1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Erreichbarkeit im Job: Server…

Fluch kundenspezifscher Lösungen

Helft uns, die neuen Foren besser zu machen! Unsere kleine Umfrage dauert nur wenige Sekunden!
  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 21.08.20 - 16:37

    Bei uns das gleiche Problem. Kleiner Laden, um 10 MA. Ein Core mit sehr kundenspezifischen Erweiterungen. Viele Kunden haben 24/7 Support und wenn was nicht funktioniert muss es im Zweifel schnell gehen.

    Wirklich richtig, richtig tief drin sind eben nur die Leute, die das Projekt umgesetzt haben. Natürlich kann der Rest in Dokumentationen suchen, dafür ist aber nicht unbedingt Zeit, worst case, sind die auch nicht optimal gepflegt. Der Kunde geht gern mit den Rotstift bei bzw. möchte nicht den realen Aufwand zahlen, ergo wird an Dokumentationen und Tests gespart.

    Davon ab muss man sich da schon halbwegs sicher sein, um im Zweifel zu sagen, Problem liegt nicht an uns, sondern an einem anderen Gewerk. Im Zweifel steht der Standort des Kunden dann eben im Zweifel die ganze Nacht durch, was natürlich Kosten verursacht.

    Kurz am Ende müssen einige Mitarbeiter immer erreichbar sein und das Telefon klingelt eben auch nach Feierabend, im Urlaub oder zuletzt während der Kurzarbeit. Anders würde es hier aber auch nicht laufen. Mich hat es da leider ziemlich erwischt, da ich in so gut wie allen Projekten involviert bin, die 24/7 laufen und da auch die komplexeren Sachen abbekommen habe.

    Bin da mittlerweile sogar schon übergegangen selbstständig in der Freizeit zu dokumentieren aber die Leute sind sich trotzdem unsicher, gerade wenn mehrere Gewerke drin hängen zu sagen, ne liegt nicht an uns, der da. Und wenn sie dann mit der Doku das Problem lösen können aber einfach noch mal wollen, dass man mit drauf guckt.

    Bezahlt wird die Bereitschaft bzw. dass man das Telefon alle paar Wochen mal an der Backe hat, die Erreichbarkeit außerhalb dessen natürlich nicht, genauso wenig wie Überstunden, die dadurch anfallen. Trotzdem macht man es mit, die normale Bereitschaft gibt ein paar Hunderter und da ist der Stundenlohn für die reale Arbeit deutlich höher als die generell mageren Gehälter.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 21.08.20 16:39 durch aLpenbog.

  2. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: quineloe 21.08.20 - 20:15

    " oder zuletzt während der Kurzarbeit. "

    Gefährlich. Man kann alles machen, aber das Arbeitsamt um KA-Geld bescheißen gefährdet die Existenz mehr, als jeder nicht sofort behobene Ausfall.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  3. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 22.08.20 - 06:56

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gefährlich. Man kann alles machen, aber das Arbeitsamt um KA-Geld
    > bescheißen gefährdet die Existenz mehr, als jeder nicht sofort behobene
    > Ausfall.

    Das wird dann schon richtig eingetragen. Aber es ist eben nicht so, dass du vorher fest weißt, wann du Kurzarbeit hast. Geplant war um 50% Kurzarbeit aber letztlich darfst du in diesen 50% nonstop erreichbar sein.

    Die Stunden wurden schon vernünftig verschrieben und nur so viele Stunden Kurzarbeit eingetragen, wie man nicht gearbeitet hat. Im Zweifel war aber für die Woche Kurzarbeit geplant und jeden Tag ist mal für 1-2 Stunden was reingerutscht, ergo hat man eben 6-7 Stunden Kurzarbeit gehabt.

  4. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: quineloe 22.08.20 - 10:48

    Mit "richtig eingetragen" und "vernünftig verschrieben" meinst du also bewusste Falschbelege um hinterher fein raus zu sein, nur dass ich das nicht falsch verstanden haben, ja?

    Bedeutet natürlich, dass man allen Mitarbeitern gegenüber fair und anständig sein muss (deren Meinung was fair und anständig ist) weil man jetzt auf mehrere Jahre hinweg erpressbar geworden ist.

