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Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

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  1. Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: horatio 07.09.16 - 02:18

    ... bzw. der Meinung sind, die Verbraucherschützer übertreiben maßlos. Schon schade, wenn die einfachsten Dinge nicht verstanden/erkannt werden:

    1. Entkopplung von Ware und Preisschild. Das stellt nicht nur eine Benachteiligung des stationären Handels dar (der Preise am Regal auszeichnen muss) und verzerrt damit den Wettbewerb, sondern ist vor allem bewusst darauf angelegt, dass dem Verbraucher eben möglichst nicht bewusst wird, dass er gerade dabei ist, Geld auszugeben und vor allem, wie viel.

    2. Erhöhung der Markentreue. Wer sich einen solchen Button anschafft, legt sich auf einen Hersteller fest. Nicht weil er es muss, sondern einfach weil man sich eingestehen müsste, dass der Button eine Fehlinvestition wäre, würde man ihn nicht konsequent nutzen. Markentreue ist für einen Verbraucher idiotisch. Man zahlt nicht nur für das Produkt, sondern auch für die Werbemaschinerie dahinter (Der Dashbutton selber ist, nebenbei, Werbung - mit sehr nett versteckten Kosten).

    3. Preiserhöhungen sind beim Dashbutton nicht direkt sichtbar. Klar, man sieht es später auf der Rechnung, natürlich kann man das Produkt auch zurückgehen lassen, aber man braucht es ja und wenn es schonmal da ist... Im Laden, wo Preise ausgeschildert sind passiert das so nicht. Wenn da das Waschmittel plötzlich teurer wird, dann geht erstmal der vergleichende Blick zum Konkurenzprodukt.

    4. Sonderangebote werden nicht mehr wahr genommen. Wenn ein Produkt bereits bequem über den Dashbutton bestellt wurde, dann wird die entsprechende Produktkategorie in Angebotsblättern lokaler Supermärkte übersprungen. Warum auf Sonderangebote reagieren, wenn bereits ausreichend Vorräte vorhanden sind?

    5. Profilbildung. "Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft". Hat wirklich irgendwer die Illusion, dass Amazon die Erkenntnisse aus den Buttonkäufen nicht dafür nutzen wird, um einem noch ein, zwei weitere Produkte aufzuschwatzen?

    6. Kaufzwang. Natürlich wird heutzutage niemand mehr zu irgendwas gezwungen. Stattdessen gibt es "Anreize" (zum Beispiel wenn Krankenkassen mit Fitnessarmbändern um die Ecke kommen - niemand muss die Dinger tragen und sich überwachen lassen, aber natürlich ist ein niedrigerer Beitragssatz ein "Anreiz", nicht wahr?). Hat irgendwer tatsächlich die Illusion dass Amazon in Zukunft nicht irgendein "Bonusprogramm" für Vielbesteller und Milchmädchen auf die Beine stellen wird? So nach dem Motto: wir wollen 30 Knopfdrücke pro Monat sehen für 5% Preisnachlass? Ach, soviel Waschmittel brauchen Sie gar nicht? Kein Problem! Ist kumulativ für alle Dashbuttons in Ihrem Haushalt. Schaffen Sie sich halt noch einen für Rasierklingen, Klopapier, Dushgel,... an!


    Was Amazon da treibt ist Verkaufen mit allerhand psychologischer Tricks. Und ja, davor muss der durchschnittliche Verbraucher geschützt werden, weil er eben in der Regel nicht die Zeit hat sich damit auseinanderzusetzen, mit welchen Marketingtricks versucht wird, ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen.

  2. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: cimst 07.09.16 - 07:21

    horatio schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1. Entkopplung von Ware und Preisschild. Das stellt nicht nur eine
    > Benachteiligung des stationären Handels dar (der Preise am Regal
    > auszeichnen muss) und verzerrt damit den Wettbewerb, sondern ist vor allem
    > bewusst darauf angelegt, dass dem Verbraucher eben möglichst nicht bewusst
    > wird, dass er gerade dabei ist, Geld auszugeben und vor allem, wie viel.

    Sicher nicht ganz falsch. Aber sollte Bürger sich dessen nicht bewusst sein, dass Einkaufen immer Geld kostet und dass ich, wenn der Kaufpreis über den Kauf entscheidet, diesen durch fragen in Erfahrung bringen kann oder das Produkt stehen lasse (und damit den Verkäufer um seinen Umsatz bringe) oder ihn an der Kasse zurückgehen lasse, wenn er mir zu teuer ist?

    > 2. Erhöhung der Markentreue. Wer sich einen solchen Button anschafft, legt
    > sich auf einen Hersteller fest. Nicht weil er es muss, sondern einfach weil
    > man sich eingestehen müsste, dass der Button eine Fehlinvestition wäre,
    > würde man ihn nicht konsequent nutzen.

    Eine Option "vergisst" Du. Dass ich ihn mir kaufe, weil ich ihn nutzen möchte. Nur wenn ich ihn nicht nutzen möchte wäre er eine Fehlinvestition, aber warum sollte ich ihn dann kaufen?

    > (Der Dashbutton selber ist, nebenbei, Werbung - mit sehr nett versteckten Kosten).

    ...die Du nicht aufzeigst, weil sie so offensichtlich sind, dass jeder nicht-Volldepp sie eh kennt? Oder eher Verschwörungstheorie und daher ungenannt?

    > 3. Preiserhöhungen sind beim Dashbutton nicht direkt sichtbar. Klar, man
    > sieht es später auf der Rechnung, natürlich kann man das Produkt auch
    > zurückgehen lassen, aber man braucht es ja und wenn es schonmal da ist...
    > Im Laden, wo Preise ausgeschildert sind passiert das so nicht. Wenn da das
    > Waschmittel plötzlich teurer wird, dann geht erstmal der vergleichende
    > Blick zum Konkurenzprodukt.

    Nein, mein (!) Blick geht dann nicht zum Konkurrenzprodukt, wenn sich die Preiserhöhung im Rahmen hält. Denn auch das Konkurrenzprodukt kann ja teurer geworden sein, ich weiß es nur nicht, weil ich es bisher nicht gekauft hatte. Und: Ja, damit bin ich anfällig für das "Boiling frog syndrom" (https://en.wikipedia.org/wiki/Boiling_frog).

    > 4. Sonderangebote werden nicht mehr wahr genommen. Wenn ein Produkt bereits
    > bequem über den Dashbutton bestellt wurde, dann wird die entsprechende
    > Produktkategorie in Angebotsblättern lokaler Supermärkte übersprungen.
    > Warum auf Sonderangebote reagieren, wenn bereits ausreichend Vorräte
    > vorhanden sind?

    Ich finde diese "Angebotsblätter" eh krank. Wer geht denn davon aus, dass der Verkäufer mir hier etwas Gutes tun möchte? Natürlich holt er sich das an anderen Produkten wieder rein. Oder ist der Gedanke, dass ich EXTRA wegen einem Produkt, dann auch noch woanders hin fahre, Umwelt sei dank? (Und nein: nicht alle Bürger machen ihren Großeinkauf mit dem Fahrrad.)

    > 5. Profilbildung. "Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft". Hat
    > wirklich irgendwer die Illusion, dass Amazon die Erkenntnisse aus den
    > Buttonkäufen nicht dafür nutzen wird, um einem noch ein, zwei weitere
    > Produkte aufzuschwatzen?

    Klar doch, sollen sie gerne. Aber zu einem Angebot gehört auch noch ein (mündiger) Käufer, der durch die ganzen Schutzmaßnahmen gerade weggezüchtet wird.

    > 6. Kaufzwang. Natürlich wird heutzutage niemand mehr zu irgendwas
    > gezwungen. Stattdessen gibt es "Anreize" (zum Beispiel wenn Krankenkassen
    ...
    > brauchen Sie gar nicht? Kein Problem! Ist kumulativ für alle Dashbuttons in
    > Ihrem Haushalt. Schaffen Sie sich halt noch einen für Rasierklingen,
    > Klopapier, Dushgel,... an!

