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  5. › Frag den Staat: Glyphosat-Gutachten…

Glyphosat

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  1. Glyphosat

    Autor: AllDayPiano 06.07.19 - 07:31

    Der Kampf gegen Glyphosat kennt keine Grenzen. Umweltorganisationen und verbraucherschützer fordern lange schon ein Verbot dieses Totalherbizids.

    Dabei ist Glyphosat eigentlich gar nicht das Problem, sondern die vollkommen unkontrollierte Nutzung. Die Deutsche Bahn beispielsweise ist eine mit der Hauptverwender dieses Pflanzenschutzmittels, und nutzen dieses, um ihre Gleisbetten von Unkraut zu befreien. Es wird auf tausenden Kilometern einfach pauschal draufgeballert.

    Dabei hat Glyphosat eigentlich einen sehr großen Vorteil: es tötet als Totalherbizid eigentlich alles ab. Eigentlich, weil es inzwischen auch resistente Pflanzen gibt.

    Und genau hierin steht Glyphosat im Vorteil: alternative Herbizide sind nicht derart wirksam. Wenn Glyphosat verboten wird, wird es dazu führen, dass Bauern andere Pflanzenschutzmittel einsetzen, dies auch noch in deutlich größerer Menge tun müssen, und man damit faktisch häufiger und mehr Gift auf die Äcker bringt. Dass Pflanzenschutzmittel in Kombination viel viel giftiger sind, als alleine betrachtet, kommt dann noch hinzu. Das Verbot von Glyphosat wird nur dazu führen, dass noch mehr Pestizide gespritzt werden.

    Problematisch wurde Glyphosat eigentlich erst, als man anfing, es zu missbrauchen. Eigentlich ist so ein Spritzmittel dafür gedacht, den Acker vorzubereiten. Das geschieht zu einer sehr frühen Zeit im Jahr, und führt damit zu relativ wenig Schädigungen bei den Insekten. Mittlerweile allerdings wird Glyphosat auch genutzt, um Getreide abzutöten, es schneller trocknen zu lassen, und zu ernten. Das bekannte Problem zeigt sich z.b. bei Glyphosat in Bier. Oder aber es werden resistente Pflanzen Sorten von Monsanto benutzt, auf die das Mittel dann auch unter dem Jahr einfach drauf gespritzt wird, um das Unkraut zu beseitigen, das weiterhin im Jahr entsteht.

    Gerade bei diese missbräuchlichen Anwendung wird Glyphosat zu einer Zeit gespritzt, in der seitens der Insekten Hochkonjunktur herrscht. Und damit entfaltet es auch seine maximal schädliche Wirkung.

    Es wäre meiner Meinung nach viel wichtiger, Glyphosat in seiner Anwendung stark zu beschränken, z.b. indem der Zeitraum begrenzt wird, in dem es eingesetzt werden darf.

    Damit wird allerdings nicht mehr zu rechnen sein, da der ruft dieses Herbizids total zerstört wurde. Die verschleiernde Haltung von Bundesanstalt für Risikobewertung, dem Landwirtschaftsministerium, und den Herstellern, sowie deren Verhalten zur Verhinderung der Veröffentlichung von Gutachten, oder Gutachten, die durch die Hersteller geschrieben wurden, haben allerdings kaum Spielraum gelassen, als dieses Produkt zu torpedieren.

  2. Re: Glyphosat

    Autor: wonoscho 06.07.19 - 09:10

    Die deutsche Bahn ist lediglich der größte _Einzelverbraucher_ von Glyphosat.
    Aber Glyphosat wird seit 1974 unter dem Markenname „Roundup“ in 130 Ländern in der Landwirtshaft eingesetzt.
    Logisch dass ein einzelner Landwirt nicht so viel Glyphosa einsetzt wie die Bahn auf ihrem Schienennetz im gesamten Bundesgebiet. Aber es gibt nur _eine_Deutsche Bahn, aber es gibt weltweit zig Millionen Landwirte. Im Vergleich dazu ist die Bahn natürlich nur ein Kleinabnehmer von Glyphosat.

    Siehe:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Roundup#Verwendung_in_der_Landwirtschaft

    Es wurde wurde z.B. auch extra gentechnisch veränderter gegen Glyphosat resistenter Mais entwickelt. Siehe:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Transgener_Mais#Überblick_zu_gentechnisch_veränderten_Maissorten

  3. Re: Glyphosat

    Autor: elmcrest 06.07.19 - 09:11

    Danke AllDayPiano für den Kommentar, erscheint mir einleuchtend...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 06.07.19 09:12 durch elmcrest.

