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Absolut vorhersehbar

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  1. Absolut vorhersehbar

    Autor: LinuxMcBook 21.07.19 - 21:16

    Die Deutsche Glasfaser baut überhaupt nur, wenn min. 40% die Leitung buchen. Deswegen wird (zumindest in den ersten 2 Jahren) der Anteil der Nutzer gar nicht unter 40% liegen können.
    Sonst gäbe es auch gar keine Leitung die nicht genutzt werden könnte.

    Bei der Telekom hingegen wurde der Glasfaserausbau jedoch nicht an eine Gewinnabsicht gekoppelt verlegt, sondern so dass jeder Kunde FTTH buche kann ohne auf seinen Nachbarn angewiesen zu sein.
    Gleichzeitig wurde auch dort verlegt, wo es auch DOCSIS gab, damit die Leute nicht im Kabel-Monopol gefangen sind.

    In Verbindung damit, dass die Telekom viel mehr ausgebaut hat kann man doch zusammenfassend sagen, dass der Ausbau der Telekom der ist, den sich die Kunden eigentlich wünschen sollten.
    Leider war die Strategie der Telekom nicht von Erfolg gekrönt, weil Deutschland einfach im Großen und Ganzen noch nicht Bereit für Glasfaser ist (bzw. war).

  2. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: Funky303 21.07.19 - 21:28

    Nicht bereit aufgrund der Preise.

    Ich habe an der Adresse meiner Eltern FTTH via T-Com. Sie wohnen in Kornwestheim, einer ehem. Teststadt für FTTH.

    Das Problem sind schlicht die Preise. Ein Normaler Anschluss liegt bei 54 Eur + 19 für eine Mobilfunkflat. Abgesehen von den Anschlussgebühren von der Straße zum Haus (die mussten sie damals selbst zahlen) ist der Anschluss einfach zu teuer für das, was er leistet.

    Das sieht man daran, dass u.a in einem Gebiet wie Bad Cannstatt- Seelberg (sehr dicht bewohnt, alles Mehrfamilienhäuser) gerade mal ein paar Haushalte in der Vorvermarktung mitgezogen haben.

  3. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: brainDotExe 21.07.19 - 21:39

    Funky303 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem sind schlicht die Preise. Ein Normaler Anschluss liegt bei 54
    > Eur + 19 für eine Mobilfunkflat.
    Welcher Tarif ist das denn?
    Der aktuelle MagentaZuhause XL inklusive Mobilfunkflat kostet monatlich 54,95¤.

  4. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: sneaker 21.07.19 - 21:52

    Dazu gibt es auch MagentaZuhause S bis L über FTTH.

    Zur Einführung 2011/2012 war das aber noch nicht der Fall. Kornwestheim gehörte zu den ersten FTTH-Gebieten der Telekom.


    Ich denke, der fehlende Erfolg hatte mehrere Gründe. Teils Ausbau in relativ gesättigten Gegenden (2012 langten den meisten noch die 16 Mbit/s) mit VDSL und Kabel. Dazu die Premiumpreise über 55 Euro, damals sogar mit Volumengrenzen (laut AGB) und halt die Verpflichtung zur Inhouse-Verkabelung auf die viele Mehrfamilienhaus-Eigentümer keine Lust hatten.
    Deutsche Glasfaser hat sich zumindest am Anfang eher auf die unterversorgten Gegenden auf dem Land konzentriert. Dort waren die Kunden dann meist auch gleichzeitig die Hauseigentümer im Einfamilienhaus. Teils konnten die denke ich auch mehr die Dorfgemeinschaften mobilisieren, bei dem dann manch einer mitzieht, der es eigentlich nicht unbedingt braucht. Diesen Effekt hat man in den anonymen Städten eher weniger.
    Und last but not least das, was LinuxMcBook sagte: wenn ich im Voraus 40% Quote verlange, habe ich natürlich auch entsprechende Take-Up-Raten.

  5. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: senf.dazu 22.07.19 - 01:50

    Seh ich ähnlich - noch vor wenigen Jahren wurden oft per Glasfaser Datenraten angeboten die die DSL Raten (von damals) nicht wesentlich überschritten und trotzdem einfach teuer waren (70+). Da sind die Angebote inzwischen einfach realistischer - und entwickeln sich sogar Schrittchen für Schrittchen weiter. Wie z.B. DG - vor etwa einem Jahr als Telekom mit 250M VDSL anfing wurden alle Tarife bei gleichem Preis Datenratenverdoppelt.

