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Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

Expertentalk zu DDR5-Arbeitsspeicher am 7.7.2020 Am 7. Juli 2020 von 15:30 bis 17:00 Uhr wird Hardware-Redakteur Marc Sauter eure Fragen zu DDR5 beantworten.
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  1. Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Kelran 09.04.20 - 15:44

    Es wäre ganz toll, wenn Mozilla endlich einmal wieder auf die Nutzer hören würde, statt permanent neuen Mist in den Browser einzubauen (Tracking, Pocket etc.) und auf Biegen und Brechen immer wieder ein neues Geschäftsmodell aufbauen zu wollen.

    Wenn es wirklich um's Geld geht: Verkauft den Browser oder bittet um Spenden. Der Wikipedia geht es damit recht gut. Vielleicht müsste die Mozilla Foundation dann auf die eine oder andere hoch bezahlte Führungskraft (https://www.mozilla.org/en-US/about/leadership/) verzichten, aber das wäre vielleicht gar keine schlechte Idee. Und zum Teufel: Kümmert Euch mehr um den E-Mail-Client Thunderbird.

  2. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Ach 09.04.20 - 21:57

    +1 Den Wünschen der Nutzer diametral entgegen zu arbeiten, ihnen die Entscheidungsgewalt durch das Kastrieren der Adons zu rauben, so zu tun als würde so gut wie alle Nutzer dem neuen Weg zustimmen und unliebsame Kommentare einfach zu löschen, tja, das kam anscheinend nicht so gut an, wer hätte das gedacht?

    Die Stärke von FF war nun mal immer die Schrankenlosigkeit in der Konfigurierbarkeit gewesen. Ohne dieses Feature gibt es kaum noch ein Argument für diesen Browser. Auch dieses ein bisschen offener zu bleiben als die Konkurrenz, scheint hinten und vorne nicht zu genügen, weshalb ich mich nun frage, was daraus folgt? Wird das Team klein beigeben, die Beziehung zu den Nutzern neu Aufziehen, mit Offenheit, Respekt und Verbundenheit gegenüber den Nöten der Kundschaft oder geht es darum, den Browser starrköpfig und zielstrebig in die Wüste zu schicken?

    Ich z.B. hätte gerne die volle Funktionalität meines alten TabMixPlus wieder zurück, sowie Tile Tab und auch wieder ne passable Kontrolle des Browserverhaltens über U_Block, oder wie weit habt ihr euch schon in kommerzielle Beziehungen, Verbindlichkeiten, Abhängigkeiten verstrickt, dass da kein Licht mehr ist? Derzeit benutze ich jedenfalls noch einen viel zu alten FF, Waterfox, sowie Vivaldi, wenn bei den Mozillas überhaupt nichts mehr geht. Auch ich hab also nicht den geringsten Grund, mir den umgebauten und mir gefühlt auf der Nase herum tanzenden FF zu installieren.

  3. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Proctrap 10.04.20 - 01:53

    Ach gott, ich dachte es kommen sinnvolle Vorschläge, statt wieder die 0,01% die noch immer 10k tabs + management brauchen und unbedingt das alte look 'n feel wollen. Ja das fand ich vor Jahren auch ganz wichtig, ist inzwischen aber völlig irrelevant, auch für mich. Von den plugins laufen die relevanten immer noch. Einzig pocket & co brauche ich auch nicht, stören tuts mich aber ebenso wenig. Und wenn ich mal ne session durch hab werden die 80 geöffneten geschlossen, was wichtig ist erledigt "alles rechts schließen" sowie pinning & lesezeichen. Dafür läuft der Fuchs endlich ordentlich flott.

    ausgeloggt kein JS für golem = keine Seitenhüpfer



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.04.20 01:55 durch Proctrap.

