Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Wirtschaft
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Etengo: Große Firmen finden IT…

Freelancer nach Studium: don't

  1. Thema
  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Freelancer nach Studium: don't

    Autor: morfiel 12.09.17 - 19:48

    Wenn Du einen ernst gemeinten Rat hören möchtest: Freelancer kann ein guter Karriereschritt sein, aber direkt nach dem Studium würde ich massiv davon abraten. Heuere bei einem großen Beratungshaus an. Klappere 2-3 Jahre lang so viele Projekte ab wie möglich. Danach hast Du einen Überblick über Branchen, hast erste Kontakte und etwas Projekterfahrung. Danach kannst Du Dich immer noch selbstständig machen.

    Tagessätze sind abhängig von der Tätigkeit, vor allem aber von der Dauer des Auftrages. Für einen 1-tages Einsatz, also eher so Spot-Consulting, musst Du schon 1.500¤ nehmen, auch als Einsteiger, sonst kannst Du nicht davon leben. Klingt viel, aber wenn Du 1-2 Einzeltermine hast jede Woche, dann ist es mit An- und Abreisen, Einwerbung, Kundenpflege, umbezahlten Beratungsgesprächen etc. schon ein Knochenjob. Außerdem verdienst Du bei krank, im Urlaub oder bei Auftragsflaute nichts. Das musst Du einrechnen.

    Wenn ein Auftrag Dich 3-6 Monate am Stück auslastet, sind am Anfang auch 500 bis 700 pro Tag ok, mit Ziel mittelfristig eher Richtung 1.000 zu kommen. Meiner Meinung nach wichtiger als maximale Tagessätze: klären wie das ganze mit Leben vereinbar bleibt. Ein halbes Jahr im Hotel und jeden Freitag abend und Montag morgen Flug klingt toll, geht Dir aber nach 3 Wochen auf die Nerven und nach zwei Jahren ruiniert es Dein Leben. Sinnvoll sind wohnort-nahe Einsätze (was eher machbar ist wenn Du im Pott wohnst, in Berlin, München oder Frankfurt) oder eine Mischung mit Remote-Tätigkeiten. Eine Woche vor Ort zwei zu Hause machen auch Freunde und Familie noch mit.

    All die Punkte findest Du am besten heraus, wenn Du am Anfang als Berater anheuerst.

  2. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Geistesgegenwart 12.09.17 - 19:57

    morfiel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > All die Punkte findest Du am besten heraus, wenn Du am Anfang als Berater
    > anheuerst.

    Ist das ein von Accenture oder Bearing Point gesponserter Kommentar? :P

    Ja ich pflichte bei, diese Beratungshäuser ermöglichen gut reinzuschnuppern. Als jemand der nach dem Studium direkt Freelancer geworden ist rate ich aber davon ab: Du verdienst deutlich mehr als Selbstständiger, und lernst auch gleich die Skills auf die es ankommt. 700¤/Tag sind ein sehr guter Tagessatz für einen Absolventen. Ich habe zum Einstieg eben bescheiden gemacht, also Budgethotel und nur 2. Klasse Zugfahren. Da blieb im ersten Jahr nach Abzug der Geschäftsausgaben (hauptsächliche Reisekosten) knapp 90.000¤ Brutto über. Und ich hab nur eine reguläre 35h/Woche gemacht (plus + jeweils 5h via Zug anreisen was also in Summe 45h macht) und war auch in Urlaub.Raussuchen wo man hinmöchte kann man so auch, sogar jederzeit wechseln.

    Kurzer überschlag: 700¤/Tag, bei einer 4 Tage Woche (der 5te Tag ist Anfahrt) für 9 Monate macht ziemlich genau 100k ¤ Umsatz. Nach Abzug für Hotel und Zug bleiben dir locker 90k¤ über, und 3 Monate freizeit bis das Jahr rum ist :)

  3. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Schattenwerk 12.09.17 - 20:03

    morfiel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Heuere bei einem großen Beratungshaus an. Klappere 2-3 Jahre lang
    > so viele Projekte ab wie möglich.

    Oh ja, so Leute lieben wir bei unseren Kunden. Frisch von der Uni, keine Haare am Sack und von Erfahrung bzw. Ahnung wollen wir gar nicht reden.

    Da kommen dann Berater und Projekt-Manager um die Ecke, welche um die 25 sind, noch nie wirklich ein Projekt geleitet haben oder ggf. gar nicht mit dieser Volumengröße (50k aufwärts) zurecht kommen.

    Immer wieder lustig wenn man mit solchen Leuten dann am Tisch beim Kunden sitzt und die merklich von Tuten und Blasen keine Ahnung haben.

    Ach ja, und vom Kunden aka Auftraggeber werden die dann auch nicht gemocht weil man sich ja irgendwie mehr erhofft hätte.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 12.09.17 20:05 durch Schattenwerk.

  4. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: bolzen 12.09.17 - 20:34

    Du hast auf jeden Fall nachvollziehbare Argumente.
    Aber wie mein Vorposter schrieb... da wird ein Absolvent direkt als Berater deklariert und zu einer Bank geschickt... wen soll er da bitte beraten oder welchen Mehrwert erzeugen?
    Ich finde wenn man sich das antut, dann kann man es auch direkt als Freelancer versuchen, klar am anfang mit entsprechend nierigerem Stundensatz.

