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Effektivität der Kontaktpersonenverfolgung?

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  1. Effektivität der Kontaktpersonenverfolgung?

    Autor: Bouncy 05.03.20 - 18:13

    Mich würde ja abseits von so fragwürdigen Ideen mal interessieren, wie effektiv diese ganze Verfolgerei von Kontaktpersonen denn so ist. Also wie viele - infiziert, infektiös und noch vor Weitergabe - hat man tatsächlich auf diese Weise rechtzeitig eingefangen? Der Aufwand muss ja unsagbar hoch sein, das Virus breitet sich trotzdem weiter munter aus, wie sehr bremst man mit solchen Maßnahmen im Endeffekt denn tatsächlich?
    Ohne hier eine Zahl zu haben um sie in Relation zu setzen scheint es mir völlig unmöglich, solche Überlegungen kritisch zu hinterfragen. Hier agiert eine Stelle nach Bauchgefühl und eine andere Stelle findet das nach Bauchgefühl halt irgendwie doof. Mein Bauchgefühl dagegen sagt mir wir sind alle verloren - aber nicht wegen SARS-CoV-2...

  2. Re: Effektivität der Kontaktpersonenverfolgung?

    Autor: Piyo 05.03.20 - 19:12

    Das Problem beim Verfolgen von Kontaktpersonen ist ja, dass das Virus schon hochgradig ansteckend ist, bevor man sich krank fühlt. Damit verbreitet man es einfach an öffentlichen Orten, und die aktuelle Strategie ist eher Schadensbegrenzung; kann aber die Ausbreitung nicht verhindern.

    Die Handydaten sind natürlich nur relevant, wenn sie alle Personen herausfiltern können, denen ich mich auf 1,5m genähert habe. Ich weiß ja nicht, ob das Handynetz so genau triangulieren kann – aber wenn, dann dürfen die Netzbetreiber diese Information eh nicht herausgeben.

  3. Re: Effektivität der Kontaktpersonenverfolgung?

    Autor: 0x4010 05.03.20 - 19:26

    Piyo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die Handydaten sind natürlich nur relevant, wenn sie alle Personen
    > herausfiltern können, denen ich mich auf 1,5m genähert habe. Ich weiß ja
    > nicht, ob das Handynetz so genau triangulieren kann – aber wenn, dann
    > dürfen die Netzbetreiber diese Information eh nicht herausgeben.

    Da ja in den CDRs nur die Zelle gespeichert wird, nicht aber die Empfangspegel der Nachbarzellen ist nix mit Triangulieren. Es wird ja wohl noch nichtmal der Abstand zum Sendemast gespeichert, also nix mit überhaupt "angulieren" ;)

    Und mal davon abgesehen, dass es noch 2 andere MNOs gibt, erwähnt der Artikel ja auch das Leute ohne Mobile Wanze unterwegs waren. Vermutlich gerade die Hochrisikogruppe der Senioren würde ich mal dazu zählen...

  4. Re: Effektivität der Kontaktpersonenverfolgung?

    Autor: bombinho 06.03.20 - 00:17

    Piyo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Handydaten sind natürlich nur relevant, wenn sie alle Personen
    > herausfiltern können, denen ich mich auf 1,5m genähert habe. Ich weiß ja
    > nicht, ob das Handynetz so genau triangulieren kann – aber wenn, dann
    > dürfen die Netzbetreiber diese Information eh nicht herausgeben.

    Das letzte Mal, dass mir ein Fall mit Triangulation untergekommen war, ist ein paar Jahre her. Ein Student war aus Gruenden, die im Betaeubungsmittelgesetz erwaehnt sind, wenn auch bis heute nicht feststeht, ob freiwillig, auf dem Weg zur Studentenunterkunft in der Uni verloren gegangen.
    Die Triangulation ergab einen Bereich in dem sein Aufenthalt vermutet wurde.
    Trotz Spuerhundeeinsatz hat man ihn nicht gefunden, jedenfalls nicht rechtzeitig.
    Wegen der Triangulation hatte man offensichtlich den Suchbereich extrem klein gewaehlt, er ist dann, ich glaube zwei Tage spaeter, erfroren 50m weiter im Gebuesch aufgefunden worden.

