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Die Zeit der Garagenfirmen...

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  1. Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Charles Marlow 12.09.13 - 11:32

    ist nicht vorbei, nur weil es keine innovativen Entwickler mit guten Ideen mehr gibt.

    Sondern vielmehr weil Politik, Bürokratie und vor allem auch die Banken diesen Firmen - gelegentlich mit allen Mitteln - Steine in den Weg legen.

    Erstere zwei könnte man allein schon mit Unfähigkeit begründen, aber der Schein trügt, wenn man auch mitbekommt, wie unmittelbar die Wirtschafts- und Bankenlobby Einfluss auf unsere Politiker nimmt. Und die Banken, die immer noch die wichtigsten Kreditoren bleiben, verlangen "Sicherheiten" oder stellen andere Bedingungen, die die andere Seite abschrecken (wer will sich schon bei einem Scheitern massiv verschulden oder sein ganzes Hab und Gut verkaufen).

    Nein, es wird immer nur auf "Nummer sicher" gespielt, wenn man den Startups kein (oder zuwenig) Geld gibt und sie dann auch noch ständig mit dem Amtsschimmel belästigt. Denn die Förderung dieser Unternehmensgründungen ist in Wahrheit nur vorgeschoben und gar nicht wirklich erwünscht.

    Der vorrangige Wunsch ist die Minimierung des Risikos durch Investitionen - was die Startups in der breiten Fläche sind (z.B. in den USA) - aber natürlich auch die Verhinderung (oder Abschöpfung) von unbequemer Konkurrenz. Besonders populär geworden ist das "Abschöpfen" von kreativen Ideen und Personal. Und wenn das nicht hilft, wird auch mal der Rechtsanwalt bemüht.

    Hinrichs Idee war - von einigen seltsamen Ideen und Ansichten einmal abgesehen - im wesentlichen gut. Nur leider ist er damit allein auf weiter Flur geblieben.

  2. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: elcaleuche 12.09.13 - 13:04

    Charles Marlow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > - von einigen seltsamen Ideen und Ansichten einmal
    > abgesehen -

    Die Außendarstellung empfand ich immer als latent arrogant. Da wollten sich die Jungs als cooler darstellen, als sie sind. Funktioniert vielleicht in den USA besser.

  3. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Charles Marlow 12.09.13 - 13:59

    elcaleuche schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Außendarstellung empfand ich immer als latent arrogant. Da wollten sich
    > die Jungs als cooler darstellen, als sie sind. Funktioniert vielleicht in
    > den USA besser.

    Definitiv sogar! Bei uns muss man bescheiden und sachlich daherkommen, sonst gilt man gleich als unseriös. Bei den Amis hingegen kommt ambitioniert und enthusiastisch besser an.

    Aber das Auftreten wäre sowieso nicht entscheidend - die Banken wollen bei uns sowieso nur Sicherheiten sehen und die staatlichen Fördermittel für Startups sind viel zu gering und schlecht gestreut.

  4. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: ssssssssssssssssssss 12.09.13 - 14:14

    Ich glaub das ist ein Deutschland-spezifisches Problem und weniger eins der Start-Up-Founder in Deutschland.

    Wie da schon steht, 5-7 Jahre!

    In der Zeit wurden schon 2-3 Firmen in den USA verkloppt und haben den Platz der deutschen Konkurrenz eingenommen, weil die ewig keine Unterstützung bekommen haben...

  5. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Trockenobst 12.09.13 - 16:20

    Charles Marlow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ist nicht vorbei, nur weil es keine innovativen Entwickler mit guten Ideen
    > mehr gibt.

    Wenn man sich die Berliner Startup-Szene anschaut: doch, die meisten Sachen sind Clones von Dingen die schon existieren und wo man eigentlich nur von Fratzenbuch oder Twieetsch gekauft werden will.

    Das geht aber in der Regel mit einem kurzfristigen Management-Buyout. Und das heißt: Du musst für zwei Jahre ins Valley ziehen. Bei der Massenarbeitslosigkeit gibt es aber keine Workvisa, fast egal wie viel Geld du hast. Es gibt bei Techcrunch inzwischen genügend Stories von Schweden oder Russen die auch schon gescheitert sind.

