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Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: M.P. 13.05.16 - 11:49
Unitymedia Deutschland hat akuten Mangel an IPv4 Adressen. Deshalb gehen sie weltweit auf Einkaufstour, um auch kleine Blöcke von IPv4 Adressen zu ergattern.
Da identifiziert der Netflix VPN-Wächter die aus solchen "Reste-Pools" stammende IP-Adresse eines deutschen Unitymedia - Kunden bisweilen als aus der USA stammend, und verweigert ihm die Deutschland zugedachten Inhalte, aber auch wegen VPN-Verdachtsmomenten die US-Inhalte ....
1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.05.16 11:51 durch M.P.. -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: Cok3.Zer0 13.05.16 - 13:43
Und es gibt Minderheiten (z.B. Südtirol, Dänemark), die eben nicht das normale Netflix haben möchten!
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Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: boxcarhobo 13.05.16 - 14:26
M.P. schrieb:
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> Unitymedia Deutschland hat akuten Mangel an IPv4 Adressen. Deshalb gehen
> sie weltweit auf Einkaufstour, um auch kleine Blöcke von IPv4 Adressen zu
> ergattern.
>
> Da identifiziert der Netflix VPN-Wächter die aus solchen "Reste-Pools"
> stammende IP-Adresse eines deutschen Unitymedia - Kunden bisweilen als aus
> der USA stammend, und verweigert ihm die Deutschland zugedachten Inhalte,
> aber auch wegen VPN-Verdachtsmomenten die US-Inhalte ....
Kann ich bestätigen. Wohne in Aachen, also direkt an der belgischen bzw. holländischen Grenze. Ich selber habe Net Aachen, aber einige bekannte Unitymedia, und die haben den Access Point direkt in Holland und demnach eine holländische IP. Netflix ist bei denen zwar nicht gesperrt, aber hat natürlich nur das niederländische Programm zur Auswahl. Früher konnte man sich da mit einem VPN behelfen, das geht jetzt auch nicht mehr. Ländersperren sind einfach nicht mehr zeitgemäß. -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: David64Bit 13.05.16 - 15:11
boxcarhobo schrieb:
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> M.P. schrieb:
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> > Unitymedia Deutschland hat akuten Mangel an IPv4 Adressen. Deshalb gehen
> > sie weltweit auf Einkaufstour, um auch kleine Blöcke von IPv4 Adressen
> zu
> > ergattern.
> >
> > Da identifiziert der Netflix VPN-Wächter die aus solchen "Reste-Pools"
> > stammende IP-Adresse eines deutschen Unitymedia - Kunden bisweilen als
> aus
> > der USA stammend, und verweigert ihm die Deutschland zugedachten
> Inhalte,
> > aber auch wegen VPN-Verdachtsmomenten die US-Inhalte ....
>
> Kann ich bestätigen. Wohne in Aachen, also direkt an der belgischen bzw.
> holländischen Grenze. Ich selber habe Net Aachen, aber einige bekannte
> Unitymedia, und die haben den Access Point direkt in Holland und demnach
> eine holländische IP. Netflix ist bei denen zwar nicht gesperrt, aber hat
> natürlich nur das niederländische Programm zur Auswahl. Früher konnte man
> sich da mit einem VPN behelfen, das geht jetzt auch nicht mehr.
> Ländersperren sind einfach nicht mehr zeitgemäß.
Ländergrenzen an sich sind nicht mehr zeitgemäß. Aber vertritt man diese Meinung - egal ob bei Politischen Themen oder in der IT - ist man entweder "Gutmensch" oder "Hacker" (kein Witz, hab ich von meinem Chef schon zu hören bekommen). Die Piraten haben es ja leider versaut - zumindest auf Bundesebene in Deutschland. Was ich persönlich nicht ganz Nachvollziehen kann, aber meine Politikwelt scheint eh...sehr persönlich zu sein. Jedenfalls sind die Piraten in Island ganz vorne mit dabei und stehen trotz allem unter dem "PPI" (Internationaler Dachverband).
Ich denke ich werde Netflix aber auch wieder Kündigen...gibt einfach nix mehr im deutschen Programm, was mich interessiert. Das ist so ausgedünnt...Amazon Prime genau so. -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: robinx999 13.05.16 - 17:19
M.P. schrieb:
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> Unitymedia Deutschland hat akuten Mangel an IPv4 Adressen. Deshalb gehen
> sie weltweit auf Einkaufstour, um auch kleine Blöcke von IPv4 Adressen zu
> ergattern.
>
evtl. eine Blöde frage, aber was passiert eigentlich wenn man mit einem IPv6 Fähigem Gerät schaut ist es dann auch ein Problem oder ist dann alles in Ordnung? -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: chefin 17.05.16 - 07:19
IPV6 IPs sind genauso lokalisiert, heist die IP-Range gehört zu einem Provider der sie nur Lokal benutzt (Lokal = Land).
Zwar kannst du große teile der IP selbst bestimmen, aber der Präfix wird dir zugewiesen. Und dieser Präfix wird gefiltert. Dabei spielt es eben keine Rolle, wie die restliche IP aussieht. Alle aus diesem Präfix gebildeten IPs gehören zu deinem Anschluss. Präfixe sind Anschlussgebunden. Das kann ein Mobilfunkmast sein oder ein Festanschluss im Haus.
