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Fakt ist,

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  1. Fakt ist,

    Autor: DAASSI 21.12.20 - 19:15

    dass man den großen Onlinehändlern (allen voran) Amazon, Einhalt gebieten muss.

    Kein kleiner Laden kann wirklich die Angebote von Amazon gewinnbringend unterbieten. Der Markt funktioniert hier nicht richtig. Deshalb braucht man irgendeine Lösung. Der CDU-Vorschlag ist meiner Meinung nach nicht total daneben.
    Mit den Paketen ist es wie mit der LKW-Maut, sie sind nur deswegen so günstig, weil sie tatsächlich die Infrastruktur der Allgemeinheit nutzen (die Straße). Nun kann man eine allgemeine Maut erheben, das ist aber Quatsch. Man braucht eine gute Steuerungswirkung und da wäre eine Abgabe auf Pakete gar nicht schlecht.
    Allerdings sollte es eine Untergrenze geben, damit kleine Unternehmen mit wenig Umsatz entlastet werden. Der Umsatz muss logischerweise konzernweit und weltweit erfasst werden, sonst gründet Amazon einfach ein paar zehntausende Unternehmen...

    Das somit eingenommene Geld sollte (wie im Vorschlag) den Kommunen (in denen die Pakete ausgeliefert werden) zur Verfügung gestellt werden.

    Alles in Allem istd er Vorschlag also ganz passabel

  2. Re: Fakt ist,

    Autor: Oktavian 21.12.20 - 19:35

    > dass man den großen Onlinehändlern (allen voran) Amazon, Einhalt gebieten
    > muss.

    Warum muss man das?

    > Kein kleiner Laden kann wirklich die Angebote von Amazon gewinnbringend
    > unterbieten.

    Aber sicher kann man das. Ich finde zu fast jedem Artikel bei Amazon, den ich haben möchte, günstigere Angebote. Amazon ist nicht so beliebt, weil sie so billig sind, sondern weil sie so zuverlässig sind und weil die Preise fair sind, weil sie den Kunden und den Service in den Mittelpunkt stellen.

    Mal so aus den Anfängen des Online-Shoppings: Es war völlig normal, dass Händler Produkte als lagernd angaben, die sie gar nicht hatten. Bezahlt wurde üblicherweise per Vorkasse. Also überwies man, das Geld war weg, und dann kam die Meldung "sorry, Fehler, Ware doch nicht da, dauert drei Wochen". Und jetzt versuch mal, zeitnah das Geld zurückzubekommen. Das war kein Einzelfall, es gab Händler, die waren schon berüchtigt dafür, und die anderen haben es zumindest auch gemacht.

    Und plötzlich kam Amazon, und wenn die sagten, die Ware ist in 3 Tagen bei Dir, dann war sie in der Regel nach 2 da. Die Lagerangaben stimmten. Ja, das war Service. Deshalb gingen die Leute zu Amazon. Das Gesetz sagt, Rückgabe bei online binnen 14 Tagen. Amazon macht 30 draus. Das Gesetz sagt, bei Defekt nach 6 Monaten muss der Kunde nachweisen, dass es schon vorher kaputt war und der Kunde muss immer mehrere Reparaturversuche akzeptieren. Amazon macht draus "willst Du das Geld sofort zurück oder sollen wir ein Neugerät schicken?".

    > Der Markt funktioniert hier nicht richtig.

    Doch, der Markt funktioniert wunderbar. Nur nicht so, wie manche Einzelhändler sich das vorstellen. Die Kunden haben einfach nicht mehr so die Lust, sich verarschen zu lassen.

    > Der CDU-Vorschlag ist meiner Meinung nach nicht total
    > daneben.

    Ähhh, doch. Ist er. Es ist die klassische politische Mottenkiste. Erfolg bestraft man durch Sondersteuern, und wer bislang immer noch pennt, wird mit diesem Steuergeld zum Jagen getragen.