    Ist doch völlig legitim! Wenn ich dem erliege, dann ist da meine freie Willensbekundung. Wenn damit ein Bedürfnis befriedigt wird ist das doch toll. Wenn ich dadurch etwas kaufe was ich nicht brauche, bin ich selbst schuld und sollte mich in Selbstkontrolle üben, aber nicht nach "schützt mich vor mir selbst" rufen.

    > Was Amazon da treibt ist Verkaufen mit allerhand psychologischer Tricks.

    Das ist deren Job! DAS muss man dem Bürger eintrichtern. Aufgabe eines Unternehmers ist es nicht mich glücklich zu machen, sondern Gewinn zu erwirtschaften. Wenn er mich dabei auch noch glücklich macht, dann ist das doppelt gut, aber nicht zwingend.

    > Und ja, davor muss der durchschnittliche Verbraucher geschützt werden, weil

    Aber nur weil der durchschnittliche Verbraucher inzwischen davon ausgeht, dass er machen kann was er will, irgend jemand wird ihn schon schützen. Wenn ich mir mit dem Hammer auf den Finger haue tut das verdammt nochmal weh.

    > er eben in der Regel nicht die Zeit hat sich damit auseinanderzusetzen, mit
    > welchen Marketingtricks versucht wird, ihm das Geld aus der Tasche zu
    > ziehen.

    Wenn ich nicht die Zeit habe den Führerschein zu machen, dann darf ich auch nicht Auto fahren. Also soll Bürger bitte für seine Taten und Entscheidungen die Verantwortung übernehmen und auch mal DENKEN.

    Sonst braucht sich doch niemand zu wundern, dass der gemeine Bürger weiter jede Selbständigkeit verliert und degeneriert.

    Ich habe sicher nichts gegen Verbraucherschutz, aber gibt es da nicht deutlich wichtigere Arbeitsfelder als die Nutzung von Mitteln (Dashbutton) zu der sich der Bürger freiwillig und bewusst entschieden hat?

  3. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: lear 07.09.16 - 08:18

    Es ist die Aufgabe des Verbraucherschutzes auf genau sowas hinzuweisen. Genau dafür ist er da.
    Nur weil das sonst nicht in IT-Magazinen auftaucht, heißt das nicht, daß es sonst nicht der Fall wäre.

    Und es ist nicht der Verbraucherschutz, sondern sind Amazon und dieses Programm, die die Verbraucher zur Unselbstständigkeit und Entscheidungsinkompetenz erziehen. *Handel* wird auf der einen Seite geschickt zur motorischen Reaktion degeneriert. Das ist ein Vertriebstraum, aber auch eine gesellschaftliche Schwächung.

    Jeder darf für sich selbst entscheiden, wie viel Lebenskompetenz er aufgeben möchte. Aber die Diskussion darüber, und nichts anderes passiert im Moment, ist wichtig. Die Gesellschaft muß ihre Verblödung in der Breite nicht kommentarlos hinnehmen.

    Und jetzt mach Deine Werbung wo anders.
    Amazon wird genug Idioten dafür finden, aber hier laufen nunmal reichlich Leute mit einem IQ > 80 herum.

  4. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: Lemo 07.09.16 - 08:37

    Mir ist hier schon sehr oft aufgefallen, dass vielen IT-affinen Menschen der Sinn für Soziales und Gesellschaftsverantwortung schlicht komplett fehlt. Man stellt sich selbst über andere Menschen, meint man könne und wisse ja alles also soll der Staat das Bitteschön nicht einschränken und vergisst dabei, dass es auch weniger intelligente Menschen gibt, die aber genauso ein Recht haben, an der Gesellschaft selbstbestimmt teilzunehmen.
    Das können sie aber nur, wenn der Staat Rahmenbedingungen schafft, die es ihnen auch ermöglichen, im Alltag mit gleichbleibenden Voraussetzungen zu leben.

    Amazon muss sich an die Gesetze halten, was mit der aktuellen Ausführung des Buttons nicht möglich ist, zudem behindert es den Wettbewerb, kann man drehen und wenden wie man will, aber Amazon liefert einen Button, der es dir nur ermöglicht, zu deren Preisen immer vom gleichen Lieferanten zu bestellen. Ich kenne nichts, was vergleichbar wäre - sofern es um Wären geht.

  5. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: Peter Brülls 07.09.16 - 09:04

    horatio schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... bzw. der Meinung sind, die Verbraucherschützer übertreiben maßlos.
    > Schon schade, wenn die einfachsten Dinge nicht verstanden/erkannt werden:
    >
    > 1. Entkopplung von Ware und Preisschild. Das stellt nicht nur eine
    > Benachteiligung des stationären Handels dar (der Preise am Regal
    > auszeichnen muss)

    Der stationäre Handel ist hier eh raus. Wer so ein Produkt nutzt, *will* nicht in den stationären Handel, zumindest nicht für solchen Krams.

    > und verzerrt damit den Wettbewerb,

    Bedingt. Der stationäre Handel verzerrt den Wettbewerb dadurch, dass er die Waren zur direkten Inaugenscheinnahme bereitstellt ermöglicht. Manchmal geschieht das sogar durch dirkete Manipulation, etwa durch Manipulation des Geruchssinns, wenn Speisedüfte Passanten aufgedrängt werden und etwa den Speichelfluss anregen.




    > sondern ist vor allem bewusst darauf angelegt, dass dem Verbraucher eben
    > möglichst nicht bewusst wird, dass er gerade dabei ist, Geld auszugeben

    Das ist Unsinn. Verbraucher wissen, dass hier ein Kauf initiiert wird und dass das Geld kostet.

    > und vor allem, wie viel.

    Der exakte Preis ist unbekannt, der grobe schon. Jedenfalls denen, die das nutzen. Die tatsächliche Differenz zwischen beiden kann auch bestimmt werden. Sie lautet: „Egal.“.




    > 2. Erhöhung der Markentreue

    Korrekt.


    > Wer sich einen solchen Button anschafft, legt
    > sich auf einen Hersteller fest. Nicht weil er es muss, sondern einfach weil
    > man sich eingestehen müsste, dass der Button eine Fehlinvestition wäre,

    Der Button kostet 4,99, die Summe wird auf den ersten Kauf, der dann eh gettigt werde, angerechnet. Der Benutzer muss sich also keine Fehlinvestition schönrechnen.

    > würde man ihn nicht konsequent nutzen. Markentreue ist für einen
    > Verbraucher idiotisch.

    Nicht immer.

    > Man zahlt nicht nur für das Produkt, sondern auch
    > für die Werbemaschinerie dahinter.

    Die zahlt man für alles. Ich kann nicht mal bei Edeka No-Name Produkte einkaufen, ohne die Edeka-Werbung im Fernsehen mit zu bezahlen. Für ALDI und LIDL und andere Discounter gilt ähnliches. Wobei ich nicht einmal weiß, welche Marke ich wegen massiver Werbung meiden sollte, weil ich, außer wenn ich Plakate sehe, kaum Werbung ausgesetzt bin, es sei denn, ich greife bewusst zu einem Prospekt.

    (Der Dashbutton selber ist, nebenbei, Werbung - mit sehr nett versteckten Kosten).

    Alles was gebrandet ist ist Werbung, also eine bedeutungslose Tautologie.



    > 3. Preiserhöhungen sind beim Dashbutton nicht direkt sichtbar. Klar, man
    > sieht es später auf der Rechnung, natürlich kann man das Produkt auch
    > zurückgehen lassen, aber man braucht es ja und wenn es schonmal da ist·.

    > Im Laden, wo Preise ausgeschildert sind passiert das so nicht. Wenn da das
    > Waschmittel plötzlich teurer wird, dann geht erstmal der vergleichende
    > Blick zum Konkurenzprodukt.

    Nicht bei jedem und entsprechend werden sich auch die Nutzer eines solchen Produkts verhalten.

    Wer Nutella vorzieht, wird i. A. nicht einfach Nusspli kaufen, weil das gerade mal günstiger ist.