  4. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Ach 10.04.20 - 04:04

    Proctrap schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ach gott, ich dachte es kommen sinnvolle Vorschläge, statt wieder die 0,01%
    > die noch immer 10k tabs + management brauchen und unbedingt das alte look
    > 'n feel wollen. Ja das fand ich vor Jahren auch ganz wichtig, ist
    > inzwischen aber völlig irrelevant, auch für mich. Von den plugins laufen
    > die relevanten immer noch. Einzig pocket & co brauche ich auch nicht,
    > stören tuts mich aber ebenso wenig. Und wenn ich mal ne session durch hab
    > werden die 80 geöffneten geschlossen, was wichtig ist erledigt "alles
    > rechts schließen" sowie pinning & lesezeichen. Dafür läuft der Fuchs
    > endlich ordentlich flott.


    Hä was? Willste jetzt ne Beschränkung als Fortschritt verkaufen? Und was ist das für ein Gerede von 0,01%? Du hast offensichtlich keinerlei Überblick, wie beliebt und verbreitert TabMixPlus war. Dass du eine technische Option nicht sinnvoll anwendest, das ist doch allein dein Bier, und was weißt du denn über die Nöte, die Arbeitsweise und Effizienz von Anderen? Vielleicht bin ja z.B. ich 3 bis 7 x so schnell in der Recherche, oder hab 15 mal soviel Informationen verlinkt, und dann?

    Zwar kommt die Ignoranz des FF Teams aus einer anderen Richtung, nur ist die Wirkung die gleiche. Da kannst du die neuen Einschränkungen bejubeln und feiern wie du lustig bist, stoßen die nicht auf die geringste Gegenliebe, sondern jagen die Kunden in Scharen davon, Rohrkrepierer-Mäßig! Was ist übrig vom Glanz des ehemaligen Spitzenreiters? 7,19% Marktanteil im März, gerade erst von Edge überholt! Hoffentlich denkt die neue, alte Chefin an die einstigen Stärken des Browsers. Irgendeinen Grund wird es ja haben, dass sich Mozilla in dieser schwierigen Situation wieder an die Ehemaligen hält.

  5. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: ratti 10.04.20 - 08:12

    Ja, das übliche Gequatsche: „Wir haben den Browser verbessert, indem wir was weggemacht haben, was Du gern genutzt hast.“, und dann kommt die Fanbase angekrochen und jubelt „Das ist Fortschritt! Alte Zöpfe weg! Reduziert! Vereinfacht! Luft! Liebe!“

    Könnt ihr stattdessen bitte eine einen ANDEREN Browser kaputtmachen? Danke.

    Firefox hat massiv Marktanteile dazu gewonnen durch:
    - Konfigurierbarkeit
    - AddOns
    - Die Möglichkeiten von XUL

    Dann hat eine Truppe aus Designern, BWLern und PR-Senkrechtstartern das Ruder übernommen und hat angefangen, Design und Philosophie von zuerst Safari und später Chrome nachzubauen, und… was wunder! In Zeiten, in denen jedes Gerät mit einem dieser Browser kommt, hast niemand das Bedürfnis verspürt, das Original durch einen Nachbau zu ersetzen! Warum auch? Warum Safari ersetzen durch einen sieht-aus-wie-Safari Klon?

    Ich war Nutzer der ersten Stunde, und nachdem man mir alle Gründe FÜR Firefox weggenommen hat, ist plötzlich Chrome der bessere Browser, denn er kann „nur“ das gleiche wie Firefox, aber ist zusätzlich perfekt an mein Android-Ökosystem angebunden.

    Firefox, gebt den Multiplikatoren ihre Werkzeuge zurück, macht aus dem Firefox wieder einen Techie-Browser, und wir werden ihn Mutti wieder auf den Rechner spielen.