    >Im Zweifel war aber für die Woche Kurzarbeit geplant und jeden Tag ist mal für 1-2 Stunden was reingerutscht, ergo hat man eben 6-7 Stunden Kurzarbeit gehabt.

    Dir ist bewusst, dass diese Auslegung von Kurzarbeit nicht dem Gesetz entspricht, ja?

    Verifizierter Top 500 Poster!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.20 10:49 durch quineloe.

  5. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 22.08.20 - 11:29

    Ich habe keine Ahnung, wie das rechtlich aussieht. Das viel außerhalb des Rechtlichen passiert bei uns, gerade was Überstunden und Ruhezeiten angeht, ist mir klar, was Kurzarbeit angeht, keine Ahnung.

    Es wird aber genau so, wie es wirklich war eingetragen, abgegeben und gezahlt. Ich kriege nicht 8 Stunden Kurzarbeit bezahlt und habe nebenbei für lau gearbeitet.

    Ist eben grob geplant ich mach die Woche Kurzarbeit, intern. Nun kommt aber über den Tag verteilt immer wieder mal ne halbe Stunde Arbeit rein, so dass ich dann am Ende des Tages eben 2 Stunden normal gearbeitet habe, was auch mein Arbeitgeber normal bezahlt und die 6 Stunden eben Kurzarbeit waren.

    Sind halt keine Arbeiten die generell anstehen, sondern eben durch Supportfälle anfallen oder weil in irgendeinen Testplan mit dem Kunden eben wieder unser Part ansteht. Ist eben einfach Arbeit auf Zuruf. Hast Kurzarbeit, Kollege ruft an und sagt bei X steht alles, meld dich mal bei Herr Y und gut. Sei es nun, weil der Kollege sich mit dem Projekt nicht auskennt oder selbst gerade anderweitig was zutun hat oder der Kunde einen eben explizit verlangt, was bei vielen der Fall ist.

    Also eigentlich alles regulär nur eben nicht ala du hast deine Kurzarbeit und die steht oder wenn was kommt, kriegst du nen Tag vorher bescheid, sondern du bist eben dauernd auf Abruf.

    Einzige was natürlich problematischer ist, ist am Ende des Monats, wenn die Zettel abgegeben werden müssen aber ggf. noch mehr Arbeit reinkommt, das muss dann eben mit den Folgemonat korrigiert werden. Zettel muss ja auch irgendwann frühzeitig abgegeben werden, damit man weiß, was an Gehalt an den Mitarbeiter geht.

    Habe z.B. letzten Monat in der letzten Woche neben den 40 Stunden Urlaub auch noch fast 20 Stunden Arbeit rein bekommen, die dann eben nicht bezahlt waren, die schiebe ich nun also in diesen Monat wo rein, wo intern eigentlich Kurzarbeit geplant war und ich auch Zuhause bin und nicht arbeite aber die Zeit nicht als Kurzarbeit verrechnet wird, sondern mit den Arbeitsstunden, die ich vom letzten Monat vorschiebe.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.20 11:46 durch aLpenbog.

  6. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: quineloe 22.08.20 - 12:12

    Ist dir eigentlich klar, dass du wegen Behilife zum Subventionsbetrug dich selber strafbar machen kannst? Das trifft nicht nur den Arbeitgeber.

    Eine ganz schnell ausgesprochene Sanktion ist übrigens die Rückzahlung des kompletten Kurzarbeitgeldes von der Firma an das Arbeitsamt. Nach mehreren Monaten haben sich da bei vielen Firmen da mittlerweile Summen angesammelt, dass die dann direkt bankrott sind.

    Verifizierter Top 500 Poster!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.20 12:19 durch quineloe.

  7. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 22.08.20 - 12:32

    Es wird doch genau das als Kurzarbeit gemeldet, was Kurzarbeit war und das vom AG bezahlt, was Arbeit war. Wie gesagt nur die Erreichbarkeit ist eben immer da.

