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Das "Free" in Freelancer

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  1. Das "Free" in Freelancer

    Autor: Datalog 24.07.20 - 08:38

    Ich bin freiberuflicher Softwareentwickler und arbeite seit Jahren von Projekt zu Projekt ohne Festanstellung.

    Ich habe keine Arbeitslosenversicherung und zahle auch nicht in die Rente ein. Das war eine bewusste Entscheidung, die auf einer persönlichen Risikoabschätzung beruhte. Die Entscheidung wurde auch vom Umstand beeinflusst, dass ich in normalen Jahren so viel verdiente, dass ich mir ausreichend viel Geld beiseite legen konnte, um notfalls auch einige Jahre ohne Auftrag überleben zu können. Dieses Geld war und ist gleichzeitig meine Altersvorsorge.

    Erst durch dieses Geld wurde ich ein echter Freelancer: frei und ungebunden, ohne Chef oder anderen Abhängigkeiten. Und nicht angewiesen auf irgendeine staatliche Hilfen, selbst wenn mal Aufträge ausbleiben sollten.

    Mein Worst-Case-Szenario für eine längere Flaute wäre, dass ich schlecht bezahlte oder nervige Projekte annehmen oder in eine Festanstellung zurück müsste. Aber selbst das wäre ja nicht mal das Schlimmste. Danach käme immer noch Harzt IV. Und selbst das ist besser als das, was vielen Menschen selbst in eigentlich reichen Ländern wie den USA gerade droht.

    Meine Meinung daher zum Thema: Wer sich kein Polster ersparen konnte, der ist entweder noch nicht lange genug dabei oder hat unternehmerisch unklug gehandelt. Der kann sich aber immer noch einen Job suchen oder Harzt IV beantragen. Und wer Geld zurück legen konnte, der braucht auch keine staatlichen Hilfen. Denn für genau solche Situationen wie die jetzige ist das Geld ja auch gedacht gewesen. Ja, das tut natürlich weh. Aber das ist ein Jammern auf sehr hohem Niveau im Vergleich zu den sehr vielen Menschen, die nichts haben.

  2. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: aLpenbog 24.07.20 - 10:44

    Genau meine Meinung. Sicher kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass die wegbrechenden Einnahmen aufgrund des Staates entstehen und der dafür aufkommen soll. Letztlich sollte man da aber ein gewisses Maß an Verantwortung übernehmen.

    Und gerade mit so Summen sollte es doch ein Leichtes sein erstmal ein wenig mehr zur Seite zu legen. Ich bin Angestellter und verdiene im Grundgehalt knapp unterm Durchschnitt. Trotzdem habe ich mir in den letzten Jahrzehnt genug auf die Seite gelegt um auch ein paar Jahre durchzukommen, ohne dass 1 Euro reinkommen würde.

    Das gibt mir dann erstmal eine entsprechende Sicherheit und Ruhe. Da sind zwar Stand jetzt noch andere System unter, sei es durch das Kurzarbeiter Geld oder im Zweifel entsprechende Versicherungen (für die ich ja letztlich auch einzahle, quasi das Gegenstück zu Geld bei Seite legen) und Worst-Case eben irgendein anderen Job oder Hartz 4.

    Sicher wird es Leute geben, die es hart trifft. Gerade erst in die Selbstständigkeit gestartet, ggf. etwas Erspartes noch dadrin versenkt und nun bricht alles weg. Der Großteil ist aber wohl länger dabei und wenn die nun wirklich große finanzielle Probleme kriegen, weil mal ein Jahr weniger rein kommt, dann haben die Leute imo selbst was grob falsch gemacht.

    Kenne das alles von der Verwandtschaft. In guten Zeiten schön das Geld raus gehauen und wenn es dann mal nicht so gute Zeiten gibt, dann macht man schulden oder pumpt andere Leute an, die seit Jahrzehnten mit einem Drittel oder Viertel von dem hingekommen sind und scheinbar trotzdem deutlich mehr auf der hohen Kante haben.

    Freiheit bedeutet eben auch Verantwortung. Wenn man Geld statt Sicherheit nimmt, dann muss man eben selbst für diese sorgen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.07.20 10:45 durch aLpenbog.

  3. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: McWiesel 24.07.20 - 10:53

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In guten Zeiten schön das Geld raus gehauen und wenn es dann mal nicht so gute Zeiten gibt, dann macht man schulden

    Das ist aber das allgemeine Problem, was wohl viele haben. Es macht aktuell halt überhaupt kein Spaß Geld und ein finanziellen Puffer anzusparen.