    > 4. Sonderangebote werden nicht mehr wahr genommen.


    Korrekt. Sind für diese Verbrauchergruppe eh uninteressant.

    > Warum auf Sonderangebote reagieren, wenn bereits ausreichend Vorräte
    > vorhanden sind?

    Diese Nutzer *wollen* keine Vorratshaltung über das absolute Minimum hinaus. Die wollen Just-In-Time Belieferung mit dem von ihren gewünschten Produkt.

    Genausogut könntest Du bemängeln, dass ein Vegetarier kein Schweineschnitzel kauft, obwohl das Tofoschnitzel gerade doppelt so teuer ist.




    > 5. Profilbildung. "Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft".

    Geschieht auch jetzt schon.

    > Hat wirklich irgendwer die Illusion, dass Amazon die Erkenntnisse aus den
    > Buttonkäufen nicht dafür nutzen wird, um einem noch ein, zwei weitere
    > Produkte aufzuschwatzen?

    Und das ist schlimm, weil… ? Du kannst nicht auf der einen Seite „Sonderangebote des stationären Handels“ als bessere Alternative anbieten, wenn die nur dazu da sind, dass der Kunde *diesen* Laden betritt um dann auch anderes Dinge zu kaufen, wenn Du hier „Produkte aufschwatzen“ kritisierst.

    > 6. Kaufzwang. Natürlich wird heutzutage niemand mehr zu irgendwas
    > gezwungen. Stattdessen gibt es "Anreize" (zum Beispiel wenn Krankenkassen
    > mit Fitnessarmbändern um die Ecke kommen - niemand muss die Dinger tragen
    > und sich überwachen lassen, aber natürlich ist ein niedrigerer Beitragssatz
    > ein "Anreiz", nicht wahr?).

    Für manche ja.

    > Hat irgendwer tatsächlich die Illusion dass
    > Amazon in Zukunft nicht irgendein "Bonusprogramm" für Vielbesteller und
    > Milchmädchen auf die Beine stellen wird? So nach dem Motto: wir wollen 30
    > Knopfdrücke pro Monat sehen für 5% Preisnachlass?

    Ja und? Stell Die vor wenn bei mir jemand 100 Programmierstunden eingekauft hat, hat er einen besseren Preis gekriegt, als die 10, die nur jeweils 10 Stunden gebucht hatten.


    > Ach, soviel Waschmittel
    > brauchen Sie gar nicht? Kein Problem! Ist kumulativ für alle Dashbuttons in
    > Ihrem Haushalt. Schaffen Sie sich halt noch einen für Rasierklingen,
    > Klopapier, Dushgel,... an!

    Auch hier: Ja und?


    > Was Amazon da treibt ist Verkaufen mit allerhand psychologischer Tricks.

    Stimmt. Und solange sie dabei nicht betrügen, ist das zulässig.

    > Und ja, davor muss der durchschnittliche Verbraucher geschützt werden,

    Der, der alle paar Monate durch Stimmabgabe über die Zukunft der Nation mitentscheiden darf? Ich hoffe nicht.

    > weil er eben in der Regel nicht die Zeit hat sich damit auseinanderzusetzen, mit
    > welchen Marketingtricks versucht wird, ihm das Geld aus der Tasche zu
    > ziehen.


    Genau, daran:

    * Alle Produkte werden nur noch in weißen Schachteln gleicher Größe (bezogen auf die Produktart) verkauft.

    * Lotterien, Zigaretten, Freizeitparks und Fernsehen werden verboten.

    * Kleidung gibt es nur noch in Blau.

  6. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: wasabi 07.09.16 - 09:27

    > 1. Entkopplung von Ware und Preisschild. Das stellt nicht nur eine
    > Benachteiligung des stationären Handels dar (der Preise am Regal
    > auszeichnen muss) und verzerrt damit den Wettbewerb, sondern ist vor allem
    > bewusst darauf angelegt, dass dem Verbraucher eben möglichst nicht bewusst
    > wird, dass er gerade dabei ist, Geld auszugeben und vor allem, wie viel.

    Vielleicht ticke ich da anders, ich höre auch oft dass Leute zu viel Geld ausgeben, wenn sie mit Karte zahlen. Kann ich nicht nachvollziehen, daher verstehe ich auch nicht, wenn einem hier angeblich nicht bewusst ist, dass man da Geld ausgibt. Zumal es hier um Dinge des täglichen Bedarfs geht, also tatsächlich notwendige Verbrauchsgegenstände. Die man sowieso kaufen muss - hächstens eben von einer anderen Marke oder bei einem anderen Geschäft.

    Zu der rechtlichen Sache: Falls das nicht rechtens ist, was Amazon da tust, dann ist das in der Tat ein illegaler Wettbewerbsvorteil. Allerdings wäre meiner Meinung nach die Konsequenz daraus, dass man die Gesetze entsprechend anpasst und konkret eine solche Anwendung legalisiert. Denn aus Verbraucherschutzsicht sehe ich hier in keinster Weise irgendeinen Handlungsbedarf. Stattdessen würde man ein Produkt bzw. eine Dienstleistung verbieten, die durchaus eben ihre Kunde findet, die sie möchten, aber keinen anderen Kunden irgendwie gefährdet/schädigt/übers Ohr haut/...


    > 2. Erhöhung der Markentreue. Wer sich einen solchen Button anschafft, legt
    > sich auf einen Hersteller fest. Nicht weil er es muss, sondern einfach weil
    > man sich eingestehen müsste, dass der Button eine Fehlinvestition wäre,
    > würde man ihn nicht konsequent nutzen. Markentreue ist für einen
    > Verbraucher idiotisch. Man zahlt nicht nur für das Produkt, sondern auch
    > für die Werbemaschinerie dahinter (Der Dashbutton selber ist, nebenbei,
    > Werbung - mit sehr nett versteckten Kosten).
    Da der Button letztlich kostenlos ist ist es auch keine Fehlinvestition, wenn man dann doch mal was anderes kauft oder ihn gar nicht mehr nutzt. Markentreue mag idiotisch sein, aber wird doch "offline" sowieso betrieben. Jetzt mal ernsthaft: Stehst du vor jedem Waschmitteleinkauf vorm Regal und vergleichst die Produkte und die Preise und entscheidest aufs neue, welches du denn heute nimmst? Das tun wohl die wenigstens. Dabei geht auch gar nicht um teure Marken. Die Treue kann auch darin bestehen, dass ich immer im Aldi einkaufe und immer dort das billige Waschmittel der Aldi-Hausmarke nehme. Ich kenne andere die eher Öko drauf sind und ausschließlich ecover kaufen. Und bei sowas wie Rasierklingen entscheidet man sich eh beim Kauf des Rasiers vorerst für eine Marke.

    > 3. Preiserhöhungen sind beim Dashbutton nicht direkt sichtbar. Klar, man
    > sieht es später auf der Rechnung, natürlich kann man das Produkt auch
    > zurückgehen lassen, aber man braucht es ja und wenn es schonmal da ist...
    Es ist wohl so, das man zumindest bei höheren preisänderungen von Amazon per E-Mail informiert wird. Aber auch hier der Vergleich zum Reallife: Haben dort Preiserhöhungen wirklich einfluss auf den kauf? Die leute, die immer im Aldi das Eigenmarke-Waschmittel kaufen, achten die überhaupt auf den Preis? Merken die eine Preiserhöhung? Und wenn ja: Sagen die wirklich "Oh, das ist aber teurer geworden. Da fahre ich jetzt mal zu Penny und Netto und kuck ob es dort billigeres Waschmittel gibt"?

    > Im Laden, wo Preise ausgeschildert sind passiert das so nicht.
    Doch, tut es in der Praxis schon. Zumindest ich kann mir nach mehreren Wochen nicht merken, was das Waschmittel beim letzten Mal gekostet hat. Und es geht ja nicht nur ums Waschmittel, ich müsste mir dann ja die Preise von allen möglichen Produkte merken.