  6. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Proctrap 10.04.20 - 13:09

    Xul war unwartbarer bloat. Das eigene plugin system von firefox hat schon lange für einen Verlust des ökosystems gesorgt, denn am verlieren der kritischen masse war er schon lange vorher. Denn für diese masse ist das was ihr hier aufzählt nicht wichtig, wie sich immer wieder beweist. Was du mit android/ios auflistest stimmt da schon eher, sonst hätte firefox nicht extra den Aufwand für mac betrieben, der schlicht keine eigene engine nutzen darf. Auch hier macht es Sinn xul sein zu lassen, sonst wartest du deine Oberfläche als code gleich 2x, in xul für die eigene engine und in html/css für die fremd engine wie safari. Relevant war schon immer die Geschwindigkeit und da haben sie wieder was eingeholt mit ihrer neuen CSS engine. Das google trotzdem veraltete apis für youtube & co nutzt, die so richtig super nur in chrome funktionieren, oder sogar völlig eigene Konstrukte, das zählt da schon mehr rein. Hier verliert nämlich der Nutzer an Performance.
    Dazu zeigt firefox seit dem weggang von xul sehe gut die Berechtigungen an, die ein plugin möchte. Damit fällt dann plötzlich auf dass das tolle amazon-plugin rechte für alle websites will, so als Beispiel.
    Außerdem gibt es Nachfolger für Tabgruppen & co, habe ich selber damals genutzt, genauso wie die alternativ designs für das aussehen der tabs. Irgendwann hab ich es mal vergessen bei ner Neuinstallation hinzu zu fügen, und habs nimmer vermisst.
    Firefox hat auch bis heute mehr Möglichkeiten für Konfiguration durch plugins als chrome. Sobald chrome seine Netzwerk-api weit genug herunter gebrochen hat, das ublock origin & co nicht mehr laufen, werden genug wieder zurück kommen.

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  7. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Proctrap 10.04.20 - 13:12

    Kritisieren könnte man eher den Kampagnen Müll, bugs in video streaming die jitsi für firefox sehr bescheiden machen und ähnliches

    ausgeloggt kein JS für golem = keine Seitenhüpfer

  8. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Ach 10.04.20 - 14:44

    Was davor passierte sei mal dahingestellt, aber der starke Einbruch nach dem Wechsel auf die Quantum Engine ist nun mal exklusiv mit den Einschnitten der Quantum Engine verbunden. Warnungen und Entsetzen über die anstehenden Beschränkungen haben das Netz ja geradezu überflutet, und nach dem Wechsel sind die Nutzer nicht mehr als ihren angekündigten Konsequenzen gefolgt. Mit was für einer Stochastik nur konnte man diesen unüberhörbaren Aufschrei ignorieren? Die Argumente, wegen denen die verbliebenen Nutzer an FF festhielten, waren/sind nun mal grundlegend andere als die, die zuvor so viele zum Wechsel auf Chrom bewegten. Und gerade jene entscheidenden Argumente räumte man nachträglich aus dem Weg. Ungeschickter konnte man es kaum anstellen. Die Einschnitte der Quantum Engine haben eine bereits bedenkliche Situation erst richtig dramatisch gemacht!

    TabMixPlus ist kein Tab-Gruppen-Manager(Tabgruppen lassen sich sogar sehr gut und zuverlässiger mit dem Einrichten verschiedener Profile einrichten), sondern ein Tab-Verhalten-Manager. Seine wohl größte Stärke zeigt das Toll darin, Tabs in mehreren Reihen anzuzeigen. Viel Spaß beim Finden eines Ersatzes, der unter Quantum drei oder vier Tab Reihen darstellen will! Tile Tab teilt dagegen das Browserfenster in zwei oder mehr, so dass mehrere Links nebeneinander abgebildet werden. Ein ganz hervorragendes Toll zum Recherchieren und Vergleichen, insbesondere bei 21:9 oder breiteren Monitordiagonalen. Gerade bei diesen grafischen Helfern kackt Quantum so richtig ab, aber das sind ja nur die paar Addons, deren Ausbleiben mich am stärksten einschränkt. Andere Leute haben wiederum andere Sorgen.