    Ich wünsche mir echt die Zeit zurück, wo man noch 3-5% Zinsen auf eine Anlage bekam. Da hat man halt mal in paar fetten Jahren 100k oder mehr auf die Seite gebracht und konnte dann fürs restliche Leben entweder ein absolut sicheres Monatsgehalt davon beziehen oder das Kapital stetig vermehren. Das war auch nicht mal kompliziert, da reichte schon ein gutes Sparangebot der lokalen Sparkasse. Heute muss ich in eine Geldanlage konstant reinbuttern und höllisch aufpassen, damit sie dank Inflation oder Kursverlusten nicht weniger wird. Und wenn es dann doch schief geht, darf ich das sauer ersparte Geld dann erst komplett abräumen, bevor ich Unterstützung vom Staat gibt, stehe also dann genauso wieder mit 0 da.

    Von daher kann ichs mittlerweile fast verstehen, wenn sich die Leute lieber solange ein schönes Leben machen, statt jeden Pfennig anzulegen und am Ende deswegen nie ein schönes Leben hatten, sondern immer nur in Armut gelebt haben. Der Finanzmarkt ist leider einfach kaputt.

  4. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: aLpenbog 24.07.20 - 11:30

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist aber das allgemeine Problem, was wohl viele haben. Es macht aktuell
    > halt überhaupt kein Spaß Geld und ein finanziellen Puffer anzusparen.

    Ja, das ging damals von selbst, weil die Leute einen direkten Benefit gesehen haben. Unwichtiger ist es deshalb heute aber nicht. Und ja ggf. verliert man durch die Inflation gar ein wenig was.

    Aber mal ganz ehrlich, ich lebe vermutlich halbwegs günstig, gucke aber trotzdem nicht aufs Geld oder bin ein Pfennigfuchser und gebe vermutlich deutlich zuviel aus für unnötigen Mist. Trotzdem hat sich da in den letzten Jahrzehnt bald eine sechsstellige Summe zusammenaddiert mit einem durchschnittlichen, für unseren Bereich wohl eher unterdurchschnittlichen Gehalt.

    Davon würde ich im Fall des Falles durchaus ein halbes Jahrzehnt leben können und wenn ich nicht in einer Hängematte liegen würde während der Zeit, sondern mich anpassen würde, dann würde ich davon vermutlich auch nur einen kleinen Teil aufbrauchen.

    Mir fehlt da ein wenig das Verständnis wie man über Jahre das Doppelte, Dreifache oder Vierfache an Kohle einsackt und nicht genug Geld auf der hohen Kante haben kann um im Fall des Falles eine Situation zu überleben, wo die Aufträge mal ein Jahr zurückgehen.

    Wie gesagt gibt sicher harte Schicksale, keine Frage. Der Großteil der nun wirklich Probleme deshalb hat und schon Jahre dabei ist, hat aber in meinen Augen einfach fahrlässig bzgl. der eigenen Finanzen gehandelt. Aber letztlich fangen wir ja jeden auf und auf der Straße schlafen oder hungern werden die Leute nicht.

    Worst Case verlieren sie aber Haus und Hof, das ist schade, vor allem wenn Familie dran hängt, deshalb Beziehungen in die Brüche gehen, Kinder mit bei sind usw. Und das dann, weil Sparen kein Spaß gemacht hat oder man ggf. ein paar Prozent durch die Inflation verloren hätte?! Keine Ahnung, vielleicht habe ich es zu einfach um das nachvollziehen zu können oder Glück gehabt um aus Fehlern anderer zu lernen.

  5. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: Spekulant 24.07.20 - 11:40

    Ich sehe eigentlich nur das Problem dass die Staatsverschuldung um ein drittel erhöht wurde, um "notleidenden" Großkonzernen zu helfen.

    Freelancer sind sicherlich nicht die wichtigste Gruppe. Man hätte aber entweder überhaupt keine Steuergelder veruntreuen verteilen sollen, oder aber allen bedingungslos helfen sollen.

    Beispielsweise mit einem bedingungslosen Grundeinkommen. Dann wäre gewährleistet, dass keiner leiden muss und es wäre gerecht gewesen. So stinkt das aber wieder nach Umberteilung von unten nach oben, wenn man mitbekommen hat, welche Unternehmen da Kurzarbeiterkohle abgreifen.