    Eine weitere kleine Anekdote: Ich wollte einen Geschirrspüler kaufen. Ich möchte das Altgerät entsorgt haben, Einbau bitte auch. Ich kam halt auf die Webseite des Mediamarkts. Nachdem man mich versucht hat, dort mit den Versandkosten übern Tisch zu ziehen, hatte ich schon wieder keine Lust. Seitdem weiß ich, Amazon liefert nicht nur, die entsorgen auch und bauen ein. Und es funktioniert auch noch. Es war nicht billiger als beim Mediamarkt, aber man hat nicht versucht mich zu verarschen. Das honoriere ich.

    > Mit den Paketen ist es wie mit der LKW-Maut, sie sind nur deswegen so
    > günstig, weil sie tatsächlich die Infrastruktur der Allgemeinheit nutzen
    > (die Straße).

    Soweit ich das sehe, zahlen die Paketdienstleister KFZ-Steuer. Die ist bei dieser Fahrzeugklasse nicht gering, darin ist aber die Nutzung der Straßen inkludiert. Die zahlen auch Mineralölsteuer. Und Mehrwertsteuer. Auch auf die Mineralölsteuer. Und natürlich Mehrwertsteuer aufs Porto. Und Einkommensteuer für den Fahrer.

    > Nun kann man eine allgemeine Maut erheben, das ist aber
    > Quatsch.

    Die haben wir schon, eben diese KFZ-Steuer, Mineralölsteuer, Einkommensteuer, Mehrwertsteuer, usw.

    > Allerdings sollte es eine Untergrenze geben, damit kleine Unternehmen mit
    > wenig Umsatz entlastet werden.

    Achso, halt wieder die Erfolgreichen bestrafen, die anderen belohnen. Okay.

    > Das somit eingenommene Geld sollte (wie im Vorschlag) den Kommunen (in
    > denen die Pakete ausgeliefert werden) zur Verfügung gestellt werden.

    Okay. Die Läden vor Ort gehen natürlich trotzdem pleite, da die Strukturprobleme nicht gelöst werden. Die Leute wollen nicht in die die Stadt. Man hat ihnen in Jahrzehnten anerzogen, dass sie unerwünscht sind. Da haben die Stadtoberen ganze Arbeit geleistet. Selbst wenn Online-Handel verboten würde, würde ich nicht mehr in die Stadt gehen.

    Die Steuer bleibt dann aber bestehen, auch wenn der Einzelhandel in der Stadt weg ist, oder? Schließlich zahlen wir immer noch Schaumweinsteuer obwohl die Flotte, die damit gebaut wurde, schon zwei mal versenkt wurde.

    > Alles in Allem istd er Vorschlag also ganz passabel

    Er ist albern.

  3. Re: Fakt ist,

    Autor: countzero 21.12.20 - 20:26

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine weitere kleine Anekdote: Ich wollte einen Geschirrspüler kaufen. Ich
    > möchte das Altgerät entsorgt haben, Einbau bitte auch. Ich kam halt auf die
    > Webseite des Mediamarkts. Nachdem man mich versucht hat, dort mit den
    > Versandkosten übern Tisch zu ziehen, hatte ich schon wieder keine Lust.
    > Seitdem weiß ich, Amazon liefert nicht nur, die entsorgen auch und bauen
    > ein. Und es funktioniert auch noch. Es war nicht billiger als beim
    > Mediamarkt, aber man hat nicht versucht mich zu verarschen. Das honoriere
    > ich.
    >
    So eine Geschichte kann ich auch erzählen. Ich brauchte ein neues Sofa. Großes deutsches Möbelhaus, Preis an der Ware 2000¤ durchgestrichen, 1800¤. "Wir haben grade noch 20% Jubiläumsrabatt", das war 2019, jetzt ist 2020 fast rum, aber das Jubiläum läuft immer noch :-) 5% Neukunden-Rabatt gibt's auch noch. Macht 1400¤

    Das identische Sofa gibt es Online für 1200¤ ohne jeglichen Rabatt oder ähnliches. Es wurde auch in beiden Fällen erst auf Bestellung beim Hersteller produziert. Die Lieferzeit, kostenlose Lieferung etc. wäre also alles gleich gewesen.