    > Sondern vielmehr weil Politik, Bürokratie und vor allem auch die Banken
    > diesen Firmen - gelegentlich mit allen Mitteln - Steine in den Weg legen.
    <...>
    > immer noch die wichtigsten Kreditoren bleiben, verlangen "Sicherheiten"
    > oder stellen andere Bedingungen, die die andere Seite abschrecken

    Banken können seit spätestens Basel II, nun Basel III eigentlich gar keine Kredite in solcher Seed-Phase geben. Vor allem weil sie diese nicht gegensichern können. Wenn das Risiko bei 80% liegt musst Du eine Gegenfinanzierung von 40% finden. Die gibt es nicht, jedenfalls nicht in dieser Masse. Vor allem gibt es kein Geld an Firmen deren Hauptleistung 90% Forschung und Entwicklung ist. Was sind da die Sicherheiten? Sogar wenn der Staat diese bis 50.000¤ 100% Absichern würde, werden in der Regel die Kosten für den Kredit nicht bezahlt. D.h für 50.000¤ Kredit müsste man der Bank aus eigener Kiste 5.000¤ zahlen. Die wenigsten machen das.

    Dort wo Maschinen, Produkte, Lager existieren, schmeißt man fast das Geld hinterher. Alleine was Fördergelder angeht, sind in vielen Töpfen seit Jahren Milliarden unabgefragt (und das Europaweit). Wenn es baff macht, ist halt die Maschine weg.

    Auch sind viele Selbstständige praktisch Selbstausbeuter, nicht nur für zwei drei Jahre, sondern für immer. Da ist nie genug Eigenkapital da (weil sie nichts finden, weil sie die Flexibilität schätzen, what-ever). Zwei Monate mit dem Gipsbein und die private Insolvenz ist praktisch nicht zu verhindern.

    Privatförderer, Firmen mit Spielgeld und Business-Angels ala Hinrichs sind da die einzige Möglichkeit, wenn man nicht vor hat eine Halle voller Flaschenabfüllmaschinen hinzustellen. Halbfertigen Code von (überforderten) Startups - da ist nichts.

    > Denn die Förderung dieser Unternehmensgründungen
    > ist in Wahrheit nur vorgeschoben und gar nicht wirklich erwünscht.

    Der Vollversorgerstaat kann in Deutschland ganz institutionell mit dieser ganzen digitalen Boheme nichts anfangen. Da ist in deren Augen nichts substanzielles zu finden und deswegen ist der Support, einfach aus Erfahrung (80% der Projekte scheitern hoffnunglos) nicht zu haben. Als Geschäftsführer ist praktisch nichts ohne Privatzugriff zu kriegen, und der kann auch zum sehr ekeligen Zeitpunkt kommen - wenn die Bank etwa zwei Tage vor einem Großauftrag opportunistisch alle Kredite fällig stellt und dich am nächsten Tag zur Insolvenzanmeldung zwingt. Damit kriegt man den Auftrag nicht. Alles schon mal dagewesen (hätte man halt nicht mit der Tochter des Bankchefs schlafen sollen und sie nicht mehr anrufen ;D)

    Es hat seinen Grund warum Kickstarter bei Kreativprojekten so erfolgreich ist: das Risiko trägt dort eben der Endkunde. Das ist auch richtig so. Offene Ansage.

    > Hinrichs Idee war - von einigen seltsamen Ideen und Ansichten einmal
    > abgesehen - im wesentlichen gut. Nur leider ist er damit allein auf weiter
    > Flur geblieben.

    Das ist das Grundproblem: In Deutschland gibt es nur so komische Leute wie die Samwer Brüder. Bei den Blue Thursday Meetings in Berlin und München treffe ich nur so halb-dubiose Spacken die schnell eine NDA wollen und gleich 50% Firmenanteil. Skills haben sie keine, Netzwerke auch nicht, meistens haben die schon eine halblaufende Mobilhackerklitsche, aber keine Ideen. Da geht es nur um Absaugen von angeblichen Get-Rich-Quick Modellen. Angeblich, weil Jahre lang nie was passiert.

    Hinrichs hat aber auch nicht wirklich versucht was eigenes aufzubauen. Er gibt ja praktisch zu, dass es nur um "das Verticken" an die Großen gegangen ist. Da sollte er sein Geld lieber im Valley, New York oder um Denver herum anlegen. Dort hat er die Visa und Struktur-Probleme nicht.

