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Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: AllDayPiano 20.12.16 - 10:56
Ich persönlich verstehe eh nicht, warum immernoch auf dieses total veraltete Konzept der Kassiererin zurückgegriffen wird.
In Italien krebst man dafür auch noch doppelt so lange an Selbstbedienerkassen (FURCHTBAR!!!).
Warum ist es so schwer, ein System zu entwickeln, bei dem mittels 360° Laser einfach die Waren gescannt werden können, ohne dass man ewig nach dem Barcode suchen muss?
Andererseits sei auch ganz klar festzustellen: Die 2 Minuten an der Kasse, die einem ewig lange vorkommen, sind ein gutes stück Altertum, um sich selbst - zumindest ein kleines bisschen - zu entschleunigen.
Warum muss alles schneller werden? In Frankreich stört sich kein einziger Mensch daran, 10 Minuten an der Kasse zu warten. Bei uns sind 30 Sekunden schon ein Problem.
Dazu habe ich mal eine nette Anekdote gehört: Jemand bekam mal eine Sanduhr geschenkt. Als er fragte "was soll ich damit?" sagte man ihm "Ich schenke Dir Zeit! Immer, wenn Du denkst, etwas geht zu langsam oder Du furchtbar nervös bist, drehe die Sanduhr einfach um, und sehe ihr beim Ablaufen zu. Du wirst sehen, es ist toll!". Nach etwas ungläubigen Murren versuchte es der Herr dann mal und stellte fest "Tatsächlich, ein bisschen Zeit ist etwas wirklich tolles!" -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: plutoniumsulfat 21.12.16 - 00:00
Entschleunigen will ich zuhause aber doch nicht an der Supermarktkasse, wo am besten noch die überforderte Mutter mit 3 Kindern steht, wovon das aus dem Babywagen gerade die Schokolade ganz unten aus dem Regal reißt, Kind 2 am schreien ist, weil Kind 3 ihm gerade das Handy geklaut hat und hinter einem am besten der Alki steht, der sein Plastikflaschenbier in braunen Papiertüten aufs Band stellt und einem ein unvergessliches Geruchserlebnis beschert.
Die 10 Minuten lieg ich lieber auf der Couch und höre entspannt Musik.
So ein 360°-Laser wäre aber echt cool. Einfach wie am Flughafen durch ein Portal gehen, alles wird gescannt und sofort mit der NFC-Karte im Portemonnaie bezahlt ;) -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: Anonymer Nutzer 21.12.16 - 01:12
> So ein 360°-Laser wäre aber echt cool. Einfach wie am Flughafen durch ein Portal gehen, alles wird gescannt und sofort mit der NFC-Karte im Portemonnaie bezahlt ;)
Naja barcodeleser sind von vorgestern und völlig ungeeignet für eine vollautomatische Kasse. Hier müsse jeder artikel immernoch irgendwie vom scanner visuell erfasst werden. Sprich man muss den kram immernoch aufs band packen um es dann wieder einzupacken.
Besser wäre hier rfid Etikett an jedem Artikel damit kann man dann direkt mit dem einkaufswagen durchfahren und fertig.
Bezahlen gern immernoch per ec oder bar. Beides recht zügig wenns automatisiert stattfindet. -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: Berner Rösti 21.12.16 - 06:47
RFID wäre hier wirklich klasse – eine typische Nerd-Lösung halt. :o)
Allerdings muss ich da auch ehrlich sagen, dass ich den dahinter stehenden Aufwand für Wahnsinn halten würde. Du musst jeden Cent-Artikel im Supermarkt mit einem RFID-Etikett versehen, das ja selbst auch wiederum Geld kostet, während sich ein Barcode i.d.R. kostenneutral anbringen lässt.
Dann hast du es hier mit einer Elektronik-Komponente zu tun, die danach einfach weggeworfen wird – was für eine Ressourcenverschwendung. Denn überleg mal, was da in der Summe zusammen käme.
Dann bleiben wir doch lieber bei den Barcodes. Aldi macht es doch vor, wie das schnell abgescannt werden kann: Einfach den Barcode an jeder Seite der Verpackung anbringen.
