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Schadensersatz für welchen Schaden?

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  1. Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: g0r3 12.11.14 - 11:33

    Der Bieter hat ein Auto nicht um 1 Euro bekommen. Wo ist hier der (reale) Schaden? Als ob ein Euro je ein real möglicher Preis für das Auto gewesen wäre. Der Schaden bestünde hier höchstens in der Differenz zwischen Marktpreis und den üblichen Ebay-Preisen.

    Ich weiß schon, warum ich von Ebay wo es nur irgendwie geht, die Finger lasse. Da richte ich auch bei niemandem einen "Schaden" von 5k Euro an, nur weil ich ein Angebot ein- und wieder rausstelle und jemand mal kurz auf "Bieten" klickt.

  2. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Bouncy 12.11.14 - 11:41

    Das ist aber kein eBay-spezifisches Urteil, es ist logischerweise auf jede Versteigerung übertragbar, wenn du einen Vertrag eingehst dann hast du ihn einzuhalten und fertig aus. Wenn du dazu warum auch immer nicht in der Lage bist oder Verträge nicht ernst nehmen kannst, dann hast du absolut Recht es sein zu lassen, egal auf welcher Verkaufsplattform...

  3. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: oliver.n.h 12.11.14 - 11:41

    Von Auktionen wohl keine Ahnung, wärend der eingestellten Zeit, darf ein Produkt nicht anderswo verkauft werden, dass ist der Fehler des Verkäufers, wenn er dem käufer gesagt hätte ist auf ebay kannst mitbieten hätte der verkäufer wohl mehr einnehmen können als die 4200 ¤ . Und keiner hätte ihn verklagen können.

  4. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Trollversteher 12.11.14 - 11:52

    >Der Bieter hat ein Auto nicht um 1 Euro bekommen. Wo ist hier der (reale) Schaden? Als ob ein Euro je ein real möglicher Preis für das Auto gewesen wäre. Der Schaden bestünde hier höchstens in der Differenz zwischen Marktpreis und den üblichen Ebay-Preisen.

    Nein, das siehst Du völlig falsch. Es gehört zu der Natur einer Auktion, dass man mit etwas Glück auch mal etwas deutlich unter dem Marktwert erstehen kann - und es ist rechtlich nun mal so festgelegt, dass Gebote bei einer Auktion bindend sind, also so, als haben Verkäufer und Käufer einen Vertrag über den Kaufpreis abgeschlossen.

  5. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: g0r3 13.11.14 - 15:01

    oliver.n.h schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Von Auktionen wohl keine Ahnung, wärend der eingestellten Zeit, darf ein
    > Produkt nicht anderswo verkauft werden, dass ist der Fehler des Verkäufers,
    > wenn er dem käufer gesagt hätte ist auf ebay kannst mitbieten hätte der
    > verkäufer wohl mehr einnehmen können als die 4200 ¤ . Und keiner hätte ihn
    > verklagen können.

    Mit deiner gebrochenen Schreibe würde ich aufpassen, wem ich Ahnungslosigkeit unterstelle.

    Wie die rechtliche Situation rund um Auktionen aussieht, ist mir sehr wohl bekannt. Allerdings stimme ich nicht damit überein, da hier meiner Meinung nach niemandem ein Schaden entsteht. Das einzige, was ich hier erkenne, dass jemandem die Möglichkeit (!) auf ein Schnäppchen genommen wird. Das Schnäppchen ist zu diesem Zeitpunkt aber in keinster Weise garantiert. Dieser Tatsache einen Schaden in voller Höhe des Produktes zugrunde zu legen, ohne dass der Kläger einen Nachweis eines Schadens bringen muss, ist lächerlich. Der Verkäufer ist hier der einzige, der einen Schaden hat. Der wurde um sein Auto enteignet. Wenn man das gut heißt, braucht man sich auch nicht über die Fantasie-Schadensrechnung der GVU in Bezug auf Raubkopien beschweren.