    > Wenn da das
    > Waschmittel plötzlich teurer wird, dann geht erstmal der vergleichende
    > Blick zum Konkurenzprodukt.
    Ich würde es eher so sehen: Wenn ich wirklich jemand bin, der so auf preise achtet, dann kaufe ich eh die Billigen hausmarken (ohne darauf zu achten, ob der seit dem letzten Einkauf erhöht wurde). Wenn ich dagegen lieber eine bestimmte Marke haben will (die generell teurer ist), dann will ich eben diese bestimmte Marke haben.

    > 4. Sonderangebote werden nicht mehr wahr genommen. Wenn ein Produkt bereits
    > bequem über den Dashbutton bestellt wurde, dann wird die entsprechende
    > Produktkategorie in Angebotsblättern lokaler Supermärkte übersprungen.
    > Warum auf Sonderangebote reagieren, wenn bereits ausreichend Vorräte
    > vorhanden sind?
    Die Angebotsblätter regionaler Supermärkte (vor allem als Stapel eingepackt in Plastik) sind die größte Seuche, die die Post so verteilt. Müllen unseren Hausflur zu und kosten nur Ressourcen. Mein Free-Mail-Account finanziert sich wohl teils auch dadurch, so dass ich die auch noch per E-Mail bekomme. Furchtbar. Aber offenbar gibt es Leute die nach dem Motto "Sparen um jeden Preis" leben. Also kilometerweit mit dem Auto rumfahren und Supermärkte abklappern um 10 Cent beim Waschmittel zu sparen (OK, das war jetzt übertrieben formuliert). Ist ja OK, wenn man das als Hobby sieht. Macht aber nicht jeder. Und bevor du jetzt ankommst mit "Andere müssen eben mehr aufs Geld achten": Auch zu Studenten- und HartzIV-Ziten habe ich mir sowas nicht angetan. Da hab ich einfach immer die billigen Eigenmarken der Läden gekauft. Und ich denke, so machen das die meisten.

    Bevor jetzt der Eindruck entsteht ich kaufe total blind: Im Supermarkt achte ich durchaus auf Preise. Ich vergleiche da auch Preise pro 100g bzw pro 100ml (offenbar machen das bnis heute macnhe nicht und beschweren sich über "versteckte Preiserhöhung" bei Verpackungskleinerung...). Und wenn etwas im Angebot ist, von dem ich weiß, dass ich es eh öfters kaufe und ich ausreichend haltbar ist, dann kaufe ich auch eins mehr davon oder kaufe es, obwohl es noch nicht alle ist. Aber ich gehe dafür nicht extra in andere Läden bzw. gehe extra deswegen einkaufen. Aber wenn ich irgendwas brauch, dann brauche ich das. Wenn ich Milch brauche und mir Herkunft etc egal ist, dann kauf ich im Rewe die JA!-Milch. Egal was die kostet. Wenn ich dagegen Biomilch haben will, dann aus bestimmten Gründen. Und dann kauf ich die, egal was die kostet. Was ist denn Alternative? Soll ich ernsthaft nur wegen der Milch noch in andere Geschäfte fahren um zu sehen, ob vergleichbares dort billiger ist?

    Es gibt eben Menschen, die sowieso immer Ariel kaufen, egal was es kostet. Für die kann der Button dann praktisch sein. Für Menschen, die Angebotsprodpekte durchwühlen, ist er dann eben nicht das richtige. Ebenso ist er nichts für Menschen, die eben nicht Ariel, sondern eine andere Marke kaufen, von dem es kein Dash-Button gibt. So what?

    > 5. Profilbildung. "Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft". Hat
    > wirklich irgendwer die Illusion, dass Amazon die Erkenntnisse aus den
    > Buttonkäufen nicht dafür nutzen wird, um einem noch ein, zwei weitere
    > Produkte aufzuschwatzen?

    In dieser Hinsicht ist das einfach ein Amazon-Kauf wie jeder andere. Ich persönlich finde ja weniger den Button befremdlich, sondern überhaupt die Tatsache, solche Sachen bei Amazon zu bestellen.

    > 6. Kaufzwang. Natürlich wird heutzutage niemand mehr zu irgendwas
    > gezwungen. Stattdessen gibt es "Anreize" (zum Beispiel wenn Krankenkassen
    > mit Fitnessarmbändern um die Ecke kommen - niemand muss die Dinger tragen
    > und sich überwachen lassen, aber natürlich ist ein niedrigerer Beitragssatz
    > ein "Anreiz", nicht wahr?). Hat irgendwer tatsächlich die Illusion dass
    > Amazon in Zukunft nicht irgendein "Bonusprogramm" für Vielbesteller und
    > Milchmädchen auf die Beine stellen wird? So nach dem Motto: wir wollen 30
    > Knopfdrücke pro Monat sehen für 5% Preisnachlass? Ach, soviel Waschmittel
    > brauchen Sie gar nicht? Kein Problem! Ist kumulativ für alle Dashbuttons in
    > Ihrem Haushalt. Schaffen Sie sich halt noch einen für Rasierklingen,
    > Klopapier, Dushgel,... an!

    Ich werde bei jedem bei jedem Rewe oder dm-Einkauf mit der Frage "Haben sie eine Payback-karte?" genervt, gelegentlich gar gefolgt von "Möchten sie eine Payback-Karte haben?" Teilweise liegt es mir auf der Zunge die arme verkäuferin mit anzubrüllen "Nein, verdammt, wenn ich eine Paybackkarte hätte, dann hätte ich sie Ihnen doch dirkt gegebeben! Und wenn ich wirklich eine wollte, dann hätte ich auch schon eine!!!" Und mein Bäcker hat auch Sempelkarten (das 10. Brot ist umsonst). Wenn es im Einzelhandel normal ist, Kunden mit Rabatt aktionen zu binden und zum kauf zu animieren, wüsste ich nicht, warum das nun bei Amazon verwerflicher sein sollte.

    Dass man aus Bequemlichkeit höhere Preise zahlt oder sich an eine Marke/einen Händle bindet ist gang und gebe, auch bei Nicht-Online-Handel, das hat nichts mit Amazon im speziellen zu tun.

    > Was Amazon da treibt ist Verkaufen mit allerhand psychologischer Tricks.
    > Und ja, davor muss der durchschnittliche Verbraucher geschützt werden, weil
    > er eben in der Regel nicht die Zeit hat sich damit auseinanderzusetzen, mit
    > welchen Marketingtricks versucht wird, ihm das Geld aus der Tasche zu
    > ziehen.
    Du kennst die psychologischen Tricks im Supermarkt? Dass z.B. die teuren produkte auf Augenhöhe sind und die billigen Höher oder tiefer? Dass häufig gekaufte und notwendige Produkte am Ende des Ladens sind, so dass man gezwungen wird durch den ganzen Laden zu gehen, auch wenn man nur Milch will? Dass Süßigkeiten etc. direkt an der Kasse sind? Warum wird da der verbraucher nicht vor geschützt?

    Ich halte das letztlich alles für viel problematischer. Gerade weil eben der "durchschnittliche Verbraucher" damit viel mehr konfrontiert ist. Während der "durchschnittliche Verbraucher" sich eher keinen Dash-Button kaufen wird. Sondern eher ziemlich spezielle Leute. Die z.B. auch schon Prime-Kunden sind (nur für die gibt es den Dash-Button). Also deren Einkaufsverhalten eh schon spezieller ist (sich nämlich jeden Kleinkram von Amazon kommen lassen). Und die genau wissen, was sie da tun.

    Was würde sich denn ändern, wenn der Button nicht sofort bestellt, sondern stattdessen den aktuellen Preis zeigt und dann nochnmal fragt, ob man wirklich bestellen will? Die Leute, die einen Dash-Button haben, werden zweimal schnell rauf klicken, weil es sie nicht interessiert. Die Leute, die sich jetzt keinen Dash-Button kaufen würden, würden sich ihn abr auch dann nicht kaufen.