    Außerdem sind Consultant und Freelancer nach meiner Vorstellung nicht gleich zu betrachten. Vielleicht irre ich mich, aber ich möchte als Freelancer in Software-Entwicklungsprojekten arbeiten, jedoch kein klassischer Consultant sein.

    VG



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 12.09.17 20:36 durch bolzen.

  5. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Kleine Schildkröte 12.09.17 - 20:39

    morfiel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn Du einen ernst gemeinten Rat hören möchtest: Freelancer kann ein guter
    > Karriereschritt sein, aber direkt nach dem Studium würde ich massiv davon
    > abraten. Heuere bei einem großen Beratungshaus an. Klappere 2-3 Jahre lang
    > so viele Projekte ab wie möglich. Danach hast Du einen Überblick über
    > Branchen, hast erste Kontakte und etwas Projekterfahrung. Danach kannst Du
    > Dich immer noch selbstständig machen.
    >
    > Tagessätze sind abhängig von der Tätigkeit, vor allem aber von der Dauer
    > des Auftrages. Für einen 1-tages Einsatz, also eher so Spot-Consulting,
    > musst Du schon 1.500¤ nehmen, auch als Einsteiger, sonst kannst Du nicht
    > davon leben. Klingt viel, aber wenn Du 1-2 Einzeltermine hast jede Woche,
    > dann ist es mit An- und Abreisen, Einwerbung, Kundenpflege, umbezahlten
    > Beratungsgesprächen etc. schon ein Knochenjob. Außerdem verdienst Du bei
    > krank, im Urlaub oder bei Auftragsflaute nichts. Das musst Du einrechnen.
    >
    > Wenn ein Auftrag Dich 3-6 Monate am Stück auslastet, sind am Anfang auch
    > 500 bis 700 pro Tag ok, mit Ziel mittelfristig eher Richtung 1.000 zu
    > kommen. Meiner Meinung nach wichtiger als maximale Tagessätze: klären wie
    > das ganze mit Leben vereinbar bleibt. Ein halbes Jahr im Hotel und jeden
    > Freitag abend und Montag morgen Flug klingt toll, geht Dir aber nach 3
    > Wochen auf die Nerven und nach zwei Jahren ruiniert es Dein Leben. Sinnvoll
    > sind wohnort-nahe Einsätze (was eher machbar ist wenn Du im Pott wohnst, in
    > Berlin, München oder Frankfurt) oder eine Mischung mit Remote-Tätigkeiten.
    > Eine Woche vor Ort zwei zu Hause machen auch Freunde und Familie noch mit.
    >
    > All die Punkte findest Du am besten heraus, wenn Du am Anfang als Berater
    > anheuerst.

    Nicht ganz. Freelancer sofort aber gehe nur über Agentur. Ein Beraterhaus macht auch nichts anderes als Projekte auf Mitarbeiter zuteilen. Natürlich haben die ein Mentorenprogramm und Weiterbildungs bla bla. Weiterbildung bist du bei Udemy und Co sehr gut aufgehoben und Mentoren findet man woanders und es ist wichtiger erstmal ein paar sachfremde Bücher zu lesen. Mentoren erzählen häufig auch nur, was in der Firma für Sie Vorteilhaft war und seltener was für Fehler sie machten und man vermeiden soll.

    Richtig ist daher: Am Berufsstart es einfach machen. Daher Aufträge über Agentur / Recruiter und fertig. Wer im Studium clever war hat sowieso nebenbei schon gejobbt. Das reicht als Vorbereitung. Wer nicht, geht bei Upwork und macht Wochenendarbeit für Lau. Bringt auch alles was man wissen muss.

  6. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: scrumdideldu 12.09.17 - 20:41

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kurzer überschlag: 700¤/Tag, bei einer 4 Tage Woche (der 5te Tag ist
    > Anfahrt) für 9 Monate macht ziemlich genau 100k ¤ Umsatz. Nach Abzug für
    > Hotel und Zug bleiben dir locker 90k¤ über, und 3 Monate freizeit bis das
    > Jahr rum ist :)

    Wenn Du 100K Umsatz und davon 90K Gewinn hast dann hast Du keinen Firmenwagen, keine großartige IT-Ausstattung und wenig Telekommunikationskosten. Ganz abgesehen von Hotels. Bei 9 Monaten etwa 140 Übernachtungen gibt Dir wirklich nicht viel Spielraum.

    Und selbst wenn 90K Gewinn bleiben. Davon die KV bezahlt und ordentlich was für die eigene Rente getan und aus den 90K die Steuer bezahlt sieht es doch eher mau aus oder? Da wäre man als Angestellter vermutlich besser dran!

    Versteh mich nicht falsch. Ich bin auch seit über einem Jahrzehnt Freiberufler und ich liebe das aber ich würde das sicher nicht für 100K Umsatz machen! Und ich hab nicht mal nennenswerte Reisezeiten und Reisekosten da ich an etwa 160 von 170 Tagen im Jahr im eigenen Büro zu Hause arbeite.

