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also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

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  1. also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: User_x 30.04.16 - 03:10

    akkordarbeiter und co?

  2. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: matok 30.04.16 - 12:56

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > akkordarbeiter und co?

    Was ist Industrie sonst? Version 4.0 ist wie die vorherigen Versionen auch nur ein weiterer Schritt, die Produktivität zu erhöhen. Völlig normal.

  3. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: divStar 01.05.16 - 04:59

    Ich finds lustig wie Industrie 4.0 gehypt wird (Peter Molyneux oder wie der auch immer geschrieben wird, könnte sich davon eine Scheibe abschneiden); dabei hat es meist nur für die Firmenbosse, -inhaber und -räte Vorteile. Mitarbeiter werden durch Technik ersetzt (per se ja okay - aber wohin mit den Mitarbeitern?) oder müssen komplett umschulen und hoffen, dass sie dann doch irgendwo im Unternehmen eingesetzt werden können.

    Profit für die Firmen steigt - denn Sozialabgaben, Urlaubstage usw. gibt es bei Robotern nicht (es gibt zwar eine Wartung - aber dort gibt es keine Knebelverträge.. im schlimmsten Fall wird die Maschine sofort ersetzt). Es wäre schön wenn solche Unternehmen pro Roboter Geld in Kassen entrichten würden, die dann z.B. die heutigen Rentner finanziert - wenn ein Roboter theoretisch meine Arbeit machen kann, kann und muss er in die Renten- und sonstige Kassen einbezahlen. Dass darauf keiner gekommen ist, zeigt wer in Deutschland die Macht hat. Kleiner Tipp: es sind weder die Jedis noch das Volk.

    Ich finds blöd.. zwar ist mein Beruf nicht gefährdet; am Ende muss ich aber als Beschäftigter für die heutigen Rentner zahlen - ohne irgendwelche validen Garantien (für die man zur Not die Politiker zur Verantwortung ziehen könnte), dass ich meine überhaupt erhalte. Darüber hinaus muss ich mir auch noch nen Kapitalstock aufbauen (fragt sich nur von welchem Geld) - während wir immer mehr Arbeitslose und -suchende haben, die selbst nicht einzahlen können, sehr wohl aber Rente usw. beziehen werden, sobald sie dafür in Frage kommen. Ich werde auch niemals die Rente bekommen wie z.B. mein Nachbar, der bei Siemens 40 Jahre gearbeitet hat und nun mehr bekommt als mein Gehalt (und ich verdiene als Software Entwickler eigentlich gar nicht mal schlecht) wohingegen ich dann vielleicht etwas über die Hälfte dessen als Rente bekommen werde.

    Am besten wäre wenn ich mir meine eigene Rente aufbauen könnte. Und Firmen, die Mitarbeiter wegrationalisieren weil Prozesse nun Industrie 4.0-konform automatisiert werden, sollten so viel bezahlen, dass sie sich zwei Mal überlegen, ob sie das tun. Arm wären sie dann immer noch nicht - nur der Profit wäre dann nicht so hoch.

    Im Prinzip bräuchte man eine Grundsicherung, die zur Not als Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder (zur Not) als Rente eingesetzt wird. Aber das klingt ja fast wieder nach Sozialismus. Kapitalismus aber bedeutet, dass sich ein paar Reiche, die sich auskennen, mittels Geld Macht besorgen, um weiter auf Kosten anderer reich zu sein oder noch reicher zu werden. Mir ist dabei persönlich egal welche Partei an der Macht ist, denn jede Partei bückt sich vor der Wirtschaft. Wenn die AfD an die Macht gelangt, wird es lustig; zwar werden die wohl genau so der Wirtschaft hörig sein - aber zumindest werden sie die etablierten Parteien das Fürchten lehren. Letztere haben viel zu lange quasi im Interesse aller möglichen Gruppen gehandelt außer der, die sie gewählt haben. Mit der AfD kommt zu 99% keine Besserung - aber für mich wirds eine Genugtuung - weil die etablierten Parteien kläglich versagt haben (weil sie zu beschäftigt damit waren sich die Taschen voll zu stopfen - die Steuern bekommt man ja in jedem Fall, für die Geldkoffer muss man arbeiten).