    Und da muss ich gerade mal schmunzeln: " weil er eben in der Regel nicht die Zeit hat sich damit auseinanderzusetzen" Aber er hat offenbar die zeit, sich durch irgendwelche Angebotsprospekte zuwühlen und mehrere Geschäft abzuklappern? Die psychologischen verkaufstricks zu erklären geht viel schneller...

  7. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: wasabi 07.09.16 - 10:06

    > Es ist die Aufgabe des Verbraucherschutzes auf genau sowas hinzuweisen.
    > Genau dafür ist er da.
    Auf was? Auf solche für den durschnittlichen Käufer völlig harmlosen oder irelevanten Dinge wie den Dash-Button?

    > Nur weil das sonst nicht in IT-Magazinen auftaucht, heißt das nicht, daß es
    > sonst nicht der Fall wäre.
    Doch, es taucht durchaus auf. Weil es gerade im Internet viele Fälle gibt, wo auf sehr unlautere Art dinge verkauft werden. Z.B. wo arglos ausgenutzt wird, dass jemand sich nicht so auskennt und Kaufverträge eingeht, ohne es zu wissen. Da ist es auch völlig korrekt, wenn der Verbraucherschutz auf solche Maschen hinweist. Aber sowas sehe ich hier in keinster Weise gegeben.

    > *Handel* wird auf der einen Seite
    > geschickt zur motorischen Reaktion degeneriert. Das ist ein Vertriebstraum,
    > aber auch eine gesellschaftliche Schwächung.
    Wenn ich ein Produkt will, dann will ich das Produkt, ich brauch nicht den ganzen schwachsinn drumherum. Ich finde es nervig in Ländern auf Märkten einzukaufen, wo es üblich ist zu feilschen. Ich fand es schon immer nervig mit Verkäufern zu schwätzen, die eh keine Ahnung haben. Stellt mir einfach ein Regal dahin, ich gehe dorthin, nehme mein Produkt und geh damit zur Kasse.

    Es geht hier außerdem um Verbrauchsgegenstände, die man notwendigerweise regelmäßig kauft. Die psychologischen Tricks in echten Geschäften sowie die ganze Werbung zielt letztlich darauf, dass man sich Dinge kauft, die man gar nicht braucht. DAS finde ich problematisch. Aber das ist ja bei den Dash-Buttons nicht gegeben. Damit kauft man notwendige, schnöde Dinge des Alltags. Damit kauft man nicht mehr, als man eigentlich braucht. Dagegen ist für mich die komplette Modeindustrie verwerflicher, die einen suggeriert, dass man sich Kleidung kaufen soll, obwohl die vorhandene noch nicht kaputt ist.

    Es ist eine lästige Notwendigkeit, dass ich Wäsche waschen muss. Lästigerweise muss ich dafür gelegentlich auch Waschmittel kaufen, wenn es alle. Ich latsch also in den Dorgeriemarkt, schnapp mir das doofe Waschmittel, geh damit zur Kasse und schlepp es nach Hause. Oder ich erspar mir das, und drücke einen Button.

    Man kann diese Reduzierung sogar positiv sehen. Ich kaufe damit einfach nur das notwendige Produkt. Ich erspare mir die ganze Manipulation, die mir die echten Geschäfte bieten. Wo ich an der Kasse verführt werde, mir einen Schokoriegel zu kaufen, obwohl ich doch eigentlich nur Waschmittel kaufen wollte. Es reduziert den handel auf das, was er sein sollte: ich habe ein Bedürfnis (Wäsche waschen, dafür brauch ich Waschmittel), und ein Anbieter befriedigt das auf nüchterne, unkomplizerite weise. Dieser ganzer "Shopping-Erlebnis-Quatsch", das Einkaufen und Konsumieren als Lebensinhalt, das zu geballert werden mit "Jetzt im Angebot!!! Noch Biliger!!! Kaufen, Leute, Kaufen!!!" entfällt. Stattdessen konzenriert man sich eher darauf, das Leben mit sinnvollen Dingen zu verbringen.

    > Jeder darf für sich selbst entscheiden, wie viel Lebenskompetenz er
    > aufgeben möchte. Aber die Diskussion darüber, und nichts anderes passiert
    > im Moment, ist wichtig. Die Gesellschaft muß ihre Verblödung in der Breite
    > nicht kommentarlos hinnehmen.
    Ja, richtig. Ich stehe dem Konsumismus kritisch gegenüber. Ich würde sogar sagen, dass ich bewusster konsumiere als der Durchschnitt. Und ich persönlich bin auch kein Prime-Kunde, würde nie darauf kommen mir solche Alltags-verbrauchsmittel im Internet zu bestellen. Und dennoch habe ich überhaupt keine Probleme mit dem Dash-Button und verstehe die Diskussion darum nicht.

    > Und jetzt mach Deine Werbung wo anders.
    > Amazon wird genug Idioten dafür finden, aber hier laufen nunmal reichlich
    > Leute mit einem IQ > 80 herum.
    Amazon hat diese "Idioten" schon. Eben Menschen, die jetzt schon PrimeKunden sind und offenbar auch jetzt schon den Einzelhandel meiden und sich Dinge wie Waschmittel bei Amazon bestellen. Für die geht das jetzt noch einfacher.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.09.16 10:19 durch wasabi.

  8. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: Peter Brülls 07.09.16 - 10:19

    Lemo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir ist hier schon sehr oft aufgefallen, dass vielen IT-affinen Menschen
    > der Sinn für Soziales und Gesellschaftsverantwortung schlicht komplett
    > fehlt. Man stellt sich selbst über andere Menschen, meint man könne und
    > wisse ja alles also soll der Staat das Bitteschön nicht einschränken und
    > vergisst dabei, dass es auch weniger intelligente Menschen gibt, die aber
    > genauso ein Recht haben, an der Gesellschaft selbstbestimmt teilzunehmen.


    > Das können sie aber nur, wenn der Staat Rahmenbedingungen schafft, die es
    > ihnen auch ermöglichen, im Alltag mit gleichbleibenden Voraussetzungen zu
    > leben.

    Die sind hier gegeben. Sie können weiterhin normal einkaufen gehen. Sie können aber auch den Dash-Button nutzen, wenn sie es wollen.

    Den hier als Beispiel anzuführen, wenn der Staat gleichzeitig Vermittler zur Zauberwelt bezuschusst, Lotterien und den Verkauf von Nervengiften zulässt und all die Homöopathen und Astrologen nicht im Knast sitzen ist verlogen.


    > Amazon muss sich an die Gesetze halten, was mit der aktuellen Ausführung
    > des Buttons nicht möglich ist

    Und schon wieder wieder vorausgesetzt, dass „an Gesetze halten“ Selbstzweck und an sich gut ist.

    > ist, zudem behindert es den Wettbewerb, kann man
    > drehen und wenden wie man will, aber Amazon liefert einen Button, der es
    > dir nur ermöglicht, zu deren Preisen immer vom gleichen Lieferanten zu
    > bestellen.

    Ja, korrekt. Und den man nicht nutzen muss.

    > Ich kenne nichts, was vergleichbar wäre - sofern es um Wären
    > geht.

    Doch, ist es es. Es geschieht jeden Tag Millionenfach wenn Menschen sich in ein Café setzen und einen Kaffee bestellen, im Vertrauen darauf, dass ihnen ein Kaffee zu einem marktüblichen Preis geliefert wird.

  9. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: wasabi 07.09.16 - 11:19

    > Amazon muss sich an die Gesetze halten, was mit der aktuellen Ausführung
    > des Buttons nicht möglich ist,
    Mag sein, insofern eine Wettbewrbsverzerrung, wenn sich die anderen an die Gesetze halten. Da es aber bei den Gesetzen um den Schutz des Verbrauchers gehen sollte, und für den es in diesem Fall völlig unproblematisch ist, sollte man eher das Gesetz anpassen.

    > zudem behindert es den Wettbewerb, kann man
    > drehen und wenden wie man will, aber Amazon liefert einen Button, der es
    > dir nur ermöglicht, zu deren Preisen immer vom gleichen Lieferanten zu
    > bestellen. Ich kenne nichts, was vergleichbar wäre - sofern es um Wären
    > geht.