    Ich bin gerne bereit, im Laden 15% mehr zu bezahlen, wenn ich das Möbelstück dafür vorher anschauen, Probe sitzen, ausprobieren usw. kann. Verkaufsmitarbeiter und Gebäude kosten ja auch Geld. Das "Online-Möbelhaus" braucht dagegen nicht mal ein eigenes Lager, weil alles erst auf Bestellung beim Herstler gebaut wird.

    Aber die sinnlosen Pseudo-Rabatte können sie sich echt sparen. Zum Glück gibt's noch Konkurrenz, die transparentere Preise hat. Die Produkte sind eh überall die gleichen, außer Ikea stellt ja kaum jemand die Möbel selbst her.

  4. Re: Fakt ist,

    Autor: Oktavian 21.12.20 - 20:38

    > Aber die sinnlosen Pseudo-Rabatte können sie sich echt sparen. Zum Glück
    > gibt's noch Konkurrenz, die transparentere Preise hat.

    Ach wie herrlich, Kundenverarsche im Einzelhandel, man könnte Bücher darüber schreiben. Da wären die Küchenstudios, die alles dafür tun, maximal intransparent in den Preisen zu sein, der Kunde könnte ja auch die blöde Idee kommen zu vergleichen. Das ist ein Grund, warum IKEA-Küchen so beliebt sind (daneben, dass sie von guter Qualität sind): Die Preise sind transparent. Man klickt sich die Küchen zusammen, unten steht ein Preis, und den zahlt man. Ohne Show ("Da muss ich mal mit dem Chef reden, ich tue für sie was ich kann"), ohne Verarsche ("oh da haben wir tatsächlich den Kühlschrank vergessen zu berechnen. Wenn sie es jetzt so kaufen, lassen wir das so, morgen müsste ich neu rechnen, dann natürlich mit Kühlschrank.").

    Auf der anderen Seite steht dann der Mediamarkt, für den eigens Geräte umgelabelt werden von den Herstellern, damit er eigene Produktbezeichnungen hat, die der Kunde nicht so schnell Preise vergleiche kann. Oder bei dem der Kunde im Laden mehr zahlt als der Online-Kunde, selbst wenn er sich die Ware in den Laden liefern lässt. Außer wenn er meckert, dann gibt es auch im Laden den Online-Preis. Oder bei dem groß auf der Webseite steht, dass Lieferung/Anschluss/Altgeräteentsorgung gerade kostenlos sind und im Kleingedruckten ließt man dann, dass das nur für zwei Hersteller gilt. Dass die Kosten dazu kommen, sieht man natürlich erst im allerletzten Bestellschritt.

  5. Re: Fakt ist,

    Autor: LH 21.12.20 - 20:38

    DAASSI schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kein kleiner Laden kann wirklich die Angebote von Amazon gewinnbringend
    > unterbieten.

    Dann ist das Geschäftsmodell dieser Läden offensichtlich nicht zukunftsfähig. Das ist aber kein Problem der Gesellschaft, sondern der normale Lauf der Dinge.

    > Mit den Paketen ist es wie mit der LKW-Maut, sie sind nur deswegen so
    > günstig, weil sie tatsächlich die Infrastruktur der Allgemeinheit nutzen
    > (die Straße).

    Auch ein kleiner Laden nutzt diese Infrastruktur, und zwar sogar im gleichen Umfang. Der Laden wird über die Straße beliefert, und auch der Kunde nutzt die Straße / den Gehweg, um zum Laden zu kommen.
    In allen Fällen werden Steuern dafür benutzt, für diese Kosten aufzukommen.
    Man kann gerne dagegen vorgehen, dass sich die großen Firmen oftmals geschickt um Steuern drücken, aber das ist im Kern auch das größte Problem hier. Beim Rest sehe ich keinen Handlungsbedarf, wenn kleine Unternehmen in einem solchen Wettbewerb nicht bestehen können, dann müssen sie sich eben zusammen tun. Wollen sie das nicht, wird der Markt über sie richten.

  6. Re: Fakt ist,

    Autor: violator 21.12.20 - 21:30

    DAASSI schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kein kleiner Laden kann wirklich die Angebote von Amazon gewinnbringend
    > unterbieten. Der Markt funktioniert hier nicht richtig. Deshalb braucht man
    > irgendeine Lösung. Der CDU-Vorschlag ist meiner Meinung nach nicht total
    > daneben.