    Die letzte Woche kann eben falsch sein, weil keiner in die Zukunft schauen kann und weiß wo was steht. Kann man dann ja nur mit dem Folgemonat korrigieren, der Zettel ist ne Woche vorher raus, die Gehälter sind überwiesen etc. pp. Und klar wer regulär arbeitet, der trägt da auch vorne Weg jeweils 8 Stunden ein, die vom AG bezahlt werden.

    Wenn es aber von dieser Vermutung abweicht, weil man mehr gearbeitet hat oder eben Kurzarbeit geplant war aber Arbeit aufgekommen ist, dann wird das eben im Folgemonat korrigiert, damit es für alle beteiligten wieder stimmt. Zumindest läuft es so bei uns, sonst müssten die Gehälter ja auch immer nachträglich korrigiert werden.

  8. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: Eheran 23.08.20 - 08:41

    Dein Chef legt die Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum fest und der ist einzuhalten. Nicht wie es ihm gefällt. Dein Chef kann dich auf 50 % Kug setzen, aber die Arbeitszeit ist zu bestimmen. Z.B. von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Oder 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Aber nicht Rufbereitschaft und dann die Stunden abrechnen. Man man man...

  9. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 23.08.20 - 11:50

    Daher die Überschrift. Gerade in einen kleinen Laden haste nicht Know-How zu jeden Projekt mehrfach vorhanden oder selbst wenn, muss man ja im Zuge der Kurzarbeit erst einmal den Urlaub über den gesetzlichen Mindestanspruch abbauen.

    Sprich es kommt einfach vor, dass für Projekt X nun einer im Urlaub ist und einer in Kurzarbeit die Woche. Kannst du nicht verhindern, da nicht immer das selbe Paar an jeden Projekt arbeitet. Kannst den Kunden schlecht sagen, dein Standort steht nun diese Woche, hast sicher nen paar Mille auf der hohen Kante um das zu verkraften, nächste Woche kümmern wir uns drum. Oder lässt sich eben wen einarbeiten über ein paar Tage, was ein Projektinvolvierter in wenigen Minuten fixen könnte, was eben auch erwartet wird.

    Im Zweifel hat der Kollege auch gar nicht die Entwicklungsumgebung und Tools um daran zu arbeiten oder Kenntnisse in den Programmiersprachen, kennt die Schnittstellen nicht usw. Mit Glück ist es gut dokumentiert aber auch dann muss er erstmal wissen wo er gucken muss und wissen, dass es an dieser Schnittstelle in einer langen Kette liegt.

    Ist in der Kombination kleines Unternehmen, wenige Mitarbeiter und im Zweifel größere Kunden gar nicht anders machbar, als dass man immer wen greifbar hat. Das hat nix mit der generellen Rufbereitschaft zutun. Klar ist das nicht optimal für den AN, rennt aber letztlich so schon Jahrzehnte. Was willste auch machen? Anzahl der Projektbeteiligten verdoppeln, damit man mehr Redundanzen hat? Der Kunde wird das sicher nicht bezahlen.

    Ergo kann fast jeder den Core warten aber kundenspezifische Erweiterungen, da muss eben wer ran, der im Projekt involviert ist an der Stelle. Das kann einer sein, das können auch mal zwei sein, selten mehr.

    Merke selbst, dass es als AN alles mehr als ungünstig ist. Anders lösen kann man es in der Situation aber auch nicht, zumindest wüsste ich nicht wie.

  10. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: quineloe 23.08.20 - 14:06

    Wieso seid ihr dann überhaupt in Kurzarbeit, ihr habt offensichtlich die gleiche Arbeit wie vorher. Wir haben bei einem Umsatzrückgang von 20% nur 2 Tage Kurzarbeit pro Monat angemeldet (bis Juli 4). Und andere wiederum haben unveränderte Auftragslage, alle können voll im Home Office über VPN und Fernwartung beim Kunden wie gewohnt arbeiten, aber lassen sich den halben Lohn vom Arbeitsamt zahlen.

    Gerade bei solchen Läden hoffe ich, dass die Kontrolle nach der Krise so richtig gründlich durchgezogen wird und bei all denen, die sich hier ordentlich bereichert haben die Staatsanwaltschaft tätig wird.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  11. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 23.08.20 - 14:38

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso seid ihr dann überhaupt in Kurzarbeit, ihr habt offensichtlich die
    > gleiche Arbeit wie vorher.