  6. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: --Felix-- 13.11.14 - 15:14

    g0r3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > oliver.n.h schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Von Auktionen wohl keine Ahnung, wärend der eingestellten Zeit, darf ein
    > > Produkt nicht anderswo verkauft werden, dass ist der Fehler des
    > Verkäufers,
    > > wenn er dem käufer gesagt hätte ist auf ebay kannst mitbieten hätte der
    > > verkäufer wohl mehr einnehmen können als die 4200 ¤ . Und keiner hätte
    > ihn
    > > verklagen können.
    >
    > Mit deiner gebrochenen Schreibe würde ich aufpassen, wem ich
    > Ahnungslosigkeit unterstelle.
    >
    > Wie die rechtliche Situation rund um Auktionen aussieht, ist mir sehr wohl
    > bekannt. Allerdings stimme ich nicht damit überein, da hier meiner Meinung
    > nach niemandem ein Schaden entsteht. Das einzige, was ich hier erkenne,
    > dass jemandem die Möglichkeit (!) auf ein Schnäppchen genommen wird. Das
    > Schnäppchen ist zu diesem Zeitpunkt aber in keinster Weise garantiert.

    Doch ist garantiert. Es gibt ein Angebot und eine Annahme, somit einen Kaufvertrag, aus diesem erwächst der Anspruch auf Übereignung des Autos. Dieser Anspruch ist in diesem Augenblick 5000 Euro Wert. Man kann Ansprüche abtreten, man kann mit ihnen handeln, und man rechnet damit. zB. haben sie ein Anspruch auf Auszahlung ihrer Lebensversicherung, das ist ein Vermögenswert, oder zB auf Rückzahlung der Kaution bei der Mietwohnung, auch ein Vermögenswert. Erfüllt der Schuldner diesen Anspruch nicht, entsteht ihnen ein Vermögensschaden. Er wird ihn nicht erfüllen, wenn unsere Gerichte Ansprüche nicht mehr schützen.

    > Dieser Tatsache einen Schaden in voller Höhe des Produktes zugrunde zu
    > legen, ohne dass der Kläger einen Nachweis eines Schadens bringen muss, ist
    > lächerlich. Der Verkäufer ist hier der einzige, der einen Schaden hat. Der
    > wurde um sein Auto enteignet. Wenn man das gut heißt, braucht man sich auch
    > nicht über die Fantasie-Schadensrechnung der GVU in Bezug auf Raubkopien
    > beschweren.

    Der Nachweis ist der Zeitwert des PKW. Dem Kläger entstand ein Vermögensschaden, sein Vermögen wurde gemildert, weil der Anspruch nicht erfüllt wurde. Der Verkäufer hat natürlich ein Schaden, den er aber selbst verursacht hat, indem er das Auto zwei mal verkauft hat.

  7. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: g0r3 13.11.14 - 16:47

    --Felix-- schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Der Nachweis ist der Zeitwert des PKW. Dem Kläger entstand ein
    > Vermögensschaden, sein Vermögen wurde gemildert, weil der Anspruch nicht
    > erfüllt wurde. Der Verkäufer hat natürlich ein Schaden, den er aber selbst
    > verursacht hat, indem er das Auto zwei mal verkauft hat.

    Schön die Phrasen gedroschen. Aber irgendwie muss sich die Berufsgruppe des Juristen ja rechtfertigen.

    Nicht begriffen hast du, dass ich hier den Unterschied zwischen einem existenten und einen durch ein in meiner Ansicht nach hanebüchenen Gesetz rhetorischen, imaginären Schaden herausheben will. Oder wie du es formulieren würdest: Das Vermögen des Käufers wurde nicht gemildert. Es wurde einfach nicht durch ein Geschenk erhöht.

    Und dass nur der Käufer den Zeitwert ins Feld führen kann, der Verkäufer allerdings nicht die üblichen Verkaufspreise der Plattform, ist genauso lächerlich. Hier sollte der Kläger beweisen müssen, dass er den Wagen auch für einen Euro bekommen hätte, wäre die Auktion weiter gelaufen.

    Andersrum: Wenn der Käufer auf seinem Recht besteht, ein Auto für 1 Euro zu kaufen, würde ich auf das Recht bestehen, ihm dieses Auto für seinen Kaufpreis zu ersetzen: Mit einem Euro.

    Aber was solls: Eine Pestbeule der Gesellschaft, wahrscheinlich auch noch aus dem Milieu des Rechtswesen - die meisten anderen würden sich zu sehr schämen wegen sowas zu klagen - hat eine Person auf gut Deutsch um 5000 Euro betrogen, ohne groß einen Finger krumm machen zu müssen.