    Doch schon, weil diese Gebühren Firmen wie Amazon recht egal sind, dem kleinen lokalen Anbieter mit Onlineshop aber nicht. Der wird jetzt sogar bestraft, obwohl er gerettet werden soll. Aber soweit denkt man bei der CDU ja nicht.

    Und wenn man wie bei MediaMarkt sogar unterschiedliche Preise verlangt, je nachdem ob man Online oder vor Ort kauft, dann ist das kein Wunder, warum da keiner mehr was kaufen will.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.12.20 21:33 durch violator.

  7. Re: Fakt ist,

    Autor: violator 21.12.20 - 21:32

    Wie bei meinem TV. Bei Saturn gabs den für 750¤.

    Bestellt hab ich den dann im Internet für 499... Saturn war hier also mal eben 50% teurer. Und für was genau?

  8. Re: Fakt ist,

    Autor: gamer998 21.12.20 - 23:18

    Also ich will niemandem "Einhalt gebieten", der mir alles billiger und schneller verkauft. Kannst ja weiter den Deppenpreis im Mediamarkt zahlen, aber dann bitte ohne mich.

  9. Re: Fakt ist,

    Autor: gelöscht 21.12.20 - 23:28

    Es wäre ganz einfach. Lokalen Handel von der Umsatzsteuer befreien... Aber wie so viele schon geschrieben haben, ist die Zeit des lokalen Handels einfach vorbei.

  10. Re: Fakt ist,

    Autor: User_x 22.12.20 - 01:41

    Eigene Erfahrung: XXXLutz Möbelhaus, "In 5 Wochen haben Sie das Sofa", zugelallt mit Worten und dadurch vergessen zu gucken. Im Liefervertrag stehen 19 Wochen und Montagekosten mit 180 Euro für nen Sofa das montiert werden muss. Nie mehr wieder.

    Die Qualität von Möbeln ist bei Amazon mies, da habe ich letztens mit zwei Schränken Erfahrung gemacht. Einer kam sogar aus dem Schwarzwald, der andere aus Italien. Zumindest beim Schwarzwälder hatte ich deutsche Qualität erwartet - war halt nicht so, naja. Aber Amazon hält seinen Service absolut ein. Pünktlich, zu jederzeit nachverfolgbar und wer möchte, kann gerne auch auf diesem Marktplatz mit verkaufen, aber eben nicht nach deutschem Servicelevel wo der Kunde eben nichts wert ist und verarscht gehört.

    via Smartphone.

  11. Re: Fakt ist,

    Autor: ds4real 22.12.20 - 02:30

    Das ist leider auch meine Erfahrung - Zigfach. Etwas bei KM Computer gekauft - aber weil die Grafikkarte Grafikfehler hatte, wollte ich eine andere oder vergleichbare. Was machen die? Erdreisten sich mir zu sagen, dass die Prüfung was kostet wenn ich doch falsch lag. Also habe ich denen gesagt, dass ich das nächste Mal bei Amazon kaufen, denn dort muss ich nicht einmal nach den 6 Monaten beweisen, dass es nicht meine Schuld war.

    Ich meinte dann nur, dass ich nur noch bei denen Dinge kaufe, die ich quasi am gleichen Tag brauche, und ggf. Kabel - wobei auch das der Geschichte angehört. Amazon hat auf viele Dinge same-day-Versand und sonst wartet man halt. Aber der Rest ist einfach unkompliziert.

    Wo ist der Service? Hier - aber auch in vielen anderen Läden wird der Kunde ersteinmal verdächtigt absichtlich etwas kaputt gemacht zu haben. Erst wenn es nicht so ist und dies auch bewiesen ist, erfährt man Gnade in Form von Kulanz (aber keine Entschuldigung) und ggf. Reparatur oder ein Austauschgerät (welches oftmals mehrere Tage oder gar Wochen braucht, um anzukommen).