  6. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: McWiesel 24.07.20 - 11:59

    > Aber mal ganz ehrlich, ich lebe vermutlich halbwegs günstig, gucke aber trotzdem nicht aufs Geld oder bin ein Pfennigfuchser und gebe vermutlich deutlich zuviel aus für unnötigen Mist. Trotzdem hat sich da in den letzten Jahrzehnt bald eine sechsstellige Summe zusammenaddiert mit einem durchschnittlichen, für unseren Bereich wohl eher unterdurchschnittlichen Gehalt.

    Das kann man als Single oder Paar machen, mit ein oder mehreren Kindern ist das einfach vorbei. Eine glückliche Familie zu führen UND noch richtig nebenher ansparen UND noch Altersvorsorge, das geht mit einem normalen Angestelltengehalt einfach nicht. Jeden Monat haut da irgendwas rein, womit dann vielleicht bei gutem Gehalt noch 300¤ zum Sparen übrig bleiben (was schon extrem gut ist). Also hast wenns gut geht in 5 Jahren mal 18.000 Euro auf der Seite, mit aktuellen Geldanlagemöglichkeiten von mir aus 18.152¤. Bei den heutigen Lebenshaltungskosten (und weil man ja auch nicht sofort die Fixkosten runterfahren kann), ist sowas in nicht einmal einem halben Jahr komplett aufgefressen.

    Und das ist eine schöne Rechnung, bei zu vielen Leuten bleibt halt nie am Monatsende was übrig, da ist insbesondere die letzte Woche schon immer Schicht im Schacht, das Konto tatsächlich bei 0 oder noch darunter... und das trifft auch viele Selbstständige, wo dann auch Verbindlichkeiten der Firma direkt aufs Privatkonto durchschlagen.

  7. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: Trockenobst 24.07.20 - 12:38

    Datalog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der kann sich aber immer noch einen Job suchen oder Harzt IV
    > beantragen.

    Sehr viele Jobs sind momentan nicht mehr verfügbar. Ein alter Arbeitskollege hat im März noch einen Staatsjob ergattert, der machte aber seit 15 Jahren Support und bei der Vernetzung der Schulen gab es extrem viel zu tun. Seit Mai ist dort aber auch Einstellungsstopp.

    Somit ist das mit dem "Job" momentan ein etwas zynischer Satz. Ein Freund ist im kreativen Umfeld, der hatte immer genug zu tun, immer das nächste Projekt. Jetzt ist nach fast kompletten abschmelzen seiner unerwartet hohen Rücklagen H4 angesagt - und genau das wollte er nie.

    In den großen Firmen haben sie als allererstes die Kantinen geschlossen, weil ja niemand ins Office kommt. Auf die schnelle wüsste ich nicht welchen Job ich mit 40 machen könnte, wo ich sofort genommen werde. Essens ausfahren auf dem eBike? :^p

    Bei vielen Studenten und Auszubildenden wird es ab September haarig.

    > Denn für genau solche Situationen wie die jetzige ist
    > das Geld ja auch gedacht gewesen.

    Ich habe 10 Jahre am Stück gedübelt und alles Investiert. Dann gab es noch die Mini Hausse an der Börse von März nach Mai, das alleine hat das Jahr+ bezahlt. Das sind aber in meinem "Freelancer" Umfeld ganz wenige die ihre Finanzen so im Griff haben. Es lief halt gut für 10 Jahre oder so, da hat kaum einer für sechs oder neun Monate Flaute geplant.

    Dann gibt man eben den Neuwagen ab, oder hängt noch eine Überstunde dran. Tja.

  8. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: sigii 24.07.20 - 13:08

    Tja auch Freelancer muessen scheitern duerfen.

    Dann heists halt Ruecklagen verbrauchen, Lebensstil zurueckdrehen und Hartz4 beantrangen.

    Ich seh hier keinen Unterschied zu jedem anderen normalen Menschen auch.

  9. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: sigii 24.07.20 - 13:13

    Das ist doch auch einfach ein Luxusproblem.

    Vor 30 Jahren ist man auch nicht jedes Jahr dick in den Urlaub geflogen.

    Auch ein Eigenheim ist doch eigentlich nicht die Norm und das dicke Auto erst recht nciht.