    Hilfreich ist sicher auch das sich die Verlegetechnik konsequent zur mindertiefen Verlegung hin entwickelt hat - das war wohl vor wenigen Jahren auch noch nicht von den Gemeinden akzeptiert. Und inzwischen verlegt DG ganze Ortschaften nicht mit Buddeln, nicht mit Spülbohrung sondern mit der Erdrakete. Selbst Ortsstraßenunterquerungen.

    Und bei DG muß man sagen das die einfach im Vorfeld viel tun um eine hohe Quote zu erreichen. Erst setzen sie die Quote, dann tauchen Schilder in der Ortschaft auf, das gibt's ne Informationsveranstaltung und Papier das einem zugesand wird. Ein Büro im Ort mit Ansprechpartnern. Danach gibt's noch ein oder zwei Bauinfoabende. Klinkputzen im Vorfeld gab's bei mir aus. Meistens versuchen sie auch irgendjemand aus dem Ort dazu zu bewegen ein Bürgerinitiative zu gründen .. und und und. Und während der Bündelung gibt's ne wöchentliche Wasserstandsmeldung, wenn die Latte gerissen wird - geht's in die Verlängerung inklusive Grillabend. So kann man die 40% wie bei uns locker erreichen selbst wenn schon FTTC mit 50/10M existiert. Orginalton "da sind die Leute gerade richtig angefixt". Es geht anscheinend in fast keinem Gebiet schief. Die Einstiegsrate 200/100M/45¤ mit Telefon kann aber auch mit DSL konkurrieren und liegt zumindest unter der 50¤ Schwelle ..



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.19 01:53 durch senf.dazu.

  6. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: Michael H. 22.07.19 - 09:20

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei der Telekom hingegen wurde der Glasfaserausbau jedoch nicht an eine
    > Gewinnabsicht gekoppelt verlegt, sondern so dass jeder Kunde FTTH buche
    > kann ohne auf seinen Nachbarn angewiesen zu sein.

    Irgendwie musste ich gerade reflexartig etwas lachen.
    Die Telekom und ohne Gewinnabsicht.

    Die Telekom baut auch nur da wohlwollend aus, wo sie ein Plus wittern.
    Wenn es von Gemeinden, Bund und Ländern keine ausreichende Zuzahlungen gibt, wird nicht ausgebaut. Ende der Geschichte.

    Die meisten Gegenden/Ortschaften hier, haben lediglich Glasfaser, weil die Stadt das so beschlossen hatte oder es Bürgerinitiativen gab, wo jeder Haushalt mitgezahlt hat. Ansonsten wäre dort das Höchste der Gefühle weiterhin eine 3000er Leitung im Ortszentrum und an den Randgebieten kam nicht mal mehr 1Mbit an... teils nur noch 200Kbit/s.

    Telekom wollte jedoch nicht ausbauen, weil es sich für sie nicht gelohnt hätte... erst nachdem die Gemeinde komplett alle Verlegungskosten übernommen hat, war die Telekom zu Gesprächen bereit... daher muss ich da schon etwas lachen.

  7. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: Bonarewitz 22.07.19 - 10:28

    Michael H. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Bei der Telekom hingegen wurde der Glasfaserausbau jedoch nicht an eine
    > > Gewinnabsicht gekoppelt verlegt, sondern so dass jeder Kunde FTTH buche
    > > kann ohne auf seinen Nachbarn angewiesen zu sein.
    >
    > Irgendwie musste ich gerade reflexartig etwas lachen.
    > Die Telekom und ohne Gewinnabsicht.

    Bis hierhin stimme ich dir weitgehend zu.
    Der FTTH-Ausbau 2011 war nicht umsonst ein Pilotprojekt, das nicht umsonst nicht weiter verfolgt wurde.

    > Die Telekom baut auch nur da wohlwollend aus, wo sie ein Plus wittern.
    Wie jedes Unternehmen. Die DG z.B. übrigens auch (TakeUp-Raten und so).

    > Wenn es von Gemeinden, Bund und Ländern keine ausreichende Zuzahlungen
    > gibt, wird nicht ausgebaut. Ende der Geschichte.
    Tja. Ist nur eine falsche/gelogene Geschichte.
    Es gibt eine Menge ungeförderten Ausbau. Aber nicht eben nicht ausschließlich.

    > Die meisten Gegenden/Ortschaften hier, haben lediglich Glasfaser, weil die
    > Stadt das so beschlossen hatte oder es Bürgerinitiativen gab, wo jeder
    > Haushalt mitgezahlt hat.
    Wie lange ist das denn her? Hier hat sich auch einiges getan. Der FTTC-Ausbau schreitet massiv voran und inzwischen können über 29Mio. Hauhalte mindestens 100MBit/s buchen, (https://ausbauticker.telekom-dienste.de/), 21Mio. sogar 250MBit/s.
    FTTH wird primär in Neubaugebieten gebaut und wird nach Abschluss des FTTC-Ausbau massiv vorangetrieben (2Mio. Haushalte pro Jahr ab 2021).
    Das funktioniert in der Masse schon gar nicht ausschließlich gefördert...