  8. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: --Felix-- 13.11.14 - 17:17

    g0r3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > --Felix-- schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Der Nachweis ist der Zeitwert des PKW. Dem Kläger entstand ein
    > > Vermögensschaden, sein Vermögen wurde gemildert, weil der Anspruch nicht
    > > erfüllt wurde. Der Verkäufer hat natürlich ein Schaden, den er aber
    > selbst
    > > verursacht hat, indem er das Auto zwei mal verkauft hat.
    >
    > Schön die Phrasen gedroschen. Aber irgendwie muss sich die Berufsgruppe des
    > Juristen ja rechtfertigen.
    >
    > Nicht begriffen hast du, dass ich hier den Unterschied zwischen einem
    > existenten und einen durch ein in meiner Ansicht nach hanebüchenen Gesetz
    > rhetorischen, imaginären Schaden herausheben will. Oder wie du es
    > formulieren würdest: Das Vermögen des Käufers wurde nicht gemildert. Es
    > wurde einfach nicht durch ein Geschenk erhöht.

    Wieso sollte ich das nicht begriffen haben? Nur weil ich dir versuche die allgemein anerkannte und herrschende Meinung zu erklären?

    Es ist kein rhetorischer Schaden, sondern ein ganz reeller. Ich gebe zu das ist nicht leicht nachzuvollziehen, hat nichts mit Intelligenz zu tun (bevor jemand auf die Idee kommt zu schreiben ich würde dich für nicht ausreichend intelligent Erachten oder sowas). Es ist eine sehr schwere und abstrakte Thematik.

    Ich Versuchs nochmal, es gibt also einen wirksamen Anspruch, der Pkw im Wert von 5000 Euro zb. Der Anspruch muss natürlich vor Gericht durchsetzbar sein, unabhängig davon welchen Kaufpreis die Parteien vereinbart haben, das ist nicht Sache des Gerichts.

    Folgt man deiner Meinung müssten Ansprüche nicht durchsetzbar sein, weil zB der Verkaufspreis zu gering ist. Das würde das komplette Rechtssystem zerstören.

    Der Anspruch hat einen Wert, hier ca 5000 Euro. Das ist mit dem Augenblick der Schließung des Kaufvertrages ein Vermögenshuwachs für den Käufer, besonders weil er so ein günstigen Preis erzielt hat. Genau so wie dein Anspruch auf Auszahlung deiner Lebensversicherung oder auf Zahlung des Lohns. Kämst du auf die Idee deinem Arbeitgeber diesen Anspruch zu erlassen, wenn zB den ganzen Monat keine Aufträge reinkamen und du nur rumsaßt? Natürlich nicht. Aber was würde passieren wenn jeder Anspruch soz. Frei zur Diskussion steht und erstmal subjektiv entschieden werden muss? "Ne der Kaufpreis ist zu niedrig, er muss nicht verkaufen. Ne wir haben nichts produziert und kein Geld verdient, er muss nicht einfach so sein Lohn bekommen. Ne die Zinsen waren leider negativ, der Vermieter muss nicht die ganze Kaution zurückzahlen" verstehst du worauf ich hinaus will?

    Klar erscheint es in diesen fall zunächst kleinkariert da auf SchE zu bestehen und zu gewähren. Aber anders würden wir unser Regelwerk, nachdem wir leben zerstören und wieder Willkür walten lassen.

    > Und dass nur der Käufer den Zeitwert ins Feld führen kann, der Verkäufer
    > allerdings nicht die üblichen Verkaufspreise der Plattform, ist genauso
    > lächerlich. Hier sollte der Kläger beweisen müssen, dass er den Wagen auch
    > für einen Euro bekommen hätte, wäre die Auktion weiter gelaufen.
    >
    > Andersrum: Wenn der Käufer auf seinem Recht besteht, ein Auto für 1 Euro zu
    > kaufen, würde ich auf das Recht bestehen, ihm dieses Auto für seinen
    > Kaufpreis zu ersetzen: Mit einem Euro.

