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zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

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  1. zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: RalfB 19.07.17 - 13:06

    leider sind dieser Tage viele Leute, vor allem junge Leute ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"
    Ich denke nicht, das alle Stellenausschreibungen zu speziell sind, eher umgedreht haben viele Firmen in diesem Bereich ihre Anforderungen bereits sehr reduziert um ueberhaupt Bewerbungen zu bekommen. Wenn es dann allerdings darum geht, dass das Buero nicht in einer hippen City wie Hamburg, Berlin oder Stuttgart etc. ist, der Job kein Montag - Freitag 9to5, der Job mit Reisetaetigkeit verbunden ist und das Einstiegsgehalt die 120.000 Euro/anno unterschreitet verlassen die wenigen Bewerber sofort die Firma. An diesem Punkt hat man sich noch gar nicht ueber das Fachliche unterhalten. Sorry, aber wir haben hier ein ziemliches Luxusproblem .....

  2. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: Geistesgegenwart 19.07.17 - 13:12

    RalfB schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > leider sind dieser Tage viele Leute, vor allem junge Leute ziemlich
    > unflexibel und "Freizeit getrieben"
    > Ich denke nicht, das alle Stellenausschreibungen zu speziell sind, eher
    > umgedreht haben viele Firmen in diesem Bereich ihre Anforderungen bereits
    > sehr reduziert um ueberhaupt Bewerbungen zu bekommen. Wenn es dann
    > allerdings darum geht, dass das Buero nicht in einer hippen City wie
    > Hamburg, Berlin oder Stuttgart etc. ist, der Job kein Montag - Freitag
    > 9to5, der Job mit Reisetaetigkeit verbunden ist und das Einstiegsgehalt die
    > 120.000 Euro/anno unterschreitet verlassen die wenigen Bewerber sofort die
    > Firma. An diesem Punkt hat man sich noch gar nicht ueber das Fachliche
    > unterhalten. Sorry, aber wir haben hier ein ziemliches Luxusproblem .....

    Anderer Punkt: Der Arbeitgeber der erwartet, das ich mal eben umziehe für seinen Job, der geht davon aus das ich Single bin oder eine "klassische" Familie habe in der ich der Alleinverdienende Ernährer bin. Sobald ich natürlich 30k Brutto mehr fordere für den Umzug weil meine Frau/Partnerin erstmal keine neue Stelle bekommt in der gleichen Gehaltsklasse und dass kompensiert werden muss, bin ich unverschämt. Oder unflexibel, weil ich mich erdreiste in einer Beziehung zu sein oder Familie zu haben welche ich nicht sofort für 200-300¤ netto mehr im Monat hinter mir lasse.

  3. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: staples 19.07.17 - 13:13

    Die 120.000 p.a. sind von dir sicherlich übertrieben. Aber warum sollen die Leute nicht ihre Lebenszeit höher schätzen als irgendeinen miesen Job?

    Die Zeiten ändern sich und Geld nützt mir nichts, wenn ich keine Zeit habe, es auch auszugeben. Da suche ich mir lieber was, wo ich 4 Tage arbeiten kann oder zumindest 1 Homeoffice-Tag habe, um mir die nervige Fahrt durch die Stadt zu sparen.

    Auch gibt es heute immer noch "prähistorische" Kernarbeitszeiten wo man dann von 9-15 im Büro sein muss. War schon in der Schule mit ihrem ab 8 Uhr ein Problem, da viele einfach in dieser Zeit nicht produktiv sind. Meine perfekte Zeit z.B. ist ab 15 Uhr.

    Dazu kommt noch das ebenfalls prähistorische 8h aka 40h Woche. Nein, niemand arbeitet wirklich produktiv 40h, einfach weil es nicht geht. Mental. Aber es wird daran aus mir unerfindlichen Gründen festgehalten. 6h am Tag ist man einfach produktiver. Das habe ich schon von vielen Kollegen gehört und als Chef ist mir das auch egal, solange die Leute die Arbeit schaffen oder arbeiten, wann sie wollen.

