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Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

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  1. Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: Bouncy 26.03.20 - 09:03

    Irgendein Politiker hat die Tage mal diesen Satz gebracht, der passt so wunderbar auf dieses absurde Gejammere der Freelancer - und natürlich "ihrer" Medien wie Golem -, dass ich das mal als Threadtitel schreiben musste.
    Irre, was jetzt für ein Aufschrei herumgeht von Leuten, die offenbar nichtmal für einen einzigen Monat Rücklagen haben. Ich seh's ja ein, dass es Einzelschicksale gibt - wenn etwa jemand Anfang des Jahres ein Ladengeschäft eröffnet hat -, die wirklich Hilfe brauchen, aber abseits von diesen Fällen ist es einfach unfassbar, wie jetzt jeder die Hand aufhält.
    Mal davon abgesehen: Supermärkte suchen weiterhin händeringend nach Aushilfen, wer jetzt nicht über die Runden kommt hält sich wohl für zu gut um einfach mal zwei Monate lang Regale einzuräumen. Dann soll er eben auf der Straße landen!
    Sobald sich die Wirtschaft erholt werden die Lücken sowieso schnell wieder geschlossen, die Kompetenz stirbt ja letztlich nicht weg...

  2. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: matok 26.03.20 - 09:06

    Arbeitslosengeld ist bereits die Sicherung, die auch für IT Freelancer gilt.
    Der Bundesregierung geht es darum, Unternehmer zu unterstützen. Ein Freelancer ist kein Unternehmer und hat im Gegensatz zum Unternehmer auch normalerweise keine hohen berufsseitigen laufenden Kosten.

  3. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: Dieselmeister 26.03.20 - 09:19

    Haha. Der war gut. Er hat aber Kosten, genau wie eine Firma. Das geht von Miete über Lizenzen etc. pp Warum sollte eine "Firma" (die meist nur eine andere Einstufung als ein Freiberufler hat) mehr laufende Kosten haben? Selten so einen Blödsinn gelesen. Frag mal Freiberufliche Physiotherapeuten. Das sind auch Freelancer.

  4. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: matok 26.03.20 - 12:19

    Dieselmeister schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Haha. Der war gut. Er hat aber Kosten, genau wie eine Firma. Das geht von
    > Miete über Lizenzen etc. pp Warum sollte eine "Firma" (die meist nur eine
    > andere Einstufung als ein Freiberufler hat) mehr laufende Kosten haben?
    > Selten so einen Blödsinn gelesen. Frag mal Freiberufliche
    > Physiotherapeuten. Das sind auch Freelancer.

    Die meisten IT Freelancer haben kein eigenes Büro und dementsprechend keine berufsbedingten Mietkosten. Die meisten IT Freelancer arbeiten Zuhause oder direkt beim Kunden. Laufende Lizenzkosten bei IT Freelancern? Oh bitte, mehr an den Haaren kann man auch keine Beispiele heranziehen.

  5. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: theFiend 26.03.20 - 13:09

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >. Ein
    > Freelancer ist kein Unternehmer und hat im Gegensatz zum Unternehmer auch
    > normalerweise keine hohen berufsseitigen laufenden Kosten.

    Selbstverständlich ist ein Freelancer, wie jeder andere solo Selbständige ein Unternehmer.

  6. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: katze_sonne 26.03.20 - 16:36

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Irgendein Politiker hat die Tage mal diesen Satz gebracht, der passt so
    > wunderbar auf dieses absurde Gejammere der Freelancer - und natürlich
    > "ihrer" Medien wie Golem -, dass ich das mal als Threadtitel schreiben
    > musste.
    > Irre, was jetzt für ein Aufschrei herumgeht von Leuten, die offenbar
    > nichtmal für einen einzigen Monat Rücklagen haben. Ich seh's ja ein, dass
    > es Einzelschicksale gibt - wenn etwa jemand Anfang des Jahres ein
    > Ladengeschäft eröffnet hat -, die wirklich Hilfe brauchen, aber abseits von
    > diesen Fällen ist es einfach unfassbar, wie jetzt jeder die Hand aufhält.
    > Mal davon abgesehen: Supermärkte suchen weiterhin händeringend nach
    > Aushilfen, wer jetzt nicht über die Runden kommt hält sich wohl für zu gut
    > um einfach mal zwei Monate lang Regale einzuräumen. Dann soll er eben auf
    > der Straße landen!
    > Sobald sich die Wirtschaft erholt werden die Lücken sowieso schnell wieder
    > geschlossen, die Kompetenz stirbt ja letztlich nicht weg...