    Ist für mich eine normale Form einer Kundenbindung. Geht die Amazon App für dich auch schon zu weit? Immerhin kann man damit ganz einfach bestellen, während andere Läden keine App haben und man umständlichper Browser auf die Website gehen muss um zu bestellen.

    Oder im Reallife: Es gibt Getränkemärkte, die kostenlos Getränke liefern. Ist ein guter Service, sorgt dafür, dass ich eben dort meine Produkte kaufe, und nicht woanders. Auch wenn die Preise steigen oder es woanders mal billiger ist - der Komfort ist es mir wert. Der Amazon Button ist nun ein Service von Amazon, der es ermöglicht, besonders einfach bei Amazon einzukaufen. Also kauf ich bei Amazon ein, auch wenn es mal teurer als woandfrs ist - der Komfort ist es mir wert.

    Im B2C Berich ist das auch üblich. Ich mache Büromaterialbestellungen in der Firma. da bindet man sich auch an einen Lieferanten. Natürlich kuckt man mal zwischendurch, ob es gerade bei größeren Anschaffungen woanders billiger geht oder man dauerhaft wechselt. Aber an sich arbeite ich da wie mit dem Button: Ich ruf bei meinem Vertriebler von der Firma an, und bestelle da dann Papier, Stifte etc. Ohne vor jeder Bestellung zu schauen, was das gerade kostet. Genau das macht der Dash-Button: Man kauft darüber Dinge, die man sowieso braucht, regelmäßig. Und man nicht jedesmal schaut, ob es das woanders vielleicht billiger gibt.

    Und dass man als Kunde einen Kaufvertrag eingeht, ohne den Preis zu kennen, ist in einer Kneipe absolut üblich. Und wenn du da jetzt ankommst mit "Das ist aber Gastronomie, da gelten andere Gesetz": Interessiert mich nicht. Mir geht es um das Wahre Leben und um die Menschen, und nicht um irgendwelche Gestze. Make Love, not Law.

  10. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: horatio 07.09.16 - 16:10

    cimst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > horatio schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > 1. Entkopplung von Ware und Preisschild.
    [..]
    >
    > Sicher nicht ganz falsch. Aber sollte Bürger sich dessen nicht bewusst
    > sein, dass Einkaufen immer Geld kostet und dass ich, wenn der Kaufpreis
    > über den Kauf entscheidet, diesen durch fragen in Erfahrung bringen kann
    > oder das Produkt stehen lasse (und damit den Verkäufer um seinen Umsatz
    > bringe) oder ihn an der Kasse zurückgehen lasse, wenn er mir zu teuer ist?

    Es besteht ein feiner aber gemeiner Unterschied zwischen "etwas Wissen" und "sich etwas bewusst sein". Beispiel: Quizshows im Fernsehen. Natürlich weiß man die Antwort auf gefühlt 50% der Fragen, aber dieses Wissen ist i.A. nicht im Bewusstsein präsent ("ich kenne die Formel des Ohmschen Gesetzes, aber sie schwirrt mir nicht ständig vor Augen rum"). Was Amazon hier fährt ist eine "Aus den Augen aus dem Sinn" Strategie. Der Verbraucher soll sich voll auf den Konsum konzentrieren können, ohne von solchen Details wie "Kosten" abgelenkt zu werden. Das ist genau der Grund warum der als lächerlich empfundene "kostenpflichtig bestellen" Aufdruck fehlt: nicht weil er Offensichtliches vermittelt, sondern weil er die Assoziation: "Achtung, das hier kostet Geld" weckt. Genau das ist nicht gewünscht.


    > > 2. Erhöhung der Markentreue. Wer sich einen solchen Button anschafft,
    > legt
    > > sich auf einen Hersteller fest. Nicht weil er es muss, sondern einfach
    > weil
    > > man sich eingestehen müsste, dass der Button eine Fehlinvestition wäre,
    > > würde man ihn nicht konsequent nutzen.
    >
    > Eine Option "vergisst" Du. Dass ich ihn mir kaufe, weil ich ihn nutzen
    > möchte. Nur wenn ich ihn nicht nutzen möchte wäre er eine Fehlinvestition,
    > aber warum sollte ich ihn dann kaufen?

    Herzlichen Glückwunsch! Prinzip verstanden und trotzdem darauf hereingefallen :P. Marketing dreht sich im wesentlichem darum, dem Verbraucher eine Lösung vor sein Problem anzubieten. Der Button ist eine solche Lösung. Wer sich einen anschafft, dann aber nicht (konsequent) nutzt, müsste sich eingestehen, dass er das Problem nicht hat, d.h. dass er ein Idiot ist, weil er sich was hat andrehen lassen, was er eigentlich nicht braucht. Dummerweise steht das eigene Ego dieser Selbsterkenntnis im Wege (man ist ja ein intelligenter, selbstbestimmter Mensch). Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird sich dann halt lieber eingeredet, dass das Produkt was man hat genau das ist was man braucht, als einzusehen, dass man halt doch ein Trottel ist.

    > > (Der Dashbutton selber ist, nebenbei, Werbung - mit sehr nett versteckten
    > Kosten).
    >
    > ...die Du nicht aufzeigst, weil sie so offensichtlich sind, dass jeder
    > nicht-Volldepp sie eh kennt? Oder eher Verschwörungstheorie und daher
    > ungenannt?

    Die meisten Menschen sind nicht in der Lage Werbung zu erkennen, weil sie nicht abstrahieren können. Für sie ist Werbung nur das, wo konkret "Reklame" dran steht. Werbung geht allerdings weit über Banner, Plakate, etc. hinaus. Das ist aber nur der Bodensatz. Die hohe "Kunst" besteht darin, dem Verbraucher eine verkaufsfördernde Maßnahme unterzujubeln, die dieser eben nicht als solche erkennt und direkt als "nervig" aussortiert. Der Button ist genau so eine Maßnahme. Zum einem weil das Produktlogo ständig präsent ist, zum Anderem weil der Kauf genau dieses Produktes so viel bequemer ist als das der Konkurrenz.

    Wer sich so einen Button anschafft, geht einer Werbekampagne auf den Leim und finanziert sie über den Kauf des aufgedruckten Produktes.


    > > 3. Preiserhöhungen sind beim Dashbutton nicht direkt sichtbar. Klar, man
    > > sieht es später auf der Rechnung, natürlich kann man das Produkt auch
    > > zurückgehen lassen, aber man braucht es ja und wenn es schonmal da
    > ist...
    > > Im Laden, wo Preise ausgeschildert sind passiert das so nicht. Wenn da
    > das
    > > Waschmittel plötzlich teurer wird, dann geht erstmal der vergleichende
    > > Blick zum Konkurenzprodukt.
    >
    > Nein, mein (!) Blick geht dann nicht zum Konkurrenzprodukt, wenn sich die
    > Preiserhöhung im Rahmen hält. Denn auch das Konkurrenzprodukt kann ja
    > teurer geworden sein, ich weiß es nur nicht, weil ich es bisher nicht
    > gekauft hatte. Und: Ja, damit bin ich anfällig für das "Boiling frog
    > syndrom" (en.wikipedia.org

    Ein Hersteller, der seine Einzelhandelspreise erhöht riskiert immer, dass ein bestimmter Prozentsatz seiner Stammkundschaft nochmal einen Blick ins Regal "nebenan" wirft und gegebenenfalls wechselt. Mit dem Dashbutton entfällt die Möglichkeit hierzu, da es eben nur "ein Regal" gibt. Die restliche Produktlandschaft ist völlig ausgeblendet und genau das ermöglicht es dem Hersteller, risikoarm den Preis nach oben zu treiben (womöglich sogar einen ganz anderen Preis für den Online als für den Ladenhandel anzusetzen). Das Fehlen einer Konkurrenzsituation ist für den Verbraucher in der Praxis immer Nachteilhaft.