  4. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere Beschäftigungsverhältnisse

    Autor: jokey2k 01.05.16 - 08:52

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finds lustig wie Industrie 4.0 gehypt wird (Peter Molyneux oder wie der
    > auch immer geschrieben wird, könnte sich davon eine Scheibe abschneiden);
    > dabei hat es meist nur für die Firmenbosse, -inhaber und -räte Vorteile.
    > Mitarbeiter werden durch Technik ersetzt (per se ja okay - aber wohin mit
    > den Mitarbeitern?) oder müssen komplett umschulen und hoffen, dass sie dann
    > doch irgendwo im Unternehmen eingesetzt werden können.

    Das ist seit den den 70ern immer so gewesen, dass "automatisiert" wurde und wird. Dennoch arbeiten heute nahezu alle irgendwo, schaue man sich die Dimension der Arbeitslosenquote an (ja, sie ist ein wenig geschönt, aber die Dimension passt)

    >
    > Profit für die Firmen steigt - denn Sozialabgaben, Urlaubstage usw. gibt es
    > bei Robotern nicht
    Das ist auch ein Mythos. Tatsächlich gibt es absolut gesehen weniger Mitarbeiter im Unternehmen. Die verbleibenden werden aber teurer. Der Facharbeiter an der Maschine muss höher qualifizierte Tätigkeiten ausüben (etwa CNC Programme schreiben o.ä.), ein Instandhalter muss mehr können als nur Kugellager zu wechseln und es braucht Experten für Produktionsnahe IT und Unternehmens IT für Big Data. War vorher nicht nötig.
    Das ist durch viele Wissenschaftliche Arbeiten renommierter Institute (etwa Fredmund Malik) immer wieder bestätigt worden.

    Sicher war die Geschwindigkeit des Wandels noch nie so hoch. Passiert ist es aber immer.

  5. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere Beschäftigungsverhältnisse

    Autor: User_x 01.05.16 - 18:08

    Ok, was ist dann aber ein Facharbeiter? ein IT Admin, nach der Rationalisierung?

    das mit dem ganzen gewerkschaftlichen stuss, ist ja auch nur in DE, evtl. FR und UK der Fall. in Bulgarien & Co gibts lebende Automaten. bedeutet, Technik zu entwickeln, anzuschaffen und zu verbessern wird immer deutlich teurer sein, als einen Mitarbeiter dafür einzustellen, weil die eben "dort" wenig bis keine Rechte haben, ...also nur ein hausgemachtes Problem?

  6. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: DrWatson 01.05.16 - 18:58

    divStar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > dabei hat es meist nur für die Firmenbosse, -inhaber und -räte Vorteile.
    > Profit für die Firmen steigt - denn Sozialabgaben, Urlaubstage usw. gibt es
    > bei Robotern nicht (es gibt zwar eine Wartung - aber dort gibt es keine
    > Knebelverträge.. im schlimmsten Fall wird die Maschine sofort ersetzt).

    Das ist seit 250 Jahren so:

    1) Neue, bessere Maschinen erhöhen die Produktivität
    2) Unternehmen setzen die Maschinen ein und brauchen weniger Mitarbeiter
    3) Weil alle Unternehmen das machen sinken durch die Konkurrenz die Produktpreise
    4) Gleichzeitig steigen die Löhne der verbliebenen Mitarbeiter, weil sie bessere Skills brauchen um mit den neuen Maschinen umgehen zu können
    5) Die verbleibenen Mitarbeiter können sich die gleichen Produkte für weniger Geld leisten und haben Geld für weitere Produkte bzw. höhere Qualität über
    6) Weil weitere Produkte mit höherer Qualität gebraucht werden, finden die in Schritt 2 entlassenen Mitarbeiter neue Jobs
    7) Bei der nächsten Innovation fängt es wieder bei Schritt 1 an

    Fazit: Der Prozess führt zu höheren Löhnen, mehr Produktvielfalt bzw. Qualität und niedrigeren Preisen.

