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ungerecht
Autor: fievie 03.03.23 - 00:30
nicht nur das mit Crypto...
Sondern allgemein.
Es macht einfach keinen Spass mit Aktien zu "spielen", wenn der Staat sich sich einfach den Löwenanteil der Gewinne abzweigt, aber bei Verlust den "Spieler" im Regen stehe lässt.
Schaut man sich an, was die mit den Rentnern gerade mit dem Betriebsrenten durchführen... no comment -
Re: ungerecht
Autor: jes77 03.03.23 - 06:17
Löwenanteil der Gewinne?
Außerhalb doch recht großzügiger Freigrenzen (wo der Staat nix nimmt) sind das 25%. Da finde ich, richtige Arbeit macht weit weniger viel Spaß, die wird nämlich weit höher Besteuert.
Wenn man mit Aktien und Spekulation "spielen" will, geht das übrigens auch ganz, ohne Steuern zu zahlen: Dafür gibt's Musterdepots. Man verdient kein echtes Geld, verliert auch keines und das Beste daran: Etwaige Gewinne muss man nicht versteuern. -
Re: ungerecht
Autor: muhzilla 03.03.23 - 08:22
Angesichts der Tatsache, dass der Staat unfähig ist mir meine Rente im Alter zu garantieren, finde ich es höchstgradig unverschämt, dass ich mit Steuern belastet werde, weil ich Versuche die Defizite des Staates auszugleichen.
Weiterhin macht es in Deutschland keinen Spaß sich ein zweites Standbein aufzubauen über ein Nebengewerbe, da auch dabei sofort unverhältnismäßig die Hand aufgehalten wird. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass mein Hauptjob mit dem Spitzensteuersatz belegt wird. Aber damit ist die Sache dann auch bitte erledigt. Ich kann inzwischen durchaus nachvollziehen, warum man versucht seine Steuern zu "optimieren". -
Re: ungerecht
Autor: interlingueX 03.03.23 - 12:01
muhzilla schrieb:
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> Angesichts der Tatsache, dass der Staat unfähig ist mir meine Rente im
> Alter zu garantieren, finde ich es höchstgradig unverschämt, dass ich mit
> Steuern belastet werde, weil ich Versuche die Defizite des Staates
> auszugleichen.
Für sowas gibt's Vorsorgeprodukte, die auch steuerlich geltend gemacht werden können. Ich sage nicht, dass die besonders gut gemacht oder besonders günstig wären, aber bei diesen Produkten kommst du während der Laufzeit nicht an dein Geld ran, sondern erst nach der Pensionierung. Bei freien Investitionen kannst du jederzeit drauf zugreifen und darauf werden Steuern fällig. Musst halt abwägen, was dir besser passt.
> Weiterhin macht es in Deutschland keinen Spaß sich ein zweites Standbein
> aufzubauen über ein Nebengewerbe, da auch dabei sofort unverhältnismäßig
> die Hand aufgehalten wird. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass mein
> Hauptjob mit dem Spitzensteuersatz belegt wird. Aber damit ist die Sache
> dann auch bitte erledigt. Ich kann inzwischen durchaus nachvollziehen,
> warum man versucht seine Steuern zu "optimieren".
Schreibst du da von einem Gewerbe, bei dem du nebenberuflich mit Aktien spekulierst? Was ist der Grund, dass du ein Nebengewerbe aufziehst, mehr Abwechslung? Vielleicht bist du ja noch in der Investitionsphase, aber verdienst du mit dem Nebengewerbe denn nicht mehr Geld als allein mit deinem Hauptberuf in Vollzeit?
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”I don't judge people based on race, creed, color or gender. I judge people based on spelling, grammar, punctuation and sentence structure.“ -
Re: ungerecht
Autor: muhzilla 03.03.23 - 13:10
Sorry, aber die Vorsorgeprodukte sind unterm Striche alle völlig untauglich. Wir sind weit entfernt von einem Modell, wie in Norwegen, wo tatsächlich zur Vorsorge breit in den Kapitalmarkt investiert wird. Mit den hierzulande üblichen Vorsorgeprodukten schaffe ich nicht mal den Inflationsausgleich, da reden wir noch gar nicht vom Schließen der Rentenlücke.