    Sich dann darüber zu freuen, dass Nutzern des alten FF kein u_Block mehr zur Verfügung steht, in der Hoffnung, dass sie das zum Wechsel auf Quantum allen Ernstes zwingen könnte? Wow, moralisch sind wir dann wirklich in der aller untersten Schublade angekommen. Also wenn man da nicht weis wo Schluss ist? Gut, vielleicht macht das ja den Einbruch umso verständlicher, denn für diese Art von unverhohlen machthaberisch erpresserischer Arroganz bedanken sich nicht Wenige mit ihrem Mittelfinger, sprich: mit dem Wechsel auf Chrom, Vivaldi, Edge oder Waterfox/PaleMoon, nur eben nie wieder FF.

  9. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: ratti 11.04.20 - 19:00

    Proctrap schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Xul war unwartbarer bloat.

    Die Konsequenz hätte sein müssen, einen Nachfolger von XUL zu entwickeln, denn XUL war DAS zentrale Leistungsfeature von Firefox: Die tiefe Integration von AddOns, mit denen sich der Browser massiv umbauen lässt.

    Ich hatte damals 20 AddOns. 18 davon wurden durch die Abschaffung von XUl verunmöglicht, da Quantum keine vergleichbare API geboten hat.

    Es hat massive Proteste gegeben. Die Arroganz der Firefox-Macher ist inzwischen sprichwörtlich — die machen „ihren“ Browser und scheissen auf Nutzerfeedback. Die Nutzer haben dann die Konsequenz gezogen.

    Gerade dieser Tage erleben wir wieder, wie den Nutzern ein neuer Location Bar aufgezwungen wird, und eigentlich haben alle Blog-Artikel, die man darüber liest, den gleichen Tenor: „Wie man das wieder abschaltet“. Konsequenz seitens FireFox: Die Config wird entfernt, der Code wird entfernt, der Commit-Kommentar dazu lautet: „Auswertung des Nutzerfeedbacks erfolgt später.“

    Was soll man dazu noch sagen? Die Nutzer laufen ihnen weg, und als Konsequenz wird alles forciert, weswegen die Nutzer weglaufen. Es ist traurig! Firefox war mal ein Vorzeigeprojekt, „wir OpenSourceler“ haben damit den Weltkonzern Microsoft und seinen IE aus dem Rennen geworfen, und was muss man dieser Tage lesen? Edge hat Firefox überholt. Netscape dreht sich im Grabe um.

  10. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Proctrap 11.04.20 - 22:45

    ratti schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Proctrap schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Xul war unwartbarer bloat.
    >
    > Die Konsequenz hätte sein müssen, einen Nachfolger von XUL zu entwickeln,
    > denn XUL war DAS zentrale Leistungsfeature von Firefox: Die tiefe
    > Integration von AddOns, mit denen sich der Browser massiv umbauen lässt.
    >
    > Ich hatte damals 20 AddOns. 18 davon wurden durch die Abschaffung von XUl
    > verunmöglicht, da Quantum keine vergleichbare API geboten hat.
    >
    > Es hat massive Proteste gegeben. Die Arroganz der Firefox-Macher ist
    > inzwischen sprichwörtlich — die machen „ihren“ Browser
    > und scheissen auf Nutzerfeedback. Die Nutzer haben dann die Konsequenz
    > gezogen.

    Es gab aber auch viele technische Gründe dafür. Die debug-tools für Html/CSS sind viel größer, nicht umsonst gibt es heute viel zu viele electron clients. Dass sie dafür keinen vollen Ersatz geboten haben, auch nach dieser Zeit, ist schade. Kann ich aber auch schwer beurteilen, auf der anderen seite hockt Google und verheizt quasi Geld in Features von Chrome, die sie damit effektiv standardisieren. (Web-Features, also Webstandards etc) Denen dürfen sie Zeitgleich auch nachlaufen. (Derweil: about:compat "Steam voice chat is not supported on Firefox" - checkt nur ob chrome, nicht ob VoIP feature existiert.)