    Für mich können diese Scalper nicht schnell genug aussterben, denn dann trennt sich die Spreu vom Weizen und wenn man nicht zum ersteren gehören will, lernt man den Kunden zu schätzen. Amazon ist nicht immer günstiger und mir tun die Paketarbeiter Leid (wobei sie selbst den Job dort angenommen haben und dieser über kurz oder lang wegrationalisiert werden wird). Aber Amazon ist zuverlässig und das ist mir manchmal die paar Euro Aufpreis einfach wert.

    Geschäfte in der Innenstadt sind mir im übrigen ebenfalls egal, denn wie man sieht, kann man bei Amazon (oder auch Otto) noch Online bestellen - Nachts oder auch während eines Lockdowns. Ich brauche die Läden nicht, denn sie wollten mich viele Male veräppeln, haben aber nicht damit gerechnet, dass ich lernfähig bin.

    Dafür könnte man nun erschwinglichen Wohnraum in den Herzen der Städte schaffen. Es wirft natürlich weitaus weniger Geld ab und darum trauern auch die Reichen - aber ich habe buchstäblich 0 Interesse daran die Läden in den Innenstädten zwangs zu finanzieren. Da reicht mir schon die GEZ.

    Insgesamt merke ich aber, dass es Zeit wird sich als jemand, der ordentlich verdient, um das eigene Leben zu kümmern, denn nur die Rente, die ich finanziell selbst gestalte, kann einigermaßen sicher sein. Der Generationenvertrag wird implodieren, denn jene, die erwerbstätig sind, müssen nur noch bezahlen - ohne Gegenwert. Das ist Diebstahl. Und das hatten wir Mal. Ich will solche dummen Ideen nicht finanzieren und sollte mich darum bemühen in ein anderes Land zu ziehen, in dem die Steuern für die Unterstützung der Bürger in ungünstigen Lebenslagen ganz oben auf der Agenda steht und der Rest für Bildung und Infrastruktur ausgegeben wird. In Deutschland muss man das Image der Politiker ebenso finanzieren wie die Wünsche der laut schreienden Minderheiten, die finanziell natürlich immer andere tragen müssen. Ob's nun diese dumme Steuer ist oder der Gedanke an Enteignung in Berlin: Deutschland hat fertig.

  12. Re: Fakt ist,

    Autor: PaBa 22.12.20 - 08:36

    Was nutzt denn stärker die Infrastruktur: Ein Laden, der von 100 Leuten am Tag (=100 Autos am Tag) angefahren wird, oder ein Auto, welches 100 Leute anfährt?

    Die Infrastruktur des Laden in der Innenstadt sieht so aus:
    Zentrallager > Ladenlokal < Kunden

    Onlinehandel sieht so aus:
    Zentrallager > Kunde

    Ja beim Paketdienst sind auch Hubs dazwischen, aber dennoch werden mehrere Kunden vom gleichen Fahrzeug beliefert, wogegen ich im stationären Handel jeden Laden separat anfahren muss.

  13. Re: Fakt ist,

    Autor: Terins 22.12.20 - 08:55

    Kommunen zerstören doch ihre Innenstädte selbst. Supermärkte werden zentralisiert in Gewerbegebieten an den Stadträndern hingebaut in der sich hauptsächlich die Mrd-schweren Franchise-Ketten hinpflanzen, die keinerlei Gewerbesteuer in die Kommune beitragen. Das alles allein dem Onlinehandel in die Schuhe zu schieben, ist etwas einseitig, denke ich.

  14. Re: Fakt ist,

    Autor: Shred 22.12.20 - 09:11

    countzero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So eine Geschichte kann ich auch erzählen. Ich brauchte ein neues Sofa.

    Dito... Neues Sofa. Ich wusste sogar schon ganz genau, was ich wollte, inklusive Marke, Ausstattung und Farbe.

    Ich ging zuerst in das Möbelhaus meines geringsten Misstrauens. Der Verkäufer setzt den Preis eines Kleinwagens an, holt einen Taschenrechner hervor, zieht laut erklärend etliche großzügige Rabatte, Vergünstigungen und Nachlässe ab, und präsentiert mir voller Stolz den Preis eines kleineren Kleinwagens, Lieferung und Montage natürlich nicht inklusive. Ich habe gelacht, mich für das Theater bedankt und bin gegangen.