    > Es
    > wäre schön wenn solche Unternehmen pro Roboter Geld in Kassen entrichten
    > würden, die dann z.B. die heutigen Rentner finanziert - wenn ein Roboter
    > theoretisch meine Arbeit machen kann, kann und muss er in die Renten- und
    > sonstige Kassen einbezahlen.

    Das würde dazu führen, dass sich Produktivitätssteigerungen nicht mehr Lohnen und die Löhne nicht mehr steigen können. Dann hast du erst Recht ein Problem mit der Rente.

    > Ich finds blöd.. zwar ist mein Beruf nicht gefährdet; am Ende muss ich aber
    > als Beschäftigter für die heutigen Rentner zahlen

    Es wäre sogar das Gegenteil besser: Die heute Berufstätigen müssten selbst sparen und am Kapitalmarkt investieren, damit sie als Rentner selbst zu den "Roboterbesitzern" zählen.

    > Darüber hinaus muss ich
    > mir auch noch nen Kapitalstock aufbauen

    Und der besteht woraus?

    > Im Prinzip bräuchte man eine Grundsicherung, die zur Not als Sozialhilfe,
    > Arbeitslosengeld oder (zur Not) als Rente eingesetzt wird.

    Gibt es schon. Nennt sich Grundsicherung.

  7. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: User_x 01.05.16 - 19:51

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist seit 250 Jahren so:
    >
    > 1) Neue, bessere Maschinen erhöhen die Produktivität
    > 2) Unternehmen setzen die Maschinen ein und brauchen weniger Mitarbeiter
    > 3) Weil alle Unternehmen das machen sinken durch die Konkurrenz die
    > Produktpreise
    > 4) Gleichzeitig steigen die Löhne der verbliebenen Mitarbeiter, weil sie
    > bessere Skills brauchen um mit den neuen Maschinen umgehen zu können
    > 5) Die verbleibenen Mitarbeiter können sich die gleichen Produkte für
    > weniger Geld leisten und haben Geld für weitere Produkte bzw. höhere
    > Qualität über
    > 6) Weil weitere Produkte mit höherer Qualität gebraucht werden, finden die
    > in Schritt 2 entlassenen Mitarbeiter neue Jobs
    > 7) Bei der nächsten Innovation fängt es wieder bei Schritt 1 an

    funktioniert aber tatsächlich nur bei industrie, dienstleistung nur je einzellfall. z.b. die polizei, wird regelmäßig gekürzt...

  8. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: jokey2k 01.05.16 - 20:11

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > funktioniert aber tatsächlich nur bei industrie, dienstleistung nur je
    > einzellfall. z.b. die polizei, wird regelmäßig gekürzt...

    Dienstleistungen haben immer das Problem der Nachfrage, das ist der Definition der Dienstleistung inliegend. Mit der Automatisierung in der Industrie hat das aber nur am Rande zu tun und im Falle der öffentlichen Dienste, wie Polizei, gar nichts.

  9. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere beschäftigungsverhältnisse?

    Autor: User_x 01.05.16 - 23:18

    jokey2k schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > User_x schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > funktioniert aber tatsächlich nur bei industrie, dienstleistung nur je
    > > einzellfall. z.b. die polizei, wird regelmäßig gekürzt...
    >
    > Dienstleistungen haben immer das Problem der Nachfrage, das ist der
    > Definition der Dienstleistung inliegend. Mit der Automatisierung in der
    > Industrie hat das aber nur am Rande zu tun und im Falle der öffentlichen
    > Dienste, wie Polizei, gar nichts.

    na dann nehmen wir die hotelerie, wird auch nicht anders sein. man kann zwar an personal sparen, aber erntet dadurch auch wieder kritik.

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