  10. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: Datalog 24.07.20 - 14:04

    > Jeden Monat haut da irgendwas rein, womit dann vielleicht bei gutem Gehalt noch 300¤ zum
    > Sparen übrig bleiben (was schon extrem gut ist).

    Um Gehalt und Festanstellung geht es aber weder im Artikel noch hier in der Diskussion.

    Ein Freelancer zahlt entweder in Arbeitslosen- und Rentenversicherung ein oder hat entsprechend viel Geld zum Sparen und Anlegen von Rücklagen über. Wenn beides finanziell nicht geht, dann ist das ein schlechtes Geschäftsmodell bzw. der garantierte Weg in die Altersarmut.

    Mir ist dabei auch klar, dass es bei so gut wie jedem Freelancer auch Phasen gibt, wo die Einnahmen mau sind (so wie aktuell). Solche Phasen sollten aber spätestens nach den ersten paar Jahren mit Eigenmitteln überbrückbar sein. Sonst ist eine Festanstellung vermutlich doch das bessere Jobmodell. Und dort gibt es die Arbeitslosenversicherung und dergleichen dann automatisch mit.

    Den Ruf nach Staatshilfen finde ich hier halt befremdlich. Nicht in dieser sehr gut bezahlten Branche, die auch in Zukunft stark gebraucht werden wird.

  11. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: sofries 24.07.20 - 14:21

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aLpenbog schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > In guten Zeiten schön das Geld raus gehauen und wenn es dann mal nicht so
    > gute Zeiten gibt, dann macht man schulden
    >
    > Das ist aber das allgemeine Problem, was wohl viele haben. Es macht aktuell
    > halt überhaupt kein Spaß Geld und ein finanziellen Puffer anzusparen.
    >
    > Ich wünsche mir echt die Zeit zurück, wo man noch 3-5% Zinsen auf eine
    > Anlage bekam. Da hat man halt mal in paar fetten Jahren 100k oder mehr auf
    > die Seite gebracht und konnte dann fürs restliche Leben entweder ein
    > absolut sicheres Monatsgehalt davon beziehen oder das Kapital stetig
    > vermehren. Das war auch nicht mal kompliziert, da reichte schon ein gutes
    > Sparangebot der lokalen Sparkasse. Heute muss ich in eine Geldanlage
    > konstant reinbuttern und höllisch aufpassen, damit sie dank Inflation oder
    > Kursverlusten nicht weniger wird. Und wenn es dann doch schief geht, darf
    > ich das sauer ersparte Geld dann erst komplett abräumen, bevor ich
    > Unterstützung vom Staat gibt, stehe also dann genauso wieder mit 0 da.
    >
    > Von daher kann ichs mittlerweile fast verstehen, wenn sich die Leute lieber
    > solange ein schönes Leben machen, statt jeden Pfennig anzulegen und am Ende
    > deswegen nie ein schönes Leben hatten, sondern immer nur in Armut gelebt
    > haben. Der Finanzmarkt ist leider einfach kaputt.

    Sorry aber das ist doch Blödsinn. Hättest du das Geld vor 2 Jahren in Appleaktien gesteckt hättest du stand heute 100% Rendite gehabt. Und Apple war 2018 definitiv kein Geheimtipp mehr für den mutigen Investor. Selbst wenn du das Portfolio einfach nur auf die größten tech Unternehmen diversifiziert hättest, hättest du locker höhere zweistellige renditen pro Jahr mit extrem geringen Risiko erreichen können. Das Geld für 5% bei der Sparkasse anlegen zu wollen strotzt von unternehmerischer Unwissenheit.

  12. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: Trockenobst 24.07.20 - 15:11

    sofries schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Geld für 5% bei der Sparkasse anlegen zu wollen strotzt von
    > Unwissenheit

    Ich habe ein Konto bei der Sparkasse. Die bieten mir im Business Bereich kein Menü mehr mit Vermögensaufbau, Tagesgeld. Der ganze Menüpunkt ist leer. Kredite bis zum Umfallen wollen sie dir anbieten, gleichzeitig darfst du denen deine Buchhaltung zu jedem 1. zuschicken. Nee danke.

    5% gibt es momentan bei keiner Bank die mir bekannt ist. Wenn gibt es supersichere Sicherfonds, die geben die 1% auf fünf Jahre Festanlegen. Also weniger als Inflationsverlust.

    Ich sage jedem, der sich selbstständig machen will: erzähle mir von deinen Finanzen und deinem Wissen. Dann sind 90% der Leute eigentlich ungeeignet, weil sie meinen das können sie an den Steuerberater auslagern.

