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Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

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  1. Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

    Autor: isaccdr 01.10.20 - 12:24

    Der wahre Grund, warum die Führungsebene nicht ihre eigene IT Mitarbeiter konsultieren, liegt auf der Hand:

    Die Führungsebene soll irgendwas machen, weil der nächste Bullshitbingo Begriff "Digitalisierung" voran getrieben werden soll. "Wir machen jetzt Digitalisierung". Am Ende können Erwartungen nur unerfüllt bleiben. Dafür will niemand seinen Kopf hinhalten. Wenn man sich Berater ins Haus holt, kann man ja sagen, man wurde falsch beraten, dann ist man nie schuld. Außerdem vermeidet man so unangenehme Gespräche mit den Menschen, die das Leben und umsetzen sollen. Die würden nämlich kritische Fragen stellen. Wichtige Vorstellungsrunden, wo jeder unterstreicht wie wichtig er ist, Canapés essen und dabei bunte PowerPoint Bildchen schauen ist eben viel angenehmer.

  2. Re: Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

    Autor: User_x 01.10.20 - 12:54

    Das hat doch nicht nur was mit der IT zu tun.

    Poststelle, Empfang, Hausmeister, Hausverwaltung, Callcenter, Kundendienst, IT, Social Media per Agentur - es wird alles Outgesourced was geht, weil man dann als Mitarbeiter den direkten Zugriff darauf hat und vom Dienstleister Hofiert wird, während ein direkter Mitarbeiter einer anderen Abteilung blokieren könnte, oder der Betriebsrat oder wer sonst noch.

    Dem GF reichen Zahlen als Fakten, passt.

    via Smartphone.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.10.20 12:56 durch User_x.

  3. Re: Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

    Autor: notuf 01.10.20 - 13:04

    Frustration ist groß in diesem Thread.

  4. Re: Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

    Autor: isaccdr 01.10.20 - 13:16

    notuf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Frustration ist groß in diesem Thread.

    Ich bin Freiberufler, ich beobachte nur was ich bei meinen Kunden so sehe.

  5. Re: Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

    Autor: gelöscht 01.10.20 - 14:12

    isaccdr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der wahre Grund, warum die Führungsebene nicht ihre eigene IT Mitarbeiter
    > konsultieren, liegt auf der Hand:
    >
    > Die Führungsebene soll irgendwas machen, weil der nächste Bullshitbingo
    > Begriff "Digitalisierung" voran getrieben werden soll. "Wir machen jetzt
    > Digitalisierung". Am Ende können Erwartungen nur unerfüllt bleiben. Dafür
    > will niemand seinen Kopf hinhalten. Wenn man sich Berater ins Haus holt,
    > kann man ja sagen, man wurde falsch beraten, dann ist man nie schuld.
    > Außerdem vermeidet man so unangenehme Gespräche mit den Menschen, die das
    > Leben und umsetzen sollen. Die würden nämlich kritische Fragen stellen.
    > Wichtige Vorstellungsrunden, wo jeder unterstreicht wie wichtig er ist,
    > Canapés essen und dabei bunte PowerPoint Bildchen schauen ist eben viel
    > angenehmer.
    Ja. Vieles kann man tatsächlich als Angst vor "Schuld" verbuchen. Viele trauen sich einfach nicht, etwas anders zu machen, denn dann könnte ja was kaputt gehen und man ist Schuld. Wie fürchterlich! Fehler und Ausfall sind nicht schlimm! Klar, es gibt ganz gravierende Fehler, aber es gibt auch Dinge, die sind weniger schlimm, aber man hat trotzdem Angst davor, warum auch immer. Das hängt aber natürlich auch ein bisschen von der Person ab, und von der Berufserfahrung.

  6. Re: Wahrer Grund: Beratergläubigkeit und save my ass Kultur.

    Autor: .02 Cents 02.10.20 - 10:09

    Das ist eine Tür, die in beide Richtungen schwingt.

    Wenn beide Seiten nicht in der Lage sind, eine gemeinsame Sprache zu finden, dann liegt das nicht nur an einer Seite.

    Man muss sich ja nur die vielen vielen Posts in Foren wie diesem über "BWLer" anschauen. Auch wenn das überzeichnet - wenn sich solche Leute mit "BWLern" auseinander setzen, dann zieht man sich an irgendwelchen Nebensachen hoch.

    Fach: Unsere Anwendung ABC ist scheisse. Wir wollen Applikation XYZ.
    IT: XYZ läuft auf Plattform GHI - das verstösst gegen Policy 666 - kommt überhaupt nicht in Frage.

    In so einer Situation müsste man erstmal verstehen, was denn überhaupt die Bedürfnisse sind, und zwar nicht aus der Perspektive "das Problem sitzt vor dem Rechner ... Super DAU ...". Es sollte eigentlich offensichtlich sein, dass so eine Einstellung keine Grundlage für irgendwas ist.

    Eines ist in solchen Situationen auch immer sicher: Ein Tool, insbesondere eine umfangreiche Applikation, ist nie die Lösung von meist vielschichtigen Business Problemen. Begibt man sich aber in solchen Situationen gleich in die blockend / konfrontative Position, und versucht nicht, einen gemeinsamen Nenner zu finden, darf man sich nicht wundern, wenn das Projekt Budget dann einen externen Integrator / Berater geht. Statt am Projekt mit zu gestalten, ist die IT auf einmal nur noch Ausführungsgehilfe des externen Beraters, der auch den berechtigsten Einwand der IT letztlich einfach weg-eskalieren kann.

    Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass man aufs Fach zugeht, die Leute in deren Sprache reden lässt, nachfragt, sich Dinge erklären lässt etc. Da sagt man dann auch nicht im nächsten Schritt: Das ist alles nicht konkret genug - wir brauchen Anforderungen, die muss das Fach liefern ... sondern man nähert sich einer Lösung an, indem man Probleme / Lücken thematisiert, Ansätze für Lösungsalternativen vorschlägt, etc.

    Das Problem ist meist sicher wechselseitig, aber es bringt ja nichts, wenn man als IT die Fachseite als Gegner betrachtet, und sich auch selber nie dahingehend hinterfragt, wie das eigene Verhalten wahrgenommen wird (Fremdbild / Selbstbild). Wenn man etwas ändern will, muss man bei sich selber anfangen, und dahingehend stimme ich dem Artikel voll zu,

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