Gegen optische Systeme ist prinzipiell ja auch nichts einzuwenden. In Zeiten, in denen vollautomatische Produktionsanlagen die schwarzen Stellen aus den Pommes herausschneiden können, sollte sowas doch ein lösbares Problem sein.
Prinzipiell ist gegen den Kassiervorgang ja auch nichts einzuwenden. Es liegt ja nur an der Menge der Kassen, dass es mitunter länger dauert. -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: AllDayPiano 21.12.16 - 08:12
Berner Rösti schrieb:
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> RFID wäre hier wirklich klasse – eine typische Nerd-Lösung halt. :o)
Jupp, funktioniert nur nicht. Deshalb wird es auch nicht gemacht.
Je nach Frequenzband liegt die maximal unterscheidbarer Tags pro Scanvorgang bei ca. 10. D.h. mehr als 10 Artikel dürfen nicht im Einkaufswagen sein. Der Einkaufswagen müsste dann auch aus Plastik sein, wei die Gitter niederfrequente Tags abschirmen.
Alles nicht so trivial.
> Allerdings muss ich da auch ehrlich sagen, dass ich den dahinter stehenden
> Aufwand für Wahnsinn halten würde. Du musst jeden Cent-Artikel im
> Supermarkt mit einem RFID-Etikett versehen, das ja selbst auch wiederum
> Geld kostet, während sich ein Barcode i.d.R. kostenneutral anbringen lässt.
Das wird jetzt schon gemacht. Sogar auf Head&Shoulders, einem 2,70 Euro Produkt, ist hinter dem Etikett ein RFID-Tag angebracht o.O
> Dann hast du es hier mit einer Elektronik-Komponente zu tun, die danach
> einfach weggeworfen wird – was für eine Ressourcenverschwendung. Denn
> überleg mal, was da in der Summe zusammen käme.
Joa das wäre ekelhaft. Solange es keine recyclebaren Halbleitern gibt, und man komplett auf seltene Erden verzichten könnte, halte ich so ein System für übel^2.
> Gegen optische Systeme ist prinzipiell ja auch nichts einzuwenden. In
> Zeiten, in denen vollautomatische Produktionsanlagen die schwarzen Stellen
> aus den Pommes herausschneiden können, sollte sowas doch ein lösbares
> Problem sein.
Richtig. Man könnte statt eines Lasers (Stichpunkt Personenschutz) auch ein optisches (Vision-)System nutzen. Über Spiegel einen Rundumblick zu erzeugen ist ja auch problemlos möglich.
Wir haben hier einen Barcodescanner in der Arbeit von Datalogic, der rein optisch ohne Laser arbeitet. Binnen 0,5s findet er den Barcode irgendwo auf dem Artikel und haut die Nummer raus. Ein geiles Teil :) -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: Berner Rösti 21.12.16 - 08:48
AllDayPiano schrieb:
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> > Allerdings muss ich da auch ehrlich sagen, dass ich den dahinter
> stehenden
> > Aufwand für Wahnsinn halten würde. Du musst jeden Cent-Artikel im
> > Supermarkt mit einem RFID-Etikett versehen, das ja selbst auch wiederum
> > Geld kostet, während sich ein Barcode i.d.R. kostenneutral anbringen
> lässt.
>
> Das wird jetzt schon gemacht. Sogar auf Head&Shoulders, einem 2,70 Euro
> Produkt, ist hinter dem Etikett ein RFID-Tag angebracht o.O
Müsste ich in der Tat mal drauf achten, wenn ich wieder im Supermarkt bin. Aber klar, in manchen Logistik-Ketten wird auf RFID gesetzt, aber eben nicht in allen.
> Richtig. Man könnte statt eines Lasers (Stichpunkt Personenschutz) auch ein
> optisches (Vision-)System nutzen. Über Spiegel einen Rundumblick zu
> erzeugen ist ja auch problemlos möglich.