  6. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Charles Marlow 12.09.13 - 16:51

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn man sich die Berliner Startup-Szene anschaut: doch, die meisten Sachen
    > sind Clones von Dingen die schon existieren und wo man eigentlich nur von
    > Fratzenbuch oder Twieetsch gekauft werden will.

    Naja gut, aber das führt dann auch wieder zur Henne-Ei-Debatte. Bei wirklich ernstgemeinter Förderung (und Forderung) würde sich da schnell der Spreu vom Weizen trennen.

    > Banken können seit spätestens Basel II, nun Basel III eigentlich gar keine
    > Kredite in solcher Seed-Phase geben. Vor allem weil sie diese nicht
    > gegensichern können.

    Aber die Mehrheit der Neu-Unternehmer geht eben zunächst einmal zu "ihrer" Bank. Viele sind auch wirklich abgeschreckt vom staatlichen Förderapparat - bzw. haben keine Lust schon VORHER den Offenbarungseid zu leisten.

    Und wenn die Banken wirklich keine Startups mehr unterstützen (können/wollen), dann stellt sich sowieso die Frage, wofür die überhaupt noch gut sind.

    > Dort wo Maschinen, Produkte, Lager existieren, schmeißt man fast das Geld
    > hinterher.

    Weil's eben Sicherheiten sind. Dafür bieten die dann auch gern irrsinnig hohe Kredite an. Völliger Schwachsinn! Den meisten würden 50.000 Euro genügen und nicht 150.000 Euro. Aber gerade die niedrigeren Kredite sind - gerade oder trotz besserer Sicherheiten - fast nie drin.

    > Auch sind viele Selbstständige praktisch Selbstausbeuter, nicht nur für
    > zwei drei Jahre, sondern für immer.

    Ja, das ist auch so ein Thema. Vor allem aber diese ganze Hartz IV-Thematik, wo man Leute in die Selbständigkeit getrieben hat - bzw. bis heute zulässt, dass ihre Arbeit-, äh "Auftraggeber" sie in die Scheinselbständigkeit zwingen, weil das die Statistiken beschönt.

    > Zwei Monate mit dem Gipsbein und die private Insolvenz ist praktisch nicht zu
    > verhindern.

    Ganz genau. Wird auch nicht weniger. Manches Jungvolk meint aber auch, sie würden für immer 25 bleiben. ;)

    > Halbfertigen Code von (überforderten)
    > Startups - da ist nichts.

    Eine reine Ideenförderung gibt es ja genausowenig. Entweder muss man seine halbfertige Idee gleich als "Wunder" verkaufen oder man wirft sie - im schlimmsten Fall - diversen Konzernen in den Rachen, die einem das Wissen abgreifen und dann auch noch eine Rechnung stellen.

    > Der Vollversorgerstaat kann in Deutschland ganz institutionell mit dieser
    > ganzen digitalen Boheme nichts anfangen.

    Die alten Säcke entscheiden immer noch - vom Personalchef über den Kreditberater bis hin zum Parlament.

    > Alles schon mal dagewesen (hätte man halt nicht mit der Tochter des
    > Bankchefs schlafen sollen und sie nicht mehr anrufen ;D)

    Mit Vitamin B und genug Geld kriegt man jede Idee zum Laufen...

    > Es hat seinen Grund warum Kickstarter bei Kreativprojekten so erfolgreich
    > ist: das Risiko trägt dort eben der Endkunde. Das ist auch richtig so.
    > Offene Ansage.

    Nur kommt das noch weniger bei den alten Säcken an. Und die Anschlussfinanzierung der Super-Idee - wenn's dann um ein paar Millionen mehr geht - spielt wieder nur den Konzernen in die Hände, die das Wissen wollen, ohne selber dafür investieren zu müssen.

    > Das ist das Grundproblem: In Deutschland gibt es nur so komische Leute wie
    > die Samwer Brüder.

    An denen ist gar nichts komisch. Und solche wie die sieht man immer öfters auch schon in (bzw. mit) mittelständischen Unternehmen ihr Unwesen treiben. Und für 80+ Angestellte ist es genauso unlustig für ein Pyramidenspiel verheizt zu werden, wie für ein paar 1000.

    > Da geht es nur um Absaugen von angeblichen Get-Rich-Quick Modellen.
    > Angeblich, weil Jahre lang nie was passiert.

    Ja, das hat sich leider herumgesprochen.