    Dann habe ich online ein Möbelhaus in der Nähe gefunden, das auf Sitzmöbel spezialisiert ist. Ein traditioneller Laden zwar, aber mit Onlineshop. Das gleiche Sofa war dort ganz ohne Rabattschlacht deutlich billiger, wurde trotzdem bis ins Wohnzimmer geliefert und auch gleich aufgebaut. Alles perfekt.

    Im Grunde wäre die Geschichte nicht einmal erzählenswert. Aber nach dem CDU-Vorschlag müsste das kundenfreundliche Möbelhaus mit dem Onlineshop eine Steuer abdrücken und damit das Möbelhaus subventionieren, das mich über den Tisch ziehen wollte.

  15. Re: Fakt ist,

    Autor: PaBa 22.12.20 - 09:25

    Ich finde diese Anekdoten alle amüsant, weil sie scheinbar jedem mehrfach passieren, und keiner ein gutes Gefühl dabei hat, aber die Ladenbetreiber ziehen das weiter durch.

    Ich war mal in der Haushaltsabteilung im Möbelhaus und hab mich für eine Pfanne interessiert. Ich hab zwar eine gefunden, fand die aber echt teuer. Ich wurde von einer Verkäuferin angesprochen, ob sie helfen könnte. Ich winkte ab, weil ich schlicht nicht bereit war diesen Preis zu zahlen und sie mir meiner Meinung nach nicht helfen konnte.
    Dann fragte sie, ob mir der Preis zu hoch sei, man könnte so 50¤ runter gehen (von 110¤). Ich hab sie angeguckt wie ein Auto. Dann sagte sie, wenn Ihnen die Preise nicht gefallen, dann können sie einen Mitarbeiter ansprechen, 20% seien immer drin.

    Seit dem war ich nie wieder in dem Laden. Die zeichnen also zu hoch aus, und die Deppen, die es so mitnehmen, sind halt selber Schuld? Wegen solcher Nummern kaufe ich Lokal kaum noch ein.

  16. Re: Fakt ist,

    Autor: Oktavian 22.12.20 - 09:33

    > Ich finde diese Anekdoten alle amüsant, weil sie scheinbar jedem mehrfach
    > passieren, und keiner ein gutes Gefühl dabei hat, aber die Ladenbetreiber
    > ziehen das weiter durch.

    Das ist einfach Beharrungsvermögen. Man hat den Kunden schon immer verarscht, schon seit Generationen. Service ist da nur eine Modeerscheinung. Überhaupt, das ganze Internet ist auch nur so ne Mode.

    > Dann fragte sie, ob mir der Preis zu hoch sei, man könnte so 50¤ runter
    > gehen (von 110¤). Ich hab sie angeguckt wie ein Auto. Dann sagte sie, wenn
    > Ihnen die Preise nicht gefallen, dann können sie einen Mitarbeiter
    > ansprechen, 20% seien immer drin.

    Ja, das ist Kundenverarschung. Nicht sehr viel anders als der Mediamarkt, der im Laden höher auspreist als Online. Wenn der Kunde darauf hinweist, bekommt er natürlich auch in der Filiale den Online-Preis. Und am besten soll man sich für das Entgegenkommen noch bedanken.

  17. Re: Fakt ist,

    Autor: Trockenobst 22.12.20 - 09:47

    countzero schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das identische Sofa gibt es Online für 1200¤ ohne jeglichen Rabatt oder
    > ähnliches. Es wurde auch in beiden Fällen erst auf Bestellung beim
    > Hersteller produziert.

    Mich hat eine mittelständische Möbelmanufaktur gebeten, dass bitte gleich über Amazon zu machen, weil zwei sehr bekannte Möbelketten sich leider nicht wirklich um die Kunden kümmern wollen.

    Das gewisse bekannte Shops mit der Verfügbarkeit schummeln ist schon länger bekannt. Ich habe 10 Teile woanders bestellen wollen weil sie ein paar Euros günstiger als beim A->Z waren, und beim letzten Schritt vor der Bestellung wird aus "lagernd" in 3-5 Tagen versandbereit(!!).
    Ich habe das abgebrochen, das geht so gar nicht. Ich frage mich warum man sich die Mühe macht wenn man nur solchen Pfusch abliefert.