>
> Wir haben hier einen Barcodescanner in der Arbeit von Datalogic, der rein
> optisch ohne Laser arbeitet. Binnen 0,5s findet er den Barcode irgendwo auf
> dem Artikel und haut die Nummer raus. Ein geiles Teil :)
Ob Datalogic, Zebra (fka Motorola, fka Symbol), die haben alle die Imager im Sortiment, die nicht mehr über einen rotierenden Laser arbeiten sondern einen hoch auflösenden CCD-Chip, wahlweise 1D oder 2D.
Die haben dann übrigens auch den charmanten Vorteil, dass sie auch aktiven Displays abscannen können, aber das nur nebenbei.
Ein Problem gäbe es allerdings: Wenn du die Ware aufs Band schmeißt und die dann abgescannt werden, wäre es nicht trivial die Mengen zu erfassen. Denn sobald sich ein Barcode mehr als einmal auf der Packung befindet, was hat für einen schnellen Scan-Vorgang unablässlich ist, kannst du dann nicht mehr zuverlässig unterscheiden, ob du zwei Barcodes derselben oder von zwei einzelnen Packungen erfasst hast.
Da müsstest du dann sicherstellen, dass auf dem Band die Waren so aufgelegt werden, dass auch ihre Umrisse sauber erfasst werden können. Vielleicht könnte man auch mit Waagen arbeiten.
Das sind halt so diese Details, die es dann kompliziert machen. -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: AllDayPiano 21.12.16 - 09:07
Berner Rösti schrieb:
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> AllDayPiano schrieb:
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> > Das wird jetzt schon gemacht. Sogar auf Head&Shoulders, einem 2,70 Euro
> > Produkt, ist hinter dem Etikett ein RFID-Tag angebracht o.O
>
> Müsste ich in der Tat mal drauf achten, wenn ich wieder im Supermarkt bin.
> Aber klar, in manchen Logistik-Ketten wird auf RFID gesetzt, aber eben
> nicht in allen.
Gut, das kann natürlich sein, dass diese Tags nur auf Kundenwunsch aufgebracht werden.
Erstaunlich ist, dass man sie nicht sieht. Du merkst erst, dass da was ist, wenn Du das etikett abziehst. Von Außen sind sie sonst unsichtbar.
Oder auch bei H&M. Anstatt auf amorphes Eisen zu setzen haben heutige Kleidungsstücke einen RFID-Tag eingenäht. Das spart dann die Farbpatrone, weil die Tags elektronisch deaktiviert werden können.
Deaktiviert heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Chips dann nicht mehr funktionieren. Es gibt auch Chips, die überleben den Vorgang, reagieren nur nicht mehr auf den Auslöseimpuls der Diebstahlschutzbrücken.
Tracking - wir kommen!
> Ein Problem gäbe es allerdings: Wenn du die Ware aufs Band schmeißt und die
> dann abgescannt werden, wäre es nicht trivial die Mengen zu erfassen. Denn
> sobald sich ein Barcode mehr als einmal auf der Packung befindet, was hat
> für einen schnellen Scan-Vorgang unablässlich ist, kannst du dann nicht
> mehr zuverlässig unterscheiden, ob du zwei Barcodes derselben oder von zwei
> einzelnen Packungen erfasst hast.
Das stimmt allerdings. Es wäre von nöten, dass das bisherige System angepasst bzw. erweitert wird.
Man wird auf mittelfristige Sicht nicht auf eine Kassendame verzichten können. Aber es wäre dennoch ein Vorteil, wenn 90% der Waren autonom erfasst werden können.
Das Problem, dass aus dem Milchkarton 2 Tüten fehlen ist in der Tat nicht trivial lösbar. Vielleicht wird hier ML/DL einiges an neuen Erkennungsalgorithmen hervorbringen. Aber das wird wohl noch lange dauern. -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: Berner Rösti 21.12.16 - 09:26
AllDayPiano schrieb:
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> Gut, das kann natürlich sein, dass diese Tags nur auf Kundenwunsch
> aufgebracht werden.
Kommt darauf an, wer in der Kette auf diese Etiketten angewiesen ist.
> Erstaunlich ist, dass man sie nicht sieht. Du merkst erst, dass da was ist,
> wenn Du das etikett abziehst. Von Außen sind sie sonst unsichtbar.