Der Gewerbekommentar war nicht mehr auf das Aktienthema bezogen, sondern allgemein. Egal was man tut, um sich ein zweites Einkommen aufzubauen, der Staat hält dafür die Hand auf. Ich bin Buchautor, verkaufe OnDemand-Produkte und erbringe die ein oder andere Dienstleistung. Das alles mache ich nebenberuflich zu meinem fulltime-Job, für den ich Spitzensteuersatz abdrücke. Für meine Selbstverwirklichung würde ich gerne nach und nach Zeitanteile in das Nebengewerbe lenken, nur dann kann dieses auch so wachsen, dass es meinen Hauptjob jemals ersetzen könnte. Kann ich aber nicht machen, solang meine Nebeneinkünfte so versteuert werden, weil ich bei Reduzierung von Stunden im Hauptjob die entstehende Einkommenslücke nicht sofort ausgleichen kann. Abgesehen davon zahle ich so dermaßen viel Steuern, dass ich es einfach maximal ungerecht finde für Nebeneinkünfte auch noch was abzudrücken. Dabei wird an keiner Stelle berücksichtigt, dass ich durch meine Produkte sowieso für Steuereinnahmen sorge, weil die Kette bis zum Endverbraucher lang ist... -
Re: ungerecht
Autor: interlingueX 03.03.23 - 15:25
muhzilla schrieb:
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> Sorry, aber die Vorsorgeprodukte sind unterm Striche alle völlig
> untauglich. Wir sind weit entfernt von einem Modell, wie in Norwegen, wo
> tatsächlich zur Vorsorge breit in den Kapitalmarkt investiert wird. Mit den
> hierzulande üblichen Vorsorgeprodukten schaffe ich nicht mal den
> Inflationsausgleich, da reden wir noch gar nicht vom Schließen der
> Rentenlücke.
Da sind wir der gleichen Meinung. Ich wollte lediglich auf den Unterschied zwischen Vorsorgestrategien hinweisen, bei denen das Kapital gebunden bleibt und bei denen du frei darüber verfügen kannst.
> Der Gewerbekommentar war nicht mehr auf das Aktienthema bezogen, sondern
> allgemein. Egal was man tut, um sich ein zweites Einkommen aufzubauen, der
> Staat hält dafür die Hand auf. Ich bin Buchautor, verkaufe
> OnDemand-Produkte und erbringe die ein oder andere Dienstleistung. Das
> alles mache ich nebenberuflich zu meinem fulltime-Job, für den ich
> Spitzensteuersatz abdrücke. Für meine Selbstverwirklichung würde ich gerne
> nach und nach Zeitanteile in das Nebengewerbe lenken, nur dann kann dieses
> auch so wachsen, dass es meinen Hauptjob jemals ersetzen könnte. Kann ich
> aber nicht machen, solang meine Nebeneinkünfte so versteuert werden, weil
> ich bei Reduzierung von Stunden im Hauptjob die entstehende Einkommenslücke
> nicht sofort ausgleichen kann. Abgesehen davon zahle ich so dermaßen viel
> Steuern, dass ich es einfach maximal ungerecht finde für Nebeneinkünfte
> auch noch was abzudrücken. Dabei wird an keiner Stelle berücksichtigt, dass
> ich durch meine Produkte sowieso für Steuereinnahmen sorge, weil die Kette
> bis zum Endverbraucher lang ist...
Gut, abgesehen davon, dass es hier ursprünglich um Kapitalerträge ging, die anders erwirtschaftet werden als durch das Bereitstellen konkreter Dienstleistungen (ich spreche bei Kapitalgeschichten gerne vom Zocken), ist sowas natürlich durchaus ärgerlich, und ich gehe davon aus, dass du alle Freibeträge voll ausnutzt. Ich kenne mich da nicht so aus, aber deine Nebeneinkünfte werden sicher geringer versteuert als deine Haupteinkünfte, oder?
Wenn ich das richtig sehe, scheint auch der Spaß an deiner Zusatzarbeit deine Einkommenslücke nicht aufwiegen zu können, aber du bist offenbar trotzdem noch motiviert, dein zweites Standbein zu verfolgen. Das ist dann die bereits erwähnte Investitionsphase – mehr als die Daumen zu halten, dass der große Wurf bald gelingt, kann ich natürlich nicht, aber ich tu's.
Vielleicht als Perspektivhilfe: Ich hab' mich auch mal zusammen mit Freunden an einem Nebenprojekt im Dienstleistungssektor versucht, das war eine initiative eines der erwähnten Freunde und ging neben unserer regulären Arbeit her. Leider ist nichts draus geworden, aber der finanzielle Schaden hielt sich zum Glück einigermaßen in Grenzen und es ist überwiegend Stress angefallen. Steuerpflichtig waren wir aufgrund unserer Verluste natürlich nicht, aber mich hat die Erfahrung erstmal vergrämt. Daher sag' ich mal: Immerhin kannst du nebenher offenbar noch ein Nettoeinkommen erzielen ;)
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