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Auf biegen und brechen Prozesse behalten

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  1. Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: S.Simon89 05.02.19 - 16:29

    Das Hauptproblem mit SAP Projekten ist und bleibt einfach, dass oftmals einfach die bestehenden Prozesse auf Teufel komm raus ins SAP programmiert werden müssen. Der SAP Standard bietet viele Lösungen welche oftmals ausreichend sind oder nur kleine Erweiterungen benötigen. Da ist das Customizing der Prozesse schon aufwändig genug. Aber man muss ja an alles den goldenen Henkel frickeln. Wenn ich z.B. im Artikel über LIDL lesen muss, dass dort die komplette Kalkulation von Preisen, entgegen des SAP Standards, auf Verkaufspreisen anstatt Einkaufspreisen beruht, dann weiß ich genau warum das Projekt gestorben ist. Dafür ist das gesamte System nicht gebaut, sowas ist einfach nicht vorgesehen. Da hätte man bei LIDL vielleicht einfach mal umdenken müssen. Aber das ist dann einfach nicht möglich. Und an solchen Aberwitzigen Szenarien scheitern dann die Projekte.

    In vielen Projekten in denen ich war habe ich unzählige haarsträubende Anforderungen gesehen. Z.B. sollte in einem Projekt eine Wareneingangstransaktion im Automotive Umfeld gebaut werden. Als Ersatz für die (ich gebe es zu!) viel zu komplizierte Transaktion BORGR. In der sollte man im Startbild nur eine Nummer eingeben müssen und der Wareneingang läuft dann mit minimaler manueller Unterstützung komplett von allein. Was man da vorne eingibt sollte komplett egal sein, es sollte alles erkannt und bearbeitet werden, z.B. Lieferscheine, Transporte, Abrufe usw. . Das Ding ist nie fertig geworden, die Steuerung im Hintergrund war viel zu komplex für die kurze Implementierungsphase. Da streiten sich wahrscheinlich heute noch die Gerichte drüber.

    Eigentlich heißt es ja immer das IT System muss sich dem Prozess anpassen. Aber gerade im Mittelstand, wo ich nicht unzählig viele User über den gesamten Globus schulen muss, wäre es teilweise sinnvoller auch mal die Prozesse an die Gegebenheiten des Systems anzupassen.

    SAP kann wirklich viel aber man kann es auch schnell komplett kaputtfrickeln.

  2. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: Vanger 05.02.19 - 16:48

    S.Simon89 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich z.B. im Artikel über LIDL lesen
    > muss, dass dort die komplette Kalkulation von Preisen, entgegen des SAP
    > Standards, auf Verkaufspreisen anstatt Einkaufspreisen beruht, dann weiß
    > ich genau warum das Projekt gestorben ist. Dafür ist das gesamte System
    > nicht gebaut, sowas ist einfach nicht vorgesehen. Da hätte man bei LIDL
    > vielleicht einfach mal umdenken müssen.

    Diese ganze Denkweise, dass sich Unternehmen und ganze Branchen an SAP anzupassen hätten und sich nicht etwa SAP an den Bedarf der Kunden, ist schon absurd genug. Bei Discountern ist der Verkaufspreis das zentrale Steuerungselement - und nicht der Einkaufspreis. Das ist das Geschäftsmodell von Discountern. Die Annahme, dass ein Unternehmen sein Geschäftsmodell umstellen müsse damit SAP passt, ist irrsinnig. Die richtige Schlussfolgerung wäre gewesen, dass SAP für einen Discounter wie Lidl schlichtweg die falsche und eine komplett ungeeignete Lösung ist - was Lidl irgendwann dann auch gemerkt hat.

    Während man unternehmensindividuelle Sonderwege wohl tatsächlich sehr genau analysieren muss ob sie tatsächlich einen Mehrwert bieten, ist das bei Branchenbesonderheiten etwas anders. Was "Best Practice" ist unterscheidet sich von Branche zu Branche - und wird nicht etwa von SAP definiert.