  4. Re: Glyphosat

    Autor: EWCH 06.07.19 - 09:31

    Ob man das Missbrauch nennen kann ? Monsanto hat ja extra Pflanzen gezuechtet die dagegen resistent sind. Aber ansonsten stimme ich zu: Gegen den Einsatz direkt vor der Aussaat spricht eigentlich nichts.

  5. Re: Glyphosat

    Autor: MrAndersenson 06.07.19 - 09:53

    Arjuna Folge 4: Die Seelenwanderung

    https://www.youtube.com/watch?v=HariJzmn7_8

    https://info.arte.tv/de/was-ist-eine-chemische-waffe

    -> "Pflanzenschutzmittel" ist das nicht dieses "Neusprech" aus 1984?

  6. Re: Glyphosat

    Autor: CHU 06.07.19 - 09:58

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Problematisch wurde Glyphosat eigentlich erst, als man anfing, es zu
    > missbrauchen.

    Glyphosat und das mit genetischer Manipulation dagegen resistente Saatgut sind der feuchte Traum jedes -Monsanto- Bayer-Aktionärs.

    Patente aufs Saatgut verbieten dem Bauern eine Nachzucht aus eigener Produktion, per Glyhosat für andere Pflanzen toxische Böden garantieren den sicheren Verkauf dieser Produkte, da Saatgut anderer Hersteller nicht mehr ordentlich wächst und nur minderwertige Erträge produziert.

    Es können alle* nur gewinnen.

    *) Alle im Sinne: Alle Aktionäre,

    Verlierer sind Bauern, Verbraucher, Artenvielfalt, Umwelt.

    Was für eine schöne Welt in der wir leben.

    Man müsste nur Bayer-Aktionär sein. Aber welch Wunder, die Aktie ist günstig zu haben. Kann es sein, dass es vielleicht doch ein wenig Widerstand dagegen gibt, dass sich eine kleine Minderheit auf Kosten von Milliarden anderer Menschen sich hemmungslos bereichern will?

  7. Re: Glyphosat

    Autor: AllDayPiano 06.07.19 - 13:05

    Ich denke man muss hier zwei Dinge klar trennen:

    Erstens der Einsatz von Glyphosat als Totalherbizid. Der geschieht, wie vorhin angemerkt, eigentlich nur im Frühjahr. Das heißt: die Bauern warten bis die ersten Unkräuter wachsen, dann wird Glyphosat gesprüht. Damit ist der Acker quasi tot. Nun kann regulär angebaut werden. Der Vorteil ist, dass die Nutzbepflanzung einen Wachstumsvorsprung erhält. Idealerweise wächst diese dann so schnell, das Unkräuter nicht mehr gegen ankommen. Wenige Pflanzen, wie die Ackerwinde, wachsen allerdings trotzdem noch schnell genug. Deswegen werden auch gegen solche Pflanzen selektiv wirksames Spritzmittel eingesetzt. Diese Spritzmittel sind jedoch genau diejenigen, die hinterher im fertigen Produkt nachweisbar sind, und gesundheitlich höchst umstritten sind.

    An diesem Punkt kommt zweitens Monsanto ins Spiel. Sie haben ein Saatgut entwickelt, dass wie bereits richtig angemerkt wurde, resistent gegen Glyphosat ist. Das bedeutet für den Bauern: er kann auch während der Wachstumsphase ein Totalherbizid einsetzen. Der Bauer braucht also an dieser Stelle kein selektiv wirksames Pflanzenschutzmittel mehr. Glyphosat hat darüber hinaus den Vorteil, dass es sehr schnell abgebaut wird, sobald es mit Humus Säure in Berührung kommt. Allerdings besteht auch der Nachteil, dass Rückstände hinterher in der Pflanze vorhanden bleiben. Der effizienteste Weg an dieser Stelle einzugreifen, wäre, einen 0 mg Grenzwert festzulegen. Allerdings geschieht das ausschließlich auf europäischer Ebene. Und hier haben genug andere Länder leider mitzureden. Aber auch Deutschland würde sich aufgrund der Tatsache, dass Bayer ein deutsches Unternehmen ist, und sehr viel Umsatz und dabei steuern an dem Unternehmen hängen, nicht ins eigene Fleisch schneiden.

    Dass nach dem Einsatz von Glyphosat keine anderen Pflanzen mehr wachsen, ist so nicht richtig. Es stimmt, dass Rückstände des Pflanzenschutzmittels bzw des Totalherbizides das Wachstum neuer Pflanzen hemmt bzw komplett verhindert. Allerdings gilt das nur, bis die wirksame Dosis unterschritten wird. Angeblich dauert der Abbau in der Erde nur wenige Tage. Aber selbst wenn er länger wäre, und selbst wenn der Abbau nicht vollständig wäre, ist es trotzdem möglich dort anzubauen.