    > Hinrichs hat aber auch nicht wirklich versucht was eigenes aufzubauen.

    Der hat da eine Chance gesehen, sich ein bisschen kostengünstig zu profilieren. Nicht mehr und nicht weniger.

  7. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Trockenobst 12.09.13 - 18:09

    Charles Marlow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wenn die Banken wirklich keine Startups mehr unterstützen
    > (können/wollen), dann stellt sich sowieso die Frage, wofür die überhaupt
    > noch gut sind.

    Das war eigentlich *nie* ihr Job. Man hat dann gerade die IT-Boom Phase um 2000 immer als Beispiele genommen. Aber das waren immer VCs und Angels, praktisch nie Banken.

    "Seed" war bei Bank immer der kleine Franchise-Nehmer mit Häuschen als Pfand, die kleine Pizzabude, alles im realistischen Umfeld.

    Im Mezzaninebereich, also dort wo die Firma auf Millionenumsätze zurückgreifen kann aber für ein weiteres Fließband mal eben 250k braucht, da spielen sie alle. Aber inzwischen auch größere Firmen die zu viel Geld rumliegen haben und nicht wissen wohin damit. Die machen Banken inzwischen Konkurrenz.

    Banken dagegen wollen sich gerade die Crowdfunding-Welle nicht entgehen lassen und überlegen, wie sie dort einsteigen können. Nachdem sie aber Paypal und andere Mechanismen schon an sich haben vorbeiziehen lassen, sehe ich deren Krise verschärfen. Der Nimbus "Bank, da gibt es Geld" ist endgültig weg.

    > genügen und nicht 150.000 Euro. Aber gerade die niedrigeren Kredite sind -
    > gerade oder trotz besserer Sicherheiten - fast nie drin.

    Die Banken haben eine interne Berechnung, Kosten, Risiken. Manchmal hat man bei der Filiale, bei deren Rechnung genau ein Touch Risiko oder Kosten zu hoch. Und dann klappt dass gerade bis 50k nicht, auch wenn die z.T. bis zu 90% von einer Förderung gedeckt sind. Gerade die Förderung macht das ganze Geschäft unrentabel. Da könnte man ja dann eben einen 1000er drauflegen, aber das geben dann wieder rum ihre Prozesse nicht her. Ich habe genug Geschichten gehört, dass wegen 0.1% über den durchschnittlichen Risikovolumen im Quartal sogar ein millionenschwerer Autobauer mit doppelstelligen Millioenumsatz abgelehnt worden ist. Der hat sich dass Geld dann bei einer Privatbank besorgt.

    Manchmal fragt man sich natürlich was dieser Unsinn soll. Aber vielleicht muss man wirklich 20 verschiedene Banken abklappern und sich die Arbeit machen. In Zukunft geht das dank Sepa auch Europaweit. Vielleicht wird dann die neue Hausbank mit freieren Krediten eine Staatsbank in Paris statt Berlin.

    > Der hat da eine Chance gesehen, sich ein bisschen kostengünstig zu
    > profilieren. Nicht mehr und nicht weniger.

    Er hat vielleicht auf dem Weg versucht, publicity für seine Idee zu gewinnen und mehr Geldgeber. Aber diese Mentalität existiert in DE/Europien leider nicht. Dass ist der Grund warum alles IT seit 20 Jahren aus den USA kommt :^p

  8. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Charles Marlow 12.09.13 - 21:10

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das war eigentlich *nie* ihr Job. Man hat dann gerade die IT-Boom Phase um
    > 2000 immer als Beispiele genommen. Aber das waren immer VCs und Angels,
    > praktisch nie Banken.

    Die 30 Jahre davor sollte man aber auch nicht ausklammern! Da wurde sehr wohl in den IT-Bereich investiert und angeleiert. Nur lohnt sich der Arbeitsaufwand für die scheint's nicht mehr, wenn es woanders mehr "easy money" gibt.

    Die Banken haben in den letzten Jahrzehnten generell immer mehr Politik bei immer weniger Tagesgeschäft gemacht. DAS ist das Hauptproblem. Solche "fat cats" wie die Deutsche Bank, die ihre Kleinkunden systematisch rausgeekelt und bei jedem internationalen Finanzskandal dick mitmischen, hat es früher so nicht gegeben. Oder 1.000 Milliarden Bürgschaften für diese Art von mieser Geschäftemacherei.

