die ja wenn 50% weiter
    > bezahlte Arbeit hätten - auch die Zahl darf bezweifelt werden - durchaus
    > den anderen 50% eine Unterstützung zukommen lassen könnte).
    Freie Berufe sind nunmal ein anderes Konzept, da geht es um Berufe, wo es erwünscht ist quasi als einzelner oder kleine Gemeinschaft Tätig zu sein. Wie es z.B. eben ein Arzt oder ein Anwalt tut.
    Übrigens ist es auch durchaus Möglich z.B. als Ingenieur einer freiberuflichen Tätigkeit nachzugehen. Es ist halt an bestimmte Bedingungen gekoppelt.
    > Hier wäre m.E.
    > für die Zukunft der Hebel anzusetzen. Billige IT-Kräfte für Hire and
    > Fire-Jobs sind eigentlich nicht das Ziel, das eine soziale Marktwirtschaft
    > verfolgen sollte. Ein Blick in die Schweiz würde hier Wunder wirken.

    Aber warum sollte man denn Freelancer sein, wenn es sich nicht lohnt?
    Der immerwieder neue Kampf um Aufträge und das Risiko müssen ja schon soweit entlohnt werden, dass man ausreichend Rücklagen bilden kann und dennoch etwas mehr in der Tasche hat.
    Sonst kann man sich doch gleich nach einer Festanstellung umsehen.

  17. Re: Nachholeffekte???

    Autor: vscholl 27.03.20 - 21:08

    Ich sehe auch keine Nachholen Effekte. Die Firmen werden ihre IT Projekte erst mal neu prüfen und bewerten. Die müssen erst einmal abwarten, ob, wann und wie die Wirtschaft wieder anläuft. Und erst wenn die wirtschaftlichen Folgen absehbar sin, werden die Projekte wieder aufgenommen. Ich fürchte die meisten Projekte werden erst mal ins neue Jahr verschoben

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