  7. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Geistesgegenwart 12.09.17 - 21:13

    scrumdideldu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Geistesgegenwart schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kurzer überschlag: 700¤/Tag, bei einer 4 Tage Woche (der 5te Tag ist
    > > Anfahrt) für 9 Monate macht ziemlich genau 100k ¤ Umsatz. Nach Abzug für
    > > Hotel und Zug bleiben dir locker 90k¤ über, und 3 Monate freizeit bis
    > das
    > > Jahr rum ist :)
    >
    > Wenn Du 100K Umsatz und davon 90K Gewinn hast dann hast Du keinen
    > Firmenwagen, keine großartige IT-Ausstattung und wenig
    > Telekommunikationskosten. Ganz abgesehen von Hotels. Bei 9 Monaten etwa 140
    > Übernachtungen gibt Dir wirklich nicht viel Spielraum.

    Du brauchst keine "IT Ausstattung" weil dir die Firmen quasi immer Hardware stellen; im Gegenteil ich darf meine Hardware nur selten in den Firmen verwenden aus Sicherheitsgründen.

    Hotelkosten: Bei 4 Nächten (Bedenke, meiner Berechnung lagen nur 4Tage/Woche beim zu Grunde evntl reichen - je nach Anfahrt - also 3 Nächte):

    65¤/Nacht * 4Tage * 4 Wochen * 9 Monate = 9360¤. Ja, 65¤ ist günstig angesetzt (UmSt natürlich schon rausgerechnet), in München oder Stuttgart wirds teurer, aber da sind auch die Tagessätze höher. Mein Hotel bei meinem ersten Gig waren immer Budgethotels zu 55¤/Nacht.

    Fahrtkosten: BC50, 2te Klasse 255¤ plus jeweils 80¤ pro Woche (40¤ einfache Richtung) macht 3135¤.

    Summe Hotelkosten plus Summe Fahrtkosten = 12.500¤ Geschäftsausgaben. Ich pack 1500¤ für den Steuerberater obendrauf, dann sinds 14.000¤. Damit kommst immernoch auf 86.000¤ Bruttogehalt.

    Ja, du brauchst später mehr, weil du erste Klasse fahren willst, weil du teure Hotels willst, ein schickes Macbook, das neuste iPhone, Fortbildungen usw.. Aber das brauchst du nicht im ersten Jahr. Nach dem ersten Jahr geht der Tagessatz nochmal nach oben.

    >
    > Und selbst wenn 90K Gewinn bleiben. Davon die KV bezahlt und ordentlich was
    > für die eigene Rente getan und aus den 90K die Steuer bezahlt sieht es doch
    > eher mau aus oder? Da wäre man als Angestellter vermutlich besser dran!

    Hinten und vorne nicht. Gesetzlicher Rentenbeitrag sind 1131¤/Monat (Höchstsatz), GKV 730¤/Monat. Die Steuerlast ist als Angestellter und Freelancer exakt identisch und für diese Rechnung daher nicht relevant - im Gegenteil, du kannst z.B. Dinge wie Auto, Internetanschluss, Mobiltelefon, Laptop etc absetzen im Gegensatz zum Angestellten - der Steuerberater verrät dir wie.

    > Versteh mich nicht falsch. Ich bin auch seit über einem Jahrzehnt
    > Freiberufler und ich liebe das aber ich würde das sicher nicht für 100K
    > Umsatz machen! Und ich hab nicht mal nennenswerte Reisezeiten und
    > Reisekosten da ich an etwa 160 von 170 Tagen im Jahr im eigenen Büro zu
    > Hause arbeite.

    Wie alt bist du denn? 100k Umsatz sind für einen der frisch von der Uni ist mehr als genug.

    Ich hatte real im ersten Jahr nach der Uni ein zu versteuerndes Einkommen von 91k¤ (da wurden also alle Kosten schon abgezogen). Die Zahlen waren bei mir fast identisch wie oben, nur war ich eben in günstigeren Hotels und hab auch mal ne 50h/Woche gemacht als es im Projekt eng wurde. Egal wie du es drehst und wendest, das war zig mal mehr als die 50k¤ die mir Brutto bei diversen Arbeitgebern geboten wurden. Auch wenn man höhere GKV/Rentenbeiträge berücksichtigt.

    Und wichtigster Fakt: Obige Rechnung bezieht sich auf 9 Monate (sogar weniger da ich unterstellt habe das ein Monat nur 4 Wochen hat). Da ist mehr als genug Raum für Urlaub, Krankheit, Feiertage, Fortbildung usw.. also hat auch mehr Freizeit als beim Arbeitgeber.

  8. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: bolzen 12.09.17 - 21:40

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > pack 1500¤ für den Steuerberater obendrauf, dann sinds 14.000¤. Damit

    Kriegt man die Rechnung nicht selbst summiert am Ende des Jahres und in die Steuererklärung eingetragen?
    Oder anders gefragt, holt euer Steuerberater wirklich durch irgendwelche Tricks mehr raus als er kostet?
    VG

  9. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Geistesgegenwart 12.09.17 - 21:45

    bolzen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kriegt man die Rechnung nicht selbst summiert am Ende des Jahres und in die
    > Steuererklärung eingetragen?
    > Oder anders gefragt, holt euer Steuerberater wirklich durch irgendwelche
    > Tricks mehr raus als er kostet?
    > VG

    Es kostet Zeit, und zwar dich. Die Steuer wirklich selbst und korrekt zu machen (!) ist nicht einfach. Du musst ja auch Umsatzsteuervoranmeldungen machen, Belege sammeln etc. Und dann am Ende des Jahres die EÜR und deine private Steuererklärung. Allein schon die Zeit die dafür notwendig ist dürfte die 2 Tage die du brauchst um die 1500 zu verdienen überschreiten. Bedenke du bist jetzt unternehmer: Kostet es dich 5 Tage im Jahr für die Steuern aufzuwenden, sparst du zwar die 1500¤ für den Steuerberater, hättest aber 5000¤ - 1500¤ = 3500¤ mehr Umsatz wenn du in der Zeit stattdessen beim Kunden hättest abrechnen können.

