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Abhänigvon Google

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  1. Abhänigvon Google

    Autor: honk 08.12.20 - 13:11

    Die starke Abhängigkeit von Google bei Mozilla macht mir auch sorgen, zumal Firefox/Mozilla mehr oder weniger die letzte alternative zur Chromium Engine ist.

    Aber mir ist auch nicht wirklich klar, warum man 450mio im Jahr braucht um einen Browser zu entwickeln. Klar wird man sich da an die Einnahmen gewöhnt haben, und entsprechend viele Jobs hängen daran, aber was machen die alle? Nicht mal zur vernünftigen Weiterentwicklung von Thunderbird reicht es.

    Für den reinen Browser sollte sich doch auch ein anderes Finanzierungsmodel finden lassen, das nicht, oder zumindest nicht so stark, von Werbeeinnahmen abhängig ist. Und das müsste man doch auch mit einem 10tel der einnahmen hinbekommen.

  2. Re: Abhänigvon Google

    Autor: capricious 08.12.20 - 15:31

    honk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    [...]
    > Für den reinen Browser sollte sich doch auch ein anderes Finanzierungsmodel
    > finden lassen, das nicht, oder zumindest nicht so stark, von Werbeeinnahmen
    > abhängig ist. Und das müsste man doch auch mit einem 10tel der einnahmen
    > hinbekommen.

    So ein Wasserkopf kostet halt. Das ist nicht mal böse gemeint. Offensichtlich hat jedes Unternehmen und somit auch Software ab einer kritischen Grenze Schwierigkeiten einfach weiter zu skalieren. Die Kosten schießen in die Höhe und der Fortschritt ist mühsam umzusetzen. Mitunter hängt das z.B. mit der Maintenance zusammen. Kompatibilität mit älteren Versionen, die unumwunden weiter unterstützt werden müssen um eine Nutzerbasis zu halten und leichtgewichtige Weiterentwicklung schließen sich irgendwo aus. Eine perfekte Planung gibt es im Vorfeld eben nicht. Man kann in der Planung auch nicht absehen was die Zukunft bringt.
    Allerdings wird sich schon auch ziemlich verzettelt.
    Die Umsetzung für vernünftiges Deployment im Firmennetzwerk dauerte ewig und so toll ist das glaube ich noch immer nicht gelöst. Dabei sind es doch Firmen die OpenSource finanziell unterstützen.
    Man entwickelt verschiedene Browser gleichzeitig. Unterschiedliche Mobilversionen für nationale Zielmärkte getrennt, weil der Produktname nicht international genug ist.
    Veraltetet oder fehlende Dokumentation.
    Eine Browserengine auf Rust-Basis die ewig nicht vom Fleck kommt und nun irgendwie in Tröpfelchen übernommen wird, aber vermutlich teilweise schon wieder veraltet ist und neu implementiert werden muss. Und kämpft mit Compiler-Bugs einer noch unförmigen Rust-Entwicklungsumgebung.
    Dann die ganzen Backends die man meint für Cloud-Service-Features (wie z.B. Pocket und Sync) im Browser bereitstellen zu müssen.
    Oder die Protection um den unbedarften Usern ein möglichst sicheres Web zu zeigen.
    PDF im Browser. Mich nervt das.
    Statt dem ganzen Trackingschutz sollten besser die Webstandards überarbeitet werden, dass Cookies und Storage nicht für Tracking missbraucht werden können.
    Wird das alles wirklich so in der Breite angenommen, dass es die Implementierung als Basisfunktion rechtfertigt und immer mehr Gimmicks hinzukommen müssen?! Für mich wird es allmählich eher zum Ausschlusskriterium.
    Ich will einen schlanken, schnellen Browser der die Web-Standards fehlerfrei und performant unterstützt. Für den Rest kann man sich doch gerne ein u.U. sogar kostenpflichtiges Addon installieren müssen.

  3. Re: Abhänigvon Google

    Autor: Seitan-Sushi-Fan 08.12.20 - 16:14

    honk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die starke Abhängigkeit von Google bei Mozilla macht mir auch sorgen, zumal
    > Firefox/Mozilla mehr oder weniger die letzte alternative zur Chromium
    > Engine ist.

    Eher weniger. Apple WebKit dürfte inzwischen mehr Nutzer haben.