    > Ansonsten wäre dort das Höchste der Gefühle
    > weiterhin eine 3000er Leitung im Ortszentrum und an den Randgebieten kam
    > nicht mal mehr 1Mbit an... teils nur noch 200Kbit/s.
    Was sich spätestens dieses Jahr mit dem Nahbereichsausbau geändert hätte.

    > Telekom wollte jedoch nicht ausbauen, weil es sich für sie nicht gelohnt
    > hätte... erst nachdem die Gemeinde komplett alle Verlegungskosten
    > übernommen hat, war die Telekom zu Gesprächen bereit... daher muss ich da
    > schon etwas lachen.
    Hier gilt es eben die Rahmenbedingungen zu kennen. Da ist jeder Ort individuell.
    Scheinbar hätte sich ein Ausbau auch nach vielen Jahren nicht rentiert.
    Gab es anderweitige Förderungen? Aus dem Bundestopf z.B., oder wurde da nichts beantragt?
    Wurde ein Ausbau allgemein ausgeschrieben? Was haben die anderen Anbieter angeboten?

  8. Re: Absolut vorhersehbar

    Autor: Michael H. 22.07.19 - 13:23

    Bonarewitz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tja. Ist nur eine falsche/gelogene Geschichte.
    > Es gibt eine Menge ungeförderten Ausbau. Aber nicht eben nicht ausschließlich.

    Gelogen ist schon ne ziemlich harte Anmaßung. Natürlich baut die Telekom da aus, wo es sich rechnet. z.B. Zentren wo viele tausend Menschen mit möglichst wenig strecke versorgt werden können. Aber mir geht es jetzt explizit um die Gebiete, wo es sich rein von der Telekom aus nicht Lohnt. Ortschaften die Beispielsweise noch überirdische Telefonleitungen haben. Wo der gesamte Tiefbau gemacht werden müsste für Teilweise 200-300 Personen, also im Schnitt vielleicht 100 Haushalte.

    > Wie lange ist das denn her? Hier hat sich auch einiges getan. Der
    > FTTC-Ausbau schreitet massiv voran und inzwischen können über 29Mio.
    > Hauhalte mindestens 100MBit/s buchen, (ausbauticker.telekom-dienste.de
    > 21Mio. sogar 250MBit/s.
    > FTTH wird primär in Neubaugebieten gebaut und wird nach Abschluss des
    > FTTC-Ausbau massiv vorangetrieben (2Mio. Haushalte pro Jahr ab 2021).
    > Das funktioniert in der Masse schon gar nicht ausschließlich gefördert...

    September 2017 gabs die neuen Anschlüsse. Wie gesagt, umgewälzt auf alle Gemeindenmitglieder da die Telekom es nicht für wichtig erachtete, ne 5000 Seelengemeinde aufzurüsten. Auch für die durch den Fördertopf gedachten Maßnahmen hätte es maximal 16.000er bis 25.000er gegeben, da etwas abgelegen vom nächsten Verteiler.


    > Hier gilt es eben die Rahmenbedingungen zu kennen. Da ist jeder Ort
    > individuell.
    > Scheinbar hätte sich ein Ausbau auch nach vielen Jahren nicht rentiert.
    > Gab es anderweitige Förderungen? Aus dem Bundestopf z.B., oder wurde da
    > nichts beantragt?
    > Wurde ein Ausbau allgemein ausgeschrieben? Was haben die anderen Anbieter
    > angeboten?

    Die genauen Umstände kenne ich leider nicht. Ich weiss nur, dass unsere Kunden dort seit Jahren mit der Stadt und Telekom im Gespräch waren und die Telekom sich strikt geweigert hat die Gegend aus eigener Tasche auszubauen da es sich nicht gelohnt hätte. Bei den Förderungen wären auch maximal 16-25Mbits drinnen gewesen laut Stadt, da ne Glasfaserverlegung zu teuer gewesen wäre .

    Am Ende hat jeder Haushalt 1200¤ zugezahlt, die lokalen Bauunternehmen haben für Lau gearbeitet und Glasfaser wurde verlegt. Somit sind jetzt der Ortskern und die umliegenden Höfe sowie das neue Industriegebiet mit Glasfaser angebunden. Gerade fürs Industriegebiet war es wichtig, da dass das K.O kriterium für Firmen war, die sich dort Baugrundstücke kaufen wollten.

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