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Denkt Gates zu kurzfristig?

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  1. Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: cephei 11.09.14 - 08:44

    "Gates halte die Entwicklungshilfeaktivitäten von Google, das Internet in arme Länder bringen will, nicht unbedingt für sinnvoll." Mit der "Malaria" Aussage will Gates wohl darauf hinaus, dass es wichtigere Dinge zu regeln gibt, als den Leuten das Internet zugänglicher zu machen.

    Ich finde Gates denkt hier zu kurzfristig. Der Zugang zum Internet ermöglicht den Zugang zur Bildung. Auch wenn das alleine wohl kaum zielführend ist, ist es dennoch eine wichtige und notwendige Voraussetzung. Natürlich kann man Geld investieren um Krankheiten in Afrika zu bekämpfen. Sinnvoller wäre aber den Leuten beizubringen, weshalb sie krank sind und wie sie Krankheiten eindämmen können, wie sie Ärzte und Pflegepersonal ausbilden. Klar ist es wichtig, den Leuten kurzfristig zu helfen, aber was geschieht danach? Es wird nicht immer Leute wie Gates geben die 50 Mio. Dollar spenden, aber es wird immer Krankheiten und Kriege geben.

    Ich kenne zwar nur das kurze Zitat von Gates aus dem Artikel von Golem. Aber wenn Gates wirklich so denkt, macht es vielleicht nicht gross Sinn einfach mal 50 Mio. zu spenden. Auch wenn das natürlich sehr grosszügig ist.

  2. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: HaMa1 11.09.14 - 09:06

    Ich denke da tust du Bill & Melinda Gates etwas unrecht. Die Gates Foundation ist eine riesige auf viele Felder ausgerichtete Stiftung die sich in sehr vielen Bereichen engagiert, darunter auch landwirtschaftlichen Entwicklung, Verbesserung des Marktzugangs für Kleinbauern in Afrika, Zugang zu Verhütungsmitteln, Aufklärung etc. pp.

    Ich nehme einmal an das Zitat^ bzgl. des Google Loom Projekts wurde aus dem Kontext gerissen. Und tatsächlich gibt es wohl beide Seiten, einerseits bringt jemanden der keinen Zugang zu sauberem Wasser hat oder verhungert eine 1 Gigabit Internet Leitung wenig.

    Andererseits gibt es ja kein "Afrika" in dem Sinne wie wir Europäer uns das gerne vorstellen. Es gibt dort viele sehr unterschiedliche Länder, mit gänzlich unterschiedlichen Entwicklungsstadien. In manchen Ländern wie Süd Afrika hat man schon einen Lebensstil der vergleichbar mit Europa oder der USA ist.

    In anderen Ländern wie Nigeria oder Ghana ist man in einer Umbruchphase, jeder hat schon ein Handy oder Smartphone, gleichzeitig mangelt es aber in den ländlichen Regionen an grundlegenden wirtschaftlichen/industriellen Strukturen.

    Und dann gibt es noch die 3.te Welt Länder in Afrika wie Äthiopien in denen die Menschen wirklich noch hungern.

  3. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: AlphaStatus 11.09.14 - 09:07

    Stimme ich zu, z.B. kam es dazu dass eine Quarantäne Station geplündert wurde, niemand mit auch nur ein bisschen Ahnung davon was Ebola ist würde sowas tun. Unwissenheit ist da ein enormes Problem.

    Wenn die Leute also zugang zu mehr Informationen und Bildung haben, kann man die Verbreitung von solchen Krankheiten verlangsamen.

    Edit: damit meine ich nicht dass gates Engagement falsch ist, sondern dass google auch zu einer Verbesserung beitragen kann.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.14 09:08 durch AlphaStatus.

  4. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: Michael H. 11.09.14 - 09:11

    cephei schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Gates halte die Entwicklungshilfeaktivitäten von Google, das Internet in
    > arme Länder bringen will, nicht unbedingt für sinnvoll." Mit der "Malaria"
    > Aussage will Gates wohl darauf hinaus, dass es wichtigere Dinge zu regeln
    > gibt, als den Leuten das Internet zugänglicher zu machen.
    >
    > Ich finde Gates denkt hier zu kurzfristig. Der Zugang zum Internet
    > ermöglicht den Zugang zur Bildung. Auch wenn das alleine wohl kaum
    > zielführend ist, ist es dennoch eine wichtige und notwendige Voraussetzung.
    > Natürlich kann man Geld investieren um Krankheiten in Afrika zu bekämpfen.
    > Sinnvoller wäre aber den Leuten beizubringen, weshalb sie krank sind und
    > wie sie Krankheiten eindämmen können, wie sie Ärzte und Pflegepersonal
    > ausbilden. Klar ist es wichtig, den Leuten kurzfristig zu helfen, aber was
    > geschieht danach? Es wird nicht immer Leute wie Gates geben die 50 Mio.
    > Dollar spenden, aber es wird immer Krankheiten und Kriege geben.
    >
    > Ich kenne zwar nur das kurze Zitat von Gates aus dem Artikel von Golem.
    > Aber wenn Gates wirklich so denkt, macht es vielleicht nicht gross Sinn
    > einfach mal 50 Mio. zu spenden. Auch wenn das natürlich sehr grosszügig
    > ist.