    Nein haben wir nicht. So gut wie alle großen neuen Projekte sind erstmal auf Eis, teilweise 1-2 Jahre verschoben und es werden auch so gut wie keine Änderungen und Erweiterungen von den Kunden mehr beauftragt, da denen allen die Budgets eingefroren wurden.

    Trotzdem arbeiten immer noch zig Bestandskunden mit unserer Software. Da kommt es immer noch zu Fehlern, lass es Fehler bei uns sein oder bei einen von etlichen Schnittstellenpartnern oder Bedienerfehler oder, oder, oder.

    Das sind aber Sachen, die kann keiner voraussagen und auch nicht welchen Kollegen man dann brauch. Genauso hast du wenige noch aktive Projekte, die ggf. gerade in irgendwelchen Testphasen sind, wo einer was macht, dem gegenüber den Ball zuspielt und dann erstmal 1-2 Wochen nix passiert, bis man eine Rückmeldung hat und dann geht es auf unserer Seite weiter.

    Im Zweifel sind das auch keine Sachen, die Umsatz generieren. Ist es ein Softwarefehler bei uns, dann ist es eben normal Gewährleistung, liegt der Fehler bei einem anderen Gewerk oder dem Bediener, dann eben nicht aber auch sowas kannst du nicht planen.

    Die Sachen die echt noch Kostenpflichtig reinkommen sind massiv runter gegangen. Das ging teilweise auf unter 20% im Vergleich zu den Monaten davor. Klar kommt noch Geld rein durch Wartungsverträge und es gibt im Zweifel noch Arbeit von Projekten, die schon bezahlt sind und halbwegs in trocknen Tüchern sind. Darum kümmert man sich eben in den 50%, die nicht als Kurzarbeit geplant ist.

  12. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: -eichi- 24.08.20 - 12:38

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dein Chef legt die Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum fest und der
    > ist einzuhalten. Nicht wie es ihm gefällt. Dein Chef kann dich auf 50 % Kug
    > setzen, aber die Arbeitszeit ist zu bestimmen. Z.B. von 08.00 Uhr bis 12.00
    > Uhr. Oder 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Aber nicht Rufbereitschaft und dann die
    > Stunden abrechnen. Man man man...

    Also meines Wissens nach ist der AG verpflichtet möglichst wenig kurzarbeiten zu lassen.
    Selbst wenn 50% angemeldet sind kann der MA auch voll abreiten, muss hald alles nur am Monatsende richtig gemeldet werden.
    Der AG kan bei Kurzarbeit auch sagen das du nächste Woche voll in KA bist und übernächste wieder voll arbeitest , weil dann wieder Arbeit da ist.
    KA ist nicht Urlaub. du Musst als AN dann kommen wenn der AG es will (innerhalb der Üblich Arbeitszeiten natürlich ).
    Gezahlt wir KA wenn du unter 90% Arbeitest (Monats Schnitt)
    Wir bei uns momentan auch so gehandhabt und das kann nicht falsch sein da das Amt jedes Monat die genauen Stundenbelege (mit von bis Zeiten) bekommt und auch so absegnet.
    Viele denken KA ist Urlaub , dem ist aber nicht so

  13. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: Eheran 24.08.20 - 23:40

    Rufbereitschaft und Kurzarbeit geht nicht. IG Metall
    >An eingeteilten Kurzarbeitstagen ist keine Rufbereitschaft zulässig.

    Juraforum
    >Gleichwohl ist es so, dass es bei Kurzarbeit keine Rufbereitschaft im herkömmlichen Sinne gibt.

    >Eine weitere Frage, die sich Arbeitnehmer in Kurzarbeit stellen ist die, ob sie sich denn nun ständig bereithalten müssen, um immer für den Arbeitgeber erreichbar zu sein.
    >In vielen Fällen wird es schon ausreichend sein, wenn Anrufbeantworter/Mailbox täglich abgehört werden oder mit dem Arbeitgeber im Vorfeld schon abgeklärt wird, wie er sich die Erreichbarkeit seines Mitarbeiters während der Kurzarbeit vorstellt.