    Ich selbst habe schon einige Male Glyphosat eingesetzt, um Acker vorzubereiten. Ich bin zwar selbst kein großer Freund von Herbiziden, aber gerade bei der Vorbereitung von neuem Ackerland ist die Alternative dazu, den Grund jahrelang vorzubereiten. Viele Samen überdauern zwei bis vier Jahre in der Erde. Ohne Einsatz eines Totalherbizides würde es damit die fünffache Zeit dauern, bis der Acker überhaupt sinnvoll genutzt werden kann. Dass dies vor allem in Anbetracht des enormen Kostendruck in der Landwirtschaft heutzutage nicht mehr machbar ist, ist selbstredend.

    Abgesehen davon stellt man sich die Wirkung zu grandios vor. Es ist schon richtig, dass sehr viele sehr schnell wachsende Pflanzen bei vorschriftsmäßig im Einsatz abgetötet werden. Aber es ist nun mal auch so, dass es genug andere Pflanzen gibt, denen zwar Glyphosat schadet, aber sie nicht bei der ersten Anwendung tötet. Gerade, wie die oben genannte Ackerwinde nutzt die Nische, wenn sie keine Konkurrenz mehr hat, sofort aus. Und sie verbreitet sich schneller als man gucken kann.

    Daher würde ich meinen Standpunkt als etwas liberaler bezeichnen. Aber nicht weil ich möchte, dass Herbizide eingesetzt werden, sondern weil ich befürchte, dass die Landwirtschaft den heutigen Anforderungen ohne chemische Keule nicht mehr wird. Ich befürworte ganz klar eine Umstellung auf eine sinnvolle ökologische Landwirtschaft. Aber damit das funktioniert, muss ich auch beim Konsumenten noch sehr viel ändern.

  8. Re: Glyphosat

    Autor: Drakrochma 06.07.19 - 13:29

    Jeder Bauer, der das Zeug einsetzt muss vorher eine längere Schulung gemacht haben, darf nur bestimmte Mengen pro Fläche ausbringen und sollte wissen in welchen Mengen sowas angewendet wird.

    Jeder Privatanwender kauft eben eine Flasche, kippt das Zeug in die Spritze und ab dafür was geht.

    Ich finde es gut, dass die Chemiekeule kritisch gesehen wird.
    Aber diese blinde verteufelung führt nur dazu, dass mehr anderes Zeug Kreuz und quer gespritzt wird.

    Eine bessere Kontrolle, der stärker reglementierte Einsatz für Privatpersonen und eine Begrenzung auf Anwendungsgebiete, in denen das Zeug auch Sinn macht, waren der deutlich bessere Weg gewesen m

  9. Re: Glyphosat

    Autor: Eheran 07.07.19 - 12:44

    >Der effizienteste Weg an dieser Stelle einzugreifen, wäre, einen 0 mg Grenzwert festzulegen.
    So einen Grenzwert kann man nicht festlegen.
    Der geringst möglich Grenzwert wäre die Bestimmungsgrenze im Labor. Alles darunter wäre ja nicht bestimmbar. Die Analytik im Labor entwickelt sich immer weiter, immer geringere Mengen sind nachweis- und bestimmbar. Die Analytik ist einfach schon VIEL zu gut, als das man den Grenzwert so niedrig ansetzen könnte. Da kann man schon im ng und fg Bereich Pestizide nachweisen. Bzw. auch natürliche Stoffe, etwa Uran, Blei oder Quecksilber, kann man seit Jahrzehnten völlig problemlos (von der Technik her) in allem nachweisen.

    Da helfen nur sinnvolle Grenzwerte, nicht einfach "null", was technisch sowohl vom Nachweis her unmöglich ist als auch praktisch keinen Sinn ergibt.

  10. Re: Glyphosat

    Autor: AllDayPiano 07.07.19 - 13:55

    Dir ist schon klar, dass das metaphorisch zu verstehen war, oder?

  11. Re: Glyphosat

    Autor: Eheran 07.07.19 - 15:25

    Nein, das ist mir nicht klar. Aber dann passt es natürlich.
    Es ist alles andere als ungewöhnlich, wenn jemand eine "null Tolleranz" verlangt. Das ist quasi Standard. So wie manche ohne Ahnung von Software eine mit garantiert 0 Bugs haben wollen o.ä.

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