    Gegenfrage: Denkt hier vllt Google zu kurzfristig und Gates hat dies erkannt?
    Die These ist ja schön und gut, dass so Bildung leichter erreichbar ist...
    Jedoch wie wollen die Leute darauf zugreifen. Wenn sich viele Familien mit 8 Personen 12qm Wohnfläche teilen und froh sind wenn sie am Tag zumindest so viel zu Essen haben das sie wenigstens nicht verhungern?
    Wie wollen diese Leute sich dann überhaupt Devices zulegen, mit denen sie Technik nutzen... außerdem ist vieles dort nicht zwingend bedingt durch die schlechte Hygiene... aber direkter Kontakt mit infizierten oder Mosquitos sind auch ein Problem...
    Selbst wenn die Leute beginnen zu lernen dass Hygiene mehr bringt... wie wollen sie das machen... sie müssen immer noch übereinander schlafen und haben teils auch nicht mal genug wasser zum trinken... also finde ich sollte man erst einmal die Grundversorgung sichern...

    Ich glaube auch kaum dass die Leute da genug Zeit haben um sich im Internetz fortzubilden... die werden den ganzen Tag buckeln damit sie was zu essen haben und sich Abends um die Familie kümmern... da wird keiner die Zeit haben sich vor ne Kiste zu hocken und selbstständig zu informieren wie man nicht krank wird... da wäre es sinnvoller für die "Grundregeln" erstmal Zettel zu verteilen, anstatt hier den Weg über noch nicht vorhandenes Internet, bei nicht vorhandenen Computern und der nicht vorhandenen Zeit einzuschlagen...

  5. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: non_sense 11.09.14 - 09:30

    AlphaStatus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Stimme ich zu, z.B. kam es dazu dass eine Quarantäne Station geplündert
    > wurde, niemand mit auch nur ein bisschen Ahnung davon was Ebola ist würde
    > sowas tun. Unwissenheit ist da ein enormes Problem.
    >
    > Wenn die Leute also zugang zu mehr Informationen und Bildung haben, kann
    > man die Verbreitung von solchen Krankheiten verlangsamen.
    >
    > Edit: damit meine ich nicht dass gates Engagement falsch ist, sondern dass
    > google auch zu einer Verbesserung beitragen kann.

    Du siehst aber das "Warum?" nicht.
    Warum wurde denn geplündert? Nicht weil sie Bock darauf haben, sondern weil denen schlicht keine andere Möglichkeit bleibt an Nahrung zu kommen. Da hat Bill im Grunde recht. Eine Internetverbindung hilft nicht vor dem Verhungern. Das Ganze ist recht zweischneidig. Ich denke mal, die Bildung kommt sogar von alleine, wenn die Infrastruktur funktioniert, da dann das Leben einen geregelten Lauf nimmt, und man dann die Möglichkeit besitzt, die Infrastruktur auszubauen und zu optimieren.

    Und die armen Schweine, die Krankenhäuser plündern müssen, wird eine Internetverbindung eh nichts bringen, da sie sich dies gar nicht leisten können.

  6. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: nicoledos 11.09.14 - 10:44

    Landwirtschaftliche Entwicklung, am Besten nach US-Vorbild im Interesse von Konzernen wie Monsanto. Darauf können die sicher gerne verzichten.

  7. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: Nephtys 11.09.14 - 10:47

    Ihr alle seht das hier als Frage ob man Internet hat oder nicht. Darum geht es nicht. Viele Orte sind zumindest übers Mobilfunknetz angebunden.

    Google dagegen will Breitband-Internet bringen. Das hat nichts mehr mit "Wissen" zu tun, sondern mit Katzenvideos. Und das sieht Gates eben als falschen ersten Schritt.

  8. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: nicoledos 11.09.14 - 10:48

    Die wollten ihre eigenen Leute aus der Gewalt dieser in ihren Augen westlichen vermummten Scharlatane holen. Folgende Plünderungen sind dann nur das Sahnehäupchen.

  9. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: Heartless 11.09.14 - 11:12

    Ja, ich denke auch die sehen sich lieber gegenseitig beim Verhungern zu als sich US-Konzernen zu unterwerfen /Sarkasmus

  10. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: gaym0r 11.09.14 - 11:36

    nicoledos schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Landwirtschaftliche Entwicklung, am Besten nach US-Vorbild im Interesse von
    > Konzernen wie Monsanto. Darauf können die sicher gerne verzichten.