    Und ja, der Steuerberater kennt alle Tricks. Und ja, die kannst du auch lernen, aber wozu? Lern lieber in deinem Fachbereich etwas und erhöhe den Tagessatz, da hast du mehr davon.

  10. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: bolzen 12.09.17 - 21:56

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > bolzen schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kriegt man die Rechnung nicht selbst summiert am Ende des Jahres und in
    > die
    > > Steuererklärung eingetragen?
    > > Oder anders gefragt, holt euer Steuerberater wirklich durch irgendwelche
    > > Tricks mehr raus als er kostet?
    > > VG
    >
    > Es kostet Zeit, und zwar dich. Die Steuer wirklich selbst und korrekt zu
    > machen (!) ist nicht einfach. Du musst ja auch Umsatzsteuervoranmeldungen
    > machen, Belege sammeln etc. Und dann am Ende des Jahres die EÜR und deine
    > private Steuererklärung. Allein schon die Zeit die dafür notwendig ist
    > dürfte die 2 Tage die du brauchst um die 1500 zu verdienen überschreiten.
    > Bedenke du bist jetzt unternehmer: Kostet es dich 5 Tage im Jahr für die
    > Steuern aufzuwenden, sparst du zwar die 1500¤ für den Steuerberater,
    > hättest aber 5000¤ - 1500¤ = 3500¤ mehr Umsatz wenn du in der Zeit
    > stattdessen beim Kunden hättest abrechnen können.
    >
    > Und ja, der Steuerberater kennt alle Tricks. Und ja, die kannst du auch
    > lernen, aber wozu? Lern lieber in deinem Fachbereich etwas und erhöhe den
    > Tagessatz, da hast du mehr davon.

    Bisher habe ich die Steuererklärung selbst gemacht, teilweise war alles drin: Anstellung, Studium, Nebengewerbe, Freiberufliche Tätigkeit. Und ich hatte den Eindruck dass ich eher Tricks anwende die mein Steuerberater nicht anwenden würde z.B. Schulungsmaterial eintragen für das man keine Rechnung hat auf gut glück.

    Aber unter dem Gesichtspunkt Oppurtunitätskosten hast du natürlich vollkommen recht. Werde mir das wohl abgewöhnen müssen, die Steuerklärung zu machen und das Auto selbst zu reparieren. ;)

  11. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Geistesgegenwart 12.09.17 - 21:56

    bolzen schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Geistesgegenwart schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > pack 1500¤ für den Steuerberater obendrauf, dann sinds 14.000¤. Damit
    >

    Kleines Beispiel: Beim einfach summieren hättest du z.B. schon vergessen die Verpflegungskostenpauschale anzusetzen (12¤ für An/ Abreisetage, 24¤ für Tage an denen du komplett ausser Haus warst); maximal Absetzbar für 3 Monate pro Einsatzort. Du hättest also - je nachdem wie oft du den Ort wechselst pro Jahr - ein paar Hunderter bis Tausender zu viel Steuern bezahlt :)

  12. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: TC 12.09.17 - 23:19

    Faszinierend, so ein Thread unter Hardvard B.I. Absolventen

  13. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: scrumdideldu 12.09.17 - 23:41

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du brauchst keine "IT Ausstattung" weil dir die Firmen quasi immer Hardware
    > stellen; im Gegenteil ich darf meine Hardware nur selten in den Firmen
    > verwenden aus Sicherheitsgründen.
    Du machst also rein gar nichts für jemand anderen als diesen einen Kunden und arbeitest mit seiner Hard- und Software in seinen Räumen? Google mal "Scheinselbständigkeit" bzw. "Arbeitnehmerähnlicher Selbständiger"

    > Hotelkosten: Bei 4 Nächten (Bedenke, meiner Berechnung lagen nur
    > 4Tage/Woche beim zu Grunde evntl reichen - je nach Anfahrt - also 3
    > Nächte):
    Deshalb habe ich 140 Übernachtungen geschrieben. Ob nun 120 oder 140 spielt ja nun wirklich nicht die große Rolle oder?

    > Summe Hotelkosten plus Summe Fahrtkosten = 12.500¤ Geschäftsausgaben. Ich
    > pack 1500¤ für den Steuerberater obendrauf, dann sinds 14.000¤. Damit
    > kommst immernoch auf 86.000¤ Bruttogehalt.
    Nicht Gehalt! Das ist Gewinn. Ich hoffe Du hast auch eine Betriebshaftpflicht mit Vermögensschaden. Kostet Dich gleich nochmal ca. 1000 oben drauf.