    Ja es sind paar Meetings notwendig, da kann man sich dann treffen. Aber alles andere... mach deine Arbeit. Wann und wo und wie lange sollte egal sein. Aber vielleicht ist das ein Thema für die Industrie 10.0.

  4. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: h31nz 19.07.17 - 13:38

    RalfB schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > leider sind dieser Tage viele Leute, vor allem junge Leute ziemlich
    > unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Aber wieso denn leider? Flexibel ist nunmal nur, wer ungebunden ist. Und dass Leute außer ihrem Job gerne noch anderen Dingen nachgehen, sollte man jetzt auch niemandem vorwerfen.

    Dafür gibts ja dann auch weniger Geld.

  5. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 13:38

    Eben. Wenn einem die Firmen was Flexibilität angeht entgegen kommen, fällt einem das selbst auch leichter. Der starre Zeitrahmen von 8 bis 5 oder 9 bis 5 ist aus der Zeit, wo man im Schichtbetrieb Dinge zusammengesteckt hat. Zur heutigen modernen Arbeit die größtenteils im Kopf stattfindet, passt dieses Modell rein gar nicht.

    Es gibt Phasen wo man Ideenblitze hat und diese so schnell wie möglich detaillieren und niederschreiben/in ein Konzept überführen will. Dann gibt es Phasen wo in der Birne einfach nur Nebel steht und genau an solchen Tagen würde ich halt dann um 13 Uhr gerne auch sagen können: Ciao, bis morgen. Genau das geht halt nicht.

    Und es ist unsinnig den Rest vom Tag dann noch abzusitzen und Arbeit vorzutäuschen.

  6. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: Slurpee 19.07.17 - 13:53

    RalfB schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > leider sind dieser Tage viele Leute, vor allem junge Leute ziemlich
    > unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Unflexibel ist Code für "Die dreisten kleinen Scheißer lassen sich uns nicht verarschen."
    Tja, wir haben halt andere Prioritäten im Leben, also viel Spaß beim Schaffen bis in Grab, ist für viele heutzutage halt einfach nicht mehr erstrebenswert...

  7. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 14:02

    Nicht nur nicht erstrebenswert, sondern auch nicht lohnenswert. Die Generation meines Vaters konnte mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss und einer Ausbildung ein Haus hinstellen, eine Familie ernähren und das Haus bis Ende 30 bezahlen. Das hat oft genug geklappt, man schaue sich im Kreis der heute 55 bis 65 Jährigen um.

    Heute? Selbst als Doppelverdiener Akademiker Paar ohne Kinder und mit sagen wir mal etwa 6000¤ Netto Monatseinkommen ist es kein Zuckerschlecken, in einer Stadt oder in unmittelbarer Stadtnähe ein Eigenheim hinzustellen.

    Die Volatilität heutiger Jobs ist sehr hoch. Auch wird gerne mal die eigene Firma von einer anderen geschluckt und dann? Wie sichert man die monatlichen Raten ab? Wer garantiert einem über einen Zeitraum von 10 oder mehr Jahren dass beide Darlehensnehmer eine dauerhafte Tätigkeit verfolgen können? Das war vor 50 Jahren sehr viel sicherer und auch einfacher.

    Selbst wenn man 3000 im Monat abdrückt, sind das nur 36000 im Jahr oder 360000 in 10 Jahren und für 360000 bekommt man praktisch nichts mehr. Selbst auf dem Land wird es zunehmend schwieriger noch etwas bezahlbares zu finden.

    Wozu sich dann auf gut Deutsch den Arsch aufreißen wenn man es nicht mal schafft, zusammen als Spitzenverdienerpaar* in 10 Jahren eine Immobilie zu bezahlen?

    *6000¤ Netto Haushaltseinkommen sind etwa 2*70000¤ Jahresgehalt.

  8. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: privsec 19.07.17 - 14:09

    Geht mir genauso. 8h durchgehend wirklich produktiv sein ist unrealistisch in dem Bereich. Kernarbeitszeit macht zu einem gewissen Teil sinn, ist aber meist viel zu lang, wenn sie 7h von den 8h abdeckt.