  13. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: McWiesel 24.07.20 - 17:21

    sigii schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist doch auch einfach ein Luxusproblem.
    >
    > Vor 30 Jahren ist man auch nicht jedes Jahr dick in den Urlaub geflogen.
    >
    > Auch ein Eigenheim ist doch eigentlich nicht die Norm und das dicke Auto
    > erst recht nciht.

    Dafür war es aber auch normal ein Haus zu bauen (woran man heute als Normalsterblicher gar nicht mehr denken braucht) und ein Besuch im Supermarkt war mit 50DM statt 150¤ erledigt. Und an so Posten wie Strom, wo man heute fast schon dran verarmt, waren damals nicht der Rede Wert.

    Sicher war das Leben damals anspruchsloser, allerdings generieren die Ansprüche und Möglichkeiten, die man heute hat, aber auch vielen Leuten überhaupt ein Leben in Lohn und Brot.

  14. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: Datalog 24.07.20 - 17:30

    McWiesel schrieb:
    > Dafür war es aber auch normal ein Haus zu bauen (woran man heute als
    > Normalsterblicher gar nicht mehr denken braucht)

    Die Diskussion hat jetzt nichts mehr mit Freelancern zu tun. Dennoch muss ich Dir hier widersprechen. Auch früher hat nur eine Minderheit ein Haus gebaut.

    Zum Hausbauen habe ich nichts gefunden, aber die Eigentümerquote für Immobilien lag 1998 in Deutschland bei 40,9 % und 2018 bei 46,5 %. Das ist schon ein sehr deutlicher Anstieg und betrifft mehrere Millionen Menschen.

    Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155713/umfrage/anteil-der-buerger-mit-wohneigentum-nach-bundesland/

  15. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: twothe 25.07.20 - 11:21

    Es wird immer so getan, als sei der Freelancer ein Parasit der sich vom überquellenden Geld der reichen Firmen ernährt, das finde ich ein sehr fatales Bild. Faktisch ist es so, dass aktuell bei vielen Firmen zwar Stellen für (ANÜ-)Freelancer offen sind, aber wenn man sich dort dann für eine Festanstellung bewirbt - was ja effektiv das selbe wäre - heißt es es sein keine Stellen mehr frei. Was faktisch stimmt, denn es sind ja nur noch die ANÜ Stellen da.

    Wenn Freelancer jetzt wirklich nur "Parasiten" wären, dann würde sich ja jede Firma freuen wenn sie statt einer ANÜ Stelle einen Festangestellten bekommen könnte, das aber exakt das Gegenteil der Fall ist zeigt klar: Freelancer stellen einen hohen Mehrwert für Firmen dar. Und dieser Mehrwert bricht gerade weg, was ich dann kaskadierend natürlich auch negativ auf alle IT-Firmen auswirkt.

  16. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: sigii 25.07.20 - 11:28

    Ich hab in den letzten 5 Jahren mehrere Positionen versucht zu besetzen.

    Das Angebot ist schlecht. Da geht der Headcount schneller wieder weg als man hallo sagen kann.

    Ich behaupte nicht Freelancer sind Parasiten, aber ich behaupte, dass Freelancer dafuer das Geld verdienen, genau das Risiko anzunehmen morgen keinen Auftrag zu haben.

  17. Re: Das "Free" in Freelancer

    Autor: Bradolan 26.07.20 - 08:02

    Datalog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Meinung daher zum Thema: Wer sich kein Polster ersparen konnte, der
    > ist entweder noch nicht lange genug dabei oder hat unternehmerisch unklug
    > gehandelt. Der kann sich aber immer noch einen Job suchen oder Harzt IV
    > beantragen. Und wer Geld zurück legen konnte, der braucht auch keine
    > staatlichen Hilfen. Denn für genau solche Situationen wie die jetzige ist
    > das Geld ja auch gedacht gewesen. Ja, das tut natürlich weh. Aber das ist
    > ein Jammern auf sehr hohem Niveau im Vergleich zu den sehr vielen Menschen,
    > die nichts haben.

    Genau so sehe ich das auch. Aus dem Grund verdient man ja das doppelte eines Arbeitnehmers. Die Freiberufler/Unternehmer, die jetzt rumjammern, dass sie kein Kurzarbeitergeld bekommen haben diesen Zusammenhang nicht verstanden.

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