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Naechster Fehler - Huawei
Autor: flauschi123 07.04.22 - 23:59
Denn eine Krise in China ist nur eine Frage der Zeit.
Oder glaubt noch jemand, dass China Taiwan nicht angreifen wird? -
Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: Lapje 08.04.22 - 07:08
flauschi123 schrieb:
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> Denn eine Krise in China ist nur eine Frage der Zeit.
> Oder glaubt noch jemand, dass China Taiwan nicht angreifen wird?
Nachdem wie die Welt hier reagiert hat, bin ich mir da nicht so sicher. Die Chinesen werden sich das ganz genau anschauen und sind bis hierhin vielleicht sogar übrrascht. -
Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: JE 08.04.22 - 07:12
Taiwan und die Ukraine unterscheiden sich in zwei wesentlichen Punkten:
Die Ukraine ist ein anerkannter unabhängiger Staat, Taiwan dagegen ist völkerrechtlich ein Teil Chinas. Das heisst, ein Angriff der Vollsrepublik China auf die Republik China wäre kein Verstoß gegen das Välkerrecht, sondern eine Fortsetzung des Bürgerkriegs.
Was die Garantien angeht, sieht es aber anders aus. Die NATO hat für die Ukraine klargestellt, daß sie nicht direkt militärisch eingreifen. Für Taiwan haben die USA dagegen relativ deutlich gesagt, daß ein Angriff auch militärisch beantwortet würde. -
Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: Muhaha 08.04.22 - 09:25
JE schrieb:
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> Die Ukraine ist ein anerkannter unabhängiger Staat, Taiwan dagegen ist
> völkerrechtlich ein Teil Chinas. Das heisst, ein Angriff der Vollsrepublik
> China auf die Republik China wäre kein Verstoß gegen das Välkerrecht,
> sondern eine Fortsetzung des Bürgerkriegs.
Ich glaube nicht, dass diese Formalie von irgendwelcher Relevanz ist, wenn jemand einmarschieren möchte :)
> Was die Garantien angeht, sieht es aber anders aus. Die NATO hat für die
> Ukraine klargestellt, daß sie nicht direkt militärisch eingreifen. Für
> Taiwan haben die USA dagegen relativ deutlich gesagt, daß ein Angriff auch
> militärisch beantwortet würde.
Zudem eine Invasion Taiwans auf Grund der Geographie ein Alptraum für jeden Angreifer wäre. Zusammen mit modernen taktischen Drohnen würde jeder Angreifer hier horrende Verluste erleiden müssen. Das US-Verteidigungsministerium hat ja schon zur großen "Freude" Chinas gesagt, dass man sich ganz genau anschauen wird, was in der Ukraine stattfindet, um Taiwans Verteidigung zu verbessern. China benutzt Taiwan eigentlich nur als nationalistische Propaganda nach Innen. Würde man die Insel gerne zurückhaben wollen? Ja, keine Frage, natürlich. Aber eine militärische Lösung würde nur dann stattfinden, wenn die USA ihre Unterstützung Taiwans aufgeben würden.
Zudem ... Stoltenberg hat gestern auch angekündigt, dass die NATO die Zusammenarbeit mit den pazifischen Partnern (Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea) intensivieren wird. Ich bin mir sicher, dass Xi Ping inzwischen jeden standrechtlich erschiessen lässt, der es wagt Putins Namen in seiner Gegenwart zu nennen :)
1 mal bearbeitet, zuletzt am 08.04.22 09:25 durch Muhaha. -
Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: Lapje 08.04.22 - 09:59
Zumal China sehr gegensätzlich reagiert - auf der anderen Seite wird immer wiederholt, dass die "Freundschaft" zu Russland "so sicher wie ein Fels" sei, auf der anderen Seite hat sich China bei den beiden Abstimmung für eine Resolution gegen Russland beide Male enthalten. Das sehe ich eher als ein deutliches Zeichen. China ist und bleibt für mich eben ein Opportunist, der nur an seine Wirtschaft interessiert ist und sich daher alle wirtschaftlichen Möglichkeiten offen halten will.
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Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: JE 08.04.22 - 10:20
Lapje schrieb:
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> Zumal China sehr gegensätzlich reagiert - auf der anderen Seite wird immer
> wiederholt, dass die "Freundschaft" zu Russland "so sicher wie ein Fels"
> sei, auf der anderen Seite hat sich China bei den beiden Abstimmung für
> eine Resolution gegen Russland beide Male enthalten. Das sehe ich eher als
> ein deutliches Zeichen. China ist und bleibt für mich eben ein Opportunist,
> der nur an seine Wirtschaft interessiert ist und sich daher alle
> wirtschaftlichen Möglichkeiten offen halten will.
Es gibt eine Art Gesellschaftsvertrag in China: Die Partei sorgt dafür, daß es dem Volk wirtschaftlich immer besser geht, dafür hält das Volk die Füße still und akzeptiert den Herrschaftsanspruch der Partei.
Wenn aber die Partei ihren Teil der Verabredung nicht einhalten kann (z.B. Lebensmittelunsicherheit, wirtschaftliche Verwerfungen), könnte es sein, daß das Volk nicht lange stillhält.
Das Risiko kann die Partei nicht eingehen. -
Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: Muhaha 08.04.22 - 10:31
Lapje schrieb:
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> China ist und bleibt für mich eben ein Opportunist,
> der nur an seine Wirtschaft interessiert ist und sich daher alle
> wirtschaftlichen Möglichkeiten offen halten will.
Richtig. Denn die KP hat ja mit der Bevölkerung den Deal geschlossen "Ich mach Dich wohlhabend und Du hälst dafür die Klappe". Inzwischen klingen die Parteitage wie Aktionärsversammlungen, wo der CEO seinen Aktionären erklärt, dass das geringer ausgefallene Wirtschaftswachstum ja nicht seine Schuld sei und nun alle für eine noch wohlhabendere Zukunft mitanpacken müssen. Jeder Wirtschaftseinbruch geht dort inzwischen mit einem Autoritätsverlust der KP einher.
Chinesische Medien nölen zwar weiterhin gegen den Westen und bezeichnen die Kriegsverbrechen als Propaganda, aber das ist nur Gesichtswahrung für die Führungsspitze. Xi Ping hat sich während der Olympiade ganz offen mit Putin gezeigt, ein öffentliches Zurückrudern oder gar ein Eingeständnis eines strategischen Fehlers wird es hier niemals geben. -
Re: Naechster Fehler - Huawei
Autor: Lapje 08.04.22 - 11:14
Das hat natürlich wenn den Vorteil, das China in der Hinsicht berechenbar ist.
Darüber hinaus ist der Einfluss auf Russland ebenso deutlich geworden - zumindest wenn es stimmt, was Medien berichtet haben: Anscheinend hat China Russland "gebeten", mit dem Angriff bis nach den olympischen Spielen zu warten - sonst wäre der Angriff bereits einige Tage früher erfolgt. Putin weiß also, dass er von anderen abhängig ist.