  14. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 25.08.20 - 06:29

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rufbereitschaft und Kurzarbeit geht nicht. IG Metall
    > >An eingeteilten Kurzarbeitstagen ist keine Rufbereitschaft zulässig.

    Nun wir sind ITler und keine Metaller.

    > Juraforum
    > >Eine weitere Frage, die sich Arbeitnehmer in Kurzarbeit stellen ist die,
    > ob sie sich denn nun ständig bereithalten müssen, um immer für den
    > Arbeitgeber erreichbar zu sein.
    > >In vielen Fällen wird es schon ausreichend sein, wenn
    > Anrufbeantworter/Mailbox täglich abgehört werden oder mit dem Arbeitgeber
    > im Vorfeld schon abgeklärt wird, wie er sich die Erreichbarkeit seines
    > Mitarbeiters während der Kurzarbeit vorstellt.

    Das es in den meisten Fällen ausreichend ist sagt nun aber wenig aus. Es gibt sicherlich auch viele, die schlicht nicht in Bereichen arbeiten, wo Kunden einen Supportvertrag haben und im Zweifel dann nicht lieferfähig sind. Klar wenn man eine Inhouse Entwicklung ein wenig schneller über die Bühne bringen will, dann reicht das zu sagen, komm mal bitte nächste Woche doch.

    Wenn beim Kunden das Lager oder die Produktion steht und 50-100 Leute die Hände in den Taschen haben und nicht arbeiten können und der Kunde nicht mehr lieferfähig ist, dann sieht das ggf. anders aus. Das ist dann eben nicht mehr "in vielen Fällen".

  15. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: quineloe 25.08.20 - 08:54

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eheran schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Rufbereitschaft und Kurzarbeit geht nicht. IG Metall
    > > >An eingeteilten Kurzarbeitstagen ist keine Rufbereitschaft zulässig.
    >
    > Nun wir sind ITler und keine Metaller.

    1. AtoS hat einen IG Metall Tarifvertrag. Meine aktuelle Firma ist auch IT-mäßig unterwegs, ich habe eine klare IT-Stelle, und die hier dominierende Gewerkschaft ist die IG Metall. Diese Aussage ist also pauschal so nicht mal richtig

    2. Die IG Metall redet hier von der allgemein gültigen Rechtslage. Die gilt völlig unabhängig von der Branche. Das ist ja so als würde man sagen, die StVO gilt für mich in Niedersachsen nicht, der Verkehrsminister ist ja von der CSU und die gibt's nur in Bayern.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  16. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 25.08.20 - 09:17

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 1. AtoS hat einen IG Metall Tarifvertrag. Meine aktuelle Firma ist auch
    > IT-mäßig unterwegs, ich habe eine klare IT-Stelle, und die hier
    > dominierende Gewerkschaft ist die IG Metall. Diese Aussage ist also
    > pauschal so nicht mal richtig

    Jo sicher gibt es da Ausnahmen bzw. ITler, die Firmen angehören in einen bestimmten Bereich. Wenn die Branche des Unternehmens IT ist, dann ist es aber meist nicht wirklich weit her mit Gewerkschaft und co.

    > 2. Die IG Metall redet hier von der allgemein gültigen Rechtslage. Die
    > gilt völlig unabhängig von der Branche. Das ist ja so als würde man sagen,
    > die StVO gilt für mich in Niedersachsen nicht, der Verkehrsminister ist ja
    > von der CSU und die gibt's nur in Bayern.

    Korrekt. Wenn aber explizit was von der IG Metall gepostet wird, dann beziehe ich mich darauf. Wie das allgemein rechtlich aussieht weiß ich nicht, bin ITler, kein Jurist. Davon ab ist es bei uns wie gesagt auch nicht die normale Rufbereitschaft, wo derjenige direkt vom Kunden via Hotline erreicht wird, sondern einfach Kollegen die Unterstützung brauchen. Gerade in der beschriebenen Situation, kleines Unternehmen, kundenspezifische Lösung, hast du diese Situation eben häufig, Gesetze hin oder her.