Um also Lokalisierung zu umgehen müssest du das Präfix ändern. Das nennt man Spoofing und wird normalerweise technisch unterbunden. Wo es nicht unterbunden wird, ist das eher Schlamperei den Feature. Weil es nur wenig Gutes hinterlässt, aber viel Missbrauchspotential hat. Was also dazu führt, das es missbräuchlich genutzt wird und dann die Schlamperei ausgebügelt wird. -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: robinx999 17.05.16 - 08:03
chefin schrieb:
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> IPV6 IPs sind genauso lokalisiert, heist die IP-Range gehört zu einem
> Provider der sie nur Lokal benutzt (Lokal = Land).
>
> Zwar kannst du große teile der IP selbst bestimmen, aber der Präfix wird
> dir zugewiesen. Und dieser Präfix wird gefiltert. Dabei spielt es eben
> keine Rolle, wie die restliche IP aussieht. Alle aus diesem Präfix
> gebildeten IPs gehören zu deinem Anschluss. Präfixe sind Anschlussgebunden.
> Das kann ein Mobilfunkmast sein oder ein Festanschluss im Haus.
>
darauf wollte ich doch gar nicht hinaus, der Ursprungsposter hat gesagt
"Unitymedia Deutschland hat akuten Mangel an IPv4 Adressen. Deshalb gehen sie weltweit auf Einkaufstour, um auch kleine Blöcke von IPv4 Adressen zu ergattern. "
Bei IPv6 besteht kein Mangel deshalb sollten sie da größere Blöcke haben.
Und es geht hier auch nicht ums umgehen sondern um False Positives. Und da frage ich mich halt ob die False Positives ausschließlich bei IPv4 vorkommen aufgrund von zusammengestückelten IPs und ob es bei IPv6 keine Probleme gibt oder ob die False Positives auch dort auftreten. -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: Trollversteher 17.05.16 - 15:52
>Ländergrenzen an sich sind nicht mehr zeitgemäß. Aber vertritt man diese Meinung - egal ob bei Politischen Themen oder in der IT - ist man entweder "Gutmensch" oder "Hacker" (kein Witz, hab ich von meinem Chef schon zu hören bekommen).
Leider ist man damit derzeit auf jeden Fall in der Minderheit - europaweit sind euroskeptische und nationalistische Parteien auf dem Vormarsch, überall werden neue Grenzzäune verlangt...
>Die Piraten haben es ja leider versaut - zumindest auf Bundesebene in Deutschland. Was ich persönlich nicht ganz Nachvollziehen kann, aber meine Politikwelt scheint eh...sehr persönlich zu sein.
Naja, die sind zum einen an den zu hohen und unrealistischen Anforderungen an sich selbst gescheitert (keine Politikerpersönlichkeiten, der Abgeordnete als "Avatar" des Wählers - klingt zwar in der Theorie ganz gut, ist aber in der Praxis völlig untauglich/unrealistisch). Und zum anderen haben sie die typischen Probleme einer heterogenen Protestpartei, die kein "großes, starkes einigendes Thema", das alle vereint haben, ereilt - einfach nur "die Internetpartei" zu sein, hat eben nicht gereicht um alle zu einen, also haben sich die einzelnen Strömungen zerstritten und im Kleinkrieg um Nebenschauplätze zerlegt.
>Jedenfalls sind die Piraten in Island ganz vorne mit dabei und stehen trotz allem unter dem "PPI" (Internationaler Dachverband).
Da würde mich eine vergleichende Studie darüber, was die isländischen Piraten anders/besser gemacht haben als die Unsrigen interessieren. -
Re: Wenn diese Geoblocking-Sperren wenigsten Randscharf wären...
Autor: David64Bit 19.05.16 - 13:43
Trollversteher schrieb:
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> Leider ist man damit derzeit auf jeden Fall in der Minderheit - europaweit
> sind euroskeptische und nationalistische Parteien auf dem Vormarsch,
> überall werden neue Grenzzäune verlangt...
Leider. Ich find die Entwicklung ziemlich bedenklich...sich hinter Mauern verstecken hat in der Geschichte noch nie funktioniert. Und aus der Geschichte lernen scheinen wir inzwischen auch wieder verlernt zu haben...
> Naja, die sind zum einen an den zu hohen und unrealistischen Anforderungen
> an sich selbst gescheitert (keine Politikerpersönlichkeiten, der
> Abgeordnete als "Avatar" des Wählers - klingt zwar in der Theorie ganz gut,
> ist aber in der Praxis völlig untauglich/unrealistisch). Und zum anderen
> haben sie die typischen Probleme einer heterogenen Protestpartei, die kein
> "großes, starkes einigendes Thema", das alle vereint haben, ereilt -
> einfach nur "die Internetpartei" zu sein, hat eben nicht gereicht um alle
> zu einen, also haben sich die einzelnen Strömungen zerstritten und im
> Kleinkrieg um Nebenschauplätze zerlegt.
Fairerweise muss man aber dazu auch sagen, dass das bei den etablierten Parteien vor 100 jahren nicht unbedingt groß anders war. Die politische Kultur in Deutschland muss sich verändern - die Schlammschlachten über den Köpfen der Bevölkerung ist ein unding und ist nicht zielbringend. Übrigens, die Piraten hatten sehr wohl ein großes und stark einigendes Thema, was die meisten vereinigt hat. Das wurde nur in der Presse immer wieder herunter gespielt. Das ist leider auch das Problem mit der AfD momentan, wo es gepusht wird bis zum geht nicht mehr.
> Da würde mich eine vergleichende Studie darüber, was die isländischen
> Piraten anders/besser gemacht haben als die Unsrigen interessieren.
Oh ja, mich auch.



