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wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: RRZEurope 05.08.22 - 10:49
Kann mich jemand aufklären, wie das mit Fachkräftemangel zusammenpasst, wenn die Technik-branche entlässt?
sind die alle unqualifiziert oder überbezahlt oder die Branchen unrentabel? -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: riodoro00 05.08.22 - 11:07
Reine Spekulation:
1. Sind das eventuell keine Stellen die direkt der Technik/IT Branche im speziellen zugehören, sondern evtl. auch einfach Verwaltung, Service oder Marketing Angestellte etc.
2. Das System steht, die "grossen" Innovationen sind ausgedacht und umgesetzt, ein fertiges System mit stätiger aber in der Komplexität kleineren Anpassungen/Entwicklungen braucht kein so umfassendes Team mehr an Fachleuten. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: VilsaBrunnen 05.08.22 - 11:33
2017 bereits 170 Mitarbeiter gefeuert.
Der Wasserkopf ist einfach zu groß.
Für den Technologiestack dürften wohl 30 Leute reichen. Dann noch 10-15 Vertriebler und 5-10 Entscheidungsträger/Geschäftsführung. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: Trollversteher 05.08.22 - 11:34
Es kann doch ein Fachkräftemangel in einer Branche herrschen, und trotzdem gleichzeitig einzelne Unternehmen Stellen abbauen, weil sie im aktuell laufenden Geschäft Überkapazitäten aufgebaut haben? Der Vorteil für die Arbeitnehmer ist eben der, dass sie in der aktuellen Situation kein Problem haben dürften einen neuen Job zu finden.
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Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: sigii 05.08.22 - 12:26
Eine Firma die entlaesst reflektiert nicht die IT Branche wieder.
Ganz viele normale Mittelstaendler brauchen auch IT Menschen, bekommen die aber sehr schwer weil die Grossen halt deutlich mehr bezahlen und die Jobs in diesen kleinen Firmen oft altbacken sind.
Abgesehen davon sind tatsaechlich auch recht viele Entwickler gefuehlt voellig unfaehig mal uebern Tellerrand zu gucken. Da kann der Javaentwickler gerade mal okayisch Java, aber sobald man mal was an einer Pipeline machen soll oder irgendwas anderes, dauerts ploetzlich ewig. Und die die das koennen, die werden da auch nicht entlassen. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: Krulle 05.08.22 - 14:04
sigii schrieb:
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> in diesen kleinen Firmen oft altbacken sind.
>
> Abgesehen davon sind tatsaechlich auch recht viele Entwickler gefuehlt
> voellig unfaehig mal uebern Tellerrand zu gucken. Da kann der
> Javaentwickler gerade mal okayisch Java, aber sobald man mal was an einer
> Pipeline machen soll oder irgendwas anderes, dauerts ploetzlich ewig. Und
> die die das koennen, die werden da auch nicht entlassen.
+1
Ich kann dem aus persönlicher Erfahrung zustimmen. Wer 20+ Jahre in der R&D-Abteilung im Mittelstand arbeitet, ist bei C99 hängen geblieben und sieht alles andere als Quatsch oder Magie an. Von Entwicklung möchte ich da gar nicht sprechen. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: bla 05.08.22 - 14:56
Soundcloud war einige Jahre recht erfolgreich, hat sein Geschäftsmodell für die Kundschaft nicht attraktiv genug angepasst, als sich andere Streaminganbieter auf dem Markt breit gemacht haben. Seitdem ist Soundcloud recht uninteressant, was sich wohl auch in einem schlechten Arbeitsklima widerspiegelt, dass hat zumindest ein Bekannter erzählt, der dort mehrere Jahre lang gearbeitet hat.
Bei Soundcloud haben in den ersten Jahren nur Benutzer bezahlen müssen, die Content bereitstellten. Neben etablierten Künstlern, war Soundcloud besonders beliebt bei weniger bekannten Künstlern. Irgendwann wollte Soundcloud dann auch noch Geld von den Konsumenten haben und spätestens dann hat Soundcloud stark an Popularität eingebüßt. Das muß auch ungefähr die Zeit gewesen sein, als Spotify zum Platzhirsch wurde.
Die Einnahmen reichen anscheinend nicht mehr aus, um die Kosten zu decken oder um die Shareholder zu befriedigen. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: berritorre 05.08.22 - 15:29
"Die Technikbranche" gibt es halt einfach nicht. Jedes Unternehmen ist individuell. Ich kenne Soundcloud nicht, aber Startups haben oft die Tendenz in der Wachstumsphase jede Menge Leute einzustellen. Teilweise weil man sie wirklich für den Wachstumskurs braucht, teilweise weil man meint sie zu brauchen oder weil die Geschäftsführung von den Mengen an Risikokapital überrascht ist und sich verleiten lässt.
Wenn jetzt das Wachstum eben abflacht oder weniger ausfällt als erwartet, dann hat man da Überkapazitäten. Die Bedarfsabschätzung ist gerade bei Startups oft nicht so einfach, kann ich mir vorstellen. Auch die Zukunftsprognosen sind oft schwierig.
Bei Soundcloud wüsste ich jetzt noch nicht mal wie die ihr Geld verdienen. Für mich war das immer eine Plattform wo Leute ihre eigenen Soundkreationen hochladen und das umsonst.
Gerade nochmal geschaut, und es gibt wohl auch einen Pro Account, wenn man viel Audio Files hat die man präsentieren möchte. offensichtlich kann man seine Audios sogar monitarisieren, aber keine Ahnung wie das funktioniert.