    Du hast doch sicher genug zu essen oder? Denkst du das wäre ohne Konzerne wie Monsanto & Co. auch so? :)

  11. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: non_sense 11.09.14 - 11:43

    gaym0r schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast doch sicher genug zu essen oder? Denkst du das wäre ohne Konzerne
    > wie Monsanto & Co. auch so? :)

    Ohne Züchtungen und Manipulationen gäbe es heute z.B. keine Bananen mehr, da die Banane in den 70ern durch einen Pilz fast ausgerottet wurde. Die derzeitige, herkömmliche Bananenstaude kann sich aber nicht auf natürliche Weise vermehren, und muss deshalb veredelt werden. Aus diesem Grund versucht man neue Arten zu züchten, aber die ersten Versuche sind nicht ganz so gelungen. Sie haben zwar Bananenarten geschaffen, die Resistenz gegen diverse Pilzarten sind, aber die Bananen selber schmecken mehr nach Apfel.

  12. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: Dwalinn 11.09.14 - 13:23

    Ich habe mich mit Afrika nie viel befasst aber soweit ich weiß sind die meisten Afrikaner sehr gläubig. Ich glaube kaum das da einfach Bildung ausreichend ist...

    Massenhaft Kondome und Moskitonetze würden da wohl mehr bringen... dazu noch Missionare die verstehen das man Afrika und Europa nicht über einen kam scheren darf. ca. 7,5 % der Afrikaner sind HIV Positiv da hat ein Kondom einfach eine viel größere Wichtigkeit.

    Was Ebola betrifft hilft Aufklärung wohl kaum, viele sehen es als selbstverständlich ihre eigene Familie zu Pflegen und dennoch ins Nachbardorf für Lebensmittel zu gehen. Ich glaube die beste Möglichkeit wäre eine totale Isolierung der betroffenen Dörfern... dies wäre aber Logistisch kaum zu bewirken...also muss die Forschung ranhalten.

  13. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: RayPi 12.09.14 - 04:22

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe mich mit Afrika nie viel befasst aber soweit ich weiß sind die
    > meisten Afrikaner sehr gläubig. Ich glaube kaum das da einfach Bildung
    > ausreichend ist...
    >
    > Massenhaft Kondome und Moskitonetze würden da wohl mehr bringen... dazu
    > noch Missionare die verstehen das man Afrika und Europa nicht über einen
    > kam scheren darf. ca. 7,5 % der Afrikaner sind HIV Positiv da hat ein
    > Kondom einfach eine viel größere Wichtigkeit.
    >
    > Was Ebola betrifft hilft Aufklärung wohl kaum, viele sehen es als
    > selbstverständlich ihre eigene Familie zu Pflegen und dennoch ins
    > Nachbardorf für Lebensmittel zu gehen. Ich glaube die beste Möglichkeit
    > wäre eine totale Isolierung der betroffenen Dörfern... dies wäre aber
    > Logistisch kaum zu bewirken...also muss die Forschung ranhalten.


    Ich stimme dir voll und ganz zu. Lassen wir eine Glasglocke auf die Dörfer fallen, so isolieren wir sie. Bei den Simpsons hat sie ja das Problem von eine gelöst.



    Du solltest dich doch etwas über Afrika informieren

  14. Re: Denkt Gates zu kurzfristig?

    Autor: non_sense 12.09.14 - 09:07

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Massenhaft Kondome und Moskitonetze würden da wohl mehr bringen... dazu
    > noch Missionare die verstehen das man Afrika und Europa nicht über einen
    > kam scheren darf. ca. 7,5 % der Afrikaner sind HIV Positiv da hat ein
    > Kondom einfach eine viel größere Wichtigkeit.

    Du forderst Missionare, die Europa und Afrika nicht über einen Kamm scheren kann, aber du tust es trotzdem ;)

    Kondome werden dir hier nichts bringen, da sie weiterhin Kinder in die Welt setzen wollen, was nun mal nur ohne Kondome funktioniert, denn die Anzahl der Kinder ist in deren Kulturkreisen wichtig, denn das zeigt von einer hohen Potenz, und bestimmt auch den Clan-Anführer. Je mehr Kinder ein Mann besitzt, desto höher ist auch sein Ansehen im Clan. Es ist ja nicht so, dass man schon seit 20 Jahren vergeblich versucht, den Menschen dort beizubringen, dass sie Kondome benutzen sollen. Sie ignorieren es halt, weil es nicht zu deren Kultur passt. Auch ist die Polygamie in Afrika nichts ungewöhnliches, sodass hier das Risiko einer HIV-Infektion steigt.

    Wenn du also die HIV-Infektion eindämmen willst, dann musst du die afrikanische Kultur unserer Kultur anpassen.

    Selbst hierzulande sah es vor der Christianisierung auch nicht besser aus. Hier gab es unterschiedliche Ehen. Darunter die Kebsehe, in der Frauen quasi als Sklavinnen gehalten worden waren. Auch war die Polygamie hier nichts fremdes.

    Im Grunde passiert heute in Afrika genau das selbe, was hier vor ca. 1.500 Jahren stattfand: Ein Umdenken der eigenen Kultur.

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