    Daher: Besser kein SAP, sondern eine Branchenlösung. Wobei sich Eigenentwicklungen, wie bei Lidl, durchaus auch als eine Art "Branchenlösung" qualifizieren - es geht darum, dass die Eigenheiten der Branche von Anfang an Berücksichtigung finden.
    https://forum.golem.de/kommentare/wirtschaft/enterprise-resource-planning-drei-gruende-fuer-das-scheitern-von-sap-projekten/noch-besser-kein-sap/123788,5290368,5290368,read.html



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.19 16:51 durch Vanger.

  3. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: 3dgamer 05.02.19 - 18:10

    Ich stimme dem Threadstarter 100% zu.

    Customizing bei einem ERP System ist meist nicht gesund, bei SAP sogar worst-case.

    Ja, es nervt Prozesse an eine Software anzupassen. Ja, Sonderfälle können evtl. gar nicht mehr gelebt werden. Dafür funktionier es aber.

    Je mehr ein SAP verbogen wird, desto besch**** läuft es. Alle großen Projekte die ich kenne sind dank div. Wünsche zu einer Katastrophe geworden. SAP & Customizing? Nein danke.

  4. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: Allandor 05.02.19 - 18:35

    Das betrifft nicht nur sap. Richtig toll wird es wenn der linde immer alle alten zu einem kunden sehen will, auch wenn es 3000+ sind. Das das eventuell etwas aufwändiger für das system ist - Also langsam - und nicht sinnvoll dem benutzer überhaupt so viel anzuzeigen ist dann wurscht.

    Ja, Kunden wollen sich häufig nicht beraten lassen. Aber gleichzeitig kommen in der softwarebranche viele unnötige Änderungen ...
    Man muss halt immer versuchen nen goldenen mittelweg zu finden.

  5. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: freebyte 05.02.19 - 19:06

    S.Simon89 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der SAP Standard bietet viele Lösungen welche oftmals ausreichend
    > sind oder nur kleine Erweiterungen benötigen.

    Ich sehe das Hauptproblem eher darin, dass auf der Seite der SAP-Systemhäuser nicht die Brancenexpertise vorhanden ist, welche eigentlich benötigt wird - zu viele verlassen sich darauf, dass die Lösung schon irgendwo vorhanden ist und man nur nach dem Schalter suchen muss.

    Gerade in der Lebensmittelbranche gibt es teilweise absonderliche "Traditionsvorgaben" im Rechenweg von denen man nicht wegkommt.

    > Eigentlich heißt es ja immer das IT System muss sich dem Prozess anpassen.
    > Aber gerade im Mittelstand, wo ich nicht unzählig viele User über den
    > gesamten Globus schulen muss, wäre es teilweise sinnvoller auch mal die
    > Prozesse an die Gegebenheiten des Systems anzupassen.

    Der Haken ist, das gewisse Abläufe und Automatisierungen der Individuallösung einen Vorteil gegenüber dem Mitbewerber bieten. Fällt das weg, hat man eigentlich schon verloren.

    fb

  6. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: S.Simon89 05.02.19 - 19:55

    Vanger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > S.Simon89 schrieb:
    > ----------------------------------------------------------
    > Diese ganze Denkweise, dass sich Unternehmen und ganze Branchen an SAP
    > anzupassen hätten und sich nicht etwa SAP an den Bedarf der Kunden, ist
    > schon absurd genug. Bei Discountern ist der Verkaufspreis das zentrale
    > Steuerungselement - und nicht der Einkaufspreis. Das ist das
    > Geschäftsmodell von Discountern. Die Annahme, dass ein Unternehmen sein
    > Geschäftsmodell umstellen müsse damit SAP passt, ist irrsinnig. Die
    > richtige Schlussfolgerung wäre gewesen, dass SAP für einen Discounter wie
    > Lidl schlichtweg die falsche und eine komplett ungeeignete Lösung ist - was
    > Lidl irgendwann dann auch gemerkt hat.
    >
    > Während man unternehmensindividuelle Sonderwege wohl tatsächlich sehr genau
    > analysieren muss ob sie tatsächlich einen Mehrwert bieten, ist das bei
    > Branchenbesonderheiten etwas anders. Was "Best Practice" ist unterscheidet
    > sich von Branche zu Branche - und wird nicht etwa von SAP definiert.
    >
    >