Insgesamt ist das aber natürlich ein Nischenmarkt. Die Nutzerzahlen dürften kein Vergleich mit den grossen Musik-Streamingdiensten sein. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: .02 Cents 05.08.22 - 16:02
Der Begriff Fachkräftemangel bedeutet überhaupt nichts.
Gastronomie redet gerne von Fachkräftemangel. Manchmal suchen Hotels und Restaurants in manchen Lokalitäten auch tatsächlich "Fachkräfte" in dem Sinne gesucht, als das dort ein formaler Abschluss verlangt wird. In der Regel geht es aber eher darum, un- oder bestenfalls angelernte Positionen als Aushilfen, möglichst unterhalb Mindestlohn zu besetzen, und es mangelt an Leuten, mit denen man das machen kann.
Wenn in Krankenhaus- / Pflegeeinrichtungen Personal fehlt, gilt genau das gleiche. Im zweifelsfall werden Pflegehilfskräfte gesucht, weil man an- oder ungelernte Positionen kaum bezahlen muss. Und im Zweifelsfall geht es dabei genauso um Personal für die jeweilige Wäscherei, Küche o.ä. ... mein Vater ist im Pflegeheim, und auch wenn sich die Leute da im allgemeinen sehr bemühen - ich glaube nicht, dass da in der Küche oder beim Reinigungspersonal irgendwer eine Spezial Ausbildung hat.
Ganz anders sieht das bei "IT Fachkräften". Dort kenne ich in erster Linie den Markt für Freiberufler. Da werden Leute gesucht, die in einem bestimmten Projekt / Betriebs- o.ä. Umfeld möglichst ohne Einarbeitung direkt produktiv einsteigen können ohne lange Einarbeitung. Um für sowas als Fachkraft qualifiziert zu sein, ist die formale Ausbildung / Abschlüsse auch oft sekundär. Da wird konkrete Projekt Erfahrung mit den gleichen oder ähnlichen Toolstack / Werkzeugen etc. gesucht, die gerade eingesetzt werden. Das heisst ganz ausdrücklich: Ein Informatik Abschluss schadet für solche Positionen nicht, ist aber weder notwendig, noch hinreichend. Bei Festanstellungen von IT Fachkräften sieht es wieder etwas anders aus - da legen die meisten Firmen dann doch wieder mehr wert auf einen "passenden" formalen Abschluss, je "höher" die Position ausgeschrieben wird.
Im handwerklichen Bereich sieht das sicher wieder ganz anders aus - ich bin da vor allem als Nachfrager tätig ... aber versuch mal einen Handwerker zu kriegen für Arbeiten im Bereich von wenigen Personentagen ... offensichtlich will jeder Kleinere Betrieb seine Leute möglichst 100% auslasten, und damit sind grössere Aufträge, bei denen man mehrere Personen über mehrere Tage / Wochen beschäftigen kann, immer attraktiver. Aber selbst bei den Ausbildungsplätzen ist es ja anscheinend schon seit ein paar Jahren so, dass Teile des Handwerks gar keine Leute mehr bekommen, die interessiert wären ...
Von daher: Wenn Fachkraft so unterschiedliche Dinge bedeuten kann, dann sind Aussagen, die sich auf "alle Fachkräfte" beziehen einfach nur sinnfrei.
Und abgesehen davon: Ich habe gehört, dass es schon in Berlin mehr als einen Arbeitgeber gibt. Ich kenne die "Arbeitsplatzsituation" von Soundcloud nicht, aber ich möchte wetten, dass zum Beispiel Siemens o.ä. auch heute noch mehrere Standorte in Berlin hat, von denen jeder einzelne deutlich mehr Leute beschäftigt, als bei Soundcloud jemals einen Arbeitsvertrag hatten ...
Oder anders formuliert: Ein Einzelfall ist keine Statistik.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.08.22 16:05 durch .02 Cents. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: FireEmerald 05.08.22 - 16:58
Die Frage ist doch wer alles eine "Fachkraft" ist.
Man könnte meinen damit sind "hochkomplexe Berufe" gemeint, häufig ist eine Fachkraft aber schon der Bäcker, Dachdecker oder einfach nur die Bedienung im Restaurant - sprich eher Personen die irgendeinen Beruf können, egal welcher. -
Re: wie passt das zu Fachkräftemangel?
Autor: devarni 06.08.22 - 12:04
Sie sind auch recht teuer geworden. Mittlerweile zahlt man knapp 100¤ für die Pro Unlimited das hatte mich mal früher irgendwas um 20¤ gekostet.
Gleichzeitig hat Soundcloud eigentlich nichts anzubieten, was gerade für das größte Klientel interessant wäre. Die Leute die zum großen Teil dort ihre Musik hochladen wollen ja in erster Linie entweder mehr Bekanntheit erlangen und idealerweise auch direkt oder indirekt bisschen Geld einnehmen. Beides funktioniert mit Soundcloud nicht.
Streams kann man zwar mittlerweile monetarisieren, muss aber mindestens 500 Plays pro Monat haben. Das wo man früher bisschen die Bekanntheit vergrößern konnte (Gruppen) wurde abgeschafft. Irgendwelche anderen (Bezahlfunktionen) um z.B. Songs zu pushen gibt es bei Soundcloud auch nicht.
Mehr oder weniger ist es eigentlich nur noch ein Song Hoster, also das was viele andere ja auch und zum Teil besser machen (Hearthis, Reverbnation usw). Man lebt eigentlich nur von dem Namen/Bekanntheit und sicherlich großen Benutzerbasis die man sich in den Jahren aufgebaut hatte.