    > > 4. Sonderangebote werden nicht mehr wahr genommen. Wenn ein Produkt
    > bereits
    > > bequem über den Dashbutton bestellt wurde, dann wird die entsprechende
    > > Produktkategorie in Angebotsblättern lokaler Supermärkte übersprungen.
    > > Warum auf Sonderangebote reagieren, wenn bereits ausreichend Vorräte
    > > vorhanden sind?
    >
    > Ich finde diese "Angebotsblätter" eh krank. Wer geht denn davon aus, dass
    > der Verkäufer mir hier etwas Gutes tun möchte? Natürlich holt er sich das
    > an anderen Produkten wieder rein. Oder ist der Gedanke, dass ich EXTRA
    > wegen einem Produkt, dann auch noch woanders hin fahre, Umwelt sei dank?
    > (Und nein: nicht alle Bürger machen ihren Großeinkauf mit dem Fahrrad.)

    Den Papiermüll mal außer acht gelassen, gibt es zwei Gründe für Sonderangebote:
    1. Den Verbraucher in den Laden zu locken (auf das er noch etwas anderes als das Angebot kaufe).
    2. Abverkauf von Überproduktionen.

    In letzterem Fall profitiere ich als Verbraucher von dem Sonderangebot. In ersterem Fall kann ich profitieren, wenn ich den beworbenen Artikel als "Beifang" betrachte ("ich hab zwar noch zwei neue Zahnbürsten im Badezimmerschrank liegen, aber wenn ich sowieso zum Wocheneinkauf fahre, dann bringe ich halt noch 'nen 5er Pack mit, wenns auf dem Weg liegt). Darüberhinaus kann es sich durchaus lohnen, nur wegen einem Sonderangebot extra einkaufen zu fahren: Getränke (vorausgesetzt man hat einen Keller und kauft gleich einen ganzen Kofferaum voll).


    > > 5. Profilbildung. "Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft".
    > Hat
    > > wirklich irgendwer die Illusion, dass Amazon die Erkenntnisse aus den
    > > Buttonkäufen nicht dafür nutzen wird, um einem noch ein, zwei weitere
    > > Produkte aufzuschwatzen?
    >
    > Klar doch, sollen sie gerne. Aber zu einem Angebot gehört auch noch ein
    > (mündiger) Käufer, der durch die ganzen Schutzmaßnahmen gerade weggezüchtet
    > wird.

    Da bin ich klar anderer Meinung. Zum einem geht mir ein Stück Lebensqualität verloren, wenn ich mich ständig damit auseinandersetzen muss, wie hauptberufliche Marketingstrategen versuchen mir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zum anderem geht es hier seitens der Hersteller ja genau darum, den mündigen Käufer zu vermeiden. Stichwort: Spieletheorie.

    >
    > > 6. Kaufzwang. Natürlich wird heutzutage niemand mehr zu irgendwas
    > > gezwungen. Stattdessen gibt es "Anreize" (zum Beispiel wenn
    > Krankenkassen
    > ...
    > > brauchen Sie gar nicht? Kein Problem! Ist kumulativ für alle Dashbuttons
    > in
    > > Ihrem Haushalt. Schaffen Sie sich halt noch einen für Rasierklingen,
    > > Klopapier, Dushgel,... an!
    >
    > Ist doch völlig legitim! Wenn ich dem erliege, dann ist da meine freie
    > Willensbekundung.

    Eben nicht!!! Siehe: Spieletheorie!

    In diesem Punkt geht es genau darum, dem Konsumenten die Illusion einer freien Willensbekundung zu vermitteln, in dem das Spiel so konstruiert wird, dass er zwar die Möglichkeit hat Entscheidungen zu fällen, diese aber letztendlich nur ein Ablenkungsmanöver sind.

    > Wenn damit ein Bedürfnis befriedigt wird ist das doch
    > toll. Wenn ich dadurch etwas kaufe was ich nicht brauche, bin ich selbst
    > schuld und sollte mich in Selbstkontrolle üben, aber nicht nach "schützt
    > mich vor mir selbst" rufen.

    Wunderbare Argumentation: der Manipulierte gibt sich selbst dafür die Schuld, manipuliert worden zu sein. Herzlichen Glückwunsch, voll auf den Leim gegangen!


    > Aber nur weil der durchschnittliche Verbraucher inzwischen davon ausgeht,
    > dass er machen kann was er will, irgend jemand wird ihn schon schützen.
    > Wenn ich mir mit dem Hammer auf den Finger haue tut das verdammt nochmal
    > weh.

    Tja, und jetzt lass nochmal Revue passieren, was ich geschrieben habe und was deine Antworten waren. Du hast dir hier (in deiner Argumentation) mehrfach auf die eigenen Finger gekloppt, eben weil du davon ausgegangen bist, dass du a) ein mündiger Konsument und b) zu intelligent bist, um auf Marketingtricks reinzufallen. Und genau deshalb fällst du auf sie herein.

  11. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: Peter Brülls 07.09.16 - 17:25

    horatio schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Was Amazon hier fährt
    > ist eine "Aus den Augen aus dem Sinn" Strategie. Der Verbraucher soll sich
    > voll auf den Konsum konzentrieren können, ohne von solchen Details wie
    > "Kosten" abgelenkt zu werden. Das ist genau der Grund warum der als
    > lächerlich empfundene "kostenpflichtig bestellen" Aufdruck fehlt: nicht
    > weil er Offensichtliches vermittelt, sondern weil er die Assoziation:
    > "Achtung, das hier kostet Geld" weckt. Genau das ist nicht gewünscht.

    Mag sein, aber das ist nicht der Grund, warum dieser Schriftzug vorgeschrieben wurde. Er wurde vorgeschrieben, weil gewisse Anbieter verschleiert haben, dass der entsprechende Klick eben eine Bestellung ausgelöst hat. Es war den Kunden nicht egal, sondern sie hatten schlicht gar keine Kaufabsicht, weil ein vernünftiger Mensch nur durch genaues Lesen versteckter Sätze in 6pt Schrift erkennen konnte, dass der Klick zu einer kostenpflichtigen Bestellung führt. Und manchmal fehlten selbst diese und besagte Anbieter behaupteten nur, es habe sie gegeben.

    Dieser Fall liegt nicht vor. Wer diesen Button anschafft, weiß, dass er dazu da ist kostenpflichtige Bestellungen auszulösen.




    > Herzlichen Glückwunsch! Prinzip verstanden und trotzdem darauf
    > hereingefallen :P. Marketing dreht sich im wesentlichem darum, dem
    > Verbraucher eine Lösung vor sein Problem anzubieten. Der Button ist eine
    > solche Lösung. Wer sich einen anschafft, dann aber nicht (konsequent)
    > nutzt, müsste sich eingestehen, dass er das Problem nicht hat, d.h. dass er
    > ein Idiot ist, weil er sich was hat andrehen lassen, was er eigentlich
    > nicht braucht. Dummerweise steht das eigene Ego dieser Selbsterkenntnis im
    > Wege (man ist ja ein intelligenter, selbstbestimmter Mensch).

    Habe ich das nicht schon einmal beanwortet? Die Kosten der Anschaffung sind in der Praxis NULL, da der Anschaffungspreis beim ersten Kauf vergütet wird. Es bleibt allein der Aufwand des Einrichten, der zwar von hinreichend Komplexität ist um völlig verpeilte abzuschrecken, aber eben für den normal intelligenten eine Sache von Minuten ist.

    Selbst wenn der Benutzer danach zur Erkenntnis gelangt, dass er das nicht braucht und mit dem Einkaufszettel besser fährt, muss er das Ding nur nehmen und in den Müll werfen. Das ist weitaus weniger problematisch als sich jeden Tag neu einzureden, dass der Tesla der perfekte Wagen ist oder dass sich der 5.000-¤-Fernseher schon nach 500 Kinobesuchen bezahlt macht.

    > Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird sich dann halt lieber eingeredet,
    > dass das Produkt was man hat genau das ist was man braucht, als einzusehen,
    > dass man halt doch ein Trottel ist.