    >
    > Gerade dieser Tage erleben wir wieder, wie den Nutzern ein neuer Location
    > Bar aufgezwungen wird, und eigentlich haben alle Blog-Artikel, die man
    > darüber liest, den gleichen Tenor: „Wie man das wieder
    > abschaltet“. Konsequenz seitens FireFox: Die Config wird entfernt,
    > der Code wird entfernt, der Commit-Kommentar dazu lautet: „Auswertung
    > des Nutzerfeedbacks erfolgt später.“

    Hast du dazu einen Link ? Ich würde fast behaupten der Großteil der Nutzer hatte damit effektiv kein Problem, ich finds praktisch dass die Location-Bar damit klein bleibt, wenn man sie gerade nicht groß braucht, aber lesbarer wird, sobald man drauf klickt. Und die Vorschläge sind auch praktisch. Obs das jetzt gebraucht hat steht auf einem anderen Blatt. Ich wette aber dass das nicht von dem Team gebaut wurde, dass dir deine gewünschte API geben könnte/davon ahnung hat. Es ist hier also mit sicherheit keine Entwicklerzeit "verbraten" worden, statt dir deine API zu basteln.

    >

    Firefox hat gegen Google eher aus ganz anderen Gründen verloren. Firefox wurde damals zu lahm, google hat einfach Geld drauf geschmissen und eine schnellere (und damals schlankere) alternative geschaffen. Auch mit beispielsweise integriertem Flash-Player, der für Youtube sehr wichtig wurde. Und mit dem gerade diese Plattform auch sehr gut lief. Diese Alternative wurde dann auch noch massiv beworben, auf allem was irgendwie Google ist. Bessere Werbefläche kannst du dir für ein solches Produkt nicht ausdenken. Dazu hat google die ganze "nette" Integration in google dienste (browser-global login du krankes Stück). Und google hat mit Android gleich noch einen zweiten dicken Markt, auf dem sie Chrome super pushen konnten. Das ist nicht viel anders als mit Windows & Office, wenn du es erst mal überall präsent einbindest wird jeder es als Standard akzeptieren und der Rest wird auch nicht annähernd ran kommen, was Features, Integration und so weiter anbelangt.

    Firefox hat sicher einige Die-Hard fans der "plugin-modder" verloren damit, ich denke in ihren Statistiken sehen sie aber auch gut genug wieviel Nutzer tatsächlich so hart viel Mods benutzen. Ich für meinen Teil muss auch einfach zugeben wie viel Schneller es geworden ist, seit ich nicht mehr so viel Plugins, man müsste eher sagen Mods, installiert habe, die so tief eingreifen. Ich fürchte du und andere hier repräsentieren eine kleine aber laute Minderheit, zumindest inzwischen. Denn bei allen Familienmitgliedern und Menschen in meiner Umgebung, die den Firefox nutzen, erlebe ich keine starke Verwendung solcher Plugins, noch den Wunsch danach.(Das sind CCCler, Familien etc. Also von casual bis nerd alles dabei.) Und die Masse an nutzern, die heute Chrome nutzt, kennt es sowieso nicht anders. Und da willst du erst recht keinen kompletten Eigenweg der Plugins gehen, sonst verlierst du die Chrome-Plugins auch noch, und damit noch mehr Masse.

    Ich sage nicht dass Firefox / Mozilla alles super macht, aber einiges an Hass und Kritik hier wirkt dann schon eher weit her geholt oder größer aufgeblasen als es wirklich ist. Gerade was den Einfluss auf die Nutzerzahlen angeht. Es wird mit großer Sicherheit einfach nicht mehr an diesen alten Geschichten liegen, wieviel Nutzer Firefox heute hat oder dazu bekommt.

    Zu guter letzt ist und bleibt Firefox ein massives Unterfangen, das sich aktuell eigentlich niemand mehr in diesem Umfang leistet, außer Google. Das wird einem auch wieder klar wenn man sich statistiken wie diese hier anschaut: https://4e6.github.io/firefox-lang-stats/ (Hovern für Anzahl Zeilen Code)

    Edits: Ergänzungen und Korrektur.

    ausgeloggt kein JS für golem = keine Seitenhüpfer



    8 mal bearbeitet, zuletzt am 11.04.20 22:56 durch Proctrap.