    Ich hätte auch viel lieber ein paar Stunden weniger und evtl. die Option einmal pro Woche Homeoffice machen zu dürfen. Als ich mal ein paar Tage am Stück Homeoffice aus wichtigen Gründen machen musste, habe ich erst gemerkt, wie viel mehr ich Zuhause eigentlich schaffe. Nicht ständig abgelenkt zu werden. usw...

    Da ich inzwischen so extrem unmotiviert bin, habe ich auch vor einer Woche angefangen nach neuen Stellen zu schauen. Eine Firma davon ist sehr "klassisch". Sehr strenge Kernarbeitszeiten, absolut kein Homeoffice. Ist allerdings deutlich kürzerer Arbeitsweg, weswegen ich trotzdem überlege, weil selbst 10 Minuten weniger pro Fahrt schon nett wären.

  9. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 14:19

    privsec schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Geht mir genauso. 8h durchgehend wirklich produktiv sein ist unrealistisch
    > in dem Bereich. Kernarbeitszeit macht zu einem gewissen Teil sinn, ist aber
    > meist viel zu lang, wenn sie 7h von den 8h abdeckt.
    >
    > Ich hätte auch viel lieber ein paar Stunden weniger und evtl. die Option
    > einmal pro Woche Homeoffice machen zu dürfen. Als ich mal ein paar Tage am
    > Stück Homeoffice aus wichtigen Gründen machen musste, habe ich erst
    > gemerkt, wie viel mehr ich Zuhause eigentlich schaffe. Nicht ständig
    > abgelenkt zu werden. usw...
    >
    > Da ich inzwischen so extrem unmotiviert bin, habe ich auch vor einer Woche
    > angefangen nach neuen Stellen zu schauen. Eine Firma davon ist sehr
    > "klassisch". Sehr strenge Kernarbeitszeiten, absolut kein Homeoffice. Ist
    > allerdings deutlich kürzerer Arbeitsweg, weswegen ich trotzdem überlege,
    > weil selbst 10 Minuten weniger pro Fahrt schon nett wären.

    Also ab und an packt es mich und ich klotze auch mal 10 Stunden ran, einfach weil die Aufgabe begeisternd ist und mich mitreißt. Das macht echt Spaß. Aber der Normalfall ist das eben eher nicht;)

    In der Firma wie du sie beschreibst wirst du nicht glücklich werden. Du bist eben nicht das Modell "Stechuhr". Für mich ist das mittlerweile einfach: Wenn die Firma will dass ich auch mal am WE reinschaue oder abends/nachts reinfahre, wenn was am Brennen ist, dann erwarte ich auch von der Firma dass ich ohne Diskussion Homeoffice machen kann wie ich will und am einen Tag länger und am anderen kürzer arbeite.

    Geschäfte sind immer geben und nehmen und wenn die eine Seite ausschließlich nimmt, wird die andere Seite nicht glücklich.

  10. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: privsec 19.07.17 - 14:36

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ab und an packt es mich und ich klotze auch mal 10 Stunden ran,
    > einfach weil die Aufgabe begeisternd ist und mich mitreißt. Das macht echt
    > Spaß. Aber der Normalfall ist das eben eher nicht;)
    >
    > In der Firma wie du sie beschreibst wirst du nicht glücklich werden. Du
    > bist eben nicht das Modell "Stechuhr". Für mich ist das mittlerweile
    > einfach: Wenn die Firma will dass ich auch mal am WE reinschaue oder
    > abends/nachts reinfahre, wenn was am Brennen ist, dann erwarte ich auch von
    > der Firma dass ich ohne Diskussion Homeoffice machen kann wie ich will und
    > am einen Tag länger und am anderen kürzer arbeite.
    >
    > Geschäfte sind immer geben und nehmen und wenn die eine Seite
    > ausschließlich nimmt, wird die andere Seite nicht glücklich.