    Das würde die Marktwirtschaft zerstören :) wenn kein Gewinn bringendes handeln mehr möglich ist, können wir alle nach Hause gehen :)

    Ein Autohändlern kauft Pkw ein für 10.000 Euro Einkaufspreis. Vertrag steht, er weiß er kann ihn für 15000 verkaufen. Auf alle Autos hochgerechnet kalkuliert er so, bezahlt so seine Angestellten Miete etc, das könnte er nicht wenn er die Autos nur für den Einkaufspreis verlauft. Und wann könnte er noch nicht? Wenn sein Lieferant nicht liefert. Würde er jetzt SchE fordern, würde er ihrer Ansicht nach, nur die 10000 bekommen und nicht 15000. entgangen sind ihm aber 15000. er könnte also selbe Angestellten nicht bezahlen und müsste sie entlassen, nur durch eln Fehlverhalten des Lieferanten. Wollen sie das so?

    Das mögliche Argument dass es hier doch was anderes ist, möchte ich gleich beantworten. Die Regeln gelten für alle gleich. Wenn nicht würde totale Willkür herrschen. Wer legt fest für wen es anwendbar ist für wen nicht und nach welchen Kriterien?

  9. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: --Felix-- 13.11.14 - 17:27

    Mal abgesehen davon, ich würde wahrscheinlich auch überlegen ob ich den Anspruch gerichtlich durchsetze. Wahrscheinlich würde ich es davon abhängig machen, wer der Gegner ist. Ist es ein Riesen autohandel oder wv selbst zB, würde ich nicht zögern, wäre es ein Altenpfleger der seine Kiste verkaufen will, wäre es was anderes. Aber das liegt in der moralischen/ethischen Verantwortung eines einzelnen, das soll und wird ein Gericht nicht übernehmen. Seine Aufgabe ist nur die allgemein gültigen Regeln durchzusetzen und für Rechtssicherheit zu sorgen.

  10. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Anonymer Nutzer 13.11.14 - 17:50

    > Nicht begriffen hast du, dass ich hier den Unterschied zwischen einem existenten und einen durch ein in meiner Ansicht nach hanebüchenen Gesetz rhetorischen, imaginären Schaden herausheben will. Oder wie du es formulieren würdest: Das Vermögen des Käufers wurde nicht gemildert. Es wurde einfach nicht durch ein Geschenk erhöht.

    Welches Geschenk denn? Das Auto? Das ist kein Geschenk, der Bieter hat es rechtmäßig für den vom Verkäufer sogar selbst vorgeschlagenen Mindestpreis erworben. Der Verkäufer war beim Start der Auktion damit einverstanden und hat seine Meinung erst geändert, als der Kaufvertrag durch das erste Gebot bereits gültig war. Wäre die Auktion ohne den Nebenverkauf mit einem Euro bis zum Ende durchgelaufen, hätte der Verkäufer das selbe Auto zum selben Preis liefern müssen, weil beide Parteien mit dem Handel einverstanden gewesen wären.

    Das Wesen der Auktion liegt doch genau darin, dass keiner von beiden vor deren Ende den endgültigen Preis kennt. Wer sich darauf nicht einlassen möchte, soll halt auf Verhandlungsbasis und Inserat verkaufen, für Festpreisangebot oder zum "Offline"-Händler gehen. Auktionen bieten nun mal höhere Gewinnaussichten bei ebenfalls höherem Risiko. Diesem Risiko hat sich der Verkäufer bewusst und freiwillig ausgesetzt. Das macht die Auktion nicht weniger rechtsverbindlich.

    Und nur, weil eine Auktion bei 1¤ endet, hat vor Gericht oder auf dem Markt der Auktionsgegenstand nicht auch genau diesen Wert, schließlich hätte der erfolgreiche Bieter das Auto selbst für 4.000 oder 6.000¤ weiterverkaufen können und wäre nicht an den selbst gezahlten 1¤ Maximalpreis gebunden gewesen. Da gilt bei Gericht dann eben das, was es wert ist, nicht das, was dafür bezahlt wurde.

    Was ist denn an diesem einfachen Konzept so schwer zu begreifen? Markt. Angebot. Nachfrage. Fertig.