  11. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Proctrap 11.04.20 - 23:05

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was davor passierte sei mal dahingestellt, aber der starke Einbruch nach [..]

    Danke für die Einsicht. Ich habe in dem Anderen post sehr ausführlich auf den Umbruch und seine Auswirkungen reagiert. Ich fürchte auch hier war Firefox anfänglich sehr in der Klemme von: a) alte API macht es unwartbar und langsam b) alle wollen aber schnelleren Browser haben. Ob es möglich wäre das ganze, sicher, wieder in die neue Schnittstelle zu integrieren weiß ich nicht.
    Ich weiß durch projekt Servo dass sie immer noch sehr viel Performance raus holen wollen und immer noch sehr viel intern umbauen. Ob das den totalen Wegfall rechtfertigt sei mal dahin gestellt, zumindest tut sich aber noch einiges an kritischem Code.


    > Sich dann darüber zu freuen, dass Nutzern des alten FF kein u_Block mehr
    > zur Verfügung steht, in der Hoffnung, dass sie das zum Wechsel auf Quantum
    > allen Ernstes zwingen könnte? Wow, moralisch sind wir dann wirklich in der
    > aller untersten Schublade angekommen. Also wenn man da nicht weis wo
    > Schluss ist? Gut, vielleicht macht das ja den Einbruch umso verständlicher,
    > denn für diese Art von unverhohlen machthaberisch erpresserischer Arroganz
    > bedanken sich nicht Wenige mit ihrem Mittelfinger, sprich: mit dem Wechsel
    > auf Chrom, Vivaldi, Edge oder Waterfox/PaleMoon, nur eben nie wieder FF.

    Diesen Abschnitt verstehe ich nicht. Falls du meine Aussage zu Chrome meintest: Chrome will die Schnittstelle hart einschränken bzw. teils Abschaffen, die ublock nutzt zum filtern.[1]
    Oh und bitte nicht PaleMoon benutzen, es gibt dazu 'n paar gute Analysen, dem Entwickler dahinter würde ich wirklich nicht mit sensiblen Daten trauen. Siehe bspw. https://lobste.rs/s/fcbxhq/hackers_infect_pale_moon_archive_server#c_yd2hto und https://github.com/jasperla/openbsd-wip/issues/86 )

    [1] https://9to5google.com/2019/05/29/chrome-ad-blocking-enterprise-manifest-v3/

    ausgeloggt kein JS für golem = keine Seitenhüpfer



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.04.20 23:09 durch Proctrap.

  12. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: Ach 12.04.20 - 01:41

    Proctrap schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Danke für die Einsicht. Ich habe in dem Anderen post sehr ausführlich auf den Umbruch und
    > seine Auswirkungen reagiert. Ich fürchte auch hier war Firefox anfänglich sehr in der Klemme
    > von: a) alte API macht es unwartbar und langsam b) alle wollen aber schnelleren Browser haben.

    Das hat sich eben alles in den zwei oder mehr Jahren vor Quantum abgespielt, jedenfalls in einer so großzügigen Zeitspanne, dass jedem bedarfsarmen Browser Nutzer die Möglichkeit eingeräumt wurde und er sogar unzählige Male dazu aufgefordert wurde, auf den "unkomplizierten und schnellen" Chrome umzuschwenken, inklusive der Google Werbung an jeder Ecke. Was nach dieser Zeit aber noch übrig war an FF Nutzern, das waren bereits die Leute, welche du mit "harten Kern" beschreibst, die ich aber einfach "fortgeschrittene Web Nutzer" nenne. Was auch immer die beruflich oder in ihr Freizeit im Netz machen, gebrauchen sie dazu halt ein bisschen speziellere als die reinen Basisfunktionen eines Browsers, und was soll dabei bitte irgendwie "unnormal" oder "reaktionär" sein. Warum versuchst du diese Leute so komisch zu brandmarken? Das sind doch alles Gesunde Menschen und wenn, dann sind die oft genug sogar noch eine Stufe wacher und fortschrittlicher als die mit Chrom browsende Masse der Normalos, und sie wissen warum genau sie welches Tool benötigen und wie man damit umgeht. Dessen nicht genug kamen schließlich sogar viele ehemalige FF Nutzer wieder zurück zu FF von ihren Ausflügen nach Chrome, weil ihnen entweder der Funktionsumfang von Chrom dann doch zu arm war oder die Überwachung zu übertrieben oder ganz allgemein ihnen die Kontrollemöglichkeiten über Chrome zu dürftig. Sehr viele Forumsgespräche behandelten genau dieses Thema.