    > Ja, du brauchst später mehr, weil du erste Klasse fahren willst, weil du
    > teure Hotels willst, ein schickes Macbook, das neuste iPhone, Fortbildungen
    > usw.. Aber das brauchst du nicht im ersten Jahr. Nach dem ersten Jahr geht
    > der Tagessatz nochmal nach oben.
    Ich fahre weder 1. Klasse noch habe ich ein Macbook oder iPhone und die letzte Fortbildung für die Geld bezahlt wurde hatte ich vor 15 Jahren als Angestellter.

    > Gesetzlicher Rentenbeitrag sind 1131¤/Monat
    > (Höchstsatz), GKV 730¤/Monat.
    Wovon Du als Selbständiger 100% trägst wohingegen der Angestellte 50% trägt.

    > Die Steuerlast ist als Angestellter und
    > Freelancer exakt identisch und für diese Rechnung daher nicht relevant
    Nicht ganz. Die Bemessensgrundlage ist bei Dir der Unternehmensgewinn und beim Angestellten sein Bruttoeinkommen. Das Bruttoeinkommen ist durch den Arbeitgeberanteil aber um ca. 10% niedriger!

    Ein Unternehmer mit 50K Gewinn zahlt 15,x% KV auf 50K, ein Angestellter mit 50K Einkommen zahlt ca. 7,x% KV auf 50K.

    > - im
    > Gegenteil, du kannst z.B. Dinge wie Auto, Internetanschluss, Mobiltelefon,
    > Laptop etc absetzen im Gegensatz zum Angestellten
    Was Du ja aber alles nicht hast. Mit Auto sieht es bei Selbständigen leider auch recht mau aus. Stichwort "Regelmäßige Arbeitsstätte" und damit verbunden geldwerter Vorteil für Fahrten zu eben dieser. Im Gegensatz dazu kann der Angestellte einfach die Entfernungspauschale nehmen.

    Firmenwagen als Selbständiger ist schön und gut. Habe ich auch. Aber wirklich viel bringen tut das steuerlich nicht! Und da kann auch der Steuerberater nichts dran ändern. Das ist das Schicksal von ITler die in der Regel immer wieder länger für einen Kunden arbeiten.

    > Egal wie du es
    > drehst und wendest, das war zig mal mehr als die 50k¤ die mir Brutto bei
    > diversen Arbeitgebern geboten wurden. Auch wenn man höhere
    > GKV/Rentenbeiträge berücksichtigt.
    Es war sicherlich nicht "zig mal mehr". Zig mal mehr wären 150k oder 200k gewesen wobei natürlich 50K als IT-Einstieg nicht grade üppig ist.

    Dann eben konkret nachgerechnet:

    91k - 8k KV - 12k RV = 71K
    91k Steuern als Single = 31,4K => 39,6K

    50k angestellt - 13,2K Steuern - 5K Rente - 4K KV = 27,8K

    Ist natürlich weniger. ABER: Du warst nicht krank. Du hattest keinen Unfall. Du hast auch keine Weiterbildung bezahlt (Schulung 1 Woche sind gerne mal 3-5K) und wie die Auslastung aufs Jahr gesehen weiter sein wird weißt Du auch noch nicht.

    Deshalb musst Du eigentlich von Deinen 39,xK Netto gleich mal 10K als Notreserve fürs nächste Jahr auf die Seite packen. Wenn Du es dann im nächsten und auch im übernächsten Jahr nicht brauchst gut. Dann hast Du schon 3x die Reserve und brauchst sie nicht und stehst wirklich ein ganzes Stück besser da als ein Angestellter.

    ABER: Das Gehalt eines Angestellten in der IT entwickelt sich in den ersten 5 Jahren in der Regel recht prächtig. Ich glaube nicht dass sich Dein Stundensatz in den nächsten 5 Jahren analog entwickeln wird.

    Ich will Dir das ja auch alles nicht schlecht reden. Aber Du musst wirklich bedenken dass Du mit Deiner Selbständigkeit auch einige Risiken eingegangen bist und diese Risiken sollten nicht mit einem leichten Plus gegenüber einem Angestellten als "abgegolten" angesehen werden.

    Du brauchst nur mal eine schwerere Krankheit zu haben und ein paar Monate ausfallen. Oder Du findest kein Folgeprojekt oder ein Kunde kommt mit einem größeren Gewährleistungs- oder Schadensfall oder sonst was.

    Und vergleichen kannst Du immer nur Netto mit Netto.

  14. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Melanchtor 13.09.17 - 08:42

    Volle Zustimmung!

    Gerade zum Berufseinstieg sind Beratungshäuser sehr gut. Man kommt in interessante Projekte, in die man als Freelancer nicht rein kommt, weil das Beratungshaus den Rahmenvertrag und die Projektleitung hat.