  11. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: g0r3 13.11.14 - 18:09

    --Felix-- schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Es ist kein rhetorischer Schaden, sondern ein ganz reeller. Ich gebe zu das
    > ist nicht leicht nachzuvollziehen, hat nichts mit Intelligenz zu tun (bevor
    > jemand auf die Idee kommt zu schreiben ich würde dich für nicht ausreichend
    > intelligent Erachten oder sowas). Es ist eine sehr schwere und abstrakte
    > Thematik.

    Nochmals: Mir ist sehr wohl klar, dass hier ein rechtlicher Anspruch des Käufers auf ein Auto oder eben dessen Gegenwert in Geld besteht.

    Ich bemängle nur die Tatsache, dass das überhaupt so ist. Das ist meiner Meinung nach kaputtes Recht. Denn zum einen muss (!) bei einer Auktion muss noch lange kein Kaufvertrag zustande kommen - das ist keine gott- oder physikgegebene Tatsache -, zum anderen kann man als Käufer nicht ernsthaft davon ausgegangen sein, das Auto für einen Euro zu bekommen. Das Gericht hat gemäß geltendem Recht geurteilt, ja. Allerdings bedeutet das nicht, dass das Recht in der Form moralisch korrekt sein muss. Zumindest beim Kaufpreis hätte das Gericht einen plausibleren Maßstab anlegen können.

    Beispielsweise waren die Judenverfolgungen in den 30er Jahren moralisch extrem verwerflich, rechtlich damals aber ohne Makel. Und es gibt noch haufenweise andere Beispiele.

    > Klar erscheint es in diesen fall zunächst kleinkariert da auf SchE zu
    > bestehen und zu gewähren. Aber anders würden wir unser Regelwerk, nachdem
    > wir leben zerstören und wieder Willkür walten lassen.

    Alle gesellschaftlichen Regeln, denen wir uns unterwerfen, sind menschengemacht. Das bedeutet auch, dass wir sie wieder ändern können.

    > Das würde die Marktwirtschaft zerstören :) wenn kein Gewinn bringendes
    > handeln mehr möglich ist, können wir alle nach Hause gehen :)
    >
    > Ein Autohändlern kauft Pkw ein für 10.000 Euro Einkaufspreis. Vertrag
    > steht, er weiß er kann ihn für 15000 verkaufen. Auf alle Autos
    > hochgerechnet kalkuliert er so, bezahlt so seine Angestellten Miete etc,
    > das könnte er nicht wenn er die Autos nur für den Einkaufspreis verlauft.
    > Und wann könnte er noch nicht? Wenn sein Lieferant nicht liefert. Würde er
    > jetzt SchE fordern, würde er ihrer Ansicht nach, nur die 10000 bekommen und
    > nicht 15000. entgangen sind ihm aber 15000. er könnte also selbe
    > Angestellten nicht bezahlen und müsste sie entlassen, nur durch eln
    > Fehlverhalten des Lieferanten. Wollen sie das so?

    Der Verkäufer hat in deinem mit dem Lieferant gesprochen, beide haben einen Vertrag unterzeichnet, beide waren sich vor dem Unterzeichnen bewusst, was sie bekommen würden. Der Ebay-Verkäufer hat aber schon durch den Abbruch der Auktion klar gemacht, dass er, egal was rauskommt, nicht mehr an der Auktion interessiert ist. Zudem gab es weder eine konkrete Preisverhandlungen, noch "wirkliche" Verträge, noch Unterschriften.

    Eine Auktion ist meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit zur Preisfindung, ein Angebot, auf das ich nicht eingehen muss. Da mir aber sehr gut bewusst ist, dass das im Recht anders gehandhabt wird, lasse ich die Finger davon. Besser am mit dem alten Kram in die Kleinanzeigen, da habe ich beim Preis ein Wörtchen mitzureden.

  12. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: g0r3 13.11.14 - 18:13

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Was ist denn an diesem einfachen Konzept so schwer zu begreifen? Markt.
    > Angebot. Nachfrage. Fertig.

    Nichts. Du kannst nicht lesen, alleine das ist das Problem.