    Gesetze decken eben nicht alle Situationen ab. Davon ab selbst wenn sowas wirklich eskalieren sollte und man Strafen zahlen darf usw. dann nimmt man sicherlich lieber die paar Euro dafür in Kauf als sich mit Regressansprüchen rum zu ärgern, die solche Strafen vermutlich um Faktor 100 oder 1.000 übersteigen.

    Mal aus meiner Warte:
    Ich bin bei uns meist in den deutlich komplexeren Projekten involviert. Was ich mache, ist von mir aus eine Besprechung beim Projektabschluss einberufen, wo ich allen das Projekt vorstelle, sämtliche Prozesse und Abläufe beim Kunden. Dazu dokumentiere ich das vernünftig und wenn es mal Supportfälle gibt, wo ich Kollegen unterstütze, dann erkläre ich ihnen das alles genau und ergänze ggf. sofern nötig die Dokumentation, wobei das da so gut wie gar nicht mehr vorkommt, weil sie so gut wie vollständig ist.

    Nix desto trotz sind sich die Kollegen häufig unsicher, viele scheinen bei einen Fehlerfall gar nicht voran zu kommen oder deutlich zu kompliziert zu denken, gerade wenn mehrere Gewerke an einer Stelle beteiligt sind.

    Dazu haben die meisten wohl auch Angst Verantwortung zu übernehmen. Bei einen großen Problem eskaliert das schon mal fix, da hat man erst einen kleinen Mitarbeiter dran, paar Minuten später den Leitstand, gefolgt von Bereichsleiter oder gar Geschäftsführer, gerade da kommen dann eben so Worte wie Regressansprüche usw. Da sind sich die Leute dann deutlich zu unsicher zu sagen, nein können wir nicht helfen, liegt an Schnittstellenpartner X, im Zweifel steht dein Laden nun das Wochenende über.

    Manche kommen in der Situation dann zwar zur richtigen Schlussfolgerung, sind sich aber nicht sicher, manche kommen gar nicht weiter oder haben gar ein Brett vorm Kopf, wenn das entsprechend eskaliert und geraten in Panik aber ich weiß nicht was ich mehr machen kann.

    Klar könnte man da jemand Monate lang mit mir einschließen, pro entsprechenden Projekt und das wirklich bis runter in die Bits und Bytes durchgehen, das zahlt dir aber keiner und auch bei zwei Leuten kannst es noch mal eng werden.

    Ergo hast du am Ende je Thema einen der wirklich drin ist, ein paar die ein wenig oberflächlich drin sind und mit Glück einen anderen, der so zu 70-80% drin ist, der aber je nach Persönlichkeit trotzdem nochmal will, dass man mal drüber guckt oder eben in einer stressigen Situation gar nicht klar kommt.

    In der Realität bedeutet das eben, dass ich für diese Sachen immer erreichbar bin, klar sitze ich nicht immer Zuhause am Rechner. Mal reicht Unterstützung am Telefon, mal schaltet man sich eben mit dem Smartphone Remote drauf auf dem Server, beim Kollegen oder weckt seinen Rechner auf und arbeitet dann eben auf komfortablen 5 Zoll.

    Aber was machen? Es skalieren lassen? Schaden tut es uns am Ende allen (ggf. Projekte, Folgeaufträge oder Partner verlieren, kA wie weit Versicherungen Regressansprüche in dem Fall abfedern würden, egal wie, es geht Geld flöten, im Zweifel sowas wie Jahresboni) und realistisch, dass man das anders handled, ist es auch nicht.

  17. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: quineloe 25.08.20 - 09:44

    Die IG Metall bezieht sich bei ihren Aussagen nicht auf Tarifverträge, sondern auf das SGB III. Warum das nicht für dich als ITler nicht gelten sollte solltest du auch als nicht-Jurist verstehen.

