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Ohne Mathematik bleiben wir da wo wir stehen, und kommen nicht weiter.

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  1. Ohne Mathematik bleiben wir da wo wir stehen, und kommen nicht weiter.

    Autor: corruption 28.04.22 - 01:20

    Warum Studiert man? Weil man sich die Frage stellt: Wie funktioniert der Status Quo?

    Stellt euch einfach mal vor, wo wir mit der Einstellung vieler Leute in den Kommentaren wären.

    "Mathe braucht man nicht als Anwendungsentwickler" - Korrekt. Aber warum ist das heute so? Oh! Weil smarte Menschen cooles Zeug programmiert haben mit viel Mathematik. (Das fängt beim bewegen deines Browserfensters oder deiner Maus an!!)

    Im Endeffekt kannst du alles was grundlegend passiert auf die Mathematik zurückführen. Warum sollte man das nicht lernen wollen?

    Nehmen wir mal die Kryptographie. Moderne Algorithmen wie z.B. Curve25519 / X25519 / Ed25519 (EdDSA) kommen von *TROMMELWIRBEL!* Mathematikern. DJB und Tanja Lange haben da einen Job gemacht der insane ist. Die nehmen dich sogar an die Hand wenn du eine Ausbildung gemacht hast, indem sie Dinge nicht verkacken die du bei anderen Algorithmen wie z.B. ECDSA falsch implementieren kannst (siehe letzte Java Lüçke auf Heise). All das haben die verbessert. 2006. Und das kommt erst jetzt langsam in der echten Welt an. TLS 1.3, Wireguard etc...

    Und nein, das kann man nicht "Einfach so entwickelt mit einer Ausbildung" dafür braucht man einfach verdammte Mathematik. Um ein Fenster auf dem Bildschirm zu bewegen braucht man Mathematik. Das es heute für alles SDKs, APIs und was weiß ich für Abstraktionslayer gibt liegt schlussendlich stumpf daran, dass sehr sehr gute Mathematiker (und das schließt Informatiker nicht aus) impact hatten.

    Mir geht es auf den Geist, dass immer mehr Leute meinen sie brauchen die Grundlagen nicht. Das ist wie wenn ein Physiker sagen würde "Ach Schwerkraft, das braucht man in der Praxis nicht".... das ist doch einfach nur zu kurz gedacht. Von der Hand in den Mund.

    Klar, wir können gerne Anwendungen schreiben die einfach nur Zeug nutzen was da ist. Das ist dann wie "Malen nach Zahlen" die richtigen Komponenten zusammenstöpseln. Aber damit kommt man nicht weiter. Damit bleibt man auf der Stelle und generiert exakt mit dem Wissen wie man ein bestimmtes Framework bedient Umsatz. Ist das unser Anspruch? Meiner ist es nicht. Und ja, ich entwickele auch sehr gerne schnell mal Dinge indem ich bestimmte Sachen nutze die fertig sind. Wireguard, TLS, Gnu Tools und Linux, ... aber nichts davon hätte es gegeben ohne Mathematik. Also bitte hört auf Mathe zu "verteufeln" oder es als "zu schwer" oder "unnötig" hinzustellen. Es ist nicht unsinnig und es ist nicht zu schwer. Es sind (für mich) einfach Grundlagen. Die Mentalität hier muss sich dringend ändern damit wir weiter kommen. Mehr Grundlagenforschung, mehr Mathematik! Lernen, lernen, lernen!

    Ja, es ist gut, dass es auch Anwendungsentwickler gibt. Und ja, dann reicht eine Ausbildung in der Sprache (bzw dem Framework!). Aber damit bleibt man exakt da wo man ist. Und man will es ja eigentlich besser machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.04.22 01:31 durch corruption.

  2. Re: Ohne Mathematik bleiben wir da wo wir stehen, und kommen nicht weiter.

    Autor: NE4Y 28.04.22 - 07:45

    Vielen Dank für den Beitrag. Sie sprechen mir aus der Seele!

    Ich glaube das kommt auch daher, dass viele Leute Programmieren mit Informatik gleichsetzen. Für mich ist programmieren ein Mittel zum Zweck um Probleme zu lösen. Das Informatikstudium lehrt einen wie man selbstständig Probleme erkennt und welche Methoden es gibt um diese zu lösen. Und (komplexe) Probleme lösen funktioniert in den wenigsten Fällen ohne eine formale Art das Problem zu erfassen und dann sind wir eben direkt bei der Mathematik.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 28.04.22 07:52 durch NE4Y.

  3. Re: Ohne Mathematik bleiben wir da wo wir stehen, und kommen nicht weiter.

    Autor: Jogri 28.04.22 - 09:34

    Und es gibt noch einen weiteren Aspekt, der bei uns damals aufgetaucht ist:
    Die Algebraiker haben die größten Erstsemester Jahrgänge bekommen um die Wahrscheinlichkeit zu steigern dort jemanden für ihren FB zu finden. Also um die nachwuchswissenschaftler zu entdecken.


    Das würde mit zu einfachen Kursen bestimmt auch nicht so gut funktionieren.

  4. Re: Ohne Mathematik bleiben wir da wo wir stehen, und kommen nicht weiter.

    Autor: scrumdideldu 28.04.22 - 10:39

    NE4Y schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vielen Dank für den Beitrag. Sie sprechen mir aus der Seele!
    >
    > Ich glaube das kommt auch daher, dass viele Leute Programmieren mit
    > Informatik gleichsetzen. Für mich ist programmieren ein Mittel zum Zweck um
    > Probleme zu lösen. Das Informatikstudium lehrt einen wie man selbstständig
    > Probleme erkennt und welche Methoden es gibt um diese zu lösen. Und
    > (komplexe) Probleme lösen funktioniert in den wenigsten Fällen ohne eine
    > formale Art das Problem zu erfassen und dann sind wir eben direkt bei der
    > Mathematik.
    In der Praxis scheitert es aber in der Regel nicht an Mathematik sondern ganz simpel daran dass der Informatiker nicht fähig ist mit dem Auftraggeber zu reden. Das Level an Abstraktion das hier in der Regel für die Entwicklung einer Lösung (Entwicklung nicht im Sinne von Programmierung sondern Prozess) ist in der Regel keines für das man tiefgreifende mathematische Kenntnisse oder wahnsinnige Komplexität bräuchte.

    Ja es gibt die Bereiche wo ein tieferes Verständnis sinnvoll und notwendig sind aber die Menge von komplexen Problemen von denen hier in verschiedenen Threads geschrieben wird haben die meisten Firmen nur vereinzelt.

    Ich blicke hier zurück auf fast 30 Jahre Erfahrung bei internationalen Unternehmen und auch auf Bank, Versicherung, Handel, Automobil und mehr. Mir würde es schon reichen wenn ich Leute am Start hätte die nicht an Tag 1 eines Projektes die Entwicklungsumgebung anwerfen sondern erst mal in Ruhe mit dem Auftraggeber durchspielen wie alles überhaupt funktionieren soll, was die notwendigen Anforderungen sind und dann eine Lösung entwickeln.

    Die Praxis sieht leider so aus dass man für jedes noch so simple Problem irgendwas francy nimmt das grade hipp ist. Hauptsache man hat einen großen Technologiestack!

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