  4. Re: Abhänig von Google

    Autor: regiedie1. 08.12.20 - 16:42

    Der größte Teil der Belegschaft geht bei Mozilla fürs Marketing drauf, die haben große Abteilungen, die irgendwelche Kooperationen auskniffeln und auch versuchen, neue Gelder klar zu machen, investieren andauernd in irgendwelche Startups und haben Gewinninteressen. Dann zieht natürlich das Management noch ordentlich Kohle ab. Mitchell Baker allein verdient 2,4 Mio $ im Jahr. Wenn man den Browser wieder in die Stiftung überführen würde und Mozilla.com (das gewinnorientierte Unternehmen) aus dem Fokus nähme und nur noch Manager zu vernünftigen Konditionen anstellte, wäre 'Mozilla' sehr viel effizienter zu betreiben. Der Sitz im ultrateuren Silicon Valley verträgt sich auch schlecht mit der Stiftung. Es ist eine Organisationskrise, nicht eine Krise des Browsers. Nur hätten alle, die da jetzt gerade in guten Pfünden leben, freilich wenig intrinsisches Interesse an einer Reform. Ein klar stiftungsorientiertes Mozilla hätte es auch viel leichter, um Spenden zu beten, das könnte man dann wie bei Wikipedia machen.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 08.12.20 16:52 durch regiedie1..

  5. Re: Abhänigvon Google

    Autor: Kleba 08.12.20 - 19:40

    Seitan-Sushi-Fan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eher weniger. Apple WebKit dürfte inzwischen mehr Nutzer haben.

    Auf mobilen Systemen schon, auf dem Desktop ist Firefox noch etwa gleichauf.

  6. Re: Abhänigvon Google

    Autor: FreiGeistler 08.12.20 - 21:14

    honk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die starke Abhängigkeit von Google bei Mozilla macht mir auch sorgen, ...

    Ja. Hast du mal versucht, eine eigene URL als Suchmaschine zu definieren?
    Und komm nicht auf die Idee, Amazon oder Twitter permanent (also in der search.json.mozlz4) entfernen zu wollen. Wird einfach zurückgesetzt.

  7. Re: Abhänig von Google

    Autor: Trockenobst 08.12.20 - 21:16

    regiedie1. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist eine Organisationskrise, nicht eine Krise des Browsers. Nur hätten alle, die da
    > jetzt gerade in guten Pfünden leben, freilich wenig intrinsisches Interesse
    > an einer Reform. Ein klar stiftungsorientiertes Mozilla hätte es auch viel
    > leichter, um Spenden zu beten, das könnte man dann wie bei Wikipedia
    > machen.

    Mozilla denkt eben, sie wären Teil des Ecosystems und deswegen sitzen sie im Valley.
    Das wird sich auch nicht mehr ändern, fast alle Pressestiftungen sitzen in Hamburg oder Berlin.
    Das könnte aber auch günstiger auf dem Land sein, aber dann gibt es ja kein 'Nettwörking'.
    Das das Management seit Jahren an dem eigenen Untergang schrubbt ist ein Teil dieser Story.
    Früher mal an der Spitze, jetzt Privatsphären-Unterdog, so gefällt man sich.

    Ich kenne Firmen die haben vor drei, vier Jahren noch Mozilla als Engine in ihren Produkten gehabt, inzwischen sitzen sie alle auf Chrome. Den gesamten Businessmarkt haben sie an sich vorbei rutschen lassen, und das ohne Grund. Google hilft es marktpolitisch, wenn jeder Chrome nutzt, das hat am Ende auch Microsoft aufgeben lassen. Mozilla hatte Optionen und hat sie alle nacheinander Sinnlos vorbeiziehen lassen.

  8. Re: Abhängig von Google

    Autor: regiedie1. 08.12.20 - 21:42

    Das deckt sich mit den Darstellungen, die ich in Foren gelesen habe. Mozilla fand den Browser einfach 'uncool', und als sie auf einem Batzen Geld durch die Suchmaschinen-Verträge saßen, konzentrierte man sich im wirtschaftlicher Sicht im Unternehmen darauf, das Geld im eigenen Inkubator in Startups zu stecken, die höhere Rendite versprachen und 'cooler' waren, als Firefox und Thunderbird für Unternehmen attraktiver zu gestalten. Das ist ne ziemliche Perversion. Ich bin da auch momentan echt ratlos, wie sie da den Wandel schaffen wollen, da das eine drastische Umstrukturierung, Streichung von Manager-Gehältern und Entlassungen der halben Belegschaft (die mit Startups und Marketing) nach sie ziehen würde. Stattdessen streicht man derweil Servo und MND zusammen, da sehen wir, wie sich das Management gegen notwendige Veränderungen sträubt.

  9. Re: Abhänigvon Google

    Autor: xcvb 08.12.20 - 22:04

    Seitan-Sushi-Fan schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eher weniger. Apple WebKit dürfte inzwischen mehr Nutzer haben.

    Da es sich bei Chromium um einen WebKit-Fork handelt, ist das auch nur eine halbe Alternative.

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