    Ich stimme dir zu wenn das im Lebensmittelhandel tatsächlich so ist. Aber man kann nicht immer die Schuld den anderen geben, sondern muss sich auch mal selbst in die Pflicht nehmen. Dann war das Projekt einfach von Anfang an schlecht geplant. Das eine Firma gerne ihre Software verkauft ist klar aber sie dann damit zu beauftragen eine andere. Da hätte man, gerade bei 500 Millionen Euro Budget, mal eine weitere unabhängige Partei dazu holen sollen, die mal tiefer schaut ob es wirklich geht. Und Aldi hat sein Geschäft auch zum laufen gebracht, also gehen muss es ja.

    Ich will die SAP hier nicht verteidigen, da läuft auch genug schief. Aber immer den Sündenbock in Walldorf zu suchen kann nicht der richtige Weg sein.


    Das mit dem Verkaufspreis halte ich aber weiterhin für Quark. Vielleicht bin ich aber auch zu weit in SAP drin um das kapieren zu können. Im Endeffekt kalkulieren sie ja den Einkaufspreis den sie brauchen um mit Gewinn handeln zu können. Die Deckungsbeiträge sind ja in jede Richtung gleich, wie auch die Kosten. Aber wenn der Lieferant da nicht mit spielt, dann wird das doch nie was.
    Da müsste man ja eine so große Marktmacht haben, damit man die Preise diktieren kann (Kartell usw.).

    Und mit Der Preisfindung in SAP lassen sich eigentlich alle möglichen Rabatte, Aktionen, Preisstaffeln darstellen. Und regionale Angebote je laden könnte man hinzu entwickeln. Ich wüsste icht wieso das bei Lidl nicht gehen sollte. Es war halt nur vorher nicht so und auch nicht gewollt. Von der Performanz reden wir mal gar nicht, das lässt sich von außen niemals einschätzen.

  7. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: Vanger 05.02.19 - 20:44

    S.Simon89 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich stimme dir zu wenn das im Lebensmittelhandel tatsächlich so ist. Aber
    > man kann nicht immer die Schuld den anderen geben, sondern muss sich auch
    > mal selbst in die Pflicht nehmen. Dann war das Projekt einfach von Anfang
    > an schlecht geplant. Das eine Firma gerne ihre Software verkauft ist klar
    > aber sie dann damit zu beauftragen eine andere. Da hätte man, gerade bei
    > 500 Millionen Euro Budget, mal eine weitere unabhängige Partei dazu holen
    > sollen, die mal tiefer schaut ob es wirklich geht. Und Aldi hat sein
    > Geschäft auch zum laufen gebracht, also gehen muss es ja.

    Zugegeben verstehe ich nicht wieso Leute im SAP-Umfeld immer dermaßen absurde Positionen einnehmen... Wozu bezahlt ein Kunde denn bitte einen Berater wenn nicht dafür, dass er ihn in einem Feld berät, in dem der Kunden Know-how-Defizite hat? Aus Jux und Dollerei? Nein. Wer berät begibt sich in eine Vertrauensposition, diese zu missbrauchen ist ein Fall für die Beraterhaftung.