    Dank Funkzellenauswertung und Zeugenbefragungen konnten sich dann dank reichlicher Videoueberwachung seine Eltern seinen letzten Weg relativ vollstaendig auf Videos noch anschauen. Ein Hoch auf die Videoueberwachung, ohne waere das nicht moeglich gewesen. /s
    Es ist nicht (offiziell) geklaert worden, ob eine genauere Ortung sein Leben haette retten koennen.

    Triangulation erfolgt nicht ueber die Abfrage einer Funkzelle sondern mehrer Funkzellen. Die Parameter sind bekannt, in denen die Funkzelle arbeitet, die Zeiten sind bekannt, Bewegungsgeschwindigkeiten sind in einem engen Bereich. Es gibt auch nicht-zivile Nutzung von Funkzellen, damit ist sehr viel mehr moeglich. Unter 5G ist der gleichzeitige Aufenthalt in mehreren Zellen/Segmenten zwecks nahtloser Uebergaenge eine der Verbesserungen. Damit erschliessen sich neue Bereiche in dieser Hinsicht.

    Wohingegen Beamforming mit massiven Antennenarrays bereits eine praezise Ortung und Nachfuehrung mit Beweggungsvoraussage erfordern wuerde, was derzeit wohl eher im Bereich der Wuensche liegt.

  5. Öffentliche Verkehrsmittel

    Autor: christian_k 06.03.20 - 08:34

    Wenn das Netz nur speichert, war wann in welcher Zelle war, könnte auch das helfen.

    Der Infizierte sagt, er ist gegen 17 Uhr mit dem Bus gefahren. Die Busse in Berlin werden getrackt und die Handies im Bus wechseln an bestimmten Stellen die Zelle.
    Man könnte also feststellen, ob es der Bus um 16:47 , 16:57 oder 17:07 war.
    Die BVG weis dann, welcher Fahrer den Bus gefahren hat und wo der möglicherweise belastete Bus jetzt ist.
    Auch die anderen Fahrgäste könnte man finden.
    Sicher gibt es Fehler. Angeblich fahren manche Leute ohne Handy. Und auch dann kommt es auf menschliche Ermittlung an.
    Wenn einer sagt, er war nicht im Bus, sondern konnte mit dem Auto die ganze Zeit nicht am Bus vorbei, muss irgendjemand das beurteilen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.03.20 08:41 durch christian_k.

  6. Re: Öffentliche Verkehrsmittel

    Autor: chefin 06.03.20 - 10:06

    Wir haben eine Abart des Grippevirus. Ansteckung und Verbreitung ist nahezu identisch, lediglich Impfstoff und Bekämpfung ist noch nicht gefunden.

    2000 Menschen sterben deswegen, aber gemacht wird nichts. Einfach...weil es naehzu unmöglich ist, jede Gefahr fern zu halten. Die Natur ist uns, trotz unserer gigantischen Technologie einfach Haushoch überlegen. Wenn die Natur bzw der Zufall oder was auch immer auf die Idee kommt einen 100km Gesteinsbrocken so abzulenken, das er auf die Erde zurast und einschlägt, sind wir tot. Einfach so...wir können nichts tun. Mutation von Viren sind nichts anderes als eine Laune der Natur, ein Zufall, einfach entstanden, weil die Natur Milliarden und abermilliarden Versuche unternimmt, bis irgendwann was rauskommt das funktioniert.