    >Davon ab selbst wenn sowas wirklich eskalieren sollte und man Strafen zahlen darf usw. dann nimmt man sicherlich lieber die paar Euro dafür in Kauf als

    Nochmal: wenn ihr erwischt werdet, ist die erste Maßnahme die Rückforderung des *gesamten* Kurzarbeitergeldes, das für euch gezahlt wurde. Das sind nicht "ein paar Euro". Zusätzlich zu den Strafverfahren.

    ich frage mich ja, wie ihr euch von Regressansprüchen einschüchtern lassen könnt, aber sowas lässt euch kalt.

    Verifizierter Top 500 Poster!

  18. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: dEEkAy 25.08.20 - 10:28

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei uns das gleiche Problem. Kleiner Laden, um 10 MA. Ein Core mit sehr
    > kundenspezifischen Erweiterungen. Viele Kunden haben 24/7 Support und wenn
    > was nicht funktioniert muss es im Zweifel schnell gehen.
    >
    > Wirklich richtig, richtig tief drin sind eben nur die Leute, die das
    > Projekt umgesetzt haben. Natürlich kann der Rest in Dokumentationen suchen,
    > dafür ist aber nicht unbedingt Zeit, worst case, sind die auch nicht
    > optimal gepflegt. Der Kunde geht gern mit den Rotstift bei bzw. möchte
    > nicht den realen Aufwand zahlen, ergo wird an Dokumentationen und Tests
    > gespart.
    >
    > Davon ab muss man sich da schon halbwegs sicher sein, um im Zweifel zu
    > sagen, Problem liegt nicht an uns, sondern an einem anderen Gewerk. Im
    > Zweifel steht der Standort des Kunden dann eben im Zweifel die ganze Nacht
    > durch, was natürlich Kosten verursacht.
    >
    > Kurz am Ende müssen einige Mitarbeiter immer erreichbar sein und das
    > Telefon klingelt eben auch nach Feierabend, im Urlaub oder zuletzt während
    > der Kurzarbeit. Anders würde es hier aber auch nicht laufen. Mich hat es da
    > leider ziemlich erwischt, da ich in so gut wie allen Projekten involviert
    > bin, die 24/7 laufen und da auch die komplexeren Sachen abbekommen habe.
    >
    > Bin da mittlerweile sogar schon übergegangen selbstständig in der Freizeit
    > zu dokumentieren aber die Leute sind sich trotzdem unsicher, gerade wenn
    > mehrere Gewerke drin hängen zu sagen, ne liegt nicht an uns, der da. Und
    > wenn sie dann mit der Doku das Problem lösen können aber einfach noch mal
    > wollen, dass man mit drauf guckt.
    >
    > Bezahlt wird die Bereitschaft bzw. dass man das Telefon alle paar Wochen
    > mal an der Backe hat, die Erreichbarkeit außerhalb dessen natürlich nicht,
    > genauso wenig wie Überstunden, die dadurch anfallen. Trotzdem macht man es
    > mit, die normale Bereitschaft gibt ein paar Hunderter und da ist der
    > Stundenlohn für die reale Arbeit deutlich höher als die generell mageren
    > Gehälter.


    Ihr verkauft also 24/7 Support ohne das wirklich leisten zu können. Hört sich richtig solide an.

  19. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 25.08.20 - 10:48

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die IG Metall bezieht sich bei ihren Aussagen nicht auf Tarifverträge,
    > sondern auf das SGB III. Warum das nicht für dich als ITler nicht gelten
    > sollte solltest du auch als nicht-Jurist verstehen.

    Sage auch nicht, dass es nicht gilt. Nur ist das SGB nun keine Nachtlektüre. Ergo erfährt man von so Sachen erst, wenn man dagegen verstößt oder eben bei Diskussionen wie diesen.

    > ich frage mich ja, wie ihr euch von Regressansprüchen einschüchtern lassen
    > könnt, aber sowas lässt euch kalt.

    Nun ggf. geht einfach niemand davon aus, dass das ein Problem ist. Wie gesagt, die Zeit die wirklich gearbeitet wird, die wird dann ja auch als Arbeit verschrieben und vom Unternehmen bezahlt und nicht als Kurzarbeit.