    Natürlich müsste der Berater darauf hinweisen, dass umfangreiches Customizing bei SAP immer zu großen Problemen führt - und wenn das Customizing nicht vermeidbar ist, SAP eben nicht die richtige Lösung darstellt. Das passiert aber selten. Die Frage ist nun warum das so selten passiert. Möglichkeit 1: Die SAP-Berater sind letztlich Pfeifen und ihnen fehlt das Know-how das zu erkennen. Möglichkeit 2: Die SAP-Berater sind Betrüger und wollen dem Kunden nur das Geld aus der Tasche ziehen.

    Ich hoffe es ist eher Möglichkeit 1... In keinen der Fälle ist der Kunde daran Schuld - sondern die Berater.

    In diesem Zusammenhang sei vielleicht nochmal darauf hingewiesen, dass die wenigsten SAP-Umsetzungsprojekte von SAP direkt begleitet werden, sondern von einem der vielen Tausend SAP-Beratungsbuden da draußen...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.19 20:45 durch Vanger.

  8. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: thorben 05.02.19 - 20:59

    Customizing ist eher selten das Problem. Das ist Standard und sollte man machen. Allein weil deine Firma vermutlich nicht „Musterbuchungskreis Deutschland“ heißt ;-)
    Was Lidl aber wollte und auch beauftragt hat, ist eben kein Customizing sondern eben eine Modifikation, da wird es ganz schnell hässlich....

  9. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: Vanger 05.02.19 - 21:16

    Gut, eine Frage des Wordings, ACK.

  10. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: freebyte 05.02.19 - 21:42

    S.Simon89 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das mit dem Verkaufspreis halte ich aber weiterhin für Quark. Vielleicht
    > bin ich aber auch zu weit in SAP drin um das kapieren zu können. Im
    > Endeffekt kalkulieren sie ja den Einkaufspreis den sie brauchen um mit
    > Gewinn handeln zu können.

    Geht da nicht so recht, denn dort gibt es keinen EK den man mit dem Vorlieferanten verhandeln kann sondern die Gestehungskosten (GK) der eigenen Fabrikation.

    Und weil man nach aussen nur feste Verkaufspreise kommuniziert gehn die Verhandlungen mit dem Käufer überwiegend über Rabatte.

    Ich hab gerade mal in einen alten Source für einen Emsländischen Kekshersteller geschaut: GK + zuschlag vertrieb% + zuschlag verpackung% + ..... = VK (gewünscht); im gleichen Schema geht es dann wieder abwärts (- reduzierung vertrieb% - reduzierung verpackung% .....) = VK (verhandelt).

    Jeweils 10 Stufen an Zuschlägen und Rabatten die sich dann auf Provisionsabrechnung etc. ausgewirkt haben.

    Waren spassige Zeiten damals.

    fb


    Schwierigkeit damals war es, die Zwischensummen und Rabatte mit hinreichend hoher Präzision und reserven nach Oben auf den Belegen darzustellen.

  11. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: Filius 05.02.19 - 21:57

    Vanger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich müsste der Berater darauf hinweisen, dass umfangreiches
    > Customizing bei SAP immer zu großen Problemen führt - und wenn das
    > Customizing nicht vermeidbar ist, SAP eben nicht die richtige Lösung
    > darstellt. Das passiert aber selten.

    Customizing ist, wie oben schon geschrieben, notwendig und normal. Auch Zusatzentwicklungen sind normal und auch recht gut machbar, allerdings schnell aufwändig und als Individualentwicklung oft ein bisschen kantiger als der Standard. Außerdem mit Spezifikationsaufwand für den Kunden verbunden.

    > Ich hoffe es ist eher Möglichkeit 1... In keinen der Fälle ist der Kunde
    > daran Schuld - sondern die Berater.

    Der Berater berät, der Kunde entscheidet. Und der Kunde ist sehr oft völlig beratungsresistent. Die Schuld schiebt man dann natürlich trotzdem gerne auf die Berater, auch wenn die den Ausgang schon vom Start weg prophezeit haben.

  12. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: chris_at 05.02.19 - 22:49

    Das bringt es auch für mich ziemlich auf den Punkt und ich durfte selbst schon ein paar größere SAP Projekte begleiten.