    Dazu kommt, dass man bei einem internationalen Beratungshaus, wie dem für das ich arbeite, auch an andere Standorte oder ins Ausland gehen kann. Man lernt auch internationale Gepflogenheiten.

    cu
    Aleco

  15. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Melanchtor 13.09.17 - 08:47

    Tja, dann wende dich vertrauensvoll an ein Beratungshaus. Da werden die Joungster von erfahrenen Consultants unterstützt.

    cu
    Aleco

  16. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: twothe 13.09.17 - 09:15

    Ob Beratungshaus oder nicht, ich kann jedem Studienabgänger ebenfalls nur empfehlen erst mal ein paar Jahre in einem (möglichst größerem) Softwareunternehmen anzulernen. Erfahrungsgemäß halten sich die meisten Studierten nämlich für erheblich besser, als sie dann tatsächlich sind.

    Viele können ihr Potential dann dank erfahrener Mitarbeiter und der Bereitschaft zu lernen innerhalb von 2-3 Jahren so weit ausbauen, dass sie erfolgreiche Freelancer sein können, aber nicht alle sind dafür geeignet. Und ein fester Job mit netten Kollegen hat auch seine Vorteile, denn da wird auch regelmäßig bezahlt, was als Freelancer nicht ohne weiteres garantiert ist.

  17. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Melanchtor 13.09.17 - 09:16

    Wir suchen übrigens ständig...

    cu
    Aleco

  18. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: .02 Cents 13.09.17 - 09:48

    Freelancer gibt es für fast alles, insofern ist der Einzelfall, insbesondere ohne konkreteren Hintergrund, fast belanglos. Die Kostenrechnung und die Definition von "über" scheint mir auch arg fragwürdig. Auch wenn man als IT Freelancer eine günstige Kostenstruktur hat, sind 10% vom Umsatz nur dann glaubwürdig, wenn man Projektnah wohnt und keine Reisekosten hat. Auch ein Budgethotel in der Nebensaison ist in Deutschland nicht für unter 50 Euro / Nacht zu bekommen - da ist man dann eher im Hostel mit Mehrbettzimmer und Etagen Dusche ... von Messezeiten, Oktoberfest, Championsleague Nächten o.ä. je nach lokalen Gegebenheiten mal ganz abgesehen.

    Auch die 9 Monate Arbeiten / 3 Monate chillen Regel dürfte kaum für einen normalen Studienabgänger gelten, der nicht primär vom Trustfund der Eltern lebt. Von 90k Euro vor Steuern / Versicherungen etc. 12 Monate zu leben, und sich mit den übrigen "Reserven" dann um ein Anschlußprojekt kümmern ... kann man machen, aber ist wohl nur für diejenigen zu empfehlen, die sich selbst als Lebenskünstler definieren ...

    Ich selber kann auch nur für IT Entwicklungsprojekte sprechen - da bin ich seit 20 Jahren als Freelancer, interner Angestellter und auch Consultant bei verschiedenen Beratungsfirmen tätig. In dem Umfeld ist ein Studienabgänger sicher nicht gefragt. Gesucht wird spezifische Projekt- und Toolerfahrung in dem Umfeld des Projektes - sei es nun bestimmte DBMS, Programmiersprache + Klassenbibliotheken, ERP System und spezifische Komponenten o.ä. Auch in Rollen wie Business Analyse o.ä. in die die Beratungsfirmen gerne ihre frischen Uni Abgänger drücken - die landen da wegen Mischkalkulationen, internen Vorgaben und weil der Kunde wenn er größere Projekte extern (insbesondere als Fixpreis) vergibt, häufig keine oder nur bedingte Mitsprache bei der Besetzung von Einzelpositionen bekommt. Als frischer Studienabgänger "Freelancer" kommt man da nur mit Beziehungen und Glück rein.

    Es gibt weite Tätigkeitsbereiche für Freelancer außerhalb des IT Projektgeschäft Szenarios. Auch gibt es im IT Projektgeschäft sicher auch Positionen, die u.U. extern besetzt werden wie etwa PMO Aufgaben. Aber im allgemeinen stellt niemanden einen freiberuflichen SAP Experten ein, der in den Semesterferien in einem Praktikum mal ein SAP Projekt gesehen hat, selbst wenn er in die Umsetzung reingeschnuppert hat - das gilt um so mehr für Strategieconsulting, Interims-Management, Business Analyse ...

  19. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Geistesgegenwart 13.09.17 - 10:52

    scrumdideldu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du machst also rein gar nichts für jemand anderen als diesen einen Kunden
    > und arbeitest mit seiner Hard- und Software in seinen Räumen?
    > Google mal
    > "Scheinselbständigkeit" bzw. "Arbeitnehmerähnlicher Selbständiger"

    Nein das habe ich nie behauptet, das hast du geträumt. Mein längstes Projekt war 9 Monate für einen Kunden. Ich habe aber nicht mehrere Kunden *gleichzeitigt*. Übrigens geht die Rentenversicherung nicht von arbeitnehmerähnlich Beschäftigten aus, wenn das Arbeitsverhätlnis nicht "auf Dauer" ausgelegt ist und der Vertrag von vornherein auf unter 12 Monate begrenzt ist.

    Das ist übrigens Standard. Bei Konzernen mit mehr als 5000 MA habe ich noch nie erlebt dass du mit deinem eigenen Gerät in mehr darfst als das Gast-WLAN. In das Firmennetz darfst du nur mit vorgegebener Hard- und Software vom Kunden.

    > Nicht Gehalt! Das ist Gewinn. Ich hoffe Du hast auch eine
    > Betriebshaftpflicht mit Vermögensschaden. Kostet Dich gleich nochmal ca.
    > 1000 oben drauf.

