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Wir brauchen keinen Uber
Autor: cepe 17.04.19 - 11:20
- Es gibt keinen Wettbewerb bei Taxifahrern, nur Uber garantiert einen Wettbewerb
Falsch. JEDER kann ein Taxiunternehmen gründen mit beliebig vielen Taxifahrern. Es gibt sehr viele sog. Taxizentralen was eigenständige meist GmbH's sind. Zusätzlich gibt es viele regionale kleine Taxibetriebe für kleine Orte oder Städte. Innerhalb der Taxibranche herrscht ein sehr starker Wettbewerb.
- Taxi ist viel zu teuer. Die Verdienen viel zu viel, Sie profitieren von den Gesetzen.
Klar, billiger geht immer. Wenn 500g Hackfleisch für 0,49¤ Angeboten wird (keine Werbeaktion), dann würden trotzdem viele zugreifen obwohl klar sein muss, dass es einen vermutlich langsam aber sicher umbringt.
Die Zeiten vor 20-30 Jahren mit gutem Verdienst, sind schon lange vorbei:
https://www.bussgeldkatalog.org/taxifahrer-gehalt/
https://www.jetzt.de/job/wie-viel-verdient-ein-taxifahrer
Die Zahlen vom ersten Link sind übrigens Brutto.
Und kommt mir nicht mit irgendwelchen sagenhaften Beträgen an Trinkgeld. Dienstleistung ist den Menschen immer weniger Wert.
Hier noch ein Rechenbeispiel für einen selbstständigen Taxifahrer. Leider aus 2010, aber dürfte trotzdem noch passen. Hab kein aktuelleres Beispiel gefunden.
(recht weit nach unten scrollen, etwa bei 2/3 kommt es)
https://www.motor-talk.de/forum/selbststaendig-als-taxiunternehmer-t2729636.html
- Uber macht das ganz toll mit Ihrer APP und ist günstiger.
Uber ist günstiger auf Kosten des Fahrers. Solange es Leute gibt die nicht rechnen können, würde es Uber Fahrer geben.
Uber verlangt 20% Vermittlungsprovision für eine APP
Taxizentrale verlangt 10% (bei Vollzeitfahrer) für APP & menschlichen Ansprechpartner.
Gut, die APP bei den Taxibetrieben ist neu und erst durch den Druck von MyTaxi & Uber erstellt worden. Aber sie ist da, funktioniert gut und zeigt sogar den zu erwartenden Fahrpreis.
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Wenn ich irgendwo falsch liege, bitte korrigiert mich gerne. Aber bitte mit Belegen und nicht irgendwelchen Phantastereien.
Ich bin der Meinung, wir brauchen keinen weiteren S****r aus den USA der den Markt hier zerstört.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.04.19 11:22 durch cepe. -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: quineloe 17.04.19 - 11:24
Mich hat ein Taxifahrer 2016 in der Fußgängerzone angefahren. Das Taxiunternehmen ist bis zum Landgericht gegangen, um den an ihrem Taxi entstandenen Schaden aus mir/meiner Haftpflicht herauszuklagen. Insgesamt hat sie der Spaß über 10.000¤ gekostet. In jeder Instanz krachend gescheitert.
Wer sich solche Dummheit leisten kann, dem kann es finanziell nicht so schlecht gehen!
Meinen Schaden hat die Versicherung des Taxiunternehmens übrigens binnen zwei Wochen erstattet. Die waren nämlich nicht so blöd, bei einer ganz eindeutigen Rechtslage Geld zu verbrennen, nur weil die den Unfall aufnehmenden Polizisten mit der Situation überfordert waren. -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: cepe 17.04.19 - 11:45
Uber kann jederzeit eine Taxizentrale in jeder großen Stadt eröffnen und allen bestehenden Taxizentralen konkurenz machen. Mit Ihrem Kapital könnten Sie vermutlich sogar viele bestehende übernehmen oder durch Ihre Marktmacht verdrängen.