    Bei einem Elektrogroßgerät bin ich zum "Werksverkauf mit kleinen Fehlern" gefahren, wirklich guter Preis und mit Einbau und Altgerät Mitnahme. Die Herren kamen und haben alles perfekt und schnell erledigt. Ich war aber verwundert warum das Kennzeichen des Lasters aus dem Norden kam, da gibt es doch sicherlich auch Dienstleister im Süden.

    Die Antwort war, dass sie hauptsächlich für Amazon und einige Werkslieferungen im ganzen Südwesten ausliefern. Sie haben versucht mit lokalen Händlerketten Deals zu machen, aber die haben meist auf Angebote nicht reagiert. Ein kurzer Blick in einen Onlineshop einer Kette soll man 49¤ für Lieferung und Abholen zahlen, Anschluss kann aber bis zu acht Wochen dauern (was versteckter Speak ist: machen wir nicht).

  18. Re: Fakt ist,

    Autor: Kondratieff 22.12.20 - 10:26

    PaBa schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde diese Anekdoten alle amüsant, weil sie scheinbar jedem mehrfach
    > passieren, und keiner ein gutes Gefühl dabei hat, aber die Ladenbetreiber
    > ziehen das weiter durch.
    >
    > Ich war mal in der Haushaltsabteilung im Möbelhaus und hab mich für eine
    > Pfanne interessiert. Ich hab zwar eine gefunden, fand die aber echt teuer.
    > Ich wurde von einer Verkäuferin angesprochen, ob sie helfen könnte. Ich
    > winkte ab, weil ich schlicht nicht bereit war diesen Preis zu zahlen und
    > sie mir meiner Meinung nach nicht helfen konnte.
    > Dann fragte sie, ob mir der Preis zu hoch sei, man könnte so 50¤ runter
    > gehen (von 110¤). Ich hab sie angeguckt wie ein Auto. Dann sagte sie, wenn
    > Ihnen die Preise nicht gefallen, dann können sie einen Mitarbeiter
    > ansprechen, 20% seien immer drin.
    >
    > Seit dem war ich nie wieder in dem Laden. Die zeichnen also zu hoch aus,
    > und die Deppen, die es so mitnehmen, sind halt selber Schuld? Wegen solcher
    > Nummern kaufe ich Lokal kaum noch ein.

    Ich lese die Anekdoten in diesem Thread sehr gerne und ich verstehe auch, wieso ihr online kauft. Das tu ich auch.

    Allerdings stolpere ich über den Begriff „verarschen“ im obigen Zusammenhang. Dass die Preise im Laden i.d.R. höher sein müssen als in einem Onlineshop, ist dir ja bestimmt bereits bewusst, der Grund wird in diesem Thread auch genannt.
    Ich schätze, dass es dir also um die höhe des Angebots geht und um die Bereitschaft, schnell den Preis nachzuverhandeln und so weit mit dem Preis runterzugehen.

    Aber genau das wird in der Ökonomie als Markt verstanden: Der Hersteller/Verkäufer muss ja schon mal anteilig seine Produktions-, Lager-, Miet-, Energie-, Personalkosten etc. sowie Garantie bzw. Gewährleistung in Anteilig in die Verkaufspreise einberechnen. Da Unternehmen der Definition nach monetären Gewinn als oberstes Ziel hat, wird der Verkaufspreis dann um die gewünschte bzw. maximal mögliche Marge angehoben. Dabei kann bzw. sollte auch Verhandlungsspielraum einkalkuliert werden.

    Wenn ein Kunde also bereit ist, das Produkt zu dem angesetzten Preis zu kaufen, ist alles super. Wenn nicht, kann der Preis eben ausgehandelt werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.12.20 10:26 durch Kondratieff.

  19. Re: Fakt ist,

    Autor: PaBa 22.12.20 - 11:04

    Mir ist Bewusst, dass Miete, Lager, Werteverfall und Mitarbeiter Geld kosten und der Preis im Laden höher ausfallen kann. Das ist auch ok und berechtigt.