    Die Betriebshaftpflicht kostet 350¤ bei Hiscox, also nicht übertreiben. Gleichzeitig deckt die auch private Schäden mit ab.

    > > Gesetzlicher Rentenbeitrag sind 1131¤/Monat
    > > (Höchstsatz), GKV 730¤/Monat.
    > Wovon Du als Selbständiger 100% trägst wohingegen der Angestellte 50%
    > trägt.

    Ja und? Das ändert doch an der Rechnung die ich aufgestellt habe nix. Übrigens bin ich in der PKV und zahle weniger als 350¤/Monat und habe einen besseren Versicherungsschutz.

    >
    > > Die Steuerlast ist als Angestellter und
    > > Freelancer exakt identisch und für diese Rechnung daher nicht relevant
    > Nicht ganz. Die Bemessensgrundlage ist bei Dir der Unternehmensgewinn und
    > beim Angestellten sein Bruttoeinkommen. Das Bruttoeinkommen ist durch den
    > Arbeitgeberanteil aber um ca. 10% niedriger!

    Du liest nicht was ich geschrieben habe. Die STEUERLAST ist exakt identisch. Es spielt keine Rolle ob durch Selbst- oder Nichtselbstständige Arbeit, der Steuersatz ist für jeden Gleich. Von Sozialabgaben wie Rente- oder GKV war keine Rede, weil ich die wie oben geschrieben vorher schon abgezogen habe.

    >
    > Ein Unternehmer mit 50K Gewinn zahlt 15,x% KV auf 50K, ein Angestellter mit
    > 50K Einkommen zahlt ca. 7,x% KV auf 50K.
    >
    > > - im
    > > Gegenteil, du kannst z.B. Dinge wie Auto, Internetanschluss,
    > Mobiltelefon,
    > > Laptop etc absetzen im Gegensatz zum Angestellten

    > Was Du ja aber alles nicht hast. Mit Auto sieht es bei Selbständigen leider
    > auch recht mau aus. Stichwort "Regelmäßige Arbeitsstätte" und damit
    > verbunden geldwerter Vorteil für Fahrten zu eben dieser. Im Gegensatz dazu
    > kann der Angestellte einfach die Entfernungspauschale nehmen.
    >

    > Firmenwagen als Selbständiger ist schön und gut. Habe ich auch. Aber
    > wirklich viel bringen tut das steuerlich nicht! Und da kann auch der
    > Steuerberater nichts dran ändern. Das ist das Schicksal von ITler die in
    > der Regel immer wieder länger für einen Kunden arbeiten.

    Es bringt viel im Bereich der Oberklasse Limousinen, insbesondere wenn du privat viel Fährst da Benzin und Wartungskosten abgesetzt werden. Ob es wirklich was lohnt hängt natürlich vom Fahrverhalten ab. Was sich wirklich lohnt sind Mietwagen, die kannst du nämlich für Fahrten zum Kunden zu 100% absetzen (währrend ein Arbeitnehmer nur 30cent/km ansetzen kann).

    >
    > > Egal wie du es
    > > drehst und wendest, das war zig mal mehr als die 50k¤ die mir Brutto bei
    > > diversen Arbeitgebern geboten wurden. Auch wenn man höhere
    > > GKV/Rentenbeiträge berücksichtigt.

    Supertyp, ohne dein Alter, Studiengang und die Region ist die Aussage ziemlich ohne Nutzen. 50k für München sind wenig, 50k im Harz viel, und jetzt?

    > Es war sicherlich nicht "zig mal mehr". Zig mal mehr wären 150k oder 200k
    > gewesen wobei natürlich 50K als IT-Einstieg nicht grade üppig ist.
    >
    > Dann eben konkret nachgerechnet:
    >
    > 91k - 8k KV - 12k RV = 71K
    > 91k Steuern als Single = 31,4K => 39,6K
    >

    Rechnung ist unsinn, weil 91k¤ das "zu versteuernde Einkommen waren". Der Gewinn lag höher, aber es wurden ja Beiträge für PKV bereits steurlich teilweise abgesetzt.

    > 50k angestellt - 13,2K Steuern - 5K Rente - 4K KV = 27,8K
    >
    > Ist natürlich weniger. ABER: Du warst nicht krank. Du hattest keinen
    > Unfall. Du hast auch keine Weiterbildung bezahlt (Schulung 1 Woche sind
    > gerne mal 3-5K) und wie die Auslastung aufs Jahr gesehen weiter sein wird
    > weißt Du auch noch nicht.

    Doch weil ich nur 9 Monate gearbeitet habe! Ich hätte ohne Probleme noch 2 Monate krank sein können!

    >
    > Deshalb musst Du eigentlich von Deinen 39,xK Netto gleich mal 10K als
    > Notreserve fürs nächste Jahr auf die Seite packen. Wenn Du es dann im
    > nächsten und auch im übernächsten Jahr nicht brauchst gut. Dann hast Du
    > schon 3x die Reserve und brauchst sie nicht und stehst wirklich ein ganzes
    > Stück besser da als ein Angestellter.
    >
    Ja natürlich legst du dir eine Notreserve an von dem Netto, glaubst du ich verjucks das? Natürlich spart man das, aber auch ein Angestellter mit dem Brutto legt hoffentlich was beiseite...