    Danke! Man liest ja immer wieder mal von Leuten, die sich damit brüsten, dass sie dieselbe Aufgabe wie früher machen, aber viel mehr Gehalt bekommen als früher - weil sie jetzt "Freelancer" sind. Argumente wie "Rücklagen für schlechtere Zeiten", "mehr Eigenverantwortung", "Arbeitsplatzsicherheit" usw. werden dann häufig einfach abgeschmettert, egal ob mit sinnvollen Erklärungen oder dummen Sprüchen.

    Also. Da sind wir jetzt. Heult nicht rum, geringfügige Unterstützungen - meinetwegen. Aber nicht so tun, als wäre das alles völlig unerwartet gewesen -.-

    Nur Leute, die *gerade erst angefangen haben*, die haben meiner Meinung nach wirklich ein wenig Mitleid verdient - und gerne auch Hilfen. Denn die hatten nunmal noch keine Möglichkeit, ihr Unternehmen auf eine wirtschaftlich sinnvolle Basis zu stellen und Rücklagen zu bilden.

  7. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: highlite86 26.03.20 - 16:54

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dieselmeister schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Haha. Der war gut. Er hat aber Kosten, genau wie eine Firma. Das geht
    > von
    > > Miete über Lizenzen etc. pp Warum sollte eine "Firma" (die meist nur
    > eine
    > > andere Einstufung als ein Freiberufler hat) mehr laufende Kosten haben?
    > > Selten so einen Blödsinn gelesen. Frag mal Freiberufliche
    > > Physiotherapeuten. Das sind auch Freelancer.
    >
    > Die meisten IT Freelancer haben kein eigenes Büro und dementsprechend keine
    > berufsbedingten Mietkosten. Die meisten IT Freelancer arbeiten Zuhause oder
    > direkt beim Kunden. Laufende Lizenzkosten bei IT Freelancern? Oh bitte,
    > mehr an den Haaren kann man auch keine Beispiele heranziehen.

    Naja natürlich haben auch Freelancer laufende Kosten, die einem anderen Solo-Selbstständigen in nichts nachstehen, ich kann hier für mich sprechen und hier wäre es:

    - Miete (Co-Workspace Schreibtisch)
    - KFZ Leasing
    - Software Lizenzen (IDEs, Editoren, Office, uvm.)
    - Buchhaltung und Steuer
    - Hardware (Notebook, Smartphone, etc.)
    - Domains und Server
    - Internet und Telefon
    - Bürobedarf
    - Reisekosten
    - Weiterbildungen
    - Versicherungen

    Ganz so einfach ist es also nicht...Ich habe im Moment Glück und alles läuft wie gehabt, ich bin aber meistens auch bei 3-4 Kunden gleichzeitig unterwegs, d.h. auch wenn mal einer "wegbricht" geht die Welt für mich nicht unter...Auch habe ich Rücklagen gebildet und könnte wenn es wirklich hart kommt durchaus 5-6 Monate über die Runden kommen. Viele können das aber nicht!

    Und das muss nicht unbedingt daran liegen das ein Freelancer das Geld nur so raus haut (die gibt es natürlich auch), sondern kann schon beim jeweiligen Stundenlohn beginnen, nicht jeder kann "Experten" Stundensätze von >= 100 ¤ verlangen, und ganz ehrlich um wirklich Rücklagen zu bilden, mit denen man auch ein paar Monate auskommt sollte man aber schon > 70 ¤ verdienen, viele Web Designer etc. bekommen das aber nicht, d.h. die Leben dann oft tatsächlich nur von der Hand in den Mund...



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 26.03.20 17:07 durch highlite86.

  8. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: Dieselmeister 29.03.20 - 04:25

    Ich habe eine Mitarbeiterin. IT Hardware, Softwarelizenzen von einigen Tausend Euro im Jahr, ein Büro, 2 Mobilfunkverträge, Azure-Subscriptions.

    Und nun? Ein Schwätzer ist du. Mehr nicht.

    Ich bin Freelancer und habe dieselbe Ausgabenstruktur wie ein IT-Dienstleister. Warum wird der jetzt anders behandelt als ich?