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Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: FomerMay 17.04.19 - 13:00
cepe schrieb:
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> - Es gibt keinen Wettbewerb bei Taxifahrern, nur Uber garantiert einen
> Wettbewerb
>
> Falsch. JEDER kann ein Taxiunternehmen gründen mit beliebig vielen
> Taxifahrern. Es gibt sehr viele sog. Taxizentralen was eigenständige meist
> GmbH's sind. Zusätzlich gibt es viele regionale kleine Taxibetriebe für
> kleine Orte oder Städte. Innerhalb der Taxibranche herrscht ein sehr
> starker Wettbewerb.
Denke ich nicht, Wettbewerb ist für mich wenn ich anhand mir wichtiger Kriterien eine Auswahl zwischen mehreren Diensten auswählen kann. Am Taxistand muss ich das nächste freie nehmen, selbst wenn ich schon vorher weiß das mir z.B. der Taxifahrer unangenehm ist oder das Taxi total abgeranzt ist. Wähle ich ein anderes Taxi aus der Reihe werde ich nach vorne geschickt. -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: quineloe 17.04.19 - 13:05
cepe schrieb:
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> Uber kann jederzeit eine Taxizentrale in jeder großen Stadt eröffnen und
> allen bestehenden Taxizentralen konkurenz machen. Mit Ihrem Kapital könnten
> Sie vermutlich sogar viele bestehende übernehmen oder durch Ihre Marktmacht
> verdrängen.
Das Problem dieser gig economy ist jedoch, dass sie nichts besitzen wollen. AirBNB will ja auch keine Hotels kaufen. Sie wollen nur diese App haben und den Umsatz der damit generiert wird wie ein Parasit absaugen. Und wenn alles zusammenstürzt will man sich möglichst leicht mit dem Geld aus dem Staub machen. Das geht nicht, wenn das Geld in richtigen Unternehmenswerten festsitzt. -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: cepe 17.04.19 - 13:20
FomerMay schrieb:
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> Denke ich nicht, Wettbewerb ist für mich wenn ich anhand mir wichtiger
> Kriterien eine Auswahl zwischen mehreren Diensten auswählen kann. Am
> Taxistand muss ich das nächste freie nehmen, selbst wenn ich schon vorher
> weiß das mir z.B. der Taxifahrer unangenehm ist oder das Taxi total
> abgeranzt ist. Wähle ich ein anderes Taxi aus der Reihe werde ich nach
> vorne geschickt.
Das ist durchaus ein guter Ansatz. Schlag es Scheuer vor. Das könnte sogar bei den Taxifahrern gut ankommen. Gibt noch viele weiter Ansätze.
Dazu brauchen wir keinen Uber.
@quineloe - ganz deiner Meinung.
Ich will ja gar nicht behaupten, dass das Taxi System mal etwas aktualisiert werden müsste.
Aber es darf nicht auf dem finanziellen Rücken der Fahrer ausgetragen werden. Leben und leben lassen.
Uber würde aus den Fahrern den letzten Cent raus saugen. -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: corruption 17.04.19 - 15:30
Gebe dir Grundsätzlich recht, man sollte ggf die Jobs der Taxisfahrer schützen... aber dennoch folgende Anmerkung:
In Deutschland nutze ich nie Taxis, eine 10km Taxisfahrt kostet hier 21¤... ist mir einfach viel zu teuer. Da laufe ich lieber zügig die 10km und hab 21¤ gespart und die Umwelt geschont...
Und ich denke, viele fahren kein Taxi weil's denen einfach viel viel zu teuer ist.
Und mal einen Blick in die Glaskugel und Zukunft:
Wenn dann endlich autonomes Fahren soweit ist (5-10 Jahre??) sind Taxifahrer imo unnötig und werden dadurch auch ihre Jobs verlieren. Ggf. sollten die sich jetzt schonmal nach was neuem umschauen... (Klingt hart, aber der Job ist absolut nicht zukunftssicher. Oder wir brauchen doch sowas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen um solche Menschen aufzufangen.) -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: Frankenwein 18.04.19 - 07:30
Doch brauchen "wir", keine Ahnung warum du meinst für alle sprechen zu können.
Taxen sind ein Relikt aus einer alten Zeit. Es fährt ja auch keiner mehr Kutsche. -
Re: Wir brauchen keinen Uber
Autor: quineloe 18.04.19 - 08:50
geh mal bei euch in die Buchhaltung und verkünde laut, dass niemand mehr Taxi fährt.