    Um uns zu schützen, müssten wir permanent den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden. Jeder musss für sich ein Habitat bilden, das völlig unabhängig vom anderen ist. Und das ist garantiert unser Tot. Also beim Versuch dem natürlichen Tot auszuweichen schlagen wir den Weg zum Suizid ein. Hört sich an, als würden wir vor uns hin murmeln

    Sterbe ich an Krebs, oder an Aids, oder Ebola, oder sogar ganz normal...ich sterbe sowieso....also was solls...peng. Übertrieben? Eigentlich nicht, da wir mit unserem aktuellen Verhalten doch genau das machen. Wir lassen uns so aufstacheln, das wir am Ende uns selbst umbringen, weil wir mit der Ungewissheit und einem möglichen Sichtum bis zum Tot nicht leben wollen.

  7. Re: Öffentliche Verkehrsmittel

    Autor: mke2fs 06.03.20 - 11:42

    christian_k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn das Netz nur speichert, war wann in welcher Zelle war, könnte auch
    > das helfen.
    >
    > Der Infizierte sagt, er ist gegen 17 Uhr mit dem Bus gefahren. Die Busse
    > in Berlin werden getrackt und die Handies im Bus wechseln an bestimmten
    > Stellen die Zelle.
    > Man könnte also feststellen, ob es der Bus um 16:47 , 16:57 oder 17:07 war.
    >
    Jo, ich weiß noch mit welchem Bus zu welcher Zeit ich vor 2 Wochen (Inkubationszeit + Zeit bis festgestellt wird das was ich habe tatsächlich Corona ist) gefahren bin… weil ich sonst nichts mache in meinem Leben…
    Aber klar wenn man die Handydaten alle speichert und das für 4 Wochen für alle Menschen macht, dann könnte man nachvollziehen wo ich war.

    Gibt es nur noch 2 Probleme:

    1. Bin ich U-Bahn und S-Bahn gefahren und danach vielleicht noch Regionalverkehr -> da sitzen nen paar mehr Leute als 10 drin, eher so ca. ein paar Hundert bist Tausend. Wie bekommst du jetzt raus mit wem von den paar Tausend Leuten pro Tag mit denen ich im gleichen Verkehrsmittel ich war ich wirklich Kontakt haben gekonnt habe? Die waren alle gleichzeitig mit mir in der gleichen Funkzelle.
    2. Mache ich mehr als ÖPNV fahren, ich gehe Mittag essen, ich gehe arbeiten, einkaufen -> ich weiß nicht mit wie vielen Leuten ich jeden Tag in der gleichen Funkzelle war - 2000? 3000? oder sogar noch mehr?
    3. Sind die durchschnittlich 3000 Leute die in der gleichen Funkzelle waren am gleichen Tag zur gleichen Zeit nur das Ergebnis von einem Tag!!! Ich bin aber 2-3 Wochen infiziert durch die Gegend gelaufen, also gehen wir von konserativ 2000 (Dubletten rausgenommen -> Personen mit denen ich tagtäglich in der gleichen Funkzelle bin) pro Tag aus, sind über den Zeitraum dann (angenommen 2 Wochen um auch hier konserativ zu sein) 28 000 Menschen mit denen ich potentiell Kontakt hatte
    4. Nun kannst du 28 000 Menschen unter Quarantäne stellen, aber auch die hatten wiederum mit anderen (mit denen ich keinen Kontakt hatte) Kontakt… man kann wohl davon ausgehen, dass die Schnittmenge mit mir klein ist, also gehen wir davon aus die anderen Menschen hatten auch pro Tag potentiell 1000 Kontakte mit anderen Menschen (die sich nicht mit meinen Kontakten überschneiden und auch nicht untereinander), dann sind das für die 2 Wochen 28 Millionen Menschen und die wiederum können potentiell wieder x Menschen angesteckt haben…

    Zu gut Deutsch, vergiss es einfach, die Daten sind viel zu unpräzise.
    Und selbst wenn sie präziser wären hättest du trotzdem in kürzester Zeit das ganze Land in Quarantäne.

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