    > ABER: Das Gehalt eines Angestellten in der IT entwickelt sich in den ersten
    > 5 Jahren in der Regel recht prächtig. Ich glaube nicht dass sich Dein
    > Stundensatz in den nächsten 5 Jahren analog entwickeln wird.

    Ich hab mein Stundensatz deutlich erhöht in den 3 Jahren, weil ich im Schnitt alle 6 Monate das Projekt wechsel. Meine Studienkollegen die beim gleichen Arbeitgeber geblieben sind haben sich nicht viel besser entwickelt, hier steigt man nur auf wenn man kündigt und woanders Anfängt, was aber oft einen Umzug mit sich bringt.

    > Ich will Dir das ja auch alles nicht schlecht reden. Aber Du musst wirklich
    > bedenken dass Du mit Deiner Selbständigkeit auch einige Risiken eingegangen
    > bist und diese Risiken sollten nicht mit einem leichten Plus gegenüber
    > einem Angestellten als "abgegolten" angesehen werden.
    >

    Ich mach das jetzt lange genug, und glaub mir ich hab eine Excel Tabelle mit der ich Haarklein und exakt meine Kosten kalkulieren kann, inkl. Steuerprogressionsformel, mögliche Krankheitstage etc. Hatte ich natürlich wie ich angefangen habe nicht, aber inzwischen kann ich mit 100%iger Gewissheit sagen das ich deutlich mehr verdiene als Freelancer als denn als Festangestellter. Und kann das auch für mein erstes Jahr rückwirkend berechnen, insbesondere da ich nicht krank geworden bin war das ein deutliches Plus.

    > Du brauchst nur mal eine schwerere Krankheit zu haben und ein paar Monate
    > ausfallen. Oder Du findest kein Folgeprojekt oder ein Kunde kommt mit einem
    > größeren Gewährleistungs- oder Schadensfall oder sonst was.
    >
    > Und vergleichen kannst Du immer nur Netto mit Netto.

    Nein ich vergleiche immer Richtig. Was bekommst du denn wenn du als Angestellter mehrere Monate krank bist? 6 Wochen Lohnfortzahlung, danach Krankengeld von der Kasse was deutlich weniger ist. Wenn du das Risiko absichern willst kannst du als Freelancer genauso eine Krankentagegeldversicherung abschliessen (ich finde es unnötig). Und wenn du in ner Kleinen Firma bist mit weniger als 10 Angestellten können die dich genauso jederzeit feuern.

  20. Re: Freelancer nach Studium: don't

    Autor: Melanchtor 13.09.17 - 11:09

    Das mit der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gilt nicht für jeden Arbeitgeber, meiner stockt das Krankentagegeld der Krankenkasse auf 100% Gehalt auf und zahlt bis zu einem Jahr.

    cu
    Aleco

  1. 1
  2. 2

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Medienwerft GmbH, Hamburg
  2. Vodafone GmbH, Düsseldorf
  3. AKDB, München
  4. Süwag Energie AG, Frankfurt am Main, Neuwied, Ilsfeld

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 469,00€
  2. 334,00€
  3. (u. a. Ryzen 5-2600X für 184,90€ oder Sapphire Radeon RX 570 Pulse für 149,00€)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

Homeoffice: Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
Homeoffice
Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst

Homeoffice verspricht Freiheit und Flexibilität für die Mitarbeiter und Effizienzsteigerung fürs Unternehmen - und die IT-Branche ist dafür bestens geeignet. Doch der reine Online-Kontakt bringt auch Probleme mit sich.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  2. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht
  3. IT-Berufe Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

  1. Smartphone: Oneplus 7 Pro hat kein echtes Dreifachtele
    Smartphone
    Oneplus 7 Pro hat kein echtes Dreifachtele

    Das neue Oneplus 7 Pro hat im Test von Golem.de mit seiner neuen Kamera, die unter anderem ein Teleobjektiv mit dreifacher Vergrößerung hat, überzeugt - oder eben auch nicht: Wie sich herausstellt, schummelt Oneplus bei der Nomenklatur.

  2. Thatic: Sugon verkauft Workstation mit chinesischer Ryzen-CPU
    Thatic
    Sugon verkauft Workstation mit chinesischer Ryzen-CPU

    Während Huawei von US-Firmen derzeit boykottiert wird, bietet Sugon eine Ryzen-basierte Workstation für den chinesischen Markt an. Der Chip heißt aber Hygon C86, denn er stammt vom Thatic genannnten Joint Venture, nur die notwendige x86-Lizenz kommt indirekt von AMD.

  3. Gegen Fake-Shops: Minister wollen offenbar Ausweispflicht für .de-Domain
    Gegen Fake-Shops
    Minister wollen offenbar Ausweispflicht für .de-Domain

    Die zuständigen Verbraucherschutzminister fordern einem Medienbericht zufolge offenbar eine Ausweispflicht für .de-Domains. Das soll Betrugsfälle mit gefälschten Webshops eindämmen.


  1. 10:35

  2. 10:22

  3. 10:05

  4. 09:47

  5. 09:12

  6. 08:45

  7. 08:26

  8. 07:30