    Ja, wenn man mal ein wirklich schönes Projekt hat. Mein letztes war vor 2 Jahren. Ist heute noch Live und bekommt nie Zeit für eine Weiterentwicklung. Jetzt ist ihnen aufgefallen, dass diese Produkte aber die beste Marge haben, die darüber laufen und für nächstes Jahr ist geplant, dass eine neue Version geschrieben werden darf. Bis dahin bin ich aber wahrscheinlich schon weg.

    Grundsätzlich wird es hier nicht so eng gesehen, wenn man mal 1h früher geht oder später kommt. Homeoffice will der Geschäftsführer nicht so gern. Hatte ich aber wie gesagt auch manchmal machen können. Aber nicht einfach mal, weil mir danach ist.

    Es sind einfach soviele Dinge, die mich bei meinem aktuellen AG nerven. Managemententscheidungen wo sich jeder normal denkende Mensch an den Kopf fasst. Hunderttausende für Mobile Apps investiert, wo fast jeder im Team meinte, dass ist für uns nichts. Jetzt wurden die Apps eingestellt, gingen aber auch nie live. Reine Geldverbrennung und wo anders wird dann gespart.

    Vor 2 Jahren richtig aggressives Wachstum gestartet, etliche neue Leute eingestellt. Vor paar Monaten dann viele wieder entlassen, weil das Wachstum in den neuen Märkten nicht so schnell kommt, wie in ihrer Fantasie. In der IT wird zwar nichts gestrichen aber eine sichere Stelle ist nicht alles.

    Etliche Mitarbeiter, wo ich mich frage, wie die ihre Probezeit überstanden haben. "Marketing"-Mitarbeiter, die zu mir kommen und Google Webmaster Tools erklärt haben wollen. Inzwischen gehen noch die paar, die Ahnung von ihrem Gebiet haben, weil die allgemeine Stimmung so schlecht und frustrierend ist.

    Von den Bedingungen ist die andere Firma kaum schlechter, wirkt aber viel besser aufgebaut. Leben nicht von Investoren, sondern verdienen wirklich Geld. Keine Überstunden, kürzerer Arbeitsweg, bin wie gesagt noch am überlegen.

  11. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: Sanzzes 19.07.17 - 14:46

    Geistesgegenwart schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RalfB schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > leider sind dieser Tage viele Leute, vor allem junge Leute ziemlich
    > > unflexibel und "Freizeit getrieben"
    > > Ich denke nicht, das alle Stellenausschreibungen zu speziell sind, eher
    > > umgedreht haben viele Firmen in diesem Bereich ihre Anforderungen
    > bereits
    > > sehr reduziert um ueberhaupt Bewerbungen zu bekommen. Wenn es dann
    > > allerdings darum geht, dass das Buero nicht in einer hippen City wie
    > > Hamburg, Berlin oder Stuttgart etc. ist, der Job kein Montag - Freitag
    > > 9to5, der Job mit Reisetaetigkeit verbunden ist und das Einstiegsgehalt
    > die
    > > 120.000 Euro/anno unterschreitet verlassen die wenigen Bewerber sofort
    > die
    > > Firma. An diesem Punkt hat man sich noch gar nicht ueber das Fachliche
    > > unterhalten. Sorry, aber wir haben hier ein ziemliches Luxusproblem
    > .....
    >
    > Anderer Punkt: Der Arbeitgeber der erwartet, das ich mal eben umziehe für
    > seinen Job, der geht davon aus das ich Single bin oder eine "klassische"
    > Familie habe in der ich der Alleinverdienende Ernährer bin. Sobald ich
    > natürlich 30k Brutto mehr fordere für den Umzug weil meine Frau/Partnerin
    > erstmal keine neue Stelle bekommt in der gleichen Gehaltsklasse und dass
    > kompensiert werden muss, bin ich unverschämt. Oder unflexibel, weil ich
    > mich erdreiste in einer Beziehung zu sein oder Familie zu haben welche ich
    > nicht sofort für 200-300¤ netto mehr im Monat hinter mir lasse.