>
> Oder auch bei H&M. Anstatt auf amorphes Eisen zu setzen haben heutige
> Kleidungsstücke einen RFID-Tag eingenäht. Das spart dann die Farbpatrone,
> weil die Tags elektronisch deaktiviert werden können.
Im Textilbereich hast du das Problem, dass du keine feste Produktverpackung hast, was das Handling deutlich erschwert. Textilien sind i.d.R. nur einzelnen Plastikfolien eingepackt und kommen dann in große Kartons.
Hier RFID einzusetzen, ergibt wirklich einen Sinn, da du ansonsten den ganzen Berg "durchwühlen" musst, um die Waren zu erfassen. Bei 'ner Palette mit starren Packungen drauf ist das schon deutlich einfacher.
> Deaktiviert heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Chips dann nicht mehr
> funktionieren. Es gibt auch Chips, die überleben den Vorgang, reagieren nur
> nicht mehr auf den Auslöseimpuls der Diebstahlschutzbrücken.
>
> Tracking - wir kommen!
Ja, das habe ich auch so meine Bedenken, zumal die RFID-Chips ja auch zwangsläufig eine eindeutige ID haben müssen, da man sie ja ansonsten beim Scan nicht mengenmäßig voneinander unterscheiden könnte.
Bei Textilien wäre ja das einfachste, wenn man da wasserlösliche Leiterbrücken einbauen würde, so dass der Chip nach der ersten Wäsche das Zeitliche segnet.
Oder man bringt den Chip auf ein zusätzliches Etikett an, das der Kunde ohnehin entfernt. Die meisten Markenklamotten haben ja noch irgendwie so einen Anhänger oder dergleichen.
> > Ein Problem gäbe es allerdings: Wenn du die Ware aufs Band schmeißt und
> die
> > dann abgescannt werden, wäre es nicht trivial die Mengen zu erfassen.
> Denn
> > sobald sich ein Barcode mehr als einmal auf der Packung befindet, was
> hat
> > für einen schnellen Scan-Vorgang unablässlich ist, kannst du dann nicht
> > mehr zuverlässig unterscheiden, ob du zwei Barcodes derselben oder von
> zwei
> > einzelnen Packungen erfasst hast.
>
> Das stimmt allerdings. Es wäre von nöten, dass das bisherige System
> angepasst bzw. erweitert wird.
>
> Man wird auf mittelfristige Sicht nicht auf eine Kassendame verzichten
> können. Aber es wäre dennoch ein Vorteil, wenn 90% der Waren autonom
> erfasst werden können.
>
> Das Problem, dass aus dem Milchkarton 2 Tüten fehlen ist in der Tat nicht
> trivial lösbar. Vielleicht wird hier ML/DL einiges an neuen
> Erkennungsalgorithmen hervorbringen. Aber das wird wohl noch lange dauern.
Unterm Strich muss man dann allerdings sagen: Ist es dann nicht doch günstiger, einfach ein Rudel Minijobber dort hinzusetzen? Zumal du das dann auch recht gut skalieren kannst. -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: melog89 21.12.16 - 12:05
Bin ich denn der einzige, der auch gerne auf das "Wagen durch Geschäft schieben und Kram reinschmeißen" verzichten würde?
Lieber online zusammenstellen was man braucht, am Besten merkt er sich die Standardsachen gleich bzw. fügt sie automatisch hinzu, wenn sie im Angebot sind, und ich hole den Kram dann einfach nur im Laden frisch ab. Bezahlt ist alles bereits online. -
Re: Moderne Kassensysteme wären mir lieber!
Autor: kassensystemanbeiter 17.09.17 - 13:07
Moderne Kassensysteme sollen ja auch die Abrechnung der Kunden erleichtern. Für die Verkäufer ist zwar auch die Geschwindigkeit wichtig, aber nicht das einzige Ziel. Und das von Ihnen vorgeschlagene Lasersystem wäre wahrscheinlich ziemlich unwirtschaftlich, spirch zu teuer. Die Kassensysteme Einzelhandel auf dem heutigen Markt sind aber sicherlich noch weiter entwickelbar.