    Und diesen Leuten hat Quatum eben ihre Argumente für den FF genommen. Wenn es so wäre wie du es beschreibst, dass also selbst beim Wechsel der Engine vor ca. nem Jahr die verbliebenen FF Nutzer ihren Fokus exklusiv auf die hohen Geschwindigkeit der Quantum Engine gelegt hätten. und wenn ihnen die Wegnahme der alten Schnittstelle egal gewesen wäre, dann hätte Quantum das Ende des Abschwungs von FF markiert, und es gingen ab dem Moment wieder aufwärts. So war es aber nicht, sondern ganz im Gegenteil hat sich der FF ab Quantum so richtig zusammen gefaltet, und jetzt klammern sie sich plötzlich alle an den alten Chef aus der XUL Ära! Ergo liegst du falsch mit deiner Theorie, und unter den Langzeitnutzern kannst du nur die Ausnahme darstellen, nicht umgekehrt! Was gerade passiert nennt man auch ; "mit den Füßen abstimmen." Eine Abstimmung mit eindeutigem Abstimmungsergebnis.

  13. Re: Erster Schritt: Hört auf die Nutzer

    Autor: ratti 12.04.20 - 16:30

    Ich finde es schwierig, mit den Firefox-Telemetriedaten zu argumentieren, dass keiner die „Pro-Features“ nutzen würde — denn genau das habe ich ja als Pro-User immer sofort gemacht: Telemetrie deaktivieren.

    Ich finde es allerdings ziemlich dumm, eher auf seine optionalen Telemetriedaten zu starren als auf das aktive Feedback der Nutzer zu hören.

    Speed ist für mich exakt NULL ein Argument. Alle Browser sind heutzutage schnell. Selbst ein IE6 in einer VM ist auf einem aktuellen Rechner „schnell genug“. Features für Speed zu opfern wenn Features das zentrale Alleinstellungsmerkmal war: Falsch.

    In der Tat dürfte die Einbettung von Chrome in Android eine große Rolle gespielt haben, aber wie genau sahen denn die „Gegenmaßnahmen“ von Firefox aus?: Eine zeitlang gab es alle naslang ein UI-Redesign. Dann musste die problemlos einzurichtende Sync-Schnittstelle getauscht werden gegen eine kaum selbst einzurichtende. Dann wurden irgendwelche Pocket-Offline-Reader-Funktionen eingebaut, die keiner haben wollte. Der zentrale Schwachpunkt, die Android-App wurde komplett links liegen gelassen.

    Ich bin selber Webentwickler und kenne die Branche daher, auch die Telemetriehörigkeit kommt mir sehr bekannt vor — es wirkt einfach so, als hätten sich sehr viele Leute mit „irgendeiner Änderung in Firefox“ profiliert, macht sich halt gut im CV, und dann in einen echten Job gewechselt. Dann kam der nächste mit dem nächsten Redesign. „L’art pour l’art“ — https://de.wikipedia.org/wiki/L%E2%80%99art_pour_l%E2%80%99art

    Irgendwann kommt da doch der gutmütigste Nutzer an seine Grenzen. Speed konnte er nicht mehr, Flexibilität auch nicht, Konfigurierbarkeit nicht, Mobil nicht. Stattdessen Pocket, DNS over HTTP, XUL weg.

    Es tut geradezu weh, weil ich ein Fan Freier Software bin und dafür vieles schlucke. Aber ich habe kein Eheversprechen an Firefox, der Browser ist inzwischen zu weit weg von meinen Erwartungen.

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