    Außerdem bin ich mir verdammt sicher, dass ihr "Päpstlicher als der Papst"-Schreier hier alle die Auktion bei einer Verkaufsgelegenheit des Autos außerhalb abgebrochen hättet. Inklusive der im Vergleich zu jetzt um 180 Grad gedrehten Meinung, wenn es dann genauso zur Klage gekommen werde

  13. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Anonymer Nutzer 13.11.14 - 18:16

    > Eine Auktion ist meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit zur Preisfindung, ein Angebot, auf das ich nicht eingehen muss.

    Dann muss das aber vorher auch allen Beteiligten klar und von diesen akzeptiert sein. Hier waren die Regeln vorher dahingehend klar, dass es eben keine unverbindliche Preisfindungssuche, sondern eine verbindliche Auktion war. Das kann man nicht im Nachhinein einfach so lange hin- und herdefinieren, bis es einem in den persönlichen Kram passt.

  14. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: --Felix-- 13.11.14 - 18:20

    g0r3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > --Felix-- schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Es ist kein rhetorischer Schaden, sondern ein ganz reeller. Ich gebe zu
    > das
    > > ist nicht leicht nachzuvollziehen, hat nichts mit Intelligenz zu tun
    > (bevor
    > > jemand auf die Idee kommt zu schreiben ich würde dich für nicht
    > ausreichend
    > > intelligent Erachten oder sowas). Es ist eine sehr schwere und abstrakte
    > > Thematik.
    >
    > Nochmals: Mir ist sehr wohl klar, dass hier ein rechtlicher Anspruch des
    > Käufers auf ein Auto oder eben dessen Gegenwert in Geld besteht.
    >
    > Ich bemängle nur die Tatsache, dass das überhaupt so ist. Das ist meiner
    > Meinung nach kaputtes Recht. Denn zum einen muss (!) bei einer Auktion muss
    > noch lange kein Kaufvertrag zustande kommen - das ist keine gott- oder
    > physikgegebene Tatsache -, zum anderen kann man als Käufer nicht ernsthaft
    > davon ausgegangen sein, das Auto für einen Euro zu bekommen. Das Gericht
    > hat gemäß geltendem Recht geurteilt, ja. Allerdings bedeutet das nicht,
    > dass das Recht in der Form moralisch korrekt sein muss. Zumindest beim
    > Kaufpreis hätte das Gericht einen plausibleren Maßstab anlegen können.
    >
    > Beispielsweise waren die Judenverfolgungen in den 30er Jahren moralisch
    > extrem verwerflich, rechtlich damals aber ohne Makel. Und es gibt noch
    > haufenweise andere Beispiele.
    >
    > > Klar erscheint es in diesen fall zunächst kleinkariert da auf SchE zu
    > > bestehen und zu gewähren. Aber anders würden wir unser Regelwerk,
    > nachdem
    > > wir leben zerstören und wieder Willkür walten lassen.
    >
    > Alle gesellschaftlichen Regeln, denen wir uns unterwerfen, sind
    > menschengemacht. Das bedeutet auch, dass wir sie wieder ändern können.
    >
    > > Das würde die Marktwirtschaft zerstören :) wenn kein Gewinn bringendes
    > > handeln mehr möglich ist, können wir alle nach Hause gehen :)
    > >
    > > Ein Autohändlern kauft Pkw ein für 10.000 Euro Einkaufspreis. Vertrag
    > > steht, er weiß er kann ihn für 15000 verkaufen. Auf alle Autos
    > > hochgerechnet kalkuliert er so, bezahlt so seine Angestellten Miete etc,
    > > das könnte er nicht wenn er die Autos nur für den Einkaufspreis
    > verlauft.
    > > Und wann könnte er noch nicht? Wenn sein Lieferant nicht liefert. Würde
    > er
    > > jetzt SchE fordern, würde er ihrer Ansicht nach, nur die 10000 bekommen
    > und
    > > nicht 15000. entgangen sind ihm aber 15000. er könnte also selbe
    > > Angestellten nicht bezahlen und müsste sie entlassen, nur durch eln
    > > Fehlverhalten des Lieferanten. Wollen sie das so?
    >
    > Der Verkäufer hat in deinem mit dem Lieferant gesprochen, beide haben einen
    > Vertrag unterzeichnet, beide waren sich vor dem Unterzeichnen bewusst, was
    > sie bekommen würden. Der Ebay-Verkäufer hat aber schon durch den Abbruch
    > der Auktion klar gemacht, dass er, egal was rauskommt, nicht mehr an der
    > Auktion interessiert ist. Zudem gab es weder eine konkrete
    > Preisverhandlungen, noch "wirkliche" Verträge, noch Unterschriften.
    >
    > Eine Auktion ist meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit zur Preisfindung,
    > ein Angebot, auf das ich nicht eingehen muss. Da mir aber sehr gut bewusst
    > ist, dass das im Recht anders gehandhabt wird, lasse ich die Finger davon.
    > Besser am mit dem alten Kram in die Kleinanzeigen, da habe ich beim Preis
    > ein Wörtchen mitzureden.

    Ja natürlich kann man über geltendes Recht diskutieren, das sollte man auch und es wird auch ständig gemacht. Eine Auktion ist eben genau soviel "Wert" wie ein Vertrag aus meinem beispiel. Anders wäre es schwierg, da dann jeder bei einem Gebot was ihm zu niedrig für seine Sache ist, aussteigt. EBay hätte sich also erledigt und bliebe nur ein Kleinanzeigen Anbieter.

    Wenn dir das zu heikel ist dann lass es doch und nutze eBay Kleinanzeigen, oder setze einfach ein Mindestpreis.

    Hier nochmal war es so, das der Verkäufer nicht abgebrochen hat weil er das Geschäft nicht mehr machen wollte, er wollte es, das hat er bewiesen indem er das Auto jemandem anderen verkauft hat. Es ist ihm kein Fehler unterlaufen, vll hätte der bgh da auch anders entschieden wenn der Verkäufer nicht an einen dritten verkauft hätte und tatsächlich das Auto nicht mehr verkaufen wollte.

  15. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Anonymer Nutzer 13.11.14 - 18:21

    g0r3 schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Nichts. Du kannst nicht lesen, alleine das ist das Problem.

    Na schönen Dank dafür. Ich kann schon den Bolzplatz hören.

    > Außerdem bin ich mir verdammt sicher, dass ihr "Päpstlicher als der
    > Papst"-Schreier hier alle die Auktion bei einer Verkaufsgelegenheit des
    > Autos außerhalb abgebrochen hättet. Inklusive der im Vergleich zu jetzt um
    > 180 Grad gedrehten Meinung, wenn es dann genauso zur Klage gekommen werde

    Ich hätte die verdammte Karre einfach nicht zwei Mal verkauft, wenn ich nur eine habe. Und schon gar nicht, noch während der Auktionator die Gebote aufruft. Es geht einfach nicht, für ein Auto zwei Kaufverträge mit zwei Kunden zu machen. Lies das.

  16. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Abseus 14.11.14 - 07:10

    oliver.n.h schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Von Auktionen wohl keine Ahnung, wärend der eingestellten Zeit, darf ein
    > Produkt nicht anderswo verkauft werden, dass ist der Fehler des Verkäufers,
    > wenn er dem käufer gesagt hätte ist auf ebay kannst mitbieten hätte der
    > verkäufer wohl mehr einnehmen können als die 4200 ¤ . Und keiner hätte ihn
    > verklagen können.

    Der Punkt ist das es mutmaßlich ein eBay Nutzer war der ihm angeboten hat ihm den Wagen rechtswidrig außerhalb von eBay zum genannten Preis zu verkaufen. Und das ist dann Betrug am rechtmäßigen Bieter und somit sogar strafbar

  17. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: g0r3 14.11.14 - 09:01

    david_rieger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich hätte die verdammte Karre einfach nicht zwei Mal verkauft, wenn ich nur
    > eine habe. Und schon gar nicht, noch während der Auktionator die Gebote
    > aufruft. Es geht einfach nicht, für ein Auto zwei Kaufverträge mit zwei
    > Kunden zu machen. Lies das.

    Doch, ich behaupte, das hättest du. Ganz egal, was du hier schreibst.

  18. Re: Schadensersatz für welchen Schaden?

    Autor: Anonymer Nutzer 14.11.14 - 21:22

    g0r3 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch, ich behaupte, das hättest du. Ganz egal, was du hier schreibst.

    Ok, an der Stelle, an der Du mich Lügner schimpfst, beende ich mal das Gespräch. Schönen Abend noch.

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