    Sofern das Cheffe bewusst ist, nimmt er das Risiko wohl einfach in kauf. Am Ende geht es um sichere Probleme vs. möglicherweise vielleicht. Wie gesagt, habe auch keine Ahnung wie das bei Regressansprüchen aussehen würde, ob man die volle Summe zahlt, ob das die Versicherung deckt, ob das als fahrlässig dadurch rutscht. Der Schaden wäre aber sicher höher als die paar Euro Gehalt, keine Ahnung wie hoch eine zusätzliche Strafe aussehen würde.

    Mal davon ab, was will ein Unternehmen auch machen. Die Leute ohne Arbeit da lassen, für den Fall, dass irgendwo nen Fehlerfall auftaucht, wo gerade sie gebraucht werden und das Gehalt von Luft und Liebe zahlen? Ist ja nicht so als hätte jemand mit Corona gerechnet. Und prophylaktisch den Kunden das Doppelte berechnen, damit man mehr Zeit hat intern wissen zu teilen und mehr Leute ans Projekt setzt, einfach damit sie sich damit auskennen? Eher nicht.

    Wie gesagt als Arbeitnehmer kann ich sowas natürlich eskalieren lassen. Bedeutet worst case, neben eigentlichen Schaden, dass man sich nen Planer oder Gewerk oben drüber verprellt und damit mehrere Projekte, damit auch am eigenen Unternehmen massiv Schaden verursacht, mit Glück fallen nur Boni aus, mit Pech gibt es auch nach Corona Kurzarbeit. Mal davon ab, dass das im Anschluss sicher ein angenehmes Arbeitsverhältnis wäre.

    Haben dadurch, dass der Laden so klein und sehr transparent ist schon oft genug mitbekommen wie sowas abläuft. Nicht bezogen auf die Rufbereitschaft aber auf Überstunden. Projekt total gegen die Wand gefahren, aufgrund anderer Gewerke, Hardware, Stahlbau etc. pp. Endtermin für den Kunden stand aber und uns wurde dann knallhart gesagt, ihr macht das nun in weniger als die Hälfte der Zeit fertig oder wir machen nix mehr zusammen und die folgenden 3-4 Projekte, die in der Pipeline wären, wären weg.

    Da hat man sich dann eben zusammengesetzt und gesprochen. Entweder machen oder wir lassen es knallen. Dann gibt es aber paar Jahre kein Weihnachtsgeld und ggf. das Jahr drauf Kurzarbeit, weil man keine neuen Projekte kurzfristig aus den Hut zaubern kann. Ende vom Lied, Kollegen wollen einstimmig den Karren aus den Sand ziehen, auch wenn das am Ende Wochen mit 100 Stunden aufwärts bedeutet hat. Ja ist gegen das Gesetz, die Leute wollen aber lieber ihre Miete zahlen können.

    In der Realität verstehen viele Gesetze bei so Themen eben als gute Empfehlung, was ja auch die Reaktion der Bitkom zeigt auf Zeiterfassung, von wegen die Reglungen und Gesetze im Arbeitsschutzgesetz sind nicht zeitgemäß und praktikabel. Das stimmt und man weiß eben auch genau, dass sie gerade bei den vielen kleinen Unternehmen in Deutschland nicht gelebt werden.

  20. Re: Fluch kundenspezifscher Lösungen

    Autor: aLpenbog 25.08.20 - 10:56

    dEEkAy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ihr verkauft also 24/7 Support ohne das wirklich leisten zu können. Hört
    > sich richtig solide an.

    Leisten können wir es ja, ob das gut so ist, steht auf einen anderen Blatt. Ist aber denke ich auch der Standard. Haben genug Partnergewerke, wo wir dann First-Level machen. Da hast du auch immer die gleichen Leute dran, Tag und Nacht.

    Kenne kein Gewerk, was Schicht arbeiten würde oder wo jeder in jeden kundenspezifischen Projekt tief drin wäre.

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Next Level Integration GmbH, Köln, Leipzig, Rostock
  2. Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, Wiesbaden
  3. CompuGroup Medical SE & Co. KGaA, Berlin
  4. EuroCommand GmbH, Halstenbek

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Edna & Harvey: The Breakout - Anniversary Edition für 6,99€, The Daedalic Armageddon...
  2. 4,99€
  3. 16,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme