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Verständnissfrage

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  1. Verständnissfrage

    Autor: Its_Me 20.03.18 - 11:41

    Können oder müssen Anbieter (Netflix, Prime etc.) das deutsche Angebot ab dem 1. April im EU-Ausland zur Verfügung stellen, wenn man einen deutschen Account hat?

    Und was das Beispiel von einem deutschen Prime Nutzer, der in den Niederlanden nicht das deutsche Angebot abrufen konnte, soll, ist mir auch schleierhaft. Warum sollte er das auch abrufen können, wenn das erst ab 1. April gilt?

  2. Re: Verständnissfrage

    Autor: bombinho 20.03.18 - 11:50

    Its_Me schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und was das Beispiel von einem deutschen Prime Nutzer, der in den
    > Niederlanden nicht das deutsche Angebot abrufen konnte, soll, ist mir auch
    > schleierhaft. Warum sollte er das auch abrufen können, wenn das erst ab 1.
    > April gilt?

    Weil es eigentlich nicht legal sein kann (auch nicht vor dem 1.April) , Jemandem eine bezahlte Leistung zu verweigern und schon gar nicht wenn er die in dem selben "Single-Market" erworben hat.

  3. Re: Verständnissfrage

    Autor: PiranhA 20.03.18 - 12:57

    Es gibt keinen Single-Market bei TV-Lizenzen. Auch nach dem 1. April nicht. Dafür gibt es aber ABGs, welche den Leistungsumfang eben beschreiben. Komischerweise sind die klassischen TV-Sender, meines Wissens nach, weiterhin von der Regelung ausgenommen. Da bleibt Geo-Blocking also weiter aktiv.

  4. Re: Verständnissfrage

    Autor: narea 20.03.18 - 15:31

    Its_Me schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Können oder müssen Anbieter (Netflix, Prime etc.) das deutsche Angebot ab
    > dem 1. April im EU-Ausland zur Verfügung stellen, wenn man einen deutschen
    > Account hat?

    Für einen (wie auch immer gearteten) begrenzten Zeitraum - ja. Genau das ist doch der Sinn dahinter. Dass du im EU Urlaub in Frankreich weiterhin dt. Netflix/APrime/... hast.

  5. Re: Verständnissfrage

    Autor: bombinho 21.03.18 - 00:51

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt keinen Single-Market bei TV-Lizenzen. Auch nach dem 1. April nicht.
    > Dafür gibt es aber ABGs, welche den Leistungsumfang eben beschreiben.
    > Komischerweise sind die klassischen TV-Sender, meines Wissens nach,
    > weiterhin von der Regelung ausgenommen. Da bleibt Geo-Blocking also weiter
    > aktiv.

    Das ist ja das Merkwuerdige in Europa. Man stelle sich mal vor, in der anderen grossen Union wuerde einem Kunden die gekaufte Leistung verweigert, weil er sich in einem anderen Bundesstaat aufhaelt.
    Und eine AGB kann nicht Gesetze ausser Kraft setzen, sie kann sich allenthalben in deren Rahmen bewegen, ansonsten ist sie ganz oder in Teilen unwirksam.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.18 00:52 durch bombinho.

  6. Re: Verständnissfrage

    Autor: PiranhA 21.03.18 - 07:59

    Es gibt keine vergleichbare Union. Das Äquivalent zu einem Bundesstaat wäre hierzulande ein Bundesland. Die EU ist noch meilenweit von einem "Vereinigte Staaten von Europa" entfernt und bei den aktuellen Tendenzen noch mehr denn je.
    Und wo sollen die AGBs bitte schön bisher gegen geltende Gesetze verstoßen haben?

  7. Re: Verständnissfrage

    Autor: bombinho 21.03.18 - 14:33

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und wo sollen die AGBs bitte schön bisher gegen geltende Gesetze verstoßen
    > haben?

    Du empfindest eine Nichtgewaehrung einer bezahlten Leistung als normales Geschaeftsgebahren? Ich will dich unbedingt als Kunden! Du kannst mir soviele nichtgewaehrte Leistungen bezahlen, wie du Dir leisten kannst. ;)

    Anhang: Es ist ja nicht so, dass der Kunde sich fuer die Inanspruchnahme nicht identifizieren muss, also ist klar zuordbar, wer bezahlt hat und wem deswegen die Leistung zustuende. Denn das Geld muss der Kunde ja auch unabhaengig vom Aufenthaltsort bezahlen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.18 14:40 durch bombinho.

  8. Re: Verständnissfrage

    Autor: PiranhA 21.03.18 - 16:47

    Du verstehst offenbar nicht, welche Leistung du gebucht hast. Mit nem Mietwagen darf ich auch nicht nach Rumänien fahren, aber da spricht keiner von "Nichtgewaehrung einer bezahlten Leistung". Genauso steht in den AGBs, dass das verfügbare Angebot vom Standort abhängig ist.
    TV-Lizenzen sind halt regional beschränkt. Das ist weder neu, noch eine Erfindung von Amazon. Aus selbem Grund sind im Grunde alle Anbieter, egal ob Streaming oder TV davon betroffen. Einzig bei technischen Gründen werden Ausnahme gemacht.

  9. Re: Verständnissfrage

    Autor: bombinho 21.03.18 - 23:16

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du verstehst offenbar nicht, welche Leistung du gebucht hast. Mit nem
    > Mietwagen darf ich auch nicht nach Rumänien fahren, aber da spricht keiner
    > von "Nichtgewaehrung einer bezahlten Leistung".
    Wieso nicht? Ich wollte zwar noch nicht nach Rumaenien mit dem Mietwagen aber eine Fahrt in das Ausland war bisher noch nie ein Problem. Man muss es nur angeben, dass z.B. die Versicherung angepasst werden kann.

    > Genauso steht in den AGBs,
    > dass das verfügbare Angebot vom Standort abhängig ist.
    Wie bereits erwaehnt, kann man auch Dinge in die AGBs schreiben, die nicht korrekt oder gar widerrechtlich sind, deswegen auch die uebliche Ausschlussklausel, dass bei Nichtwirksamkeit einzelner Klauseln der Vertrag unberuehrt bleibt.

    > TV-Lizenzen sind halt regional beschränkt. Das ist weder neu, noch eine
    > Erfindung von Amazon. Aus selbem Grund sind im Grunde alle Anbieter, egal
    > ob Streaming oder TV davon betroffen. Einzig bei technischen Gründen werden
    > Ausnahme gemacht.
    Wieso kann ich dann digitale Inhalte von Amazon streamen, wenn ich die Kaufoption gewaehlt habe, aber nicht bei der Mietoption? Welche Lizenz erlaubt das Erstere aber verbietet das Letztere?

  10. Re: Verständnissfrage

    Autor: PiranhA 22.03.18 - 08:28

    bombinho schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wieso nicht? Ich wollte zwar noch nicht nach Rumaenien mit dem Mietwagen
    > aber eine Fahrt in das Ausland war bisher noch nie ein Problem. Man muss es
    > nur angeben, dass z.B. die Versicherung angepasst werden kann.

    Die Länderauswahl, in welche man fahren darf, ist abhängig von Auto und Tarif eingeschränkt. Rumänien, Türkei oder Griechenland ist eigentlich immer in den normalen Tarifen ausgeschlossen. Klar kann man dann irgendwelche Spezialtarife anfragen, aber da zahlt man sich dann dumm und dämlich. Da kann man gleich ein Auto kaufen und anschließend wieder verkaufen.

    > Wie bereits erwaehnt, kann man auch Dinge in die AGBs schreiben, die nicht
    > korrekt oder gar widerrechtlich sind, deswegen auch die uebliche
    > Ausschlussklausel, dass bei Nichtwirksamkeit einzelner Klauseln der Vertrag
    > unberuehrt bleibt.

    Wenn denn diese widerrechtlich wären, was ja nicht der Fall ist.

    > Wieso kann ich dann digitale Inhalte von Amazon streamen, wenn ich die
    > Kaufoption gewaehlt habe, aber nicht bei der Mietoption? Welche Lizenz
    > erlaubt das Erstere aber verbietet das Letztere?

    Pay-Per-View und Abo sind ganz unterschiedliche Lizenzmodelle. Wenn ich einen einzelnen Titel miete oder kaufe, dann ist die Lizenz an mein Benutzerkonto geknüpft. Das entspricht weitestgehend dem Einzelverkauf von BluRays oder DVDs.
    Beim Abo habe ich kein garantiertes Angebot, alles was ich kaufe ist der Zugang zu einem nicht näher definierten Angebot. Das kann sich von einem Tag zum nächsten ändern, weil bspw. Lizenzverträge auslaufen. Entsprechend reden wir da über ganz andere Lizenzmodelle. Amazon oder Netflix treten hier nicht als Einzelhändler auf, sondern als TV-Sender. Die Nutzungsrechte liegen also nicht beim Endkunden, sondern beim Sender, ich bekomme lediglich den Zugang zum Sender.
    Genau wie beim TV-Sender sind die Lizenzen dort traditionell beschränkt auf bestimmte Regionen. Pro7 hat bspw. die exklusiven Rechte für Simpsons und Big Bang Theory im DACH Raum. Erst nach Ablauf der Periode können Netflix und Co. die Serien ins Programm nehmen. Deswegen kann Netflix hierzulande auch erst nach 6 Monaten die aktuelle House of Cards Folgen zeigen, weil die Rechte in Deutschland vor langer Zeit an Sky vermarktet wurden.

  11. Re: Verständnissfrage

    Autor: bombinho 22.03.18 - 11:15

    PiranhA schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Pay-Per-View und Abo sind ganz unterschiedliche Lizenzmodelle. Wenn ich
    > einen einzelnen Titel miete oder kaufe, dann ist die Lizenz an mein
    > Benutzerkonto geknüpft. Das entspricht weitestgehend dem Einzelverkauf von
    > BluRays oder DVDs.
    Abgesehen davon, dass ich bei Miet- und Abomodell in der Regel im Ausland der Gekniffene bin. deswegen bleibt mir dann meist nur die Kaufoption.

    Es geht grundsaetzlich um die selben digitalen Inhalte, den selben Kunden, das Geld des selben Kunden, die selben Server, die selben IP-Bereiche, kurz: Alles ist Gleich.
    Es handelt sich um einen bezahlten Stream zu mir. Wenn ich eine Serie kaufe, dann ist diese ja auch nicht betroffen, nur weil ich einen guenstigeren Preis erzielt habe bzw. im Bulk erworben habe, das kann es also nicht sein.

    Also was genau ist noch einmal der Unterschied?

    Und es geht um eine Lizenz, dem Kunden eine digitale Kopie zukommen zu lassen.
    Ich als Kunde kann und darf solche Kopien nicht legal erstellen, meine Lizenz ist durch das Ansehen erschoepft und zwar in allen Faellen. Darum noch einmal zum Unterschied, ich habe es noch immer nicht abstrahieren koennen.

    Aus welchem Grund genau darf Amazon diese Kopien erstellen und an auslaendische IPs schicken oder eben nicht? Ich bin in allen Faellen der Kunde und Lizenznehmer fuer das Ansehen, Amazon ist in allen Faellen der Lizenznehmer fuer das Anfertigen einer digitalen Kopie. Es waere schoen, wenn ich einmal eine solche Lizenz sehen koennte, die es mir verbietet und/oder erlaubt, einen bezahlten Service in Anspruch zu nehmen.

    Ich halte das weiterhin fuer nicht vereinbar mit den Grundlagen des einheitlichen Marktes in Europa. Wenn es nur darum ging, die Zahlungsbedingungen zu harmonisieren, das waere auch ueber eine simple Waehrungsunion gegangen (Die ja auch schon vor Jahrzehnten erfolgt war). Dann haette man sich den ganzen Rest ersparen koennen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.03.18 11:18 durch bombinho.

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