    > "Seed" war bei Bank immer der kleine Franchise-Nehmer mit Häuschen als
    > Pfand, die kleine Pizzabude, alles im realistischen Umfeld.

    Naja, bei welcher Bank ist die Frage.

    > Im Mezzaninebereich, also dort wo die Firma auf Millionenumsätze
    > zurückgreifen kann aber für ein weiteres Fließband mal eben 250k braucht,
    > da spielen sie alle.

    Auch nicht mehr. Die wollen allesamt lieber global spielen, wo die dicke Kohle zu machen ist. Und nehmen den Mund zu voll dabei.

    > Aber inzwischen auch größere Firmen die zu viel Geld rumliegen haben und
    > nicht wissen wohin damit. Die machen Banken inzwischen Konkurrenz.

    Eine Handvoll Konzerne ja, aber die scheinen den Arsch dabei selber immer weniger hochzubekommen. Bzw. versteigen sich in eine Firmenpolitik, die eher an die grossen Fussballvereine erinnert.

    > Banken dagegen wollen sich gerade die Crowdfunding-Welle nicht entgehen
    > lassen und überlegen, wie sie dort einsteigen können.

    Und welche Banken meinst Du? Die grossen bei uns sicherlich nicht. Und die Kleinen... die sehen nur die Gelegenheit ein weiteres Haus abzugreifen, wenn der nächste Kredit platzt. Besonders unangenehm fällt da die Bank mit dem weissen Buchstaben auf rotem Grund auf. Und das machen die auch schon länger so.

    > Der Nimbus "Bank, da gibt es Geld" ist endgültig weg.

    Dumm nur, dass wir für die bürgen. D.h. wenn die den Zug verpassen, dann zahlen wir am Ende dafür.

    > Ich habe genug Geschichten gehört, dass wegen 0.1% über den durchschnittlichen
    > Risikovolumen im Quartal sogar ein millionenschwerer Autobauer mit
    > doppelstelligen Millioenumsatz abgelehnt worden ist. Der hat sich dass Geld
    > dann bei einer Privatbank besorgt.

    Solche Stories höre ich aus dem Mittelstand ständig. Oder dass sie den Debitoren Consultingfirmen auf's Auge drücken, die dann soviele Kosten im Endeffekt verursachen, dass das die Insolvenzgefahr erst recht erhöht.

    > Manchmal fragt man sich natürlich was dieser Unsinn soll.

    Ist doch klar. Denen kann nichts passieren. Und der fette Bürokratenkropf fährt auch sicher.

    > Vielleicht wird dann die neue Hausbank mit freieren Krediten eine
    > Staatsbank in Paris statt Berlin.

    Glaube ich nicht. Von dieser Form der Globalisierung haben wir schon in den letzten 40 Jahren nicht profitiert. Die Nachteile haben die Vorteile immer überwogen. Und die Staatsbank in Frankreich, um beim Beispiel zu bleiben, kann Dir schon morgen Konditionen auf's Auge drücken, die in Deutschland nicht möglich wären.

    > Aber diese Mentalität existiert in DE/Europien leider nicht. Dass ist der Grund
    > warum alles IT seit 20 Jahren aus den USA kommt :^p

    Naja, bei uns regieren die alten Säcke und Bürokraten und jeder, der ans Geschäft wirklich ran will, geht entsprechend in die USA. Nicht dass dort nicht schon massig andere Probleme auf einen warten (und es werden nicht weniger)...

  9. Re: Die Zeit der Garagenfirmen...

    Autor: Moe479 12.09.13 - 23:24

    nur ambition und enthusiasmus nützt nichts wenn der nur (auch einem selber) vorgespielt wird. es lässt sich echter und wesentlicht besser auf einer ausgereiften idee ambition und enthusiasmis, der diese auch wirklich umzusetzen kann, entwickeln.

    das unvertrauen von banken und anderen geldgebern kommt nicht von ungefähr, gerade wenn geld nicht locker sitzt (wir haben dauer rezession mit kleinen hochs im dauertief) und geh mal auf die startup versanstalltungen ... am 'spielzeugladen im kietz' oder so muss man da vorbeiulaufen ... einfach nicht ernstzunehmen ... sorry ist leider so, da würde ich sogar als abseluter finazlaie keinen cent reinstecken.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 12.09.13 23:31 durch Moe479.

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