    Auch weiß ich, dass Preise eine invitatio ad offerendum sind.

    Nur gibt es für mich einen Unterschied zwischen einer Preisverhandlung bei einer Küche oder einem Auto, oder gar wenn ich mehrere hochpreisige Produkte kaufen will, und einem "Ihnen gefällt der Preis nicht, wie wäre es mit 20% weniger?", ohne echtes verhandeln. Dadurch wird Geld von Personen abgeschöpft, die sich nicht trauen Mitarbeiter anzusprechen. Schlimm wird es dann, wenn viel los ist, und ich eben keinen Mitarbeiter ansprechen kann, der mit kampflos meine 20% gibt.
    Und dann diese quasi Dauerrabatte wie bei Praktiker, wo ich mich gefragt habe, wer eigentlich in den 4 Wochen im Jahr dort einkauft, in denen es keine "20% auf alles außer Tiernahrung" gibt.

  20. Re: Fakt ist,

    Autor: Oktavian 22.12.20 - 11:53

    > Allerdings stolpere ich über den Begriff „verarschen“ im obigen
    > Zusammenhang. Dass die Preise im Laden i.d.R. höher sein müssen

    Müssen sie das? Ich zahle bei IKEA für die Küche exakt das gleiche, ob ich sie online oder offline kaufe. Auch die Lieferung kostet exakt gleich, ob ich sie im Laden vereinbare oder dazuclicke.

    > Ich schätze, dass es dir also um die höhe des Angebots geht und um die
    > Bereitschaft, schnell den Preis nachzuverhandeln und so weit mit dem Preis
    > runterzugehen.

    Es geht mir vorallem um preisliche Intransparenz und den Versuch, dem Kunden etwas unterzujubeln.

    Wenn ein Küchenhaus mit mir eine Küche zusammenstellt und auf den Preis direkt mal 50% Rabatt gibt, ist das unseriös. Der ausgepreiste Preis steht in keinem Zusammenhang mehr zum Verkaufspreis, das ist an der Grenze zur Illegalität, zumindest ist es wettbewebsrechtlich problematisch. Da aber alle Küchenhäuser diesen Unsinn machen, beschwert sich keiner.

    Wenn sie mir dann kein schriftliches Angebot machen wollen, das ich mit anderen Angeboten vergleichen kann, ist das unseriös. Wenn sie versuchen, Druck auszuüben auf die Entscheidung, dann ist das unseriös. Wenn sie mir Theater vorspielen, ach wie sehr sich der "Berater" beim Chef für mich eingesetzt hat, dann ist das unseriös.

    Ähnlich ist es beim Mediamarkt. Wenn der eigene Typennummern hat, damit man die Preise nicht vergleichen kann, dann ist das unseriös. Wenn er Anzeigen hat, online bestellte weiße Ware würde kostenlos geliefert und aufgebaut, dieses Angebot aber im Kleingedruckten auf zwei Premium-Hersteller einschränkt, und den Aufpreis für die Lieferung erst klein im letzten Bestellschritt ergänzt, dann ist das unseriös. Wenn er im Laden Ware anders auspreist als online, diesen Preis den Kunden, die sich beschweren, aber sofort nachlässt, dann ist das unseriös. Wenn die Ware im Laden einen anderen Preis hat als Ware, die man online bestellt und im selben Laden abholt (die beiden Vorgänge kommen vom selben Stapel), dann ist das unseriös. Wenn man Kunden versucht, ständig Warenversicherungen unterzujubeln, die viel kosten aber nicht zahlen, dann ist das unseriös.

    Das oben ist alles legal, keine Frage. Es ist sogar verständlich aus der Perspektive der Gewinnmaximierung. Es ist aber nicht das Verhalten eines ehrlichen Kaufmanns, es ist unserös. Man versucht, mich als Kunden über den Tisch zu ziehen und nicht als Partner zu behandeln. Deshalb fühle ich mich als Kunde verarscht und meide solche Läden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.12.20 11:58 durch Oktavian.

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