  9. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: Profi_in_allem 29.03.20 - 11:43

    Ich rate mal:

    --> Auto auf Pump (dicke Kiste muss natürlich sein, >300¤ monatliche Rate + Versicherung etc)
    --> Wohnung zu teuer (1000¤ monatlich plus Nebenkosten)
    --> Apple MacBook Pro für 4000¤ auf Pump
    --> nen Haufen anderer Ratenzahlungen
    ...

    Das ist wohl das Geschäftsmodell vieler Selbständiger, die Kohle kommt ja irgendwann rein. Hab letztens was von einer Selbständigen mit 16k¤ Fixkosten im Monat gelesen. Na viel Spass bei soviel Dummheit.

  10. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: TurbinenBewunderer 29.03.20 - 11:59

    Bouncy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Irgendein Politiker hat die Tage mal diesen Satz gebracht, der passt so
    > wunderbar auf dieses absurde Gejammere der Freelancer - und natürlich
    > "ihrer" Medien wie Golem -, dass ich das mal als Threadtitel schreiben
    > musste.
    > Irre, was jetzt für ein Aufschrei herumgeht von Leuten, die offenbar
    > nichtmal für einen einzigen Monat Rücklagen haben. Ich seh's ja ein, dass
    > es Einzelschicksale gibt - wenn etwa jemand Anfang des Jahres ein
    > Ladengeschäft eröffnet hat -, die wirklich Hilfe brauchen, aber abseits von
    > diesen Fällen ist es einfach unfassbar, wie jetzt jeder die Hand aufhält.
    > Mal davon abgesehen: Supermärkte suchen weiterhin händeringend nach
    > Aushilfen, wer jetzt nicht über die Runden kommt hält sich wohl für zu gut
    > um einfach mal zwei Monate lang Regale einzuräumen. Dann soll er eben auf
    > der Straße landen!
    > Sobald sich die Wirtschaft erholt werden die Lücken sowieso schnell wieder
    > geschlossen, die Kompetenz stirbt ja letztlich nicht weg...

    Sehe ich genau so! IT Freelancer verdienten als Ausgleich für das Risiko fette Kohle. Aber nun, wo das Risiko Realität wurde, wird um Hilfe geschriehen? Also bitte...

    Die meisten Freelancer, die ich so kenne, kommen problemlos an interne Jobs, wenn sie denn möchten.

  11. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: RuID 29.03.20 - 13:23

    theFiend schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > matok schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > >. Ein
    > > Freelancer ist kein Unternehmer und hat im Gegensatz zum Unternehmer
    > auch
    > > normalerweise keine hohen berufsseitigen laufenden Kosten.
    >
    > Selbstverständlich ist ein Freelancer, wie jeder andere solo Selbständige
    > ein Unternehmer.

    Als wenn man allgemein an ein Unternehmen denkt, dann besteht das in der Regel aus mehr als einer Person. Eher Selbstständiger oder Ich AG.
    ...Ansonsten bin ich auch ein Unternehmer. Sonntagsspaziergänge sind auch eine Unternehmung.

  12. Re: Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung!

    Autor: Fuzzy Dunlop 30.03.20 - 15:09

    highlite86 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > mit denen man auch ein paar Monate auskommt sollte man aber schon > 70 ¤
    > verdienen, viele Web Designer etc. bekommen das aber nicht, d.h. die Leben
    > dann oft tatsächlich nur von der Hand in den Mund...

    Grafik-Design-Freelancer hier mit bald 20 Jahren Berufserfahrung und aktuell 65¤/h. Das mit der Hand in den Mund kann ich bestätigen.

    Ich würde mich skillmäßig ins oberen Drittel der deutschen "Designer" einordnen, das heißt aber nichts. Schließlich kann hierzulande jeder mit PowerPoint in 10 Minuten ein super tolles Logo designen!

    Ich habe einen Kunden, der zur Zeit nicht die Designaufträge streichen muss, und dieser wird mich auch weiter beschäftigen. Aber die haben die Gunst der Stunde genutzt und meinen Lohn für die nächste Zeit auf 50 ¤ gedrückt. So läuft das nämlich.

    Und nicht falsch verstehen: Ich möchte nur berichten. Ich will mich hier über nichts beschweren oder irgendwie klagen. Ich bin z. B. kein guter Geschäftsmann und kann mich auch nicht besonders toll verkaufen – dazu fehlt mir das aufgeblasene Ego. Ich bin zu weiten Teilen selbst für meine Situtation verantwortlich.

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