    Du musst dich ja da auch nicht bewerben wenn du nicht bereit bist umzuziehen.

  12. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: Der_aKKe 19.07.17 - 14:50

    RalfB schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > leider sind dieser Tage viele Leute, vor allem junge Leute ziemlich
    > unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Ja, so ist das heutzutage halt. Was bringen mir 120k im Jahr, wenn ich nichtmals Zeit habe diese auszugeben? Dann schraube ich lieber meinen Lebensstil runter und arbeite nur die Hälfte. Der jungen Generation ist nämlich auch nicht mehr wichtig teure Kleidung zu tragen oder einen dicken Benz zu fahren.
    Ich bin auch "Freizeit getrieben" mit meinen 26 Jahren. Mir macht meine Arbeit Spaß, aber ich könnte NIE darin so aufgehen, dass ich es 40-50h die Woche aushalten könnte.

    Ausserdem bin ich mit meiner 4 Tage Woche und 24h genauso produktiv wie meine Kollegen. Man konzentriert sich halt aufs wesentliche und arbeitet einfach wenn man da ist. Man verschwendet keine Zeit mit surfen und Kaffee trinken oder so.

  13. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 14:55

    Ich würde den dritten Weg gehen: So lange bei der aktuellen Firma bleiben bis du was anderes gefunden hast was dir wirklich zusagt. Denn, Hand aufs Herz: So richtig überzeugst schreibst du von Firma 2 auch nicht. Ergo nutze das Jahr Zeit um was anderes zu suchen wo du zumindest ein bischen mehr persönliche Flexibilität für dich in Anspruch nehmen kannst. Wie das Management ist und die Firmenkultur weiß man ja vorher meist nicht;)

  14. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: Geistesgegenwart 19.07.17 - 14:58

    Sanzzes schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du musst dich ja da auch nicht bewerben wenn du nicht bereit bist
    > umzuziehen.

    Ich bewerbe mich gar nicht, aber da ich als Freelancer bei Xing bin mit vollen Profil erhalte ich mehrmals die Woche ungefragt anschreiben von Recruiter "Wollen Sie sich beruflich verändern, ich hätte da eine Position für Sie". Mein Wohnort und mein Freelancertum ist klar ersichtlich, trotzdem werden einem Festanstellungen in Orten am anderen Ende der Bundesrepublik versucht anzudrehen.

  15. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 15:03

    Das Ding ist: Es lohnt sich nicht mehr.

    In einem anderen Posting hatte ich angemerkt, dass man auch als Akademikerpaar ohne Kinder mit 6000 Nettoeinkommen im Monat und 3000¤ Tilgung in 10 Jahren nur 360000 (Ohne Zins) abzahlen kann. In einer Stadt bekommt man für 360000 nichts mehr und stadtnah wird es schon sehr schwer.

    Wozu dann in der Woche zusammen 100 Stunden abreißen. Für was? Das hat nicht nur damit zu tun, dass das Auto als Statussymbol abgelöst wird neben anderen Dingen sondern eben auch damit, dass selbst 2*70000 Jahresbrutto nicht reichen, um in Stadtnähe in 10 Jahren ein Minihaus abzahlen zu können.

    Es lohnt sich nicht.

  16. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: bbk 19.07.17 - 15:18

    Richtig so sehe ich das auch, wozu? Dann lieber das Leben etwas mehr geniessen. Das heißt nicht dass ich meinen Job nicht mag. Aber es bringt mir nichts mich darin zu verbrennen.