    Aber anders als der Autor schreibt ist nicht das Problem dass man in einem Schritt von der Fax Bestellung zum Webshop möchte (das Beispiel kann nur als Metapher verstanden werden) sondern dass an der Fax Bestellung festgehalten wird. Selbst wenn das System den Prozess an sich in 5 Ausprägungen anbieten würde - es muss die 6. oder 7. Ausprägung sein die es so nicht gibt.

    Das hat aber auch einen Grund. Unternehmen beginnen nicht bei Null - weder was die Prozesse noch die IT betrifft. Hier werden zum Teil extrem komplexe Systeme abgelöst die über Jahrzehnte an die eigenen Prozesse angepasst wurden. Die Unternehmen verstehen ihr Geschäft - es ist vermessen als Berater hin zu gehen und zu sagen das ist alles Unsinn - schließlich sind diese Firmen auch erfolgreich genug um sich eine SAP Einführung zu leisten ;)

    Häufig hört man dass das neue System zumindest das leisten muss was das alte konnte. Diese Einstellung geht bis runter zum Shopfloor - das System kostet Geld es muss also einen Mehrwert bringen. Ich kann einem Unternehmen als Beratungshaus deshalb auch in den aller seltensten Fällen, wie vom Autor vorgeschlagen, ein Minimalsystem verkaufen. Die einzelnen Module und Prozesse sind eng miteinander verwoben - auch das macht es nicht unbedingt einfacher eine Abgrenzung vorzunehmen.

    Aufgrund dieser Komplexität und oft auch Wildwuchs im Konzern (es gibt immer einen Standort der Prozessvarianten hat) ist es auch für den Kunden oft unmöglich alle Anforderungen zu kennen.

    Aus diesen Gründen würde ich deshalb ebenso dafür plädieren vorab ein Projekt zu machen um die Prozesse zu identifizieren die einen Wettbewerbsvorteil begründen. Bei diesen sollte man auch Eigenentwicklungen in Betracht ziehen. Bei allen anderen sollte man vorab einen Unternehmensstandard beschreiben (möglichst keine Variationen) um dann gemeinsam mit den Beratern diese Unternehmensstandard-Prozesse so umzugestallten dass sie im SAP Standard unterstützt werden.

    Ein zweiter Punkt der meiner Ansicht nach auch zu kurz gekommen ist, ist das Thema Integration. Und hier ist nicht nur die Integration zu anderen Systemen gemeint sondern vor allem die Modul Integration. Häufig wird ein Integrationsmanager eingesetzt was aus meiner Sicht zu wenig ist. Besser wäre ein Integrationteam das genug Ressourcen hat um die Designentscheidungen in allen Modulen zu Screenen und von mir aus auch den Testmanager beinhalten kann.
    Es kommt häufig vor, dass man mit den E2E Tests erst relativ spät starten kann und dann auch erst spät Defizite bei der Integration auffallen. Und dann wirds so richtig stressig wenn auf einmal wesentliche Designentscheidungen wieder zur Disposition stehen.