    Und weil nicht sein kann was nicht sein darf hältst Du Leute, die andere Prioritäten haben als Du für Trottel. Das entbindet Dich dann von so anstrengenden Dingen wie Empathie oder der Auseinandersetzung.

    > Die meisten Menschen sind nicht in der Lage Werbung zu erkennen, weil sie
    > nicht abstrahieren können.


    Ach da haben wie ihn wieder, den erleuchteten Übermenschen. Den Mist haben wir schon tausendmal gehört, von Maoisten, Faschisten und der Roten Armee Fraktion.

    > Für sie ist Werbung nur das, wo konkret "Reklame" dran steht.
    > Werbung geht allerdings weit über Banner, Plakate,
    > etc. hinaus. Das ist aber nur der Bodensatz. Die hohe "Kunst" besteht
    > darin, dem Verbraucher eine verkaufsfördernde Maßnahme unterzujubeln, die
    > dieser eben nicht als solche erkennt und direkt als "nervig" aussortiert.

    Das ist schon eher Marketing.

    > Der Button ist genau so eine Maßnahme. Zum einem weil das Produktlogo
    > ständig präsent ist, zum Anderem weil der Kauf genau dieses Produktes so
    > viel bequemer ist als das der Konkurrenz.

    Ja, und dieses „bequemer“ stellt einen *Mehrwert* da.

    > Wer sich so einen Button anschafft, geht einer Werbekampagne auf den Leim
    > und finanziert sie über den Kauf des aufgedruckten Produktes.


    > Ein Hersteller, der seine Einzelhandelspreise erhöht riskiert immer, dass
    > ein bestimmter Prozentsatz seiner Stammkundschaft nochmal einen Blick ins
    > Regal "nebenan" wirft und gegebenenfalls wechselt.

    Korrekt. Und an diese Kunden wendet sich der Button gar nicht.

    > (womöglich sogar einen ganz anderen Preis für den Online als für den
    > Ladenhandel anzusetzen). Das Fehlen einer Konkurrenzsituation ist für den
    > Verbraucher in der Praxis immer Nachteilhaft.

    Es gibt kein signifikantes Fehlen einer Konkurrenzsituation. Der Verbraucher kann immer den Button ignorieren und woanders gucken.


    > Den Papiermüll mal außer acht gelassen, gibt es zwei Gründe für
    > Sonderangebote:

    > 1. Den Verbraucher in den Laden zu locken (auf das er noch etwas anderes
    > als das Angebot kaufe).

    Eben.

    > 2. Abverkauf von Überproduktionen.

    Das kommt in der Praxis kaum vor, vor allem nicht bei Verbrauchsgütern dieser Art. Derart starke Schwankungen (Bedarf vs. Verfügbarkeit) kommen bei Produkteinführungen vor oder bei massiven Produktwechseln.

    > In letzterem Fall profitiere ich als Verbraucher von dem Sonderangebot. In
    > ersterem Fall kann ich profitieren, wenn ich den beworbenen Artikel als
    > "Beifang" betrachte ("ich hab zwar noch zwei neue Zahnbürsten im
    > Badezimmerschrank liegen, aber wenn ich sowieso zum Wocheneinkauf fahre,
    > dann bringe ich halt noch 'nen 5er Pack mit, wenns auf dem Weg liegt).


    > Darüberhinaus kann es sich durchaus lohnen, nur wegen einem Sonderangebot
    > extra einkaufen zu fahren: Getränke (vorausgesetzt man hat einen Keller und
    > kauft gleich einen ganzen Kofferaum voll).

    Exakt. Aber das ist für den avisierten Kundenstamm hier uninteressant. Die möchten ihren Keller für den Hobbyraum.

    Übrigens ist das oftmals eine Milchmädchenrechnung. Ein Keller kann problemlos 1.000 ¤ pro Quadratmeter kosten. Ein Regal kostet also 500 ¤ Baukosten. In Hamburg liegt die Wohnungsmiete gerne mal bei12 ¤/qm/Monat. Also 6 ¤ im Monat für die Regalmiete zu Hause.

    Da müssen Sonderangebote schon sehr konsequent ausgenutzt werden. Geht, keine Frage. Aber soll das jedem seine Zeit wert sein?

    Ach ja, „Getränke kaufen“, auch so ein Quatsch. Wasser kommt aus der Leitung, zu einem Bruchteil dessen, was Getränke so kosten.

    > > > 5. Profilbildung. "Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft".

    > Da bin ich klar anderer Meinung. Zum einem geht mir ein Stück
    > Lebensqualität verloren, wenn ich mich ständig damit auseinandersetzen
    > muss,

    Das musst Du nicht. Du kannst weiterhin Deine Lebenszeit darauf verwenden, Sondernangebote zu studieren, Wocheneinkäufe zu planen und regelmässig Dein Regal abzuklappern, ob alle benötigten Dinge da sind.


    > Ist doch völlig legitim! Wenn ich dem erliege, dann ist da meine freie
    > > Willensbekundung.
    >
    > Eben nicht!!! Siehe: Spieletheorie!
    >
    > In diesem Punkt geht es genau darum, dem Konsumenten die Illusion einer
    > freien Willensbekundung zu vermitteln, in dem das Spiel so konstruiert
    > wird, dass er zwar die Möglichkeit hat Entscheidungen zu fällen, diese aber
    > letztendlich nur ein Ablenkungsmanöver sind.

    Und da sind wir wieder beim Übermenschen, der das Spiel durchschaut hat und allen, die andere Entscheidungen treffen als er, die Mündigkeit absprechen.


    > > Aber nur weil der durchschnittliche Verbraucher inzwischen davon
    > > ausgeht, dass er machen kann was er will, irgend jemand wird ihn schon schützen.
    > > Wenn ich mir mit dem Hammer auf den Finger haue tut das verdammt nochmal
    > > weh.
    >
    > Tja, und jetzt lass nochmal Revue passieren, was ich geschrieben habe und
    > was deine Antworten waren. Du hast dir hier (in deiner Argumentation)
    > mehrfach auf die eigenen Finger gekloppt, eben weil du davon ausgegangen
    > bist, dass du a) ein mündiger Konsument und b) zu intelligent bist, um auf
    > Marketingtricks reinzufallen. Und genau deshalb fällst du auf sie herein.

    Äh nein. Er hat den hypothetischen Fall beschrieben. Du hingegen erklärst ihm, dass er in diese Wand gar keinen Nagel einschlagen wollte, weil Dir das Bild, dass er aufhängt, nicht gefällt und die einzige Erklärung dafür, dass er das getan hat, mangelnde Mündigkeit ist.

  12. Re: Schon erstaunlich, wie grenzenlos naiv manche Foristen hier sind, wenn sie Amazon verteidigen

    Autor: cimst 07.09.16 - 17:49

    horatio schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tja, und jetzt lass nochmal Revue passieren, was ich geschrieben habe und
    > was deine Antworten waren. Du hast dir hier (in deiner Argumentation)
    > mehrfach auf die eigenen Finger gekloppt, eben weil du davon ausgegangen
    > bist, dass du a) ein mündiger Konsument und b) zu intelligent bist, um auf
    > Marketingtricks reinzufallen. Und genau deshalb fällst du auf sie herein.

    Ich steige an dieser Stelle aus, weil mir Deine (für mich) sehr arrogante Darstellung, dass niemand außer Dir den Durchblick hat, absolut gegen den Strich geht.

    Da macht es ja eh keinen Sinn, weil ich ja nicht Deine Weisheit habe die Welt zu verstehen, immer auf jeden reinfalle und auch nur der Illusion unterliege (auch ohne Dashbutton) darüber nachzudenken was ich tue, ohne nach Schutz zu rufen.

    BTW: Ich bin sehr wohl in der Lage zu erkennen wenn ich was Dämliches getan habe, wer so wenig Selbstbewustsein hat sich in Frage zu stellen... Die Menschen unterscheiden sich halt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.09.16 17:51 durch cimst.

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