  17. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ArcherV 19.07.17 - 15:27

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht nur nicht erstrebenswert, sondern auch nicht lohnenswert. Die
    > Generation meines Vaters konnte mit Hauptschulabschluss oder
    > Realschulabschluss und einer Ausbildung ein Haus hinstellen, eine Familie
    > ernähren und das Haus bis Ende 30 bezahlen. Das hat oft genug geklappt, man
    > schaue sich im Kreis der heute 55 bis 65 Jährigen um.
    >
    > Heute? Selbst als Doppelverdiener Akademiker Paar ohne Kinder und mit sagen
    > wir mal etwa 6000¤ Netto Monatseinkommen ist es kein Zuckerschlecken, in
    > einer Stadt oder in unmittelbarer Stadtnähe ein Eigenheim hinzustellen.
    >
    > Die Volatilität heutiger Jobs ist sehr hoch. Auch wird gerne mal die eigene
    > Firma von einer anderen geschluckt und dann? Wie sichert man die
    > monatlichen Raten ab? Wer garantiert einem über einen Zeitraum von 10 oder
    > mehr Jahren dass beide Darlehensnehmer eine dauerhafte Tätigkeit verfolgen
    > können? Das war vor 50 Jahren sehr viel sicherer und auch einfacher.
    >
    > Selbst wenn man 3000 im Monat abdrückt, sind das nur 36000 im Jahr oder
    > 360000 in 10 Jahren und für 360000 bekommt man praktisch nichts mehr.
    > Selbst auf dem Land wird es zunehmend schwieriger noch etwas bezahlbares zu
    > finden.
    >
    > Wozu sich dann auf gut Deutsch den Arsch aufreißen wenn man es nicht mal
    > schafft, zusammen als Spitzenverdienerpaar* in 10 Jahren eine Immobilie zu
    > bezahlen?
    >
    > *6000¤ Netto Haushaltseinkommen sind etwa 2*70000¤ Jahresgehalt.

    Und dabei sind 70.000 ¤ schon das doppelte durchschnittsgehalt ..

  18. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 15:34

    Korrekt. Deswegen: Locker machen. Ruhig seine Arbeit prima ausführen und gute Ergebnisse liefern. Aber nicht ohne Grund 10 oder mehr Stunden in der Firma zubringen. Lohnt nicht.

  19. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: Geistesgegenwart 19.07.17 - 15:35

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Ding ist: Es lohnt sich nicht mehr.
    >
    > In einem anderen Posting hatte ich angemerkt, dass man auch als
    > Akademikerpaar ohne Kinder mit 6000 Nettoeinkommen im Monat und 3000¤
    > Tilgung in 10 Jahren nur 360000 (Ohne Zins) abzahlen kann. In einer Stadt
    > bekommt man für 360000 nichts mehr und stadtnah wird es schon sehr schwer.
    >

    Wer zahlt den ein Haus auch auf 10 Jahre ab?!? Laufzeiten von 20-30 Jahren für Häuser im Bereich der halben Million sind realistischer. Wozu auch nur 10 Jahre, du willst ja dass das Haus abbezahlt ist bevor du in Rente gehst. Entsprechende Berufsunfähigkeit/Invalidenversicherung sind in den Krediten ja teilweise mit dabei.

    Edit: Und wenn das Haus dann mit 60 Jahren abbezahlt ist, bist du im Besitz einer Immobilie die 600.000 bis 650.000 ¤ Wert ist und komplett abbezahlt. Und darüber beschwerst du dich? Guck dir mal an wieviele mit 60 Jahren mit gar nichts darstehen sondern nur aussicht auf mickrige Grundsicherung als Rente haben...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.07.17 15:39 durch Geistesgegenwart.

  20. Re: zu viele Leute sind ziemlich unflexibel und "Freizeit getrieben"

    Autor: ckerazor 19.07.17 - 15:37

    Freut mich dass ich mit meiner Sichtweise da nicht alleine stehe. Schade ist es ja eigentlich schon. Ein brauchbares Fertighaus kostet 100K schlüsselfertig. Der dafür notwendige Grund und Boden ist aber absolut nicht zu bezahlen und an Dinge wie noch Fläche für einen Garten zu haben braucht man gleich zwei Mal nicht zu denken.

    Eigentlich zum Haare raufen. Dieses Gefühl für Miete und für Essen zu arbeiten (und halt Kram wie Gadgets, Freizeitkram, Urlaub) - befriedigend ist das nicht.

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