  13. Re: Auf biegen und brechen Prozesse behalten

    Autor: S.Simon89 06.02.19 - 10:06

    Vanger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > S.Simon89 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ich stimme dir zu wenn das im Lebensmittelhandel tatsächlich so ist.
    > Aber
    > > man kann nicht immer die Schuld den anderen geben, sondern muss sich
    > auch
    > > mal selbst in die Pflicht nehmen. Dann war das Projekt einfach von
    > Anfang
    > > an schlecht geplant. Das eine Firma gerne ihre Software verkauft ist
    > klar
    > > aber sie dann damit zu beauftragen eine andere. Da hätte man, gerade bei
    > > 500 Millionen Euro Budget, mal eine weitere unabhängige Partei dazu
    > holen
    > > sollen, die mal tiefer schaut ob es wirklich geht. Und Aldi hat sein
    > > Geschäft auch zum laufen gebracht, also gehen muss es ja.
    >
    > Zugegeben verstehe ich nicht wieso Leute im SAP-Umfeld immer dermaßen
    > absurde Positionen einnehmen... Wozu bezahlt ein Kunde denn bitte einen
    > Berater wenn nicht dafür, dass er ihn in einem Feld berät, in dem der
    > Kunden Know-how-Defizite hat? Aus Jux und Dollerei? Nein. Wer berät begibt
    > sich in eine Vertrauensposition, diese zu missbrauchen ist ein Fall für die
    > Beraterhaftung.
    >
    >
    Der zentrale Faktor um den sich in einer Beratungsfirma (nicht nur im SAP Bereich) alles dreht, ist die Auslastung der Berater. Wenn ich als Firma die Möglichkeit habe zig Berater in ein Projekt zu setzen, auch wenn es noch so sinnlos ist, dann werde ich das tun. Jeder Mann der auf er Bank sitzt drückt die Marge. Und da der Kunde es genauso will, wird es auch gemacht und so lange hingebogen, bis es dem Kundewunsch entspricht. Bei kleinen Firmen läuft es vielleicht anders, so wie bei Handwerkern. Da hört man dann auch mal ein: "Das mache ich nicht", "Das kann ich nicht" , "Dazu habe ich nicht genügend Leute". Das würde bei SAP, IBM, Accenture, Capgemini, T-Systems, Deloitte, usw. nie passieren. Die kaufen so lange Externe dazu bis es passt. Und dann geht die Reise los. Und entweder scheitert das ganze oder man kann sich als der strahlende Gewinner hinstellen, der das unmögliche möglich gemacht hat.

    Schlussendlich läuft es überall so. Im Mediamarkt versucht der Veräufer dir auch den Fernseher zu verkaufen bei dem die Marge am höchsten ist. Und im Autohaus werden einem auch sinnlose extras aufgeschwatzt. Der Lebensmittelhandel positioniert die besten Waren auch extra in der Mitte des Regals, damit du dich nicht bücken musst. Das ist reine Freundlichkeit dem Kunden gegenüber. Warum sollte es bei der Beratung anders sein?

    Der Kunde muss vergleichen, Vor- und Nachteile abwägen und kritisch hinterfragen. Das machst du zu Hause sicher auch so. Und wenn ich das nicht tue und mich die Rechnung aus den Latschen haut, dann ist kein andere außer ich selbst schuld. Es sei denn es ist wie beim Schlüsseldienst und 15 Minuten Arbeit am Sonntag kosten 850¤, das ist dann was fürs Strafgesetzbuch.

    > In diesem Zusammenhang sei vielleicht nochmal darauf hingewiesen, dass die
    > wenigsten SAP-Umsetzungsprojekte von SAP direkt begleitet werden, sondern
    > von einem der vielen Tausend SAP-Beratungsbuden da draußen...

    Wenn es die SAP selbst nicht schafft, dann schaffen es alle anderen auch nicht. Die sitzen an der Quelle. Oftmals werden in richtig großen Kundenprojekten auch Kundenanforderungen in den SAP Standard übernommen. Damit erweitert sich für alle der Funktionsumfang und derjenige der es kauft muss es nicht seblst betreuen. Das ist grade mit SAP HANA der letzte Schrei bei einigen Platinum ..... Kunden. Das ist unter anderem ein Grund warum viele Großkunden direkt die SAP beauftragt, auch wenn es dort 20-30% teurer ist. Aber dann kann ich auch erwarten des es funktioniert.

    Hier liegt auch die Schwierigkeit für alle Berater die direkt bei der SAP arbeiten. Da hat man einen immensen Druck, weil die Kunden denken du kannst alles, denn du arbeitest ja beim Hersteller. Da muss immer alles viel schneller gehen aber die Leute sind auch nur Menschen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.02.19 10:09 durch S.Simon89.

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